So,
es geht weiter, ganz schnell. Ich sag nicht viel und überlass euch dem Kapitel. :-P
Reviews!!! Das ist so schön dass ihr so viele schreibt, auch so viele neue Leser, das finde ich super! Danke!
LG, viel Spaß
Mut
Den Rest des Nachmittages verbrachte ich teilweise in der Küche, zusammen mit einem schlecht gelaunten Vampir, dem es nicht passte, mich heute Abend mit den Anderen teilen zu müssen. Ich machte mir gerade rasch etwas zu essen und hatte Esme bestimmt zehn Mal aus der geräumigen, modernen Küche gescheucht, weil sie darauf bestehen wollte für mich zu kochen. Dabei tat mir Ablenkung ganz gut.
Jetzt stand ich in Edwards Zimmer und suchte nach meiner Lieblingsjogginghose. Edward fand sie grässlich und ich war mir sicher, dass er sie schon lange weggeworfen hätte. Ich betete inständig, dass Alice nicht noch auf die Idee kam, den Abend mit einer Beautysession, inklusive Maniküre und Pediküre, zu beginnen. Bei ihr konnte man nie wissen!
„Suchst du die hier?", fragte sie Samtstimme und hielt mir das gesuchte Stück vor die Nase. Sanft legte er seinen Arm um meine Tallie und drehte mich zu sich um. „Sie lag im Bad."
„Danke, die hab ich gesucht!"
Rasch schlüpfte ich hinein und bemerkte erst jetzt, dass ich vorher nur in knapper Hose vor ihm gestanden hatte. Wieso in aller Welt wurde ich rot? Eigentlich sollte so etwas vor seinem Ehemann normal sein, aber Edward und ich waren schließlich kein durchschnittliches Paar. Das mit der Körpernähe war bei uns noch ein kleines Problem.
Edward lachte leise und küsste meine Nasenspitze. „Wie geht es dir, Liebling?"
„Gut.", log ich und zwang mich zu einem Lächeln. Im Grunde ging es mit gut, solange ich nicht an meine Verwandlung, Alice oder Jacob denken musste.
„Ich kenne dich gut genug um zu wissen, dass es nicht so ist. Worüber machst du dir Sorgen?"
Wieso kannte er mich bloß so gut?
„Es sind mehrere Dinge, Alice, Jake und…, meine Verwandlung. Es schwirren so viele Gedanken in meinem Kopf herum, ich werde glaube ich verrückt!"
Behutsam schob er mich zum Bett und setzte mich auf seinen Schoß. Ich lehnte mich an seine Schulter und entspannte mich allmählich. „Mach dir bitte wegen Alice keine Gedanken. Wir wissen was wir tun und du glaubst doch nicht ernsthaft, dass wir es zulassen, dass irgendjemandem aus der Familie etwas passiert?"
Ich schüttelte den Kopf.
„Siehst du. Und das mit Jake das wird schon wieder. Du kennst zwar meine Meinung, dass seine Aktion unverzeihlich war, aber wenn es dir dann besser geht, dann sprich mit ihm. Ich bin dabei und passe auf dich auf. Er wird sich damit abfinden müssen das du meinesgleichen wirst."
Wie auf Stichwort zog sich mein Magen zusammen und ich stöhnte leise. Ich freute mich auf die Ewigkeit mit Edward, auf die Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Stärke. Natürlich war ich auch gespannt auf mein Aussehen und ob ich auch eine besondere Fähigkeit besaß. Und ich war stolz darauf eine so wunderbare Familie haben zu können. Aber bis es soweit war, lagen drei schmerzhafte Tage vor mir, vor denen es mir graute. „Ich habe Angst, Edward. Es ist als ob man ein paar Tage vor einer schlimmen Operation steht und Bammel bekommt.". Er wusste sofort wovon ich sprach.
