hier nun das wahrscheinlich vorletzte Kapitel, zu dem ich euch wie immer viel Lesespaß wünsche, vieles wird hier endlich zur Sprache gebracht und eine Aufklärung erhalten, LG eure Severina
Noch immer kniete Malfoy vor der jungen Hexe und erwartete seinen ersten Befehl aus ihrem Mund.
Schnell hatte er erkannt, dass Voldemort, sein Meister, in diesem zarten Frauenkörper weiterlebte, ihn lenkte, ihn beherrschte.
Seit Dianea den Kampf gegen die Übermacht in ihrem Körper aufgegeben hatte, entspannte sie sich zusehends und fühlte eine eigenartige Veränderung in sich vorgehen.
Eine seltsame Ruhe erfasste sie und eine Welle der Zuversicht rollte durch ihren Körper.
Ihr Blick schweifte über den abstoßenden Anblick des Schlachtfeldes, weiter über die verbliebenen Todesser, die wie abwartend am Rande standen und auf Anweisungen zu warten schienen, bis hin zu McGonagall und Tonks, die völlig zusammengesunken aneinander lehnten und kaum noch zu atmen schienen.
Dianeas Züge wurden plötzlich weich und entspannt.
„Steh auf, Lucius", meinte sie sanft.
Der Angesprochene erhob sich und die altgewohnte Arroganz legte sich nach einem kurzen Moment wieder auf seine Gesichtszüge.
„Das ist der Sieg", meinte er genießerisch.
„Ja, das ist der Sieg", meinte Dianea lächelnd.
„Wir beide, meine angetraute Dianea, werden nun die Weltherrschaft übernehmen und das Werk des Dunklen Lords beenden. Ich werde dir meine Kraft und Stärke, meine Erfahrungen und Weisheit zur Seite stellen. Lass mich dich leiten und sei mir eine gute Gefährtin."
Malfoy sonnte sich bereits in der Vorstellung, das Erbe Lord Voldemorts anzutreten und bemerkte dabei nicht die Gestalt, welche sich aus der Dunkelheit des Waldes heraus schälte.
Dianea lächelte weiter und sah Malfoy ins Gesicht.
„Du wirst deine dir zugedachte Aufgabe erhalten, mein Lieber", meinte sie leise, doch ein aufmerksamer Zuhörer hätte die Kälte und den Spott in ihrer Stimme bemerkt.
Nicht so Lucius Malfoy.
„Du hast noch nicht die Erfahrung, Todesser zu sammeln und zu leiten, und daher werde ich diese Aufgabe für dich übernehmen, Dianea.
Mit deinem Einverständnis, selbstverständlich", setzte Malfoy einlenkend nach.
„Aber du wirst doch die Notwendigkeit einer geeigneten Führungsperson erkennen, meine Liebe, und das bist leider nicht du. Wer sollte auch ahnen, geschweige denn glauben, dass der Dunkle Lord in dir weiterlebt."
Noch immer lächelte Dianea und Lucius glaubte, damit das Einverständnis seiner Frau erhalten zu haben, als er bei den folgenden Worten zu Eis erstarrte.
„Noch genauso arrogant und selbstverliebt wie immer, mein lieber Lucius!"
Malfoy wirbelte herum und stieß einen kleinen Schrei aus.
„Da...Das kann nicht möglich sein. Du bist tot......", stotterte er und wies mit ausgestrecktem Finger auf die Leiche, wenige Meter von ihm entfernt.
„Nur Äußerlichkeiten, mein Lieber. Und damit kennst du dich doch bestens aus."
Spöttisch musterte Snape sein Gegenüber, dem der Hochmut spurlos aus dem Gesicht gefallen war.
„Aber wie...wie ist das möglich?", stammelte Malfoy weiter und suchte Dianeas Blick, die sich plötzlich wieder zu verändern schien.
Schweißtropfen standen auf ihrem blassen Gesicht, das sie wie im Schmerz verzog.
