25. Kapitel
Die ersten zwei Wochen ihrer Beziehung verliefen für Severus und Hermine ohne weitere Komplikationen.
Harry und Ginny hatten Hermines Entscheidung nun vollständig akzeptiert und ihr sogar ihren Segen für die Beziehung ausgesprochen. Albus und Minerva machten in Severus Gegenwart zwar häufig zweideutige Bemerkungen, aber das schien keinen der anderen Lehrkörper aufzufallen und Snape war gelassen genug, um sich davon nicht provozieren zu lassen. Auch im Allgemeinen war er durch die Beziehung mit Hermine ruhiger und ausgeglichener geworden. Er verteilte nicht mehr minütlich Strafarbeiten oder zog Punkte ab, und wenn er Jemanden auf den Gängen rumstromern sah, dann sagte er nur im strengen Ton, dass er sich schnell zurück in die Gemeinschaftsräume scheren sollte. Den Slytherins fiel seine Veränderung besonders auf und es gab viele Tuschelein um den sonst so strengen Zaubertrankprofessor. Als ihm dann aber mal ein kleiner rothaariger Slytherin frech kam und seine sonst unangetastete Autorität in Frage stellte, merkte Severus, dass er seinen inneren Frieden nicht nach außen hin zeigen durfte.
„Der Balg hat mir einfach die Zunge rausgestreckt, als ich ihm Nachsitzen aufgebrummt habe!" sagte Severus aufgebracht, während Hermine auf seinem Sofa lungerte, die Beine neben sich angewinkelt und mit einer Hand in ihren Haaren spielend.
„Ist denn DAS zu glauben?"
„Nein Schatz, das war wirklich sehr frech von McLean!" grinste Hermine.
„Es scheint dich aber immerhin zu amüsieren?"
„Na ja…sagen wir es mal so: hättest du ihn nicht darum GEBETEN, morgen zum Nachsitzen zu erscheinen, hätte er wohl keinen Grund dazu gehabt."
Auf Severus Gesicht erschien ein überraschter Ausdruck. „Ihn darum gebeten? Ich?"
Hermine gluckste als sie Severus fassungsloses Gesicht betrachtete. „Ja, du! Du hast gesagt:
Mr. McLean, würden sie bitte morgen bei mir zum Nachsitzen erscheinen! Weißt du das etwa nicht?"
Severus sah sie immer noch ungläubig an und schüttelte dann langsam den Kopf. „Nein, das weiß ich wirklich nicht mehr… Du veräppelst mich grade, oder?"
Hermine stand auf und nahm ihren schwarzhaarigen Schatz in die Arme. „Das würde ich nie tun, das weißt du. Wenigstens das, solltest du wissen!"
Severus stupste sie leicht in die Schulter. „Ha. Ha. Ha. Sehr witzig." Und nach einer kurzen Pause „Ich muss wirklich mehr darauf achten. Ich darf nicht mehr so…so…"
„Nett sein?" half ihm Hermine.
„Ja. Genau. Ich muss wieder so sein wie früher."
„Aber nicht zu mir?"
Severus schmunzelte. „Nein, ich meine das nur auf den Unterricht bezogen. Es kann doch nicht angehen, dass mir diese Gören auf der Nase herumtanzen. Es ist zwar schade…ich hatte mich schon an diese Art von Nettigkeit gewöhnt. Aber egal. Jetzt herrschen wieder andere Töne."
Severus blickte streng drein, wie immer, wenn er sich etwas ernsthaft vorgenommen hatte.
„Ok, Professor!" sagte Hermine und zwinkerte ihm zu.
Er schob sie von sich, und wies gespielt theatralisch mit dem Zeigefinger auf seine Eingangstür.
„Und nun ab mit Ihnen, Granger. Es ist schon gleich Sperrstunde. Sie wollen doch nicht etwa, dass ich Ihnen Punkte abziehen muss?"
Hermine gluckste. Ihr gefiel das Spiel. „Nein, Professor, das will ich wirklich nicht."
Sie warf ihm eine Kusshand zu und ging dann mit einem sexy Hüftschwung in Richtung Tür.
Plötzlich umschlagen sie zwei Arme von hinten. „Sie böses, böses Mädchen." Raunte Snape an ihrem Ohr und drückte ihr dann einen Kuss auf den Mund.
„Dafür gibt es Nachsitzen!" er gab ihr einen Klaps auf den Po und öffnete ihr dann die Tür.
„Wie immer."
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„Severus, wie schön, dass du es einrichten konntest!" Voldemort saß am Ende einer langen Tafel und winkte Severus zu sich herüber. „Hier ist noch ein Platz für dich."
Der Dunkle Lord tippte mit seinen Zauberstab in die Luft und ein Stuhl erschien direkt neben ihm.
Severus schritt an der langen Tafel entlang und betrachtete die weitere Todesser , die um den Tisch herum saßen. Unter anderem auch Malfoy und seine Frau, Augustus Rockwood, Greyback, Mulciber und die Frau, die Severus am meisten verabscheute: Bellatrix.
