Und hier haben wir auch das letzte Kapitel dieser "kleinen" Fanfiction.
Kapitel 24. - Finale -
hanran – Rebellion, Aufstand
Der Wind heulte ihnen allen um die Ohren und die Federn strichen um ihre Körper wie ein schützender Mantel. Ukyo hielt sich etwas an Akane, die sie noch immer stützen musste, selbst auf dem breiten Vogelrücken. Sollte sie ins Rutschen geraten, dann würde es für sie kein Halten geben. Mit einem gebrochenen Bein auf einem solchen Vogel war beinahe leichtsinnig, aber sie hatte einfach nicht darauf verzichten wollen Ryogas Kopf auf ihren Schoß zu platzieren und ihm liebevoll die Haare zu streicheln. Sie hatten ihr alles über den Kampf Ryogas gegen Haru erzählt… und sie hatte geweint dabei.
Er war noch immer nicht aufgewacht…
Seine Augen waren so fest geschlossen wie die Fensterläden eines Hauses. Sein Atem ging Flach und sein Körper war nicht gerade geschützt, mit nur dem Oberhemd Ranmas.
„Können wir denn gar nichts tun?" rief Ukyo, nun schon zum mindestens einhundersten Mal zu Cologne, die am Kopfe des Vogels Tori tronte und den Rückflug beaufsichtigte.
Der Schatten der Krähe war auf dem seicht dahinwiegenden Wasser zu erkennen. Schwingend bewegten sich die Flügel auf und ab und verursachten ein paar kleinere Wellen.
„Nein… leider nicht. Ryoga muss von selbst aufwachen, sonst hat das alles keinen Sinn…!" In wirklichkeit war Cologne froh dass er noch nicht erwacht war. Sie hatte ja gesehen was Ukyo nicht gesehen hatte… und es machte ihr mehr und mehr Sorgen.
Schwer stützte sie sich auf ihren Stock während sie das kräuselnde Wasser dort unten beobachtete. Bald würden sie Japan erreicht haben und dann würde es nur noch ein kleiner Katzensprung sein bis Nerima.
„Tori können wirklich schnell fliegen!" meinte Mousse und Shampoo schnurrte zufrieden an seiner Seite. Sie saßen knapp hinter Cologne und waren recht guter Dinge. Sie hatten an diesem Kampf die wenigsten Blessuren zurückbehalten.
„Hmm…" machte Cologne nur zur Antwort und ihre weissen Haare flatterten wie Wimpeln.
„Ukyo, nimm es nicht so schwer. Er hat viel durchgemacht und er wird auch bald wieder aufwachen, glaub mir, den haut nichts so schnell um." Gab Akane zum Besten und strich der Angesprochenen beruhigend über die Schultern.
„Ja… der hält ja sogar das Essen von Akane aus und überlebt noch dabei…" gab Ranma seinen Kommentar doch er erntete von Akane nur einen wütenden und giftigen Blick.
„Ranma, kannst du nicht einmal in deinem Leben im richtigen Moment deine Klappe halten?"
„Ist ja schon gut…" mauelte er und drehte seinen Kopf etwas zur Seite. Er mochte es nicht zugeben aber er war ein bisschen eifersüchtig auf Ukyo und Ryoga. Zwar war diese Beziehung erst am Anfang, aber sie war bereits jetzt weiter als seine mit Akane, die sich zu allem überfluss mehr um Ukyo und Ryoga kümmerte als um seine Verletzungen.
Ukyo selbst seufzte nur bei den Worten Akanes. Stumm blickte sie auf. Ihre Haare waren zerzaust, noch immer trug sie diesen unkleidsamen Schlafanzug von Naku. Die drei Striemen auf ihrem Gesicht waren noch überdeutlich zu sehen.
Akane überlegte dass sie diese Stellen auf jeden Fall behandeln musste, sobald das gebrochene Bein verarztet war. Jetzt war es lediglich mit einem zerbrochenen Speer aus Mousse Repereatuar notdürftig geschient worden.
