24. Bauchweh

Mittwoch, 28. April 2004

Ob Madam Pomfrey in dieser Nacht noch vorbeigeschaut hatte, konnte sie am nächsten Morgen nicht sagen, aber dass sie gut geschlafen hatte und auch ihr Husten spürbar besser war, schon. Sehr gut!

„Guten Morgen Professor!", grüßte sie ihren Mitbewohner, der mit müden Augen und tiefen Furchen auf der Stirn hinter seinem Schreibtisch saß, als sie ihm Eileen nach dem Stillen vorbei brachte.

„Morgen!", entgegnete er einsilbig und nahm ihr Eileen ab.

„Entschuldigen Sie, dass ich das so sage, aber Sie sehen nicht besonders aus, Professor, haben Sie denn heute Nacht gar nicht geschlafen?"

„Ich wiederhole mich nur ungern, aber es geht sie nicht an, wie ich meine Zeit verbringe", war seine unleidliche Antwort, bevor er auf die Türe wies, „Gehen Sie sich lieber anziehen, ich muss gleich zum Unterricht."

„Hatte ich sowieso vor", rollte Hermine mit den Augen, „Aber bevor sie wieder weg sind, haben Sie gestern in der Verbotenen Abteilung etwas herausgefunden?"

„Nein, meine wenigen Notizen finden Sie in dem Umschlag auf dem Labortisch, ich bin bis M vorgedrungen."

„Gut, dann mache ich nachher weiter, wenn es Ihnen recht ist."

„Aber nicht länger als zwei Stunden", mahnte er, „Ich will nicht wieder eine von Madam Pomfreys Strafpredigten über mich ergehen lassen müssen!"

„Nein, ich passe auf", versprach Hermine und musste grinsen, der Professor hatte also auch Respekt vor Hogwarts resoluter Heilerin, wie nett!

Aber just bevor sie sich mit Eileen in die Bibliothek aufmachen wollte, fiel ihr Blick auf ihren Schreibtisch, dort lag ein kleines Häufchen an Briefen, die sie natürlich erst einmal alle lesen musste. Einer davon war von ihren Eltern, die einen Besuch für das nächste Wochenende ankündigten und von einem gemeinsamen Ausflug mit Tante Martha nach Paris berichteten. Oh, Paris, da war sie noch nie gewesen, nun, jedenfalls nicht bis 1997, aber vielleicht ergab sich die Gelegenheit ja in der Zukunft noch.

Ein weiter Brief war von Harry und Ginny. Erfreut riss sie das Kuvert auf. Und als sie Harrys krakelige Schrift las, wurde ihr ganz warm ums Herz. Er berichtete ihr darin ausführlich von einem interessanten Fall, an dem er gerade mit Ron arbeitete. Er sei gefährlich und hochkomplex und wenn sie ihn nicht bis nächste Woche Montag gelöst hätten, würde Harry seinem Chef vorschlagen doch Hermine und den Professor um Rat zu bitten. Der zugewiesene sogenannte Experte des Ministeriums, ein gewisser Cyrus Mahony war laut Harry ein kompletter Idiot. Harry solle sie auch herzlich von Ron grüßen, fürs Schreiben hätte dieser im Augenblick keine Zeit, da er mal wieder irgendeiner Hexe hinterher schmachten würde, an deren Namen sich weder Harry noch Ginny erinnern konnten.

Aha, also waren Harry und Ron tatsächlich Auroren geworden, toll! Sie gönnte es beiden von Herzen, das passt genau zu ihnen und dass Harry und Ginny endlich zusammen waren, das fand sie ebenfalls richtig klasse und so las sie auch Ginnys Berichte über die aktuellen Dummheiten ihres gemeinsamen Sohnes James mit breitem Grinsen. Nebenher erzählte Ginny noch, dass sie bald wieder als Profispielerin fliegen wolle und ihr alter Verein sie zur nächsten Saison sofort wieder eingestellt hatte. Ah, hatte sie ihre Berufspläne also auch umgesetzt. Sehr gut!

Aber das mit Rons Liebesleben, gab ihr dann doch einen ziemlich schmerzhaften Stich in die Brustgegend. Er tröstete sich also alle naselang mit irgendeiner anderen. Nun, spottete die kleine freche Stimme in ihrem Hinterkopf, immerhin bist Du mit dem Professor verheiratet, soll er sich da ewig nach dir verzehren?'