„TÖTE IHN!! TÖTE DEN VERRÄTER!!", schrie Voldemorts Stimme aus ihrem zarten Mund und ihre grünen Augen schienen sich zu verdunkeln, bis sie fast schwarz wirkten.
Die fremde Macht wollte erneut an die Oberfläche und kämpfte mit allen Mitteln.
Dianea stöhnte laut und bat mit erstickter Stimme:
„Hilf mir, schnell."
Fast zeitgleich hoben Malfoy und Snape ihren Zauberstab und nur einem winzigen Moment Zeitvorsprung verdankte es Snape, dass er seinen Schockzauber gut platziert bei Malfoy anwenden konnte.
Um vor weiteren Überfällen geschützt zu sein, sorgte Snape mit einem Fesselzauber dafür, dass Malfoy aus dem weiteren Kampfgeschehen ausgeschlossen blieb.
Als Snape nun seine Aufmerksamkeit wieder Dianea zuwandte, war sie bereits dabei, ihren Zauberstab auf ihn zu richten und zwang ihn damit, schnell zu handeln.
Er spürte, dass Voldemort in ihr immer stärker wurde und es vielleicht schaffen würde, ihren Körper, ihren Geist und ihre Seele völlig zu übernehmen.
Severus Snape richtete seinen Zauberstab auf die Frau, die er eigentlich liebte und schrie ihr entgegen:
„ICH TÖTE DICH UND DIE DUNKLE MACHT IN DIR; AUF DASS DAS BÖSE FÜR IMMER VON DIESEM ERDBODEN GETILGT WIRD!!"
Mit einem „Stupor" schockte der den zarten Frauenkörper, fing ihn noch im Fall auf und hielt sie fest.
Danach holte er aus den Tiefen seines Umhanges eine kleine Phiole mit grün glänzendem Inhalt.
„Nun bekommst du deinen „Mortiferum". Vielleicht in einer etwas anderen Art, als du ihn einsetzen wolltest."
Und Snape entkorkte die Phiole, hielt sie Dianea an die Lippen und flößte ihr die Flüssigkeit ein.
Sofort bäumte sich der zierliche Körper auf, zuckte im Todeskrampf, ehe ein infernalischer Schrei alles beendete.
Eine kleine schwarze Wolke verließ Dianea und zerstob ungesehen im Wind.
Fast zärtlich bettete der Mann die junge Frau auf den Boden, strich ihr die Haare aus dem Gesicht und erhob sich.
Mit langsamen Schritten ging er auf die beiden Frauen zu, die noch immer verschnürt und reglos gegeneinander lehnten und erlöste sie von ihren Fesseln.
Aus den Augenwinkeln heraus nahm Severus Snape wahr, wie die restlichen Todesser allesamt apparierten, und somit einer Bestrafung entgingen, da auf sie nichts anderes als die Hölle von Askaban gewartet hätte.
„Ich brauche deine Hilfe, Minerva", drängte Snape und zog die ältere Hexe mit sich.
„Was ist geschehen und warum bist du nicht tot?", ließ sich Tonks vernehmen.
„Vielen Dank, Tonks", meinte er zynisch. „Aber gedulde dich noch ein bisschen, dann wirst du erfahren, warum ich noch auf dieser Welt weile, auch wenn es dir nicht passt."
Tonks wurde rot und stammelte eine kurze Entschuldigung, die Snape kaum noch wahrnahm.
„Ich muss Dianea zurückholen, Minerva. Du weißt, was zu tun ist. Den Trank habe ich bei mir. Hier.....", und er reichte McGonagall seinen Zauberstab.
Minerva nickte wortlos und ergriff den Stab, während sich Tonks wenige Schritte hinter ihr niederließ und angespannt beobachtete.
Snape holte erneut eine kleine Phiole aus seinem Umhang und überprüfte den glasklaren, gelblich schimmernden Inhalt.
Bedächtig löste er den Korken, setzte das Glas an Dianeas Lippen und ließ die Hälfte des Inhaltes in ihren Mund laufen, um anschließend den Rest selbst zu sich zu nehmen.
