Die beiden saßen in dem großen Saal, oder eher gesagt in dem großen Zelt, dass hier aufgebaut wurde. Für sie war es jedenfalls groß, aber für die Leute in diesen Dorf (dessen Name sie noch nie gehört hatten) war das hier vollkommen normal. Im Zelt war eine große Bühne aufgestellt, auf der auch schon die Liveband stand, die hier nachher spielen würde. Der innen Raum war eher schlicht gehalten. An der Decke waren weiße, schlichte Tücher aufgehangen, damit das dort nicht so nackt aussah. Dazu hingen noch irgendwelche blauen Bälle von der Decke, damit es nach mehr aussah. Die Tische waren mit schlichter, Papiertischdecken geschmückt, und darauf standen im Abschnitt Blumen und Weinflaschen. Und die beiden mussten feststellen, dass es echt schön hier war.
Ihr Kumpel hatte ihnen erzählt, was hier heute in seinen Dorf passiert. So wie sie es verstanden hatten, war es Kirmes in diesen Dorf. Dazu wurden die Majestäten, die ihr Schützenverein vor einen Jahr durch's Vogelschießen (auf einen Holzvogel, keine Sorge) bestimmt worden waren geehrt. Es war also ihr großer Tag. An dem Tag wurden die Majestäten, der König, der Prinz (der ihr Kumpel geworden war) und der Schülerprinz von den Schützen durch das ganze Dorf geführt. Ihr Kumpel hatte sie eingeladen, sich das ganze anzusehen, und die beiden waren begeistert. Und an diesen Abend fand auch ein großes Ereignis statt, nämlich der Königsball. An diesen Abend würden die Majestäten zur Musik Walzer tanzen, was besonders ihren Kumpel ein wenig nervös machte. Die beiden waren schon gespannt, wie dieser sich schlagen würde.
Jedenfalls saßen sie jetzt hier, die Band spielte und sie unterhielten sich. Sie hatten sich auch schick gemacht, wie ihr Freund es ihnen gesagt hatte. Sie waren praktisch im Parnterlook aufgetaucht; sie beide trugen einen dunkelblauen Blazer und eine gleichfarbige Hose, darunter jeweils ein dunkles Hemd. Sie saßen in der nähe ihres Kumpels und dessen Freundin, die auch seine Prinzessin war. Sie trug ein wunderschönes, hellrosanes Kleid, welches ihr auch wirklich gut stand. Die vier unterhielten sich und sowohl Dima als auch Sascha merkten, wie nervös die beiden auf den kommenden Tanz waren.
Der Tanz kam schließlich, und die beiden schlugen sich gut. Wirklich sehr gut. Dima und Sascha standen am Rand, so wie die meisten Gäste und klatschten im Takt der Musik. Die beiden tanzenden wiegten sich im Takt der Musik und lächelten sich so verliebt an, wovon die beiden auch lächeln mussten. Dima lehnte sich näher zu Sascha, und dieser lächelte dadurch mehr. Der Tanz war vorbei, und die beiden hatten keine Chance, sich zu setzen, als dann die Prinzessin zu ihnen kam, sich Dima schnappte und ihn auf die Tanzfläche zog. Sascha und der Prinz grinsten, und sahen sich an. Als die beiden fertig waren kam sie auch grinsend auf Sascha zu, der ebenfalls grinste, nickte und schon auf sie zu ging. Ihr Tanz war auch relativ kurz, und sie strahlte ihn an und bedankte sich. Er lächelte zurück.
Die Zeit verging schnell. Zur Zeit saßen sie auf ihren Plätzen und lauschten der Musik. Dima bewegte seinen Kopf zur Musik, während er unter dem Tisch Sascha's Hand hielt. Sascha sah ihn zu. Dima's Blick war die ganze Zeit auf der Tanzfläche geheftet und er sah schon ein wenig Sehnsüchtig dahin. Sascha seufzte, griff nach seinen Bier und trank einen Schluck. Es war nicht so, dass er nicht gerne tanzte, aber so ein schneller Diskofox war nicht seine Stärke. Aber er sah auch, wie gerne Dima tanzen wollte, also atmete er noch einmal tief ein und aus, stand auf, ließ Dima's Hand los und reichte dann dem verwirrten Dima seine andere Hand. "Lust zu tanzen?" fragte er. Dima sah ihn erst verwirrt an, bis er ihn dann anstrahlte. Er nickte und sie gingen zusammen auf die Tanzfläche.
Auf der Tanzfläche legte er seine Hand auf Dima's Hüfte und ergriff dann seine andere Hand. Dima tat das gleiche. Dima sah ihn wieder an. "Soll ich führen?" fragte er und Sascha nickte. Dima konnte irgendwie besser Diskofox tanzen als er. Langsam setzten sie sich in Bewegung. Sascha sah auf seine Füße, versuchte so gut wie möglich die Schritte beizubehalten. Er hatte angst, dass er Dima auf die Füße treten würde. Etwas später merkte er Dima's Hand an seinen Kinn, die ihn leicht nach oben drückte. "Sieh mich an." er lächelte ihn an, und Sascha nickte. Er sah in seine grünen Augen, und fühlte sich wieder wohler. Komischerweise klappte das Tanzen so auch viel besser und sie tanzten nicht mehr so komisch zusammen. Dima strahlte ihn an. "Du machst das echt gut." lächelte er und Sascha lächelte leicht zurück. "Und jetzt die Drehung." grinste er, und drückte ihn leicht weg. Es war zwar ein wenig akward, aber sie schafften es und kamen wieder auf die richtige Endposition. Dima strahlte und nickte ihm begeistert zu. "Siehst du, du kannst es doch!"
Sascha strahlte zurück. Er war glücklich, wenn es Dima auch war. Er fühlte sich noch nicht ganz so wohl dabei, aber so lange es Dima gefiel, machte er auch mit. Er brauchte sich nicht umzusehen, um zu merken, dass ein paar Leute sie komisch beobachteten. Aber das war ihm egal. Die beiden machten genug idiotische Sachen, wo die Leute sie komisch ansahen und so langsam konnten sie die Blicke der anderen ignorieren.
Stattdessen sah er wieder zu Dima. Seine Augen und sein Lächeln strahlten um die Wette. So sah er einfach wunderhübsch aus. Er liebte es, ihn lächeln zu sehen. Er wusste, dass Dima es liebte zu tanzen. Auch gerne so etwas, auch wenn er nicht gerade der Fan davon war.
