So das Kapitel habe ich größtenteils in meinen Freistunden geschrieben und ich hoffe euch gefällt es ;)

Es passiert nicht all zu viel … Aber es muss ja auch erst mal alles sacken ;)

Somit viel Spaß!
Die Charaktere und die Sendung gehören nicht mir!

„Wie geht es ihr?", fragte van Pelt als Jane aus Lisbons Büro kam und zu den anderen trat. Er raufte sich gedankenverloren die Haare und starrte ausdruckslos aus dem Fenster.

„Etwas besser … Sie schläft jetzt.", sagte Jane schließlich und steuerte seine Coach an. Die anderen folgten ihm und nahmen vor seiner Coach platz.

„Was machen wir jetzt?", fragte Rigsby bedrückt und schaute fragend in die Runde.

„Marc finden.", sagte Cho ruhig.

„Lisbon beschützen.", ergänzte van Pelt und sah zum Büro ihrer Chefin.

„Ich werde nicht von ihrer Seiten weichen.", flüsterte Jane beruhigend und versuchte van Pelts Blick einzufangen. Obwohl er momentan wohl aufgewühlter war als sie, versuchte er nun sie zu beruhigen und sein eigenes Gefühl der Hilflosigkeit zu verbannen.

„Wir werden alle nicht von ihrer Seite weichen!", eilte Rigsby ihm zur Hilfe und van Pelt brachte ein kleines Lächeln zu Stande. Ihre Kollegen machten ihr Mut und sie schöpfte Hoffnung.

„Aber wie wollen wir das anstellen? Lisbon will bestimmt nicht, dass wir Tag ein Tag aus auf sie aufpassen ….", behauptete Cho und die anderen stimmten ihm mit einem Nicken zu.

„Wir tun es trotzdem!", sagte Jane tapfer und stand wieder auf, „Sie muss ja erst mal nichts davon erfahren …" Dieser Unterton ließ nichts gutes erwarten …

„Aber was ist mit Außeneinsätzen? … Sollen wir wirklich riskieren, dass sie die mit macht und in das Visier von Marc geriet?", fragte Rigsby.

Alle schauten ihn etwas irritiert an, bis van Pelt leise sagte: „Sie ist doch schon lange in seinem Visier."

„Aber draußen können wir sie nicht so gut beschützen wie hier drin.", behauptete Rigsby und alle drei mussten zugeben, dass er damit recht hatte.

„Mit ihrer Verletzung darf sie eh noch nicht viel unternehmen. Ich werde sie schon überreden, sich weiter zu schonen.", warf Jane irgendwann selbstsicher in die Runde.

„Hoffentlich schaffen Sie das auch.", antwortete Cho knapp.

„Und wie gehen wir das jetzt an?", fragte Rigsby überrascht als Cho Anstalten machte, aufzustehen. Hatten sie schon einen Plan, den er wieder nicht mit bekommen hatte?

„Heute Abend fahre ich mit ihr nach Hause und einer von euch kann uns später nach fahren."

„Ich übernehme gerne die erste Schicht.", meldete sich van Pelt sofort und Jane nickte zustimmend.

„Okay. Sie werden uns nach fahren … Und wenn Sie in der Nacht müde werden sollten und schlafen wollen, schreiben Sie mir eine SMS. Ich werde diese Nacht eh nicht schlafen können …."

Van Palt nickte noch einmal und ging mit Jane zu Lisbons Büro. Lisbon lag auf ihrer Coach unter einer Decke und schaute mit wässrigen Augen zu ihrem Freund und ihrer rothaarigen Kollegin. Janes Magen verkrampfte sich augenblicklich. Er konnte diesen Schmerz und die Angst in ihren Augen nicht ertragen.

„Boss?", fragte van Pelt leise und lächelte sie mitfühlend an, „Ich wollte fragen, ob ich kurz wegfahren dürfte. Ich habe vergessen, dass meine Tante heute Abend zu Besuch kommt und ich habe noch nichts eingekauft."

