Sorely Engraved
Kapitel 25
Harrys Euphorie, Dumbledore auf die Reise begleiten zu dürfen, war wie erwartet verflogen, nachdem das furchtbare Unglück und der Mord an seinem geschätzten Schulleiter so unerwartet über Hogwarts hereingebrochen war.
Pflichtbewusst harrte er mit den Weasleys und einigen anderen im Krankenflügel aus, beantwortete Fragen und half dabei, den Tathergang aufzudecken, bis McGonagall ihn in Dumbledores ehemaliges Büro bat, das sie vorläufig übernommen hatte.
Beharrlich versuchte sie, etwas über Dumbledores Absichten aus Harry herauszubekommen, er jedoch ging nicht darauf ein.
"Ich weiß, dass Sie ihm sehr nahe standen, Potter."
"Wissen Sie nicht", sagte er stur, den Blick auf seine zu Fäusten geballten Hände geheftet, die auf seinen Oberschenkeln ruhten. Es machte ihn wahnsinnig, auf das neue Portrait zu sehen, das friedlich schlummernd hinter McGonagalls Stuhl an der Wand hing.
"Sein Tod ist ein großer Verlust für uns alle", beteuerte die Professorin. "Aber wenn Sie uns trotz des Schmerzes sagen könnten, was er vorhatte, wäre es vielleicht nicht zu spät, sein Wirken fortzusetzen."
"Ich kann es Ihnen nicht sagen", war alles, was Harry daraufhin zum Besten geben konnte. Dumbledore wollte es so. Und das sollte er bekommen, denn mehr konnte er nicht für ihn tun.
Zu allem Überfluss begegnete er wenig später auf dem Weg in seinen Turm Professor Trelawney. Auch sie machte einen erschütterten Eindruck.
"Wie geht es dir, mein Lieber? … Nein, sag nichts. Ich kann alles genau sehen. Deine Aura ist äußerst betrüblich. Er fehlt dir, nicht wahr?"
Harry sträubte sich dagegen, von ihr ausgehorcht zu werden. Er hatte genug davon, unangenehme Fragen zum Tod Dumbledores beantworten zu müssen.
Sie beugte sich schwankend über ihn und Harry entging nicht der Geruch des Alkohols, der sie umgab. Wie es den Anschein hatte, bekämpfte sie ihre Trauer auf ihre ganz persönliche Art und Weise.
"Ich sollte besser nach meinen Freunden sehen", sagte er eilig. In Wahrheit wollte er nichts wie weg und sich nur noch in seinem Bett vergraben.
"Natürlich, du Ärmster", sagte Trelawney, hickste und kippte vornüber.
Nach Halt suchend griff sie sich Harrys Arme. Im selben Moment spürte er, wie sich ihr Körper versteifte.
"Wo du ihm doch so nahe gestanden hast. Aber ich habe gewusst, dass es eines Tages soweit sein würde. Die Zeichen deuteten seit langem darauf hin ..."
Sie sprach so verworren, dass er zweifelsohne wusste, was gleich passieren würde. Aus ihm unerklärlichen Gründen schaffte er es aber nicht, sich von ihr loszumachen. Vielleicht wollte er ja auch, dass es dazu kam, um damit sein Gewissen zu beruhigen, weil er es nicht verhindert hatte. Genau wie damals bei Sirius war er nicht imstande gewesen, etwas zu tun, um es aufzuhalten.
Entsetzt blickte er in ihre geweiteten Augen und hoffte, ja flehte sogar, dass sie ihm irgendetwas verraten würde, was er übersehen hatte, als er den Mord an Dumbledore zu rekonstruieren versucht hatte. Und auch diesmal wurde er nicht von ihr enttäuscht: Es war nicht das erste Mal, dass sie anfing, in seinem Beisein wirres Zeug zu reden. Doch tief in seinem Inneren war er so aufgewühlt, dass er sich einbildete, nichts, was sie ihm sagen würde, könnte die vergangenen Stunden noch schlimmer machen.
"Ich weiß noch genau, wie wir uns damals über die freie Stelle unterhalten haben", faselte sie ergriffen. "Er bot sie mir an, muss wohl gemerkt haben, dass ich die beste Besetzung dafür sei."
Harry bezweifelte, dass Dumbledore so geglaubt hatte, aber Trelawney war nicht aufzuhalten und plapperte weiter.
"Wenn wir nicht unterbrochen worden wären, hätten wir bestimmt eine Menge interessanter -"
"Sie wurden unterbrochen?", fragte er dazwischen, obwohl er sich dabei nicht sonderlich wohl fühlte. Bisher hatte es nichts Gutes nach sich gezogen, Details über die Prophezeiung zu erfahren, die ihm und seinen Eltern so viel Leid gebracht hatte. "Wobei wurden Sie unterbrochen?"