Er zog mich näher zu sich und ich spürte, wie er ein Zittern unterdrückte. Er hatte genauso Angst vor dem Zeitpunkt der Verwandlung. Er spielte mit einer meiner Haarsträhnen. „Ich werde auf dich aufpassen, Bella. Zusammen schaffen wir das schon, das verspreche ich dir. Wir haben alles geplant und wissen schon wie wir die Schmerzen so gut es geht dämmen können. Ich befürchte es gibt kein Zurück mehr und ich hasse mich dafür, dass ich dir das tatsächlich sagen muss. Weißt du noch als ich dir versprochen habe dich zu beschützen und nicht zuzulassen, das du keine Wahl hast?"
Ich nickte und strich ihm über sein Gesicht. Wenn er weinen könnte, dann war ich mir sicher, täte er es jetzt. Ein weinender Engel.
„Ich glaube, selbst wenn ich die Wahl hätte, würde ich es wollen. Wir haben lange genug gewartet und auf vieles verzichtet."
„Du bist wunderbar, Bella. Total verrückt, aber einfach unglaublich!"
Edwards Lieblingsmusik lief in unserem Zimmer und ich lag zusammengerollt auf dem großen Bett. Mühsam versuchte ich klare Gedanken zu fassen und rang seit einer Stunde mit mir, Jakes Nummer zu wählen.
Edward hatte sich netterweise nach unten verzogen, doch mir war klar dass er nach jedem Wort lauschen würde was ich mit Jake wechselte. Dabei schaffte ich es zurzeit ja noch nicht einmal auf die Anruftaste zu drücken. Aber was sollte ich sagen.
Ich konnte und wollte Jacob nicht das Gefühl geben das ich ihm so leicht verzeihen würde. Allerdings wollte ich diese Sache nun endgültig aus dem Weg räumen.
Ich seufzte und legte das Handy an mein Ohr. Es wählte kurz bis das Gespräch angenommen wurde. Ich spürte Hitze in meinem Kopf aufsteigen.
„Bella? Oh mein Gott, bist du es?", fragte eine heisere Stimme und mein Magen zog sich vor Wut zusammen als ich den besorgten Ton in seiner Stimme bemerkte.
„Ja.". Ich hörte selbst wie kühl meine Stimme klang.
Ich konnte hören wie Jake tief durchatmete. „Alles klar bei dir?"
„Es geht mir den Umständen entsprechend gut. Hör zu Jake, ich muss unbedingt-…!"
„Bella es tut mir so unglaublich Leid. Ich war ein Dummkopf und hätte auf dich hören sollen! Ich kann nicht erwarten das du mir jemals verzeihst aber bitte glaub mir, das ich dich nur schützen wollte. Lebenslange Knechtschaft, weißt du noch?". Jacobs Stimme zitterte und ein lautes Klirren ließ mich zusammenzucken. Er schien eine Vase oder Ähnliches zerbrochen zu haben. Er fluchte.
„Deswegen ruf ich nicht an, ich will keine Entschuldigung hören oder so was. Ich möchte mich mit dir treffen und über alles reden, in Ruhe.", sagte ich ruhig.
„Du willst mich trotzdem noch besuchen kommen? Bella, du willst mich nach alledem noch sehen?", fragte er ungläubig.
„Edward wird mitkommen.". Ich hörte wie Jake scharf Luft einsog.
„Er vertraut mir nicht!"
„Wundert dich das, Jake? Du hast mich entführt!"
„Das sollte keine Entführung sein, verdammt! Entführung hört sich kriminell an, es sollte mehr eine Rettungsaktion werden."
„Werden ist da wohl genau das Richtige Wort.", knurrte ich und krallte meine Finger in die Decke. „Ich glaube dir natürlich dass du mir helfen wolltest, aber du denkst einfach nicht über Konsequenzen nach. Dir hätte klar sein müssen das es schief geht."
„Ich war, denke ich, besessen von der Vorstellung dass du eine von diesen Blutsaugern wirst. Das hat mich verrückt gemacht. Und als ich von diesem anderen Vampirzirkel gehört habe, wegen dem so viel Aufregung ist, bin ich halt ausgerastet. Bella, ich bin so froh dass du okay bist. Ich hatte furchtbare Angst dass du wegen mir sterben könntest!
