Hey, Leute. Es tut mir erneut wirklich leid, dass ich euch so lange habe warten lassen. Aber die, die zwischendurch auf meinem Profil waren, werden gesehen haben, dass ich im Moment so gut wie gar keine Zeit mehr habe.
Aber wie schon gesagt. Ich werde diese Story nicht abbrechen. Es wird nur etwas länger für die einzelnen Chaps dauern.

So, nun zu den Reviews. DANKE! Es waren dieses Mal wieder richtig schön viele und ich habe mich über jedes wie wild gefreut. Ich hoffe, ihr seid immer noch dabei und lass euch nicht durch die Wartezeiten abschrecken.

Franzi: Hey, es freut mich, dass es dir wirklich so gut gefallen hat. Und was Ron und Pansy angeht. Bitte, fühl dich frei mit ihnen zu machen was du willst. Ich denke, dass du diesen Drang nach diesem Kapitel erneut zu spüren bekommst. ^^

Noch einmal einen ganz fetten Dank, dass du die Story immer noch verfolgst und ich von dir auch immer wieder ein Review erhalte :-)

hey ho: ^^Das wäre wirklich ein schönes Ende. Aber ich werde nichts verraten. Dazu könnte ich das auch gar nicht. Wie gesagt, machen die sich immer selbstständig. ^^

Helene: Dankeschön. So was hört man immer wieder gerne. :-)

Sollte ich jemanden vergessen haben, tut es mir sehr leid!

Und jetzt viel Spaß ;-)


Du bist es

Er sah in diese wunderschönen braunen Augen, die ihn so ehrlich ansahen, dass es fast schon weh tat. Seine Gedanken kreisten unaufhaltsam und sein ganzer Körper schien seine Dienste aufzugeben. Er war in seinem ganzen Leben noch nie so erstarrt und sprachlos gewesen. Hatte sie gerade wirklich gesagt, dass sie ihn liebte? Er brauchte ganze geschlagene zehn Minuten bis er endlich wieder irgendetwas tun konnte. Irgendetwas über das er keine Kontrolle zu haben schien. Seine Hand legte sich von alleine in ihren Nacken und zog sie näher, bevor er seine Lippen auf ihre legte. Glücklich schloss er seine Augen und ließ sich fallen. Er wusste, dass es gefährlich war. Dass er das alles falsch deuten konnte. Er wusste, wenn sie ihn fallen lassen würde, er nie wieder aufstehen könnte. Und es machte ihm Angst. Diese Frau vor ihm hatte die Fähigkeit ihn mehr zu verletzen, als es irgendjemand sonst in seinem ganzen Leben hätte tun können. Sie brauchte ihn jetzt nun von sich stoßen, ihm sagen, dass er falsch lag... und er würde zerbrechen. Doch gegen all seinen Ängsten seufzte sie und schlang ihre Arme um seinen Nacken und das war der Moment, indem er sich vollkommen entspannte und endlich verstand, dass sie es wahr. Hermine war die Frau, nach der er so lange gesucht hatte.

Ein Klopfen riss ihn zurück in die Realität und er entfernte sich von ihr, um zur Tür sehen zu können, die gleich darauf leicht geöffnet wurde. Ein vorsichtig schauender Harry Potter steckte den Kopf ins Zimmer und seine Augen huschten fast schon ängstlich durch den Raum, bis sie an ihm und Hermine hängen blieben. Der Schwarzhaarige seufzte erleichtert auf. "Die Luft ist frei.", sagte er und gleich darauf steckte eine besorgt aussehende Ginny Potter den Kopf ins Zimmer.

"Was meinst du mit 'Die Luft ist frei'?", wollte Hermine wissen und zog fragend die Augenbrauen hoch. Ihre Hände ruhten auf seinen Hüften. Entweder schien sie es nicht zu bemerken oder es machte ihr nichts aus.
"Wir hatten Angst... dass wir... also ihr..."