Normalerweise hätte Lisbon protestiert, ihr gesagt, dass sie das nachher machen müsste, doch ihre Stärke war verschwunden. Somit nickte sie zaghaft und versuchte sie krampfhaft anzulächeln.

„Danke.", antwortete van Pelt noch schnell und verschwand wieder aus dem Büro. Jane hingegen setzte sich an den Rand des Sofas und strich ihr eine lose Strähne aus dem Gesicht. Auch er setzte ein missratenes Lächeln auf, doch etwas sagen, konnte er nicht. In seinem Inneren tobte gerade ein gewaltiger Kampf und immer wieder flammte der Gedanke auf Marc zu suchen und ihn gewaltsam zur Strecke zu bringen. Dieser Mann hatte seiner Lisbon seelische sowie psychische Schmerzen zugefügt. Er hatte nichts anderes verdient als Schmerzen zu ertragen. Er könnte es nicht hinnehmen, wenn dieser Mann nun einfach untertauchen würde. Wie sollte er auch? Seine Freundin wurde entführt und von diesem Monster schwer verletzt. Jane wusste, dass wenn er Marc noch einmal begegnen würde, würde er ihn nicht wie zuvor einfach stehen lassen, er würde ihm weh tun … sich an ihm rächen … ihn töten.

„Hey …." Lisbons sanfte Stimme riss ihn aus seinen Gedanken, was wohl auch besser so war. Er blinzelte ein paar mal bis er sie mit seinen Augen fest fixierte. Sie griff nach seiner Hand und verschränkte ihre Finger mit den seinen. Allein diese Berührung schenkte beiden ein wenig Ruhe, die Gewissheit, dass sie zusammen waren, Gewissheit, dass Marc Lisbon nicht hatte … Sie war in Sicherheit …

„Er wird mich nicht kriegen … Nicht solange du an meiner Seite bist."

„Dann wird er dich nie kriegen.", antwortete Jane ruhig und lächelte sie kurz liebevoll an.

„Aber wenn ich auf Toilette muss, bleibst du draußen!", witzelte Lisbon, doch Jane reagierte nicht. Er hatte wieder den starren Blick aufgesetzt, der sie genau fixierte. Lisbons Lächeln verschwand wieder.

„Hey.", sie drückte seine Hand fester, „Ich bin schon angespannt genug … Deine Anspannung hilft mir gerade nicht besonders, um mich besser zu fühlen."

„Aber ich bin nun mal angespannt … Ich kann nicht so tun als wäre nichts passiert.", sagte er leise und wich ihrem Blick nun aus.

„Ich weiß … Aber versuch es bitte … irgendwie.", bat Lisbon ihn und die Hilflosigkeit in ihrer Stimme war kaum zu überhören. Sie wollte, dass er der Fels in der Brandung war und sie aufbaute. Er durfte jetzt nicht die Kraft verlieren, nicht wenn sie drohte die Kraft zu verlieren. Sie brauchte ihn jetzt an ihrer Seite.

Endlich nickte Jane und holte einmal tief Luft um schließlich eine seiner Masken aufzuziehen.

„Schlaf jetzt … Du solltest dich von dem Schock erholen.", sagte er nun in einem fröhlicheren Ton und lächelte sie aufmunternd an. Lisbon schloss kurz darauf die Augen und entspannte sich neben ihm.

„Danke.", murmelte sie noch zufrieden und schlief kurz darauf ein.

Jane saß weiterhin an ihrer Seite, hielt tapfer ihre Hand und beobachtete sie beim schlafen. Dieser Anblick schenkte ihm Hoffnung … Hoffnung darauf, dass sie immer so ruhig neben ihm schlafen könnte … Hoffnung darauf, dass nichts passieren würde, dass sie in Gefahr bringen könnte …

Gegen Abend …

„Lisbon und ich fahren gleich los. Sie kommen in 15 Minuten nach."