Natürlich nicht, obwohl….

Die fünf anderen Briefe waren Fachanfragen und Korrespondenzen mit Tränkemeistern und Zauberkunstmeistern aus ganz Europa. Leider verstand sie nur die Hälfte der Problemanzeigen oder Sachverhalte, da musste die Hermine der Jetztzeit sich drum kümmern oder eben der Professor, wenn sie in absehbarer Zeit nicht wieder zurück in ihre richtige Zeit konnten.

Sie legte alle Briefe zurück auf den Schreibtisch und schnappte sich ihre Tochter samt einer dicken Decke und machte sich auf den Weg zur Bibliothek. Aber auf halbem Weg fing Eileen an zu quengeln. Irgendetwas schien sie zu stören.

„Na, mein Schatz, was hast Du denn?", erkundigte sich Hermine verwundert, denn bisher war Eileen ein unglaublich braves und gutgelauntes Kind gewesen, das sich nur dann vehement in Erinnerung brachte, wenn es Hunger hatte oder eine frische Windel brauchte.

Aber sie konnte keinen Hunger haben, denn ihre letzte Mahlzeit war erst eine knappe Stunde her und danach hatte sie auch eine frische Windel bekommen. Hm, müde konnte sie eigentlich auch nicht sein, was denn dann?

„Tut Dir vielleicht etwas weh?", fragte sie besorgt, als Eileens Jammern schließlich sogar in Weinen überging.

Leider bekam sie keine Antwort, aber die Bibliothek konnte sie vergessen, Madame Pince mochte zwar Hogwarts jüngste Bewohnerin, aber schreiende Kinder tolerierte sie in keinem Alter!

Also zurück in den Kerker. Dort überprüfte Hermine zur Sicherheit doch noch mal den Zustand der Windel, maß ihre Temperatur und war anschließend so schlau wie zuvor. Alles in bester Ordnung, aber warum weinte dieses Kind dann.

„Du wirst doch nicht doch noch herausgefunden haben, dass wir nicht Deine richtigen Eltern sind?", überlegte Hermine bang und ging mit Eileen auf den Armen wiegend im Raum auf und ab, „Deine richtige Mum wüsste bestimmt, was Dir fehlt, aber ich habe ehrlich keine Ahnung und wenn Du mir nicht bald einen Tipp gibst, muss ich Poppy fragen gehen", entschied sie ratlos.

Als Eileen sich auch weitere zehn Minuten später noch nicht beruhigt hatte, wollte sie schon zu ihrer Robe greifen, als der Professor aus dem Unterricht zurück kam.

„Was hat sie?", fragte der vorwurfsvoll und legte die Stirn in missbilligende Falten.

„Ich weiß es nicht", antwortete Hermine, der hatte ihr zu ihrem Glück noch gefehlt.

„Hat sie Hunger oder sonst etwas?"

„Nein, ich habe alles geprüft, ich habe wirklich keine Ahnung, was ihr fehlen könnte", schüttelte Hermine ratlos den Kopf, „Eigentlich wollte ich gerade zu Madam Pomfrey, nicht dass sie krank ist."

„Haben Sie ihr denn keine Temperatur gemessen?", erkundige er sich verdrießlich.

„Natürlich habe ich das, sie ist völlig normal", entgegnete Hermine und zu ihrer Sorge um Eileen schlich sich gerade Ärger über deren besserwisserischen, arroganten Vater, „aber vielleicht fühlt sie sich ja bei Ihnen besser", fiel ihr dann eine wirklich nette Möglichkeit ein, Eileen zu beruhigen, „einen Versuch ist es jedenfalls wert", nickte sie und reckte das schreiende Kind dem Professor entgegen.

Der nahm zu ihrer Verwunderung die Kleine auch tatsächlich ohne größeren Widerstand entgegen und marschierte mit ihr sogleich vor dem Kamin auf und ab, doch auch diese Maßnahme blieb wirkungslos. Eileen schrie unvermindert weiter.