Sie war, seiner Meinung nach, die Ausgeburt der Hölle, der Teufel höchst persönlich und verrückt noch dazu.
Sie war eine der wenigen Hexen, die unberechenbar und ohne jeden Skrupel war. Und wohl eine der treusten Anhängerinnen des Dunklen Lords.
Vor dem Dunklen Lord angekommen, deutete Severus eine leichte Verbeugung an und setzte sich dann auf den ihn angebotenen Stuhl.
„Nun, da meine wichtigsten Männer…"
Ein Kieksen war zu hören, welches eindeutig von Bellatrix kam.
Voldemort warf ihr einen strengen Blick zu, fügte dann jedoch hinzu: „.. und natürlich Frauen, um mich versammelt sind!" er nickte ihr zu. „Können wir nun mit der Planung beginnen."
Severus richtete sich auf und alle seine Sinne liefen auf Hochtouren. Er probierte wie immer, nicht zu verspannt auszusehen und konzentrierte sich deswegen genau auf Voldemorts Worte, und auf seine Fingerspitzen, die er aneinander legte.
„Jetzt, da wir wissen, wie die Prophezeiung um den Potter-Jungen lautet, wissen wir natürlich auch was zu tun ist."
Ein allgemeines Raunen ging durch die Versammelten und einige warfen sich fragende Blicke zu.
Voldemort betrachtete jeden einzelnen seiner Anhänger, wie sieaufgeregt tuschelten und murmelten und sein Mund verzog sich zu einer wütenden Fratze. Plötzlich schlug er mit der Faust auf den Tisch und zischte:
„Ruhe, Ihr Idioten! Wisst ihr denn nicht, was das bedeutet?"
Die Stille, die daraufhin folgte, war fast greifbar. Der Dunkle Lord erhob sich und stützte sich auf die Tafel, seine Arme zitterten vor Wut. „Bin ich denn nur von Volltrotteln umgeben?"
Seine Stimme überschlug sich und sein Blick zuckte irre hin und her. Langsam wurde eine Hand gehoben.
„Ja, meine liebe Bellatrix! Du weißt es, nicht wahr?" Er zeigte mit einer einladenden Armbewegung zu ihr und forderte sie dann auf, zu sprechen.
„Herr, die Prophezeiung besagt, dass der Junge getötet werden muss, damit sie leben können!"
Sie nickte ihm ehrfürchtig zu und knabberte dann aufgeregt an ihren Fingernägeln. Wenn ihre Antwort falsch gewesen sein sollte, dann würde sie es wohl gleich spüren. Aber nichts geschah.
Zufrieden nickend setzte sich der Mann, der weder lebendig noch tot war. „Exakt, meine liebe Bellatrix. Und nur ich kann ihn töten, natürlich."
Alle nickten eifrig und bejahten seine Aussage.
Ebenso Severus, dem tausend Gedanken durch den Kopf rasten.
Er hatte gewusst, dass einige Anhänger Voldemorts damit beauftragt wurden waren, nach der Prophezeiung zu suchen, jedoch hatte er noch nicht gewusst, dass diese Suche auch vom Erfolg gekrönt gewesen war.
„Sie haben also die Prophezeiung des Jungen gefunden, Herr?" fragte Snape an den Lord gewandt.
Dieser hatte ein zufriedenes Grinsen aufgelegt und lehnte sich entspannt auf seinem Stuhl zurück. „Sicher, Severus. Hast du jemals daran gezweifelt, dass es uns gelingen wird?"
Bedächtig schüttelte Severus den Kopf und überlegte sich jedes seiner folgenden Worte dreimal, bevor er sie sagte. „Nein Herr, natürlich nicht. Ich wollte so nur zu meiner nächsten Frage überleiten: Wie lautet sie?"
Ein kehliges Lachen drang aus Voldemorts Mund, erreichte jedoch nicht seine Augen. „Neugierig wie immer, Severus. Aber du hast ja Recht. Mein vertrautester Diener sollte natürlich auf dem Laufenden bleiben."
Voldemort erhob seine Stimme erneut und sah nun wieder den Rest seiner Anhänger an. „Wer von euch Nichtsnutzen kann mir noch einmal den genauen Wortlaut der Prophezeiung nennen?"
Zu Severus Überraschung war es Malfoy, der diesmal seine Hand hob.
Wahrscheinlich musste er dem Dunklen Lord mal wieder in den Arsch kriechen, nach seiner letzten verpatzten Aktion, dachte Snape angewidert. Malfoy war einer der Menschen, die kein Rückgrat hatten, metaphorisch gesprochen. Und Severus hasste Menschen, denen Körperteile oder Organe fehlten, ebenfalls metaphorisch gesprochen.
