Das heutige chap ist shOrtStorYwiThTraGigEndinG gewidmet – puh! Wat´n Name:D
WatchersGoddess: k. A. warum, aber ich liebe Teddy, und deshalb wird er auch noch öfter auftauchen…hm, was das Fliegen angeht, kann ich dir nur Recht geben, bei dem Lehrer… hallooo: ich bin doch der Teufel, und ich hätte natürlich auch nicht abgelehnt… :D
Viper: selbstverständlich hat er das Armband noch, ist ja schließlich ein Geschenk, oder?
LMA23: Albus, der ist so alt, der hat gelernt zu warten. Es macht ihm einfach Spaß, sich überall einzumischen und die Leute und gewisse Sachen noch ein wenig anzuheizen, dann wird das Feuerwerk (nach seiner Erfahrung) umso schöner…danke übrigens für den Oskar… :D… (bin ganz rot geworden, und ganz beiläufig… du bist auch total sexy…!) und Hope, weißt du was? Ich hasse es, wenn du immer hinter meine Namen steigst… verdammt, verdammt, verdammt:D …
Nightskystar: ich hoffe, du wirst mit den Kommentatoren des Spiels zufrieden sein… aber erst im nächsten (26.) chap! (fies vor sich hin kichert…)
irrlicht cgn: uhhhhhhhh, alte Schachtel? Jetzt stell mal dein Licht nicht so unter den Scheffel…
Majin Micha: noch immer nicht… aber bald… obwohl, bald ist ja eine Auslegungssache, stimmt´s? Frag mal Teddy Lupin…
shOrtStorYwiThTraGigEndinG: wow, bin immer noch ganz fertig, so viel Lob…
mrs. spookiness: darf ich jetzt Teddy zu dir sagen?
25. Kapitel
Zwei Wochen lang bekam sie von ihm jeden Abend Einzeltraining, sofern man von Einzeltraining sprechen konnte. Meistens war Teddy dabei, manchmal trieb sich auch Emerald de Longier bei der Tribüne herum und bot seine Hilfe an. Hermione hatte nicht gewusst, dass man einen Kollegen so verabscheuen konnte.
De Longier war zweifellos ein guter Lehrer für Zauberkunst, aber das war eigentlich auch schon alles positive, was Hermione zu ihm einfiel. Er war auf der Suche nach einer Frau – einer intelligenten Frau, wie er immer wieder mit einem bedeutungsschwangeren Zwinkern erklärte.
Es war nicht so, dass er hässlich oder dumm gewesen wäre. Er war einfach nur… argh! Hermione, sonst nicht um Worte verlegen, wusste nicht, wie sie es anders beschreiben sollte. Ihr missfielen seine Schmeicheleien, seine gelegentlichen „unbeabsichtigten" Berührungen, seine Versuche, seine Fähigkeiten und Kenntnisse hervorzuheben.
De Longier war natürlich neben allem anderen auch ein großartiger Quidditchspieler, und als Hermione so sicher auf dem Besen saß, dass Severus anfing, ihr den Quaffel zuzuwerfen, lungerte er immer wieder auf der Tribüne herum und ärgerte sie mit ungebetenen Tipps.
Severus mochte im Herzen ein Gryffindor sein, doch erzogen war wie eine Schlange. Er nahm sich Zeit für de Longier. Er wartete, bis zu einem trüben, regnerischen Septembertag, dann schlug er zu. Er flog einige Male auf Hermione zu und warf den Quaffel aus verschiedenen Positionen.
Beim letzten Mal „rutschte" ihm der nasse, schwere Ball aus der Hand, traf de Longier genau in den Magen, und der Mann, der gerade laut rufend dagestanden hatte, kippte von seinem Stuhl auf der Tribüne und rutschte mehrere Stufen weit hinunter. Hermione wäre bei seinem Anblick, der jedem Slapstickfilm Ehre gemacht hätte, beinahe vom Besen gefallen, doch pflichtbewusst nahm sie Kurs auf ihn und schwebte mehrere Meter von ihm entfernt.