Van Pelt nickte und lugte zu dem Büro ihrer Chefin. Die Tür war noch geschlossen.

„Was ist wenn sie es bemerkt?"

Jane zuckte ratlos mit den Schultern: „Dann muss sie es wohl einfach akzeptieren."

Alle anderen nickten. Was sollten sie auch für eine Antwort darauf geben? Jane hatte ja recht, sie müsste es akzeptieren. Sie wollten ihr ja nur helfen und sie musste sich nun wirklich selbst eingestehen, dass sie diese Hilfe brauchte, um sicher zu gehen, dass Marc sie nicht bekam.

Nach einer weiteren kurzen Besprechung, in der abgeklärt wurde wer wann wo ist, trat Lisbon auch schon aus ihrem Büro und Jane eilte zu ihr, um mit ihr nach Hause zu fahren.

„Warum waren die anderen denn noch da?", fragte sie überrascht während der Fahrt und musterte Jane skeptisch.

„Waren anscheinend noch nicht mit ihren Berichten fertig.", antwortete Jane gelassen und konzentrierte sich weiter auf die Straße. Lisbon glaubte ihm die Lüge auch direkt und schloss wieder die Augen, um kurz darauf wieder in ihrer Traumwelt zu landen. In der fühlte sie sich momentan eh wohler als in der realen Welt.

Als sie ihre Augen wieder öffnete, fand sie sich in ihrem Wohnzimmer wieder und gähnte genüsslich. Jane hatte sie anscheinend rein getragen. Der Gedanke daran wie er sie auf seinen Armen trug, ließ ihr Herz schneller schlagen. Diese Vorstellung gefiel ihr ausgesprochen gut.

„Na.", sagte eine Stimmte hinter ihr und sie fuhr erschrocken herum. Jane saß hinter ihr in einem Sessel und beobachtete sie. Er hielt eine leere Teetasse in der Hand und sah recht fertig aus.

„Hey.", hauchte Lisbon und sah ihn verliebt an.

„Wie geht es dir?"

„Den Umständen entsprechend gut, würde ich sagen."

Jane nickte, machte aber keine Anstalten zu ihr zu kommen und sie beispielsweise in den Arm zu nehmen. Das machte Lisbon augenblicklich wieder trauriger. Sie hasste es, dass er immer auf Abstand ging, wenn irgendetwas schlimmes passiert war. Er schottete sich immer ab, vor allem und jeden. Seine Maske von heute Mittag war nur noch teilweise zu erkennen. Lisbon wusste ja selbst, dass es ihm nicht leicht fallen würde, doch sie hoffte es, dass er sich nicht in seiner Wut und Verzweiflung verlieren würde. Denn diesmal konnte sie ihn da nicht raus holen, wenn sie doch selbst fast darin ertrank.

„Willst du etwas essen oder willst du ins Bett?"

„Ich will nur noch ins Bett … aber nur wenn du mitkommst.", versuchte es Lisbon nochmal. Doch er nickte nur ohne eine Miene zu verziehen und begleitete die geknickte Lisbon ins Schlafzimmer. Als die beiden lagen, bettete Lisbon ihren Kopf auf Janes Brust und schlief kurze Zeit später ein. Jane hingegen blieb hellwach und beobachtete Lisbon beim schlafen. Seine Arme schlang er um ihren zierlichen Körper und drückte sie enger an sich. Marc dürfte sie nicht noch einmal bekommen, nicht seine Lisbon …

Gegen vier Uhr morgens nahm Jane das brummende Handy vom Nachttisch und schielte kurz auf die Nummer. Das helle Licht in dem dunklen Zimmer schmerzte für einen kurzen Augenblick in seinen Augen, doch nach ein paar Sekunden konnte er erkennen, dass es van Pelt war, die sich meldete. Lisbon schlief immer noch friedlich auf seiner Brust. Jane versuchte vorsichtig aus ihrer Umarmung zu entkommen, doch Lisbon schloss ihn im Schlaf noch enger an sich und sein Plan scheiterte. Er würde sie wecken wenn er jetzt noch weiter an ihr rüttelte. Somit blieb er liegen und öffnete die SMS.

