Noch ein Nachtrag zu den letzten Kapiteln: Verhütung ist wichtig und ein Baby ist das geringste, was man sich einfangen kann. Außerdem sind die zwei erwachsen. Ich dahcte, ich merke das hier mal an… nur damit man nicht denkt ich bin verantwortungslos ;-)
Heute gibt's was für Romantiker – viel Spaß!
25. Kapitel
Draco saß in Andromedas Küche und beobachtete Teddy, wie er mit einigen Quidditch-Puppen spielte. Die Puppen zischten auf ihren Besen um ihn herum. Teddy hatte sie ihm gleich als er angekommen war stolz gezeigt. Die Puppe seiner Tante Ginny war ihm am liebsten.
Andromeda stellte eine Tasse Tee vor ihn. „Warum bist du hier, Draco?" Sie klang nicht unfreundlich, nur neugierig.
Er wandte sich seiner Tante zu. „Ich wollte dich etwas fragen." Dann verstummte er. Andromeda sah ihn aufmunternd an, aber er sagte eine Weile nichts mehr. Sein Blick war in die Teetasse versunken.
„Draco?" Draco schreckte auf. Röte breitete sich über seine blassen Züge aus. „Astoria ist schwanger."
Andromedas Augenbrauen wanderten in ihren Haaransatz. „Ist es von dir?" Draco starrte wieder in seine Teetasse. Bedächtig nickte er.
„Oh." Schweigen breitete sich wieder aus. „Draco, es gibt unendliche Möglichkeiten in dieser Situation, warum du Rat benötigst. Könntest du mir etwas mehr erzählen?"
Draco hob den Kopf, wich aber ihrem Blick aus. „Ich habe ihr angeboten, sie zu heiraten. Aber sie ist zu durcheinander um eine Entscheidung zu fällen. Ich kann das verstehen, aber ..." Hilflos hob er die Hände.
Andromeda sah gedankenverloren auf ihren Neffen. „Liebst du das Mädchen?" Dracos Gesicht wurde noch dunkler, aber er nickte.
„Hm, liebt sie dich?" Immer noch den Blick in seine Tasse versenkt, zuckte er mit den Schultern. „Manchmal dachte ich es, aber dann …"
Andromeda seufzte. „Draco, ich denke, du solltest mir erzählen, was passiert ist. Dann kann ich dir vielleicht besser helfen."
So begann Draco zu erzählen. Wie sie Freunde wurden und wie es dann in etwas anderes überging. Wie sie verschwand, nach der Nacht, in der er sie geschwängert hatte.
Seine Tante sah ihn besorgt an. „Astoria hat Angst, Draco. Hast du ihr gesagt, dass du sie liebst?"
Mit gesenktem Kopf verneinte er. „Ich habe Angst, dass es sie ganz überfordert. Vor allem, wenn sie meine Gefühle nicht erwidert."
Andromeda nickte. „Das klingt vernünftig. Aber Draco, wie soll sie sich für etwas entscheiden, von dem sie nicht weiß, was es beinhaltet? Im Moment denkt sie, du möchtest sie heiraten, weil es das Richtige in dieser Situation ist. Das wird sie wahrscheinlich nicht davon überzeugen, dass es das Richtige für sie ist. Aber wenn du ihr sagst, dass du sie liebst – dann klingt das nach einer Basis für eine Ehe."
Draco sah sie zum ersten Mal an. „Und wenn ich sie dann ganz verliere?" Andromeda lächelte. „Nein, Draco. Glaube mir, das wirst du nicht! Aber du kannst alles gewinnen!"
Sie seufzte. „Weißt du, damals als Ted anfing mir den Hof zu machen, da hatte ich schreckliche Angst. Und es kam auch genau so, wie ich es befürchtet hatte: Meine Familie enterbte mich und ich habe meine Eltern nie wieder gesehen. Meine Freunde mieden mich und selbst meine Schwestern gingen auf Abstand. Himmel, Bella versuchte mich umzubringen! Ich verlor alles, was ich kannte. Aber ich gewann das Schönste, was man sich vorstellen kann. Ted hat mir ein ganz neues Leben geschenkt – voller Liebe und Fürsorge, Lachen und Glück. Und das war es Wert!"