"Sagte ich das nicht? Wir trafen uns im Eberkopf und unterhielten uns über einen Posten in Hogwarts. Ich war in Höchstform an jenem Tag, offen und bereit, die wundersamsten Pfade zu erkunden, die Normalsterblichen in den meisten Fällen verborgen bleiben. Mir war ein wenig schummrig zumute, doch ich erinnerte mich später, aus meiner Trance gerissen worden zu sein …"
Etwas in Harry schien zu explodieren. Hatte Dumbledore ihm etwa schon wieder Dinge vorenthalten?
"Was haben Sie gesehen?", fragte er ungeduldig. Er hatte wahrlich nicht den Nerv, sich das ganze Drumherum anzuhören.
"Ich – wie bitte?"
"Sie deuteten an, Sie hätten etwas gesehen, Professor. Bitte, sagen Sie mir, was es war. Vielleicht kann es mir helfen, die Umstände, die zum Tod unseres Schulleiters geführt haben, besser zu verstehen."
"Sicher doch, Harry", murmelte sie irritiert. "Es ging um dieses Unglück auf dem Turm. Ich wusste von Anfang an, dass es passieren würde und berichtete ihm davon. Aber Dumbledore wollte nicht auf mich hören. Wenn ich es mir recht überlegt, hatte er zuletzt ohnehin nicht viel dafür übrig, sich für mich Zeit zu nehmen, um mich anzuhören."
Wahrsagen hin oder her, das konnte unmöglich ein Zufall sein.
"Sie meinen, Sie hätten bereits damals, als Sie sich um diese Stelle beworben haben, gewusst, dass er eines Tages ermordet werden würde?"
Trelawney reckte entrüstet ihre Nase in die Höhe.
"So ist es", sagte sie erhaben.
Harry hatte genug gehört. Er musste hier weg, wenn er nicht gänzlich verrückt werden wollte.
"Wo willst du hin, mein Lieber?", fragte Trelawney, während er durch den Korridor davon flitzte.
Harry aber beachtete sie nicht weiter und rannte einfach weiter. Er wollte fort, obwohl er nicht einmal wusste, wo er künftig hingehörte.
xxx
"Wo bist du gewesen, Harry?", fragte Hermine vorwurfsvoll.
Wütend brauste er an ihr vorbei und die Treppe in seinen Schlafsaal hinauf. Hermine raste hinterher. Das konnte nichts Gutes bedeuten.
"Ich war bei McGonagall", keuchte er erregt und schlug mit den Fäusten auf einen Bettpfosten seines Himmelbetts ein.
Hermine kam gerade noch rechtzeitig hinter ihm zum Stehen, um seinen Wutanfall mitansehen zu können. Es tat weh, ihn so zu erleben. Auch Ron, der ahnungslos auf seinem Bett hockte, machte einen besorgten Eindruck.
"Auf dem Weg hierher hab ich Trelawney getroffen", fuhr Harry aufgebracht fort. "Ihr glaubt nicht, was sie mir erzählt hat!"
Hermine stand wie angewurzelt da und horchte sich jedes Wort an. Sie fand keine Antwort darauf. Fest stand nur, dass selbst für sie die Weissagungen der Professorin unheimlich waren. Außerdem hatte sie auf gar keinen Fall vor, auf der Tatsache herumzureiten, dass Severus es gewesen war, der die Prophezeiung belauscht und an Voldemort weitergegeben hatte. Je weniger Harry davon erfuhr, umso besser.
"Bestimmt gibt es für alles eine ganz einfache Erklärung, Harry", versuchte sie es beschwichtigend.
"Glaubst du das wirklich? Langsam denke ich, du hattest Recht, Hermine. Er hat immerzu so geheimnisumwoben getan, damit ich auf ihn reinfalle."
"Aber Harry, das darfst du nicht sagen!"
Harry lachte bitter auf und zog etwas aus seiner Hosentasche. Abwertend warf er es auf sein Bett.
"Hier!", sagte er. "Das haben wir in der Höhle gefunden. Aber es ist nicht echt. Es sollte eigentlich Slytherins Medaillon sein, der Horkrux, den wir finden wollten."
"Nicht echt?", wiederholte Ron ungläubig. "Was meinst du mit nicht echt?"
"Dass es eine Fälschung ist, was wiederum bedeutet, dass alles umsonst war. Er ist gestorben und hat es mir überlassen, die Horkruxe zu suchen, obwohl er wusste, dass er sterben würde."
"Und das glaubst du?", mischte Ron sich noch einmal ein. "Immerhin stammt die Vorhersage von Trelawney."
"Das macht jetzt keinen Unterschied mehr. Sie ist eingetroffen, oder? Viel entscheidender finde ich im Moment, dass Dumbledore mich belogen hat."
"Nicht ganz, Harry", sagte Hermine vorsichtig. "Er hat dir nur einen Teil der Wahrheit vorenthalten, wobei auch das nicht ganz so leicht zu klären ist, weil es sich ja nur um eine Weissagung handelt."
