Chapter 25! Was gibt's zu sagen... hm... es ist eher ein Zweiteiler oder auch ein Dreiteiler, je nachdem, wie das nächste Chapter wird. Das ist echt merkwürdig... Dieses Chapter zu schreiben war so merkwürdig. Ich hasse merkwürdig... =/ Wie um Himmel's Willen konnte ich BtF und BH zu Ende schreiben? Die Frage kam mir bei diesem Chapter irgendwie. Oder es ist wegen der Uni, die mich so nachdenklich und unsicher macht, dass irgendwas nicht passt. Ich hoffe echt, dass mit dem Chapter alles passt und nicht irgendwas total... würgs rüber kommt. Wie gesagt, es zu schreiben war merkwürdig. Oder es liegt daran, dass ich nen Husten hatte und daher kein einziges Mal joggen war... Der Mensch braucht Ausgleich =/ Ich schreibe zu viel Mist... Naijai... ^^

Reviews:

Mannequin: Hey du =)

Joah, doch irgendwie schon. Es ist schön, weils irgendwie auf die Klausuren zugeht und das Semester damit bald zu Ende ist. Meine Klausuren sind ehrlich gesagt sehr gut gelegen. Ich hab sie über den Februar verteilt und hoffe das alles so ausgeht, wie ich es plane und wünsche. Und wie sieht's bei dir so aus? =) Bachelorarbeit?

Ich weiß nicht wirklich, wie ich es im Februar dann mit der FF mache. Zur Zeit plane ich zwischen dem Lernen immer ein wenig zu schreiben, aber ich plane viel wenn der Tag lang ist =.=" Das Kapitel war im übrigen bereits am Mittwoch fertig, aber dann wollte ich es doch noch mal durchlesen und hab noch mal was geändert und dann das noch mal geändert und grml... ich glaub, wenn ich es heute nicht update, hätte ich morgen noch mal was geändert...

War Peter im Buch 6 eigentlich noch mal groß dabei? Ich glaube nicht, oder?

Ich muss zugeben, dass bevor ich die ganzen Lilli und James Fanfiction gelesen hatte, auch nicht wirklich so viel mit den beiden anfangen konnte. Sirius und remus, ja, und ihre Freundschaft mit James fand ich auch toll in Buch 3 und 5, aber richtig fest wurde das erst mit den Fanfictions. Sie haben einem beide doch irgendwie auf eine andere Weise näher gebracht. Ich glaube, wäre es bei mir bei den Büchern geblieben, wäre alles anders gewesen. Aber das glaube ich auch nur...

Ohhhhh, nachdem BtF bei mir glaub ich ein halbes Jahr her ist, muss ich ehrlich zugeben, mich daran nicht mehr zu erinnern. Es ist durchaus möglich, dass ich die Szene zwischen Sirius und Anna in BtF schon mal hatte ÖÖ Da hat sich ja ein drittel der FF im Krankenhaus abgespielt. Ich baue in Chains of Xerchia viele Seitenhiebe auf BtF ein ^^ Ein wenig aus Spaß. Habe auch noch nem Leser was versprochen, was ich auch noch einbauen werde, weil er das in BtF mochte. Hier war es wirklich unabsichtlich mit der Szene. Mein Sirius ändert sich aber auch echt nie ^^

Öhm... du würdest es mir sagen, wenn CoX plötzlich... du weißt schon... zu viel wird? ^^

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich vieles in CoX auch noch mal durchlesen muss, weil ich stets Angst habe, das schon mal geschrieben zu haben =/ Will ja nicht, dass sich Sätze alle paar Kapitel irgendwie wiederholen. Ist mir in Black Heart aufgefallen, dass ich das einige Male gemacht habe =/

Kann mich an den Ausspruch von Flitwick ehrlich gesagt nicht mehr erinnern ^^ Wär aber auch ne Möglichkeit gewesen die Szene weiter zu schreiben +g+

Hehe, yeah, bald bald gibt's das erste Zeichen von Baby Harry. Ich hab das auch schon in BtF geliebt Szenen zwischen dem Kleinen und James zu schreiben ^^ Ich mag Vater Sohn Szenen einfach.

Anna war für Black Heart stets als Charakter aufgebaut, der zwischen beiden Seiten steht. Was ich bei Lilli, Sirius und Remus nie hätte machen können, weil sie irgendwo gesetzt sind für die gute Seite ohne je Zweifel daran zu haben, wofür sie kämpfen und warum sie das tun. Genauso ist es schwer das mit James zu tun, weil Sirius Harry gegenüber ja auch gesagt hat, dass James die dunklen Künste immer gehasst hatte. Da kann ich ihn schlecht im Zwiespalt mit dunkel und weiß schreiben. Bei Anna kann ich da echt alles ausleben +g+

Thanks fürs Review =) Liebe Grüßle


Chapter 25 – First strike vs. vengeance

Du solltest auch vorsichtig mit der Hexe sein, die du eine Freundin nennst. Anna White... Keine Hexe, kein Zauberer ist stark genug, eine solche Prozedur zu überleben. Es muss einen Grund dafür geben und ich fürchte, dass dieser gefährlich sein könnte. Nimm dich vor ihr in Acht, James Potter... Das Böse wird stets jedes Mittel einsetzen, um das Gute zu besiegen. Absolut jedes und ich fürchte, dass du nicht stark genug sein wirst, um das zu akzeptieren.

James hatte sich die Worte von Godric Gryffindor öfters durch seine Gedanken gehen lassen. Überlegte sich, ob der Zauberer wirklich das meinte, was er mit diesen Worten bezweckt hatte. Wenn es Menschen gab, von denen James sich stets sicher gewesen war, dass sie niemals auf die Seite von Voldemort kämpfen würden, dann waren es seine Freunde. Der Gedanke, dass seine beste Freundin ihn verraten könnte, war vollkommen absurd und lächerlich. Die Zweifel aber waren nun gesät und er konnte die Flammen nicht einfach so wieder ausdrücken. Vielleicht meinte Gryffindor damit, dass Anna nicht stark genug war, wenn die Phowlyris sie manipulieren sollte? Dies war die wahrscheinlichere Variante, denn die Erinnerung an den niederschmetternden Zustand der besten Freundin als sie von ihrer Gefangenschaft wieder zu ihnen zurückgekehrt war, weilte noch glasklar vor seinem geistigen Auge.

Wäre er bereit sie dann auch zu bekämpfen? Ihr Leben zu beenden, so wie er es stets von seinen Freunden verlangt hatte, sollte das bei ihm eintreffen? Schlagartig wurde ihm bewusst, was er seinen Freunden damit tatsächlich abverlangt hatte, als er sie darum bat. In diesem Moment war sich James nämlich sicher, dass er Anna nicht hätte töten können, selbst wenn sie von der Phowlyris besessen wieder gegen sie kämpfen würde.

Er beschloss, Anna nichts von seinem Gespräch mit Gryffindor zu erzählen.

Beeindruckt blickte diese den Mondstein zwischen ihrem Daumen und dem Zeigefinger geklemmt unter dem Licht der Deckenlampe an.

„So klein und doch so stark," kommentierte sie begeistert, bevor sie ihn zurück in das Säckchen steckte und James reichte.

„Hm?" fragte er verwirrt.

„Stecks ein. Es ist bei dir am sichersten."

„Ich hab keine Kontrolle über Gryffindor's Macht. Da dürfte der Stein bei dir oder Lilli sicherer sein."

„In dem Fall -" Anna reichte das Säckchen an Lilli, die es verwirrt blickend einsteckte. „Ich hatte Besuch während ihr auf Angel's Cove wart."

„Besuch von wem?" fragte Sirius.

„Shanoba."

„WAS?!" schoss es aus allen schockiert heraus. Anna hatte mit dieser Reaktion gerechnet und entsprechend nickte sie auch verständlich.

„Es ist nichts passiert. Dumbledore war da, bevor sie etwas tun konnte."

Sirius verzog grimmig das Gesicht, während James sie prüfend und misstrauisch ansah.

„Sicher? Die Phowlyris steckt auch sicherlich nicht in dir drin?"

Anna verzog leicht irre die rechte Augenbraue.

„Genau," sagte sie nun mit mächtig viel Sarkasmus in der Stimme. „Deswegen teile ich dir auch mit, dass sie da war und Dumbledore sie daran gehindert hat etwas zu tun,. Weil mich Dumbledore auch alleine gelassen hat, nachdem seine Urenkelin gerade von einer gefährlichen Phowlyris angegriffen wurde, so dass diese wieder zurück kommen konnte, um in mich zu fahren."

„Okay, Punkt für dich," gab er ein klein zurück.

„Anna, was wollte sie von dir? Remus und James waren doch gar nicht da?" fragte Lilli, um wieder ernst zu werden.

„Oh," antwortete diese schließlich zynisch. „Ihr war langweilig und dachte wohl, dass sie etwas mehr hinkriegt als ne bloße Racheaktion an zwei Zauberer. Sie will die Herrschaft über ihr Volk an sich reißen und die Königin töten – Ah, genau! Da war noch was. Ich werde ihr dabei helfen!"

Die Freunde hatten einander verlegene Blicke zugeworfen, da sie weder wussten, wie sie darauf angemessen reagieren sollten noch wie ihre Freundin das nun wirklich gemeint hatte. Eine weitere Erklärung ihrerseits ließ nicht lange auf sich warten.