Nun ergriff er die Hände Dianeas und verschränkte seine Finger mit den ihren, während er seinen Körper langsam auf den ihren senkte, bis beide eine Einheit zu bilden schienen.
Seine Wange lag an ihrer Wange und sein warmer Atem streifte ihre kalte Haut.
Prof. McGonagall hob den Zauberstab und murmelte Worte einer fremden Sprache vor sich hin, ließ dabei den Stab seltsame Bewegungen vollführen und verfiel schließlich in einen sonderbaren Singsang.
Die beiden Körper vor ihr schienen zu verschmelzen, waren getaucht in ein Licht aus tausend Farben, dass sie einschloss wie in einen Bernstein.
McGonagalls Singsang wurde lauter und schwoll zu einer wahren Arie an, während die Farben um die beiden am Boden liegenden Körper in einen Reigen übergingen, aufwallten und ständig ihre Leuchtkraft änderten.
Mal schimmerten sie hell und zuversichtlich, dann wieder wurden sie matt und fast schwarz.
Es schien, als kämpften Leben und Tod miteinander und niemand wollte der Verlierer sein.
Minervas Stirn glänzte vor Schweiß und ihre Hand, die den Zauberstab lenkte, begann zu zittern.
Es war ein schwieriger Zauber, der all ihre Kraft verlangte, denn sollte er nicht gelingen, würde es nicht nur ein Opfer zu beklagen geben.
Tonks hatte schon längst den Atem angehalten, ihre Finger waren ineinander verkrallt, sodass die Knöchel weiß hervortraten und leise betete sie vor sich hin:
„Lebe, Dianea, lebe!!! Bitte lebe.!!!!."
Es klang schon beinahe wie ein zweiter Singsang, als sie erschrocken inne hielt.
War da nicht gerade ein kleines Geräusch? Klang es nicht wie ein vorsichtiger Atemzug von jemandem, der versuchte zu leben?
Prof. McGonagall hatte nun ihren beschwörenden Singsang beendet.
Angestrengt lauschte Tonks, doch außer den flachen schnellen Atemzügen Minervas, die am Rande ihrer Kräfte angelangt zu sein schien, war nichts zu hören.
Oder doch??
Da war es wieder, ein kleines, fast tonloses Seufzen.
Und plötzlich mischten sich die Farben zu einer grellen Masse, schäumten auf und zerstoben in einem tausendfachen Sternenregen.
Zurück blieben zwei Gestalten am Boden, von denen sich die obere langsam und vorsichtig bewegte, als wäre sie soeben erwacht.
„Severus", nuschelte Tonks, „Severus, lebt Dianea?"
Prof. McGonagall sackte kraftlos in sich zusammen und Tränen der überstandenen Anstrengung rollten über ihre Wangen.
Sie war unfähig auch nur ein einziges Wort von sich zu geben und schaute nur hoffnungsvoll auf Severus, der sich in diesem Moment von Dianea herunter bewegte.
Langsam und vorsichtig bettete er die junge Hexe vor sich in seinen Schoß und strich ihr sanft über die Wange.
Da endlich vernahmen alle das kleine Schnaufen, mit dem sich Dianea wieder einen Weg ins Leben suchte und als sie endlich ihre Augen aufschlug, seufzten die Anwesenden erleichtert auf und nun rannen auch Tonks die Tränen der Freude über das Gesicht.
Ein Klatschen ließ sie panisch herumfahren und schon blickten sie in das zynisch grinsende Gesicht Malfoys, den in den letzten Minuten keiner mehr beachtet hatte.
Er schien Beifall zu spenden und niemand verstand, wie er sich aus seinen Fesseln befreien konnte.
Nun richtete er seinen Zauberstab auf die Gestalten am Boden und säuselte hämisch:
„Nun, wer möchte den Anfang machen? Eigentlich schade, nun war die ganze Anstrengung umsonst."
