Disclaimer: Nix meins, alles Joannes und jetzt ruck zuck weiter zur Authors-Note
A/N: Vielen, vielen Dank dass ihr mir meinen Wunsch erfüllt und die 200-er Marke geknackt habt. Nein, nicht geknackt. Eher weggefegt, als wäre sie nichts. Ganz ehrlich, ich war mehr als geflasht, als sich gestern Abend nach Hause gekommen bin und gesehen habe, dass mein Outlook fast völlig verzweifelt zusammengebrochen ist. Ich habe das Grinsen den ganzen Abend nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Ihr seid der pure Wahnsinn. Laßt euch alle mal ganz doll knuddeln. Wie soll ich es bloß in der Reviewfreien Zeit bis zur Fortsetzung ohne euch aushalten? Ich muß wohl ab und zu eine Missing Scene schreiben, um nicht völlig durchzudrehen.
So, ich könnte jetzt noch ein Weilchen so weiterschwärmen, aber ich glaube, dann brecht ihr das lesen irgendwann ab und lest den Epilog, ohne hier oben fertig gelesen zu haben. Deshalb wünsche ich euch jetzt viel Spaß mit dem Epilog, der zeitlich etwa Anfang bis Mitte Juni spielt, also 6-8 Wochen nach dem Revanchespiel.
Ach ja: Nehmt es mir bitte nicht übel, dass ich diesmal nicht alle Reviews beantwortet habe, aber bei 58 Reviews in drei Tagen wäre das ein wenig zuviel für meine armen Tippfingerchen gewesen. Als Entschädigung gibt es dafür nach diesem Epilog noch ein Extrabonbon für euch, dass ich eigentlich nicht geplant hatte. Allerdings denke ich, dass es das mindeste ist, was ich tun kann, um mich bei euch für eure Treue zu bedanken.
Und jetzt viel Spaß mit dem Epilog und der Auflösung des Rätsels um den blauen Tennisball (der definitiv die richtige Farbe hat, wie ihr am Ende selber feststellen werdet)
Epilog – Ein ganz spezielles Interview
„Ich glaube, es wird so langsam Zeit, dass ich meine Belohnung für das gewonnene Spiel bekomme. Findest du nicht?"
Katie rollte sich herum und lag nun auf dem Bauch auf Olivers Bett und sah ihm zu, wie er an seinem Schreibtisch sitzend einen Haufen Fanpost beantwortete. Oliver hielt in seiner Arbeit inne, legte die Feder zur Seite und drehte sich zu ihr rum.
„Meinst du nicht, dass du in den letzten Wochen mehr als genug Belohnung bekommen hast?", fragte er sie verschmitzt lächelnd
„Nun ja", lächelte Katie zurück. „Nicht, dass ich was gegen diese Art von Belohnung hätte, aber..."
„Aber?", fragte er sie, kam jetzt zu ihr rüber und setzte sich zu ihr auf die Bettkante. „Was, aber?"
„Du weißt genau, was ich meine", antwortete sie und rollte sich wieder auf den Rücken, um besser zu ihm hochsehen zu können. „Ich meine das Interview, dass du mir noch schuldest"
Oliver lachte leise auf, als er das hörte
„Ich hatte irgendwie gehofft, dass du das inzwischen vergessen hast", gab er schließlich zu. „Aber da habe ich wohl scheinbar kein Glück, hm?"
„Nö", grinste Katie ihn an. „Das habe ich definitiv nicht vergessen. Also, sollen wir das Interview jetzt machen oder nachher?"
„Laß es uns jetzt machen", entschied Oliver. „Dann können wir uns schneller wieder den wirklich wichtigen Dingen widmen"
„Den wirklich wichtigen Dingen? Und was sollen das für Dinge sein, Mr. Wood?"
