Danke für dein Review Gabba Podda, ich hoffe, dir gefällt auch dieses Kapitel. An meine anderen Leser: Bitte schreibt mir ein Review
25. Es ist kein leichter Weg nach Askaban!
Harry machte sich also nach dem eher spärlichen Mittagessen, welches er von seinen Verwandten bekommen hatte, auf den Weg zum Ministerium für Zauberei. Seine Verwandten hatte er durch einen kleinen Verwirrungszauber dazu gebracht, ihn in sein Zimmer zu sperren, da er nach ihrer Ansicht einen Fehler begangen hatte, den sie bestrafen mussten. Nach ihrer Meinung würde der Verzicht auf das Abendessen ihn davon abhalten, diesen Fehler zu wiederholen. Zwar kümmerten sich seine Verwandten nicht darum, was er den ganzen Tag machte, solange es nicht die Nachbarn merkten, aber zu den Essenszeiten musste er doch am Tisch sitzen, wenn sie ihn nicht wegen etwas bestrafen wollten. Daher hatte er auch dafür sorgen müssen, dass sie ihn nicht zum Abendessen am Tisch erwarten würden, denn er wusste nicht, wie lange er weg sein würde.
Harry erschien zunächst im oberen Stockwerk seiner Wohnung in London. Dort verwandelte er sich wieder einmal in einen jungen Mann und zog sich auch wieder den Umhang mit der Kaputze an. Seinen alten Zauberstab hatte er wie immer unter seinem linken Ärmel versteckt, während sein neuer selbstgemachter in einem Halfter an seinem rechten Oberschenkel war, was jedoch keiner bemerken konnte, da dieser Halfter unsichtbar und untastbar für andere Personen war. Nachdem er dies erledigt hatte, disapperierte er ins Atrium des Zaubererministeriums, wo auch sofort eine Wache mit gezogenem Stab auf ihn zukam und ihn fragte, wer er denn wäre und was er hier wollen würde.
Harry ließ seinen Lord-Ring erscheinen, indem er antwortete: "Ich bin einer der sieben Lords der Zaubererwelt - hier ist mein Ring zum Beweis dafür. Und ich möchte zu Mrs. Bones, der Leiterin der Abteilung für magische Strafverfolgung. Und, ja, ich weiß, wo ihr Büro ist. Sie können also wieder zu ihrem Posten zurückkehren! Auf Wiedersehen, mein Herr!" Während der Wachmann dies tat, nachdem er sich noch von Harry verabschiedet hatte, ging dieser zu den Fahrstühlen, um damit in das Stockwerk zu gelangen, in dem sich Mrs. Bones Büro befand. Dort angekommen ließ er sich bei Mrs. Bones als Lord anmelden und wurde auch sofort zu ihr hereingelassen.
"Wie kann ich ihnen helfen, eure Lordschaft?" Wurde er auch sofort von Mrs. Bones gefragt, nachdem sich die Bürotür hinter ihm geschlossen hatte. "Ich würde gerne ein paar Gefangene in Askaban besuchen. Ich bräuchte daher ein Besucherschein." Erklärte Harry sein Anliegen. "Ein Besuch in Askaban? Interessant! Um wen handelt es sich denn alles? Und warum wollen sie sie besuchen? Handelt es sich vielleicht um Verwandte oder Bekannte von ihnen, eure Lordschaft?" Fragte Mrs. Bones weiter.
"Nun, es handelt sich nicht um Verwandte. Und Bekannte kann man auch nicht gerade sagen. Und es geht um die Lestranges, Bellatrix, Rudolphus und Rabastan Lestrange..." Entgegnete Harry ihr, woraufhin sie ihn stöhnend unterbrach: "Die Lestranges? Das sind Hochsicherheitsgefangene? Was wollen sie denn von denen? Das wird kompliziert, denn für Hochsicherheitsgefangene muss sowohl ich, als Leiterin der magischen Strafverfolgung, als auch Rufus Scrimgeour, als Leiter der Aurorenabteilung, den Besucherschein unterschreiben und bei Rufus ist das etwas schwierig. Er gibt seine Unterschrift auf einer Besuchserlaubnis nur sehr selten. Sie müssen also gute Gründe bei ihm anführen, warum sie die Lestranges besuchen wollen. Natürlich hilft ihr Lordtitel dabei, doch können sie sich nicht allein darauf verlassen, dass er nur deswegen seine Ok dafür gibt."