„Sie hat mir zu verstehen gegeben, dass ich keine andere Wahl haben werde. Sie wird einen Weg finden. Ich weiß nicht, wie ich ihr helfen soll, aber sieht so aus, dass sie meine Hilfe braucht. Sie hätte mich töten können und sie hat es nicht getan. Ich bin mir aber sicher, dass sie nichts von unseren Plänen weiß, sie wieder in einem Stein einzusperren."

„Und du bist dir sicher, weil?" fragte Remus skeptisch.

„Du weißt doch, dass die Bösen stets so tun als ob sie deine Gedanken lesen könnten? Shanoba tat das auch und ich habe gemerkt, dass sie tatsächlich nur so tat. Es waren alles nur Vermutungen und als sie eine Falsche Aussage äußerte wurde mir klar, dass sie das nicht kann."

James hatte nicht weniger überrascht ausgesehen als seine Freunde, kam jedoch nicht umhin seine beste Freundin angenehm anzugrinsen.

„Also sollten wir uns beeilen, sie endlich einzusperren," schlug er nun vor.


Für weitere Vorbereitungen hatte Anna James, Sirius, Lilli und Peter am darauffolgenden Tag losgeschickt, um Zutaten für den Zauber zu besorgen. Sie hatten sich darauf geeinigt, dass Remus bei Anna bleiben sollte zum Schutz. James bestand darauf, weil er sich sonst nicht auf die Suche nach den Utensilien hätte ruhigen Gewissens begeben können.

So saß Remus auf der Couch in Anna's Büro und klebte Blumengestecke zusammen. Er kam sich ein wenig merkwürdig vor, wenn man bedachte, dass die Freundin daneben mit geschlossenen Augen im Schneidersitz saß und aussah als ob sie meditieren würde. Egal wie oft er einen Blick zu ihr rüber warf, sie hatte ihre Position nicht verändert und mit der Zeit fragte er sich, ob sie nicht vielleicht eingeschlafen war.

„Anna?" fragte er vorsichtig. Es kam keine Antwort. Ihr atmen war gleichmäßig, ihr Haltung angespannt, doch eine Miene hatte sie nicht verzogen, so dass er hätte erahnen können, ob er nun gehört wurde oder nicht.

„Anna?" versuchte er es aufs Neue, doch sie bewegte sich nach wie vor nicht. Remus schmollte und fuhr ganz vorsichtig mit seinem Zeigefinger an ihre Schulter heran um sie anzustupsen.

„WAAAAAAAAAAAAAS?!" kreischte sie mit nun offenen Augen und einem Blick wie ein verrückt gewordener Tiger.

„Hey, ähm... du bist wach," bemerkte er verlegen und zuckte leicht zurück, als sie ihre Augen giftig verengte.

„James sagte, du sollst hier bleiben und auf mich aufpassen und nicht hier bleiben und mich zusammenschlagen!"

Er zuckte ein wenig mit dem Mundwinkel angesichts der Übertreibung, befand es jedoch besser sie nicht weiter zum kochen zu bringen.

„Bist du okay? Du siehst irgendwie müde aus?"

Anna seufzte bevor sie sich aus ihrem Schneidersitz löste und sich erledigt ganz auf die Couch niederließ.

„Dumbledore hat mir einen Zauber beigebracht, der stark genug sein soll, eine Phowlyris zu verletzen. Nur muss ich dafür -" Sie hatte nun ihre Arme verschränkt und einen mächtig genervten Blick aufgesetzt. „- Meine innere Kraft spüren." Beide Wörter wurden extrem dämlich ausgesprochen. „Procella!" rief sie mit dem Zauberstab auf ihren Schreibtisch gerichtet. Nichts passierte. „Siehste! Keine innere Kraft. Aber Anna, du musst deine Magie innerlich sammeln. Spüre die Magie, erzwinge sie nicht. Spüre sie," äffte sie Dumbledore's Stimme übertrieben besserwisserisch nach. „Ehrlich, hält er mich für ne Rakete, die man nur anzuzünden braucht, damit sie losschießt?"

Remus hatte sie nun belustigt angesehen. Das war die Anna White, die er kannte und mochte und ihm ein erleichtertes Lächeln zurück in seinen Ausdruck trieb.

„Schon Kontakt zu Diana aufnehmen können?" fragte sie nun etwas beschwichtigter. Es war beruhigend für den Marauder zu wissen, dass die Freundin noch immer wieder die Alte wurde nach einer kurzen Explosion ihrer Gefühle.

„Nein," antwortete er niedergeschlagen. „Ihre Mutter scheint sie entweder nicht wegzulassen oder irgendetwas anderes hindert sie daran. Vielleicht die gefallene Phowlyris... Anna, es tut mir Leid."

Diese Worte schossen so schnell und so traurig aus ihm heraus, dass sie nicht anders konnte als sich aufzurichten und ihn verblüfft anzusehen. Sie hatte nicht den Hauch einer Ahnung was ihrem Freund hier eigentlich leid tat. Er aber riss sich zusammen und blickte frustriert zurück.

„Als du sagtest, dass die Phowlyris bei dir aufgetaucht war – Ich wollte dich nicht in Gefahr bringen. Ich würde es mir nie verzeihen, wenn dir etwas passiert wäre und -"

„Okay, stopp," bremste sie ihn augenblicklich. „Die Phowlyris wäre auch aufgetaucht, wenn wir nicht beschlossen hätten sie einzusperren. Sie weiß absolut nichts von unserem Vorhaben. Das bedeutet, dass du auch nichts gemacht hast, was sie auf mich gebracht hat und das wiederum heißt, dass es nichts gibt, wofür du dich entschuldigen müsstest oder was dir leid tun sollte."

Auf ihr offenes Gesicht hin, bekam er sein zuversichtliches Lächeln zurück. Anna legte ihre Hand auf seine und drückte sie aufmunternd.

„Ich weiß, es wird nicht leicht werden und ich hab das Gefühl, dass etwas ganz gefährliches auf uns zukommt. Aber wenn wir es nicht mit diesem Etwas aufnehmen, wer dann? Ich hoffe einfach, dass wir es alle noch mal überleben werden. Dafür kämpfen wir weiter, nicht wahr, Remus?"

„Danke, dass du das tust," sagte er gefühlvoll und hatte ihre Hand zurückgedrückt. „Ich kann gar nicht in Worte fassen, was es mir bedeutet."

Anna lächelte sanft.

„Das musst du auch nicht," antwortete sie freundschaftlich, denn was man in Worte nicht beschreiben konnte, sagten Gefühle um ein vielfaches intensiver aus für eine Empathin, wie sie es war. Es war auch derselbe Grund gewesen, warum Anna sich dieser Sache überhaupt erst angenommen hatte. Weil sie an jenem Abend, als er sie darum bat, dasselbe gespürt hatte, wie jetzt. Wenn sie diese Sache hinbekamen, wie sie es wollten und wenn ihr Plan aufging und sie ihr Ziel erreichen konnten, dann würde auch Remus endlich wieder aus tiefstem Herzen glücklich sein können.

„So, kann ich jetzt weiter den Zauber üben und du steckst weiter die Blumen zusammen? Es mag aussehen wie Mädchenarbeit, aber glaub mir, ich brauch das Zeug für den Zauber, wenn es soweit ist."

„Aber klar," sagte er, sichtlich befreiter.


„Ich mach mir Sorgen um sie," sagte Sirius nachdenklich. Sie kletterten gemeinsam auf Bäumen, um bestimmte Früchte von den Kronen zu pflücken, welche Anna ihnen aufgetragen hatte mitzubringen. „Beim letzten Mal ist sie dieser Irren nur knapp entkommen."

„Was willst du tun? Nen Bodyguard anheuern, der sie rund um die Uhr bewacht? Sie sagte doch schon, dass Dumbledore ihr Zauber gegen die Phowlyris beibringen will und je schneller wir unsere Aufgabe erledigen und Shanoba beseitigen, desto schneller haben wir unseren Frieden."

Nach diesem Satz war James auf seiner Suche noch mal höher am Baum entlang der dicken Äste hinaufgeklettert.

„Wozu braucht diese Irre sie überhaupt? Ich mein, ich bin begeistert von meiner Braaaaaaaaiten Freundin, aber kann diese Irre nicht jede andere Hexe auch nehmen? Warum ausgerechnet Anna?"

„Breite Freundin?" fragte Lilli belustigt während sie neben ihm herkletterte und hin und wieder eine Frucht oder Pflanze oder Blätter in ihren Umhang einsteckte. „Sind das eure neuen Kosenamen füreinander? Breite Freundin und Kleiner Mann?"

„Padfoot will Anna fragen, ob sie ihn heiratet," rief James hinab, der seinen stacheligen Kopf nun über der Baumkrone hatte und sich damit am höchsten von ihnen allen befand.

„Du willst was?!" schoss es überrascht von Lilli heraus, welche mitten drin auf einem Stamm sitzen geblieben war und den besten Freund fassungslos ansah.

„Wie war das doch gleich mit: Das ist ein Geheimnis, sagt es nicht weiter?!"

„Was? Lilli gegenüber auch?" fragte James verdutzt. „Sorry, Pad. Hättest dich klarer ausdrücken müssen."

„Denn wir sind jetzt verheiratet," grinste sie breit. „Keine Geheimnisse unter Partnern. Wieso sagst du mir das erst jetzt, Schatz?"

„War ein Geheimnis," murmelte James ein wenig gedämpft, was darauf schließen ließ, dass er offenbar etwas zwischen seinen Lippen hatte während er zwischen den Ästen herumkletterte und wieder langsam zu ihnen hinabkam.