Nach einer weiteren viertel Stunde des Klagens und Weinens, entschied Hermine, „Das ist doch nicht normal! Ich hole jetzt Madam Pomfrey!", und griff sich erneut ihrer Robe.

„Warten Sie!", hielt sie der Professor zurück und auch er erschien ihr deutlich weniger arrogant, als noch vor wenigen Minuten, „Sie können sie über den Kamin rufen."

„Oh, das vergesse ich immer", schlug sich Hermine gegen die Stirn und warf schnell eine kleine Prise Flohpulver in die Flammen, „Krankenstation", verlangte sie deutlich.

„Hallo ihr drei!", grüßte Hogwarts Heilerin keine drei Minuten später, „was gibt's?"

„Wir wissen es nicht genau", versuchte Hermine die Situation zu erklären, „aber Eileen lässt sich jetzt schon eine ganze Weile nicht beruhigen, aber sie kann weder Hunger haben, noch hat sie Temperatur. Wir brauchen Deinen Rat!"

„Gut, ich komme gleich, muss nur noch den drei Dummköpfen aus Slytherin hier einen Abführtrank geben, sonst nehmen die noch Schaden!"

„Um wen handelt es sich?", erkundigte sich der Professor sogleich alarmiert.

„Das werde ich Dir nicht sagen, ihre Leibschmerzen sind Strafe genug!", grinste Poppy und verschwand aus den Flammen.

„Diese Idioten!", knirschte der Professor und Hermine musste sich ein Lachen verkneifen. Doch Eileen schien genau so wenig amüsiert wie ihr Vater, denn nicht einmal das Gespräch mit Poppy hatte sie abgelenkt. Sie schrie immer noch.

„Das ist ja nicht zum Aushalten!", stöhnte der Professor und Hermine stimmte ihm voll zu, allerdings bemerkte sie auch die kleinen Schweißtropfen auf seiner Stirn und fand es doch erstaunlich, wie genau man hinsehen musste, um die Regungen dieses finsteren Zeitgenossen richtig interpretieren zu können.

„Kommen Sie her, Sir", bot Hermine an und reckte ihm ihre Arme entgegen, „Ich nehme sie noch mal, Poppy wird bestimmt jeden Augenblick kommen."

Zögernd, aber dennoch nicht undankbar nahm er ihr Angebot an und setzte sich auf einen der beiden Sessel.

„Ach, mein Schatz, was hast Du denn nur?", murmelte Hermine an Eileens Ohr und strich ihr zärtlich über den schmalen Rücken, „Tut Dir etwas weh? Ist etwas nicht in Ordnung?"

„Sie wird es Ihnen wohl kaum sagen können, Miss Granger!", stichelte der Professor mit leicht höhnischem Unterton, aber sie ließ sich nicht beirren, „Sieh mal Eileen, Dein Dad ist da und hat auch nicht die geringste Ahnung, was Dir fehlt und ich bin hier…"

„Und sie ist auch nicht klüger", fiel er ihr ins Wort.

„Stimmt, das bin ich nicht, aber ich gebe es wenigstens offen zu", konterte Hermine ungerührt, „Und gleich kommt Poppy und schaut nach Dir und dann wird es bestimmt wieder gut."

„Hoffentlich!", murmelte der Professor und erhob sich, „Ich mache mir einen Tee!"

„Oh, ja, das ist eine gute Idee", freute sich Hermine und überhörte geflissentlich, dass er wohl nur einen Tee für sich im Sinn hatte.

Er ließ sich fast nichts anmerken und verschwand in der Küche, aus der er auch erst hervorkam, als Poppy an die Kerkertüre klopfte.

„So, alles wieder im grünen Bereich bei den Damen und Herren des grünen Hauses!", grinste sie und eilte auf Hermine und Eileen zu, „Nun, was ist denn mit unserer sonst so braven Slytherintochter?", fragte sie und zückte ihren Stab, „Haben wir vielleicht auch Leibschmerzen, weil wir von einer verbotenen Spaßsüßigkeit der Weasleybrüder gekostet haben?" Sie musste lachen, weil sowohl der Professor, als auch Hermine daraufhin entrüstet die Köpfe schüttelten.