Doch ehe er nur im Ansatz seine Rachegelüste stillen konnte, pölterte Arthur Weasleys Stimme:
„EXPELIARMUS!"
Malfoy wurde entwaffnet und von zwei, sichtlich angeschlagenen, doch zum Glück überlebenden Mitgliedern des Ordens, in die Mangel genommen.
Schon bald stand Lucius Malfoy gefesselt in ihrer Mitte und musste endlich erkennen, dass sein Spiel ausgespielt war.
Arthur Weasley trat auf Prof. McGonagall zu und reichte ihr galant die Hand, half ihr beim Aufrichten und stütze sie, da sie bedrohlich zu schwanken begann.
Auch auf seiner Wange zeichnete sich eine größere Wunde ab und an seinem rechten Arm zeigte eine schlimme Verletzung, dass dieser Kampf auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen war.
„Komm mit uns Tonks", meinte er leise zu Nymphadora, packte sie sanft am Arm und disapparierte mit den beiden Frauen an seiner Seite fort von diesem Schauplatz des Grauens.
Zwei, drei weitere Mitglieder des Ordens standen im Hintergrund und überschauten den Schlachtplatz, auf dem so viele der ihren den Tod gefunden hatten.
Noch immer stand Malfoy mit verkniffener Miene zwischen seinen beiden Bewachern.
Snape hatte sich erhoben und half Dianea vorsichtig auf die Beine, sie dabei fest umklammernd.
Beide waren blass, als hätten sie eben erst eine schwere Krankheit überstanden.
Verächtlich traf Snapes Blick den Gefangenen, als dieser bat:
„Töte mich, Severus. Tu es der alten Zeiten zuliebe."
„Nach dem, was du Dianea angetan hast, wird Askaban die einzige Strafe sein, die ich für dich akzeptieren kann", spie Severus dem Blonden entgegen.
„Nein, nicht Askaban. Das kannst du mir nicht antun. Nicht noch einmal Askaban", begann Malfoy zu winseln, doch Snape wandte sich angewidert ab.
„Bringt ihn nach Askaban in den Todestrakt", wies er die beiden Bewacher an und noch ehe Malfoy zu weiteren Jammereien ansetzen konnte, waren sie mit ihm verschwunden.
„Severus", meldete sich Dianea mit kraftloser Stimme, „bitte bring mich weg von hier. Bring mich bitte nach Hogwarts."
Sanft umfing Snapes Blick die zarte Gestalt in seinen Armen und er nickte.
„Halt! Was ist mit Remus?", rief sie erschreckt, als ihr Blick in diesem Moment auf dessen Leiche fiel, die wenige Meter von ihnen entfernt am Boden lag.
Snape schüttelte schweigend den Kopf und Dianea sank aufschluchzend an seine Brust.
Mit einem leisen „Plopp" verschwanden nun auch sie von diesem düsteren Ort.
*
Viele der Verletzten wurden ins St. Mungos gebracht, doch einige fanden einen Platz in Hogwarts.
Der Krankenflügel verfügte über einige Einzelzimmer, die dem Lehrpersonal vorbehalten waren und so war es ratsam, die Verletzten separat unterzubringen, um keinerlei Spekulationen und Diskussionen zuzulassen und die Heilung damit schädigend zu beeinflussen.
Nachdem Snape zuerst gegen diese Bevormundung revoltiert hatte, siegte schließlich doch seine Vernunft und er erkannte, dass Dianea in erster Linie Ruhe brauchte und keine Fragen, weitere Aufregungen oder seelische Belastungen.
Und so nutzte auch Snape schließlich die Zeit, sich über einige Dinge klar zu werden, Entscheidungen zu treffen und seine weitere Zukunft ohne den Dunklen Lord zu planen.
Nach wenigen Tagen Aufenthalt im Krankenflügel und der fachgerechten Pflege von Madam Pomfrey, schien der erste Schrecken verarbeitet und man traf sich an einem trüben Nachmittag im Lehrerzimmer, um endlich die vielen ungeklärten Fragen zu lösen, gemeinsam die Verluste zu betrauern und zu versuchen, den Alltag wieder einkehren zu lassen.