Dem blonden Malfoy war seine Angst vor dem Dunklen Lord immer deutlich anzusehen, aber er probierte durch kleine Gefälligkeiten immer weiterhin in der Gunst Voldemorts zu bleiben. Voldemort nutzte diese Angst natürlich aus, in dem er Malfoy als Spion einsetzte, damit dieser zum Beispiel seinen eigenen Sohn aushorchte, um Neuigkeiten über Potter zu erfahren.
„Malfoy, mein Bester. Bitte schön."
„Herr, die Prophezeiung lautete: Der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, naht heran, jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt. Und der Dunkle Lord wir Ihn als sich Ebenbürtig kennzeichnen…"
Malfoy stockte, und seine Augen waren ängstlich auf die Tischplatte gerichtet.
Voldemort seufzte und wedelte ungeduldig mit der Hand. „Nur weiter, Malfoy. Lass uns den Rest hören."
Als Malfoy weitersprach, bemerke Severus ein leichtes Beben in dessen Stimme. „… aber Er wird eine Macht besitzen, die der Dunkle Lord nicht kennt…Und der Eine muss von der Hand des Anderen sterben, denn keiner kann Leben, während der Andere überlebt."
Nachdem Malfoy seinen Satz beendet hatte, sah kurz voll ängstlicher Erwartungen seinen Meister an. Als jedoch nichts geschah, fiel er wie ein nasser Sack in seinem Stuhl zusammen und seine Frau legte ihn aufmunternd die Hand auf den Arm.
„Sehr gut Malfoy. Severus, wie würdest du jetzt so schön sagen? 5 Punkte für den Todesser?"
Severus probierte zu Lächeln. Innerlich probierte er sich jedoch den Wortlaut der Prophezeiung fest einzuprägen, um später noch einmal tiefgründiger darüber nachdenken zu können.
Ein Satz beschäftige ihn jedoch besonders.
„Herr, es ist von einer Macht die Rede, die sie angeblich nicht kennen sollen…" Severus wusste nicht, wie er seine Frage zu Ende formulieren konnte, ohne respektlos zu erscheinen. Jedoch ergriff der Dunkle Lord sofort das Wort.
„Was sollte das Bitte für eine Macht sein? Die Macht der Pubertät?"
Der Dunkle Lord fand seinen eigenen Scherz anscheint sehr lustig, denn er brach in schallendes Gelächter aus. Die anwesenden Todesser taten es ihm natürlich gleich.
„Jeder weiß, dass es keine Macht gibt, die ich nicht kenne oder beherrsche. Ich bin, ohne arrogant klingen zu wollen, unbesiegbar. Und daran ändert auch kein Junge mit einer Blitznarbe auf der Stirn etwas."
„Natürlich, Herr!" Severus senkte ehrfürchtig den Kopf. Es wäre nicht gut, die Macht des Dunklen Lords jetzt in Frage zu stellen.
Dazu blieb ihm zuhause noch genug Zeit, ohne dabei in einer potentiellen Todesgefahr zu schweben.
„Wir müssen nun beraten, wo und wann Potter sterben wird."
Severus verschluckte sich fast an seiner eigenen Spucke, konnte sich jedoch grade noch zusammen reißen.
Der Dunkle Lord plante tatsächlich jetzt schon Potters Tod? War er denn nicht noch viel zu schwach dafür? Voldemort sah immer noch alles andere als kräftig aus und ein Großteil seiner Nase fehlte ebenfalls.
Snape hatte angenommen, dass sie das alles noch um Monate verschieben würde.
Jetzt allerdings sah es so aus, als ob der Kampf zwischen Potter und dem Dunklen Lord unmittelbar bevorstehen würde.
Und das versetzte ihn dann doch in leichte Panik. Er war noch nicht so weit.
Er wusste noch keinen Weg, wie man den Dunklen Lord besiegen konnte, geschweige denn, wie Potter den Dunklen Lord besiegen könnte.
Wenn er zurück in Hogwarts war, musste er unbedingt mit Dumbledor sprechen. Vielleicht wusste er, was zu tun war, auch, wenn er das wahrscheinlich nur wieder in Rätseln preisgeben würde.
Bellatrix riss ihn aus seinen Gedanken. „Herr, wir könnten die Burg stürmen und den Potter-Jungen töten, wenn er wie ein Baby schläft."
Severus verzog das Gesicht. Solch ein derart dämlicher Vorschlag konnte auch nur von ihr kommen.
„Durchaus!" lachte Voldemort. „Aber dein Gedanke ist etwas naiv, liebe Bellatrix.
Hogwarts ist mit allerlei Zauberei versiegelt und ich denke nicht, dass wir einfach hineinspazieren können. Und wenn wir die Burg stürmen würden, glaube ich nicht, dass Potter dann noch schlafen können wird. Und ich finde es übrigens höchst feige, jemanden im Schlaf den Todesfluch auf den Hals zu hexen. Denkst du etwa, ich würde einen Kampf mit ihm scheuen?
Ich muss sagen Bellatrix, du enttäuscht mich. Das war wirklich einer der unsinnigsten Vorschläge, die du mir bis jetzt gegeben hast."