„Emerald? Sind Sie in Ordnung?" De Longier rappelte sich hastig auf und betastete erst seinen Magen, dann seine Wange, wobei er sich einen Schmutzstreifen wie eine Indianerbemalung über das Gesicht zog.
„Natürlich, Hermione, natürlich. Ich…"
„Du meine Güte, de Longier, ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr ich diesen Unfall bedauere", säuselte Severus, der sich Zeit genommen hatte, den Nervtöter aufzusuchen. „Der Quaffel ist aber auch so nass heute… Es ist besser, Sie gehen gleich einmal zu Madam Pomfrey und lassen sich untersuchen. Damit sollte man nicht leichtfertig umgehen!"
Er beugte sich zu de Longier und flüsterte ihm ins Ohr, jedoch laut genug, dass es Hermione hören konnte. „Ehrlich mal, Mann, Sie sind vielleicht robust. Dass Sie schon wieder stehen können nach so einer schweren Verletzung! Respekt!" Er schlug ihm so heftig auf den Rücken, dass de Longier fast noch einmal gestürzt wäre.
Der Zauberkunstprofessor straffte sich stolz und fuhr sich mit seiner dreckigen Hand auch noch über die andere Wange, so dass seine Kriegsbemalung komplett wurde. „Ja, wir de Longiers waren schon immer für unsere Härte und dafür, schwer im Nehmen zu sein, bekannt."
„Sie sollten trotzdem unbedingt den Krankenflügel aufsuchen, Emerald", insistierte Hermione, während sie heldenhaft einen Lachanfall niederkämpfte. Der Mann sah mit seinen schwarzen Streifen im Gesicht aber auch zu lächerlich aus!
„Also, wenn Sie mich so lieb bitten, Hermione! Ein Mann sollte einer Lady immer einen Gefallen tun!" Er nickte ihnen noch einmal zu und marschierte dann im Stechschritt von der Tribüne. Hermione stieß einen erleichterten Seufzer aus.
Severus schüttelte gespielt betrübt den Kopf. „Was musste diese Schule schon alles für Viecher ertragen", murmelte er. „Werwölfe, Hunde, Frettchen, Wiesel – und jetzt ein Stinktier!"
Hermiones helles Lachen traf ihn mitten in die Eingeweide. Sein Blut erhitzte sich und schoss geradewegs von seinem Kopf in Richtung Süden. Er schnappte nach Luft, schlug seinen Umhang um sich und nickte nach unten. „Machen wir Feierabend", sagte er erschöpft. Er fühlte sich weniger körperlich erschöpft als vielmehr seelisch. Das ständige gegen seine Gefühle Ankämpfen zermürbte ihn.
Er genoss das Zusammensein mit Hermione, und gleichzeitig setzte es ihm zu. Wieso konnte sie ihn nicht als Mann sehen, verdammt noch mal? War er nur Lehrer? Oder Tränkemeister? Oder Freund? Als sie nur Freunde waren, war es wunderbar. Jetzt, wo er wusste, dass er sie liebte, bedeutete es grausame Qual, Tag für Tag mit ihr zusammen zu sein, ihr nahe zu sein, ohne ihr wirklich näher zu kommen.
Er landete und schulterte seinen Besen. „Warum hast du mich eigentlich noch nicht zum Billardspielen eingeladen?", fragte Hermione. „Ist dir das Butterbier ausgegangen?"
Sie musterte sein ausdrucksloses Gesicht. Ahnte er, dass sie zu atmen vergaß, sobald er lächelte? War er deshalb so unnahbar, weil es ihm unangenehm war? Hatte sie ihm zu deutlich ihre Zuneigung gezeigt? Bei Merlin, bloß das nicht! Was musste es ihm peinlich sein, wenn sie sich wie ein pubertierendes Schulmädchen verhielt und einen Crush auf einen Lehrer hatte!
Oder Exlehrer. Was fast auf dasselbe hinauslief.
„Löwin!"
Sie schrak aus ihren Gedanken. „Entschuldige, ich war … abgelenkt. Was hast du gesagt?"