„Schon gut, ich weiss schon, aber… ich würde mich gerne endlich bei ihm bedanken und ihm sagen was ich fühle… das ist alles…" murmelte sie, kaum hörbar in dieser Lage, doch Akane und Ranma tauschten über ihren nun wieder gesenkten Kopf einen vielsagenden Blick aus und nickten sich gegenseitig zu. Nicht mehr davon sprechen, hiess die Geste.
Ukyo indessen bekam davon nichts mit. Sie strich immer wieder durch sein krauses, zerzaustes, wieder kurzes schwarzes Haar hindurch und sah seinen Atem mehr als dass sie ihn spürte.
Es stimmte alles was sie Ranma und Akane gerade gesagt hatte. Sie würde jetzt gerne mit ihm sprechen, ihm zeigen dass mit ihr alles in Ordnung war, dass seine ganze Mühe nicht umsonst gewesen war. Sie wollte ihm einfach sagen dass sie ihn liebte, egal welche Antwort er darauf geben würde. Nach allem was passiert war würde sie sogar mit einer klaren Ablehnung fertig werden. Er hatte soviel gesehen und soviel durchgemacht, es war gut möglich dass er sie aus diesem Grund niemals wieder sehen wollte und auf eine Reise ging, von der er niemals wiederkehren würde.
Wieder glitt ein Seufzen aus ihrer Kehle heraus während sie ihm ein paar Stränen aus dem Gesicht strich. Leicht beugte sie sich vor, ihre Stirn berührte beinahe seine Wange. Ihre Lippen kamen seinem, ihr zugerichteten Ohr immer näher.
„Ryoga, wenn ich dir doch nur jetzt gleich sagen könnte dass deine ganze Anstrengung nicht umsonst war." Noch immer war keine Reaktion zu sehen oder auch nur zu erahnen. Er rührte sich einfach nicht.
Cologne hatte ihr glaubhaft versichert dass er bald aufwachen würde und alles mit ihm in Ordnung sei… aber warum hatte sie dabei einen solch besorgten Ausdruck in ihren Augen gehabt?!
Ukyo schluckte bei der Erinnerung an diesen Blick. Leicht davon überwältigt und von einem brechreitz geschüttelt, schloss sie leicht ihre Augen. „Bitte, sei bald wieder bei mir…" flüsterte sie ihm ins Ohr hinein als seine Augen wie eine einzige Bewegung aufklappten…
Ukyos Kopf zuckte zurück und ihre Augen waren Tellergroß aufgerissen.
„Ryoga… du bist wach!!" rief sie erfreut und legte sofort beide Arme um ihn und drückte ihn an sich.
Ranma und Akane blinzelten zuerst erschrocken, waren dann aber mehr als erleichtert über den Glücklichen Gesichtausdruck von Ukyo. Cologne, Shampoo und Mousse hatten davon noch nichts mitbekommen.
„Wa… wa … wa…gaaa…" war das einzige was Ryoga hervorbrachte während er mit halb geöffneten Augen in Ukyos Armen lag… etwas steif, etwas willenlos… etwas desolat…
Ranmas Augen zogen sich bei diesem Anblick zusammen. Lag es an dem Kampf oder war da noch was anderes? Irgendetwas passte hier nicht ins Bild hinein.
„Akane…" begann er vorsichtig, ohne den Blick von Ryoga abzuwenden, doch es war bereits zu spät.
Wie knorrige Baumstämme erhoben sich nun Ryogas Arme links und rechts und seine zu klauen verzogenen Hände wiesen auf Ukyo. Ein heiseres Knurren drang aus seiner Kehle hervor mit einer Stimme die nicht die von Ryoga war. Ukyo selbst hatte bis hierher die Augen geschlossen gehalten, doch jetzt blickte sie auf… und erstarrte.
„AKANE… pass auf!" schrie Ranma und erhob sich blitzschnell.
Ryogas Arme holten indessen aus und einer traf Akane, mehr beiläufig als Gewollt in die Seite.