"Witzig, dass du das sagst, Hermine. Immerhin leben wir in einer Welt voller Zauberei und Magie."
"Das lässt sich nicht vergleichen, Harry", entgegnete sie abwehrend.
"Dann findest du es also in Ordnung, dass er nicht vor mir erwähnt hat, dass er sterben könnte, weil Trelawney das so gesehen hat? Ich weiß noch gut, wie er versucht hat, zu rechtfertigen, dass er mir nach Cedrics Tod monatelang aus dem Weg gegangen ist. Angeblich, weil er verhindern wollte, dass Voldemort über mich an ihn herankommt. Er wollte nicht mal mit mir reden, Hermine! Er hat mich allein gelassen. Trotzdem wusste er die ganze Zeit über, dass Voldemort die Prophezeiung stehlen wollte, die, lasst uns raten, Trelawney gemacht hat. Eine Prophezeiung, in der es um mich und meine Eltern ging. Komischer Zufall, oder?"
"Und was jetzt?", bemerkte Ron verhalten. "Willst du damit etwa sagen, wir hätten Dumbledores Tod verhindern können? Mal ehrlich, ich denke nicht, dass Trelawney so zuverlässig in die Zukunft blicken kann, wie sie es gern hätte. Sie interpretiert zu viel da hinein."
Harry seufzte. Er wusste selbst nicht, was er davon halten sollte. Die Vorstellung, die Schuld, die er am Tod seines Schulleiters empfand, weil er nicht fähig gewesen war, etwas zu tun, auf jemand anderen abwälzen zu können, war zugegebenermaßen sehr befreiend.
"Ich wünschte nur, er hätte mir nicht dauernd irgendwas vorenthalten. Ich wünschte, er wäre offen und ehrlich zu mir gewesen."
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„Grundgütiger, Severus! Wo bist du nur gewesen? Wir haben überall nach dir gesucht!"
Professor McGonagall sah ihn entgeistert und mit wässrigen Augen an, ihr faltiger Mund bebte unkontrolliert.
„Was ist hier los, Minerva?", zischte er zurück und ließ sich auf seinen Platz am Tisch im Lehrerzimmer fallen, wo neben ihr noch andere seiner Kollegen versammelt waren, unter ihnen Flitwick, Sprout, Slughorn und Hagrid. Alle machten sie verdrießliche Gesichter, was nur zu deutlich zeigte, dass er in irgendeine unangenehme Besprechung geplatzt war. Doch darum musste er sich später kümmern. Er war zu lange nicht bei sich gewesen, hatte zu lange gebraucht, um sich zu sammeln.
Sie schluchzte auf, ein rhythmisches Zucken erfasste ihren Körper.
„Albus – er ist tot! Sie kamen, um ihn zu ermorden! ... Sie sind über ein Verschwindekabinett ins Schloss gelangt. Kannst du dir das vorstellen?"
Und wie er das konnte! Soweit war für den Dunklen Lord alles verlaufen wie gewünscht, mit Ausnahme des Mordes.
„Wir haben uns bis zu ihnen auf den Astronomieturm durchgekämpft und ihnen so gut zugesetzt, wie wir nur konnten, aber es war zu spät. Bellatrix Lestrange hat ihn niedergestreckt. Sämtliche verfügbare Leute vom Orden haben ihnen den Rückzugsweg abgeschnitten, woraufhin sie aus dem Schloss geflohen sind."
Er presste fest die Kiefer aufeinander, bis sie knackten. Am anderen Ende des langen Tisches konnte er Hagrid jämmerlich aufheulen hören. Auch er sah deutlich mitgenommen aus.
Er hatte lange gewusst, dass irgendwann der Tag kommen würde, da Albus sie verlassen würde. Den Ablauf des Szenarios nun aus ihrem Munde zu hören, entsprach nicht dem ursprünglichen Plan seines Mentors. Wenigstens war es schnell vonstatten gegangen, genau wie Albus es sich gewünscht hätte.
„Und sonst?" Warum er das fragte, wusste er selbst nicht genau. Vielleicht aus Pflichtbewusstsein den Schülern gegenüber; immerhin war, soweit er das wusste, eine ganze Horde Todesser durch das Schloss gestürmt.
„Es gibt einige Verletzte, aber außer Bill Weasley werden sich alle soweit erholen."
„Ist er -"
Sie schüttelte traurig den Kopf.
„Nein. Er wurde von diesem Greyback angefallen, von dem immer wieder im Tagespropheten berichtet wurde. Sein Gesicht ist furchtbar entstellt."
Er wusste nicht, was er spürte, als er das hörte. Sein Verstand trieb ihn nur dazu an, voranzukommen. Für Gefühle war jetzt kein Platz.