"Nun, das sollte kein Problem darstellen. Sie wissen doch noch, dass ich für das Verfahren gegen Sirius Black verantwortlich war. Nun hat mich dieser gebeten - da er es selber ja nicht tun kann, weil er sich auf meinen Wunsch aus dem magischen Leben zurückgezogen hat - zu überprüfen, ob seine Cousine Bellatrix Lestrange nicht ebenso unschuldig..." Antwortete Harry Mrs. Bones, die ihn entsetzt unterbrach: "Unschuldig? Bellatrix Lestrange und unschuldig? Wohl kau..!"
Nun unterbrach Harry sie ebenso, unter seiner Kaputze leicht lächelnd: "Aber, aber, Mrs. Bones! Sie hätten doch vor dem Verfahren dasselbe über Sirius Black behauptet! Auch wenn ich weiß, dass die Lestrange im Gegensatz zu Sirius Black in einem rechtskräftigen Verfahren verurteilt worden, und ich daher nicht glaube, dass sie unschuldig sind, so will ich das wegen meinem Freund Sirius gerne selber überprüfen. Ich meine: Hat es Sirius Black - nach allem, was er durchmachen musste - nicht verdient, dass er die Wahrheit über seine Verwandten erfährt? Und das nicht durch das Ministerium, welches schuld an seinem nicht gerade tollen Leben in den letzten Jahren ist, sondern durch eine Person, deren Aussagen er vertrauen kann? Oder, was sagen sie dazu, Mrs. Bones?"
Verlegen schwieg Mrs. Bones zunächst, ehe Harry die letzte Frage wiederholte. Dann meinte sie: "Sie haben natürlich recht, eure Lordschaft. Und natürlich werde ich ihnen die Besuchserlaubnis für die Lestranges unterschreiben und Mr. Scrimgeour wird dies sicher auch tun, wenn sie es ihm so wie mir eben erklären, er ist schließlich auch im Zauberergarmot und daran interessiert, dass kein Unschuldiger in Askaban sitzt, vorallem nicht, wenn dieser mit einem verwandt ist, der unschuldig in Askaban gewesen ist. Doch sie sollten ihm vielleicht nicht so unter die Nase reiben, dass sie oder auch Mr. Black dem Ministerium nicht so wirklich trauen, denn er könnte dann eingeschnappt reagieren und ihnen seine Unterschrift verweigern."
Natürlich war die Geschichte, dass er einen Auftrag für seinen Besuch der Lestranges in Askaban von Sirius Black erhalten hatte, gelogen. Schließlich war dieser genau wie sein Bruder und Remus Lupin strikt gegen Harrys Besuch der Lestranges gewesen. Doch Harry war kein anderer Grund eingefallen, der überzeugend genug gewesen wäre, und natürlich wollte er unbedingt die Lestranges und vorallem Bellatrix, Sirius Mörderin in seiner alten Zeitlinie, besuchen und das bevor Voldemort seinen neuen Körper erhalten würde.