„Ryoga… was tust du denn?" rief Ukyo erschrocken.
Akane Schrie entsetzt auf und begann vom Vogel herunter zu fallen.
„AKANEEEE…" schrie Ranma in heller Panik und sprang hinterher, bekam Akane zu fassen und hangelte sich mit hilfe einer Feder wieder auf Tori empor.
Ukyo selbst war wie gelähmt. Was war da gerade passiert? Hatte Ryoga das getan…? Ihr Ryoga… sie blickte auf und stieß einen schrei aus. Diese kalten, blauen Augen, die gehörten nicht zu Ryoga… die kannte sie aber sehr gut…
„RYOGA… komm zu dir!!!" schrie sie, doch sie hätte diesen Moment lieber für etwas anderes nutzen sollen, denn nun stießen seine krallenartigen Hände vor und umklammerten sie mit einem eisernen Griff.
„Jetzt habe ich doch noch bekommen was ich wollte… auch wenn mich dieser Junge vom Stamm der Ryouga gefressen hat… sein Willen und seine Macht ist durch das viele Blut dass durch seine Vorfahren floss, verwaschen. Er hatte nicht einmal den hauch einer Chance mich in sich zu bannen… und nun werde ich in diesem neuen, frischen Körper, mein Werk vollenden…!! Und kommt mir auch nur einer zu nahe dann stirbt sie…"
Haru hatte Ryogas Körper wirklich sehr schnell übernommen. Aus Ryogas Fingern schossen gewaltige Krallen hervor und er hielt sie dicht an Ukyos Hals die vor Angst wie gelähmt in seinen Armen lag.
Haru sprang nun in Ryogas Körper auf und begann Rückwärtsgehend zu fliehen. Ukyo wehrte sich, aber sie hatte nicht mehr die Kraft und ihr gebrochenes Bein war auch nicht gerade hilfreich. So schrie sie gepeinigt auf und ihre Freunde standen machtlos da.
„Nicht so voreilig mein Magister Magier…" murmelte Cologne dicht hinter ihm und stieß ihm den Stock in den Rücken.
„Alte Hexe, das hätte ich mir denken können…" knurrte Haru. „Lass mich passieren oder die Kleine hat noch ein Atemloch dazu bekommen, kapiert?"
Cologne grinste siegessicher. „Du bringst sie nicht um, dafür ist sie viel zu wertvoll… aber ich warne dich… nenn mich nie wieder eine Hexe…auch wenn ich ein Narr war und nicht bedachte was du gerade fröhlich herausposaunt hast…!" Mit diesen Worten gab sie ihrem Stab einen Wink und einen kurzen Spruch auf den Weg und schon wurde Ranmas Hemd auf dem Rücken zerfetzt.
„WAUAAA… was soll das… soll ich sie töten?" schrie Haru empört und Ukyo stieß einen heiseren Schrei aus.
„Soviel Zeit… gebe ich dir gar nicht mehr…" antwortete Cologne ruhig und hielt beschwörend den Zeige- und Mittelfinger vor ihr Gesicht während sie eine Beschwörungsformel herunterbetete…
Ryogas Augen mit Harus Farbe darin, rissen Tellerweit auf und sein Mund öffnete sich zu einem schmerzverzerrten Schrei, der dem glich wenn jemand mit den Fingernägeln über eine Tafel glitt.
„Hör auf du alte Hexe… das halte ich nicht aus… hör auf…!!" und mit diesen Worten riss er beide Arme empor und Ukyo fallen. Ranma schoss vor und fing sie gerade noch auf bevor sie auf Toris Rücken fiel.
„NEIN.. COLOGNE… du darfst Ryoga nicht töten… bitte… er kann doch nichts dafür…!" schrie Ukyo verzweifelt.
Tori stieß einen heiseren Schrei aus, wie zur Bestätigung.
Haru ging indessen, noch immer in Ryogas Körper gefangen, zu Boden während Cologne den Stock noch immer gegen seinen Rücken hielt und sich langsam schwarze Zeichen darauf bildeten.