„Dass ich mich freuen würde, wenn wir noch eine Runde Billard spielen würden."
Hermiones Gesicht hellte sich auf. „Schön!" Ein spitzbübisches Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Und weißt du was? Heute ist der letzte Tag meiner zwei Anfangswochen! Das heißt, du darfst ab morgen eine Woche lang keine Punkte von Gryffindor abziehen!"
„Natürlich", murmelte Severus. „Versprochen ist versprochen."
Ihr Billardspiel und das anschließende gemeinsame Butterbiertrinken vor dem Kamin war eine seltsame Angelegenheit. Sie bemühten sich beide krampfhaft und vom anderen unbemerkt, sich nicht zu nahe zu kommen und genossen doch jeden unbeabsichtigten Kontakt.
Das Berühren der Fingerspitzen beim Überreichen der Kreide jagte ihnen einen Schauer über den Rücken, das Streifen des anderen beim Um-den-Tisch-gehen machte sie beide einen Moment stumm und ließ Hitze in ihre Wangen steigen.
Hermione sah gedankenverloren in den Kamin und nippte an ihrem Butterbier. Dann blickte sie zu Severus, der sie wie üblich aus seinen nachtschwarzen Augen beobachtete. „Ich würde zu gern wissen, wie du mit Dreitagebart aussiehst", sagte sie abwesend.
Seine Augen weiteten sich kurz. Dann lächelte er träge. „Sexy vielleicht?"
Sie konnte nicht widerstehen und stupste ihn kurz in die Rippen. „Ich dachte schon, ich falle in Ohnmacht, als Teddy Albus als sexy bezeichnet hat", sagte sie grinsend.
„Erinnere mich bloß nicht daran", murmelte er. „Ich wette, er glaubt, Teddy hat das von mir. Er sieht mich in letzter Zeit so seltsam an."
„Dich auch? Ich dachte schon, ich bin die Einzige, die er verdächtigt."
„Du wirst morgen Abend bei Rolanda trainieren", wechselte Severus das Thema.
„Wieso?" Hermione runzelte die Stirn.
Der Tränkemeister stand auf und zog sie aus dem Sessel empor. „Weil ich etwas anderes vor habe. Und deshalb muss ich auch zeitig ins Bett und dich leider rauswerfen."
Er führte sie zur Tür und blieb dort stehen. Seine Hand hatte ihre nicht losgelassen, und als er sich vor ihr verbeugte und ihre Hand an seine Lippen führte, knisterte das Elmsfeuer kurz durch ihre Haare. Er sah ihr in die Augen. „Schlaf gut, Löwin!"
Hermione lächelte hilflos, ihre Wangen brannten. Dieser verdammte Mistkerl hatte keine Ahnung, was er in ihrem Inneren auslöste. Ein simpler, höflicher, typisch slytherinscher Handkuss brachte sie dazu, von mehr zu träumen. Sie wollte ihn genau hier an die Wand drücken und einen richtigen Kuss von ihm, verdammt noch mal!
War es zuviel verlangt, dass er sie endlich als Frau und nicht mehr als kleines Mädchen sah? War sie immer noch die kleine, unerträgliche Know-it-all für ihn? Wahrscheinlich. „Du auch, Severus!", murmelte sie kaum hörbar und schlüpfte gedankenverloren aus der Tür.
Auf dem Weg zu ihrem Quartier überlegte sie die ganze Zeit, ob das „andere", was er vorhatte, vielleicht eine Frau sein konnte. Und das große, hässliche Biest namens Eifersucht erhob sich in ihrer Brust und nahm ihr die Luft zum Atmen.
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Am nächsten Morgen wurde aus der Eifersucht Wut. Dieser Bastard, dieser verdammte Slytherin hatte sie hereingelegt. Es war keine andere Frau, die ihn schon vom Frühstück in der Großen Halle fernhielt. Es war ein einwöchiger Lehrgang der europäischen Tränkemeister, wie ihr ein aufgeräumter Albus strahlend erzählte. Und Severus würde einige seiner Experimente vorstellen, eine große Ehre, meinte der stolze Schulleiter.
