Disclaimer: Twilight von Stephenie Meyer.
Rating: M.
Felix
Ihre Lippen waren pure Magie. Warm und heiß auf meiner bloßen Haut, auf meinem Bauch, um meinen Schwanz. Ihre Hände waren auf meinen Schenkeln, liebkosten meinen Lenden, meine Hoden. Ihre flinke Zunge bewirkte wahre Wunder. Irgendwie so musste es sich anfühlen, von einem Engel langsam zu Tode gefoltert zu werden.
Ich konnte jede einzelne Geschmacksknospe auf Ginas Zunge fühlen, als sie langsam über meinen Schaft leckte, dann meine Eichel mit ihren warmen Lippen umfing und ein klein wenig in ihren Mund sog. Ihre Zungenspitze leckte über den Spalt, fing meinen Lusttropfen auf.
Ginas „Hmmmmm…" vibrierte durch meinen ganzen Körper.
Ich musste mit aller Macht dagegen ankämpfen, nicht jetzt schon zu kommen.
Gina schloss ihre Hand um meine Hoden, massierte sie langsam.
Noch nicht –
Ihre Lippen wanderten meiner Peniswurzel entgegen, und als ich dachte, sie würde ihre Hand zu Hilfe nehmen, sog sie mich stattdessen weiter in ihren Mund –
Jetzt noch nicht –
und schluckte um mich –
Atme, Felix, denk' an etwas anderes –
nahm mich mit der ganzen Länge auf –
So gut, wahnsinnig gut, so erregend, ihre Zunge, ihre Hände, ihr warmer Mund –
schluckte wieder –
So kurz davor, verdammt, viel zu früh –
Gerade als ich glaubte, es nicht länger hinauszögern zu können, sank Gina auf ihre Fersen zurück, ließ meinen Penis langsam über ihre Lippen gleiten. Ich fühlte ihren Atem auf meiner nassen, überempfindlichen Haut.
„Gefällt dir das?", fragte sie fast schüchtern.
Nicht kommen, nicht kommen, nicht auf ihr Gesicht –
„Ja…", keuchte ich auf.
Ein paar Atemzüge später war ich ruhiger, konnte ein wenig mehr genießen, was Gina mit mir anstellte.
Sie nahm meine Hand, legte sie auf ihrer Schulter ab und hielt mich dann an der Hüfte fest. Ich versuchte, nicht grob oder hastig zu sein, als ich ihren Kopf über meinen Penis führte.
Ich wollte sie so sehr, dass es fast weh tat, ein süßer Schmerz in all meinen Knochen –
Ginas Zunge umkreiste meine Eichel, ihre Lippen schlossen sich fest darum, saugten mich in ihren Mund, ließen mich wieder frei, sogen mich wieder in ihren warmen Mund.
Gina benutzte jetzt auch ihre Hand, um meinen Schaft langsam zu massieren, auf und ab.
Sie masturbierte mich, leckte dann mit der Zungenspitze über meinen Penis hinab, küsste meine Hoden, saugte ein wenig mit ihren Lippen, während ihre Hand sich unablässig über meinen Schaft bewegte, auf und ab.
Ich keuchte inzwischen bei jeder einzelnen Berührung.
Gina stieß wieder ein „Hmmm…" aus; ihr Atem strich über mein Gemächt. Ihre Zunge glitt bis zu meiner Eichel hinab, leckte den Spalt. Dann nahm sie mich wieder mit der ganzen Länge in ihren Mund auf, wie ganz am Anfang, schluckte um mich, schluckte –
Ich knurrte vor Lust, starb tausend Tode, als Gina mit einem Knurren antwortete.
Ich fühlte das vertraute Ziehen in den Hoden, mein Körper erbebte und ich kam tief in ihrer Kehle.
Gina setzte ihre Liebkosungen fort, bis mein Orgasmus verebbt war. Erst dann kniete sie sich hin, fuhr sich mit der Zungenspitze über die Lippen – wie sexy sie war!
Sie spuckte nicht aus, im Gegenteil, sie sah aus, als sei sie stolz auf sich selbst.
Ich begehrte sie schon wieder, wollte sie wieder auf meinem Körper fühlen, doch nicht einmal ich hätte jetzt sofort wieder einen Ständer bekommen können.
Ich lehnte an der gefliesten Wand, atemlos, noch ein wenig neben mir. Gina stand auf, schloss ihre Arme um meine Taille, kuschelte ihren Kopf an meine Brust.
„Das war der Wahnsinn!", lachte sie nach ein paar Momenten leise, drehte sich ein wenig, bis wir Brust an Brust waren, und sah mich von unten an.
„Sollten das nicht meine Worte sein?", fragte ich. Meine Stimme klang rau.