Draco sah seine Tante erstaunt an. Sie sprach nie von ihrem toten Ehemann.
„Draco, kämpfe um sie. Verführ sie und mache ihr den Hof. Du hast einen unendlichen Vorteil vor allen anderen: Sie trägt dein Kind unter dem Herzen. Das wird euch auf ewig verbinden. Nutze das gut!"
Draco nickte entschlossen. „Du hast recht! Ich werde nicht so leicht aufgeben!"
ooo
Anja hatte ihr eine Nachricht geschickt mit der Geburtsanzeige ihrer kleinen Tochter Natascha und einer Einladung.
Astoria wusste, sie konnte ihrer Freundin nicht auf ewig ausweichen. Aber die Aussicht das Neugeborene zu sehen, machte sie nervös. Sie hatte ihr dann doch geantwortet und nun stand sie vor Anjas kleinem Reihenhaus.
„Tori!" Anja umarmte sie herzlich. „Komm' rein! Die Kleine schläft gerade! Aber das hält nie lange an. Lass uns in die Küche gehen. Möchtest du Tee?"
Astoria folgte Anja in die Küche. Dort musterte Anja sie von oben bis unten. „Um Himmels willen! Was ist denn mit dir passiert? Du siehst ja schrecklich aus!"
Astoria traten Tränen in die Augen. „Ach, Anja. Ich bin schwanger!" Sie ließ sich in einen der Stühle plumpsen und vergrub das Gesicht in ihren Händen. Anja nahm ihr gegenüber Platz. Sie zog Astoria die Hände vom Gesicht und schaute ihr in die Augen.
„Von dem gut aussehenden Klienten?" Astoria nickte. Anja seufzte. „Dann erzähl' mal von vorne!"
Astoria fühlte sich erleichtert, nachdem sie Anja alles erzählt hatte. Diese sah sie etwas verwundert an. „Aber er benimmt sich ja perfekt. Wo ist dann das Problem?"
Astoria schüttelte den Kopf. „Es hat ja auch nichts mit seinem Verhalten zu tun. Aber eine Beziehung mit ihm wird schwierig werden, und wenn er mich nicht liebt ..."
Anja schüttelte energisch den Kopf. „Wieso sollte er dich nicht lieben? Hat er dir nicht wochenlang Briefe geschickt? Was geht nur in deinem Kopf vor, Tori? Wenn er dich nicht lieben würde, hätte er nicht einen Brief mehr an dich verschwendet, sondern sich ein anderes Betthäschen gesucht!"
Astoria sah Anja mit großen Augen an. In diesem Moment hörten sie Natascha schreien. Anja war sofort auf den Beinen. Astoria folgte ihr gedankenverloren.
Dann sah sie das erste Mal das Baby und alle Gedanken an Draco waren wie weggefegt. Sie würde bald auch so ein kleines Wesen in den Armen halten. Eines, das ihres war!
ooo
Astoria ließ sich müde auf das Sofa fallen. Der Tag war anstrengend gewesen. Kaum hatte sie die Füße auf die Lehne gelegt, hörte sie das Feuer im Kamin rauschen.
Kurz darauf spürte sie Draco neben sich. Sie war zu müde, um die Augen zu öffnen. „Geht es dir gut, Astoria?" Dracos Stimme klang besorgt. Sie öffnete kurz die Augen. „Müde." Etwas Buntes in seiner Hand ließ ihren Blick dorthin gleiten. „Blumen?"
Draco zuckte verlegen mit den Schultern. „Ich dachte, du würdest sie mögen." Astoria lächelte ihn an und schwang die Beine wieder auf den Boden. Sie fühlte sich schon weniger müde. „Sehr sogar!" Sie nahm ihm die Blumen ab und lief in die Küche um sie in eine Vase zu stellen.
Draco trat hinter ihr in die Küche. „Außerdem habe ich Essen mitgebracht!" Astoria drehte sich erstaunt um. „Und außerdem kommt später noch ein Hauself und räumt alles auf und ich bekomme meine Füße massiert?"
