22.3. Stimmungswechsel

Als Harry erwachte, saßen am Fußende seines Bettes zwei auffällige Vögel und beobachteten ihn.

„Dann hab ich das wohl doch nicht geträumt.", sagte Harry leise.

„Nein, hast du nicht", zwitscherte Candela vergnügt, „aber du träumst interessante Dinge."

„Ihr wisst was ich träume?", fragte Harry bestürzt.

„Natürlich, schließlich sind das doch auch nur Gedanken. Wer sind eigentlich Ginny und Fili?"

Harry gefiel die Vorstellung, dass ein Anderer seine Träume kannte nicht sonderlich. „Ich kann mich gar nicht erinnern, von den Beiden geträumt zu haben. Aber es sind zwei gute Freundinnen, die ihr sicher noch kennen lernen werdet."

„In der Küche gibt es Frühstück.", meldete sich Caligus, „wir haben eine Ewigkeit nichts mehr gefressen."

„Oh, da wird Ron doch nicht etwa Konkurrenz beim Essen bekommen", lachte Harry und schaute zum anderen Bett. Doch Ron schnarchte noch friedlich vor sich hin. „Lassen wir ihn noch schlafen und schauen mal, was Molly zu euch sagt." Einen kurzen Moment später war Harry fertig und winkte den Zweien aufmunternd zu. Er war ein wenig überrascht, als sie im nächsten Augenblick auf seiner Schulter landeten. „Ich wusste gar nicht, dass ihr schüchtern seid." So dekoriert machte Harry sich auf den Weg in die Küche.

Sprachlos starrte Molly auf Harrys Dekoration. Dieser war auf der letzten Treppenstufe stehen geblieben und die Schwanzfedern der Phönixe hüllten ihn wie ein Mantel ein. Dieser blieb ihm jedoch nicht länger erhalten, dann Caligus und Candula hatten den Teller mit Obst entdeckt und einen Funkenregen hinter sich herziehend, flogen sie direkt zum Esstisch.

„Harry, was hat das zu bedeuten?" rief Molly und zog den Kopf ein, als die beiden Vögel knapp über sie flogen. Dabei schwankte ihre Stimmlage zwischen Verwunderung und Empörung.

Harry erklärte Mrs. Weasley in Kurzform, wie er zu den Zweigen gekommen war, während Molly staunend zuhörte und dabei immer wieder zu den Phönixen schaute, die immer noch dabei waren, den Obstteller zu plündern.

Laut und betont sagte Harry zum Ende seiner Kurzerklärung: „Auf die Beiden muss man gut aufpassen, sie haben eine Vorliebe für Schabernack und mitunter keine Manieren!" Ein empörtes Zwitschern kam von den Beiden, aber sie ließen sich bei ihrer Mahlzeit nicht stören.

„Und sie haben eine Vorliebe für Obst.", fügte Molly lachend hinzu. „Was das Essen angeht, könnte Ron glatt Konkurrenz bekommen. Schläft er eigentlich immer noch?"

Harry nickte, „als ich aus dem Zimmer bin, noch tief und fest. Er war nicht so begeistert über die nächtliche Störung wie Hermine."

Beim Stichwort Hermine unterbrach Candela für einen Augenblick das Essen. „Deine Freunde sind wirklich Schlafmützen, vielleicht kann ich ja mal schauen, was Hermine macht.", konnte Harry hören und hatte eine böse Vorahnung. Doch der weiße Phönix war bereits verschwunden und bevor Harry seine Ahnung Molly mitteilen konnte, war aus der oberen Etage ein bedrohliches Zischen zu hören und der Phönix tauchte mit einem Funkenregen über Harry wieder auf und lies ihm dabei ein hübsches, kleines Täschchen in die Hände fallen. Wenige Sekunden später folgte Hermine laut schimpfend, mit zerzausten Haaren und hellem Puder im Gesicht.

„Du!", und dabei ging sie drohend auf Harry zu, der langsam zurückwich. „Ich kann nur hoffen, dass das nicht deine Idee war!" Sie riss dem völlig verwirrten jungen Mann die Tasche aus der Hand und stürmte nach oben.

Molly hatte angefangen zu lachen während Harry völlig perplex dastand und Hermine hinterher starrte. „Harry mein Lieber, du musst noch viel lernen. Du solltest immer daran denken, störe eine Frau lieber nicht bei ihrer Morgentoilette.", bemerkte sie dann.