Er begann zu lachen. Laut und erleichtert. "Ihr glaubtet wirklich, wir würden es hier treiben?", wollte er wissen und Hermine lief rot an. Sie hatte wohl vorher nicht verstanden, was Harry da vor sich hin stammelte.
"Na ja... wir...", begann er erneut und Ginny, immer die Frau für die Taten unterbrach ihn.

" Wir haben gelauscht und nachdem es nach deiner Eröffnung so leise geworden ist, Hermine, haben wir natürlich damit-"

"Moment mal.", unterbrach Draco sie und hob die Hand. Harry und Ginny hatten mittlerweile das Zimmer komplett betreten und die Tür hinter sich geschlossen. "Du hast gesagt, da es still wäre, habt ihr damit gerechnet?", fragte er noch einmal nach. Nicht im geringsten sauer, dass sie gelauscht hatten. Es gefiel ihm, dass sie wussten, wie Hermine und er zueinander standen.

"Ja.", bestätigte Ginny und sah hilfesuchend nach Hermine, die die Schultern hob. Beiden war nicht klar, worauf er hinaus wollte.

"Weasley, wenn ich es mit ihr treiben würde, würde sie vor Ekstase schreien.", sagte er ernst und Hermines Gesicht nahm die Farbe einer Tomate an. Sie machte allen Ernstes das Haar der Weasley, die schüchtern auf den Boden sah, Konkurrenz. Harry dagegen hielt den Blick von ihm stand, bevor er ebenfalls anfing zu Lachen.

Vor lauter Scham schlug Hermine ihm irgendwann auf die Brust. "Ihr seid blöd.", sagte sie und zog eine Schnute.

"Autsch.", sagte er und griff sich spielerisch an die Brust. "Das hat gesessen."

"Spielkind.", murmelte sie, bevor sie zum Schlafzimmer ging und leise seufzte. Er konnte es nicht ganz deuten, aber er konnte schwören, sie hörte sich traurig an. Das Gelächter, das bis jetzt noch leise im Raum gestanden hatte, verschwand vollends, als er langsam auf sie zu ging und hinter ihr stehen blieb. Er hob seine Hände zu ihren Hüften und erlaubte es sich über ihre Schulte auf den nackten Wiesel zu sehen. Übelkeit überfiel ihm, als er das Arschloch komplett entblößt vor sich liegen sah und an den Gedanken, was er ihr angetan hatte oder angetan hätte, wenn er selbst nicht rechtzeitig da gewesen wäre... Er schüttelte den Kopf, um diese Gedanke von seinem Kopf zu entfernen und spürte die Anwesenheit der anderen hinter sich.

"Was sollen wir nur mit ihm machen?", wollte Hermine leise und gebrochen wissen.

Obwohl es ihn schmerzte, sie so über ihn reden zu hören, konnte er es verstehen und als kleinen Trost schlang er seine Arme nun ganz um ihre Taille und zog sie an sich. Ohne auch nur irgendetwas zu sagen, lehnte sie sich dankbar in seine Umarmung und schloss die Augen.

Er wusste, was sie zu tun hatten und dennoch wollte er es nicht ansprechen. Hermine würde nicht auf ihn hören, nicht in dieser Hinsicht und er wollte auch keinen Streit. Aber sein Kopf sagte ihm, dass er etwas unternehmen musste, solange Wiesel nicht komplett durchdrehte.

"Wir... du... solltest nach McGonagall gehen, Hermine.", sagte Harry zu seiner Rettung und Hermine drehte sich in seinen Armen zu ihnen um.

"Nein.", sagte sie fest und sah jeden ernst in die Augen. "Das kann ich nicht.", sagte sie dann leise und sah über ihre Schulte zu ihrem eigentlichen Ehemann. "Es fühlt sich an, als würde ich ihn verraten."
Ginny lachte. "Hermine, du liebst Malfoy...", sagte sie und sah sie vielsagend an.