„Wieso willst du das vor mir geheim halten? Ich bin deine beste Freundin!"

„Und du bist Anna's beste Freundin."

„Das ist kein triftiger Grund, Sirius."

„Frauen quatschen!"

„... Das schon eher..." überlegte Lilli leicht verwirrt. „Aber hey, du kannst mir nicht sagen, dass ich dir nichts von James und mir anvertraut habe und er ist ebenfalls dein bester Freund. Beste Freunde erzählen einander alles."

„Anvertraut? Was zum Beispiel?" fragte James, der nun wieder bei ihr unten angekommen war und sich auf nen massiven Ast neben ihr niederließ.

„Geheimnis," grinste sie heiter. Da verzog er seine Lippen, so dass die beiden sich turtelnd nähern konnten, um sich zu küssen.

„Sie findet, dass du aufhören solltest eingebildet mit deiner Hand über deine scheiß Frisur zu fahren, um sie noch grauenvoller zu machen."

James und Lilli froren mitten in ihrem Kuss ein, als Sirius ihnen das mit mächtig viel Genugtuung in der Stimme schmunzelnd daneben entgegen warf. Beide fuhren langsam wieder auseinander, wobei Lilli peinlich berührt rüber sah und James merkwürdig zurück blickte.

„Ich soll also damit -" Und er fuhr sich wieder einmal übertrieben irre blickend durch seine Haare um sie noch unordentlicher zu machen. „ - aufhören?"

Sein Ausdruck war zwar krank, aber hatte das Amüsierte nicht verloren, so dass sie wusste, dass er nicht verärgert von der Aussage des besten Freundes war.

„Das hättest du sagen können," fuhr James ironisch fort, nicht dass er sich das breite Grinsen verkniffen hätte. „Als ich dich fragte, ob du mich heiratest, hättest du antworten können: Ja, aber nur wenn du aufhörst dir selbstverliebt durch deine schiefe Frisur zu fahren!"

„Witzig," antwortete sie leicht schmunzelnd, aber ihr Mann war offenbar noch nicht mal ansatzweise fertig sich darüber lustig zu machen.

„Ich hätte dann womöglich geantwortet: Ich tu alles für dich, meine Venus! Nur nimm mir nicht meinen geliebten Schnatz weg!"

Sie warf ihm eines ihrer gesammelten Früchte entgegen, damit er damit aufhörte, doch er fing es mit Bravur auf und fuhr fort mit der Witzelei.

„Hey, soll das heißen, nein? Ich darf den Schnatz nicht behalten, du hättest mich deswegen nicht geheiratet? Die Scheidung wegen dem kleinen goldenen Bastard?!"

„JAMES!" sagte sie laut, so dass ihm nichts anderes übrig blieb, als zu stoppen und rüber zu schmunzeln, bevor er einen Seitenblick an seinen besten Freund warf.

„Du weißt schon, dass das gerade gemein von dir war, Padfoot?"

„Lil sagte doch, dass beste Freunde sich alles erzählen!" verteidigte sich dieser.

„Okay, ich hab's ja kapiert," schmollte sie rüber und hatte ihm gleichfalls böse eine Frucht zugeworfen. Auch Sirius hatte keine Probleme damit es aufzufangen. „Wann fragst du sie?"

„Keine Ahnung," antwortete er schulterzuckend, woraufhin Lilli die Stirn runzelte.

„Weißt du schon wie du sie fragst? Fällst du auf die Knie?"

„Keine Ahnung."

„Hast du den Ring?"

„Ne."

„Weißt du schon, was für einen Ring du kaufen willst?"

„Keine Ahnung."

„Sirius!" Ihr Gesicht wurde mit jeder weiteren Frage, die er negativ beantwortet hatte grimmiger.

„Ihr verarscht mich doch hier!"

„Ne, Lilli," rief Peter, der am Boden unter ihnen stand und alles aufgefangen hatte, was die Jungs ihm runter schmissen. „Padfoot plant das schon seit Monaten – AUH!"

Dafür hatte Sirius ihm eine harte Frucht auf den Kopf geschmissen.

„Seit wann planst du das schon?"

Ein Grummeln war alles, was an Antwort kam, so dass Lilli amüsiert zu lächeln begann.

„Och, komm schon. Ich kann dir helfen!"

„Nein, kannst du nicht."

„Doch, kann ich."

„Kannst du sie dazu bringen Ja zu sagen?"

„Hö?"

„Siehst du!"

„Padfoot glaubt, dass Anna nein sagen wird," erklärte James und hatte sich nun komplett auf seinem dicken Ast breit gemacht, um das ganze Gespräch entspannt miterleben zu können.

„Sie liebt dich. Wieso sollte sie das tun?" fragte sie ungläubig.

„Ist euch nie etwas an ihr aufgefallen?" richtete Sirius die Frage an all seine Freunde.

„Da musst du schon etwas genauer werden," sagte die Hexe ratlos. „Es kann einem sehr viel an ihr auffallen."

„Anna kann einem nicht in die Augen sehen und Ich liebe dich sagen."

Auch wenn James sich gerade erst in diese entspannte Haltung gelegt hatte, so hatte er sich sofort wieder aufgerichtet. Er und Lilli hatten einen merkwürdigen Blick ausgetauscht. Es war ihnen nie so wirklich aufgefallen, erst nachdem Sirius es nun tatsächlich aussprach, machten auch sie sich Gedanken darüber.

„Sie sagt schon, dass sie einen liebt, aber sie sieht einen dann nicht an. Wenn eine Tür zwischen einem ist, dann sagt sie sogar tatsächlich Ich liebe dich, aber nur weil sie einen dann nicht sieht. Ist nicht so, dass ich ihr das nicht sagen würde, aber das scheint ihr nicht zu helfen es zurückzugeben. Versteht mich nicht falsch, Leute -" Sirius schüttelte frustriert den Kopf und war sich mit einer Hand über seine Haare gefahren, um die Strähnen aus seinem Gesicht zu bekommen. „Ich weiß, dass sie auf mich steht und so weiter und so fort... Aber der Rest. Erinnert ihr euch an Lambokar Beach? Sie hat Ich liebe dich zur Decke gesagt. Wisst ihr noch, dass sie für einen Moment dachte, ich würde ihren Antrag annehmen? Hätte ich nicht sofort aufgelöst, dass das ein Scherz war, wäre sie bestimmt auf der Stelle disappariert."

So hatte sich die Stimmung von Anfangs witzig doch noch zu etwas traurigem und ernstem entwickelt.

„Wann hast du dich dazu entschlossen, sie zu fragen?" fragte Lilli sanft.

„Als ich sie fast verloren hätte...," antwortete Sirius traurig. „Als die weißen Auroren sie fast gekillt hätten und sie im St. Mungo lag. Da ist mir klar geworden, dass ich nicht ohne sie leben kann und sie einfach diejenige ist und wenn es einen Ring und ein Ehegelöbnis dazu braucht, um es ihr zu beweisen, dann bin ich dazu bereit. Ich hab nur absolut keine Ahnung, wie ich das fertig bringen soll, sie zu fragen, denn jedes Szenario, was ich mir in den letzten Monaten überlegt habe, endet damit, dass sie nein sagt und abhaut."

„Abhaut?" fragte James pessimistisch. „Komm schon, Padfoot. London ist ihr Zuhause."

„Moony ist derselben Meinung. Zur Zeit ist es egal was ich tue. Anna würde ablehnen und abhauen. Also halte ich mich zurück und frage nicht. Tja."

Sirius schien nicht weiter darüber reden zu wollen, denn er war auf der Stelle disappariert und bei Peter am Boden wieder appariert. James und Lilli warfen sich besorgte Blicke zu, bevor sie dasselbe taten und vom Baum apparierten.


Es war dunkel geworden. Der Tag ging aufs Neue vorüber. Anna gähnte und schloss das Buch, in dem sie gerade gelesen hatte, um es mit ihrem Zauberstab zurück ins Regal zu zaubern.

„Ich glaube, wir sind fertig für heute," sagte sie müde und wandte sich zur Seite, wo Remus nach wie vor auf der Couch gesessen hatte. Vor ihm auf dem Tisch waren die ganzen fertigen Blumengestecke.

„Oh gut, soll es dann nach Hause gehen?" Der Marauder war eindeutig erschöpft, zeigte dies aber nicht. Ihr war bewusst, dass er neben all der Müdigkeit wohl auch äußerst angespannt und nervös war. Aber Shanoba hatte sich den ganzen Tag nicht blicken lassen und Anna glaubte auch, dass Dumbledore die gefallene Phowlyris verschreckt haben könnte.

„Du solltest nach Hause gehen und dich ausruhen," schlug sie fürsorglich vor und zog sich ihren Umhang über.

„Anna, wenn dir etwas passiert, obwohl ich auf dich aufpassen sollte, wird Padfoot mir den Kopf abreißen. Also bitte mach mir meinen Job nicht so schwer, ja?"

Sie grinste und nickte ihm schließlich mit dem Kopf zu, um zu signalisieren, dass sie nun per Flohpulver nach Hause reisen würden.

„Aber ich muss vorher bei nem Ordenshaus vorbei."

„Wo immer du auch hin willst," sagte Remus und lächelte schwach. Anna klinkte sich in seinem Arm ein und zog ihn mit sich raus.


„Wieso haben die anderen eigentlich nicht gesagt, dass ich auf dich aufpassen solle?" fragte Anna während die beiden die Straßen auf dem Weg zum Ordenshaus entlang gingen. Remus blickte verwirrt auf.