„Dinge wie diese hier, zum Beispiel"
Oliver beugte sich zu ihr runter und gab ihr einen langen, intensiven Kuß. Katie schlang die Arme um seinen Nacken und erwiderte ihn hungrig. Langsam aber sicher wechselte er in einen viel leidenschaftlicheren Kuß über, als Oliver eigentlich geplant hatte. Aber er ließ sich trotzdem gerne darauf ein. Er lag inzwischen, auf seinem linken Arm abgestützt, halb auf ihr. Seine rechte Hand fuhr langsam streichelnd von ihrem Oberschenkel zu ihrem Bauch, den sie unter einem figurbetonten, knallgelben Top versteckt hielt, rauf und runter. Er spürte, wie ihr immer wieder leichte Schauer durch den Körper jagten und sie leise aufseufzte. Oliver konnte sich ein überlegenes Lächeln nicht verkneifen. Er wußte inzwischen genau, wie er sie dazu bringen konnte, dass sie alles um sich herum vergaß. Und dieses Wissen nutzte er immer wieder gerne aus, wenn ihm gerade danach zumute war. Katie hatte inzwischen ihre Hände in seine Haare gewühlt und zog ihn noch näher zu sich ran, während Oliver jetzt langsam seinen rechte Hand, die mit kreisenden Bewegungen über ihren Bauch streichelte, unter ihr Top gleiten ließ. Katie zuckte daraufhin zusammen und brach den Kuß ab
„Stop", meinte sie atemlos, schob ihn langsam von sich runter und setzte sich auf. „Glaub bloß nicht, dass ich nicht merke, was du hier versuchst, mein Lieber. Erst machen wir dieses Interview. Und dann können wir mit dem weitermachen, was du gerade vorhattest"
Leicht frustriert rollte sich Oliver auf den Rücken und vergrub das Gesicht in den Händen
„Du bist ein ganz gemeines, kleines Biest, Katie Bell", grummelte er undeutlich durch seine Finger hindurch
„Ich weiß", meinte sie ungerührt und griff nach einem Blatt Pergament und ihrer Schnelle-Schreibe-Feder, die sie vorsorglich schon mal mitgebracht hatte. „Das ist ein natürliches Vorrecht der Frauen. Genau wie das Recht auf Migräne zu den unmöglichsten Zeiten und die Sucht nach Schuhen"
„Unglücklicherweise hast du damit auch noch recht", seuftze er und rieb sich müde über das Gesicht, bevor er zu ihr rübersah. „Also gut. Laß uns anfangen. Aber sei wenigstens fair, bei dem was du fragst und stelle mich nicht allzu bloß"
„Ich gebe mir Mühe", grinste Katie verschlagen. „Vergiss du bloß nicht, dass du mir vor Zeugen versprochen hast, auf alle meine Fragen ehrlich zu antworten"
„Mhhmm", brummelte Oliver und sah sie an. „Ich muß damals komplett wahnsinnig gewesen sein"
„Nein, nur ein wenig verzweifelt"
„Oder das", gab Oliver leicht schief grinsend zu. „Wie auch immer. Fang schon an"
„OK", antwortete Katie und brachte ihre Feder und das Pergament in Position. „Dann erzähl mal. Wann hast du das erste mal gewußt, dass du Quidditch zu deinem Beruf machen willst?"
„Hmm?", meinte Oliver und überlegte kurz, was er auf die Frage antworten sollte. „Irgendwie war der Wunsch, Profiquidditchspieler zu werden wohl schon immer unterbewußt da. Quidditch war mein ganzes Leben lang das einzige, was ich wirklich von ganzem Herzen getan habe. Es war immer das, was mein Leben begleitet hat. Aber wirklich gewußt habe ich es erst nach der Berufsbesprechung im fünften Jahr. Ich habe mir wochenlang sämtliche Prospekte über alle möglichen Berufe durchgelesen. Aber irgendwie bin ich immer wieder bei den Prospekten der Profiteams hängen geblieben. Meine Besprechung mit meiner Hauslehrerin hat dann sage und schreibe drei Stunden gedauert"
„Wieso das denn, wenn du schon genau wußtest, was du werden willst? War Professor McGonagall dagegen, dass du Profi wirst?"