„Wie ist es passiert?", fragte er gefasst und drehte sich von den anderen weg, als würde er ihre Gegenwart nicht ertragen. Einerseits fühlte er sich unbehaglich, wenn er daran dachte, wie er Filius mittels eines Schockzaubers ausgeschaltet und sein Gedächtnis verändert hatte, als dieser ins Schulleiterbüro gekommen war, um Alarm zu schlagen. Andererseits grenzte es an ein Wunder, dass nicht mehr geschehen war.
McGonagall wischte sich mit einem Taschentuch über die Augen. Sie bemerkte nichts davon.
„Das kann warten", sagte sie mit belegter Stimme. „Du siehst furchtbar aus ..."
„Kann es nicht", erwiderte er ungerührt.
Für Floskeln hatte er wahrlich keine Zeit. Der Dunkle Lord war nicht zufrieden mit ihm. Er konnte es spüren. Genauso wenig würde Dumbldeore es sein. Aber zuerst musste er zu seinem Herrn und ihn beschwichtigen, doch um das zu können, musste er erfahren, was geschehen war.
„Minerva, bitte", setzte er mit gesenkter Stimme nach. „Sag mir einfach, was los war."
„Sie kamen zu zahlreich ins Schloss", wimmerte sie leise vor sich hin. „Ich kann nicht ..."
„Und ich kann nicht lange warten", setzte er hart nach. „Wisst ihr schon, wie es jetzt weitergeht?"
Sie blinzelte und senkte den Blick auf seinen linken Arm. Im Grunde genommen verstand sie genauso gut wie er, dass er keine Minute länger vergeuden konnte.
„Wir haben soeben beschlossen, dass die Schule vorläufig unter meiner Leitung steht, bis wir wissen, was das Ministerium beschließen wird", sagte sie müde.
Er atmete scharf ein. Das war nicht weiter verwunderlich. Dennoch würde es nicht lange dabei bleiben. Abwesend wippte er mit dem Kopf.
„Wo ist er?"
Sie machte ein weinerliches Geräusch.
„Wir haben ihn in der Großen Halle aufgebahrt. Ein paar Auroren halten Wache … Severus, ich kann nicht … Einige Schüler waren direkt am Getümmel beteiligt ... Ich will mir gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können."
Er nickte. Welche Schüler das waren, konnte er sich denken. Seit Potter angefangen hatte, sich gegen Umbridge zu wehren, war es kein Geheimnis, dass immer dieselben Ärger machten.
„Doch, du kannst. Du musst seinen Platz einnehmen, bis wir wissen, wie es weitergeht."
Jedenfalls solange, bis sie Gewissheit hatten, dass der Plan nicht ganz verloren war.
Er stand auf. Er hatte keine Zeit, sich das Blut vom Gesicht und den Händen zu waschen, keine Zeit, sich auf was auch immer für eine Strafe vorzubereiten, die der Dunkle Lord für ihn auserkoren hatte.
McGonagall griff nach seinem Arm und hielt ihn fest.
„Da ist noch so viel mehr, das du wissen musst", sagte sie eindringlich. „Sie haben Draco mitgenommen ..."
Er schluckte. Natürlich hatten sie das. Mühelos schüttelte er ihre Hand ab und rauschte davon.
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Nachdem Harry und Ron sich in ihrem Schlafsaal zurückgezogen hatten, um Dumbledores geheimnisumwobenen Tod zu betrauern und das hinterhältige Auftreten der Todesser Revue passieren zu lassen, war auch Hermine in ihren Schlafsaal gegangen und wartete dort auf weitere Anweisungen oder Nachrichten. Seit sie Snape in der Besenkammer zurückgelassen hatte, war viel geschehen, doch noch immer gab es kein Zeichen von ihm.
In ihrer Ungewissheit schnappte sie sich eine Feder und ein ordentliches Stück Pergament und robbte damit ans Kopfende ihres Bettes, wo sie sich niederließ. Sie musste sich ablenken und fing an, ein paar Notizen zu den vergangenen Stunden zu machen, die schon sehr bald zu detaillierten Aufzeichnungen über das Ausmaß ihrer Handlung wurden. Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen stand natürlich ausschließlich Snape.
Langsam aber sicher wurde sie richtig nervös. Warum dauerte das so lange? Warum hatte Severus sich noch nicht bei ihr gemeldet? Er sollte eigentlich schon längst wieder bei sich sein. Noch nie hatte sie sich so einsam und hilflos gefühlt wie in diesen bangen Stunden des Wartens. Einerseits aufgrund Dumbledores Tod, andererseits weil sie nicht wusste, wie Severus reagieren würde. Was sollte sie zu ihm sagen? Wie sollte sie ihm erklären, dass sie das tun musste?
Eine ganze Weile nachdem sie ihre Feder beiseite gelegt hatte, wanderte sie beunruhigt vor ihrem Bett auf und ab, als plötzlich ihr Ring zu glühen anfing. Erschrocken zuckte sie zusammen. Sie spürte deutlich die Hitze an ihrem Finger und löste den Zauber, der ihn verbarg, nur um eine sehr zornige Nachricht ihres Professors zu erhalten.