Hermine seufzte und legte ihren Kopf gegen seine Brust.

xXx

Das Leben war schwer. Aber warum musste es immer wieder so unfair sein? Als sie Ginny diese Worte sagen hörte, wurde ihr erst richtig bewusst, dass sie ihren Mann wirklich betrog. Dass sie Ron schon lange verraten hatte. Müde und hilflos legte sie ihren Kopf seufzend gegen seine Brust und schloss die Augen. Vielleicht war alles ein Traum und sie würde endlich aufwachen. Sie würde aufwachen zu einem glücklicheren Leben und in den Armen eines Mannes, der sie wirklich liebte. Aber genau das, war der Traum und sie befand sich in ihrem wirklichen Leben. Eine absolute Hölle.

"Ginny hat Recht.", sprach Harry plötzlich und gestikulierte mit den Händen zu dem Rothaarigen, der immer noch erstarrt auf dem Boden lag. "Ich weiß, was er dir antut, Hermine, und ich will nichts mehr, als das du sicher und glücklich bist. Und genau das geht nicht, solange er hier ist."

"Er ist der Vater von Rose.", versuchte sie ihn zu verteidigen und schlug sich innerlich selbst. Wieso verteidigte sie ihn?

"Nein, das ist er nicht!", sprach Draco fest und sah sie ernst an. "Ein Vater tut seinen Kindern solche Dinge nicht an, Hermine, und das weißt du. Ein Vater liebt seine Kinder, egal was ist. Ein Vater ist immer für seine Kinder da und unterstützt sie!"

Hermine senkte den Kopf und ihr Blick fiel auf ihre Hände, die sie zuvor auf seine Brust gelegt hatte. Draco hatte im allen Recht, was er sagte. Und all das, was er sagte, hatte Ron nicht ein einziges Mal erfüllt. Und all das, tat er. Er war der Vater von ihnen. Sie hatte es schon vor langem erkannt. Sie hatte schon vor langem gesehen, dass auch Draco für ihre Tochter da war. Irgendwann im Laufe der vielen Wochen, die sie nun schon hier verbracht hatten, hatte er den Platz von Ron eingenommen. Sie hatte ihn oft im Unterricht mit den Kindern und Rose reden hören, hatte gesehen, wie er sich schon mal zu ihr hinunter kniete und sie mit - ja fast schon - liebevollen Augen angesehen hatte.
"Woher wusstest du, dass er etwas versuchen würde?", wollte sie leise wissen, als ihre Hände langsam an seiner Brust hinauf und hinunter fuhren. Nachdenklich biss sie sich auf die Lippe, als sie jeden einzelnen Muskel unter diesem Hemd spürte. Er sah nicht nur durchtrainiert aus, er war es auch. Jahrelanges Quidditch vermutete sie.

"Rose kam zu mir.", erklärte er leise und ihr Kopf schoss hoch. Schon jetzt lief Rose bei Problemen zu ihm. Sie war nie zu ihrem Vater gegangen. Immer nur zu ihr. "Sie sagte, sie hätte Mist gebaut und...", sein Blick verdüsterte sich und er sah Ginny anklagend an. "Sie hätte Ginny das mit uns gesagt. Sie sagte, sie wäre ausgerastet und hätte dich für Dinge beschuldigt."

Ginnys Kopf hatte sich gesenkt und beschämt sah sie auf ihre Schuhspitzen. "Ich... habe nicht gewusst... Ich hätte nie gedacht...", stotterte sie und sah schließlich wieder mit tränenden Augen auf. "Woher hätte ich es wissen sollen? Du redest nicht mehr mit mir!", sagte sie schließlich anklagend zu Hermine und die ersten Tränen rollten ihre Wangen hinunter.

"Ginny... du kannst doch auch nichts dafür.", sagte sie und entwand sich aus den kräftigen Armen Dracos und ging mit ausgestreckten Armen auf ihre beste Freundin zu. "Ich hatte nur Angst, du würdest mir nicht glauben, weil er dein Bruder ist.", hauchte sie und mit einem Schluchzer warf sich Ginny in die Umarmung und Hermine hielt sie fest, als hätte sie sie seit Jahren nicht mehr gesehen.

"Mach das nie wieder, hörst du?", wollte Ginny wissen. "Du kannst mit mir über alles reden."