Danach gab sie ihm die unterschriebenen Besucherscheine für Bellatrix, Rudolphus und Rabastan Lestrange und verabschiedete ihn mit den Worten: "Ich wünsche ihnen viel Glück bei Mr. Scrimgeour, eure Lordschaft. Kann ich sonst noch etwas für sie tun, eure Lordschaft?" "Nein das wars eigent... Moment, doch, da gibt es noch etwas: Ich würde gerne in den nächsten Tagen vor dem Zauberergarmot etwas sagen. Wissen sie nicht zufällig, ob und wann er das nächste Mal tagt?" Erwiderte Harry daraufhin. "Oh, das! Die nächste Sitzung des Zaubergarmot ist am 1. August. In ihr geht's um..." Antwortete sie ihm, wurde jedoch von Harry unterbrochen, der laut fluchte: "Verdammt, das ist zu spät. Oh, entschuldigung, Mrs. Bones, aber ist es vielleicht möglich den Zaubergarmot früher einzuberufen, spätestens in zwei Wochen, oder brauch ich dafür einen zweiten Lord?"
"Nunja, offiziell schon, aber ich denke, dass die Mitglieder des Zauberergarmot kommen werden, wenn ein Lord sie nett darum bittet, besonders wenn dieser einen Unschuldigen aus Askaban befreit hat. Ich werde ihnen einfach einen Brief schreiben, in dem ich erkläre, dass einer der beiden Lords, die den Antrag zu Mr. Blacks Verhandlung gestellt haben, sie bitten in einer wichtigen Sachen - achja, um welche Sache handelt es sich eigentlich, eure Lordschaft?" Antwortete Mrs. Bones. Daraufhin erwiderte Harry: "Nun, es geht auch um Sirius Black, aber eigentlich um den wahren Verräter Peter Pettigrew und dabei um eine Möglichkeit, diese Ratte endlich nach Askaban zu verfrachten." "Das ist ja noch besser! Wenn ich das schreibe, kommen sicher alle Garmotmitglieder. Da bin ich mir hundertprozentig sicher. Nur ein paar Lords werden vielleicht nicht erscheinen, aber damit das Garmot beschlussfähig wird, sind sie nicht unbedingt nötig. Sonst noch 'was, eure Lordschaft?" Meinte die Ministeriumsbeamte zuversichtlich.
Nachdem Harry diese Frage verneint hatte, verabschiedete er sich von Mrs. Bones und verließ ihr Büro, um in das von Mr. Scrimgeour zu gehen. Dort legte er den von Mrs. Bones schon unterschriebenen Besucherschein vor und erklärte dem Leiter des Aurorenbüros sein Anliegen. Mr. Scrimgeour war natürlich nicht gerade begeistert von dem Anliegen des Lords und wollte ihn schon mit einem 'Nein' wegschicken. Doch als Harry wieder zu seiner Lüge mit dem Willen von Sirius kam, unterschrieb er doch den Besucherschein. Jedoch machte er ihn darauf aufmerksam, dass man als Besucher keinen Zauberstab mitnehmen durfte und dies mit sogenannten Magiespürgeräten überprüft werden könnte. Davon hatte Harry natürlich bisher noch nichts gehört, aber er war froh, dass er es schon vorher erfahren hatte und sich daher vorbereiten konnte. Also verließ er das Büro von Scrimgeour und ein Bißchen später auch das Zaubererministerium.
Harry apperierte in einem Wald der Nähe eines kleinen Hafendorfes im Westen Schottlands. Dieses Dorf lag an der Küste und hatte einen kleinen Hafen, in dem eigentlich nur die Boote von Fischern lagen. Der Hafen bestand aus zwei kleinen Holzstege, an die jeweils etwa ein Dutzend Ruderboote und vielleicht zwei oder drei größere Boote mit Segeln und Motoren angetaut waren. Dort, wo die Stege ans Ufer stießen, befanden sich drei kleine Hütten aus Holz. In zwei dieser Hütten wurden die Fänge der Fischer gelagert, bevor sie an Ständen vor den Hütten verkauft wurden. Die dritte Hütte stand schon lange unbenutzt da. Keiner der Anwohner konnte sich daran erinnern, dass er sie jemals betreten hatte, doch sie hatten sich schon zu sehr daran gewöhnt, um sich noch darüber zu wundern.