Ehre hin oder her. Sie würde ihn umbringen. Sie wusste nicht genau, ob sie ihn davor oder danach in Stücke schneiden würde, aber sie würde ihn definitiv in die Hölle hexen. Deshalb hatte er sein großzügiges Angebot gemacht, von Gryffindor keine Punkte abzuziehen. Hermione kochte den ganzen Tag.
Sie trainierten heute das erste Mal alle zusammen. Sie brauchten Severus – als Sucher – nicht, es ging nur um ihr Zusammenspiel. Es war eine Katastrophe, und Hermione hatte Rolanda noch nie so viel schreien gehört. Emerald, der Überjäger, gab nie den Quaffel ab, Poppy und Stella flogen ständig auf der gleichen Seite, Remus war froh, wenn er fliegen konnte, ohne einen Klatscher auch nur zu Gesicht zu bekommen.
Und sie selbst? Wahrscheinlich würde sie der schlechteste Hüter aller dokumentierten Zeiten werden, gab sie vor sich selbst zu. Von zehn geworfenen Quaffeln ließ sie neun durch. Aber wie sollte man sich um drei Ringe kümmern, die auch noch in unterschiedlicher Höhe aufgebaut waren? Wo war Oliver Wood, wenn man ihn brauchte?
Sie war weit davon entfernt, diese besonderen Hüterinstinkte zu entwickeln, besonders, wenn de Longier warf. Er war tatsächlich jemand mit Quidditcherfahrung, und er schaffte es immer, sie zu täuschen.
Ende der Woche war Hermione mehr als frustriert, und sie wusste genau, an wem sie diesen Frust auslassen wollte.
Zuerst jedoch musste sie mit Teddy fertig werden, der in Ermangelung seines großen Freundes beschlossen hatte, sie mit seiner Zuneigung zu überschütten und ihr zu folgen. Der Winzwolf war das erste Kind, das direkt in Hogwarts aufwuchs, da seine beiden Eltern dort lebten. Tonks war zwar noch immer Auror, doch das Lehrerquartier von Remus war so groß, dass es sich nicht lohnte, woanders eine Wohnung zu suchen.
Teddy konnte davon nur profitieren. Er war ein cleverer, kleiner Kerl, der genau erkannt hatte, dass die Mädchen – und zwar fast ausnahmslos aus allen Häusern – entzückt von ihm waren. Sie verwöhnten ihn mit Streicheleinheiten oder Süßigkeiten, besonders wenn er seine Metamorphfähigkeiten ausspielte.
Die Jungs waren nicht ganz so begeistert von ihm, tolerierten ihn jedoch, solange er ihnen nicht zwischen den Füßen herumwuselte. Und dann waren da natürlich noch die Hauselfen. Sein bester Freund war Dobby, den er im Kerker bei seinem aller-, aller-, allerbesten Lieblingserwachsenen kennen gelernt hatte.
Sevvus war auf jeden Fall sexy. Teddy hatte beschlossen, dass sexy sein Lieblingswort war, weil die Erwachsenen daraufhin immer so seltsam reagierten. Aber wieso eigentlich, bloß weil man ihnen sagte, dass man sie unheimlich nett fand? Mia war ebenfalls sexy. Sie war fast genauso sexy wie Sevvus, weil sie – genau wie der Tränkemeister – ihn nie wie ein Baby behandelte.
Teddy war schon drei, jawohl. Okay, er hatte immer noch ein paar Probleme, gewisse Wörter richtig auszusprechen, aber er verstand schon alles. Oder fast alles.
Zum Beispiel verstand er nicht, warum Sevvus und Mia miteinander so seltsam umgingen. Sie waren genau so wie seine Eltern, und die lebten zusammen. Warum lebten Sevvus und Mia nicht zusammen? Konnten sie nicht riechen, welchen Körperduft sie verströmten? Teddy konnte das sehr gut riechen. Sie rochen, wie seine Eltern rochen, wenn sie diese nervige Küsserei veranstalteten.