Doch dann war sie einige Minuten still und horchte genau auf das Sirren ihres Zauberstabs und las sich die vielen Zeichen und Zahlen genau durch, die ihre Diagnosezauber hervorbrachten, schließlich steckte sie ihn wieder weg und seufzte laut. „Tja…", machte sie und Hermines Herz klopfte aufgeregt gegen den Brustkorb, „Nun sag schon! Was ist, was hat sie?"

„Tja, ich kann nichts Gravierendes feststellen", zuckte Poppy mit den Schultern, „Sie hat leicht gerötetes Zahnfleisch, was auf erste Anzeichen fürs Zahnen deuten könnte, sie hat eine leicht gespannte Bauchdecke, was auf Blähungen hinweisen könnte, aber ehrlich, es kann nichts großes oder schlimmes sein."

„Aber sie lässt sich nicht beruhigen", stöhnte Hermine.

„Das ist manchmal bei Babys so, ihr habt bisher nur Glück gehabt, dass Eileen so unkompliziert war, das ist aber nicht die Regel", auch Poppy seufzte laut, „Wenn ich da an meinen Sohn denke, wir haben nächtelang auf dem Besen verbracht, weil er nur so schlafen wollte. Oder meine Nichte, die brauchte immer einen blubbernden Kessel, damit sie friedlich war. Oder der Sohn meiner Freundin Ottilie, der beruhigte sich nur auf dem Rücken ihres Hippogreifs."

„Ich flieg aber nicht mit ihr!", stellte Hermine klar, und dem Professor entwich ein leiser spöttischer Laut bevor er ergänzte, „die Kesselvariante wäre allerdings leicht auszuprobieren, nur einen Hippogreif besitzen wir hier leider auch nicht."

„Egal, ihr müsst einfach herausfinden, was ihr gefällt, ihr fehlt jedenfalls nichts weiter, also, ich bin dann mal wieder weg!"

„Was?", kam es unisono aus den Mündern der beiden, „Du kannst doch jetzt nicht gehen!"

„Oh doch, medizinisch gibt es nichts zu tun, also ist das Elternsache", zuckte sie mit den Schultern, hob dann aber mahnend einen Zeigefinger, „aber pass auf Dich auf Hermine Granger, sonst bekommst Du mit mir Ärger!" und bevor die beiden sich noch aufs Bitten und Betteln verlegen konnten, war sie auch schon wieder verschwunden.

Verdammt, hatte die es gut!

Die nächsten beiden Stunden waren furchtbar. Eileen ließ sich durch nichts beruhigen, was die beiden auch anstellten. Kein Kessel, keine Rassel, keine Musik, kein Besenflug (der Professor meinte, man solle es wenigstens probieren) nichts wirkte, manches wurde sogar noch schlimmer. Schließlich versuchte der Professor aus lauter Verzweiflung einen Stillezauber, was Hermine und er sehr erholsam fanden, aber Eileen leider so gar nicht, denn sie lief daraufhin puterrot an und darum beeilte sich Professor Snape auch schnellstens den Zauber wieder aufzuheben.

Schließlich sackte Hermine völlig geschafft auf die Couch und streckte wortwörtlich alle viere von sich.

„Sie machen doch jetzt nicht schlapp", brummte der Professor mit zittriger Stimme und setzte sich mit der schreienden Eileen ebenfalls auf die Couch.

„Doch, es tut mir leid, aber ich kann nicht mehr, mein Kopf tut mir weh und meine Ohren auch", jammerte Hermine und aus dem Seufzen das sie als Antwort von ihrem Lehrer bekam, war deutlich herauszulesen, dass es ihm ähnlich ging.

„Vielleicht hat Sie ja jetzt wieder Hunger?", überlegte der Professor, als er bemerkte, dass Eileen an ihrer Hand lutschte.

„Könnte sein, es ist zwar noch etwas früh, aber ich spüre meine Brust schon", murmelte Hermine und linste auf die Wohnzimmeruhr, „Geben Sie sie mir wieder, ich versuch es mal."

„Ich gehe solange frischen Tee machen", bot er an und rieb sich die Augen.