„Nein, ich meine – Ich muss nicht mehr atmen, kein Würgereflex mehr… Ich kann einfach alles mit dir tun, was ich will!" Ginas glückliches Grinsen verriet mir, dass sie sich wirklich darüber freute.
„Danke.", war alles, was mir einfiel.
Gina sah mich verdattert an. Dann grinste sie: „Du musst dich nicht für Sex bei mir bedanken, Liebster. Das habe ich gern getan."
Sie hat mich Liebster genannt!
„Willst du, dass ich… dir den Gefallen erwidere?" Ich musste mich auf die Innenseite meiner Backen beißen, um mir nicht bei dem Gedanken, wie Gina schmeckte, über die Lippen zu lecken.
„Hm…" Gina schmunzelte und spielte mit einer Haarlocke, die über ihren Busen herab fiel.
Ich verspürte den Wunsch, sie hochzuheben, meinen Mund auf ihre Brust zu pressen, ihre Nippel zu lecken, bis ich wieder konnte, sie hart zu nehmen –
Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, nahm mein Gesicht in beiden Hände und gab mir einen langen Zungenkuss.
Es hatte mich schon immer erregt, mich selbst auf den Lippen einer schönen Frau zu schmecken… Und zu wissen, dass Gina es aus Liebe getan hatte, dass sie selbst daran Gefallen gefunden hatte, war eine überaus lustvolle Vorstellung.
Ich blinzelte, als Gina plötzlich aus meinen Armen verschwunden war.
Sie stand einige Schritte von mir entfernt in der Mitte des Badezimmers, splitternackt, glänzende Wassertropfen auf ihrer Haut.
„Erinnere dich daran für den Anfang unseres nächsten Mals."
Hatte ich gerade richtig gehört?
Gina schlenderte mit wiegenden Hüften an den Schrank, wo die Handtücher lagen, und wickelte sich in das oberste. Sie drehte ihren Kopf über die Schulter zurück, warf mir eine Kusshand zu, dann war sie aus dem Bad verschwunden.
Was für ein Luder!
Ich konnte nichts anderes, als über sie zu staunen.
Ganz allein mein Luder. Ich grinste wie ein Idiot.
Rasch beendete ich meine Dusche, drehte das Wasser auf kalt – nicht, dass es half – denn zu wissen, was wir das nächste Mal tun würden, war verlockend genug, als dass sich mein Penis wieder regte –
Denk an was anderes, denk an –
Chewbacca! Genau, denk an Chewbacca!
Wieso war mir das vorhin nicht eingefallen, als –
Verdammt!
Chewbacca, Chewbacca, Chewbacca…
Ich hörte, wie Gina begann, ihre Haare trocken zu föhnen.
Reiß dich zusammen, Felix, abtrocknen und anziehen.
Mit dem Handtuch um die Hüften stand ich gleich darauf vor dem angelaufenen Spiegel, wischte mit der Hand über das Glas, bis ich mich selbst betrachten konnte.
Die Stelle, in die Gina vorhin ihre Zähne gegraben hatte, sah schon danach aus, als ob die Haut zu heilen begonnen hatte. Ihr Gift hatte schon begonnen, sich in meinem toten Fleisch zu verteilen. Es juckte und brannte, wo Gina mich gebissen hatte.
Ich wusste, dass es nur noch schlimmer juckte, wenn ich den Biss kratzte, aber ich konnte nicht anders.
Gina streckte ihren Kopf durch den Türspalt und ich nahm hastig meine Hand herunter.
„Wo bleibst du denn? Hier, ich habe dir Kleidung herausgesucht." Gina blieb mit einem Wäschestapel in der Hand neben mir stehen. „Die Cullens haben für uns die die Kleiderschränke aufgefüllt. Ist das nicht furchtbar nett von ihnen?"
„Ja, echt nett.", murmelte ich. Elendes Jucken…
Gina sah wirklich scharf aus in dem kurzen Kleidchen, das sie trug. Ein leicht schillernder Stoff, irgendeine Art von Dunkelgrün, für das ich keinen Namen wusste, das gleichzeitig auch Blassweiß war, wie eine lebendige Pflanze. Es war nicht mal knielang, zeigte viel von Ginas schlanken, muskulösen Beinen; ärmellos, mit breiten Trägern, tiefer V-Ausschnitt, unter der Brust eine breite schwarze Schleife, ihre Brüste emporgehoben wie zwei reife Äpfel…
„Felix?"
„Hm?"
„Hast du noch immer nicht genug von meinen Brüsten?"
„Niemals."
Gina lehnte sich an mich, bog dabei ihren Oberkörper so weit zurück, dass ihr Busen besonders gut zur Geltung kam. Wir klammerten uns aneinander, unsere leicht geöffneten Münder Millimeter von einander entfernt, den Kuss hinauszögernd bis zum letzten Moment. Wir keuchten, als unsere Lippen sich endlich fanden, unsere Zungen tanzten.