Vielen stand der Schrecken noch ins Gesicht geschrieben und Tonks hatte sich einen Platz im hinteren Teil des Raumes gesucht, wo das Licht nur spärlich hin fand, um lästigen Fragen und Beileidssprüchen aus dem Weg zu gehen.
Ihre Haare waren mausgrau, wie ihr ganzes Gesicht und die Tränen der vergangenen Tage hatte tiefe Spuren hinterlassen.
Die große schwere Tür des Lehrerzimmers öffnete sich leise knarrend und Prof. McGonagall trat leicht gebeugt ein.
Sie ließ sich auf den letzten freien Stuhl, der wie für sie reserviert am oberen Ende des Tisches stand, nieder und räusperte sich kurz.
„Ich freue mich, Sie alle heute wieder einigermaßen genesend vor mir sitzen zu sehen und bin untröstlich über den Verlust derer, die heute nicht mehr unter uns weilen.
Wir haben eine schwere Schlacht geschlagen und am Ende gesiegt - das sollte uns als Trost genügen. Alle anderen Worte wären nichts sagend.
Wir müssen die Gefallenen betrauern, doch wenn diejenigen wüssten, was sie mit ihrem Opfer bewirkt haben, könnten sie mit Recht stolz auf sich sein."
Tonks schluchzte in ihrer Ecke leise auf und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen.
Dianea schickte einen tröstenden Blick zu ihr, den sie jedoch nicht wahrnahm.
Severus legte leicht eine Hand auf Dianeas Rechte und flüsterte:
„Sie wird es schaffen. Sie ist stark."
Und Dianea nickte.
Die Schulleiterin richtete nun ihren Blick auf Snape und meinte bittend:
„Wir alle fragen uns natürlich, was dort bei Voldemort geschehen ist und vor allem, wie es sein konnte, dass du nach dem Todesfluch, der dich traf, doch wieder lebst. Es wäre eine große Erleichterung für uns, wenn wir die Wahrheit kennen würden. Bitte, Severus!"
„Ich würde dieses Kapitel am liebsten schließen, aber um jede Spekulation
oder Verdächtigung im Keim zu ersticken, werde ich die Wahrheit erzählen. Es werden einige sehr unangenehme Dinge zur Sprache kommen, die jedoch auch die Zusammenhänge klären werden."
Und Severus Snape erzählte von Beginn an, wie er nach seiner Genesung aus dem Sankt Mungos nach Hogwarts kam, wie er Pläne schmiedete, Tränke braute und erneut Kontakte zum Dunklen Lord suchte.
Er berichtete über seine Gefangennahme und den Trank, welchen er für den Dunklen Lord herstellen sollte, damit dieser die Weltherrschaft ohne große Kämpfe an sich reißen konnte.
„Ich brachte ihm als Begrüßungsgeschenk den „Mortiferum" – Trank mit, einen Trank, der bei richtiger Zubereitung sekundenschnell tötet. Dieser Trank sollte Vertrauen schaffen und so gelang es mir, eine Weile zu überleben.
Ein großer Störfaktor in meinen Plänen war Lucius Malfoy, der mich zu durchschauen versuchte, um seinen Platz in den Reihen Voldemorts zu festigen. Sein Plan war es, die rechte Hand des Dunklen Lords zu werden, die vertrauteste Person, über die der Meister verfügte.
Doch der Dunkle Lord wollte nicht einem alleine vertrauen, er wollte Rivalität, um damit die Loyalität des Einzelnen zu sichern.
Jeden weiteren Anwärter, den Voldemort vorschlug, verstand es Malfoy, aus dem Weg zu schaffen, um den Dunklen Lord zu überzeugen, dass er allein in der Lage wäre, ihm treu und ergeben zu dienen.
Doch Voldemort ließ sich nicht beeindrucken und so reifte in Malfoy ein perfider Plan, bei dem Dianea eine große Rolle spielen sollte."
