Die Geburt - Teil 1

Zwei Wochen später
Severus und Lucius standen gemeinsam vor einem Haus, wo ein potenzieller Kandidat zuhause war. „Es ist doch einfach nur grausam, was wir tun." bemerkte Severus mit leiser Stimme an. Es war an diesen Tag bereits das fünfte Haus das sie besuchten, bei zwei betroffenen Häusern hatten sie das unvermeidliche tun müssen. Es quälte Severus zutiefst, wenn er Lucius bei seiner Arbeit beobachtete.

Dankenswerterweise übernahm sein Freund immer dann diese Aufgabe, da er selbst als werdender Vater dieser Aufgabe einfach nicht gewachsen war. Er hätte immer wieder Hermine und seine ungeborenen Söhne in den Opfern vor sich gesehen. „Das ist es, dennoch ist es notwendig wie du weißt. Denke an das Wohl von Hermine und euren Söhnen." „Das tue ich Lucius, ich denke den ganzen Tag an nichts anderes als an die Drei." zischte er ungehalten. Beruhigend berührte Lucius ihm an der Schulter. „Das weiß ich doch Severus."

Ehe dieser ihm etwas entgegnen konnte durchströmte ihm ein heftiger Kopfschmerz, gefolgt von einer dröhnenden Stimme in seinen Kopf: „Komm nach Hogwarts, die Wehen haben eingesetzt." Es war die Stimme von Dumbledore gewesen, die zu ihm gesprochen hatte. „Was ist los Severus?" Denn Mann mit den längeren Haaren war sein Schmerz nicht entgangen. „Ich muss gehen Lucius, es ist soweit." „Wirst mich informieren wenn es da ist?" „Ja, das werde ich." „Ich weiß nicht ob ich alleine kommen werde." „Ich weiß." Lucius umarmte seinen Freund während er ihm ins Ohr flüsterte: „Dann viel Glück!"

Severus konzentrierte sich auf Hogwarts und wenige Sekunden später spürte er das vertraute Ziehen der Apparation und schon stand er in der Mitte des Innenhofes seiner alten Schule. Einige Schüler sprangen erschrocken zur Seite während McGonagall bereits ihm erwartete, da sie im Durchgang zur großen Halle stand. „Kommen Sie mit mir Severus." sagte sie und ging zügigen Schrittes voraus. Als er erkannte, dass seine ehemalige Professorin ihm nicht zu Hermines Räumlichkeiten brachte fragte er außer Atem: „Wo bringen Sie mich hin?" „Hermine wird in einen speziellen Raum das Kind zur Welt bringen, einen Raum der nicht einmal auf der Karte der Rumtreiber zu finden ist." Karte der Rumtreiber, Severus notierte sich in seinen Gedanken an einem späteren Zeitpunkt nach dieser Karte nachzufragen, doch nun galt seine ganze Aufmerksamkeit der Dinge die nun unweigerlich kommen sollten. Wenig später stellte Severus fest, dass er besagte Raum genauso hinter einer Wand versteckt war sowie der Raum der Wünsche. „Ist der Raum vor Eindringlingen geschützt?" wollte er wissen nachdem er ihn hinter McGonagall betreten hatte. „Ja ist er, ebenso schalldicht." erklärte sie bevor sie die Tür erneut öffnete. „Bleiben Sie nicht hier Professor?" „Nein Severus, ich werde mich um die Sicherheit der Schüler kümmern. Sie finden Hermine mit Professor Dumbledore und Madame Pomfrey gemeinsam im Tiefen des Raumes wieder. Viel Glück!"

Sprachlos konnte er nur zusehen wie McGonagall hinter der Türe verschwand, die im gleichen Moment nicht mehr zu erkennen war. Ein lauter Schrei zog seine Aufmerksamkeit auf das Geschehnis, das sich gerade im Inneren des Raumes abspielte. „Hermine." Murmelte er und eilte durch den Durchgang, der sich unmittelbar vor ihm befand. Nach einigen Metern durchdrang er eine unsichtbare Wand, wo dahinter ein großes Doppelbett zum Vorschein kam, indem Hermine aufgesetzt war und von Madame Pomfrey unterstützt wurde während Dumbledore von den Beide abgewandt bei einem künstlich erzeugten Fenster stand und hinausblickte.