„Na, Diana sagte bestimmt nicht ohne Grund, dass Shanoba hinter dir und James her ist. Also seid ihr eigentlich genau so in Gefahr. Moment mal! Soll das heißen: Männer können auf sich aufpassen, nur Frauen nicht?"

„Ich glaube nicht, dass James darauf hinaus wollte," beschwichtigte er sie sofort. „Aber Shanoba hat dich angegriffen. Uns noch nicht."

„Die Betonung liegt auf noch nicht." Beide drehten sich auf der Stelle um, als sie die Stimme hörten, die dieses Mal beide wieder erkannten. Shanoba stand direkt hinter ihnen. Ohne dass Remus überhaupt reagieren konnte hatte sie ihn mit einer Bewegung ihrer Hand von Anna weg und auf die Straße gestoßen.

„Remus!" rief diese erschrocken und hatte blitzschnell ihren Zauberstab gezogen. „Procella!" Diesmal kam ein riesiger Wirbelsturm aus der Spitze und wickelte sich um die Phowlyris wie ein Tornado. Anna schwang mit dem Zauberstab heftig zur Seite und der Tornado wirbelte mit seiner Gefangenen in ihm gleichfalls mit einem heftigen Ruck auf diese Seite. Shanoba schmiss es mit voller Wucht gegen einen Baum. Anna hatte keine Zeit zu warten, wie effektvoll dieser Zauber war. Stattdessen rannte sie zu Remus, der sich gerade erst wieder aufrichtete und legte ihre Hand auf seine, um zu apparieren.

„Anna, pass auf!" hörte sie ihn gerade noch rufen, als sie von einer starken Kraft weg gezerrt und auf das kalte Pflaster geschmissen wurde.

„Procella!" rief sie aufs Neue, den Stab schützend vor sich gestreckt. Wieder kam der Wirbelsturm und wieder wickelte er sich um die Phowlyris und wieder konnte Anna sie von sich wegschmettern.

Doch dieses Mal war der Tornado wesentlich kleiner und trug demzufolge auch weniger Wirkung. Die Phowlyris hatte den Wirbelsturm um sich herum mit Leichtigkeit von sich drücken können.

„Ich bin nicht wegen dir hier, Anna White. Noch nicht."

Ihr eiskalter Blick wanderte rüber zu Remus, der plötzlich zusammen zuckte als er verstand. Anna hatte keinen Augenblick gezögert ihren Zauberstab aufs Neue gegen die Phowlyris zu richten.

„Procella!" Der dritte Wirbelsturm kam heraus und wickelte sich um die ältere Frau. „Remus, verschwinde von hier!"

Remus war dabei zu apparieren als er erschrocken feststellte, dass die Phowlyris Anna's Zauber noch schneller pariert hatte dieses Mal. Die Angst, um sie hatte ihn nicht apparieren lassen und er sah erschrocken, wie die Phowlyris die Freundin mit nur einer Handbewegung auf der Stelle lähmte.

„Nein!" schrie er in der Hoffnung etwas tun zu können.

„Impedimenta!" versuchte es Remus mit gezogenem Zauberstab, aber der Zauber hatte absolut keine Wirkung. Die Phowlyris ließ von der gelähmten Anna ab und schritt nun auf ihn zu. Er schluckte hart und versuchte verzweifelt auf eine gute Idee zu kommen. Er konnte nicht einfach abhauen und die Freundin im Stich lassen. Die Phowlyris war nun kaum ein Meter vor ihm gewesen, da blieb sie plötzlich wie erstarrt stehen. Es war als ob jemand sie lähmen würde. Remus blickte zur Seite und sein Herz wäre ihm vor Erleichterung fast runtergerutscht.

„Diana..." hauchte er unfassbar. Sie war alles andere als stark und mutig, doch noch schien ihre Bewegung die gefallene Phowlyris kontrollieren zu können.

„Remus, flieh!"

Doch Remus rannte an der gefallenen Phowlyris vorbei zu Anna, die sich ebenfalls wieder rühren konnte, nachdem Diana Shanoba eingefroren hatte. Schwach war sie auf den Boden auf alle Vieren gesunken, wo Remus sie aufhievte. Sein Blick war tief besorgt, doch Anna nickte beruhigend. Sie sah zurück zu Diana, gerade im selben Moment, in dem Shanoba sich aus dem Griff von der jungen Phowlyris befreit hatte und zum Gegenangriff ansetzte. Diana wurde sofort eingefroren.

„Nein!" schrie Remus wütend und war ohne zu überlegen auf Shanoba zugerannt. In diesem von Zorn und Panik gefüllten Zustand war alles, was er tun wollte, dieser Frau weh zu tun. Egal ob mit einem Zauberspruch oder mit seinen eigenen Fäusten. Anna wusste, dass dies nicht gut ausgehen würde wenn sie diese Konfrontation zuließ. Sie atmete schwer ein und riss sich zusammen, bevor sie ihren Zauberstab auf die Frau richtete. Sie konzentrierte sich auf jeden Zug, den sie nun nahm, kontrollierte ihren Herzschlag und ließ nicht zu, dass sich irgendetwas in ihrem Inneren in Unruhe befand. Ruhe... „Procella!" sagte sie laut und fest. Wieder schoss ein Wirbelsturm aus ihrem Zauberstab heraus, doch dieses Mal war er stärker, größer und er wickelte sich um Shanoba, bevor diese ihre Hand gegen Remus erheben konnte. Anna nahm einen gezielten Zug mit ihrem Zauberstab zur Seite und Shanoba warf es seitlich auf den Boden. Diana löste sich aus ihrer Erstarrung während Remus stehen geblieben war. Er hatte seine Aufmerksamkeit von Shanoba weggenommen und auf Anna gerichtet, die sich mit Müh und Not auf den Beinen hielt.

„Schnell," rief sie ihnen zu. „Diana, Remus. Haltet euch an mir fest."

Beide hatten keine Sekunde gezögert zu der Freundin hinzurennen während Shanoba im Begriff war sich wieder aufzurichten. Ein weiterer Moment verging und ihre Gegnerin war wieder auf den Füßen, hatte ihren Blick wieder auf sie gerichtet, aber es war auch derselben Zeitpunkt, an dem Diana und Remus Anna erreicht hatten. PLOPP. Sie waren appariert.


Die drei tauchten an einem anderen Ort wieder auf. Remus sah sich für einen Moment verwirrt um, war ihm die Gegend doch sehr bekannt, doch er verstand nicht, warum Anna ausgerechnet dahin apparierte. Erschrocken stellte er fest, dass sie kurz davor war zusammenzubrechen und auch zu Boden gesunken wäre, hätte Diana sie nicht aufgefangen. Beunruhigt hatte er ihren Namen gerufen und fuhr ebenfalls mit seinen Händen aus, um sie zu stützen.

„Ich bin..." Sie wollte sagen, dass sie okay war, aber das war sie nicht. Ihr Atem war unkontrolliert und sie konnte sich auch nicht wieder beruhigen. Alles raste, alles pochte, alles schmerzte. Nun verstand sie zumindest, warum Dumbledore ihr dies Zauber noch nicht zumuten wollte, denn noch nie hatte sie sich nach dem Spruch eines Zaubers oder eines anderen Fluches so leer und energielos wie jetzt gefühlt.

„Es wird alles wieder gut," sagte Remus, doch seine Stimme war zittrig und auch die Angst hatte er aus seinem Ton nicht verbannen können. „Komm, ich stütze dich..."

Er warf ihren Arm über seine Schulter und stützte sie den restlichen Weg zum Potter-Haus rüber. Sie konnten nach wie vor ohne Schlüssel in das Haus gelangen.

„Hallo?!" rief Remus in der Hoffnung, jemand möge sich bitte melden.

„Maria? Irgendjemand?"

„Remus?" Es war Mrs. Potter, die im oberen Stockwerk im Flur erschien. „Was ist – Du liebe Güte!"

Ohne zu zögern war sie den restlichen Weg hastig heruntergelaufen. „Was ist passiert?" fragte sie besorgt während sie der jungen Hexe ins Wohnzimmer auf eine Couch half und sie dort niederließ.

„Anna? Liebes, du..."

Selbst Maria Potter schien keine Worte zu finden vor Panik.

„Das müssen die Nachwirkungen der Starre sein," erklärte Diana leise. „Diese Starre ist schmerzhaft für alle Wesen, die keine Phowlyris sind."

Die ältere Hexe hatte ihren Zauberstab herausgenommen.

„Ich werde dich in Schlaf versetzen, Liebes." Sie hatte gerade zum zaubern angesetzt, da fuhr Anna mit ihrer anderen Hand dazwischen und hatte die Hand der älteren Hexe mit dem Zauberstab zur Seite gedrückt. Maria, Remus und Diana sahen sie alle drei verständnislos an, doch Anna hatte ein leichtes Lächeln in ihrem blassen Gesicht verzogen.

„Ich... bin... o...okay..." sagte sei außer Atem und dennoch bestimmend. Maria sah aus, als ob sie dies wider besseren Wissens tat, steckte ihren Zauberstab dann jedoch ein.

„Was ist passiert?" fragte sie aufs Neue, diesmal an Remus gewandt und mit einem Ausdruck, der keine Wiederworte zuließ.


Nachdem Remus geendet hatte, schien Maria mehr als nur besorgt zu sein. Bevor sie sich den dreien wieder zuwandte, hatte sie ihren eigenen Patronus mit einer Nachricht losgeschickt.

