sunny: Gut, dass du nicht aufhörst zu lesen. Auch wenn man seinen Leben nicht von einer Sucht bestimmen lassen sollte.
Overload
„Sara, warum sind wir noch mal hier?", fragte Nick erschöpft, als sie endlich auf der Spitze des Berges angekommen waren. Obwohl er seit Jahren in Vegas wohnte, war er noch nie hier oben gewesen.
„Sie dir den Ausblick an, dann weißt du warum." Sie konnte ihn nicht sagen, dass sie gespürt hatte, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung war. Also hatte sie ihn mit hierher genommen, um ihn abzulenken.
Nick sah sich um. Sara hatte Recht. Der Ausblick war gigantisch. Las Vegas war eine einzige Leuchtkugel.
„Kommst du öfters hierher?" Nick blickte immer noch auf die Stadt hinunter.
„Manchmal. Aber meistens habe ich keine Zeit.", antwortete Sara und breitete eine Decke aus, wo die Beiden sich raufsetzten konnten.
Nick nahm dankend platz. Seine Füße taten weh und er war ganz schön aus der Puste. Er hatte vorher nicht gewusst, wie anstrengend es sein würde hier rauf zu kommen. Ehrlich gesagt, hatte er überhaupt nicht gewusst, dass Sara ihn hierher entführen würde.
Er konnte nicht ahnen, dass Sara ziemlich erleichtert war, dass er mitgekommen war. Nicht jeder würde mit ihr einen Berg besteigen.
„Ist alles in Ordnung?", fragte Sara sanft.
„Ja, warum fragst du?"
Sara suchte nach den richtigen Worten. Als sie diese nicht fand, sagte sie: „Du siehst so traurig aus."
Nick blickte sie mit der Stirn runzelnd an. „Wirklich?"
„Ja.", erwiderte Sara und blickte ihm ins Gesicht.
Nick wandte seinen Blick von ihr ab und betrachtete wieder die Stadt. „Der Fall heute hat mir nur zu schaffen gemacht. Das ist alles."
„Oh, okay.", antwortete Sara unsicher. Ihre Stimme wurde fester als sie sagte: „Wenn du reden willst, werde ich zu hören."
Nick versuchte zu lächeln. „Ich will nicht reden, Sara."
„Das ist in Ordnung. Ich wollte nur, dass du das weißt.", sagte sie ihm.
Nick sah sich um. Die Dunkelheit hinter ihnen stand ihm vollkommenen Kontrast zu der Glitzerstadt vor seinen Augen.
Er stützte sich mit den Ellenbogen ab, sodass er halb auf der Decke lag.
„Und nur um mir das zu sagen, bist du mit mir, diesen Berg rauf gestiegen?", fragte er Sara etwas skeptisch.
„Nein, ich wollte nur die Aussicht genießen." Beide wussten, dass es eine Lüge war.
„Die ist wirklich großartig, aber weißt du was noch viel besser ist?"
Sara schüttelte mit dem Kopf. Nick lächelte sie an und sagte: „Leg dich hin."
Sara sah ihn entsetzt an. Als sie nichts weiter tat, als ihn so anzustarren, sah Nick sich gezwungen sie zu ermuntern. „Komm schon, vertraue mir."
Sara fiel zögerlich aus ihrer sitzenden Position in eine liegende.
"Und was jetzt?", fragte sie Nick, als sie ihren Kopf zu ihm drehe.
„Guck nach oben.", sagte er und zeigte zum Himmel.
Sara drehte ihren Kopf und erblickte unzählige Sterne. „Wow, das ist wirklich besser."
„Sag ich doch."
Sie schwiegen für lange Zeit. Sara erschrak sich etwas, als Nick auf einmal sagte: „Sara, danke, dass du zuhören willst."
Sie wendete ihren Blick wieder zu ihm. „Jederzeit."
Er räusperte sich. „Bist du sauer, wenn ich es dir nicht erzähle."
Sara schüttelte mit dem Kopf. Sie war sich nicht sicher, ob er es gesehen hatte, da er immer noch in den Himmel blickte, also antwortete sie: „Nein, ich verrate dir ja auch nicht alles von mir."
Nick musste zum ersten Mal heute wirklich lächeln. „Tust du nicht?", fragte er und tat entsetzt.
„Oh Gott, nein. Das Geheimnisvolle ist schließlich Teil meines Charmes."
Nick lachte kurz auf. „Ja, da hast du recht."
„Irgendwann werde ich es dir erzählen.", sagte Nick.
„Wirklich?", fragte Sara unsicher.
„Ja, vielleicht nicht heute Nacht", seine Stimme wurde leiser, „aber irgendwann."
Sara musste unweigerlich auch lächeln. Er fühlte sich besser und das machte sie ein Stück glücklicher.