Tut mir leid, aber mir fallen bald die Augen zu.

Ich brauche ein bisschen Schlaf.

Grace

Jane schrieb schnell eine Antwort und legte das Handy wieder auf den Nachttisch. Er müsste jetzt irgendwie aus dem Bett kommen, ansonsten könnte er die Wohnung nicht komplett überwachen und er wollte sicher sein, dass wirklich alles in Ordnung war. Somit wälzte er sich ein wenig unter ihr und weckte sie damit. Das musste er jetzt wohl hinnehmen.

„Was ist?", grummelte sie verschlafen und drückte ihr Gesicht ins Kissen.

„Nichts, tut mir leid. Ich muss nur auf Toilette.", log Jane schnell und rutschte aus dem Bett.

Lisbon grummelte noch irgendetwas unverständliches und schlief kurz darauf wieder ein. Jane atmete erleichtert auf und verschwand leise aus dem Schlafzimmer. Er lief durch die komplette Wohnung und kontrollierte immer wieder, ob das Schloss an der Eingangstüre auch wirklich fest verschlossen war. Er wollte nichts mehr riskieren. Nach seinem Rundgang ging er wieder zurück ins Schlafzimmer und ließ sich an der Wand hinunter gleiten. In seinem Blickfeld lag Lisbon, die leicht von dem Mondlicht angestrahlt wurde. Ein schöner Anblick, dachte Jane und schloss für einen kurzen Augenblick die Augen. Dann sah er wieder zu ihr hinüber und lauschte den Geräuschen der Nacht. Jedes noch so kleine Geräusch ließ ihn zusammenfahren. Nicht vor Angst, sondern vor Spannung, dass dort etwas war, was eigentlich hätte nicht dort sein sollen. Doch nichts … Nichts interessantes.

Kurz vor acht Uhr meldete sich van Pelt noch einmal auf Janes Handy.

Bin wach. Gegend gesichert.

Fahre zurück zum Büro.

Grace

Durch das leise Brummen des Handys rekelte sich Lisbon ein wenig auf dem Bett und Jane schlich leise dorthin, um sich wieder neben sie in das Bett zu legen. Sie sollte nicht bemerken, dass er die Nacht über nicht bei ihr lag. Er hoffte, dass sie es in der Nacht nicht gespürt hatte, ansonsten würde es gleich Probleme geben.

Er legte vorsichtig eine Hand auf ihre Hüfte und zog sie zu sich ran. Lisbon seufzte zufrieden und schmiegte sich an ihn.

„Guten Morgen.", raunte er und gab ihr einen Kuss auf das Ohr.

„Morgen.", flüsterte Lisbon und drehte sich in seiner Umarmung. Dann gab sie ihm einen zärtlichen Kuss und strich ihm gedankenverloren durch die strubbeligen Haare.

„Du siehst vielleicht aus.", sagte sie belustigt und betrachtete weiter seine zerzausten Haare. Jane lächelte charmant und gab ihr noch einen weiteren Kuss.
„Dann sollte ich wohl besser duschen gehen, damit ich besser aussehe."

Lisbon nickte und fuhr mit ihren Fingern seine Wange hinunter.

„Ich liebe dich.", sagte sie leise und betrachtete konzentriert sein Gesicht.

Auf diesem breitete sich ein glückliches Lächeln aus und Janes Augen weiteten sich vor Begeisterung. Nun strahlten seine Augen wieder und Lisbon konnte seine Freude in ihnen sehen. So liebte sie ihn. So musste es sein.

