Disclaimer: Die tolle Twilight Saga gehört Stephenie Meyer und nicht mir, leider ...
Edwards Pov
Mum schließt die Haustür auf und ich trete hinter ihr in das warme Wohnzimmer. Ich ziehe die schwarze Winterjacke aus und hänge sie zu den anderen an die Gaderobenhaken. Wir haben zwar gerade mal 22 Uhr, aber Jasper und Alice verabschieden sich trotzdem schon und steigen die Treppe hinauf in ihre Zimmer.
Esme geht nur bis zur ersten Stufe. „CARLISLE?"
„OBEN," ruft Dad herunter und Mum joggt die Treppe hinauf.
Ich überlege, ob ich ihr folgen soll, aber denke dann, dass meine Eltern auch mal etwas Privatsphäre verdient haben. Rosalie ist sicher in ihrem Zimmer und jammert vor sich hin. Ich bleibe lieber erst mal im Erdgeschoss. Etwas müde setze ich mich auf unser Sofa und schalte den Fernseher ein.
Nachdem ich einige Minuten damit zugebracht habe, die Kanäle zu wechseln und mich über die Nachrichten und Talkshows auf zu regen, höre ich die Treppenstufen knarren. Als ich meinen Kopf in die Richtung drehe, sehe ich Dad mit seiner Tasse in der Hand herunter kommen. Unsere Blicke treffen sich, er geht in die Küche und ich widme mich wieder der langweiligen Talkshow auf ABC.
Nach ein paar Minuten kommt er zurück und setzt sich mir gegenüber. Ich schalte den Fernseher aus und rücke ein Stück nach vorne.
Er seufzt. „Ward ihr jagen?"
Ich nicke. „Ja! Mum hat ein fettes Wildschwein gerissen und ich leider nur einen kleinen Hasen. Aber der war auch nicht schlecht!"
Dad grinst. „Nur einen Hasen? Du? Wie kommt das denn?"
Frustriert zucke ich mit den Schultern. „Ich war abgelenkt!"
„Und mit was," fragt er erstaunt zurück.
Ich fummele an meinen Fingern herum und sehe ihn dann grinsend an. „Ich war mit meinen Gedanken bei meiner Lieblingsschwester!"
Dad lacht und schüttelt den Kopf. „Aprospos ... Ich denke, sie ist noch wach. Also kannst du gleich zu ihr gehen und dich bei ihr für die Schlampe und deinen Ausraster im Flur entschuldigen! Und ich glaube, sie hat dir auch noch etwas zu sagen!"
Ich grinse. „Geht klar, Dad!"
„Und," sagt er mit hoch gezogener Augenbraue. „Ihr beide werdet Morgen Nachmittag meinen Mercedes waschen und polieren. Innen und Außen! Und zwar im Team-Work, nur ihr beide!"
Ich öffne meinen Mund, um zu protestieren, doch eine erhobene Hand hält mich davon ab. Ich schließe meinen Mund wieder. „Okay!"
„Gut," sagt er nickend. „Ich gebe euch Morgen weitere Instruktionen. Vorher fahre ich mit Rosalie zu Chief Swan, damit sie sich entschuldigen kann."
Er steht wieder auf, nimmt mir die Fernbedienung aus der Hand und wirft sie auf das andere Sofa, damit ich nicht dran komme. Dann klopft er mir auf die Schulter. „Geh zu deiner Schwester, Edward. Ich denke sie könnte jetzt etwas brüderlichen Beistand gebrauchen!"
Diesmal unterdrücke ich ein Lachen und stehe auf. Ich gehe kurz zu meiner Jacke, fingere die Autoschlüssel heraus und renne dann die Treppe hinauf, um meine Schwester vielleicht etwas zu piesacken.
Etwas zögerlich klopfe ich an ihre Zimmertür und warte.
„Herein," sagt sie leise und ich öffne die Tür einen Spalt, um meinen Kopf hindurch zu stecken.
Der Raum ist dunkel und die Vorhänge zu gezogen. Der Laptop ist aus und die Musik auch. Rosalie liegt auf ihrem Bett, auf dem Bauch versteht sich und hat mir den Kopf zugewandt.
„Kann ich rein kommen, Rose," frage ich leise.
Sie stützt sich mit den Unterarmen auf dem Laken ab. „Ja, komm rein und mach die Tür zu, okay?"
Langsam trete ich in ihr Zimmer und schließe die Tür hinter mir. Ich gehe zu ihrem Schreibtisch, der unter dem Fenster steht, packe den Stuhl an der Lehne und rolle ihn vor ihr Bett. Als ich mich setze, grinst sie. „Das werde ich sicher ein paar Tage nicht können, Ed!"
Jetzt bin ich es der breit grinst und den Kopf schüttelt. „Selbst Schuld. ... Tut's sehr weh?"
Sie verdreht die Augen. „Wie Hölle! Ich kann mich kaum bewegen. Was war die höchste Strafe, die du jemals von ihm bekommen hast?"
Mein erster Gedanke ist, dass sie das rein gar nichts angeht! Aber in dieser Situation, tut es ihr vielleicht gut, wenn sie sieht, dass sie nicht alleine mit ihrem Dilemma ist.
„Puh," überlege ich und reibe mir das Kinn. „Die Sache nach dem anderen Vampir Clan war schon ziemlich heftig, aber ich glaube, das habe ich irgendwann noch getoppt ...!"
Während ich grübele, trete ich meine Schuhe von den Füßen und lege sie auf die Bettkante. Rosalie hebt ihre lila farbene Decke hoch und ich kuschele meine kalten Füße in ihr warmes Bett. „Danke."