Oh.
Sie hatte befürchtet, dass er sich darüber aufregen würde, was sie getan hatte, seine Stimmung allerdings war deutlich jenseits der Wut angelangt.
So schnell sie konnte raste sie hinunter in die Kerker und fand ihn in seinem Büro.
„Du hattest kein Recht dazu, das zu tun", bellte er sie an, kaum dass die Tür hinter ihr ins Schloss gefallen war. Er schlug mit der flachen Hand auf den Tisch.
Hermine nahm ihren ganzen Mut zusammen und kam näher. Er sah übel aus. Irgendwie hatte er es geschafft, das Blut, das über sein Gesicht gelaufen war, mit den Händen überall da zu verteilen, wo es zuvor noch nicht gewesen war.
„Hast du auch nur eine Ahnung, wie selbstsüchtig es war, das zu tun? Er hat mich auserwählt, ihn zu töten, damit es ihm erspart bleibt, verschleppt zu werden oder grausam zu Grunde zu gehen. Ist dir nicht klar, was sie ihm hätten antun können? Greyback und Bella sind nur zwei unter vielen mit einer geschmacklosen Vorliebe zur Folter. Wir hatten unglaubliches Glück, dass der Orden es geschafft hat, sie so zu bedrängen, sonst hätten sie noch ganz andere Sachen mit ihm angestellt. Ganz zu Schweigen davon, dass er mich gehörig durch die Mangel drehen wird, weil ich seine Anordnungen nicht befolgt habe."
Hermine blinzelte verlegen. Insgeheim hatte sie sich schon gefragt, ob sie es wagen sollte, ihm zu beichten, dass sie nicht ganz bei sich gewesen war, weil Harry für sie, Ron und Ginny das Felix Felicis zurückgelassen hatte. Doch irgendwie brachte sie es nicht über sich, sich herauszureden. Es war reines Glück gewesen, dass er sich nicht noch einmal umgedreht und ihr eine verpasst hatte, um sie unschädlich zu machen; er hätte schließlich wissen müssen, dass sie nicht nichts tun würde.
„Redest du jetzt von Dumbledore oder von Voldemort?", sagte sie kleinlaut.
Er wandte sich mit wutverzerrtem Gesicht zum Gehen und Hermine wuselte ihm eilig hinterher.
„Warte, Severus! Du könntest ihm doch deine Erinnerungen zeigen. Besonders von da an, wo du dich an nichts mehr erinnern kannst."
„Nichts leichter als das", sagte er, ein gehässiges Grinsen auf den dünnen Lippen. „Er wird sich ohnehin schon fragen, wo ich so lange stecke. Jetzt, da Albus tot ist, habe ich keine Ausreden mehr, die ich ihm liefern kann. Oder denkst du, er wird mir abnehmen, dass ich versucht habe, etwas aus jemandem herauszubekommen? Dass ich den Orden ausspioniert habe, während Albus getötet wurde?"
Sie zuckte hilflos mit den Schultern.
"Warum nicht? Ich musste es tun. Es war schrecklich, mit dieser Ungewissheit klarzukommen, Severus. Aber du lebst!"
Er wirbelte blitzschnell herum und packte sie am Kragen ihrer Bluse. Hermine rang verschreckt nach Luft, Snape aber ließ sich davon nicht beeindrucken.
"Sag so etwas nie wieder", zischte er ihr ins Ohr. "Er war der Einzige, der mir eine Chance gegeben hat, der Einzige, zu dem ich gehen konnte."
"Das weiß ich. Und ich bin sicher, er weiß es auch. Er war alt und krank, er war verloren."
"Er hat mir vertraut!"
"Ich - ich weiß."
Er sah sie mit glühenden Augen an. Endlich ließ er wieder von ihr ab. Sein Brustkorb hob und senkte sich rasend schnell, seine Atmung überschlug sich schier.
Hermine hielt sich mühsam auf den Beinen, so sehr zitterten ihre Knie. Alles um sie herum wirkte unwirklich und surreal. Die vertraute schwarze Gestalt kam ihr wie ein Fremder vor. Vergeblich suchte sie nach etwas in seinem Blick, das ihre Angst besänftigen konnte, doch je länger die Sekunden in dieser bedrückenden Stille verstrichen, desto stärker verhärtete sich der Eindruck, dass er ihr das nicht verzeihen würde. Es spielte keine Rolle für ihn, wie sehr sie wollte, dass er ihre Motive verstand. Er war enttäuscht und zutiefst verletzt, weil sie ihn hintergangen hatte.
"Ich war nicht ich selbst, Severus", sagte sie nach einer gefühlten Ewigkeit. "Ron, Ginny und ich, wir haben heute ein Bisschen nachgeholfen. Wir haben einen Trank eingenommen. Aber das heißt nicht, dass ich ohne ihn anders gehandelt hätte. Wenn es drauf ankommt, tut jeder von uns das, wozu er sich genötigt fühlt, denkst du nicht?"
