25. Kapitel: Die Normaden
Alice hatte vorhergesagt, dass ein Unwetter stattfinden würde, woraufhin die Cullens beschlossen hatten, auf einer freien Fläche Baseball zu spielen. "Möchtest du vielleicht mitkommen?", hatte mich Edward mit leuchtenden Augen gefragt. "Klar, wird bestimmt spaßig". Überraschenderweise fing Edward an zu lachen und zog mich enger an sich. "Du wirst natürlich nicht mitspielen, Dummerchen!". Ich seufzte erleichtert und nickte zustimmend.
Ich saß also mit Edward in einem Geländewagen und beobachtete die Gegend. "Warum könnt ihr nur bei Gewitter Baseball spielen?", fragte ich, als ich das laute Knallen der Gewitterwolken hörte. "Das ist etwas kompliziert zu erklären. Aber ich schätze du wirst selbst drauf kommen, wenn das Spiel begonnen hat". Er lächelte mich an, während er liebevoll kleine Kreise auf meinen Handrücken zeichnete.
Als wir endlich am vereinbarten Orten ankamen, half Edward mir aus dem Wagen und drückte mir eine Baseballmütze in die Hand. "Du hast doch gesagt, dass ich nicht mitspiele", erwiderte ich und betrachtete die rote 'R' Form auf der Kappe. "Das bedeutet nicht, dass du mich nicht anfeuern kannst", grinste mein Engel und brachte mich zu den anderen aufs Feld.
"Hey Bella", rief Alice aus weiterer Entfernung, stand jedoch nach wenigen Senden schon neben mir. "Ich bin so froh, dass du gekommen bist". Sie schloss mich in ihre Arme, wobei mir ihr frisch aufgetragener Parfum ins Gesicht schlug. "Gut, dass du hier bist Bella. Wir brauchen unbedingt einen Schiedsrichter. Und stell dich liebe hinter mich, Liebes. Es kann manchmal recht heftig zugehen", lächelte Esme und tätschelte mütterlich meine Schulter. "Sie denkt wir schummeln", hörten wir Emmett von der Ecke schmunzeln. "Ich weiß, dass ihr schummelt", antwortete Esme ohne ihren Sohn anzuschauen, während Alice sich in die Mitte des Feldes stellte.
"Kriege ich einen Glücksbringer Kuss?", hörte ich Edwards Stimme sagen und drehte mich, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, zu ihm. "Du hast es nicht vergessen", murmelte ich, während ich seine gottgleichen Gesichtszüge betrachtete. Es war unsere Tradition, dass ich Edward einen Kuss als Glücksbringer gab, wenn er vor einer Prüfung stand.
Ich stellte mich auf die Zehenspitzen um ihm einen kleinen Kuss auf die Wange zu hauchen und kicherte anschließend. "Mhmm...schon viel besser", murmelte mein Engel und war in weniger als einer Sekunde an der Seite von Alice. "Hey! Das ist unfair! Ein Gedankenleser und eine Hellseherin in einem Team?", rief Emmett und deutete mit der Hand auf die Geschwister, mit den außergewöhnlichsten Gaben.
"Schon okay Emmett, ich kann verstehen, dass du mich in deinem Team haben willst", lachte Edward und bewegte sich langsam zu den anderen. "Okay Leute, es ist soweit". Ein lautes Donnern ertönte, als Alice den Ball mit einer geschmeidigen Bewegung Jasper zuwarf.
Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich etwas vom Spiel mitbekam. Das einzige was ich sah, waren geisterähnliche Schatten, die sich mit übermenschlicher Geschwindigkeit um das Feld bewegten. Jedoch waren die Geräusche, die die Cullens mit dem Schläger erzeugten, nicht zu überhören. "Jetzt weiß ich, warum ihr nur bei Gewitter spielt", stöhnte ich und bedeckte reflexartig meine Ohren.