„Wieso ich? Ich hab doch gar nichts getan, das solltest du lieber Candela sagen.", murrte Harry.

Wenig später tauchte Ron auf der Treppe auf. „Müsst ihr eigentlich schon am frühen Morgen so eine Unruhe verbreiten?" Doch dann verflog sein Unmut und er suchte sich schnell einen Platz am Frühstückstisch. Hermine, jetzt mit sauberen Gesicht und geordneten Haaren, folgte wenig später und schon bald waren alle in ein fröhliches Gespräch um die beiden neuen Hausbewohner vertieft.

Die beiden Phönixe wurden von allen mit Begeisterung in alles mit einbezogen und besonders Hermine und Harry machten sich einen Spaß daraus, die Beiden mit allen möglichen Leckerein zu verwöhnen. Daher merkten sie auch nicht, dass sich Molly leise mit Ron unterhielt und dabei immer wieder zu Harry schaute.

Als Candela und Caligus endlich gesättigt waren, wandten Hermine und Harry sich wieder den anderen zu. Harry diskutierte mit Molly die Organisation des Büffets. Molly war nicht davon abzubringen, sich an der Zubereitung zu beteiligen und da auch Funk und Plunk mit Freude zugestimmt hatten, für das Essen zu sorgen, war Harry in eine ziemliche Klemme geraten. Schließlich schlug er einen Kompromiss vor, Molly konnte ihre Gerichte kochen und die Elfen würden sie dann einfach mit in das Gewölbe bringen.

Nachdem auch das geklärt war, verabschiedeten sich die Freunde von Mrs. Weasley und kehrten ein weiteres Mal in das Gewölbe zurück. Doch ganz anders als am Vortag, war Harry wie ausgewechselt. Lustlos half er bei den letzten Arbeiten und Hermine und Ron merkten immer häufiger, wenn sie mit ihm sprachen, dass er mit den Gedanken ganz woanders war.

Schließlich ging er auf Ron und Hermine zu und erklärte ihnen, er müsste noch etwas organisieren. Dann war er auch schon verschwunden.

Kaum waren Ron und Hermine allein, zog dieser sie zur nächsten Bank.

„Du Hermine, ich habe ein Problem!"

Hermine schaute ihn verwundert an, es passte nicht zu Ron mit Problemen zu ihr zu kommen. Üblicher Weise klärten die Jungs so etwas unter sich.

„Es geht um Harry, ich denke es ist klar, warum er so schlechte Laune hat aber meine Mutter hat mir beim Frühstück noch was gesagt."

Nun, das ist etwas anderes, dachte Hermine und an Ron gewandt sagte sie:
„Klar weiß ich, was mit Harry ist aber vielleicht gibt es ja zum Mittag noch gute Nachrichten oder was hat dir deine Mutter gesagt."

Ron druckste ein wenig herum,
„Du hast seit Harrys Überraschung noch nicht wieder mit Ginny gesprochen oder?" Hermine schüttelte mit dem Kopf. „Sie wird zur Party ganz sicher nicht da sein.", erklärte Ron.

Jetzt war es an Hermine bestürzt zu schauen. Harry hatte ihr schließlich erzählt, dass er endlich mit Ginny reden wollte. Er war es Leid, dass sie sich in den letzen Tagen kein Wort miteinander gesprochen hatten.
„Oh, dass könnte Harry den ganzen Abend endgültig verderben, ich glaube er wollte sich mit Ginny versöhnen oder so etwas in der Art. Er hat sich richtig auf die Party gefreut und mir erzählt, wie er sich fühlt, dass Ginny und Fili im die ganze Zeit aus dem Weg gehen und nicht mit ihm reden."

„Und genau aus diesem Grund musst du es ihm sagen, du kannst so etwas besser, BITTE!", flehte Ron Hermine an.

„Weißt du warum Ginny nicht kommt?"

„Sie ist immer noch in Frankreich und hat mit Gabrielle wohl etwas anderes vor."

Hermine dachte einen Augenblick nach, es passte eigentlich nicht zu Ginny. Schließlich sagte sie zu Ron:

„Sie ist deine Schwester, du kennst sie eigentlich besser, und wenn dir dazu nichts einfällt. Was Fili angeht, vielleicht kann Tonks nochmal mit ihr reden.