"Ich weiß.", schniefte die Brünette und entfernte sich endlich wieder von ihrer langjährigen Freundin, um ihr in die Augen zu sehen. "Ich war dumm."

"Draco!", schrie Harry plötzlich und die Mädchen wirbelten herum. Noch im letzten Augenblick sahen sie, wie sich Ron auf den blonden stürzte, bevor beide zu Boden gingen.

"Du mieses Arschloch!" schrie Ron irgendwo zwischen Fäusten, Beinen und Füßen. "Niemand nimmt mir meine Frau weg, ohne sich mit mir anzulegen.", zischte er wütend und landete einen weiteren Fausthieb im Gesicht von Draco.

xXx

Währenddessen saßen Rose und Scorp enganeinander auf der Couch und warteten auf irgendein gutes Zeichen von Draco oder von Hermine. Und mit jeder Minute die verging, rutschte Rose enger an den Blonden, um sich ein wenig Halt zu suchen.

Sie hätten beide schon längst wieder hier sein müssen... Hart schluckte sie gegen die Tränen an und schüttelte den Kopf, um die Fantasien aus ihrem Kopf zu vertreiben.

"Meine Mutter spielt mit meinem Vater...", hauchte Scorp irgendwann. Es war zwar kein belangloses, lustiges Thema, aber es längte sie ein wenig von ihren jetzigen Sorgen ab.

"Wie meinst du das?", flüsterte sie sanft und versuchte ihm in die Augen zusehen, doch alles was er tat war, den Blick abzuwenden und starr auf die Tür zu starren. "Scorp...", flüsterte sie hilflos und nahm seine Hand. Sie wusste, dass er genauso die Nähe brauchte wie sie und sie war bereit, sie ihm zu geben. Es war das mindeste, was sie tun konnte.

Er schluckte hart, bevor er zu erzählen begann. "Ich weiß, dass mein Vater meine Mutter hasst - und das kann ich auch verstehen - aber... immer wenn sie auftaucht, vergisst er alles und benimmt sich wie ein kleiner, naiver, liebesblinder Trottel von Teenager.", das letzte bisschen spie er hervor und sie zuckte erschrocken zusammen. "Er verlangt von mir, zuschauen, dass ich ihn 'wecke'... aber ich kann das nicht mehr lange. Und ich weiß verdammt noch mal nicht, was mit ihm los ist!"

Rose sah auf ihre Hände, die sich gegenseitig festhielten, als hinge ihr Leben davon ab. Sie war noch lange nicht so gebildet wie ihre Mutter oder sein Vater, aber sie wusste, dass irgendetwas faul war und genau das, wusste auch ihr bester Freund. Jetzt kam nur die Frage, was? Und egal wie lange es dauern würde, die Antwort zu finden, sie würde sie mit ihm suchen und zusammen würden sie sie finden. Denn zwischen der hasserfüllten Zeilen, die er vorher gesagt hatte, hatte ein Hilferuf gesteckt.

"Wir schaffen das schon, Scorp.", flüsterte sie und hob ihre andere Hand, um ihm damit durch das Haar zu streichen.

"Was ist aber, wenn nicht?", wollte er leise und verzweifelt wissen. "Ich will meinen Vater nicht verlieren. Er ist alles, was mir geblieben ist."

Sie schloss mitfühlend die Augen und erinnerte sich an die Dinge, die er ihr erzählt hatte. An die Dinge zwischen seinem Vater und seiner eigentlichen Mutter.

xXx

"Kann mir einer von Ihnen erklären, was hier vorgefallen ist?", wollte Minerva mit einem besorgten und gleichzeitig ernstem Gesichtsausdruck auf die beiden Verletzten im Krankenbett wissen.

Hermine, die seit geraumer Zeit die Hand Dracos hielt, sah mit tränenden Augen zu ihrer alten Hauslehrerin auf und irgendwie wusste sie, dass das Versteckspiel ein Ende hatte. Sie konnte nicht länger so tun, als wäre ihre Welt heil, wenn sie doch vor ihren Augen in sich zusammenbrach.

Leicht drückte der Blonde ihre Hand, signalisierte ihr, dass er da war und sie lächelte, bevor sie aufstand und zu Minerva trat.

