/Sunrise/
2009
/Kyto2/: Flynn?
/SFlynn/: Sam.
/Kyto2/: ok
/SFlynn/: wie läuft's Kay?
/Kyto2/: gut. Die Neuerungen, die Susan eingeführt hat, sind klasse. Die Leistung des Systems ist zwar bei weitem nicht maximal, aber die Programme sind glücklich mit ihrer Administratorin und du sagtest ja, dass dir diese Art der Perfektion ohnehin nicht so wichtig ist, also...
/SFlynn/: Und Tron?
/Kyto2/: Tron's Reboot wird noch etwas dauern, immerhin war er sehr geschwächt, als wir ihn gefunden haben. Seine Kräfte aber sind erstaunlich. Bald wird er wieder so fit wie früher und ganz der alte sein, so wie die umprogrammierten Wächter. Glaubst du, er wird sich an alles erinnern? Also an alles davor und als Rinzler?
/SFlynn/: Vielleicht nicht an alles, aber ich schätze, Susan und die anderen werden ihn an das Wesentliche erinnern wenn nötig. Wie geht's ihr btw?
/Kyto2/: Sie ist meistens gestresst. Der Job ist nicht gerade das, was man einer Kämpfernatur zumuten sollte, aber sie kommt damit klar, besonders jetzt wieder.
/SFlynn/: Sie macht einen fantastischen Job, kannst du ihr ruhig ausrichten.
/Kyto2/: Sie wird sich darüber freuen. Weißt du, sie hat dich wirklich in ihr Herz geschlossen. Susan ist dir so dankbar für alles. Wir alle sind das.
"Sam?"
'Beim Klang von Quorra's Stimme zuckte er zusammen und drehte sich um. "Ja?"
"Alan ist hier. Wir können jetzt fahren.", sagte sie mit einem sanften Lächeln.
"Okay, eine Sekunde noch."
Sie nickte und ging wieder die Treppen hoch zur Spielehalle.
/SFlynn/: Ich muss jetzt Schluss machen. Gibt's noch was wichtiges?
/Kyto2/: Wann kommst du zurück? Ich weiß, das mit der Zeitverschiebung ist anstrengend für dich, aber während bei dir erst eine Woche seit CLU's Sturz vergangen ist, ist es bei uns schon ein ganzer Zyklus.
/SFlynn/: Ich werde mich bemühen heute noch zu kommen.
/Kyto2/: Klasse!
/SFlynn/: Ciao Kay
/Kyto2/: Bis bald! Lang leben die User!
/SFlynn/ offline
Sam rieb sich über die Augen, blieb noch einen Moment sitzen und folgte Quorra dann.
Draußen stand Alan mit seinem Wagen und wartete auf ihn. Quorra saß auf dem Rücksitz mit einem kleinen Blumenstrauß auf ihrem Schoß, den sie sanft lächelnd bewunderte.
"Gefällen sie dir?", fragte Sam, während er auf der rechten Seite des Wagens neben Alan einstieg.
"Mhm..." Quorra strich fasziniert über die blauen und weißen Blütenblätter.
"Sternhyazinthen waren Susan's Lieblingsblumen.", erklärte Alan lachend beim Starten des Motors. "An ihrem Geburtstag haben dein Vater und ich ihr immer einen Strauß gekauft. Sie tat jedes Mal ganz überrascht, obwohl sie sich ohnehin sicher war, dass wir ihr welche kaufen. Ach, du hättest sie erleben sollen, sie hätte dir gefallen. Ihr seid euch in manchen Aspekten recht ähnlich, weißt du?"
Sam sah aus dem Fenster und lächelte.
Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete er die aufgehende Sonne, die alles um sie herum in ein gold glänzendes Licht tauchte. Er hielt einen Umschlag in den Händen und strich mit den Fingern leicht über dessen Kanten.
"Du... hast dich in der letzten Woche ziemlich verändert, Sam.", riss Alan ihn mit leiser Stimme, sodass Quorra ihn nicht hören konnte, aus seinen Gedanken. "Dass du mit mir dorthin fahren wolltest, hat mich ehrlich gesagt überrascht."
"Naja, ich hab... alte Fotos gefunden und den Brief.", antwortete er.
Alan seufzte. "Ach ja, Susan's Briefe."
Unwillkürlich berührte er das Handschuhfach, in dem er seine alte Brille nun schon seit etwa 20 Jahren aufbewahrte.
Als die drei ausstiegen, sagte Sam kleinlaut: "Geh bitte voran. Ich weiß leider nicht mehr genau, wo-"
"Schon gut, Junge." Alan klopfte ihm nur auf die Schulter.
Langsamen Schrittes ging er vorraus und Sam, mit dem Umschlag in der Hand, und Quorra mit dem Bouquet folgten ihm. Sie staunte mit großen Augen über die hohen Bäume, das grüne Gras und die hübsch verzierten Steine mit den verschiedensten Namen drauf.
Endlich erreichten sie das Grab, das Sam unbedingt besuchen wollte. Alam hielt seine eigenen Hände fest, während er sprach: "Guten Morgen, Sue. Es ist schön wieder hier bei dir zur sein. Lora hat es heute leider nicht geschafft. Aber schau, dafür habe ich dir dieses mal jemand anderes mitgebracht. Sam und seine neue Freundin Quorra."
Behutsam legte sie den Blumenstrauß auf die Grünfläche vor dem Grabstein, zupfte noch kurz darauf herum, dass er auch wirklich perfekt aussah, und stellte sich dann wieder neben Sam.
"Hey, Tante Sue.", sagte er leise. "Es tut mir Leid, dass ich so lange nicht hier gewesen bin. Das letzte Mal war glaube ich... als ich 10 war, oder so. Auf jeden Fall freue ich mich jetzt bei dir sein zu können. Auch wenn ich dich nicht so oft besucht habe, habe ich dich nie vergessen. Alan und Dad haben mir die verrücktesten Sachen von dir erzählt." Sie lachten leise, bevor Sam fortfuhr. "Du scheinst echt cool gewesen zu sein, echt toll..." Er hockte sich hin, öffnete den Umschlag und legte den Brief, den sie ihm kurz vor ihrem Tod hinterlassen hatte, auf das saftig grüne Gras. Als er ihn glatt strich, fielen ihm noch ein paar der letzten Worte darauf ins Auge: 'ich lebe'.
Alan lächelte. "Wenn du nur sehen könntest, wie sehr wir dich vermissen, Susan..." Er legte seine Hand auf den Grabstein. "Ruhe in Frieden, meine Freundin. Ich hoffe, du bist glücklich, da wo du jetzt bist."
Mit diesen Worten schlenderte er über den Friedhof zurück zum Auto.
Quorra hakte sich bei Sam ein und drückte sich selbst leicht an ihn. Lächelnd flüsterte er: "Das ist sie."
Zusammen folgten sie Alan.
Vögel zwitscherten. Blätter rauschten in der leichten Brise von Wind. Die Sonne schien hell und beleuchtete den Grabstein mit dem Namen der Frau, die in ihrer Welt eine Heldin war: Susan Gifford