Es gab einen Grund für die Nichtbenutzung dieser Hütte, doch keiner der Bewohner des Dorfes wusste davon. Sie hörten nur manchmal Geräusche aus der Hütte kommen, doch immer, wenn sie nachsehen wollten, was darin vorging, fiel ihnen ein wichtiger Termin ein. Dieser Grund hatte auch Harry in dieses Dorf geführt, denn in dieser Hütte befand sich der einzige offizielle Weg, in das Zauberergefängnis Askaban zu kommen. Dieser Weg bestand aus einem Portal, welches einen direkt auf die Insel brachte, auf der das Gefängnis lag. Dieses Portal wurde von mehreren Auroren bewacht. Natürlich hätte man auch mit einem Schiff auf die Insel kommen können, doch wusste niemand, wo sie genau lag, denn sie war unortbar gezaubert worden. Auch konnte man dort wie in Hogwarts weder apperieren noch disapperieren und, wenn man es mit dem Schiff versuchte, konnte man sehr leicht von der Wachmannschaft von Askaban entdeckt werden. Außerdem gab es um die Insel gefährliche Riffs, die auch noch so verzaubert worden waren, dass auch ein durch Magie geschütztes Boot daran zerschellte.
Nachdem Harry in dem Wald apperiert war, wechselte er zunächst seine Klamotten und zog sich eine blaue Jeans und ein grünes T-Shirt an. Auch hatte er sich wie immer, wenn er als Lord unterwegs war, das Äußere eines jungen Mannes angenommen und seine Narbe durch Make-up verdeckt, damit man ihn nicht als Harry Potter erkennen konnte. Schließlich wollte er nicht den Muggeln in dem Dorf auffallen, also schieden sowohl sein Zauberer- als auch sein Metallklamotten aus. Natürlich würden sich die Dorfbewohner schon genug wundern, dass ein Fremder die leerstehend Hütte betrat, doch wenn er noch dazu in einer auffälligen Kleidung dort auftauchen würde, würde man ihn noch genauer beobachten als man es bei einem Fremden sowieso schon tat. Natürlich hätte er auch in die Hütte apperieren können, denn dies war möglich, doch dann hätte er sofort mehrere Zauberstäbe vor der Nase gehabt und wäre zunächst entwaffnet worden, ehe er sich hätte orientieren können.
Also hatte er beschlossen, durch die Eingangstür zu gehen, wo die dort stationierten Auroren zwar auch ihre Zauberstäbe auf ihn richten würden, aber er sich besser gegen sie wehren können würde. Während er sich über das alles Gedanken machte, hatte er auch schon den Hafen des kleinen Ortes erreicht. Vorsichtig sah er sich nach allen Seiten um und erkannte einen Augenblick, in dem sich keiner der anwesenden Fischer mit ihm beschäftigte, sofort nutzte er diese Gelegenheit aus, öffnete die Tür der scheinbar leerstehende Hütte mit seinem Stab und trat schnell ein. Natürlich sah er sich auch gleich nach Betreten um, während er die Tür hinter sich zuzog, und sah auch schon zwei fremde Zauberstäbe auf sich gerichtet.
"STAB WEG! SOFORT! Oder wir verfluchen dich. WER bist du und WAS willst du hier?" Wurde er von einem der beiden Auroren angeschnautzt. Trotzdem senkte er seinen Stab nicht und entgegnete: "Ich bin einer der sieben Lords der Zaubererw..." "Und wenn du der Minister persönlich wärst, hättest trotzdem zu gehorchen, denn wie leicht könntest du ein Betrüger sein. ALSO, WEG MIT DEM STAB!" Unterbrach ihn nun der andere Wächter. Also senkte er leicht seinen Zaubererstab, ohne jedoch auch nur daran zu denken, ihn auch wegzustecken, und meinte: "Ok, ich nehm den Stab runter, aber wegstecken tu' ich ihn nicht. - Also, wie ich schon sagte, bin ich einer der sieben Lords der Zaubererwelt und hab einen Besuchserlaubnis für die Gefangenen Bellatrix, Rudolphus und Rabastan Lestrange."