„Ich bin froh, dass du aufgetaucht bist, Miss Ayenterro," sagte sie zu Diana, die schüchtern lächelte.

„Ich hätte nicht nicht eingreifen können," antwortete diese zaghaft und sah dabei insbesondere Remus vorsichtig an, welcher aber zuversichtlich lächelte. Er hatte nicht damit gerechnet, obwohl er wusste, dass sie ihn wohl die ganze Zeit über bereits beobachtete. Froh, dass sie eingriff, war er jedoch allemal.

„Ich bin so schnell zurückgekommen wie ich konnte," erzählte Maria schließlich und sah sehr nachdenklich dabei aus. „Albus hat mich kontaktiert und mir erzählt, dass die gefallene Phowlyris bei Anna im Ministerium war. Es tut mir Leid, Liebes. Ich hätte schneller zurückkommen müssen."

Anna hatte kaum Kraft sich aufzurichten, geschweige denn weitere Worte von sich zugeben. Sie hoffte, dass ihr Blick die Frage ausdrückte, die ihr auf den Lippen lag. Sie hatte Glück, dies tat es.

„Shanoba ist sehr gefährlich," fuhr Maria Potter fort. „Und Albus wollte dich auf keinem Fall ohne angemessenen Schutz zurücklassen. Michael und Ich hatten noch Erfahrung mit den Phowlyris, als sie hinter James her waren. Wäre ich früher da gewesen, hätte ich dich schützen können. Wir hatten nur nicht damit gerechnet, wie schnell sie wieder zugreifen würde."

„Sie... ist... nicht... hinter... mir... her...gewesen..." hauchte Anna leise. Die Kurzatmigkeit verhinderte schnelleres Sprechen.

„Wie jetzt?"

„Eine... Falle... Diana..."

Diese zuckte verängstigt zurück.

„Sei... vor...sich...tig..."

Anna konnte nicht mehr. Jede einzelne Silbe war schwer auszusprechen und verschlang stets etwas mehr Kraft, die sie gebraucht hatte, um ihre Verfassung wiederzugewinnen.

„Sirius wird bald hier sein," sagte Maria dann jedoch aufmunternd und hatte ihr liebevoll eine Decke um den Körper gelegt, um sie wärmend zuzudecken. „Ich habe ihm eine Nachricht zukommen lassen."

Anna konnte kaum sprechen, daher sagte sie auch in diesem Moment nichts, doch es war ihr klarer denn je aufgefallen. In den braunen Augen von James Mutter leuchtete etwas unglaublich warmherziges. Ihre Fürsorge war tief und sie berührten ihr Herz. Und die junge Hexe erwischte sich dabei, wie sie sich schlecht und schuldig fühlte und sich schämte. Denn Maria behandelte sie nach wie vor wie eine eigene Tochter, liebte und schützte sie wie ihr eigen Fleisch und Blut. Und Anna war trotzdem nicht im Stande es anzunehmen und zuzulassen. Sie lächelte schwach, bevor sie ihren Blick abwandte und in die Leere starrte.


Anna war irgendwann doch noch vor Erschöpfung auf der Couch eingeschlafen. Maria blieb an ihrer Seite, um auf sie aufzupassen. Remus und Diana dagegen suchten oben in der Bibliothek nach einem Buch, da James' Mutter sie darum gebeten hatte.

„Wo hat Mrs. Potter noch gesagt, soll das Buch sein?" fragte Diana, nachdem sie an der Stelle gesucht hatten, wo es sich angeblich befinden sollte, dort aber nicht gefunden wurde. Remus grübelte.

„Genau hier... Hm... Am besten wir suchen noch mal. Vielleicht haben wir es in der Eile nur übersehen."

Diana zuckte schließlich mit den Schultern und stieg die Leiter wieder empor, um in den oberen Regalen noch mal zu suchen. Wieder verging eine Weile der Stille. Remus konnte sich einfach nicht konzentrieren und immer wieder hatte er kurze Blicke zu ihr nach oben geworfen, doch Diana war stets in ihrer Suche vertieft gewesen. Er hatte keine Ahnung, dass sie genau in dem Moment stets zu ihm runter sah, wenn er sich von ihr abgewandt hatte, um zu suchen.

„Was sagt deine Mutter, dass du hier bist?" fragte er schließlich als er es nicht mehr aushielt. Diana hatte ihre Suche abgebrochen und war wieder zu ihm hinabgeklettert. An der Leiter lehnend, gab sie ihm ein schüchternes Lächeln.

„Sie weiß nicht, dass ich da bin. Allerdings wird sie es womöglich bald bemerken, wenn ich nicht sofort zurückkehre... Aber ich musste einfach kommen."

„Wieso das?"

„Weil das, was mir das Wichtigste in meinem Leben ist, in Gefahr war..."

Ihre Augen waren so gefühlvoll und traurig gewesen, dass er gar nicht anders konnte als seine Arme um sie zu schlingen und in eine feste Umarmung zu ziehen. Er schloss seine Augen für eine Sekunde in der Hoffnung sich zu fangen. Remus wollte ihr sagen, dass er sie liebte, dass er sie brauchte und dass er möchte, dass sie bei ihm blieb. Das seltsame mit Worten war, dass sie nicht rauskommen wollten, wenn man sie brauchte.

„Anna hat mir versprochen... Ich meine... Sie hat gesagt, sie würde versuchen einen Weg zu finden mit deiner Mutter zu sprechen... Damit du bei uns bleiben darfst..."

Diana's Augen wurden nun glasig. Ihr ganzer Ausdruck hatte sich sehnsüchtig und frustriert verändert und er spürte, wie sie sich fester an ihn drückte.

„Remus..." flüsterte sie zerbrechlich.


Die beiden waren ohne das Buch wieder ins Wohnzimmer zurückgekehrt, wo mittlerweile James, Sirius, Peter und Lilli zu ihnen dazugestoßen waren.

„Tut mir Leid, Maria. Aber wir konnten das Buch nicht finden."

„Oh, entschuldige, Remus," sagte diese lächelnd. „Das Buch war die ganze Zeit hier im Wohnzimmer."

Für einen Moment hatte sich der Marauder gefragt, warum sie ihn dann nicht wieder gerufen hatte, als er verstand, dass Maria ihm und Diana vielleicht einfach nur Zeit geben wollte, um miteinander reden zu können.

„Was macht die denn hier?" grummelte Sirius, der nun neben Anna auf der Couch saß, sein Blick jedoch war feindlich an Diana gerichtet.

„Sirius," hauchte Anna nach wie vor erschöpft und schwach aber nun auch wieder wach. „Diana hat... unser Leben... gerettet..."

Dieser Satz mag ihn gemildert haben, seinen misstrauischen Ausdruck hatte er jedoch nicht verloren.

„Wir haben alle Besorgungen," sagte James an seine beste Freundin gewandt. „Braucht es noch etwas für den Zauber?"

Sie nickte langsam und versuchte sich aufzurichten. Sirius hatte ihr dabei geholfen, als klar wurde, dass sie das in ihrem Zustand alleine nicht geschafft hätte.

„Die Gestecke..." sagte sie an Remus gewandt, der verstehend nickte.

„Sie sind noch im Zaubereiministerium," erklärte er den anderen. „Ich geh sie holen."

„Nein," sagte Maria sofort. „Zu gefährlich. Ich werde gehen. Du und James bleibt hier im Haus. Die Schutzzauber schützen euch vor dem Eindringen der Phowlyris."

„Schutzzauber?" fragte Anna leise. James' Mutter hatte sie liebevoll angelächelt, bevor sie ihr freundlich zunickte.

„Michael und Ich haben diesen Zauber auf das Haus gelegt, nachdem wir heraus fanden, dass die Phowlyris es auf James abgesehen haben. Keine Phowlyris kann hier herein kommen, solange sie keine Verbindung zu einer Person im Hause besitzt. Miss Ayenterro konnte herein kommen, weil sie eine Verbindung zu Remus besaß."

Anna wollte nach einer näheren Erklärung für diese Verbindung fragen, doch stattdessen schloss sie müde ihre Augen und fuhr mit ihrer Hand an ihre Stirn, um ihren Kopf zu stützen. Wieso war diese Starre so merkwürdig? Als ob die Phowlyris nach wie vor an ihr zerren würde.

„Ich bin bald wieder zurück," sagte Maria und hatte Anna kurz an der Schulter gedrückt, bevor sie zu ihrem Sohn rüber ging.

„Anna muss sich ausruhen, keine Anstrengung. Sie hatte einige Zauber angewandt, die viel zu mächtig für ihren momentanen Zustand waren. Ihr Körper braucht viel Erholung, um sich wieder zu fangen."

„Verstanden," sagte er mit einem kurzen Lächeln. Sie hatte auch ihn kurz gedrückt, bevor sie schließlich das Haus verließ. Anna verstand zu spät, was Maria mit Verbindung womöglich meinte. Sie nahm ihren Zauberstab und richtete ihn auf sich selbst -

„HEY!" Sirius war derjenige, der ihn ihr mit einem Mal abgenommen hatte. „Was soll denn das? Du sollst dich ausruhen!"

„Sirius!" ächzte sie wütend. Es war ein merkwürdiger Ausdruck, den sie im Gesicht hatte, obwohl sie sichtlich am Ende ihrer Kräfte war.

„Lass mich... Bitte..."

