Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.
Die Originalstory ist von T. G. Kira.
Treffen. Bellas Pov.
Während Edward mich umarmte, blieb die Zeit für mich stehen. Es gab nur ihn und mich auf der Welt. Wir saßen mittlerweile auf dem Fußboden und seine Atmung wurde immer langsamer und er entspannte sich.
Er umarmte mich besitzergreifend, so als ob er Angst hätte, das mich jemand von seiner Seite reißen könnte. Edward gab mir viele kleine Küsse auf den Hals und die Wange und ich hatte meine Arme um seinen Hals geschlungen. Ich wünschte mir nur, dass die Zeit wirklich stehen bleiben würde, so das nie wieder etwas negatives passieren konnte.
Selbstverständlich war das nicht so.
Carlisle kam zu uns und versuchte uns sanft zu trennen. Edward zog mich noch fester an sich.
„Sieh mich an Edward, ich werde nichts tun. Steh bitte auf." Bat Carlisle, als er die Panik in Edwards Augen sah.
Ich wollte aufstehen, aber Edward hielt mich fest.
„Wir sollten aufstehen Edward." Sagte ich sanft. Sobald ich das gesagt hatte, stand er auf und zog mich mit sich zum Bett. Das war das Einzige im Zimmer, was noch intakt war.
Ich hörte wie Carlisle die Pfleger bat zu gehen und er ging hinter ihnen her. Ich wusste, dass er in der Nähe bleiben würde, falls ich ihn brauchte. Aber ich war davon überzeugt, dass dem nicht so sein würde.
Edward zog mich an sich und ich kuschelte mich an seine Brust. Ich war nicht sicher, was jetzt wohl in seinem Kopf vorging.
„Ich hab dich so vermisst. Warum bist du gegangen? Hast du vielleicht...?" Ich ließ ihn nicht ausreden.
„Denk so etwas nicht. Denke nicht, dass ich dich verlassen könnte. Das könnte ich niemals." Sagte ich gegen seine Brust. Ich wollte ihm am liebsten alles sagen, alles was in den letzten Tagen passiert war und wie ich mich gefühlt hatte. Aber das war vielleicht keine so gute Idee.
„Warum bist du dann nicht gekommen? Warum warst du nicht hier, als ich Alpträume hatte? Warum warst du nicht bei mir, als ich deine Wärme brauchte?" Seine Fragen waren keine Vorwürfe, er wollte einfach Antworten und es verstehen. Aber ich hatte keine Antworten.
„Verzeih mir, ich..." Ich biss mir auf die Lippe und wusste nicht, was ich sagen sollte. „Ich liebe dich, glaub mir das bitte." Ich stützte mich ab, um ihm in die Augen zu sehen.
„Ich glaube dir." Murmelte er und zog mich wieder in seine Arme. „Versprich mir, dass du nie wieder gehen wirst. Bitte!"
„Das verspreche ich dir." Versicherte ich ihm und unterdrückte meine Tränen.
Wir verbrachten eine Weile in angenehmen Schweigen. Edward streichelte mein Haar und ich setzte kleine Küsse auf seine Brust. So blieben wir liegen, bis Edward einschlief. Ich wollte ihn nicht wecken und machte mich vorsichtig von ihm los. Ich musste jetzt unbedingt mit Carlisle reden.
Schnell ging ich zu seinem Büro, klopfte an und ging direkt rein.
„Ich hab schon auf dich gewartet und war kurz davor zu kommen, um zu sehen was los ist." Sagte er voller Sorge. „Wie geht es Edward?"
„Er scheint wieder wie immer zu sein. Er fragte mich immer wieder, warum ich ihn verlassen hatte. Bitte Carlisle, sag mir das er nie wieder so sein wird, wie in den letzten zwei Wochen. Ich könnte seine Gleichgültigkeit nicht nochmal ertragen."
„Das kann ich dir nicht versichern Bella. Edward ist im Moment instabil und debil. Wir wissen nicht, was in seinem Kopf vorgeht und er hat in den letzten Wochen viel durchgemacht. All seine unterdrückten Erinnerungen sind wieder da und er muss lernen damit umzugehen. Das du nicht bei ihm sein konntest, hat einen Rückschritt in seiner Heilung verursacht und ich kann seine Reaktionen nicht voraussehen, möchte ihn aber auch nicht wieder unter Medikamente setzten. Sollte er noch mal so einen Rückschlag erleiden, kann ich nicht dafür garantieren, dass er wieder der Alte wird." Erklärte Carlisle.
Ich sah ihn entsetzt an und die Tränen traten mir wieder in die Augen.
„Und man kann nichts machen? Sie nicht und ich auch nicht?"
„Leider gibt es nicht viel was ich tun kann, jetzt hilft nur Geduld. Aber wie es aussieht, kannst du ihm helfen und ich traue mich dich zu bitten, so viel Zeit wie möglich mit ihm zu verbringen. Ich weiß, dass deine Gegenwart ihm hilft glücklich und stabil zu sein."
„Darum müssen sie mich nicht bitten. Ich werde alles für ihn tun, ich habe nur Angst, dass er wieder so einen Anfall bekommen könnte."