Bellatrixs Augen traten aus ihren Höhlen hervor und sie kauerte sich mit einer Verbeugung in sich zusammen. „Verzeiht Herr! Das war wirklich dumm von mir!"
Voldemort nickte zufrieden. Er liebte es, Jemanden auf seine Fehler hinzuweisen.
Die einzige Gemeinsamkeit, die er mit Severus hatte.
Und die beide unterschiedlich auslebten. Severus würde zum Beispiel einem Schüler, der eine falsche Antwort von sich gegeben hatte, niemals einen Crutiato auf den Hals hexen.
Voldemort würde davor jedoch nicht zurück schrecken. Nicht einmal bei einem Kind.
„Gibt es andere Vorschläge?" fragte Voldemort nach einer kurzen Pause erneut in die Runde.
„Wir könnten ihn in den Ferien entführen?" warf Greyback ein.
„Wann sind bei euch Ferien, Severus?" Der Dunkle Lord sah Snape fragend an.
Alle Augenpaare im Raum waren nun auf ihn gerichtet. Innerlich fluchend antwortete er.
„Potter macht dieses Jahr seine Abschlussprüfungen. Er wird Ende des Sommers dann kein Schüler mehr sein."
Voldemort stieß pfeifend die Luft aus. „Ende des Sommers sagst du. Hmm, das ist mir zu lang. Weitere Vorschläge?"
Ein kleiner Todesser mit schmutzigen Sachen und zerzaustem Haar ergriff das Wort.
„Severus könnte doch den Jungen unter einen Vorwand aus Hogwarts hinauslocken!"
Plötzlich war wieder alles still. Man hätte sogar einen Minnimuff atmen hören, so leise war es.
„Grandios, Wizzlebe! Einfach grandios! Severus, du musst den Jungen zu uns führen!"
Unter großen Anstrengungen gelang es Severus die in ihn auflodernde Panik zu unterdrücken.
Dieser Wizzlebe würde für diesen Vorschlag noch leiden müssen, das schwor er sich.
„Aber Herr! Der Junge vertraut mir nicht. Er hasst mich gerade zu, genau wie ich ihn!"
Er wusste, dass seine Worte nicht passend und wirklich alles andere als überzeugend waren- denn er könnte Harry immerhin mit Hilfe von bestimmten Tränken oder Zaubersprüchen willig machen. Jedoch fiel im Moment einfach nichts Besseres ein und er wollte es unbedingt verhindern, dass der Dunkle Lord Kontakt mit dem Jungen hatte, bevor dieser eine potentielle Chance hatte, den Dunklen Lord für immer in die ewigen Jagdgründe zu befördern.
Der Zeitpunkt war einfach noch nicht da. Potter hatte nichts gegen Voldemort in der Hand.
Und soweit Severus wusste, war er auch nicht in irgendeinen Gebiet herausragend genug, um eine wirkliche Gefahr für den Dunklen Lord darzustellen.
Voldemorts erneutes Lachen riss Severus wieder aus seinen Gedanken. „Aber du musst ihn doch nicht mögen, um ihn dazu zu bringen, zu mir zu kommen. Aber ich glaube, ich benötige noch ein wenig Zeit…zur Vorbereitung. Mein Sieg soll in die Geschichte eingehen und dazu braucht es natürlich einen epischen Kampf. Es wäre ja langweilig, wenn der Junge durch mein bloßes Händezucken vor Angst sterben würde. Vielleicht, Severus, probierst du sein Vertrauen zu gewinnen, indem du ihn glauben lässt, du bereitest ihn gegen den Kampf mit mir vor. Ich glaube, selbst wenn der Junge einen Fluch fehlerfrei abfeuern könnte, würde er nicht die geringste Gefahr für mich darstellen.
Und wenn dann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, führst du ihn zu mir. Was meinst du dazu, Severus?"
Innerlich mehr als erleichtert, bejahte Snape Voldemorts Vorschlag. „Wie ihr wünscht, Herr!"
Das war mal wirkliches Glück. So verschaffte der Dunkle Lord ihm nicht nur Zeit- er hatte ihn dazu noch auf die Idee gebracht. Es war wirklich kein schlechter Einfall Potter in alles einzuweihen und vorzubereiten. Natürlich musste er dabei mit Bedacht vorgehen.
„Nun denn, dann soll es für heute reichen, meint ihr nicht?" wendete sich Voldemort an sie alle und erhob sich dann vom Tisch.
„Ihr dürft gehen!" Ohne ein weiteres Wort verschwand er in einen der angrenzenden Räume, dicht gefolgt von Wurmschwanz.
Severus ging mit den anderen Todessern hinaus ins Freie, wechselte noch mit einigen ein paar banale Worte und verschwand mit einem eleganten Schlenker seines Zauberstabs.