Draco lachte. „Nein, kein Hauself, aber ich biete mich für die Massage an." Astorias Augen wurden groß, aber sie drehte sich schnell wieder zu den Blumen. „Ich komme darauf zurück."
Draco stellte das mitgebrachte Essen auf den Tisch. „Meine Mutter hat Braten gemacht." Astoria drehte sich grinsend um. „Ah, Mama hat gekocht!" Sie holte gut gelaunt Teller und Besteck und sie setzten sich.
Draco begann von seinem Tag zu erzählen, während sie aßen. Astoria entspannte sich. Behaglich streckte sie ihre Füße aus. So sollte es immer sein. Der Gedanke alarmierte Astoria. War es das? Wollte sie das für immer?
Unauffällig musterte sie Draco von der Seite. Er schien vollkommen gelöst. Seine kalte Maske, die er in der Öffentlichkeit trug, war verschwunden. Stattdessen erzählte er mit lebhafter Mimik von seinem kuriosen Chef.
Nach dem Essen wechselten sie ins Wohnzimmer. Astoria setzte sich auf das Sofa. Draco schnappte sich ihre Beine und legte sie sich auf seinen Schoß. Dann zog er ihr die Schuhe und Strümpfe aus.
Astoria war es ein wenig unangenehm. „Du musst das nicht machen!" Draco lächelte nur und fuhr mit seinem Daumen ihre Fußsohle entlang. Eine Gänsehaut zog sich Astorias Bein hinauf.
Sie schloss die Augen und entspannte sich. Dracos Finger kneteten am Anfang kräftig, dann wurden seine Hände sanfter. Er strich ihre Füße entlang, ihre Wade hoch und wieder hinunter.
Astoria hatte das Gefühl, das sie etwas sagen sollte, aber es fühle sich so gut an. Und was sollte auch schon passieren? Ihre Situation war schon verfahren. Egal, was passierte, es würde nicht schlimmer werden.
„Astoria?" Dracos Stimme war sanft. Langsam öffnete sie die Augen. Er sah sie mit einer liebevollen Ernsthaftigkeit an. Einen Augenblick verlor sie sich regelrecht in seinen grauen Augen.
„Es wird langsam spät. Ich sollte gehen. Brauchst du noch etwas, bevor ich gehe?" Er fragte jeden Abend bevor er ging das Gleiche. Aber heute verspürte Astoria ein unangenehmes Ziehen in ihrem Magen bei dem Gedanken, dass er gleich gehen würde. Leise sagte sie: „Bleib!"
Sie konnte das Erstaunen sehen, aber auch noch andere Gefühle. Er lächelte sie an, dann wandte er sich wieder ihren Füßen zu und begann sie wieder zu massieren. Erleichtert schloss Astoria ihre Augen wieder und genoss die Gefühle, die er in ihr weckte.
„Ich liebe dich, Astoria!" Er hatte ruhig gesprochen, als würde er über das Wetter reden. Deshalb begriff sie auch erst einen Moment später, was er wirklich gesagt hatte. Sie öffnete die Augen und sah Dracos Profil.
„Draco?" Er sah zu ihr und sie konnte Unsicherheit in seinen Augen flackern sehen. Ein warmes Gefühl durchzog sie, von ihrem Magen bis zu ihren Zehen. „Möchtest du auch etwas trinken?"
Sie war ein Feigling. Wieso konnte sie es ihm nicht sagen? Seine Augen wurden kalt. Das Lächeln auf seinem Gesicht gefror.
ooo
Draco spürte, wie ihm kalt wurde. Astoria schwang ihre Beine auf den Boden und stand auf. Er sah auf ihren Rücken und spürte, wie etwas in ihm aufbrach.
Die letzte Woche war er jeden Abend zu ihr gegangen. Sie hatten gemeinsam gegessen und danach im Wohnzimmer über alles geredet, was sie bewegte. Hatten ihr Leben geteilt, wie ein Ehepaar. Jetzt wollte sie, er solle die Nacht hier verbringen. Draco hatte gehofft, sie hätte sich endlich für ein richtiges Leben mit ihm entschieden.
Aber scheinbar hatte er sich getäuscht. Sie wollte diese Charade, dieses Abziehbild einer Beziehung auf die Spitze treiben.