Harry hatte Glück, denn die beiden Auroren schienen sich zunächst mit dem gesenkten Stab zufrieden zu geben und hörten ihn an, während sie aber immer noch ihre Stäbe auf ihn richteten. Dann meinte der eine der Wächter, der zuerst geprochen hatte: "Ein Besuchserlaubnis für die Lestranges? Soso? Kann ich sie mal sehen, eure Lordschaft?" Während er dies sagte, ging er mit erhobenem Zauberstab auf Harry zu, der mit seiner linken Hand den Besucherschein aus seiner Tasche holte. Der Wächter hatte die Worte 'Eure Lordschaft' stark betont, so dass Harry wusste, dass er ihm den lord-Titel nicht abnahm, doch er überging diese Tatsache einfach und überreichte dem Beamten den Besucherschein.
Der Auror untersuchte das Blatt Papier genau, während der andere Wächter Harry in Schach hielt. Nach dieser Untersuchung meinte er: "Nun, damit scheint ja alles in Ordnung zu sein, doch der Schein ist auf 'Lord Nummer zwei' ausgestellt, also müssen wir noch überprüfen, ob sie dieser Lord sind." Damit sprach er einen Analysezauber über Harry und sagte dann: "Wie ich sehe haben sie einen Tarnzauber über sich gesprochen, um ihr wahres Aussehen zu verstecken. Das läßt eindeutig an ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln." Harry entgegnete ihm: "Nicht unbedingt, Mister. Als Lord darf ich mein Aussehen verstecken, damit kein Nicht-Lord weiß, wer die Lords sind. Es kam in der Vergangenheit zu oft vor, dass ein Lord ermordet wurde, um seinen Titel zu bekommen."
"Aber, wie wollen sie dann beweisen, dass sie der sind, für den sie sich ausgeben? Ich weiß zwar, dass Lord einen bestimmten Ring tragen, an dem man sie erkennen kann, doch einen solchen kann ich bei ihnen nicht sehen." Meinte daraufhin wieder der erste Wächter und stellte sich dann vor: "Ich bin übrigens John Wright und das ist Mr. Dumbridge." Er schien der Ranghöhere der beiden zu sein, denn er führte das Gespräch, während der andere nur seinen Zauberstab auf Harry richtete. "Natürlich trage ich einen Lord-Ring, doch der erscheint nur, wenn ich es auch will. Hier, sehen sie?" Entgegnete Harry, während er seinen linken Arm hob und den Ring erscheinen ließ. Auf diesem war aber wieder einmal nur 'Lord Nr.2' zu lesen. Trotzdem erkannte der Auror ihn sofort und meinte nun viel freundlicher: "Entschuldigung, eure Lordschaft, aber wir mussten so handeln. Ich hoffe, sie verstehen das."
"Natürlich versteh' ich das! Sie machen nur ihren Job! Doch, wie läuft das hier jetzt weiter ab? Ich war noch nie in Askaban, wie sie sich vielleicht vorstellen können." Erwiderte Harry dem Auror, der nun auch seinen Stab gesenkt hatte. Während er das sagte, sah er sich zum ersten Mal in dem Raum um und bemerkte, dass der Raum viel kleiner war, als er von Außen gedacht hatte. Doch dann sah er, dass zwei weitere Türen aus dem Raum herausführten. Die eine war hinter dem zweiten Auror und führte wohl in die Wachstube, denn neben ihr, war ein Spiegel, der, wie Harry vermutete, in die andere Richtung durchsichtig war. Während diese Tür offen stand, war die andere Tür verschlossen.