Wieder in Hogwarts eilte er zurück in seine Gemächer. Als er die Tür öffnete, entdeckte er Hermine, die besorgt aus dem Fenster sah. Durch sein plötzliches Auftauchen erschrocken, zuckte sie zusammen und drehte sich ihm um.
„Da bist du ja!" flüsterte sie. Auf ihrem Gesicht war zu erkennen, dass sie wusste, wo er herkam.
„Liebling, es tut mir Leid dass ich dich hab warten lassen!" Er trat auf sie zu und gab ihr einen sanften Kuss auf den Mund. Dann einen zweiten und einen dritten.
„Geht es dir gut?" Sie musterte sein Gesicht und betastete vorsichtig seine Arme.
„Alles in Ordnung mein Engel. Wir sind heut alle von seinen Launen verschont geblieben."
Um das Thema zu wechseln, fragte er neckisch: „Bist du wegen deiner Nachsitzstunde hier?"
Hermine boxte ihn in die Bauchkuhle und sah ihn tadelnd an. „Haha, sehr lustig. Wechsle nicht immer das Thema, wenn es um den Dunklen Lord geht. Gibt es etwas Neues? Wie stark ist er mittlerweile?"
„Nicht der Rede wert." Antworte er und probierte es mit einer gelassenen Handbewegung abzutun.
„Lüg mich bitte nicht an. Oder vertraust du mir nicht? Liegt es daran?" Sie trat einige Schritte von ihm zurück und sie sah ihn fragend an. „Denkst du, ich würde es Harry petzen?"
„Nein, bitte, du musst mir glauben, daran liegt es keinesfalls. Es ist nur nicht das richtige Thema für dich."
„Wieso nicht? Wie meinst du das?"
Um Worte ringend sah er sie gequält an. Er wollte mit ihr über dieses Thema einfach nicht reden.
In seinen Augen war sie rein und unschuldig und er hatte das Gefühl, dass er sie beschmutzen würde, wenn er ihr einen zu tiefen Blick in die Angelegenheiten mit dem Dunklen Lord gewährte. Es reichte schon, dass er selbst keine weiße Weste anhatte. Sie musste sich nicht noch ihren hübschen Kopf über Dinge zerbrechen, die sie eh nicht beeinflussen konnte.
„Bitte rede mit mir, Severus!"
„Du bist noch nicht bereit dafür, Hermine. Du bist doch noch…so jung."
Eine bessere Antwort fiel ihm Moment einfach nicht ein.
Hermine schnaubte erbost. „Ich bin jung? Wie jung bin ich denn in deinen Augen, Severus? Zu jung, um über ernsthafte Themen sprechen zu können? Zu jung, um deinen Gedankengängen folgen zu können? Etwa noch zu jung, um in deinen Augen als Erwachsene zu gelten?"
Beschwichtigend hob er die Hände. „Schatz, so war das nicht gemeint. Bitte beruhig dich!"
„Das will ich aber nicht!" giftete sie ihn an und verschränkte die Arme. „Erzähl es mir!"
Erbost über ihre Forderung und Sturheit, sagte er. „Und du willst als Erwachsene akzeptiert werden? Du stellst grade das beste Beispiel für ein patziges Kind dar!"
„Tue ich nicht!"
„Und ob!"
„Ich stell höchstens eine Frau dar, dessen Gefühle du verletzt hast!"
„Aber ich habe mich doch schon bei dir dafür entschuldigt!"
„Na und?"
Plötzlich änderte sich Spanes Ausstrahlung. Von dem sonst so aufrecht stehenden Mann, dessen Bewegungen immer von Eleganz zeugten und der sie sonst mit wachen, leuchtenden Augen ansah, war nicht mehr viel da. Er sah auf einmal müde und abgespannt aus und er ließ sich vorsichtig in einen Sessel nieder, als ob ihm jedes seiner Glieder Schmerzen würde.
Auf einmal kam sich Hermine schrecklich albern vor, und sie gab seinen Bedenken Recht, dass sie vielleicht wirklich noch nicht reif genug für dieses Thema war.
„Es tut mir Leid. Ich war grad wirklich nicht sehr erwachsen." Sie hockte sich vor ihm und legte ihre Hand auf seine.
Mit der anderen strich er ihr sanft eine Strähne aus dem Gesicht und streichelte ihr dann die Wange.
„Schon gut, du hast ja auch Recht. Ich sollte dich nicht aus allem raushalten. Wer weiß, vielleicht kannst du mir sogar helfen."
Sie setzte sich im Schneidersitz vor ihm und sah ihn gespannt an. Sie war wirklich neugierig, was es von dem Dunklen Lord zu erfahren gab, hatte aber anderseits bedenken, dass es vielleicht keine allzu guten Neuigkeiten waren.
Severus schilderte ihr kurz das Gespräch zwischen ihm, Voldemort und den Todessern und verstummte dann, nachdem er ihr auch von der Idee bezüglich Harry erzählt hatte. Jedoch ließ er den Teil mit der Prophezeiung zunächst weg.