„Das geht so nicht!" Seine Stimme klang harsch. Astoria blieb in der Bewegung stehen und drehte sich dann langsam zu ihm. Sie sah verletzt aus.
Wieso, bei Merlin, sah SIE verletzt aus? Er hatte ihr seine Liebe gestanden und sie wollte Tee kochen! Seit er von dem Baby erfahren hatte, hatte er versucht, ihr alles recht zu machen. Aber das hörte jetzt auf!
„Was willst du, Astoria? Ehepaar spielen ohne die dazugehörigen Verpflichtungen? Wir können nicht weiter Vater-Mutter-Kind spielen und so tun als ob!"
Er konnte sehen, wie ihr die Tränen in die Augen schossen. Draco hatte es satt, dass sie immer unglücklich war, egal was er machte!
„So habe ich das doch nicht gemeint!" Ihre Stimme klang kraftlos, verzweifelt. Die Tränen liefen ihr nun die Wangen hinab.
Draco straffte die Schultern. Er würde gehen. Sie zu trösten würde zu nichts führen. Nur dazu, dass sie auch weiterhin in dieser Traumwelt leben würden.
„Du hast es vielleicht nicht so gemeint, aber so ist es. Und ich werde nicht länger bei diesem Spielchen mitmachen! Du erwartest ein Kind, MEIN Kind! Und dieses Verhalten wird der Situation nicht gerecht! Das Kind braucht Eltern, echte Eltern und nicht das hier!"
Astoria riss die Augen auf, dann sackte sie plötzlich zusammen. Sie rollte sich auf dem Boden zusammen und schluchzte herzzerreißend. Draco starrte auf sie hinab. Der Gedanken, dass er eigentlich hatte gehen wollen, war sofort verschwunden.
Er war nicht so herzlos. Er konnte nicht die Frau, die er liebte, so verzweifelt zurücklassen. Vorsichtig kniete er neben ihr auf den Boden und legte ihr eine Hand auf den Rücken. „Astoria!"
Sie hob den Kopf und dann warf sie sich regelrecht in seine Arme. „Draco, ich kann das nicht ohne dich!"
Er schlang seine Arme um sie und hielt sie fest. „Ich bin ja da!" Das schien Astoria ein wenig zu beruhigen. „Verlass' mich nie!" Draco seufzte. Würde so sein Leben aussehen? Würde er für immer in ihrem Schatten warten, bis sie ihn brauchte?
„Ich brauche dich, Draco!" Draco seufzte erneut. „Astoria, ich kann das nicht für den Rest meines Lebens! Du willst, dass ich dich nie verlasse, aber du willst mich nicht heiraten. Ich sage dir, dass ich dich liebe und du willst Tee trinken. Auch wenn ich dich nicht unter Druck setzen möchte, wirst du dich irgendwann entscheiden müssen!"
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Astoria wusste, dass er recht hatte. Und sie wollte ihn doch auch. Aber sie hatte so viel Angst. Aber zum ersten Mal hatte sie mehr Angst ihn zu verlieren, als vor einem gemeinsamen Leben mit ihm.
Sie löste sich ein wenig von ihm, damit sie ihm in die Augen sehen konnte. „Draco, es tut mir sehr leid. Ich bin ein fürchterlicher Feigling. Aber du hast recht. So geht das nicht weiter! Und es tut mir leid, dass ich deine Gefühle so missachtet habe!"
Astoria plapperte. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und sie spürte ihre Hände zittern. Sie holte tief Luft, dann sagte sie: „Ich liebe dich auch, Draco und ich will nicht mehr spielen, ich will, dass es echt wird!"
Sie konnte sehen, wie Dracos Augen schmolzen. Wie die Mauer, die er immer griffbereit hatte, zusammenbrach. Sie spürte, wie er sie fester an sich drückte. Dann waren seine Hände an ihren Wangen und er küsste sie fest und zärtlich. Astoria wurde ruhig und die Angst, die sie seit Wochen in ihrem Griff hatte, verschwand. Anstelle der Angst durchzogen sie Glück und Geborgenheit. Er liebte sie und sie liebte ihn und mehr brauchte es in diesem Moment nicht.