"Nun, zunächst werden wir in den nächsten Raum gehen", meinte der erste Auror, während er auf diese Tür zuschritt und leise etwas flüsterte, was Harry nicht verstehen konnte, "dort ist das Portal. Doch, wie sie vielleicht wissen", nun ging er durch die Tür, die sich nach dem Flüstern geöffnet hatte, und Harry folgte ihm, während der andere Auror in dem Vorzimmer, wie Harry dieses Zimmer nannte, blieb, "darf kein Besucher einen Zauberstab mit nach Askaban nehmen. Daher müssen sie ihren bei uns abgeben und dann durch diesen Magieerkenner gehen." Dabei zeigte er auf ein Gerät, welches Harry an die Metaldetektoren auf einem Flughafen der Muggel erinnerte und welches mitten in diesem Raum stand, in dem vier weitere Auroren waren, die ihre Zauberstäbe drohend auf Harry richteten.
Zwei dieser Auroren standen vor zwei Stühlen, auf denen sie vorher wohl gesessen hatten und die einer links und einer rechts von dem Magieerkenner vor der Absperrung standen, die neben jenem verlief und so den Raum in zwei Teile teilte. Hinter der Absperrung standen die anderen beiden Auroren, genau hinter dem Magieerkenner oder Magiespürgerät, wie Mr. Scrimgeour ihn genannt hatte, und hinter diesen konnte Harry eine ringförmige Apperatur sehen, die einen Durchmesser von etwa zwei Metern hatte. Das Innere dieser Apperatur sah wie eine Flüssigkeit aus, die aber bläulich schimmerte, obwohl das Licht in dem Raum nicht sehr stark war.
Der erste Auror, der Harrys Blick gefolgt war, erklärte nun: "Das da hinten ist, wie sie schon richtig vermuten werden, das Portal, welches sie nach Askaban bringen wird. Doch ehe sie dort durch dürfen, müssen sie ihren Stab abgeben und durch den Magieerkenner." Während er das erklärte, streckte er seinen linken Arm nach Harrys Zauberstab aus, doch dieser machte mit diesem eine Bewegung schräg nach oben, dann wieder leicht nach unten und dann auf sich selber und sprach: "Patronus." Doch bevor er dies gesprochen hatte, hatte ihn der erste Auror angeschnautz, während er seinen Stab wieder auf Harry gerichtet hatte: "HEY, was soll das? Sie sollen mir den Stab geben und nicht dam..." Der Auror hielt inne, als Harrys Körper anfing, blau-weißlich zu leuchten, nachdem dieser dieses Wort geprochen hatte und sich dabei dreimal mit dem Zauberstab auf die Brust getippt hatte.
"Entschuldigung, aber das war nötig. Ich bin nämlich ziemlich anfällig gegenüber Dementoren. Schlimme Erlebnisse! Sie verstehen?" Meinte Harry, der natürlich wusste, wie knapp er einem Fluch entgangen war. Es war schließlich nicht sehr gesund, vor Auroren mit dem Zauberstab herumzufuchteln! "Natürlich, natürlich, eure Lordschaft, aber was war das für ein Zauber? Den kenn' ich garnicht. Und, was ist mit euch, Leute", wandte er sich an seine Kollegen, "kennt einer von euch diesen Zauber?" Die anderen schüttelten ihr Köpfe und Harry klärte die Auroren auf: "Das ist auch kaum möglich, denn der Zauber ist eine Eigenkreation von mir. Es ist ein körpergebundener Patronus. Er funktioniert ähnlich wie der übliche Patronus-Zauber und hält, wenn er richtig gemacht wurde, für etwa drei Stunde."