Ich seufzte und strich gedankenverloren ein paar Falten auf der Bettdecke glatt. Es war zum verrückt werden. Jacob hatte Talent dafür mich dazu zu bringen, ihm in kürzester Zeit fast alles zu verzeihen. „Ich lebe dank den Cullens immerhin noch. Mach dir keine Gedanken mehr."
Plötzlich hämmerte jemand gegen die Zimmertür und eine helle Stimme versuchte entgegen der Lautstärke der Musik aus der Anlage mit mir zu sprechen. „Bella, kommst du jetzt oder was? Wir wollen mit dem Film anfangen! Emmet und Edward demolieren unten aus Langeweile schon die Einrichtung!". Ein lautes Krachen bestätigte Alice und keine Sekunde später hörte ich ihre kleinen Füße blitzschnell die Treppe hinunterhasten.
„Was ist da bei dir los?", fragte Jake und ich schmunzelte.
„Emmet und Edward schaffen es nicht auf ihren Hintern sitzen zu bleiben bis der Film anfängt. Wir machen einen DVD Abend.", erklärte ich und ignorierte Esme, die jetzt laut mit ihren beiden "Sprösslingen" schimpfte. Wenn es um ihre geliebten Vasen oder Töpfe ging, dann kam das Monster in ihr zum Vorschein.
„Aha.", antwortete der Werwolf nur und ich wusste dass er daran dachte, dass es mit seinen Wolfbrüdern nicht anders ablaufen würde. „Ich wünsch dir dann mal viel Spaß."
„Treffen wir uns dann also morgen? An der Grenze?"
„Wie du willst. Ich habe nichts vor, ich kann jederzeit.". Jakes Stimme klang bitter, beinahe wie ein Vorwurf.
„Sagen wir einfach um sechzehn Uhr."
„Okay. Schlaf gut, Bella. Bis Morgen!"
„Nacht Jake."
Erleichtert klappte ich das Handy zu und ließ mich in das Kissen fallen. Zumindest das wäre geschafft. Und ich war wirklich stolz auf mich. Ich hatte ihm nicht das Gefühl gegeben, alles wäre wieder okay und war tatsächlich cool geblieben. Ein kleiner Teil von einem großen Problem war jetzt geschafft und ein kleiner Stein auf dem Weg zum Vampir werden war beseitigt.
Für manche wäre ein DVD Abend mit sieben Vampiren jetzt wahrscheinlich eine reine Horrorvorstellung, gerade wenn auch noch ein Film über Vampire und Werwölfe ausgesucht worden war, aber ich freute mich richtig darauf.
Rasch schlüpfte ich in meine Pantoffeln und spurtete die Treppe hinunter ins Wohnzimmer, wo der Fernseher bereits lief und Alice ungeduldig, mit der Dvd in ihrer Hand, auf mich wartete. Edward und Emmet hatten sich jetzt stumm auf die große Ledercouch gesetzt und wichen den verärgerten Blicken von Esme bewusst aus. Erst jetzt bemerkte ich, dass die große chinesische Vase fehlte, die sonst immer auf dem kleinen Tischchen neben Edwards Flügel gestanden hatte. Rosalie und Jasper saßen in den großen Sesseln neben ihren Eltern.
„Es kann losgehen!", trällerte ich und schmiss mich neben Edward auf die Couch. Eine große Schale Popcorn stand vor mir auf dem Tisch und ich runzelte die Stirn. „Und das alles soll ich alleine verdrücken?", kicherte ich und nahm mir eine Handvoll. Ich liebte Popcorn, aber wenn man diese Schüssel sah und daran dachte, dass nur eine der acht anwesenden Personen menschliches Essen anrührte, war es schon ziemlich verrückt.
„Hau rein!", lachte Carlisle.