Vor allem war es fast nie möglich vorherzusagen, wer den Punkt erzielen würde. "Out!", rief Esme, als Rosalie plötzlich vor ihren Füßen lag. Wann war sie überhaupt dorthin gerannt?
Es war nicht zu vermeiden, nach ein paar Minuten schon Kopfschmerzen zu bekommen. Jedoch wollte ich Edward's Laune nicht versäumen. Deswegen sagte ich nichts und schaute weiterhin meinem Engel zu. Wenn er lachte erhitzten sich meine Wangen und wenn er in meine Richtung schaute konnte ich nicht anders, als ihn anzulächeln. Wie hatte ich bloß ganze 15 Monate ohne diesen Jungen leben können? Um ehrlich zu sein, erinnerte ich mich an die Zeit nicht mehr. Jedenfalls wollte ich das nicht. Schließlich zählte nur das hier und jetzt. Er war bei mir. Er war bei uns. Mehr konnte ich mir vom Leben nicht wünschen...
"Interessant, nicht wahr?", hörte ich Edward plötzlich fragen und zuckte erschrocken zusammen. Ich hatte nicht bemerkt, dass er inzwischen neben mir stand. "Ich schätze, ich werde mir nie wieder eines von Phil's Spielen ansehen können", murmelte ich und Edward lachte. "Sag mal bist du schneller als die anderen oder ist es mir nur so vorgekommen?". "Doch es stimmt. Ich bin schneller". Ich starrte ihn fragend an und wartete auf eine Begründung. "Carlisle ist der Meinung, dass unsere Talente aus den Menschenjahren zu unseren Gaben werden. Und du weißt, ich war die schnellste auf unserer Schule". Ich nickte zustimmend, als ich an die ganzen Veranstaltungen dachte, bei denen Edward erster wurde. "Ich erinnere mich". "Edward beweg deinen Arsch hierher!", rief Emmett und unterbrach somit unser Gespräch. Mein Freund gab mir noch einen letzten Kuss auf die Stirn, bevor er zu seinem Bruder rannte.
Doch bevor er Emmett erreicht hatte erstarrte er und drehte sich zu Alice. Sie hatte denselben schockierten Gesichtsausdruck, weswegen Carlisle fragte: "Alice, was siehst du?". "Sie kommen", flüsterte sie undeutlich, wobei ich mir sicher war, dass die Cullens sie gehört hatten. "Wer kommt?". "Die Normaden!".
Ich wollte hier eigentlich aufhören...aber das wäre ziemlich fies oder? :$
Noch bevor ich fragen konnte, was vor sich ging, war Edward an meine Seite und schob mich zu seinem Wagen. "Dafür ist keine Zeit!", rief Alice plötzlich. "Wenn ihr jetzt geht, werden sie euch folgen. Es ist das beste, wenn ihr hier bleibt". Die anderen Cullens hatten sich mittlerweile um uns versammelt und starrten mich mit großen Augen an. "Wie lange?", hörte ich eine zittrige Stimme fragen. "Drei Minuten". Als Alice das sagte, zog mich Edward von den anderen weg und sagte: "Hör mir zu". Dabei bemerkte er nicht, mit welcher Kraft er mein Handgelenk drückte. "Sag kein Wort und beweg dich nicht. Steh die ganze Zeit hinter mir...". "Aber ich..". "Bella, diese Vampire sind nicht wie wir. Sie töten Menschen und ich will nicht, dass du ihre nächste Beute wirst. Also versuch ruhig zu atmen und fall so wenig wie möglich auf. Keine Sorge, ich werde nicht zulassen, dass dir etwas geschieht". Ich nickte zustimmend und versuchte meinen rasenden Herzschlag zu kontrollieren.
Nach drei Minuten erschienen im Nebel des Waldes drei Gestalten. Als sie näher kamen konnte ich die glänzend, roten Augen erkennen und ließ einen kleinen Schrei raus. Edward drückte kräftig meine Hand, als Zeichen dafür, dass ich mich zusammenreißen sollte. Also atmete ich erneut tief ein und beobachtete wie sich die drei wilden Vampire und näherten.