„Ich dich auch.", antwortete Jane und gab ihr einen sanften Kuss. Ihre Lippen brannten regelrecht als er seine Lippen auf die ihre bettete. Es fühlte sich viel intensiver als sonst an. Viel emotionaler. Die beiden blieben noch eine Weile so im Bett liegen und betrachteten sich schweigend, bis sie feststellten, dass sie sich allmählich fertig machen sollten, um nicht all zu spät zur Arbeit zu kommen.

„Jane ….", sagte van Pelt tadelnd als Jane nur seinen Kopf schüttelte und weiter auf und ab ging.

„Grace hat recht. Lisbon wird es bemerken wenn Sie nicht schlafen."

„Aber wann soll ich bitteschön schlafen? Ich muss auf sie aufpassen. Tag und Nacht.", war Janes schlichte Antwort und lief weiter.

„Wir passen auf sie auf, solange Sie schlafen."

„Jane, ihr wird es auffallen. Ihr wird es zu hundert Prozent auffallen.", warf Rigsby noch einmal ein und Jane gab nach.

„Gut, ich lege mich ein wenig hin."

„Danke.", sagten Rigsby und van Pelt wie aus einem Mund und lächelten sich verlegen an. Jane schüttelte nur belustigt seinen Kopf und ließ sich auf seiner Coach nieder. Ein wenig Schlaf würde ihm jetzt wirklich gut tun. Doch er würde eh nicht schlafen können, genauso wie früher. Aber früher war es Lisbon auch immer aufgefallen, wenn er wieder mal eine schlaflose Nacht durchlebt hatte. Seine Kollegen hatten recht, wenn sie nichts bemerken sollte, sollte er versuchen ein wenig Schlaf zu bekommen.

15 Minuten später …

„Es gibt einen neuen Fall!", rief Lisbon durch den Raum und sofort schauten sie alle aufmerksam an.

„Was ist passiert?", fragte Cho und Lisbon gab ihm die Akte. Die anderen zwei Kollegen gesellten sich zu Cho und lasen die Akte genauestens durch. Lisbon ging solange zu Jane und stieß vorsichtig gegen die Coach, bis Jane aus seinem Schlaf hochschreckte und sie überrascht ansah.

„Hm?"

„Wir haben einen neuen Fall. Wollen Sie nicht mitmachen?"

„Meh. Ich bin müde.", sagte Jane und drehte sich auf die andere Seite. Er hatte gerade so einen schönen Traum gehabt.

„Jane?", fragte Lisbon skeptisch und zog ihn wieder zurück auf die Ausgangsposition.

„Hm?", machte dieser nur wieder und hatte die Augen bereits wieder geschlossen.

„Wir schlafen jetzt nicht. Wir arbeiten."
„Ist schon okay, Boss. Cho und Rigsby sind schon auf dem Weg zum Tatort und ich recherchiere über das Opfer. Es gibt momentan nichts weiteres zu tun. Jane kann ruhig schlafen und sie können sich auch ausruhen.", kam van Pelt ihm zur Hilfe und lächelte ihre Chefin zurückhaltend an.

Lisbon nickte etwas überrumpelt und sah nochmal kontrollierend zwischen Jane und van Pelt hin und her. Irgendwas stimmte an diesem Bild nicht, aber sie wusste nicht was. Somit strich sie Jane kurz liebevoll über den Arm und verschwand wieder in ihrem Büro. Van Pelt atmete erleichtert auf und sah ihrer Chefin nach.

„Das war knapp.", sagte sie leise und machte sich an die Arbeit. Eine Antwort von Jane erwartete sie schon gar nicht mehr, denn dieser schnarchte bereits leise. Er war wirklich nicht mehr daran gewöhnt wenig Schlaf zu bekommen.

„Was haben Sie herausgefunden?", meldete sich Lisbons Stimme hinter Cho und alle drehten sich zu ihr um.

„Nicht viel. Es war ein Kopfschuss. Ein Schuss und tot."