"Nein", sagte er kopfschüttelnd. "Du irrst dich. Geh zurück in deinen Turm und bleib dort, bis wir wissen, wie es weitergeht. Du hast schon genug angerichtet."
Seine Hand schnellte hoch und sein ausgestreckter Zeigefinger deutete unmissverständlich zur Tür.
Erst als Hermine gegangen war, erlaubte er sich wieder, normal zu atmen. Er schloss die Augen und brüstete sich für das, was er tun musste. Er wusste, dass er keine andere Wahl hatte. Letztendlich musste er genau das machen, was Hermine gesagt hatte. Er verdrängte alles, ließ das Schloss und seine Bewohner hinter sich und kniete vor seinem Herrn nieder, um die knöcherne weiße Hand zu empfangen, die sich sanft auf sein Haupt legte. Erneut hing sein Leben von der Willkür des Dunklen Lords ab.
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Snape stand seit etlichen Minuten wie verloren vor dem neuen Portrait seines kürzlich verstorbenen Schulleiters und starrte ihn mit ausdruckslosem Gesicht an, während er berichtete, wie es dazu kommen konnte, dass er sich nicht an die Abmachung zwischen ihnen gehalten hatte.
Nachdem er fertig war, erfüllte leises Gemurmel die Wände ringsum. Snape konnte nichts weiter tun, als abzuwarten, bis die Portraits auf Dumbledores Geheiß hin verstummt waren. Wie es aussah, fiel es auch Dumbledore zum ersten Mal seit langem schwer, die richtigen Worte zu finden, um sein Gegenüber zu maßregeln.
"Nun denn, Severus", setzte er streng an. Die Enttäuschung in seiner Stimme war unverkennbar. Jeder der hier Versammelten hatte guten Grund, Hermines Handlung zutiefst zu verurteilen. "Wie es den Anschein hat, ist Miss Granger außer Kontrolle geraten. Möchtest du mir nicht etwas näher erklären, was in sie gefahren ist?"
Snape straffte seine Haltung und verschränkte mindestens ebenso steif die Hände hinter dem Rücken.
"Es gibt keine Erklärung für ihr Verhalten, Albus", sagte er leise, in dem Wissen, dass nichts, was er jetzt sagen oder tun würde, das Geschehene rückgängig machen konnte. Alles, was Hermine getan hatte, fiel auf ihn zurück. "Ich werde die Konsequenzen dieses Vorfalls voll und ganz von selbst tragen."
Er hatte alle Mühe, Ruhe zu bewahren, Dumbledore hingegen wirkte ein wenig besänftigt.
"Offen gesagt, ich bin mir sicher, dass du das wirst. Ich habe dich vor ihr gewarnt. Sie hat das Talent äußerst beharrlich vorzugehen, wenn es sein muss. Sei es drum. Sieh zu, dass du das in den Griff bekommst, andernfalls wirst du sie nicht wiedersehen. Ein Vorfall wie dieser darf sich nicht wiederholen. Noch mehr Schwierigkeiten können wir nicht gebrauchen."
Dem gab es nicht viel entgegenzusetzen. Nicht einmal eines der anderen Portraits an den Wänden hatte einen Einwand.
Wie tot fiel er auf sein Bett. Hermine war sofort zur Stelle und säuberte mit einem feuchten Lappen das verkrustete Blut von seinem Gesicht und den Händen. Wann sie gekommen war, wusste er nicht. Sie war einfach da, wie sie es damals vor dem Grimmauldplatz gewesen war. Er wehrte sich nicht einmal dagegen, denn selbst dazu war er zu müde.
Noch ehe sie angefangen hatte, ihm die schmutzigen Sachen auszuziehen, schloss er die Augen und schlief ein. Er war sich nicht länger ihrer Stimme bewusst, die sanft und beruhigend auf ihn einzureden versuchte, auch nicht ihrer Hände, die ihn ohne Unterlass streichelten.
Am Morgen beim Aufwachen lag der Geruch von frischem Kaffee und Gebäck in der Luft.
"Keine Sorge, Severus", erklärte sie eifrig, als er eine Augenbraue hob.
Unzählige Fragen taten sich in ihm auf. Am dringendsten die, wie sie es immer wieder schaffen konnte, sich seinen Anweisungen zu widersetzen. Er war sich ziemlich sicher gewesen, dass er sie im Halbschlaf mehrmals aufgefordert hatte, zu gehen.
"McGonagall wird nichts davon merken. Ich habe einen guten Draht zu den Hauselfen in der Küche aufgebaut."
Er wollte darüber lachen, so eigenartig kam es ihm vor, dass er hinter Minervas Rücken ihre Vorzeigeschülerin geheiratet hatte. Zu seiner eigenen Verwunderung brachte er aber aufgrund der ernsten Lage nur ein schwaches Grollen zustande.