"Ich... muss mit Ihnen sprechen. Unter vier Augen.", hauchte sie und versuchte vergeblich das Knurren aus Rons Kehle zu verdrängen. Er würde sie umbringen. Sie und Rose, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Die großen Augen ihrer Vorgesetzten sahen sie wachsam und besorgt an. Hermine wusste, dass sie schon länger etwas vermutete und es schüttelte sie bei dem Gedanken ihr zu erzählen, was wirklich passierte.

"Nun gut, dann begleiten Sie mich in mein Büro.", sagte diese und warf den beiden Männern noch einen entsprechenden Blick zu, bevor sie dich gefolgt von Hermine den Krankenflügel verließ.

xXx

Dracos Augen sahen ihr besorgt hinter her , obwohl er wusste, dass es die einzige Möglichkeit war, Hermine irgendwie zu helfen.

"Sie packt das schon.", sagte Ginny mit einem Lächeln und setzte sich zu ihm aufs Bett. "Hermine hat sich Voldemort entgegen gestellt. Ich denke, dass wird sie nun jetzt auch überleben, nicht?", sagte sie mit einem aufmunternden Lächeln.

"Das ist nicht das, was mir Sorgen macht.", gestand er und sein Blick fiel auf die andere Seite des Zimmers und auf die Figur seines nun größten Feindes.

Ginny zog die Augenbrauen nachdenklich n Falten. "Ich denke nicht, dass er ihr weiterhin weh tun kann, wenn Minerva erst einmal Bescheid weiß.", sagte sie und biss sich auf die Lippe, bevor sie mit einem doch unsicherem Blick zu Potter aufsah.

"Minerva wird sich darum kümmern.", sagte er und nickte. "Und davon abgesehen hat sie uns. Ich werde nicht zulassen, dass er noch einmal in ihre und Roses Nähe kommt."

"Ich kann das nicht glauben.", hauchte Ginny plötzlich und Tränen traten in ihre Augen. "Er... ist mein Bruder. Familie hat uns immer so viel bedeutet... und... ich habe gedacht, er würde Herm wirklich lieben."

"Vielleicht hat er das auch. Damals.", flüsterte Draco und schloss die Augen.

"Ich habe gedacht, er würde sie unwiderruflich lieben.", setzte Ginny hintendran und schüttelte langsam den Kopf.

"Menschen verändern sich. Und manchmal vergeht dann auch die Liebe.", hauchte Harry und setzte sich auf einen Stuhl in der Nähe des Bettes.

"Wie schnulzig, Potter.", lachte Draco und setzte sich unter Schmerzen auf. Dieser Mistkerl hatte ihn doch besser erwischt, als er gedacht hatte.

"Halt den Mund, Malfoy.", fauchte der Schwarzhaarige zurück, aber auch auf seinem Gesicht war ein leichtes Lächeln zu sehen.

xXx

"Entspricht das der Wahrheit, Hermine?", flüsterte die Alte mehr geschockt als ungläubig. Mit tränenden Augen und einem Schniefen nickte die Brünette mit dem Kopf und zog die Beine auf den Stuhl. Sie wollte verschwinden. Sich so klein machen, bis das man sie nicht mehr sah und für alle einfach nur verschwinden.

"Habe ich Sie jemals belogen?", fragte sie dennoch zurück und die ehemalige Hauslehrerin schüttelte bedrückt den Kopf und wandte ihren Blick zum Boden.

"Warum sind Sie nicht früher gekommen?", wollte Minerva dann doch wissen und sah ihre alte Schülerin mit vorwurfsvollen Augen an. "Es hätte nie so weit kommen brauchen."

"Es war schon so weit, bevor wir überhaupt herkamen.", erklärte sie und nun liefen die Tränen wirklich ihre Wangen hinab. "Ich habe mich dafür geschämt und habe mir eingeredet es würde irgendwann wieder besser werden..."

"Doch das tat es nicht.", stellte die Ältere fest und Hermine nickte beschämt.