„Nein. Ganz im Gegenteil. Sie war sofort Feuer und Flamme und wir haben lange darüber gesprochen, welches Team das richtige für mich ist und wann welche Tryouts und Probetrainings sind, an denen ich teilnehmen konnte. Sie hat mich wirklich unterstützt, wo sie nur konnte"
„Wirklich? Das ist uns anderen gar nicht so extrem aufgefallen"
„Das war auch volle Absicht. Ich wollte nicht, dass darüber unnötig gesprochen wird und ich am Ende als Versager dastehe, wenn es doch nicht klappt. Schließlich träumen diesen Traum sehr viele und er wird nur für einen kleinen Teil dieser Personen wahr"
„Heißt das, dass du zwischendurch immer mal wieder zu Probetrainings hin warst, ohne dass wir es bemerkt haben?", fragte Katie nun ungläubig und starrte ihn überrascht an
„Ganz genau das heißt es", bestätigte Oliver und sah sie breit grinsend an. „Ich war oft an den Hogsmeadewochenenden oder in den Ferien bei verschiedenen Teams und habe an einigen Trainings teilgenommen. Professor McGonagall hatte wirklich richtig gute Kontakte"
„Wow! Das haut mich jetzt um"
„Ihr habt gedacht, dass ich mich in das Kapitänsbüro einschließe und neue Verrücktheiten ausbrüte, mit denen ich euch das Leben schwer mache, hm?"
„Ja! Deshalb haben wir uns auch immer am späten Nachmittag, wenn du nirgends mehr zu sehen warst, noch im „Drei Besen" getroffen und uns gute Retourkutschen ausgedacht", gab Katie jetzt offen zu
„Habe ich gemerkt. Kreativität war schon immer eure Stärke"
„Yep, war es und ist es noch. OK, wie kam es dann letztendlich dazu, dass du nach Puddlemere gegangen bist? Oder anders gefragt, wieso hat Puddlemere dich genommen und die anderen nicht, wenn du bei mehreren Team Probetrainings hattest?"
„Um ehrlich zu sein, es war nicht so, dass nur Puddlemere mich wollte. Ich hatte mehrere Angebote und konnte mir praktisch das beste aussuchen"
„Von welchen Teams hattest du denn noch Angebote?"
„Caerphilly Catapults und Tutshill Tornados. Bei den Catapults wäre es sogar gleich ein Platz im Stammteam und nicht im Reserveteam gewesen"
„Und du bist trotzdem zu Puddlemere ins Reserveteam gegangen? Warum?"
„Weil Puddlemere das Team mit den größeren Erfolgen war. Sie spielten damals und auch heute noch immer an der Spitze mit und nicht im Mittelfeld oder am unteren Ende der Tabelle. Bei denen konnte ich das lernen, was ich brauchte, um später im Stammteam Erfolg zu haben und nicht nur einfach in der Mittelklasse mitzuspielen. Von daher war die Entscheidung für Puddlemere und gegen die Catapults gar nicht so schwer. Und die paar Reservejahre waren verdammt lehrreiche Jahre und gar nicht so übel"
„Ich habe im Laufe der letzten Monate immer mal wieder Leserbriefe mit Fragen bekommen, die ich dich fragen soll, wenn ich dich wirklich zu diesem Interview kriege. Hast du was dagegen, wenn ich ein paar davon frage?", fragte Katie ihn und wühlte von irgendwo her eine Liste mit Fragen hervor
Oliver sah skeptisch zu dieser Liste rüber. Er hatte so eine Ahnung, was das für Fragen waren, die dort standen. Wollte er auf diese Fragen wirklich antworten? Er sah Katie in die Augen und sah da nichts weiter als die abwartenden, unergründlichen Augen einer Reporterin. Seine Freundin mit den funkelnden und flirtenden tiefgrünen Augen war in diesem Moment nicht mehr im Raum. Seine Freundin hätte er von diesen Fragen vielleicht abbringen können; die Reporterin würde diese Fragen stellen. Das wußte er. Wenn nicht jetzt, dann später. Aber die Antworten würde sie kriegen.