„Verstehe ich das richtig?" fragte Hermine nach einer Weile. „Du möchtest dich Harry nähern, um ihn auf den Kampf mit du-weißt-schon-wem vorzubereiten? Aber du würdest es so machen, dass es eigentlich keine wirklich Hilfe für Harry darstellt?" sie sah ihn mit einer Mischung aus Wut und Unverständnis an. Severus hatte jedoch mit dieser Art von Reaktion gerechnet.
„Mein Schatz, es ist nicht so einfach. Du denkst wahrscheinlich, ich kann Potter einfach in allen Flüchen unterrichten, die es zu kennen gilt."
Sie nickte eifrig mit dem Kopf.
„Aber du vergisst dabei etwas!"
Fragend sah sie ihn an. „Und das wäre?"
„Ich müsste Harry glaubhaft versichern, dass er mir Vertrauen kann, um ihn zu unterrichten. Aber andererseits darf ich ihn nichts allzu nützliches Verraten, damit der Dunkle Lord keinen Verdacht schöpft." Er sah sie ernst an und fuhr dann fort. „Ich glaube, es wäre für den Dunklen Lord ein leichtes, in Harrys Gedanken einzudringen, und wenn er dann sehen würde, dass ich Harry ernsthaft für den Kampf gegen ihn trainiere, würde er mir wiederum das Vertrauen entziehen, was bedeuten würde, dass ich meine Aufgabe als Doppelspion nicht länger ausführen könnte." Weil ich dann tot wäre, ergänzte er in Gedanken.
Hermine sah ihn eine Weile stumm an, dann nickte sie. „Du hast Recht. Das würde nicht gehen. Aber bis jetzt hat Harry nur in die Gedanken von du-weißt-schon-wem sehen können und dabei sah es nie so aus, als ob es auch anders rum gehen würde."
Plötzlich voller Konzentration, lehnte sich Snape zu ihr vor. „Was sagst du da? Harry kann in die Gedanken des Dunklen Lords eindringen?"
Wieder nickte sie. „Ja, aber mehr unfreiwillig. Harry bekommt so eine Art Anfall, und wie wir herausgefunden haben, immer dann, wenn du-weißt-schon-wer starke Emotionen aufweist, vorwiegend Wut und Hass. Und er sieht dann direkt durch die Augen von ihm, hört was er sagt.
Und bis jetzt hat er es noch nie mitbekommen, dass Harry sich in seinem Kopf befunden hat."
Von der Information überwältigt, sank Severus zurück in den Stuhl. „Wenn das stimmt…das wäre ja…"
Hermine stand auf und setzte sich auf seinen Schoss.
„Was meinst du? Soll ich Harry in den Plan von du-weißt-schon-wem einweihen? Dann könntest du Harry so behandeln, wie du es für richtig hältst. Und falls es du-weißt-schon-wem einmal gelingen sollte sich in deine oder Harrys Gedanken einzuklinken, würde er dort nicht verdächtiges finden…"
Immer noch in Gedanken versunken murmelte er. „Nein, erst einmal noch nicht. Warten wir noch ab, ob Harrys Eindringen wirklich unbemerkt bleibt. Wie lange geht das schon so?"
„Es war ziemlich bald nach du-weißt-schon-wem's Rückkehr."
„So lange schon?"
„Hmhm…"
Hermine fuhr ihm mit einer Hand durch sein schwarzes Haar und gab ihn einen Kuss auf die Stirn. Dann studierte sie sein Gesicht eingehend, wie er so da saß, den Mund leicht gekräuselt und die Stirn in Falten gelegt. „Manchmal würde ich zu gerne in deinen Kopf sehen können." Flüsterte Hermine, um ihn nicht aufzuschrecken.
„Glaub mir, das willst du nicht." Murmelte er nach einer Weile und wand seine Aufmerksamkeit wieder zu ihr.
„Oh doch. Ich glaube, es wäre überaus bereichernd für mich."
Er sah sie an und wusste nicht genau, worauf sie anspielte. Und ob sie überhaupt auf etwas anspielte. Dann fiel ihm etwas ein und er überlegte sich, ob ihn Hermine dabei nicht weiterhelfen konnte. Immerhin war sie clever und betrachtete alles aus mehreren Perspektiven.
„ Es gibt da noch etwas, wovon ich dir nicht erzählt habe…" begann er.
„Vielleicht hast du davon schon mal etwas gehört- Es gibt eine Prophezeiung, und die scheint sich auf Potter zu beziehen." Abwartend sah er sie an und Hermine strich ihm gedankenverloren durchs Haar.
„Hmm… ich hab davon gehört. Aber ich weiß nicht, was sie beinhaltet."
„Aber ich." Er schilderte ihr den Inhalt der Prophezeiung so gut es ging und während er sprach, wurden ihre Augen immer größer.
„Und was meinst du? Was bedeutet sie genau? Mich interessiert besonders der mittlere Teil davon!"