Teddy hatte keine Ahnung, was am Küssen so toll sein sollte, aber wenigstens bestand Mia nicht darauf, ihn dauernd zu küssen, wie es Tante Minerva oder Tante Poppy taten. Obwohl Tante Minerva und Tante Poppy auch nicht so rochen, wenn sie ihn küssten. Hm, er würde darüber nachdenken müssen…
„Teddy Lupin!", sagte Mia gerade streng und stützte sich auf ihren Besen ab. „Kannst du mir verraten, was du um diese Zeit noch hier draußen tust?"
Oh, Teddy liebte es, wenn sie Teddy Lupin zu ihm sagte. Das klang so… groß und stark und erwachsen. „Auf Mia warten!", antwortete er wahrheitsgemäß. Er wusste, dass er ohne einen Erwachsenen nicht vom Schloss fort durfte, und im Allgemeinen war er ein folgsamer kleiner Wolf.
Hermione seufzte nur und setzte sich zu ihm auf die Stufen der großen Eingangstreppe. „Und warum bist du nicht in der Großen Halle beim Essen?"
„Hab mit Dobby und Winky gegessen."
Sie lächelte und wuschelte ihm durch seine Haare, die im Moment ihr natürliches Braun zeigten. „Das heißt also, sie haben dich mit jeder Menge Schokoladenkuchen voll gestopft."
„Ja!" Der kleine Junge strahlte sie glücklich an. „Und heiße Scholade und Pfannkuchen und Scones und Muffins und…"
„Genug, ich glaube dir ja, dass du keinen Hunger mehr hast. Das erklärt allerdings nicht, warum du auf mich wartest. Dein Dad müsste doch schon vorbei gekommen sein, richtig?"
„Ja!" Teddy nickte enthusiastisch. „Aber Teddy wollte auf Mia warten, damit Mia und Teddy zusammen fliegen können!"
„Du solltest damit auf Severus warten. Du weißt, ich fliege nicht einmal halb so gut wie er. Das macht dir dann keinen Spaß."
„Doch. Mia ist so schön und lieb und … sexy!" Oh ja, er fand Mia unheimlich nett. Warum wurde sie dann so rot?
Doch dann lachte sie nur und wuschelte wieder durch sein Haar. Das mochte er. Sowohl ihr Lachen, als auch ihr Haarewuscheln. „Na dann komm, du Winzwolf."
Sie hatte Recht, sie flog nicht so toll wie Sevvus. Aber sie hielt ihn genauso fest und was noch besser war, sie roch so gut. Wie Kokos. Teddy liebte Kokos sehr. Und weil das so war, entschloss er sich zu einem weit reichenden Schritt. Er fragte sie, als sie wieder gelandet waren.
„Wenn Teddy so groß ist wie Mia, wollen wir dann heiraten?"
„Nein!", sagte eine tiefe, grollende Stimme hinter ihnen.
„Sevvus!", rief Teddy erfreut und wirbelte herum, um die Beine des großen Mannes zu umarmen. „Du bist wieder da!"
Mia wirbelte auch herum, doch sie schien überhaupt nicht erfreut zu sein. Ihr Zauberstab lag plötzlich an der Kehle des Tränkemeisters. „Du hinterhältiger, mieser, kleiner Slytherin!", zischte sie. „Eine Woche lang keine Punkte von Gryffindor abziehen, hm? Ich wusste, dass es einen Haken bei der Sache gibt!"
„Was willst du, ich habe meinen Teil des Deals eingehalten…", murmelte Sevvus. Teddy konnte erkennen, dass er mühsam ein Grinsen verbarg. Dummerweise konnte es auch Mia sehen.
„Schön, dass du dich amüsiert hast, Schlange." Ihr Zauberstab verschwand wieder in ihrem Ärmel. „Du bist…" Ihre Augen weiteten sich plötzlich erstaunt, als sie ihn genauer betrachtete. „Du hast dich nicht rasiert!"
„Auf den Wunsch einer Lady…" Teddy hatte Sevvus noch nie so… ihm fiel kein passendes Wort dafür ein… so warm und sanft sprechen gehört. Teddy lief ein Schauer den Rücken herunter. Seine Härchen stellten sich auf. Irgendwas passierte hier. Es war eines von diesen Erwachsenendingen, die er nicht verstand.