„OK, Ms. Bell", antwortete er schließlich. „Ich komme ja doch nicht um die Antworten rum. Also, fragen Sie, was Sie fragen wollen"
„Sehr gute Antwort, Mr. Wood", grinste Katie ihn an und suchte ihre Liste nach der ersten interessanten Frage ab. „Das erspart uns viel sinnlose Zeit, die wir sonst mit diskutieren verplempert hätten. Also, hier möchte eine junge Dame gerne wissen, wie es vor und nach einem Spiel in der Puddlemerekabine so zugeht. Würde mich auch mal interessieren. Geht es da anders zu, als bei uns damals in Hogwarts?"
„Irgendwie nicht, aber irgendwie auch wieder doch. Bei den Profiteams gibt es ja neben dem Kapitän auch noch die Trainer. Also einen Headcoach und die vier Spezialtrainer für die einzelnen Positionen. Das heißt also, dass nicht nur ich als Kapitän mein Team vor dem Spiel noch letzte Anweisungen und Last-Minute-Infos über den Gegner gebe, sondern zusätzlich noch fünf weitere Leute"
„Die Armen. Du alleine kannst einen ja schon irre machen"
„Vielen Dank. Das nehme ich mal als Kompliment"
„War eigentlich nicht so gemeint"
Oliver sah Katie verdutzt an und diese zuckte ungerührt mit den Schultern
„Das ignoriere ich mal", meinte Oliver schließlich. „Wir machen das Team nämlich nicht vollkommen irre, sonst wären wir ja schließlich nicht so gut. Allerdings geht es auch bei uns schon mal recht übermütig her. Wir haben viel Spaß miteinander und sind ein recht gut eingeschworenes Team. Und nach einem Sieg wird natürlich zusammen gefeiert. Dann geht es in der Kabine zu, wie in einem Irrenhaus"
„Mit Champagnerdusche und Stripperinnen?", hakte Katie nach
„Ohne Stripperinnen", antwortete Oliver verschmitzt. „Aber die Idee ist gut. Das sollte ich vielleicht mal vorschlagen"
„He", fuhr Katie auf. „Vergiss nicht, dass du vergeben bist, Casanova"
„Werde ich nicht, keine Sorge", schmunzelte Oliver und warf ihr einen Luftkuß zu. „Dafür habe ich viel zu hart um dich kämpfen müssen"
„Das will ich dir auch geraten haben", drohte Katie ihm lachend. „Nächste Frage: Hast du deinen Status als berühmter Profispieler schon mal ausgenutzt? Zum Beispiel, um einen Platz in einem ausgebuchten Restaurant oder Hotel oder bei großen Events zu bekommen? Oder um Frauen rumzukriegen. He, die Fragen sind echt gut. Mich persönlich interessiert vor allem letzteres"
„Also, das mit der bevorzugten Behandlung bei Events oder in Restaurants kann man gar nicht verhindern. Manchmal will man gar nicht so behandelt werden, weil man sich immer noch wie der ganz normale Mensch fühlt, der man eigentlich ja immer noch ist. Aber es geht halt nicht. Im „La Magica", zum Beispiel, überschlagen sich die Kellner immer fast, sobald ich auch nur die Nase durch die Tür stecke. Da werden kurzerhand einfach Reservierungen von anderen gecancelt, damit ich einen Platz kriege. Und das ist mir dann wiederum so unangenehm, dass ich von mir aus wieder gehe. Wenn ich jetzt mal im „La Magica" bin, habe ich mir vorher von einem Bekannten unter einem anderen Namen einen Platz reservieren lassen. Dann weiß ich wenigstens sicher, dass niemand deswegen zu Hause bleiben muß, der eigentlich reserviert hat"
„Ist eine ziemlich faire Geste. Und was ist mit den Frauen?"