„Severus." krächzte Hermine keuchend seinen Namen und sah ihm aus ihrem sichtlich verschwitzenden Gesicht an. „Ich bin hier Hermine, ich bin bei dir." sagte er nachdem er an ihre Seite geeilt war und ihre Hand nahm. „Was ist nur passiert, ich bin aufgewacht und hatte sogleich diese unerträglichen Schmerzen. Madame Pomfrey hat mir gesagt, dass es bereits Wehen sind." Meinte sie voller Verwirrung. Nicht minder weniger verwirrt sah Severus zuerst zu der Heilerin, die ihm entschuldigend anblickte und danach zu Dumbledore nickte. „Ich bin gleich wieder da." Sagte er behutsam zu Hermine und gab ihr einen Kuss auf ihr nasses Haar. Kaum nickend konzentrierte sich die werdende Mutter, die sogleich von einer neuen Wehe überrollt wurde. Rasch umrundete Severus das Bett und stellte sich neben Dumbledore, mit dem Rücken zu Hermine und Madame Pomfrey. „Weshalb haben Sie ihr nichts gesagt?" „Weil ich unmöglich riskieren konnte, dass sie seinen Namen erwähnt und damit die Verbindung entsteht." „Warum schützen Sie ihren Geist nicht, wenn sie doch wach ist." „Ich schütze bereits diesen Raum mit meiner Magie im Hintergrund, ich kann sie nicht auch noch sie beschützen Severus." Dieser verstand worauf der Schulleiter hinauswollte. „Aber ich kann es tun, ich kann ihren Geist schützen zumindest bis das erste Kind auf der Welt ist. Wir müssen zumindest eines vor seinem Eindringen schützen können." „Dann hattest du bereits den gleichen Gedanken wie ich Severus. Wir müssen damit rechnen, dass wir nur eines retten werden können. Sobald das erste Kind auf der Welt ist, werde ich es an mich nehmen und verschwinden." „Gut, sagen Sie mir aber nicht wohin, denn ich kann nicht garantieren…." „Ich weiß Severus." Sprach Dumbledore und berührte seine Schulter.

„Albus, Mister Snape es ist gleich soweit!" rief Madame Pomfrey hinter ihnen aus. Sofort drehten sich die beiden Männer um wobei der Jüngere zu Hermine eilte. Lächelnd nahm er ihre Hand, während sie ihm glücklich ansah. „Gleich ist es soweit Severus, gleichen dürfen wir unsere Jungs in den Armen halten." „Ja Hermine, das können wir." erwiderte er sanft. „Beginne zu pressen Hermine." Wies die Heilerin Hermine an und im nächsten Moment glaubte er seine Hand vor Taubheit zu verlieren, da die Schwangere diese derartig festzudrückte. Schmerzvoll schrie Hermine auf und nach zweimaligen Presswehen erklang der erlösende Schrei eines Neugeborenen. Fragend blickte beide zu Madame Pomfrey, die vorsichtig das Baby in ein warmes Tuch einwickelte und kurz untersuchte „Begrüßt euren kerngesunden Sohn." Glücklich nahm Hermine ihren neugeborenen Sohn in ihre Hände und betrachtete diesen. Severus selbst konnte kaum die Gefühle des Glücks erfassen, die er im gleichen Moment empfand. Räuspernd trat Dumbledore zu der Szenerie des kurzen Glücks heran und zog damit die Aufmerksamkeit auf sich. „Severus." meinte er leise. „Ich weiß, gib ihn mir bitte Hermine." Fragend übergab sie ihm seinen Sohn. „Ich erkläre es dir gleich, aber es ist besser so glaube mir." fügte er hinzu. „Tristan." flüsterte Hermine nun unter Tränen und küsste sanft seine Stirn während sie über sein Köpfchen strich. Nickend wandte sie sich von ihren Erstgeborenen ab, sodass Severus das Bündel in seinen Händen Dumbledore übergab. „Passen Sie gut auf Tristan auf." „Das werde ich Severus." entgegnete der ältere Zauberer und disapparierte mit dem Baby.

Unverzüglich kehrte Severus an Hermines Seite zurück. „Sobald das Baby geboren ist, müssen Sie von hier verschwinden." erklärte er mit ernsthafter Miene der Heilerin vor ihnen. „Ich weiß, Albus hat mich bereits über den Ablauf im Vorfeld in Kenntnis gesetzt." „Severus?" Fragend sah Hermine zu ihm hoch. „Ich kann deinen Geist nicht mehr beschützen Hermine, der dunkle Lord fordert unser Kind als Gegenleistung für seine Hilfe als er dich damals gerettet hat. Sobald du an ihm denken wirst und das wirst zu zweifelsohne durch meinen Satz hier gerade tun, wird er sobald wie möglich seine Leute hierher schicken um das Baby zu holen." Schluchzend verzog sie im nächsten Moment ihr Gesicht da sie von einer erneuten Presswelle übermahnt wurde. „Es kommt Hermine, euer Baby kommt." sagte Madame Pomfrey. Erneut glaubte Severus seine Hand nicht mehr zu spüren, als Hermine sie erneut fest zudrückte. Und dann ertönte erneut der erlösende Schrei eines weiteren Neugeborenen. Rasch wickelte die Heilerin das Baby in schützenden Tücher bevor sie das Bündel an Severus übergab. „Es tut mir sehr leid Hermine." „Ich danke Ihnen." meinte sie keuchend bevor Madame Pomfrey im nächsten Augenblick verschwunden war.