Ein gleißendes Licht hüllte die beiden ein, dann war Ruhe…
Für einen kurzen Moment konnte man noch Harus Augen flackern sehen, dann waren sie für immer aus Ryogas Blick verbannt… er blinzelte noch einmal verwirrt ehe sich die Fenster zur Seele wieder fest verschlossen und er bewusstlos nach vorne glitt.
Ukyo richtete sich gerade noch rechtzeitig auf um ihn aufzufangen.
Doch schon im nächsten Moment riss sie ihren Kopf herum und fauchte Cologne an.
„DU hast ihn umgebracht…was Hast du getan, alte Hexe? Er konnte doch nichts dafür…!!"
„Nun mal immer halblang… ich habe ihn nicht umgebracht, ich habe nur Haru in ihm versiegelt, das ist alles…!!" flüsterte sie halb ermattet und stützte sich schwer auf ihren Stock. Es war ein Wunder dass Tori während dieser auseinandersetzung keine Schleifen geflogen war oder irgendwie ausgebrochen… Cologne hatte die volle Zeit ohne unterbrechung gebraucht und sie bekommen. Hätte sie den Spruch unterbrochen hätte sie nicht gewusst ob sie damit diesen bösen Geist aus seinem maroden Gefängnis befreit hätte.
Ukyo stockte und zuckte etwas zusammen. Ihr Blick glitt hinab zu Ryoga und dann wieder zu Cologne herüber.
„Du … du hast ihn in ihm … versiegelt…?"
„Er war zu schwach dafür… die die reinen Blutes gewesen wären die hätten es geschafft, aber nicht Ryoga und dann noch in seinem Zustand…" antwortete Cologne.
„Du… du willst damit sagen… Haru lebt noch immer in ihm?"
„Nicht so eigenständig wie bei Naku, ich habe ihn ja gerade versiegelt, aber so könnte man es ausdrücken… ja…!"
„Wieso hast du ihn nicht gleich von ihm genommen? Wieso muss er nun mit dieser Last weiterleben? Wieso tust du ihm das an?!" rief Ukyo nun empört.
Cologne neigte den Kopf etwas zur Seite und schüttelte bedauernd den Kopf.
„Es… es tut mir Leid…ich kann keinen so mächtigen Zauberer vernichten und was geschieht wenn Ryoga stirbt, danach mag ich gar nicht zu denken… Aber solange wie er lebt wird er nicht noch einmal von Haru übernommen werden können, das garantiere ich…"
Ukyo hörte diese Worte kaum, ihr Blick galt Ryoga, der auf ihrem Schoss lag und in dessen Inneren ihr persönlicher Albtraum schlummerte. Es würde schwer werden den den sie liebte und gleichzeitig den den sie am meisten Hasste, in einer Person wieder zu finden… aber wie würde es für Ryoga sein… würde er es verstehen? Würde er jemals begreifen was hier vorgefallen war? Was Haru mit ihm anstellen konnte und was Cologne ihm angetan hatte um sein Leben zu retten?
Warum musste der sowieso schon so einsame Junge nur soviel Schmerz und Qual erdulden…?
Bei diesen Gedanken fasste Ukyo einen Entschluss… sie würde bei ihm bleiben, egal was noch kam, egal was noch passierte… sie würde ihn auf seinen Reisen begleiten, sie würde ihn Pflegen, sie würde sich um ihn kümmern, denn das war sie ihm schuldig, für all das was er für sie getan hatte…
Mit diesen Gedanken drückte sie Ryoga noch enger an sich und schloss die Augen während sie flüsterte: „Ich… ich liebe dich…"
- Ende, End, Fin -
...
Das war die komplette Geschichtemit einem Happy End. Ich hoffe sie hat euch gefallen, auch wenn es etwas länger gedauert hat mit dem Hochladen.
Vielleicht liest man sich in einer anderen Fanfiction wieder. Bleibt mir gewogen ^^ LG ChibiShiina