Und Mia benahm sich auch seltsam. Was war schon so toll an ein paar Haaren in Sevvus Gesicht? Teddy hatte einen Haufen Haare, aber hatte sie deshalb schon einmal einen solchen Aufstand gemacht?
Hermione streckte die Hand aus und fuhr über die nicht mehr ganz so kurzen Stoppeln auf Severus´ Wange und Kinn. „Du hast dich die ganze Woche nicht mehr rasiert", stellte sie fest. Bildete sie es sich nur ein, oder schmiegte der Tränkemeister sein Gesicht in ihre Hand? Sie wurde rot und nahm hastig die Hand weg.
Er sah wahnsinnig männlich aus. Ein Vollbart würde ihm nicht stehen, da war sie sicher, doch diese Stoppeln… machten ihn gefährlich. Gefährlich sexy, gefährlich anziehend, gefährlich für sie…
Sie wandte sich ab. „Ich muss jetzt gehen. Komm, Teddy, ich bringe dich nach Hause."
Severus hielt sie so lange fest, bis sie ihn wieder ansah. Er beugte sich zu ihr hinunter, und für einen Moment dachte sie, er würde sie küssen, doch er streifte nur mit seinem Kinn über ihre Wange, bis er in ihr Ohr murmeln konnte.
„Ich werde dich für meinen … kleinen Betrug… entschädigen."
Ihr Herz marschierte geradewegs in ihre Kehle und verschloss ihren Mund. Es war ganz gut, dass Teddy bei ihnen stand und sie mit großen Augen ansah, denn sonst… hätte sie wahrscheinlich ihre gute Kinderstube vergessen.
Und diesen verdammten Tränkemeister gepackt und ihre Freundschaft zerstört, weil sie versucht hätte, ihn bewusstlos zu küssen.
Stattdessen warf sie ihm noch einen, wie sie hoffte, kühlen Blick zu und nickte. „Das wirst du, Severus, verlass dich darauf."
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Die nächsten Tage und Wochen waren regnerisch und stürmisch. Hermione fühlte sich fast überfordert. Das Lehren machte ihr Spaß, keine Frage. Arithmantik war schon immer ihr Lieblingsfach gewesen, schon allein, weil man dort Logik verwendete und kein „albernes Zauberstabgefuchtel".
Doch Unterrichten, Quidditchtraining, de Longiers Versuche, sie zu beeindrucken und ihre Gefühle Severus gegenüber belasteten sie. Eines Sonntagmorgens wachte sie auf und wusste glasklar und ohne jeden Zweifel: Sie war verliebt. Sie stand nicht nur auf ihren Exlehrer, sie hatte keinen beiläufigen Crush auf einen ihrer besten Freunde – sie liebte.
Und obwohl es ihr erst heute klar geworden war – aus welchem Grund auch immer - obwohl sie es sich erst heute eingestanden hatte, war ihr klar, dass sie es wohl schon seit Jahren tat. Welchen Grund hätte sie auch sonst gehabt, die attraktiven und gebildeten Mailänder Männer, die sich in den letzten Jahren um sie bemüht hatten, abzulehnen?
Ablehnen war vielleicht auch nicht das richtige Wort. Sie hatte in den vergangenen drei Jahren tatsächlich zwei Beziehungen gehabt. Sie hatte sich wirklich bemüht. Der Mann, dem sie ihre Jungfräulichkeit geopfert hatte, war ein Kommilitone gewesen, nur zwei Jahre älter und obwohl äußerst liebenswürdig, so doch so tollpatschig wie ein junger Hund und leider auch genauso im Bett.
Hermione hatte sich von ihm getrennt, als er ihr einen Heiratsantrag machte. Sie mochte ihn, aber Heiraten? Kinder? In einer riesigen Stadtvilla – seine Eltern waren sehr wohlhabend – sitzen und Heim und Herd hüten? Sie schüttelte sich noch immer bei der Vorstellung.