"Es gab Momente, in denen ich nicht gewusst hätte, was ich tun sollte, wenn Draco nicht da gewesen wäre.", schluchzte sie.

"Mr Malfoy?", fragte Minerva überrascht und hielt Hermine stillschweigend eine Packung Taschentücher entgegen.

Mit einem leichten Nicken griff die Brünette danach und putzte sich erst einmal die Nase, bevor sie erneut zu einer Antwort ansetzen konnte. "Wir... sind schon sehr lange nicht mehr so... befeindet.", erklärte sie und erinnerte sich an die besagte Nacht zurück, in der er ihr das Leben gerettet hatte. Die Nacht, in der irgendetwas mit ihnen geschehen war. In der sich zwischen ihnen ein Band geformt hatte. Ein Band, dass nur noch stärker geworden war, als sie sich wieder getroffen hatten. Und eines, dass man nicht so leicht durchtrennen konnte. Und in dieser Nacht hatten sie sich gegenseitig zum allerersten Mal wirklich gesehen. Sie war nicht länger das Schlammblut gewesen und er nicht länger der verzogene Eisprinz und Todesser von Slytherin. Sie waren beide in etwas hineingedrückt worden, dass sie nicht wollten. Und auch jetzt, teilten sie dasselbe Schicksal.

"Erlauben Sie mir die Frage, Hermine: Was genau ist denn passiert, dass sie beide so verändert hat?", wollte Minerva nach einer Zeit des Schweigens wissen und riss sie unangenehm aus ihren Gedanken.

Sie wollte es nicht sagen. Es wusste niemand. Außer Rose und Scorp... aber die würden es nicht verraten. Oder? "Bitte, muss ich diese Frage beantworten?", wollte sie heiser wissen. Sie wollte sie trotzallem als kleinen Schatz aufheben. Einen Schatz, dem sie ihren Mann nie zeigen würde.

"Hermine, es... wäre einfacher für mich, dass ganze dann zu verstehen."

"Was gibt es denn daran nicht zu verstehen? Ron hat mich belogen, betrogen, misshandelt und hat versucht mich zu vergewaltigen.", zischte sie wütend und eine neue Welle der Tränen trat über sie ein. "Und Draco war da, um mir zu helfen."

"Hermine-"

"Bitte. Sie wissen nun das nötigste. Den Rest möchte ich nicht weiter ausbreiten.", hauchte sie und stand mit zitternden Beinen auf. "Ich... würde nun gerne gehen."

Minerva nickte sprachlos und schaute zu, wie ihre ehemals beste Schülerin gebrochen und weinend ihr Büro verließ.

xXx

"Rose?", flüsterte sie, als sie leise das Zimmer ihrer Tochter öffnete und hineinspähte. Der Mond fiel durch das offene Fenster und erhellte das schlafende und friedliche Gesicht ihrer Tochter. Sie lächelte leicht. Zumindest konnte ihre Tochter noch träumen.

Leise schlich sie sich zu ihr Bett und beugte sich zu ihr hinab, um ihr vorsichtig durchs Haar zu streicheln und ihr einen federleichten Kuss auf die Stirn zu legen. Sie hatte das Gefühl, als hätten sie das schlimmste überstanden...
Leicht lächelnd zog sie die Decke weiter über Rose und sorgte dafür, dass sie es wieder richtig warm hatte, bevor sie die Fenster schloss und das Zimmer wieder verließ.
Ihr Blick fiel auf den kleinen Blonden auf der Couch, der mit einem unruhigem Gesicht dort lag und sich immer wieder im Schlaf drehte. Er war unruhig. Es tat ihr im Herzen weh zu sehen, wie er immer versuchte für Rose da zu sein und gleichzeitig mit seinen eigenen Ängsten kämpfen musste. Allein.

Sie schlich auch zu ihm und nahm die Decke, die über dem Rücken der Couch lag und deckte auch ihn zu. Es war bereits Winter und er musste frieren. Sofort kuschelte er sich in den flauschigen Stoff der Decke und gähnte einmal, bevor er seine Augen öffnete. Grau. Wunderschön grau. Wie die seines Vaters.