„Es gab keine Zeugen. Die Putzfrau hat den Abteilungsleiter erst am nächsten Morgen in seinem Büro gefunden.", ergänzte Rigsby schnell und ließ sich gelangweilt auf seinem Stuhl sinken.

„Was sagen seine Angestellten zu dem Vorfall? … Gab es Leute, die ihn nicht mochten?"

„Wissen wir noch nicht. Er hatte nur zwei direkte Angestellte. Die sitzen dahinten." Cho zeigte an Lisbon vorbei zu zwei Herrschaften, die recht zerstreut drein guckten.

„Das übernehme ich.", sagte Lisbon sofort und war froh, dass sie endlich mal richtige Arbeit hatte, „JANE!"

Jane zuckte auf seiner Coach zusammen und richtete sich sofort auf.
„Ja?", fragte er überrascht und Lisbon deutete auf die beiden Personen im Flur.

„Es gibt Arbeit. Kommen Sie."

Jane nickte und stand auf. Er hatte nun zwei Stunden geschlafen und es ging ihm sichtlich besser. Vor allem als er nach dem Aufwachen seine Freundin durch die Küche laufen sah. Sofort legte sich wieder das beruhigende Gefühl über ihn, denn sie war da. Nach zwei langen Schritten stand er dann neben Lisbon und lächelte sie zufrieden an.
„Wer sind die denn?"

„Angestellte von unserem Opfer."

„Hm. Wie wurde er ermordert?"
„Kopfschuss."
„Schon irgendwelche Hinweise?"
„Nöp. Deswegen reden wir jetzt mit denen da."

Jane nickte einverstanden und die beiden baten die Angestellten mit ihnen zu kommen. Als alle vier saßen, beobachtete Jane seine Gegenüber ganz genau. Vielleicht verheimlichten sie irgendetwas und das würde er sicherlich schnell herausfinden. Lisbon führte das Gespräch und bekam auch wirklich ein paar wichtige Informationen über das Opfer heraus. Jedoch war Jane davon überzeugt, dass die Angestellten nichts mit dem Mord zu tun hatten. Er war der Meinung, dass es etwas familiäres war und somit machten sich Rigsby und Cho auf den Weg zu der Familie, um ihnen ein paar Fragen zu stellen. Lisbon, van Pelt und Jane blieben wieder zurück.

„Ich denke solche Gespräche könnte ich auch führen.", meinte Lisbon irgendwann und rührte nachdenklich durch ihren Tee.

„Nein.", sagten Jane und van Pelt wie aus der Pistole geschossen und Lisbon sah sie überrascht an.

Jane räusperte sich kurz und fuhr dann fort: „Ihre Wunde ist noch nicht genug verheilt. Wenn der Befragte dann wegrennt, könnten Sie ihn nicht verfolgen."
„Ja, dann müssten Sie das mal machen.", lachte Lisbon und war wieder in ihren Gedanken vertieft. Die Vorstellung war doch recht lustig, wie Jane einem Mann hinterher sprintete und ihn dann zu Boden warf. Sie bezweifelte nicht, dass er es konnte. Er konnte es mit Sicherheit, doch er beteiligte sich sonst auch nie an so etwas. Somit passte es nicht wirklich zu ihm.

„Es ist gefährlich, Boss, auch wenn in den meisten Fällen nichts passiert. Man sollte das Risiko nicht eingehen." Van Pelts Worte drangen dann doch zu ihr durch und sie nickte betrübt.

„Ja, Sie haben recht. Ich sollte mich noch schonen."

Jane und van Pelt warfen sich einen erleichterten Blick zu und tranken dann wieder ihren Tee. Irgendwann machte van Pelt sich wieder an die Arbeit und kramte noch mehr Informationen hervor. Diese Frau brachte wirklich alles ans Licht.

„Wie geht es dir?", fragte Jane mit einem strengen Blick. Dieser nachdenkliche Blick von Lisbon machte ihm Sorgen.