Er hatte einen Blick zu seinem besten Freund geworfen, der genau so besorgt zurückgesehen hatte.

„Firmare!" sagte Anna mit dem Zauberstab gegen sich selbst gerichtet, bevor einer der beiden noch mal protestieren konnte. Ein weißer Strahl war in ihren Körper gefahren. Es dauerte nur einen weiteren Moment und ihr Körper schien weniger zerbrechlich zu sein. Sie konnte sich zumindest selbstständig wieder bewegen und aufstehen.

„Was war das?" fragte James besorgt, aber es war Lilli, die antwortete.

„Sie hat einen Stärkungszauber auf sich selbst angewandt. Anna, wenn Maria das nicht tun wollte, dann gab es sicherlich einen Grund dafür."

„Ich kenne den Grund," sagte sie genervt. „Aber sie kennt die Situation nicht. Wir müssen uns beeilen. Ich glaube Shanoba kommt."

„Wie kommt?" fragte Sirius finster.

„Ich glaube, Shanoba hat bereits diese Verbindung. Wahrscheinlich sowohl zu mir als auch zu James."

„Wieso zu mir?"

„Ich hab keine Zeit das jetzt zu erläutern. Später, okay?"

In Wahrheit glaubte Anna, dass dies ein vier Augen Gespräch für sie beide waren. Hatte es doch etwas mit der Zeit zu tun, an die sich ihr bester Freund selber nicht mehr richtig erinnern konnte, nämlich als er als Todesser herum lief.

„Sie kann hier jederzeit einfallen und bevor sie das tut, sollten wir am besten alles vorbereitet haben. Also bitte! Keine weiteren Fragen jetzt. Maria ist raus, bevor ich sie aufhalten konnte und wenn Shanoba nun einfällt, kommt hier keiner gegen sie an. Diana wäre auch fast von ihr getötet worden -"

„Danke," sagte Diana in diesem Moment, was Anna dazu brachte sich ihr verwirrt zuzuwenden.

„Du hast mir das Leben gerettet."

„Du hast unseres zuerst gerettet," sagte Anna mit einem kurzen Kopfnicken.


Obwohl jeder von ihnen das tat, was Anna ihnen aufgetragen hatte, war eine schreckliche Spannung hereingebrochen. Jeder von ihnen war unnötig gereizt und nervös und blickte immer wieder über die Schultern, um sicher zu gehen, dass die Phowlyris nicht plötzlich hinter einem stand. Diana hatte es irgendwann geschafft nah genug an Anna heranzukommen, um mit ihr zu reden. Die junge Hexe hatte gerade glitzerndes Pulver um Gestecke gestreut, als sie angesprochen wurde.

„Remus hat mir erzählt... nun ja... -"

„Ja, das stimmt," antwortete Anna mit einem kurzen Lächeln ohne den Satz zu Ende gehört zu haben. „Wir sind nur noch nicht wirklich weitergekommen. Ich dachte, ich könnte mit deiner Mutter verhandeln und hab Kontakt zu ihr aufgebaut, aber sie ist stur und kalt, das ist echt nicht normal. Also eins ist klar: charakterlich unterscheidet ihr euch wie Tag und Nacht."

Diana hatte traurig gelächelt und Anna verstand, dass der Satz in diesem Moment nicht hätte sein müssen. „Sorry," fügte sie deswegen schnell hinzu.

„Du hast ja Recht. Ich glaube, sie zweifelt selber daran, ob ich wirklich ihre Tochter bin..."

„Zweifelst du denn daran, ob sie deine Mutter ist?" fragte Anna vorsichtig, aber die junge Phowlyris hatte nicht geantwortet. Ob sie sich nun nicht traute oder es nicht wirklich wusste, war unerheblich. Die Hexe lächelte sanft.

„Wenn es etwas gab, was ich an ihren Worten heraushören konnte dann dass sie dich liebt und als ihre Tochter sieht. Ihr liegt nichts Wichtigeres am Herzen als deine Sicherheit und dein Glück."

Diana schien überrascht zu sein diese Worte von der Hexe zu hören, mit der sie früher kaum auch nur ein Wort oder ein Blick getauscht hatte. Selbst als sie anfing mit Remus zu gehen oder Lilli sich mit ihr angefreundet hatte, waren die beiden als Freunde nicht näher gekommen. Aber die Geste, die sie hier und jetzt von sich gab, diese war freundschaftlich und sie entlockte Diana ein gleiches Lächeln.

„Hast du schon mit Lilli gesprochen?"

Die junge Phowlyris blickte verwirrt auf.

„Sirius und Ich, wir versuchen alles, um Lilli gute Freunde zu sein, aber wir waren 6 Jahre lang nicht da. Du warst da." Sie machte eine Pause, um die Gelegenheit zum Verständnis zu geben.

„Ich tu das insofern nicht nur für Remus, sondern auch für sie. Lilli hat genug durchgemacht in den letzten 2 Jahren und sie hat wie eine Kämpferin durchgehalten. Ein Teil ihrer Kraft hat sie auch ihrer Freundschaft mit dir zu verdanken. Passiert ist passiert, Diana. Wir alle machen Fehler. Manche kann man verzeihen, manche nicht. Eine Freundschaft kann daran wachsen oder zerbrechen. Aber am Ende müsst ihr das beide entscheiden."

Anna gab ihr einen letzten zuversichtlichen Blick, bevor sie ein Geräusch aus dem Wohnzimmer hörte. Maria musste wieder zurückgekehrt sein.

„Anna?" rief Diana ihr nach, bevor sie aus dem Raum schritt. Die junge Hexe drehte sich noch mal um. „Hättest du mir... verziehen?"

„Ich bin nicht Lilli," sagte sie ehrlich. „Aber 6 Jahre sollten dir ein Versuch wert sein." Und mit diesen letzten Worten verließ sie den Raum und ging wieder ins Erdgeschoss.


„Ihr habt das zugelassen?!" donnerte Maria und Anna hatte sich prompt gewünscht, nicht so schnell wieder ins Wohnzimmer gelaufen zu sein. Zu spät, denn selbst die laute Stimme drang erst zu ihr durch als sie bereits im Türrahmen stand. Sie fror auf der Stelle ein und diesmal nicht vom Zauber einer Gegnerin, sondern von dem wütenden Tonfall einer Mutter. James, Sirius, Lilli, Remus und Peter waren 20jährige erwachsene Hexen und Zauberer, aber unter Maria Potter's Wutanfall waren sie zu 12jährigen kleinen Kindern mutiert, die sich eine Standpauke für einen besonders bösen Streich anhörten.

„Das Mädchen ist 20 Jahre alt und hat Zauber gegen eine Phowlyris angewendet, die kaum ein Auror selbst nach 15 Jahren Übung beherrscht! Und statt sich auszuruhen, was das Einzige war, was ich von euch verlangt hatte, aufzupassen, lässt ihr zu, dass sie einen Zauber auf sich anwendet, um sich lebensgefährlich überanstrengen zu können! Wisst ihr eigentlich was für eine verantwortungslose Handlung das von euch war?! Und kommt mir ja nicht mit: Sie hat sich nicht aufhalten lassen! Sie war zu schwach, um überhaupt einen Finger zu krümmen!"

„Maria, sie konnten wirklich nichts dagegen tun," versuchte Anna sie vorsichtig zu bremsen, woraufhin sich James Mutter mit einem strengen Blick umdrehte. Sie zuckte erschrocken zurück und bereute prompt etwas gesagt zu haben.

„Zu dir komme ich noch, junge Dame!"

Und Anna wünschte sich prompt den Zauber nie ausgesprochen zu haben.

„Vielleicht auch nicht," sagte eine andere Stimme, die keinem der anwesenden im Raum gehörte. Es verging eine winzige Sekunde und die gefallene Phowlyris war im Raum aufgetaucht, eine weitere Sekunde und alle hatten gleichzeitig die Zauberstäbe ergriffen und mit der nächsten Sekunde hatte die Phowlyris ihre Hand in die Richtung von Maria Potter erhoben. Ein Windstoß riss die Hexe von den Füßen und schmetterte sie mit voller Wucht gegen die Wand, wo sie mit dem Kopf voran aufprallte und bewusstlos zu Boden fiel. 6 Zauber waren von den Freunden im Wohnzimmer und Anna im Flur auf die Phowlyris zugeschossen und sie trafen alle gleichzeitig ein. Eine Wirkung jedoch gab es nicht. Diana war erst jetzt im Gang erschienen, genau da wo Maria Potter lag, doch bevor sie überhaupt etwas tun konnte verschwand die Phowlyris und tauchte im nächsten Moment hinter ihr wieder auf. Ein Griff und sie hatte die junge Frau in ihrer Gewalt.

„Diana!" rief Remus entsetzt auf und lief ohne zu überlegen auf sie zu.

„Nein!" schrie diesmal Anna, doch es war zu spät. Shanoba hatte mit ihrer freien Hand eine Bewegung vollzogen und diesmal fror Remus auf der Stelle in seiner Bewegung ein. Diana kreischte vor Verzweiflung.

„Ruf sie," befahl Shanoba an Anna gewandt. Sirius und James hatten sie verwirrt angesehen, während Peter und Lilli sich um Remus Zustand kümmerten. Die junge Hexe aber tat nichts, sondern hielt sich zurück. Der Gegner wusste, dass sie mehr Druck ausüben musste und nahm ihre Hand hoch, wo nun ein schwarzer Dolch darin erschien. Sie fuhr damit an den Körper von Maria Potter auf dem Boden und unweigerlich sah man eine unglaubliche Angst in Anna's Ausdruck aufkeimen.