In Hermines Kopf arbeitete es wie in einem Uhrwerk. Sie probierte Zusammenhänge darzustellen, zwischen den Wörtern zu lesen und probierte den Inhalt so gut es ging in seiner Gänze zu erfassen.
„Diese Macht…" murmelte sie. „Die er nicht kennen wird… Hmm.
Ich glaube, Dumbledor hat in dieser Richtung mal etwas angedeutet. Er hatte vor Harry mal etwas von einer Macht erwähnt…ja genau. Die Macht der…" Sie zog die Stirn kraus.
Sie war sich nicht sicher, ob das, woran sie sich erinnerte 100 prozentig stimmte, denn es kam ihr auf einmal so lächerlich vor. „Er sagte, Harry wird beschützt durch die Macht der Liebe, die er dadurch erhalten hatte, weil seine Mutter sich vor ihm geworfen hatte, als du-weißt-schon-wer ihn töten wollte."
Plötzlich an Lily erinnert, verzog Severus schmerzvoll das Gesicht.
Er konnte es regelrecht vor seinem inneren Auge sehen, wie sich Lily beschützend vor ihr Kind geworfen hatte…aber das Harry dadurch einen Schutz erhalten hatte, den selbst der Dunkle Lord nicht brechen konnte, bezweifelte er sehr stark. Macht der Liebe…Pah.
Seine Liebe zu ihr hatte sie ja auch nicht retten können. Denn sie hatte ihn nicht gewollt. Stattdessen diesen arroganten Potter gewählt. Hätte sie sich für ihn entschieden, hätte er sie beschützen können, dessen war er sich fast sicher.
Sich plötzlich bewusst, was er da dachte, und vor allem an wen er da dachte, sah er Hermine Schuldbewusst an. Diese schien aber nicht zu wissen, was in ihm vorging. Denn sie wusste ja auch nicht, dass er mal in Lily, Harrys Mum, verliebt gewesen war. Und das war wahrscheinlich auch besser so.
Verwundert sah sie ihn an. „Alles in Ordnung? Du siehst so…so…" sie schien nicht die richtigen Worte finden zu können, da sie den Zusammenhang zwischen seinem Gesichtsausdruck und ihrer Aussage nicht verstand.
„Alles in Ordnung!" Liebevoll strich er ihr über die Wange und betrachtete die junge Frau vor sich genauer.
Und wie immer, wenn er sie so intensiv an, überkamen ihn seine Gefühle für sie und ihm war es regelrecht peinlich, dass er kurz zuvor einen verbitterten Gedanken an seine alte Liebe verschwendetet hatte.
Natürlich tat ihm Lilys Schicksal nach wie vor Leid. Aber er realisierte in dem Moment auch, dass die Liebe, die er für Hermine fand, mittlerweile viel größer geworden war, als die für Lily.
Diese Liebe war tiefer und wahrhaftiger als alles, was er jemals zuvor gespürt hatte.
„Mein Gott, so im Kaminschein siehst du wirklich unglaublich aus!" Er küsste ihre rechte Wange und sah dann, wie sie leicht errötete.
„Danke schön!" hauchte sie und schmiegte sich dichter an ihn.
Sie küsste ihn auf den Mund und sah ihn dann wieder fragend an. „Was wirst du jetzt tun?"
„Mit dir?"
Sie lachte und ihr Haar fiel ihr wirr ins Gesicht. „Nein, du Dummkopf. Was du bezüglich der Prophezeiung machst. Bezüglich Harry!"
Er strich ihr die Haare aus dem Gesicht, was mittlerweile zu einer seiner Lieblingsgbewegungen geworden war.
„Ich werde zu Dumbledor gehen und ihn mit einbeziehen. Und ihn um Rat fragen. Er scheint etwas zu wissen, was er mir noch nicht anvertraut hat."
Er küsste sie erneut, diesmal auf den Mund.
„Und jetzt lass uns bitte nicht weiter darüber reden. Ich möchte den Abend mir dir noch genießen. In Ordnung?"
„In Ordnung." Sie warf einen kurzen Blick auf die Uhr über den Kamin. „Aber es ist ja schon gleich Sperrstunde…Ich muss los!"
Sie wollte schon aufstehen, da legte Severus seine Hand um ihre Hüfte, um sie so bei sich zu halten.
„Bitte bleib. Diese eine Nacht!" Er bat sie aus einem Grund, der ihm selbst grad nicht ganz klar war.
Hermine sah ihn kurz überrascht an, dann schlag sie ihre Arme um seinen Hals und legte ihren Kopf an sein Ohr. "Das würde ich gerne." Flüsterte sie. „Aber es würde auffallen, wenn man mich nicht in meinem Bett sehen würde."
„Da lässt sich schon eine Ausrede für finden!"
Sie lehnte sich zurück und sah ihn nun wirklich perplex an. „Du willst wirklich, dass ich bei dir übernachte?"
So etwas hatte er sie bis jetzt nie gefragt und es war auch noch nie ein Thema gewesen.