Hermine reckte sich nach dem Tablett auf ihrem Nachttisch und griff sich eine Tasse Kaffee.
"Hier, trink den", sagte sie ernst. "Der bringt dich wieder auf Vordermann. Du wirst um acht Uhr bei einer Sitzung im Lehrerzimmer erwartet. Die Schulräte werden auch dort sein."
Ruckartig setzte er sich auf, bereute die Tat jedoch sofort und fiel zurück aufs Bett. Sein Kopf drohte jeden Moment zu zerspringen und sein ganzer Körper schmerzte von den Nachwirkungen des Schockzaubers und den Anstrengungen, die es ihn gekostet hatte, den Dunklen Lord zu beschwichtigen.
"Woher …", fing er an, kam aber nicht weit.
"Vor einer halben Stunde kam eine Nachricht durch den Kamin geflattert. Ich hab sie aufgemacht."
Noch ehe er sich auf sie stürzen und ihr endlich den Hals umdrehen oder sie gar davon abhalten konnte, weiteres Unheil heraufzubeschwören, winkte sie mit einem Brief, der McGonagalls Unterschrift trug. Das Siegel mit dem Wappen des Schulleiters darauf war aufgebrochen und baumelte nutzlos in der Luft.
Snape starrte Hermine wortlos an. Einen Moment lang wusste er nicht, ob er nun noch wütender sein sollte als am Tag zuvor oder nicht. Sie handelte so selbstverständlich, dass es ihn erschreckte.
Ächzend wälzte er sich zum Bettrand und setzte sich auf. Hermine ließ ihn keine Sekunde aus den Augen. Er konnte ihre besorgten Blicke deutlich auf seinem Rücken spüren. Vielleicht war es aber auch nur ihr schlechtes Gewissen, das sie dazu brachte, ihren Fehler wiedergutmachen zu wollen.
"Ich hab dir frische Sachen ins Bad gelegt", sagte sie, ganz die brave Ehefrau, die Kaffeetasse direkt unter seine Nase haltend.
Er grunzte und schob unwirsch ihre Hand zur Seite. Ihm war nicht danach zumute, sie so einfach davonkommen zu lassen, ganz gleich, wie sehr sie sich ins Zeug legte, ihn zufriedenzustellen. Etwas in seinem Inneren rebellierte. Ein Schmerz ungeahnten Ausmaßes, der ihn davor warnte, auch nur einen Funken Gutes in ihrer Tat zu sehen.
Frisch geduscht und angezogen kam er aus dem Bad. Hermine erwartete ihn mit ihrer zwischen die Zähne geklemmten Lippe auf dem Bett sitzend.
"Denkst du, sie werden die Schule jetzt bis zum Herbst schließen?", fragte sie vorsichtig.
Ihre Worte ließen ihn frösteln. Der Gedanke war selbst für ihn beunruhigend, nachdem er all die Jahre über hier gelebt und gearbeitet hatte.
"Das kann ich dir nicht sagen", antwortete er kühl.
"Aber du und Dumbledore, ihr habt doch fest damit gerechnet, dass ..."
Er funkelte sie zornig an und Hermine verstummte.
"Solltest du dich nicht langsam fürs Frühstück fertig machen?"
Sie zuckte mit den Achseln.
"Wozu? Der Unterricht fällt bis auf Weiteres aus."
"Das weiß ich. Trotzdem könnte es nicht schaden, wenn du dich hin und wieder bei deinen Freunden blicken lässt. Oder dachtest du, wenn er nicht mehr hier ist, würde alles so weitergehen wie bisher?"
"Nein. Ich habe nur nicht damit gerechnet, dass offenbar keiner einen Plan hat, wie es jetzt weitergeht."
"Wirklich", bemerkte er zynisch. "Falls es dir entgangen ist, Albus und ich hatten einen Plan, bis du angefangen hast, einzugreifen."
Hermine stemmte protestierend die Hände in die Hüften. Sie schien gegen jegliche Anschuldigung seinerseits gewappnet zu sein.
"Ich weiß, ich weiß. Du bist sauer. Das verstehe ich, Severus. Aber ich habe eine ganze Reihe an Gründen ausgearbeitet, die mein Handeln rechtfertigen. Es könnte nicht schaden, wenn du sie dir bei Gelegenheit einmal ansiehst."
Nur einen winzigen Moment später war sie aus dem Bett gesprungen und hielt ihren Zauberstab in der einen und ein ellenlanges Stück Pergament in der anderen Hand.
"Hier, sieh dir das an", sagte sie und richtete die Spitze des Stabs der Reihe nach auf die verschiedenen Überschriften.
"Was soll das sein?", fragte er und rümpfte die Nase. Es irritierte ihn, wenn sie so geschäftig wie in seinem Klassenzimmer vor ihm stand und dabei nichts anhatte.