Und Snape berichtete schonungslos, doch so feinfühlig wie möglich, über Dianeas Martyrium in den Räumen Lucius Malfoys, über den schmutzigen Plan des Mannes und seinen scheinbaren Sieg, Voldemort nun endlich einen geeigneten Kandidaten präsentieren zu können.
Mitleid und Entsetzen spiegelte sich in den Gesichtern der Zuhörer und manch verstohlener Blick ging zu Dianea, die mit gesenktem Blick den Worten Snapes folgte.
„Zu meinem Erschrecken erschien plötzlich Remus Lupin und er erweckte den Eindruck, als stehe er unter dem „Imperius"-Fluch. Doch ich erkannte schnell, dass er ebenfalls nur ein perfektes Täuschungsmanöver vorzeigte.
Um die Neugierde des Dunklen Lords zu wecken, Lupin in seine Reihen einzulassen, brachte Remus ebenfalls einen Trank mit, der Voldemort noch mehr beeindruckte, als es mein „Mortiferum" konnte.
Es war ein von seinem Schwager Cornelius hergestellter Trank, der es Voldemort ermöglichte, unsterblich zu werden. Leider war er noch nicht ganz ausgereift und eine wichtige, nur in der schwarzen Magie erhältliche, Zutat fehlte noch, um ihn zu perfektionieren.
Das sollte in den Laboren des Dunklen Lords geschehen."
Und Snape berichtete weiter, wie sie es erreicht hatten, gemeinsam in den Laborkerkern zu arbeiten und dabei einen Plan zur endgültigen Vernichtung des Dunklen Lords schmiedeten.
„Es würde zu einem Kampf kommen, soviel war uns klar und auch, dass keiner von uns überleben würde.
Dank der Tatsache, dass sich Remus einigermaßen ungezwungen bewegen konnte, war er in der Lage, uns wichtige Trankzutaten heimlich zu beschaffen und wir verflochten unsere Kenntnisse und Fertigkeiten, um offiziell den „Mortiferum", den Voldemort in riesigen Mengen forderte ,herzustellen, sowie den „Unsterblichkeitstrank" zu vollenden.
Heimlich konnten wir diesen Trank manipulieren, sodass Voldemort noch immer auf einer bestimmten Ebene verletzbar blieb.
Desweiteren brauten wir Tränke für uns persönlich, die es uns ermöglichen sollten, dem Todesfluch zu entgehen.
Dieser Trank wurde noch niemals erprobt und wir wussten zu keinem Zeitpunkt, ob er wirken oder Opfer fordern würde.
Lupin und ich wussten, auf was wir uns einließen und dass am Ende im schlimmsten Fall immer nur der Tod stehen konnte.
Mich traf es als Ersten und ich spürte die Wirkung des Trankes.
Im Moment des Auftreffens des Todesfluches auf den Körper wird dieser transformiert und taucht Meter weiter wieder auf. Zurück bleibt eine tote Kopie des Körpers, eine Hülle, leblos, seelenlos.
Es ist eine sehr schmerzhafte Prozedur, aber die einzige Option, die uns blieb."
Sekundenlang lastete Schweigen im Raum und man fühlte förmlich die unausgesprochene Frage.
Da vernahm man aus der hintersten Ecke ein Flüstern, nicht mehr wie ein Hauch:
„Und Remus?"
Sofort hefteten sich die Blicke aller Anwesenden erneut auf Snape, der bei den wenigen Worten von Tonks leicht zusammen zuckte.
„Es tut mir leid, dass es Remus nicht geschafft hat. Wir waren uns so sicher, dass der Dunkle Lord ihm soweit vertraute, dass er den „Imperius" - Fluch nicht mehr anwenden würde, doch wir hatten uns leider getäuscht und so konnte der Fluch seinen schädigenden Einfluss auf den Trank geltend machen, sodass der Schutz nicht mehr gewährleistet wurde. Eine winzige Chance wäre Remus geblieben, wäre da nicht die Tatsache, dass er ein Werwolf war."