Natürlich- innerlich hatte sich Hermine gewünscht, dass er eines Tages diesen Vorschlag machen würde.
Aber dass dieser so bald kam, hätte sie nicht erwartet.
Nach einer kurzen Überlegung zuckte sie die Schultern und lächelte ihn an. „Na gut, warum nicht. Wir finden schon eine überzeugende Ausrede!"
Snapes Mund verzog sich zu einem Lächeln, das sich dann in ein glückliches Lachen ausweitete.
„Du bist großartig, wusstest du das?"
„Ich weiß!" lachte Hermine, die von seiner plötzlichen Fröhlichkeit etwas überrumpelt wurde.
Mit einem Ruck hob er sie hoch und trug sie in Richtung des Schlafzimmers, welches sie bis jetzt nur einmal von innen gesehen hatte.
Damals, nach seinem Zusammenbruch, als er so brutal geschändet von Voldemort zurückgekehrt war und sie ihm gesund pflegen durfte. Und damals hatte sie nur Augen für ihn gehabt.
Jetzt jedoch betrachtete sie mit großer Neugier und plötzlich aufkeimenden Unbehagen das Zimmer genauer. Die Teppiche und Samtvorhänge waren in einem dunklen grün gehalten und hatten eine goldene Schärpe. Sie wunderte sich- eigentlich hätte Silber erwartet.
Noch mehr überraschte sie, dass der Baldachin von Severus Himmelbett in einen satten rot erstrahlte. Wie hatte ihr das damals nicht auffallen können? Ebenso der Sessel, in dem sie gesessen hatte, war in diesem rot.
Als Severus sie aufs Bett hinunter ließ kroch auf einmal Panik in ihr hoch. Wollte er jetzt etwa…
„Hermine, alles in Ordnung mit dir? Du siehst auf einmal so blass aus?"
Besorgt setzte er sich neben sie und sie wusste nicht, wohin mit ihren Augen.
Etwas verstohlen murmelte sie: „Nein es ist nichts. Ich bin nur müde!"
Als ob er ihre Gedanken erahnen könnte, meinte er. „Wenn dir…diese Art von Nähe Unbehagen bereitet, akzeptiere ich das. Du musst nicht bei mir übernachten, wenn du das nicht möchtest."
Er hatte nicht vor, mit ihr zu schlafen. Er wollte nur bei ihr schlafen.
Immerhin war er ja …! Und sie? War sie eigentlich auch…?
Innerlich hoffte er, dass sie auch noch keine Erfahrungen in der Art hatte. Er würde sich sonst schrecklich…unerfahren vorkommen.
Und er wünschte sich, dass sie verstand, dass er heute wirklich nur bei ihr liegen wollte und hoffte, dass sie das auch wollte.
Hermine schaute noch eine Weile unsicher im Zimmer umher, dann kam die Farbe zurück in ihr Gesicht und mit ihr, auch ihre Zuversicht.
Sie glaubte nicht, dass Severus einer von der Sorte wäre, der ohne gründliche Vorbereitung einfach mit ihr schlafen würde. Dafür plante er doch viel zu gern, weil er unvorbereitete Situationen nicht ausstehen konnte.
Und selbst wenn doch: sie liebte ihm, und würde sie den Wunsch DANACH verspüren, würde sie sich nicht dagegen wehren.
Sie schaute ihm wieder in die Augen.
„Ja…Doch. Ich glaube es wäre sehr schön bei dir zu übernachten." Uund nach einer kurzen Pause, um die Stimmung wieder aufzulockern, rief sie: „ Pijama-Party!"
Sie riss ihre Arme hoch in die Luft und wedelte damit herum, wie Jemand, der grade mächtig Spaß hatte und warf sich dann im nächsten Moment Severus entgegen. Dieser war über ihre Reaktion jedoch mehr als nur überrascht und sah es deshalb nicht kommen, dass sie sich auf ihn stürzte. Zusammen mit ihr fiel er nach hinten aufs Bett und sah sie dann auf den Rücken liegend immer noch ganz perplex an. Hermine öffnete den Mund, um etwas zu sagen, hatte es sich dann jedoch wohl anders überlegt.
Stattdessen schienen ihre Augen plötzlich wie die Glut im Kamin zu glimmen und ihr Blick löste ein Kribbeln in ihm aus, als würden tausend kleine Blitze in seinem Bauch einschlagen. Aber auf eine angenehme Art und Weise.
Während er so in ihren Augen versank, wurde er von einer plötzlichen Hitze übermannt.
Hermines Körper reagierte auf diese Wärme auf seine Weise, und im nächsten Moment wuchs das Glimmen in ihren Augen zu einem Feuer heran und sie presste dem völlig überforderten Severus ihren Lippen auf den Mund. Kurz probierte er noch die Gefühle die ihn durchströmten zu erfassen, gab es jedoch im nächsten wieder Moment auf.
Er und sie wollten das hier und jetzt einfach genießen.