Nicht, dass sie grundsätzlich etwas gegen Heiraten oder Kinder gehabt hätte. Aber als Dekoration am Arm eines Zauberers zu dienen, sollte doch keine Basis für eine Beziehung sein.
Da war ihre andere Beziehung schon etwas anderes gewesen. Er war zwanzig Jahre älter als sie und der jüngere Bruder eines ihrer Professoren. Sie hatte ihn bei der Gartenparty besagten Professors kennen gelernt, und nachdem sie sich eine ziemlich lange Zeit sehr angeregt unterhalten – und wie sie zugeben musste – getrunken hatten, waren sie im Bett gelandet.
Das hatte ihr bewiesen, dass eine Frau keineswegs verliebt sein musste, um guten Sex zu bekommen. Sie war mit Sicherheit nicht in diesen Mann verliebt, und er auch nicht in sie, aber eine solide Sympathie auf beiden Seiten war mehr als genug. Er war ein erfahrener Mann, und es machte ihm Spaß, ihr seine Erfahrung zu zeigen.
Sie hatten beide gewusst, dass es vorbei sein würde, sobald Hermione mit dem Studium fertig war, und ihr Abschied war so leicht und angenehm gewesen, wie es auch ihr Kennenlernen war.
Und jetzt musste sie sich eingestehen, dass sie ausgerechnet ihren besten Freund auf Hogwarts liebte. Severus Snape.
„Oh, Hermione", murmelte sie und verbarg ihr Gesicht in Krummbeins Fell. „Du bist so ein Idiot!"
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Nur wenige Meter von ihr entfernt, im selben Gebäudeteil Hogwarts, fand an diesem Morgen ein seltsames Gespräch statt.
Teddy „Winzwolf" Lupin, dreijähriger Liebling und Quälgeist seiner Eltern, war soeben aufgestanden und zum Frühstückstisch gestolpert. Frühstück wurde bei ihnen traditionell am Wochenende im eigenen Quartier eingenommen, nicht wie sonst in der Großen Halle.
Er trug seinen Lieblingsschlafanzug, den er zum Geburtstag von Severus bekommen hatte, auf dem ein riesiges haiähnliches Gebiss abgebildet war und unter dem stand: Vorsicht, bissig!
Teddy war kein Morgenmensch und demzufolge recht ungnädig. „Immer macht ihr das", maulte er.
Tonks sah ihn an. „Was denn, Großer?" Zur Feier des Tages hatten ihre Haare ihr natürliches Dunkelblond.
„Küssen!" Er spie das Wort aus, als beinhalte es das fürchterlichste Geschehen der ganzen Welt.
Tonks grinste über das ganze Gesicht und wandte sich an Remus. „Woher weiß er das immer? Er hat's doch gar nicht gesehen!"
Remus lachte und tippte sich an die Nase. „Hat einen feinen Geruchssinn, der Winzwolf!"
„Ihr riecht genau wie Sevvus und Mia, und die küssen überhaupt nicht!", murrte Teddy weiter.
Remus fuhr herum. „Was sagst du da?"
Doch Teddy beachtete ihn gar nicht. Er war in eigene Grübeleien versunken. „Teddy!", sagte sein Vater.
Der Kleine hob den Kopf, trottete dann zu seinem Stuhl und kletterte hinauf. Unwirsch begann er mit seiner Tasse zu spielen. „Wenn Mia und Sevvus küssen würden, würden sie auch ein Kind kriegen", sagte er tiefsinnig. „Und dann hätte ich jemanden zum Spielen."
Remus verbarg seinen Kopf in den Händen. Als er wieder hochsah, grinste er breit. „Wir werden eine Menge Geld verlieren, Dori."
Tonks runzelte die Stirn, doch dann brach sie in Gelächter aus. „Hermione und Severus? Sollte der alte Fuchs doch Recht gehabt haben? Seit Mione wieder hier ist, habe ich ein Auge auf sie und die alte Fledermaus, aber ich hätte schwören können, dass da nichts läuft."