„Naja", grinste Oliver leicht verlegen und kratzte sich am Hinterkopf. „Ganz ehrlich?"
Katie nickte und sah ihn gespannt an. Was würde er jetzt sagen? Würde er die Wahrheit sagen oder würde er lügen, um sie nicht zu verärgern? Sie konnte es sich nämlich nicht vorstellen, dass er diesen Umstand nicht doch hin und wieder mal genutzt hat. Schließlich war auch er nur ein Mann und der hat von Natur aus seine Bedürfnisse.
„Ja", gab er schließlich zu. „Ich habe diesen Umstand genutzt. Nicht oft, aber es gab ein paar Frauen, die den Quidditchprofi Oliver Wood erobern wollten und für die eine oder andere Nacht haben sie es auch geschafft. Es war aber nie einen von ihnen bei mir zu Hause. Wir waren immer entweder bei ihnen oder in einem Hotel. Meine Wohnung und mein Privatleben geht nur diejenigen was an, die den wirklichen Oliver Wood kennen lernen wollen und ihn auch mögen. Alle anderen bleiben draußen"
„Es gibt eine Frage, die habe ich dich schon vor Monaten mal gefragt, als es darum ging, was für Dinge unsere Leser wissen wollen. Erinnerst du dich?"
„Die Frage nach meiner Unterwäsche?", fragte Oliver zurück. „Ja, daran erinnere ich mich. Du hast mich an dem Tag mit deiner Fragerei nach diesem Interview mal wieder ziemlich genervt"
„Was erwartest du? Das ist mein Job. Also, was trägt Puddlemeres Starspieler? Boxershorts oder Baumwollslips?"
„Boxershorts", antwortete Oliver kurz und knapp. „Das solltest du eigentlich inzwischen wissen"
„Ich weiß eine ganze Menge über dich, Süßer", meinte Katie und lächelte ihn an. „Aber solange du es mir nicht sagst, darf ich es nicht schreiben. Denn damit würde ich dein Vertrauen mißbrauchen. Und dass ich das nicht tue, solltest du inzwischen wissen"
„Weiß ich auch", beruhigte Oliver sie. „Ich wollte dich nur ein wenig reizen"
Katie und Oliver arbeiteten sich noch eine ganze Weile durch die verschiedensten Fragen und Oliver antwortete tatsächlich auf alle Fragen so offen und ehrlich, dass es Katie schon ein wenig unheimlich zumute wurde. Andererseits wahr es auch kein Wunder, dass er so bereitwillig alle Fragen beantwortete. Er hatte ihr schließlich sein Wort gegeben und Oliver Wood war ein Mensch, der zu seinem Wort stand, wenn er es erstmal gegeben hatte. Außerdem war ihm klar, dass Katie seine Antworten nicht so manipulieren würde, dass sie einen völlig falschen Sinn ergaben. Dies war ihm früher schon öfter passiert und hatte dazu geführt, dass er der Presse gegenüber immer mehr zugemacht hatte. Auf Katie konnte er sich verlassen. Das wußte er.
„Also gut", meinte Katie nach fast zwei Stunden. „Eine Frage hätte ich no..."
Ein lautes Poltern und ein Aufschrei aus Erschrecken, Schmerz und Wut war vom Flur aus zu hören. Katie und Oliver sahen sich erst verwundert an und dann zur Tür rüber, die kurz darauf aufgerissen wurde.
„KATIE BELL", kam es mehr als stinkig von Lindsey die mit finsterer Miene im Türrahmen aufgetaucht war. „Wenn ich noch einmal diesen dämlichen Tennisball irgendwo rumliegen sehe und darüber falle, drehe ich dir eigenhändig den Hals um. Verstanden?"