„Du kennst den Dolch, Anna White – Was ist jetzt? Rufst du die Königin? Oder soll ich die Frau töten, die dich wie eine Tochter liebt?"

Anna hatte nicht gezögert.

„Es tut mir... so Leid..." hauchte sie an Diana gewandt und dann: „Regina, contestatio, apparui."

Es dauerte nur eine Sekunde, da tauchte eine neue Person auf. Die Phowlyriskönigin.

Sie stand im Raum, hatte zuerst Anna angesehen, dann die gefallene Phowlyris und dann blickte sie mit großen Augen ihre Tochter an, bevor ihr Blick wieder zurück zu Shanoba ging.

„Duuuuuuu," sagte sie erzürnt. „Lass sofort meine Tochter los."

„Es tut mir Leid," sagte Anna zur Königin gewandt, doch diese hob gebieterisch ihre Hand und brachte sie zum schweigen.

„Hier bist du alleine, nicht wahr, Königin?" begann das Wortgefecht zwischen den beiden Phowlyris. James warf Sirius einen fragenden Blick zu, der grimmig zurückblickte. Auch mit Anna und Lilli hatten sie Blicke ausgetauscht. Es war Anna, die sichtbar den Kopf schüttelte als Zeichen, dass sie ihren Plan jetzt nicht vorzeitig tun würden. Zauber würden jetzt ohnehin nichts bringen gegen die Gegnerin. Ihre Hoffnung ruhte auf die neu angekommene Königin.

„Und ich... Ich bin stärker."

„Lass meine Tochter los!" sagte die Königin erneut. Sowohl ihr Ausdruck, ihre Haltung wie auch ihre Stimme klangen befehlend. Shanoba bekam plötzlich einen triumphalen Ausdruck und Anna spürte etwas, was ihr das letzte bisschen Hoffnung aus dem Herzen schlug. Denn sie fühlte eine große Überlegenheit bei Shanoba und eine große Schwäche bei der Königin.

„Wie du wünscht," sagte die Gegnerin und wieder passierte alles in wenigen Zügen.

Diana wurde von der gefallenen Phowlyris zur Seite gedrückt und fiel mit voller Härte gegen die Wand. Mit der anderen Hand hatte Shanoba im selben Augenblick die Hand erhoben, wie auch die Königin. Für jeden anderen sah es aus, als ob sie die Bewegung gleichzeitig ausgeführt hätten, doch die Königin war diejenige die qualvoll schrie und die von weißen Blütenblättern umzingelt und eingehüllt wurde.

James hatte Anna aufs Neue angesehen, doch sie starrte entsetzt zurück. Er nickte als Zeichen, dass sie den Plan jetzt ausführen sollten und hatte auch nicht mehr auf ihr Zeichen abgewartet. Lilli und Sirius hatten die Blicke der beiden mitbekommen und auch, dass James bereit war zu starten.

Es dauerte nur einen weiteren Moment, da hatte Lilli den perlfarbenen Mondstein aus ihrem Umhang genommen und an James gereicht, der ihn beim vorbei gehen in seine linke Hand nahm und Sirius und Peter hatten prompt die Blumengestecke in ihre Hände genommen und waren damit in die Nähe der Phowlyris gerannt.

Der nächste Moment: James hatte sich blitzschnell der Phowlyris genähert, hatte mit der rechten Hand den Zauberstab gegen sie erhoben und mit der linken den Mondstein fest in seiner Faust gehalten. Sirius, Peter und Lilli hatten die Blumengestecke an unterschiedlichen Stellen um die Feindin rum platziert. Anna richtete ihren Zauberstab gegen Shanoba und riss sich zusammen. Sie hatten nur einen Versuch, nur eine Chance.

„Proce-" Nein.

Es war der entscheidende Moment der verging, eingehüllt mit etlichen sich überschlagenden Ereignissen. Anna's Stimme hatte versagt, ihre Kraft hatte versagte, ihre Magie war mit einem Mal verschwunden. Sie sank kraftlos zu Boden auf alle Vieren, ihr eigener Zauberstab rollte zur Seite. Zur gleichen Zeit blieben Sirius, Peter und Lilli schockiert und von Panik überwältigt wie angewurzelt auf ihren Stellen stehen. Shanoba verschwand vom Fleck, woraufhin James überrascht zum stehen kam. Eine Kälte direkt hinter seinem Rücken brachte ihn dazu sich umzudrehen und damit stand er direkt vor der gefallenen Phowlyris.

In einer winzigen Sekunde hatte die gefallene Phowlyris ihre rechte Hand nach vorne gedrückt und mit dieser Bewegung rammte sie den pechschwarzen Dolch in seine Brust.

Es war ein Schockzustand, in das alle gefangen waren und der diesen Augenblick hatte erstarren lassen.

„Ich habe gesiegt und meine Rache bekommen," sagte Shanoba mit listigem Lächeln. „All meine Rache."

Und die Frau stieß den Dolch tiefer in seine Brust, so dass die gesamte Klinge in seinem Fleisch versank. Sie ließ den Dolch los, machte eine weitere Bewegung ihrer Hand und verschwand, mit ihr: der Blumentornado, der die Königin eingehüllt hatte sowie die Königin selbst.

Lilli, Sirius und Peter konnten sich als Erstes aus ihrer Starre lösen und waren zu James hingestürmt, der auf seine Knie gefallen war. Der Dolch kläffte in der Mitte seiner Brust, gesprenkelt mit Blut. James ächzte und keuchte Blut aus dem Mund.

„Hey, stopp, stopp, stopp, stopp!" sagte Sirius, während er ihn stützte. „Nicht schlapp machen, okay?"

Neben ihnen erlangten Maria und Diana langsam ihr Bewusstsein zurück. Auf der anderen Seite hatte sich Anna an die Wand gelehnt, um nicht umzufallen.

„Sirius," rief sie so laut sie konnte, was bewirkte, dass er, Lilli und Peter zu ihr rüber sahen. „Du darfst... den Dolch... nicht raus... ziehen."

„Was?" stießen Lilli und er gleichzeitig aus.

„James!" rief Maria panisch und stürzte sofort zu ihrem Sohn, gerade als ihm seine Kräfte verließen und seine Knie ihn nicht mehr trugen, so dass er mit dem Rücken voran zu Boden fiel.

„Nicht... den Dolch... raus... ziehen..." sagte Anna erneut kurzatmig. „Er stirbt sonst... auf der Stelle."


Diana und Peter hatten Remus auf eine Couch gelegt und wärmende Decken über seinen kalten Körper gelegt. James lag auf einer anderen Couch, der Dolch steckte nach wie vor tief in seiner Brust und nach wie vor floss Blut aus der Wunde, die sie versucht hatten mit Tüchern zu stoppen.

Anna saß nun dem Tisch neben seiner Couch und hatte entgegen Maria's Willen erneut einen Stärkezauber durch Lilli auf sich anwenden lassen.

„Der Dolch gehört den Phowlyris... Er ist einer der Waffen, die -" Anna stoppte in ihrer Erklärung, wohl wissend, dass dies vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt war, um dies zu erzählen. „Sie sind tödlich," schloss sie sanft. „Sobald wir den Dolch rausziehen, stirbt James auf der Stelle. Der Dolch saugt das Leben aus."

„An, was ist mit Moony?" fragte James und sah besorgt zu dem Freund, der im Grunde genommen fast ein wenig so aussah, als ob er nur schlafen würde. Auch sie hatte sich ihm besorgt zugewandt, wie auch alle anderen.

„Shanoba hat nicht gelogen als sie sagte, sie hätte ihre Rache an allen bekommen," sagte sie frustriert. „Remus ist von ihr gelähmt worden. Je länger er in dem Zustand bleibt, um so kraftraubender ist dies und er wird sterben. Er hat höchstens 24 Stunden und das ist bereits eine großzügige Schätzung."

„Können wir nichts tun, um das zu verhindern?" fragte Lilli panisch.

„Er ist von Shanoba eingefroren worden und weder Diana... noch die Königin war -" Aber Anna stoppte erneut als ihr klar wurde, was sie hier sagte und verbesserte sich sofort. „- ist ihrer Stärke gewachsen und könnten ihn befreien. James könnte ihm helfen."

„Wie?" fragte er und hatte sich versucht aufzurichten, doch Maria und Lilli drückten ihn gleichzeitig wieder runter, weil jede Bewegung der Wunde mehr Blut rausdrückte. „Was soll ich tun? Ich mach's sofort!"

„Das ist mir klar, James," sagte Anna deprimiert. „Aber das ist nicht so einfach. Das Einzige, was Remus aus dieser Lage befreien kann ist... Gryffindor's Macht. Dark oder White Breath."

James' Blick war nun nicht mehr kraftvoll, sondern niedergeschlagen. Er atmete schwer aus.

„Ich hab keine Kontrolle über diese Macht... Und Gryffindor hat sie zurückgesetzt."

„Das wäre nicht mal das Problem gewesen. Die Magie ist in dir. Deswegen wäre auch der Zauber gegangen, um Shanoba in einem der Steine einzusperren. Aber... sie hat dir den Phowlyris-Dolch in die Brust gejagt. Wenn wir den Dolch rausziehen, stirbst du auf der Stelle und wenn wir es nicht rausziehen, verblutest du. Die Macht Gryffindors ist alles gerade zwischen dir und dem Tod steht. Jeder andere Zauberer wäre bereits beim Einstich gestorben. Doch wenn du die Macht von Gryffindor verwendest, um Remus aus der Lähmung zu befreien, kann es dich nicht vor dem Dolch schützen. Das Ende kannst du dir denken."