An diesem Abend hatte ich die Erfahrung gemacht, dass es nicht sehr klug war, mit einem Haufen Vampiren, einen Film über den Krieg zwischen Selbigen und Werwölfen anzuschauen. Besonders wenn man bedachte das der Produzent eines solchen Films keine Ahnung hatte, das diese Wesen tatsächlich existierten und seine eigene Vorstellung von ihnen auf der Leinwand präsentierte.
Jedenfalls war es sehr anstrengend mit den Cullens in Ruhe einen Film anzuschauen. Beim nächsten Mal würde ich überprüfen ob wir es tatsächlich schafften, eine Minute des Filmes zu sehen, in der niemand etwas sagte oder abfällige Geräusche machte.
„Das erklärt sich doch wohl von allein Rosalie.", seufzte Edward plötzlich genervt und ich zuckte kaum merklich zusammen. Er strich mir sanft über die Schulter.
„Hör doch einfach nicht hin, Edward! Das geht mir wirklich auf die Nerven.". Die Blondine rollte die Augen.
„Deine Gedanken sind so laut das ich mich nicht auf den Film konzentrieren kann!"
Ich boxte ihm in die Seite und bedeutete ihm den Mund zu halten. Carlisle grinste und schüttelte den Kopf. „Das hat keinen Sinn, Bella. Um einen Film in Ruhe zu gucken ist diese Familie wahrscheinlich gänzlich ungeeignet."
„Aber mal ehrlich! Guckt euch doch diese Frau da an. Das soll ein Vampir sein? Wenn das die Vorstellung der Menschen ist, dann muss ich mir unbedingt auch so einen flotten roten Lederanzug und Plastik- Eckzähne besorgen!", lachte Alice und sah zweifelnd an sich hinunter. „Aber so etwas würde Rose wahrscheinlich sehr viel besser stehen."
„Glaub ich auch!", murmelte Emmet und duckte sich knapp unter Rosalies Hand weg, die auf seinen Hinterkopf zielte. „Nur die Eckzähne wären vielleicht hinderlich."
„Wieso sind die Werwölfe eigentlich so hübsch? Halten die sich denn kein bisschen an die Realität?", murmelte Rose und ich verkniff mir ein Kommentar lieber. Noch ein Punkt den ich mir unbedingt merken musste, keine Werwolf Filme mehr!
„Es würde niemand mehr den Film sehen wollen wenn die Schauspieler alle hässlich sind!", stellte Jasper trocken fest und wendete den Blick nicht vom Bildschirm.
„Leute!", stöhnte ich und drückte mein Gesicht verzweifelt in die Couch. Wahrscheinlich war Jasper der Einzigste, mit dem man einen Film sehen konnte und dabei mehr als die Hälfte mitbekam. Aber er war ja sowieso nie besonders gesprächig und der Ruhepol der Truppe.
Emmet zerstrubbelte mir die Haare und kniff mich in die Seite. Er wusste das ich dass überhaupt nicht leiden konnte! „Daran wirst du dich gewöhnen müssen, Bells. Wir kommentieren jeden Film! Außerdem bin ich ein hervorragender Kritiker!", Wieder kneifte er mich und als Reaktion trat ich leicht nach ihm.
„Warte nur bis ich mich wehren kann, Emmet Cullen!", drohte ich und ignorierte sein gespieltes Schlottern.
„Darauf freu ich mich schon jetzt! Die Anderen sind mir zu langweilig, eine Neugeborene ist wenigstens eine Herausforderung!"
„Zu langweilig, ja?", grinste Edward, sprang auf und zog seinen Bruder von hinten über die Couch auf den Boden. Rasch rutschte ich zu Alice um ein Stück aus der Gefahrenzone zu kommen.
„Jungs, wenn auch nur eine weitere Vase zu Bruch geht, garantiere ich für nichts!", rief Esme und ich grinste Carlisle an, der sich aus dem Streit bewusst zurückhielt. Das war es dann mit dem Videoabend wohl gewesen.