"Entschuldigung, ich wollte dich nicht wecken.", hauchte sie und kniete sich vor die Couch hin, um mit ihm auf Augenhöhe zu sein.

Verschlafen blinzelte er, bevor er zum Zimmer von Rose sah und sich ein besorgter Ausdruck auf sein Gesicht legte.

"Ihr geht es gut. Sie lächelt im Schlaf.", erklärte Hermine und strich ihm durchs Haar. "Ich wollte dir dafür danken, dass du immer für die da bist."

Scorpius blickte wieder in das traurige Gesicht von Hermine und lächelte. "Das mache ich doch gerne. Ich mag es nicht, Rose traurig zu sehen."

"Du bist ein guter Junge, Scorp. Verändere dich nie!", gab sie zu und stand wieder auf. "Und jetzt versuch zu schlafen. Du brauchst es genauso, wie sie."

"Und was ist mit dir?", wollte er wissen und versuchte sich aufzusetzen. Doch bevor er auch nur eine sitzende Position erreicht hatte, drückte Hermine ihn wieder in die Kissen zurück.

"Mit mir ist alles in Ordnung. Wirklich. Und hör auf, dich um alles zu Sorgen. Du bist noch Kind, du solltest Lachen."

"Lachen?", fragte er skeptisch nach.

"Versuch es zu wenigstens.", seufzte sie "Weißt du eigentlich, wie viel es deinem Vater bedeutet, wenn du lachst?"

Scorpius blieb stumm. Sie wusste nicht, ob er die tatsächliche Antwort kannte oder nicht. Aber sie tippte mal auf ersteres. Er war ein sehr kluger Junge und kannte seinen Vater wohl am besten von allen.

"Du wirst zu ihm gehen, nicht?", hauchte er und entspannte in seinen Kissen.

Ein wenig erschrocken hielt Hermine zuerst inne, bevor sie auf ihn hinunter lächelte und nickte. "Ja. Immerhin ist es meine Schuld. Aber versuch jetzt zu schlafen, okay?"

Scorpius nickte und schloss die Augen. Doch als sie die Türe gerade hinter sich schließen wollte, hörte sie noch einmal seine Stimme. "Du bist das nicht Schuld und du weißt es. Und weißt du, wie viel es meinem Vater bedeutet, dass es dir gut geht?"

Es war eine rhetorische Frage und sie schloss die Tür.

xXx

Leise öffnete sie die Türen zum Krankenflügel und schlich genauso leise am Bett von Ron vorbei, der glücklicherweise schlief. Sie konnte ihm nicht unter die Augen treten und so wie sie ihn kannte, hätte er sie auch gar nicht erst zum Bett von Draco kommen lassen.

Das Bett des Blonden war mit Vorhängen verborgen und sie öffnete sie leise und vorsichtig. Falls er schlief, wollte sie ihn nicht wecken. Doch in dem Moment, indem sie ihn sehen konnte, drehte er seinen Kopf zu ihr und lächelte.
Schnell schlüpfte sie hinein und schloss den Vorhang wieder.

"Hey...", flüsterte sie.

"Hey...", kam es auch von ihm und er streckte die Hand aus.

Ein wenig unsicher griff Hermine nach dieser und ließ sich auf sein Bett ziehen.

"Was ist mit Scorp?", wollte er leise und heiser wissen.

"Ihm geht es gut. Er schläft bei uns auf der Couch. Da Ron im Moment nicht..." Sie brach ab und senkte den Kopf. Nein, sie würde jetzt nicht weinen. Nicht jetzt.

"Das ist gut.", hörte sie ihn sagen und griff fester nach seiner Hand. "Hast du mit Minerva gesprochen?", wollte er weiter wissen.

Sie nickte. "Ja. Ich hab ihr alles mit Ron erzählt.", erklärte sie und strich sanft mit ihrem Daumen über seine Hand. "Und das du für mich da warst."

Er holte tief Luft und schloss kurz die Augen. "Und?"