„Also sagst du im Grunde genommen, dass ich so oder so so gut wie tot bin," sagte er zynisch und hatte ein schräges Grinsen aufgesetzt. „In dem Fall lass mich wenigstens Moony helfen, bevor ich abkacke."

„Du wirst nicht sterben!" sagte Maria streng und hatte sich nun mit verzweifeltem Blick an die junge Hexe gewandt. „Anna, sag, dass es einen Ausweg gibt. Du warst noch nicht am Ende, nicht wahr?"

Von Mrs. Potter adressiert, wich sie ihrem Blick aus. Maria's Augen waren so flehend und tieftraurig, dass es an ihrem Herz zerrte zu wissen, dass sie selbst, die von dieser warmherzigen Hexe als eine Tochter angesehen wurde, dabei war ihr eigen Fleisch und Blut sterben zu lassen. Denn ihre Gedanken waren geleert und ergaben keinen Sinn. Die Lage war alles andere als gut gewesen, nein, sie war im Gegenteil sogar aussichtslos. Sie befanden sich am Rande der Schlucht und jede falsche Bewegung konnte sie in die Tiefe reißen.

„Anna?" drängte nun auch Sirius, selbst sein Ausdruck war angstvoll und nervös.

„Dumbledore... Er wird wissen, was zu tun ist," sagte sie schließlich, denn es war alles, was ihr in diesem Moment einfiel.

„Dumbledore ist in Hogwarts, Anna und er ist beschäftigt mit Voldemorts -" Maria hielt inne bevor sie zu viel sagte. „Dumbledore ist beschäftigt und er kennt die Situation nicht. Anna, Liebes, bitte... sag uns einfach was du brauchst und was wir tun sollen. Zur Zeit kennst du dich am Besten mit den Umständen aus."

Anna schluckte hart. Verantwortung... wieder lag die gesamte Verantwortung auf ihr, obwohl jemand anderes anwesend war, der weitaus mehr Erfahrung als sie besaß und auch viel stärker war. Sie hätte sich gewünscht, dass Maria die Führung übernahm und ihnen sagte, was zu tun war.

„Anna, bitte folge mir," sagte Maria schließlich und schritt aus dem Wohnzimmer in den Garten hinaus. Sie folgte ihr auf der Stelle, nicht ohne einen letzten Blick an James, der schmerzvoll sein Gesicht verzogen hatte.


Die Luft war frisch, der Winter würde bald kommen. Anna kam diese Kälte ganz recht, denn alles in ihr kochte und brodelte vor Angst. Maria atmete einmal tief ein, bevor sie sich zu ihr umdrehte. Ihr Ausdruck war von Sorgen gezeichnet und nervös und doch hatten sie das gefühlvolle und warmherzige nicht verloren.

„Die Wahrheit ist, dass Dumbledore nicht kommen kann. Wir haben nicht mal eine Möglichkeit ihn zu kontaktieren," begann sie mit ernster Stimme an die junge Hexe gewandt zu sprechen. „Er ist nicht in Hogwarts. Er ist hinter Voldemort her, um ihn davon abzuhalten etwas Wichtiges zu bekommen. Wir glauben, dass es das letzte Stück für ihn darstellt, welches er benötigt, um James Gryffindor's Macht zu entziehen. Deswegen konnte er auch nicht bei dir bleiben, egal wie sehr er es wollte. Ich habe ihm versprochen auf dich aufzupassen und habe meine eigene Mission dafür abgebrochen. Nur deswegen war er bereit zu gehen, obwohl du dich in Gefahr befandest und trotz des Wissens, dass er für uns eine Weile lang nicht erreichbar sein wird."

Anna nickte langsam verstehend. Das bedeutete, dass ihnen allen gar keine andere Wahl blieb, als zu hoffen, dass sie selbst mit einer Lösung kam.

„Wir haben über dich gesprochen," fuhr Maria leise fort. Ihre Stimme war nun weicher, fast klang es ein wenig, als ob sie leiden würde. „Albus und Ich waren beide der Meinung, dass du viel zu jung bist, um eine solche Verantwortung auf dich zu laden. Wir wollten beide, dass du glücklich bist und versuchten dich aus dem aktiven Kampf gegen Voldemort rauszuhalten. Wir hatten gehofft, dass es reichen würde, wenn du im Hintergrund koordinierst und im Schatten bleibst. Uns wurde leider sehr schnell bewusst, dass wir keine andere Wahl hatten, als dir diese Bürde trotzdem zur Last zu legen.

Voldemort hat zu viele Anhänger, einer grausamer und stärker als der andere. Die Welt hat Angst und Furcht hemmt selbst diejenigen, die ein gutes Herz haben, zu handeln. Dumbledore wollte euch ursprünglich nicht in den Orden berufen, weil ihr viel zu jung und unerfahren wart, aber es stellte sich sehr schnell heraus, dass wir keine andere Wahl hatten. Zu viele Zauberer und Hexen, von denen wir gehofft hatten, dass sie mitmachen würden, zogen zurück. Man hatte zu große Angst ungewollten Zorn auf sich zu ziehen und Menschen zu verlieren, die man liebte. Uns wurde bewusst, dass wir ihnen zahlenmäßig unterlegen sind und wohl auch unterlegen bleiben also musste ein anderer Weg gewählt werden, der uns dennoch eine Chance gegen sie gibt. James' Magie war dabei ein essentieller und wichtiger Bestandteil -"

„Ich weiß," sagte Anna nervös, denn ihr war durchaus klar was James' Überleben auch für den Orden und ihren Zielen bedeutete. Maria aber ließ sich nicht unterbrechen.

„- und ein anderer wichtiger und essentieller Bestandteil bist du, Anna."

„...?"

„Du bist Albus sehr ähnlich, ähnlicher als du vielleicht selber merkst oder glaubst. Deine Gabe die Aufträge zu koordinieren, Zusammenhänge richtig zu erkennen und angemessene Entscheidungen zu treffen, dir Wissen so schnell anzueignen und effizient einzusetzen, dies alles ist genau das, was wir Voldemort voraus haben. Jeder von uns glaubt mittlerweile daran, dass wir unsere Ziele durchsetzen werden und den Frieden zurückbringen können, trotz allem was bisher passiert ist.

Anna, es gibt kaum Hexen und Zauberer, die es schaffen das Gute und das Böse in sich im Gleichgewicht zu halten. Die mit der dunklen Magie Gutes zu vollbringen sowie mit der weißen Magie Dunkelheit leiten können ohne eines von beiden einen verschlingen zu lassen und Schaden davon zu erleiden. Dumbledore hat es geschafft."

Erschrocken sah sie nun auf. Hatte sie das gerade richtig gehört? Dumbledore sollte dasselbe durchgemacht haben, wie sie? Der große, mächtige Albus Dumbledore, der weiß-magischer gar nicht mehr ging, sollte eine finstere Seite haben? Sie kam nicht umhin skeptisch zu sein.

„Diese Geschichte, sollte er dir selbst erzählen. Ich konnte nur nicht weiter mitansehen, wie diese Selbstzweifel dich zerfressen, wenn die Wahrheit dir helfen könnte. Albus glaubt an dich, meine Kleine. Genauso wie Michael und Harold es immer getan hatten und so wie ich es nach wie vor tue. Du hast sehr viel Weisheit in dir, um Richtiges von Falschem unterscheiden zu können.

Michael und Ich, wir waren stets der Überzeugung, dass Patricia und James etwas ganz Besonderes sind. Seit ihrer Geburt, jeden Tag aufs Neue wussten wir, dass beide eines Tages die Welt eines oder mehrerer anderer verändern würden. Lilli sagte mir, dass James ihre Welt verändert hätte. Wir behielten also Recht mit ihm. Genau so bin ich nach wie vor der Meinung, dass wenn Patricia nicht so früh gestorben wäre, sie auch jemanden's Welt noch verändert hätte. Und genau so, empfanden Michael und Ich, als wir dich kennenlernten. Ich fühle bis heute, dass du etwas Besonderes bist. Du hast meine und Michael's Welt bereits verändert. Höre auf dein Herz und deinen Verstand. Es wird dich leiten, Liebes."

Maria drückte die junge Hexe liebevoll für eine kurze Zeit in eine Umarmung, bevor sie ihr zuversichtlich zulächelte. Anna schluckte hart.

„Patty..." sagte die junge Hexe schließlich leise. „Sie hat meine Welt verändert."

„Das ist sehr nett von dir," flüsterte Maria gefühlvoll, wandte sich dann jedoch mit einem letzten Lächeln ab und schritt wieder ins Haus hinein. Anna wartete eine Sekunde, bevor sie sich umdrehte und traurig ins Haus hinein sah. Wenn es stimmte, was Maria sagte, dann war die gesamte Familie Potter für Anna etwas Besonderes gewesen. Denn sie hatten alle ihre Welt verändert. Sie hatten sie wärmer und heller gemacht. Anna atmete tief ein. Um James' und Remus' Willen musste sie sich nun noch mal zusammenreißen und ihre Gedanken sammeln, denn wenn sie es nicht tat, würde sie nicht nur zwei der Menschen verlieren, die sie liebte, sondern auch all diejenigen enttäuschen, die ihr vertrauten und an sie glaubten.