Als die Normaden vor uns stehen blieben, versuchte ich einen Blick über Edward's Blick zu ergattern. Mein ganzer Körper zitterte, als der schwarzhaarige Vampir sagte: "Hallo. Ich bin Laurent. Das ist Victoria. Und James".
"Ich heiße Carlisle und das ist meine Familie", er deutete mit seinem Kopf in unsere Richtung, während die rothaarige Frau mich anstarrte. "Wie nett. Ich hoffe ihr seid uns nicht böse dafür, dass wir in eurem Gebiet gejagt haben. Wir sind bloß auf der Durchreise", erklärte Laurent, als ich mich an Edward's Arm klammerte. "Eure Jagdaktivitäten haben uns in der Tat einige Probleme bereitet. Wir haben einen dauerhaften Wohnsitz nicht sehr weit von hier entfernt und ihr könnt sicher nachvollziehen, dass wir keine Aufmerksamkeit auf uns ziehen wollen". "Ich verstehe...na jedenfalls sind wir hier, weil wir ein Spiel gehört haben. Was dagegen, wenn wir mitspielen?"
Alle hielten die Luft an, während sie auf Carlisle's Antwort warteten. "Klar, warum nicht? Einige von uns wollten gehen. Ihr könnt sie gerne Erstzen". "Dann lasst uns beginnen", lächelte Laurent und Jasper nickte.
Die Normaden drehten uns den rücken zu, um auf ihre Seite des Feldes zu gehen. Doch dann geschah alles viel zu schnell. Ein kalter Wind zog durch das nasse Feld und wehte mir dabei durch die Haare. Wie ein Reflex schob mich Edward hinter sich, als James, wie ein Jäger in die Knie ging und sagte: "Was für den kleinen Hunger".
Aus den Augenwinkeln sah ich wie Carlisle, Esme, Jasper, Alice, Rosalie und Emmett ebenfalls in die Verteidigungsposition gingen, als Laurent und Victoria mich anknurrten. "Sie gehört zu uns. Ich schätze, ihr solltet jetzt gehen". Laurent war klar, dass sie keine Chance gegen sechs Vampire hatten. James hingegen starrte mich weiterhin mit hungrigen Blicken an. Ein lautes Knurren ertönte von Edward's Kehle, womit er James auf sich aufmerksam machte. Diesmal ruhten seine finsteren Blicke auf ihm.
"Gut. Wir ziehen uns zurück. James". Laurent sah James an, während er sich, mit gehobenen Händen, langsam von uns entfernte. Victoria zischte ein letztes Mal, bevor James seinen Arm um ihre Schultern legte und Laurent folgte.
Als die Normaden im Nebel verschwanden, richtete sich Edward auf und drehte sich zu mir. "Er wird sie jagen. Wir müssen sie hier wegbringen. Jetzt!". "Warte noch Edward. Wir müssen an Charlie denken. Er wird Bella nicht einfach so gehen lassen. Vor allem nicht, mit dir! Er denkt du wärst tot, schon vergessen?", sagte Esme und sah uns dabei mit ernstem Blick an. "Mom, wir haben keine Zeit! Wir müssen ihn finden und töten!". "Edward, ich...", begann ich wurde jedoch gleich wieder unterbrochen. "Die Idee jemanden zu töten gefällt mir nicht. Auch wenn es eine sadistische Kreatur ist wie James", erläuterte Carlisle diesmal.
"Ich habe eine Idee", sagte ich diesmal etwas lauter. "Wir haben diese Woche sowieso Schulfrei. ich werde Charlie einfach sagen, dass ich mit Alice Zeit verbringen möchte. Dass wir eine shopping tour machen oder so". Alice nickte zustimmend und lächelte herzlich. "Das wird funktionieren Edward".
"Bist du dir sicher?", fragte er sie unsicher und Alice nickte. "Dann steht es fest. Wir verlassen Forks noch heute Nacht".
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Fortsetzung folgt...