„Kein Problem," sagt sie Schulter zuckend und sieht mich immer noch interessiert an.
Dann fällt mir die Geschichte wieder ein und ich muss lachen. Ich verschränke die Arme vor der Brust. „Ich weiss es wieder! Ich hab mal ein Auto geklaut, ein paar Runden gedreht und damit einige Gegenstände demoliert."
Sie sieht mich überrascht an. „Das passt zu dir!"
„Danke!"
„Wem gehörte das Auto?"
Klar, dass sie das jetzt fragt ...
Ich grinse breit. „Dem Direktor. Es war eine rote Corvette ... Nagelneu und so blank geputzt, dass du dich drin spiegeln konntest ..."
„Wieso hast du den Wagen von Richfield geklaut, du Depp," fragt sie mit offenem Mund und dreht sich ein Stück auf die Seite, nur um leise zu jammern und sich dann wieder auf den Bauch fallen zu lassen.
Ich zucke die Schultern. „Weil ich Richfield zu dem Zeitpunkt nicht leiden konnte! Und der Sportwagen verdammt heiss aus sah!"
„Okay ... wie sah die Strafe aus?"
„Ich müsste noch erwähnen, dass Dad mich aus dem Knast geholt hat in dieser Nacht! ... 40 mit der Hand und 50 mit dem Gürtel. Eine Woche Stubenarrest und ich musste etwas zu der Reparatur des Wagens beisteuern. Ich konnte eine Woche nicht sitzen, aber dafür hat er mich die ersten zwei Tage krank geschrieben, damit in der Schule nichts auffällt!"
Rosalie hat den Mund so weit aufgerissen, dass ich glaube ihre Mandeln sehen zu können. „Wow," kommentiert sie meine Geschichte. „Da hab ich ja noch ziemliches Glück gehabt. ... Hat er dir schon gesagt, dass wir den Mercedes waschen sollen?"
Ich bewege meine Beine etwas und nicke. „Ja, Morgen Nachmittag und vorher fahrt ihr zu Swan! ... Rosalie, ich ... es tut mir leid, dass ich dich eine, du weißt schon, genannt habe. Und dass ich dich fast umgebracht habe."
Sie seufzt. „Und mir tut es leid, dass ich dich immer so trietze, nach, du weißt schon und ich dich erpresst habe, Edward! Das war verdammt gemein! Entschuldige!"
„Ja, das wars," sage ich ernst und bekomme einen Tritt von ihr unter der Decke.
„Hast du noch Hausarrest oder so was," frage ich nach ein paar Minuten.
Zu meiner Verwunderung schüttelt sie den Kopf. „Nein, Dad hat gesagt die 70 Schläge reichen aus, um mir meine Fehler vor Augen zu führen. Außerdem darf ich ja Morgen mit dir zusammen seinen Wagen waschen und das ist schon Strafe genug!"
Diesmal trete ich sie unter der Decke und wir beide lachen.
Es klopft an der Tür und Dad steckt seinen Kopf durch den Spalt. Er hat sich umgezogen – Trainingshose und roter Nike Pullover mit Kapuze. „Alles okay hier?"
Wir drehen uns zu ihm um und nicken grinsend. Er tritt in das Zimmer, aber lässt die Tür einen Spalt offen. „Ich habe hier ein Eispack, wenn-"
„Ich, hier," brüllt meine Schwester und reckt sofort ihre Hand zu unserem Vater hinüber. Ich lache und Carlisle holt das blaue Pack hinter seinem Rücken hervor. Ich ziehe meine Füße unter der Decke zurück, stelle sie auf den Teppich und er setzt sich auf die Bettkante. Rosalie lehnt sich etwas zur Seite und zuckt wieder. „Danke, Dad."
Ich schüttele den Kopf. „Dad, du weißt schon, dass das jetzt unfair ist, oder?"
Er hält das Eispack vor Rose Gesicht. „Versprichst du mir, dass du nie wieder deinen Bruder erpressen wirst oder ihn zu etwas zwingen wirst, was er nicht will?"
Ich verschränke abwartend die Arme vor der Brust und Rose fixiert das Pack. „Ja, Sir! Ich verspreche es!"
Carlisle nickt lächelnd und zieht die Bettdecke zurück. Dann hebt er die Unterhose ein Stück an, um sich noch mal ein Bild von den Striemen, die der Gürtel hinterlassen hat, zu machen. Ich beuge mich still ein Stück nach vorne, um ebenfalls aus Neugier einen Blick auf den ledierten Hintern von Rose zu werfen, doch werde sofort durch ein Knurren von Dad zurück gepfiffen.
„Sorry," sage ich grinsend und drehe mich in Richtung Tür. Ich höre einen kleinen Schrei von meiner Schwester und beruhigende Worte von Carlisle. Als nächstes das Rascheln der Bettwäsche. Als ich wieder hin sehe, hat er sie bereits wieder zugedeckt und drückt ihr einen Kuss auf die Stirn. „Schlaf gut, Schatz."
„Nacht, Dad!"
Er gibt mir einen Wink mit der Hand, während er die Tür öffnet. „Komm, lass sie jetzt schlafen, Edward!"
Ich stehe auf und stelle den Stuhl wieder zurück an den Tisch. Dann schalte ich das Licht aus und wünsche meiner Schwester ebenfalls eine Gute Nacht.
Tbc ...
AN: Armer Edward ... Leider hat es nur für einen dämlichen Hasen gereicht, lol ... So wie es scheint, haben sich die Geschwister wieder lieb :) Mal sehen wie lange dieser Frieden noch anhält! Danke fürs Lesen und Reviewen! Ihr seid super, Leute! Eure Vanessa