"Wirklich? Eine Eigenkreation? Sie müssen ein wahres Genie sein! Können sie ihn uns beibringen, eure Lordschaft?" Fragte der Auror, der neben Harry stand. "Naja, können schon, aber eine andere Sache ist, ob ich's tun sollte. Der Zauber sollte nicht in falsche Hände fallen. Man kann ihn nämlich auch auf andere anwenden. Wie leicht kann einer versuchen, die Gefangenen mit Hilfe dieses Zauberers zu befreien!" Überlegte Harry laut. Die anwesenden Auroren protestierten laut: "Aber, eure Lordschaft, wir sind doch Auroren! Wir beschützen die Zaubererwelt und befreien keine Häftlinge! Und der Zauber wäre wirklich hilfreich für uns, und vorallem für die auf Askaban stationierten. Diese leiden sehr unter dem Einfluß der Dementoren und können nur zwölfstunden-Schichten machen. Danach brauchen sie meist mehr als eine Woche, um sich von diesen Strapazen zu erholen und müssen meistens in Urlaub geschickt werden oder Innendienst machen. Wir brauchen also vierzehn Schichten mit jeweils fünf Mann - mehr kann sich das Ministerium nicht leisten, denn das sind schon ca. 2/3 der Auroren von England - aber eigentlich bräuchte man mindestens die doppelte Anzahl pro Schicht..."
Harry unterbrach den Auror: "Hören sie schon auf damit, Mister Wright! Sonst verraten sie mir noch jedes Geheimnis über den Schutz von Askaban", der Auror sah ihn bestürzt an, während die anderen über ihn lachten und ihn mit Namen wie 'Plappermaul' oder 'Tratschtante' betitelten, "außerdem zeig' ich ihnen, aber nur ihnen", dabei sah er die anderen mit einem Blick an, der ihnen zeigen sollte, dass er nicht viel von ihrer Lästerei über ihren Kollegen hielt, "wie der Zauber geht. Aber üben müssen sie ihn schon selber. Die Frage ist nur, wo können wir dies ungestört tun." Begeistert zeigte der Auror auf eine Tür auf der linken Seite des Raumes. Diese führte, wie er Harry sagte, zu dem Gemeinschaftsraum und zu den Schlafräumen der hier stationierten Wachmannschaft. Dort schlief die andere Schicht, wie der Auror erzählte. Ehe Harry diese Räumlichkeiten mit dem Auror betrat, schickte dieser einen der anderen Auroren, die nicht gerade begeistert waren, dass nur Mr. Wright den Zauber gezeigt bekam, in das 'Vorzimmer', um dort den Eingang und den einzigen Bereich der Portalanlage zu bewachen, in dem man apperieren.
In dem Schlafraum von Mr. Wright erklärte Harry dem Auror etwa eine halbe Stunde seinen Patronus-Zauber. Natürlich bekam dieser nur leichtes Schimmern hin, welches von einem kurzen warmen Gefühl begleitet wurde. Doch bei Harry war dieses warme Gefühl auch jetzt noch, mehr als eine halbe Stunde nach Anwendung des Zaubers, vorhanden. Dies zeigte an, ob der Zauber noch wirkte oder nicht. Schließlich verabschiedete er sich von dem Auror und beruhigte ihn, dass er den rest auch allein hinbekommen würde. Er müsse einfach mehr auf das Timing zwischen den Silben des Wortes 'Patronus' und dem Auftippen auf seine Brust achten. Außerdem müsse der Stab immer die gleiche Stelle über dem Herzen treffen, meinte Harry abschließend.
Danach gingen die beiden zurück in den Hauptraum, wo nun nur noch drei Wächter waren. Diese hatten sich wieder gesetzt. Mr. Wright zeigte Harry einen Schließfachraum, wo er dann seinen Zauberstab und seinen verkleinerten Koffer einschloß. Schließlich wollte Harry nicht zweimal durch diesen Magieerkenner durchlaufen, nur weil er diesen vergessen hatte und der Magieerkenner auf diesen anschlug, denn um Einen war der Koffer magisch verkleinert beziehungsweise im Inneren magisch vergrößert und zum Anderen befanden sich in diesem Koffer ja immer noch drei von Voldemorts Horkruxen. Also lief Harry durch das Magiespürgerät ohne, dass dieses sich meldete. Daraufhin steckte auch der letzte Auror seinen Zauberstab weg. Harry war schon gespannt, was ihn alles in Askaban erwarten würde.