„Tut es wahrscheinlich auch nicht. Noch nicht. Aber wenn sie so riechen wie wir, wenn wir uns küssen… du weißt schon, Liebe ist reine Chemie. Es heißt nicht umsonst, ich kann dich nicht riechen…"
„Oh, herzlichen Dank auch für diesen informativen Vortrag, Herr Professor. Wie kommt es eigentlich, dass so ein großer, böser Wolf wie du das noch nicht heraus geschnüffelt hat, und unser Winzwolf hier weiß es?"
„Vielleicht war ich ein wenig… abgelenkt?" Remus beugte sich zu Tonks und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. Er ignorierte die würgenden Geräusche, die sein Junior demonstrativ ausstieß.
Dann lächelte er, als er seinen Sohn anblickte. „Okay, wenn Severus und Hermione nicht zur Sache kommen, was hältst du davon, wenn in der Zwischenzeit deine Mom und ich noch ein bisschen küssen, und du kriegst noch eine Schwester oder einen Bruder?"
Schlagartig war Teddy hellwach. „Ehrlich? Kann ich einen Bruder haben? Schwestern sind doch Mädchen!" Sein letztes Wort war recht abfällig.
„Das können wir dir nicht versprechen. Aber was wir dir versprechen können, ist, dass du auf jeden Fall bald jemanden zum Spielen haben wirst." Remus strahlte über das ganze Gesicht, und trotz seiner grauen Strähnen im Haar sah er jünger aus denn je.
„Wann?", fragte Teddy begierig. „Wann ist denn bald?"
„Nun ja, ein bisschen dauert es schon noch", antwortete seine Mutter. „Sieben Monate!"
„Wie lange sind denn sieben Monate?" Mit den Zahlen hatte es Teddy noch nicht so.
„Etwas über ein halbes Jahr. Irgendwann nächstes Jahr im April oder Mai!"
Teddy sackte wieder ein Stück zusammen und zerkrümelte lustlos seinen Toast. „Bald ist aber noch ganz schön lange!", maulte er wieder.
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Wenn Albus schon so einen Haufen Geld erhalten sollte, musste es jedoch verdient werden, hatten Tonks und Remus beschlossen, und auch Minerva in Teddys Erkenntnisse eingeweiht. Sie beschlossen, Severus und Hermione so weit wie möglich getrennt zu halten, und das funktionierte erstaunlich gut.
Was die drei Verschwörer jedoch nicht wussten, war die Tatsache, dass sich die beiden Ahnungslosen nur zu gern ablenken ließen, weil beide davor Angst hatten, was passieren würde, wenn der andere herausfand, dass sie ineinander verliebt waren. Sie waren so verrannt in ihrem Bemühen, dem anderen weiterhin der gute Freund zu sein, dass sie ihr Interesse aneinander völlig fehl interpretierten.
So kam es, dass sich Hermione und Severus zwar jeden Tag sowohl bei den Mahlzeiten als auch beim Quidditchtraining sahen, jedoch nur selten Gelegenheit hatten, auch Zeit miteinander zu verbringen. So vergingen die Wochen bis Weihnachten, ohne dass sie einander auch nur einen Schritt näher gekommen waren.
Albus, der das Spiel der Verschwörer stillschweigend durchschaute, lächelte nur innerlich. Severus und Hermione von einander fern halten zu wollen, funktionierte genauso gut, wie einen Hauselfen zu bitten, mit der Arbeit aufzuhören. Nämlich gar nicht. Oder höchstens eine begrenzte Zeit. Sie umkreisten einander wie Haie eine Beute und die Frage lautete nicht mehr Ob, sondern Wann.
Der alte Zauberer strich sich nachdenklich durch seinen Bart. Er stand auf, um sich auf seine Gäste, die quidditchspielenden Lehrer von Durmstrang, vorzubereiten, die jeden Augenblick eintreffen mussten.
Wenn man ihn fragte – aber ihn fragte ja keiner – tippte er auf morgen. Weihnachten, dachte er, versonnen lächelnd. Weihnachten wurde nicht umsonst das Fest der Liebe genannt…