„Er hat dir nicht mit Absicht weh getan." Antwortete Carlisle defensiv.
„Das weiß ich. Wovor ich Angst habe ist, dass er mich wieder nicht erkennt. Das er mich wieder vergisst." Erklärte ich schnell.
„Das wird er nicht, aber du musst stark sein. Ich habe dich nicht angelogen, als ich dir gesagt habe, dass seine Genesung langwierig und schwierig ist." Ich nickte nur. „Warum gehst du nicht zurück, bevor er wach wird? Ich muss Esme anrufen und sie informieren wie es Edward geht."
„Oh, wie geht es ihr?"
„Sie macht sich sorgen um Edward, aber ich hoffe das sie die neuesten Entwicklungen beruhigen werden. Es ist nicht gut für Esme sich aufzuregen."
Als ich wieder in Edwards Zimmer kam, schlief er noch und das freute mich. Ich fing an das Chaos das er veranstaltet hatte wieder in Ordnung zu bringen. Es war so schade, dass er all seine Zeichenhefte zerrissen hatte. Alle außer eins. Die Zeichnungen die er von mir gemacht hatte, waren alle noch heil.
Ich stellte das Heft ins Regal und die anderen warf ich in den Müll.
„Tut mir Leid, dass ich das gemacht habe." Hörte ich Edward hinter mir sagen. Ich drehte mich um und sah ihn traurig auf seinem Bett sitzen.
„Ist schon gut, mach dir darüber keine Gedanken. Warum schläfst du nicht noch etwas?"
„Ich bin nicht müde. Ich will nur mir dir zusammen sein, darf ich?"
„Selbstverständlich Edward." Antwortete ich, setzte mich neben ihn und nahm ihn in den Arm.
Wir kuschelten uns zusammen aufs Bett und ich schlief in seinen Armen ein.
Das letzte was ich hörte war wie er sagte. „Geh nie wieder weg."
Das Handy in meiner Hosentasche weckte mich. Schnell holte ich es raus und ging dran.
„Hallo?" Sagte ich mit rauer Stimme.
„Bella! Gott sei Dank! Ich hab mir schon Sorgen gemacht. Wo bist du?" Hörte ich die Aufgeregte Stimme von Alice.
„Entschuldige Alice. Ich habe vergessen dich anzurufen und dir zu sagen, dass ich bei Edward bleibe." Entschuldigte ich mich schnell.
„Ist er...geht es ihm besser?"
„Zumindest weiß er wieder wer ich bin. Das ist gut, nicht?"
„Sehr gut!" Rief sie enthusiastisch. „Ich habe es dir doch gesagt, er wird wieder gesund." Sagte sie dann leicht überheblich.
„Ich weiß nicht Alice." Sagte ich und setzte mich auf. „Ich habe noch immer etwas Angst."
„Das musst du nicht. Er wird wieder der Alte werden, du wirst schon sehen. Gib ihm einen Kuss von mir. Ciao."
„Ciao Alice, Danke für deine Worte."
„Dafür bin ich doch da." Antwortete sie fröhlich und legte auf.
Ich blieb nachdenklich sitzen.
„Wovor hast du Angst?" Fragte Edward sanft.
„Warum sollte ich Angst haben?" Antwortete ich mit einer Gegenfrage und versuchte zu lächeln.
„Du hast gesagt, dass du Angst hast. Wovor?" Bohrte er nach.
„Ich habe vor nichts Angst." Antwortete ich lapidar.
„Ich will nicht, dass du Angst hast. Du sollst glücklich sein. Sag es mir und vielleicht kann ich was tun, damit es dir besser geht."
„Ich habe Angst, dich zu verlieren." Murmelte ich leise, eigentlich wollte ich nicht, dass er es hörte.
„Warum solltest du mich verlieren? Du weißt doch, dass ich dich liebe. Nichts bringt mich von dir weg." Edward legte seine Hand auf meine Wange.
„Ich liebe dich auch." Sagte ich und gab ihm einen Kuss auf die Nasenspitze. Er lächelte mich an und ich war wie geblendet.
„Verlass mich bitte nie." Murmelte ich und kuschelte mich wieder an seine Brust.
Die nächste Woche löschte die zwei vorangegangenen aus. Wir verbrachten so viel Zeit wie möglich zusammen und genossen es einfach. Edward ließ keine Möglichkeit aus mit zu zeigen, wie wichtig ich für ihn war. Und ich ließ ihn keine fünf Minuten aus den Augen. Die Angst das er eine neue Krise haben könnte, hatte ich noch nicht überwunden. Carlisle versuchte mich zu beruhigen er meinte, je mehr Zeit verginge desto unwahrscheinlicher sei ein Rückfall.
Demetri verbrachte seine Zeit damit mich daran zu erinnern, dass ich essen musste und meine Medikamente nehmen musste. Und ich gehorchte ihm nur zu gern. Ich würde nicht zulassen, dass mir noch mal so etwas wie mein Zusammenbruch passierte.