„Ich danke dir, Severus, für deine ausführlichen Schilderungen und ich kann nur immer wieder betonen, dass wir unendlich froh sind, dass es wenigstens Dianea und du geschafft haben, dieser Hölle zu entkommen."
Minerva schaute aufmunternd zu Snape, an dem es nicht spurlos vorüber gegangen war, nun noch einmal alles in Gedanken zu erleben.
Doch trotzdem bat die Schulleiterin mit leiser Stimme:
„Würdest du uns nun bitte nur noch berichten, wie das mit Dianea geschehen konnte? Wie kam es, dass der Dunkle Lord Besitz von ihrem Körper übernahm?"
„Für Dianea wurde ein spezieller Trank gebraut, da ich eine vage Vermutung hatte, dass Voldemort mit ihr vielleicht noch etwas vorhaben könnte. Grundlage war ebenfalls die Abwehr des Todesfluches, doch ich musste zuerst gewährleisten, dass sich Dianea vorläufig an nichts von unserem Plan erinnerte, falls Voldemort Legilimentik einsetzen würde.
Dass Dianea in Malfoys Hände fallen würde, konnte niemand ahnen und der Sauerstoffmangel aufgrund Lucius Tötungsabsichten gefährdete nicht nur sie, sondern auch den Plan.
Zwischen uns bestand eine gewisse mentale Verbindung und als ich vom Todesfluch getroffen wurde, löste sich in Dianeas Gehirn die Blockade und ihr wurde schlagartig klar, was zu tun war."
Als Snape nach seinem Wasserglas griff, um sich kurz zu erfrischen, zitterte seine Hand und Dianea legte zaghaft ihre Finger auf seine Schulter, so als wollte sie ihm mit dieser Berührung Kraft geben.
„Niemand hatte geahnt", fuhr Snape nun mit leiser Stimme fort, „dass Voldemort sich Dianeas Körper bemächtigen würde. Ich hatte seine Kraft und Fähigkeiten wohl unterschätzt.
Dianea ist eine starke Hexe, doch irgendwann hätte der Dunkle Lord gesiegt.
Einer Vorahnung ist es wohl zu verdanken, dass ich neben dem „Mortiferum" - Trank auch noch einen Wiederbelebungstrank von Hogwarts mitbrachte, der mir jedoch ohne Minervas Hilfe und Kenntnisse wenig genutzt hätte."
Snape schluckte schwer, ehe er murmelte:
„Danke, Minerva."
Jeder im Raum ahnte, wie schwer es dem so verschlossenen, oft grausamen und zynischen Mann gefallen sein musste, diese Worte auszusprechen, doch die Schulleiterin nickte nur leicht lächelnd.
„Es wird noch lange dauern, bis wir die Schrecken dieses Kampfes einigermaßen verarbeitet haben werden und ich möchte hier noch einmal erwähnen, dass ohne Prof. Remus Lupin niemand so schnell den Aufenthaltsort und die Dringlichkeit unseres Handelns erfahren hätte. Wir werden sein Andenken immer mit Stolz und Dankbarkeit bewahren.
Eben so wenig werden wir die Tapferkeit und den Mut der Anderen jemals vergessen. Harry Potter, der sein Leben noch vor sich hatte und Kingsley Shacklebolt, der sich treu an die Linien des Ordens hielt.
Lasst uns nun diese Runde auflösen mit der Hoffnung, dass niemals mehr solch ein Schrecken über unsere Zauberwelt einbrechen möge."
„Ich danke dir, Minerva und auch allen anderen, die die Zukunft unserer Kinder und Hogwarts' gesichert haben", ließ sich nun aus dem Hintergrund die gütige Stimme Albus Dumbledores aus dem Portrait heraus vernehmen und unter dem freundlichen Lächeln des ehemaligen Schulleiters von Hogwarts verließ nun einer nach dem anderen den Raum.
Letzte Fortsetzung folgt!!!!