Hermine stieß einen dramatischen Seufzer aus. Ihre braunen Augen blickten eindringlich zu ihm empor.
"Das sind die wichtigsten Beispiele, die belegen, dass mein Handeln absolut zu rechtfertigen ist. Hier unten hast du sogar eine Auflistung sämtlicher Kollegen und Ordensmitglieder, die mit großer Wahrscheinlichkeit derselben Meinung wie ich sein würden, wenn sie wüssten, was ihr geplant hattet."
Ungläubig reckte er den Hals nach vorn und ließ seine Augen zwischen ihr und dem Blatt Pergament umher huschen. Es war unmöglich, dass er richtig gehört hatte. Nicht lange darauf musste er seinen ersten Eindruck jedoch revidieren. Sie hatte wie immer ganze Arbeit geleistet. Nicht im Traum wäre ihm eingefallen, dass jemand so akkurat aufzeigen könnte, wie sein Leben als Mörder Dumbledores ausgesehen hätte.
„Unter Berücksichtigung deiner bisherigen Beliebtheitsskala unter den Lehrern habe ich ein paar ganz einfache Berechnungen angestellt. Hier, siehst du? Wenn du wüsstest, wie oft dich gewisse Schüler alleine in den Monaten, die wir zusammen waren, auf dem Papier ausradiert haben, wüsstest du, was ich meine."
Er schnaubte abfällig.
„Das überrascht mich nicht."
Als ob er jemals Wert darauf gelegt hätte, sich irgendwo beliebt zu machen.
„Mag sein", sagte Hermine unbeirrt und deutete ein Stück weiter nach unten.
Snape würgte. „Remus Lupin und Molly Weasley?", brachte er heiser hervor. „Was zum Teufel hat Molly Weasley damit zu tun, ob ich Albus ermordet habe oder nicht?"
„Oh, jede Menge. Sie wäre sehr enttäuscht von euch, wenn sie wüsste, was ihr vorhattet."
„Sicher doch. Und das alles nur, weil -"
„Weil diese Tat alle nur erdenklichen Zauberer gegen dich aufgebracht hätte, die bisher mehr oder weniger auf deiner Seite standen. Denk doch nur mal darüber nach, wie sie dich jetzt behandeln würden, wenn du es tatsächlich getan hättest, Severus."
Seine Lippen kräuselten sich gehässig. Er hatte schon lange keine so fadenscheinige Ausrede mehr gehört. Ganz zu Schweigen davon, dass auf der anderen Seite der Skala jene zu berücksichtigen waren, die sich nun über ihn lustig machen konnten, weil er in der Gunst des Dunklen Lords erheblich gesunken war.
Langsam faltete er das Pergament zusammen und warf es aufs Bett.
„Mit anderen Worten, du willst damit ausdrücken, ich sollte dir dankbar sein, dass es nicht dazu gekommen ist."
Es wurde still. Für etliche Sekunden standen sie sich gegenüber und sahen sich an. War denn immer noch nicht offensichtlich, dass sie ihm damit vielleicht sogar das Leben gerettet hatte?
„Was wäre so falsch daran?", fragte sie voller Inbrunst. „Du hast mich gebraucht und ich war für dich da."
Er schüttelte den Kopf.
„Ich habe dich nicht gebraucht. Albus hat mich gebraucht ..."
Hermine nahm die Hand hoch und legte ihre Finger auf seine dünnen, vor aufwallendem Zorn vibrierenden Lippen. Sie ertrug es nicht, ihn so reden zu hören.
„Du denkst, ich hatte kein Recht, mich einzumischen, Severus. Aber du irrst dich. Dumbledore hatte nicht das Recht, so etwas von dir zu fordern. Das ist mein letztes Wort dazu."
Wie so oft sah er sie einfach nur an, die schwarzen Augen distanziert und berechnend auf die ihren gerichtet. Sie hielt seinem Blick stand.
„Ich muss gehen", sagte er irgendwann und schob sich an ihr vorbei.
Instinktiv griff sie nach seinem Arm und hielt ihn zurück. Sie streckte sich zu ihm hoch und küsste ihn. Snape schluckte hörbar.
„Ich werde nach dem Frühstück noch einmal herkommen und nach dir sehen", sagte sie frei heraus. „Und wenn eure Sitzung länger dauert, werde ich auch danach noch einmal kommen. Bis dahin hoffe ich, hast du wenigstens einen meiner Gründe begriffen."
Sie ließ von ihm ab und flitzte ins Bad, die buschigen Haare auf den Schultern wallend.
Snape sah ihr mit rätselhafter Miene nach, bis die Tür hinter ihr ins Schloss fiel. Es war schwer zu sagen, ob sie begriffen hatte, was sie ihm damit angetan hatte. Der Dunkle Lord jedenfalls war keinesfalls zufrieden mit ihm. Albus auch nicht.