*** ~~~ ***

Harry war nur eine Etage höher wieder aufgetaucht und rief dort leise nach den beiden Hauselfen. Es dauerte auch nur einen Augenblick, bis die Beiden vor Harry erschienen und ihn abwartend anschauten.

„Harry, Sir, sie sehen aus, als würde etwas nicht stimmen", begann Funk als Harry nicht reagierte. Plunk verschwand und kam kurz darauf mit einem Tablett wieder. Sie füllte eine Tasse und reichte diese weiter an Harry.

„Dankeschön", sagte Harry und nippte vorsichtig an der Tasse. Bereits der Duft, der aus der Tasse strömte schien die trüben Gedanken zu vertreiben. Den ersten Schluck spürte er bis in den Magen und eine angenehme Wärme breite sich aus und frische Energie durchströmte ihn.

„Wow, was ist das denn für ein Getränk", fragte er verwundert.

„Das ist ein uraltes Rezept.", erklärte Funk, „man kann es auch als Stärkungstrank verwenden, nur darf man es nicht so häufig benutzen, weil es abhängig macht. Doch ich dachte, es könnte heute nicht schaden."

Harry nickte und ließ sich in einen kleinen Sessel fallen. „Es ist schwer zu beschreien, noch gestern habe ich mich auf die Party gefreut, doch jetzt wo es so aussieht, als würden einige Freunde nicht kommen, würde ich alles am liebsten vergessen."

Plunk füllte die Tasse ein weiteres Mal und als Harry erneut davon getrunken hatte, fuhr er fort. „Meine Freunde haben es sicher nicht übersehen und ich befürchte, ich würde sie verärgern. Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll."

Die beiden Hauselfen hörten ihm aufmerksam zu und nach einigen Augenblicken der Stille, sagte Funk.

„Wir können dir leider nicht sagen, was du machen sollst. Das ist etwas, was du selbst entscheiden musst. Wir werden wie besprochen für das Essen sorgen."

Harry musste plötzlich lächeln. „Stimmt ja, das ist auch der Grund, weshalb ich hier bin. Ich konnte es Molly nicht abschlagen, sich an der Essenszubereitung zu beteiligen. Daher wollte ich euch bitten, die Sachen, die sie zubereitet mit auf der Tafel zu arangieren."

Die Elfen schienen nicht überrascht. „Das machen wir doch gern, wenn sie das so möchte."

Harry leerte seine Tasse und stand auf. „Danke für den Tee", lachte Harry und zwinkerte den Elfen zu. Auf einmal fühlte er sich besser. Er verabschiedete sich und war im nächsten Moment verschwunden.

Ron und Hermine unterhielten sich noch immer, als Harry mit einem leisen Plop wieder im Gewölbe auftauchte.

„Das hat ganz schön gedauert", murrte Ron.

„Nur keine Sorge Ron", antwortet Harry und schmunzelte, „wir werden schon rechtzeitig zum Mittagessen bei deiner Mutter sein."

Irritiert blickten sich Ron und Hermine an, Harry plötzlicher Stimmungswandel war erstaunlich.

„Und konntest du erledigen, was du wolltest?", fragte Hermine.

„Ich musste noch etwas wegen dem Büffet für heute Abend organisieren", erklärte Harry. „Wie sieht es aus, ist sonst noch etwas zu machen oder wollen wir in den Grimmauldpaltz zurückkehren?"

Da alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, macht sich die Drei auf den Rückweg.

Mittagessen

Molly war emsig in der Küche beschäftigt, als die Drei zurück kamen und so war es nicht überraschend, dass alle Drei sofort mit Aufgaben versorgt wurden.

„Ron, Hermine, ihr beiden seit bitte so lieb und deckt den Tisch. Harry mein Lieber, können wir noch mal kurz wegen dem Essen für heute Abend reden?"

Molly begann aufzuzählen, was sie sich so für das Abendbüffet vorgenommen hatte und es kostete Harry eineMenge Überzeugungsarbeit um die Menge auf ein Maß zu reduzieren, bei dem Molly nicht den ganzen restlichen Tag in der Küche verbringen musste.

Das Mittagessen verlief ungewöhnlich ruhig. Schweigend aßen die drei Freunde während Ron und Hermine sich verstohlene Blicke zuwarfen. Molly war es schließlich, die sich an Harry wandte:
„Harry, mein Lieber, ich muss dir glaube ich etwas sagen, was du aber vielleicht auch schon geahnt hast. Ginny hat mir eine Eule geschickt, sie wird erst am Freitag zurück kommen. Gabrielle hat mit ihr etwas anderes vor."