"Ich weiß es nicht.", gestand sie und hob die Schultern. "Ich habe ihr Büro so schnell es ging wieder verlassen. Ich... konnte nicht weiter darüber sprechen." Und dieses Mal entkam ihr doch ein leiser Schluchzer.

"Hey...", hauchte Draco und legte ihr eine Hand auf die Wange. "Nicht weinen, bitte.", bat er und sie nickte. "Komm her..." Er nahm ihre Hand und rutschte im Bett etwas auf Seite, zog sie zu sich hinunter.

"Hättest du das damals gedacht?", wollte sie wissen und sah ihm in die Augen. Seine Augen glänzten im Mondlicht noch mehr als sonst. Wunderschön. Unglaublich.

Er lächelte. "Nein, ganz im Gegenteil." Dann lachte er und legte seine Stirn gegen ihre. "Aber ich bin froh, dass es so ist."

"Hmm-mhhh...", machte sie und schloss die Augen. Sie genoss das Gefühl ihm so nah zu sein. "Was passiert jetzt?", wollte sie leise wissen.

Er schloss seine Augen und sie verspürte ein Gefühl des Verlustes. Sie wollte nie wieder aufhören, in diese Augen zu sehen. "Ich weiß es nicht. Aber... lass uns einmal nicht darüber nachdenken.", bat er und sie tat nichts lieber als das.
Er lächelte und beugte sich vor, um ihre Lippen mit seinen zu streichen. Nur ganz kurz. Hermine ließ ein knurren hören, bevor sie ihn in einen weiteren Kuss zog.

"Also... wirst du zu diesem Ball gehen?", wollte er nach einer Zeit wissen.

Hermine senkte den Blick. "Ich weiß es nicht mehr."

"Aber... ich habe gehört, dass du so ein tolles Kleid bekommen haben sollst.", hauchte er und schwang tatsächlich etwas wie Verzweiflung in seiner Stimme mit.

"Ja, aber...", begann sie, brach aber dann ab. Verwirrt zog sie die Augenbrauen zusammen und sah, wie er es schaffte auf eine eigenartige Weise klein zu wirken. "Woher weißt du davon?", wollte sie mit einer nachdrückenden Stimme wissen.

"Hab ich nur so gehört.", sagte er hastig, fast schon zu hastig.

Hermine stützte sich mit einem Ellenbogen auf dem Kissen ab und sah ihn genau an. Seine grauen Augen sahen bittend zu ihr auf und irgendwie...

Ein Lächeln brach auf ihrem Gesicht aus. Das- Konnte das wahr sein? Es würde alles Sinn ergeben. Das Kleid hatte wahnsinnig viel gekostet und sie kannte niemanden, der so viel Geld und dazu noch einen so guten Geschmack hatte, außer...

"Du?", brach es aus ihr heraus und Dracos Hand schnellte zu ihrem Mund, und er bedeutete ihr mit dem Zeigefinger seiner anderen Hand, den er gegen seinen Mund legte, leise zu sein.

Erschrocken warf sie ebenfalls ihre Hand auf ihren Mund, doch dann brach sie in ein wildes Gekicher.

"Hermine!", ermahnte er sie leise, doch sie kicherte nur unentwegt weiter. Mit einem dumpfen Geräusch landete sie wieder in seinem Kissen und presste sich mit tränenden Augen die Hand gegen den Mund.

Und als er sie ansah, hatte er einen kurzen Moment das Gefühl zu fliegen. Diese Tränen in ihren Augen, waren keine, die sie vor Schmerz weinte. Sie waren Tränen, die sie aus Spaß und Glück weinte.

Lächelnd schlang er einen Arm um sie und stützte sich mit dem anderen neben ihr ab. "Ja, okay. Das Kleid ist von mir...", zischte er leise. Wenn Weasley aufwachen würde-

Hermine nahm sich die Hand vom Mund und aus Angst, sie würde wieder laut losschreien, beugte er sich nach unten und erstickte ihren freudigen Ausruf mit einem Kuss. Einem Kuss, der viel leidenschaftlicher wurde, als er beabsichtigt hatte.


So, vergesst die Reviews nicht!