Carlisle schien von Sitzung zu Sitzung mehr Hoffnung zu haben. Er hatte auch allen Grund dazu, wie es aussah, hatte Edwards Krise keine Konsequenzen hinterlassen. Edward war stabil, es ging ihm gut und er war glücklich. Und damit ging es mir auch gut.
Die einzigen Sorge die ich im Moment hatte, war Alice. Ich kannte jetzt ihre Vergangenheit, den Verlust und Schmerz den sie erlitten hatte. Aber so sehr ich es auch wollte, ich konnte ihr nicht helfen. Sie musste sich Jasper stellen und die Wahrheit erfahren.
Aber wie sollte sie sich jemandem stellen, der verschwunden war?
Allerdings wollte ich, dass Alice mir einen Gefallen tat. Edward gab sich die Schuld, weil er ihr nicht hatte helfen können und die Einzige die ihn vom Gegenteil überzeugen konnte, war Alice. Sie erinnerte sich an den Jungen, der in ihr Zimmer gekommen war und hatte zugesagt Heute zu kommen. Selbstverständlich mit dem Einverständnis von Carlisle.
Ich ging mit Alice in die Cafeteria, dort wartet Edward auf uns. Sobald er mich sah, kam er auf uns zu.
Als er vor mir stand, betrachtete er Alice interessiert und ich wusste nicht, was ich machen sollte.
Alice sah ihn mit großen Augen an. Edward legte mir seinen Arm um die Taille und sagte nichts.
„Hallo." Begrüßte ihn Alice.
„Hallo." Antwortete er etwas zögernd. Ich konnte in seinen Augen sehen wie konfus er war. „Du siehst jemandem sehr ähnlich...du siehst aus wie Alice...nur deine Haare sind kürzer als ihre." Fing Edward an und ich schimpfte mit mir selber. Ich hatte nicht darüber nachgedacht, dass er sich vielleicht aufregen könnte.
„Edward Schatz, das ist meine Freundin Alice. Ich habe dir schon von ihr erzählt. Erinnerst du dich?" Edward nickte.
„Sie sieht aus wie Alice."
„Komm Edward, wir setzten uns."
Ich suchte uns einen Tisch in einer abgelegenen Ecke, so das wir uns ungestört unterhalten konnten.
„Edward...Alice...also..." Gott, wie sollte ich es ihm sagen?
„Sie ist die Alice, richtig?" Fragte er ruhig.
„Ja Edward, sie ist die Alice." Er schien es gut aufzunehmen.
„Ich erinnere mich an dich." Sagte jetzt Alice. „Du bist eine Nacht in mein Zimmer gekommen, hast geweint und wolltest mir helfen. Das habe ich niemals vergessen." Alice liefen jetzt die Tränen über die Wangen. „Danke."
„Ich bin ja so froh, dass es dir gut geht." Edward standen jetzt auch die Tränen in den Augen. „Ich habe immer gedacht, dass..."
„Nein Edward, sag das nicht." Unterbrach ich ihn.
„Du hattest keine Schuld Edward. Ich möchte mich nur dafür bedanken, dass du dich um mich gesorgt hast." Sagte Alice, stand auf und umarmte Edward. Edward ließ es zu und sah glücklich aus.
Ich beobachtet die Beiden schweigend. Edward schien sich wohl zu fühlen und hatte ausgesprochen ruhig auf die Begegnung mit Alice reagiert. Das musste ich nachher sofort Carlisle berichten.
Wir blieben noch eine Weile zusammen sitzen und unterhielten uns über Belanglosigkeiten, bis Alice meinte, dass sie gehen müsste. Wir wollten Edward nicht gleich zu viel zumuten.
„Danke das du gekommen bist." Sagte ich zu ihr.
„Es ist schön dich und auch ihn zu sehen. Bis bald Edward. Ich verspreche dir, dass ich dir bald einen Schokoladenkuchen backen werde." Kam es fröhlich von Alice.
„Ich kann es kaum erwarten." Edward strahlte sie an. Ich konnte sehen, wie erleichtert er war Alice zu sehen. Wie glücklich er darüber war, zu wissen das es dem Mädchen, um das er sich so gesorgt hatte, gut ging. Alice ließ uns etwas Raum, damit wir reden konnten.
„Wie fühlst du dich?" Fragte ich und nahm seine Hand.
„Glücklich und zufrieden. Es ist schön das es Alice gut geht und ich das jetzt weiß. Danke das du sie hierher gebracht hast." Antwortete Edward.
„Ich muss zugeben, dass ich ganz schön Angst vor deiner Reaktion hatte. Ich wollte nicht das du..." Ich wollte nicht, dass er eine neue Krise hatte. Irgendwann würde ich ihm die genauen Umstände von der Rettung von Alice erklären.
Ich bat ihn in der Cafeteria zu warten, während ich Alice zum Ausgang begleitete.
Und in der Halle trafen wir die Person, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
„Alice..." Murmelte Jasper, als er sie sah. „Ich wusste doch, dass du es warst." Er schien überrascht und erleichtert zu sein sie zu sehen.
Aber Alice war das genaue Gegenteil von ihm. Sie wirkte erschrocken und defensiv, so las ob sie gleich davon laufen würde.