„Ääääähhhhhh?!?!?", war alles was von Katie kam, bevor sie sich duckte, um dem blauen Tennisball auszuweichen, den Lindsey ihr entgegenwarf
„Ich warne dich", drohte Lindsey nochmal. „Ich habe mir in den letzten Wochen schon mehrfach fast den Hals gebrochen, weil du deinen Krempel überall auf halber Strecke zwischen deinem und Olivers Zimmer rumliegen läßt. Langsam reicht es mir"
„Sorry", meinte Katie schließlich zerknirscht. „Ich werde mich bessern. Großes Ehrenwort"
„Das will ich dir auch geraten haben", antwortete Lindsey und verschwand wieder, wobei sie es nicht lassen konnte, die Tür zu Olivers Zimmer zu zu knallen, dass die Wände wackelten
„Wow!", meinte Katie. „Wenn sie sauer wird, dann aber richtig"
„Ja, aber sie hat recht", nahm Oliver seine kleine Schwester in Schutz. „Du solltest deinen Krempel wirklich nicht überall rumliegen lassen. Aber jetzt mal was ganz anderes..."
Oliver warf den Tennisball, den er reflexartig aufgefangen hatte, ein paar mal in die Luft und fing ihn wieder auf, bevor er ihn Katie so dicht vor die Nase hielt, dass sie fast schielte.
„...was genau hat dieser Tennisball eigentlich zu bedeuten?", fragte er sie, obwohl er es ja im Grunde genommen schon wußte. Zum Teil zumindest. Aber er wollte es halt noch genauer wissen und jetzt hatte er die Gelegenheit dazu. Vorher hatte er keinen Möglichkeit, danach zu fragen, denn der Ball war genau wie die „Entscheidungswand" recht schnell aus Katies Zimmer verschwunden, nachdem sich Katie für ihn entschieden hatte. „Du hast mich hiermit mehr als einmal beim Training oder hier zu Hause ziemlich genervt"
„Naja, das ist eigentlich...", fing Katie an und geriet dann ins stocken.
Wollte sie Oliver eigentlich davon erzählen? Wollte sie, dass er wußte, wie sie versucht hatte, zu einer Entscheidung zu kommen? Eigentlich war das ihre ganz private Sache, aber andererseits gehörte Oliver jetzt zu ihrem Leben dazu. Nein, Oliver gehörte nicht einfach nur zu ihrem Leben dazu. Er war ihr Leben. Und deshalb hatte er auch ein Recht auf eine Erklärung. Sie erklärte schließlich, erst langsam und ein wenig verlegen, doch mit der Zeit immer sicherer, was dieser Ball genau zu bedeuten hatte
„Mein Unterbewusstsein hat mir also ganz klar Roger zugespielt. Und das ist etwas, was mich ehrlich gesagt, ziemlich irritiert", gab sie ganz ehrlich zu. „Denn inzwischen ist mir absolut klar, dass ich nur dich und nicht Roger oder Lee will. Warum also habe ich den blauen Ball gefangen und nicht den roten?"
„Hmmmm", meinte Oliver und sah auf den Tennisball in seiner Hand. „Weißt du...wenn ich mir den Ball hier mal ganz genau ansehe, ist es eigentlich ganz logisch, warum du gerade diesen hier gefangen hast und nicht den roten. Sieh ihn dir mal genau an"
Er drückte Katie den Ball in die Hand, den diese verwundert ergriff und ihn genauer ansah.
„Was soll ich da schon dran sehen?", fragte sie Oliver verwirrt
„Sieh dir mal die Nähte an", forderte er sie auf
„Die sind...gold?", meinte Katie und sah Oliver noch konfuser an, während dieser zufrieden nickte
„Und was sagt dir das?", fragte er sie schließlich
„Ähhhhhh? Ganz viel Roger und ein bisschen Lee?"