„Gut.", sagte sie rasch und nahm einen weiteren Schluck ihres Tees.

„Wirklich?"

Sie nickte als Antwort und strich ihm beruhigend über den Oberschenkel.

„Alles ist gut."

Jane musterte sie nochmal und war sich sicher, dass sie log. Er war sich verdammt sicher. Doch sollte er jetzt einen Streit mit ihr riskieren? In dem sie vielleicht nicht nachgeben würde und so sauer auf ihn sein könnte, dass sie ihn nicht in ihrer Nähe haben wollte? Konnte er das wirklich riskieren? Jane schüttelte seinen Kopf und warf den Gedanken aus seinem Kopf. Er würde jetzt keinen Streit in Kauf nehmen. Er würde ihre kleine Lüge akzeptieren. Sie hatte bestimmt ihre Gründe, auch wenn Jane es enttäuschend fand, dass sie ihm immer noch nicht alles anvertraute. Aber so war Lisbon nun mal … Sie brauchte Zeit.

„Und wie geht's dir?" Guter Schachzug, dass sie jetzt auf ihn lenkte, doch sollte er jetzt ehrlich sein?

„Nicht so gut.", antwortete er wahrheitsgemäß. Warum sollte er sie jetzt auch anlügen? Das wäre ein Teufelskreis.

„Was ist los?", fragte sie besorgt und rückte mit ihrem Stuhl näher an ihn heran.

„Das ist jetzt eine echt dumme Frage.", meinte er spöttisch und lächelte sie schräg an.

„Ja, okay … Aber er ist nicht hier, Patrick. Alles ist gut. Könnten wir uns nicht die ganze Zeit Sorgen darum machen? - Was ist wenn er erst in drei Jahren zustößt? Können wir die drei Jahre dann nicht genießen?"

„Du genießt unsere Zeit nicht?"
„Nein … Ja … Nein, Moment … Ich genieße die Zeit mit dir. Ich genieße jede einzelne Sekunde mit dir. Aber wenn du dir immer Sorgen machst, fühle ich mich nicht mehr wohl. Verstehst du das?"

„Du magst es nicht wenn ich mich um dich sorge?"
„Patrick … Du machst dir ZU viel Sorgen."
„Oh, tut mir leid, wenn ich Angst um die Frau habe, die ich liebe." Jane schaute sie verärgert an. Er verstand nicht, was sie ihm sagen wollte.

„So mein ich das doch gar nicht."

„Ach, vergiss es." Jane wollte nicht hören, was sie noch zu sagen hatte. Er wusste, dass sie es nicht mochte, wenn er immer da war, um nach ihr zu sehen. Doch sie musste doch verstehen, dass er nicht anders konnte. Sie lag ihm am Herzen und er konnte das Risiko sie zu verlieren nicht eingehen.

„Patrick.", versuchte sie es noch einmal, doch Jane stand auf und ließ sie allein am Tisch zurück.

Er würde nicht lange weg von ihr bleiben, dass wusste er. Er musste sicher gehen, dass es ihr gut ging. Doch für den Moment konnte er einfach nicht bei ihr bleiben. Er machte sich Sorgen um sie, er kümmerte sich um sie und sie fand es nicht gut. Was wollte sie von ihm?

So, ich weiß, ich lass euch gerade mitten drin hängen … Aber ich schließe das Kapitel einfach mal hier. Ich hoffe es hat euch gefallen. Vielleicht fällt es euch ja wieder auf, zumindest ist es mir diesmal aufgefallen, ich springe immer wieder von der vertrauten Anrede zur höflichen Anrede zwischen Jane und Lisbon. Erklärung dazu, wenn die beiden allein sind dann duzen die beiden sich, auf der Arbeit aber, wenn sie irgendwer hört, siezen sie sich weiter …

Soo, gute Nacht ;)
Reviews sind immer herzlich willkommen :)