Einen kurzen Augenblick waren alle Bewegungen am Tisch erstarrt und alle schauten erwartungsvoll auf Harry. Doch dieser zeigte keine Reaktion. Schließlich zuckte er mit der Schulter, murmelte etwas wie „Schade aber das dachte ich mir schon", und löffelte langsam seine Suppe weiter.

Auch die Anderen setzten die Mahlzeit fort und jeder hing seinen eigenen Gedanken hinterher. Wieder war es Molly, die das Schweigen brach und auf den Nachmittag zu sprechen kam. „Kinder, ich muss nach dem Essen noch schnell einige Besorgungen machen. Ron mein Junge, wärst du so nett mir dabei zu helfen."

Ron blickte fragend zu den Freunden. „Kein Problem Ron, geh ruhig mit", antwortete Harry, "wir sind mit allen soweit fertig."

„Das trifft sich doch gut", ergänzte Hermine, „ich wollte auch noch einmal kurz zu einer Freundin um etwas zu bereden. Dann können wir uns später ja alle wieder hier treffen und machen uns für die Party fertig."

Da alle einverstanden waren, obwohl Hermine noch einen Augenblick mit Molly flüstern musste, bevor dieses dem Besuch zustimmte, verließen nach dem Essen alle außer Harry das Haus.

Jetzt nachdem die Anderen den Grimmauldplatz verlassen hatten, ging Harry lustlos durch das Haus. Er wollte überhaupt nicht mehr an die Party denken und ganz bestimmt nicht mehr dorthin gehen. Er wollte eigentlich nur noch seine Ruhe.

Harry stieg die Treppe bis zum geheimen Durchgang hinauf und nachdem er die geheime Kachel berührt hatte, ging er weiter hinauf bis er in das Turmzimmer gelangte. Dort lehnte er sich aus dem Fenster und grübelte.

Warum wollten denn weder Ginny noch Fili zu der Party komme? Harry hatte gehofft, dass es eine gute Gelegenheit wäre, die Differenzen zu klären. Was ihn dabei überrascht, war, dass er nicht sagen konnte, wen er mehr vermisste, Ginny oder Filipulla.

Nachdenklich schlenderte er durch das kleine Zimmer und ließ den Blick über das Sammelsurium der unterschiedlichsten Dinge gleiten. Schließlich zog er ein altes Buch aus einem der Regale und vertiefte sich hinein.

Wahrscheinlich hätte Harry den ganzen restlichen Tag in dem Buch gelesen doch die beiden Phönixe waren da ganz anderer Meinung und tobten um Harry herum.

„Könnt ihr nicht einmal für ein paar Minuten Ruhe geben!", brummte Harry.

„Eigentlich nicht", kam prompt die Antwort. „Deine Freunde sind zurück und wir wollen endlich zur Party, das wird bestimmt spaßig."

„Dazu braucht ihr mich doch nicht, ihr könnt euch dort gern austoben."

„Das wäre aber nicht schön, wenn du hier bleibst."

„Ich komme etwas später nach, sagt das den Anderen und jetzt verschwindet endlich!"

Die Beiden schienen zu beraten, doch dann verschwanden sie und ließen nur eine Rauchwolke zurück.

*** ~~~ ***

Im zugänglichen Teil des Grimmauldplatzes waren inzwischen Harrys Freunde und Molly zurückgekehrt. Die vorherrschende Stille ließ erahnen, dass wohl niemand anderes hier war.

„Harry", rief Hermine zur oberen Etage, „wir sind zurück." Doch es kam keine Antwort. „Ich hatte so etwas befürchtet.", sagte sie leise.

„Lass uns nach oben gehen, vielleicht ist er irgendwo eingeschlafen.", schlug Ron vor.

„Ich denke nicht, dass wir Harry finden, aber lass es uns versuchen."

Als Hermine sich anschickte die Treppe nach oben zu gehen, tauchten die beiden Phönixe aus dem Nichts auf.

„Wir sollen schon ohne Harry zur Party gehen, er kommt dann nach", trällerten sie fröhlich, während sie auf der nächsten Sessellehne landeten.