„Völlig falsch", meinte Oliver kopfschüttelnd. „Versuch's nochmal. Und denk vor allem mal darüber nach, was dir die Kombination dieser beiden Farben sagt"
„Blau und gold", murmelte Katie nachdenklich vor sich hin. „Das sagt mir gar nichts. Die Gryffindorfarben sind rot und gold. Und die von Ravenclaw sind blau und bronze. Aber blau und gold zusammen? Das haut irgendwie nicht hin"
„Mach die Augen auf, Sweetheart", meinte Oliver leise und zeigte in einer weitausholenden Geste durch sein Zimmer. „Du hast es doch direkt vor dir"
Katie sah sich daraufhin verwundert im Zimmer um. Ihr Blick glitt vom Bett rüber zu Olivers Schreibtisch, dem Kleiderschrank und den Bücherregalen. Er blieb kurz an den Vorhängen hängen, doch diese waren weder blau noch gold, sondern beige mit fast nicht zu sehendem Quafflemuster. Sie sah sich noch einmal genau um und schließlich blieb ihr Blick an einem großen Foto hängen, dass an der Wand gegenüber dem Bett hing. In diesem Moment haute Katie die Erkenntnis regelrecht um. Mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund starrte sie auf das Bild. Ein Bild von sechs Spielern und einer Spielerin in dunkelblauen Quidditchroben. Und auf der Brust prangten zwei sich überkreuzende, goldene Ähren. Das Vereinswappen von...
„Puddlemere United", stieß Katie schließlich verblüfft hervor
„Ganz genau", meinte Oliver und zog sie entschlossen in seine Arme. „Puddlemere United"
Und dann verschloss er Katie mit einem leidenschaftlichen Kuß den Mund, den sie diesmal nicht abbrach, als Olivers Hand unter ihr Top rutschte, sondern eher noch vertiefte.
A/N: Und? Konnte ich euch zum Schluß noch mal so richtig vom Hocker hauen? Ich gebe zu, man brauchte schon ein wenig Hintergrundwissen, um dahinter zu kommen, denn die Puddlemere-Farben werden meiner Meinung nach in den Büchern nicht erwähnt. Allerdings habe ich sie mir definitiv nicht selber ausgedacht. Die Farben hat die liebe Joanne festgelegt und können in jedem Harry-Potter-Online-Lexikon nachgelesen werden.
So gesehen hatte also Pete Recht mit seiner Vermutung, dass Katie die Farbe schlicht und ergreifend falsch interpretiert hat und ihr Unterbewusstsein hatte definitiv den richtigen Riecher. Sie hätte es nur vorher mal nach der Interpretierbarkeit der Farben fragen sollen. Dann wäre sie auch nicht so irritiert gewesen, was den blauen Ball anging. Denn irritiert war sie. Das hat man daran gemerkt, dass sie sich trotz „Entscheidung" eben nicht für Roger entschieden hat, sondern noch weitergesucht hat, nach der ultimativen Lösung, die ja nun, Gott sei Dank, Oliver geheißen hat. Meine Güte, wie konnte daran je ein Zweifel bestehen? Ich liebe Oliver doch genauso wie ihr und hätte Katie nie einen der anderen beiden zugeschoben. Das möchte ich jetzt, wo ich es kann, mal absolut klarstellen. Es geht absolut nichts über Oliver (mit Roger an zweiter Stelle).
Hmmmmmmmmmmmmmmmmmmm, wenn ich es mir so recht überlege, gibt es da doch jemanden. Er heißt Jan und hat den gleichen Ring am rechten Ringfinger wie ich (nur etwas größer und ohne Brilliant). Aber der gehört mir alleine. Den kriegt niemand. Nicht mal in Fanfictions. Damit das mal klar ist. Also, Pfoten weg.
So, und jetzt lasse ich euch umblättern zu dem versprochenen Extrabonbon. Viel Spaß damit.