„Gut", nickte Hermine dankbar, der letzte Tee war kalt geworden. Sie schob sich ein Sofakissen in den Rücken, setzte sich aufrecht und legte das zweite Kissen auf ihren Schoß, dann knöpfte sie ihre Bluse auf und legte Eileen vor ihre Brust. Tatsächlich schnappte sich die brüllende Professorentochter sogleich die dargereichte Milchquelle und begann kräftig zu saugen.

„Sie hatte Hunger?", konnte Professor Snape es nicht fassen, der auf der Stelle aus der Küche geeilt kam, als das Geschrei verstummte.

„Anscheinend", war auch Hermine völlig überrascht und starrte das heftig saugende Kind auf ihrem Schoß an.

„Aber Sie sagten doch, dass sie getrunken hatte", verstand der Professor noch immer nicht.

„Hat sie auch, ganz normal und ausgiebig", zuckte Hermine mit den Schultern.

„Versteh einer die Frauen!", grummelte Professor Snape und ließ sich mit der Teekanne am anderen Ende der Couch nieder.

„Hoffentlich war es das jetzt!", flüsterte Hermine nach einer Weile und streichelte vorsichtig über das schweißnasse Köpfchen.

„Das werden wir gleich merken", murmelte der Professor und war so nett ihr eine Tasse Tee einzuschenken, „Mit einem Stück Zucker und Milch?"

„Ja, sehr gut, Danke!"

Als Eileen sich wieder klagend meldete, drehte sich Hermine von ihm weg und wechselte schnell die Brust und sogleich trank die Kleine wieder gierig. Doch dann hörte sie abrupt auf, lief tiefrot an, quetschte fest die Augen zu und presste wie verrückt. Hermine und auch der Professor hielten erschrocken die Luft an, doch dann erfüllte ein lauter Pups den Kerker, dem ein furchtbarer Gestank auf dem Fuße folgte.

„Aha!", kam es von beiden und sie sahen sich trotz der Geruchsbelästigung erleichtert an. Eileen jedenfalls schien befreit in sich zusammenzusacken und gab nur noch einige erlöste Geräusche von sich.

„Du armer Schatz! Jetzt ist sie bestimmt müde", überlegte Hermine und küsste sie liebevoll auf die Stirn.

„Und sie braucht eine frische Windel!", ergänzte der Professor und rümpfte die Nase.

„Gute Idee!", grinste Hermine und reichte ihm die völlig fertige Professorentochter herüber, „Ihr Job, Sir!"

„Nun gut, aber lassen Sie mir gefälligst eine Tasse Tee übrig!", grummelte Professor Snape und verschwand mit Eileen in deren Zimmer.

Hermine indes knöpfte ihre Bluse zu und lehnte sich erschöpft gegen die Lehne des Sofas. Nur einen Augenblick die Augen schließen und die himmlische Ruhe und den Frieden genießen, ging es ihr durch den Sinn. Ach, war das schön!

Sie bemerkte erst gar nicht, dass der Professor wieder zurück war, er hatte gewiss einen Zauber gesprochen, aber egal, sie schenkte ihm eine Tasse Tee ein und nahm ihm Eileen wieder ab, „Damit Sie wenigstens den Tee in Ruhe genießen können", meinte sie matt und legte sich Eileen über die von einem Tuch bedeckte Schulter.

Doch Eileen wollte jetzt, wo sie keine störende Luft in ihrem Gedärm mehr störte wieder zu ihrem Dad und so wurde das eben nichts, mit der ungestörten Tasse Tee. Hermine nutzte die Zeit, um schnell die Stilleinlagen zu wechseln, aber als sie zurück ins Wohnzimmer kam, blieb sie stehen und musste schmunzeln. Die schlaflosen Nächte der letzten Tage zollten auch von disziplinierten Kerkerherren Tribut und die wenigen Minuten im Schlafzimmer hatten gereicht, dass Mann und Kind friedlich eingeschlummert waren, dort auf der grünen Couch vor dem prasselnden Kaminfeuer und als sich Hermine dazusetzte und die beiden eingehend betrachtete, wurden ihre Augen schwer und schwerer und sie hatte sich noch nicht recht umsehen, da war sie ebenfalls eingeschlummert.

„Jetzt schläft er doch zusammen mit mir auf einem Lager!" war das Letzte, was ihr durch den Sinn ging.

Ein wirklich frecher Gedanke!