„Ich hoffe das macht er wirklich", gab Hermine zu bedenken. „Dann sollten wir uns vielleicht fertig machen."

Ron war noch etwas eingefallen: „Du hast noch gar nicht gesagt, ob du bei Tonks etwas erreicht hast."

Hermine warf einen Blick über das Geländer und als niemand zu sehen war, erzählte sie, wie es im Krankenhaus gelaufen war.

*** Nach dem Mittag im St. Mungo ***

Als Hermine kurz nach dem Mittag das St. Mungo erreichte, herrschte wenig Betrieb. Am Empfang erfuhr sie die Zimmernummer und klopfte wenig später an das Zimmer, in dem Tonks untergebracht war.

„Herein!", kam es leise aus dem Zimmer. Hermine öffnete und betrat ein keines, schlicht eingerichtetes Zimmer, welches eher an eine Pension als an ein Krankenhaus erinnerte.

„Hermine? Was führt dich denn hierher?", wunderte sich die junge Frau im Bett.

„Hallo Tonks, geht es dir wieder besser?", fragte Hermine und überlegte dabei, wie sie ihr Anliegen am Besten ausdrücken sollte.

„Die Ärzte sagen, ich kann heute Nachmittag nach einer letzten Untersuchung wieder nach Hause, aber nun sag schon, du bist doch nicht nur hier, um mich zu besuchen."

Hermine zog sich einen Stuhl heran und setzte sich neben das Bett.

„Du weißt ja von der Party heute Abend. Harry hat sich die letzten Tage so darauf gefreut aber weil er von Ginny und Filipulla noch nichts gehört hat und jetzt auch noch der Zwischenfall mit dir war, machen wir uns Sorgen. Heute Mittag haben wir ihm erzählt, das Ginny ganz sicher nicht kommt und jetzt glauben wir, Harry wird auch nicht zur Party kommen."

„Und wie soll ich euch dabei helfen?"

„Wir hatten da an zwei Sachen gedacht, zum einen, dass auf alle Fälle du selbst zur Feier kommst und zum anderen, dass du auch noch mal Filipulla fragen könntest."

Tonks dachte eine Weile nach und Hermine begann bereits unruhig auf ihrem Stuhl hin und her zu rutschen.

„Also schön," antwortete Tonks schließlich, „ich komme heute Abend zur Party und rede auch nochmal mit Fili. Aber ich weiß nicht ob sie mitkommt."

Hermine war erleichtert, doch bevor sie noch viel mehr erzählen konnten, klopfte es und Remus betrat das Zimmer. Verwundert schaute dieser auf Hermine bevor er Tonks begrüßte.

„Störe ich gerade?", fragte er und schaute neugierig auf die beiden jungen Frauen.

„Nein, nein", entgegnete Hermine und stand auf. „Ich muss sowieso wieder los. Wir sehen uns heute Abend, also bis später ihr Beiden."

Damit lies sie den etwas überrascht wirkenden Remus und Tonks zurück und machte sich auf den Heimweg.

*** ~~~ ***

Harry wollte sich schon wieder in das Buch vertiefen, stand dann aber auf und ging auf eine der alten Vitrinen zu. Ein buntes Glitzern hinter der staubigen Scheibe hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Knarrend und nur mühsam ließ sich die Tür öffnen jedoch nicht ohne das eine große Menge Staub herabrieselte und Harry in eine Wolke hüllte. Als der Staub sich endlich gelegt hatte, konnte Harry sehen, was für das Glitzern verantwortlich war. In einer flachen Schale lagen scheinbar wahllos gesammelte Edelsteine und Kristalle. Das Glitzern kam jedoch von einem kleinen Stein, welcher eher einem Tropfen dunkler Flüssigkeit ähnelte als einem Edelstein. Ein seltsamer Zauber schien von ihm auszugehen. Neben der Schale lag ein Streifen vergilbten Pergaments.

Es war nicht mehr viel zu erkennen, doch jemand hatte versucht den Text bzw. einzelne Worte zu rekonstruieren. Seelentropfen und Ursprung unbekannt waren zu lesen und am Ende stand mit roter Schrift große Macht.

Harry legte das Pergament und nahm den seltsamen Stein aus der Schale. Obwohl es hier oben im Turmzimmer warm war, fühlte sich der Stein kühl an. Seltsam, dachte Harry, legte ihn dann aber zurück und setzte sich wieder in seinen Sessel.