Ich jubelte innerlich, als Ginas Hände das Handtuch um meine Hüften zu lösen begannen. Der Stoff fiel zu Boden und Gina schloss ihre Hände um meine Pobacken, knetete sie ein wenig. Ich drängte näher an sie, meine Lippen begierig auf ihren.
Ein scharfer Klaps auf meinen Hintern ließ mich aufschrecken.
„Zieh' dich an, Felix." Gina löste sich aus meinen Armen, zog streng eine Augenbraue hoch. „Wird's bald?" Mit dem Kinn deutete sie auf den mitgebrachten Kleiderstapel.
Wie heiß!
Meine Gedanken sprangen zu einer Fantasie, Gina als Lehrerin, die mir den nackten Hintern mit einem Lineal versohlte –
„Gina?"
„Was ist denn jetzt?" Sie lächelte und schüttelte den Kopf über mich, ihre Augen überall auf meinem nackten Körper.
„Ich liebe dich."
Ihre Augen leuchteten, als sie grinste und erwiderte: „Ich liebe dich auch, Felix."
Hemd und Hose, die Gina für mich hereingebracht hatte, waren ebenso sehr nach meinem Geschmack, wie mir ihr Kleid gefiel. Die Sachen waren neu, ich konnte wittern, dass sie zwar gewaschen, aber noch nie von jemandem getragen worden waren. Einer unter den Cullens schien ein Talent zu haben, vorteilhafte Kleidung für andere auszusuchen.
Als ich angezogen war, stellte ich dankbar fest, dass der Hemdkragen den Biss verdeckte.
oOoOoOo
Zwischenbemerkung:
Ich jubelte innerlich, als Ginas Hände das Handtuch um meine Hüften zu lösen begannen.
An der Stelle fing in meiner Playlist Jackson Rathborn an zu singen: „Free, free, free the beast!" … 100 Monkeys – Reaper.
oOoOoOo
Felix
Natürlich starrte uns jeder der Anwesenden an, als wir ins Wohnzimmer kamen.
Nessie und Jake, die jetzt gemeinsam an ihren Hausaufgaben saßen, waren die einzigen, die nicht sofort wieder wegsahen. Jake sah angewidert aus, Nessie dagegen lief dunkelrot an und konnte ein Grinsen kaum unterdrücken.
Okay, wir waren also ein wenig… laut gewesen.
Im Fernseher liefen Sportnachrichten; neben Emmet lag auf einem Sofakissen die Fernbedienung.
Gina zog mich an der Hand zu einem Sessel, ließ mich Platz nehmen und setzte sich dann auf meinen Schoß. Dann nahm sie auch noch meine andere Hand und wickelte meine Arme mit ihren um ihren Bauch.
Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf den Duft ihres Haares. Meine Nervosität kochte wieder auf. Ich versuchte ruhig zu bleiben, indem ich meine Atemzüge zählte. Ginas Daumen malte kleine Kreise auf meinem Handrücken. Ich zählte auch die Kreise. Und das Ticken der Uhr, während die Sekunden quälend langsam verstrichen.
Zuerst kniff ich Kopf und Schulter zusammen, weil mir der juckende Biss unangenehm war, später ertappte ich mich immer wieder, dass ich mein Hals kratzte.
Edward sah mich mit einem Gesichtsausdruck an, den ich als leichten Ekel interpretierte.
Es machte mich wütend.
Deine Frau war vor nicht allzu langer Zeit eine Neugeborene, du weißt, wie das ist! Als ob ihr euch noch nie gebissen hättet!
Als ich zu ihm sah, glaubte ich, so etwas wie Schuld in seinen Zügen zu entdecken.
Wieso fühlst du dich schuldig, weil du deine Gefährtin gebissen hast?
Edward sagte statt einer Antwort: „Carlisle ist bald da."
Wenig enthusiastisch murmelte ich: „Yeah, Frühstück."
Edward fuhr fort: „Gina, Carlisle möchte, dass du außerhalb des Hauses bist, wenn er mit dem Blut kommt. Und Felix hält es auch für besser."
Danke, ich kann für mich selbst sprechen! Und woher willst du überhaupt wissen, was ich will, wenn ich den Gedanken selbst nicht mal bis zum Ende gedacht habe?
Ich war irritiert, dass ich dieses Mal Auskunft erhielt, wenn auch von Alice: „Weil Edward gesehen hat, dass ich gesehen habe, dass Bella, Jasper und ich mit Gina so lange nach draußen gehen."
Alice sprang auf und blieb vor mir und Gina stehen. „Gina, du musst mir unbedingt verraten, ob dir die Kleider gefallen, die ich für dich ausgesucht habe!"
„Sie sind alle hübsch, danke, Alice." Gina stand auf und ich hielt sie an der Hand zurück. Ich küsste sie, flüsterte: „Pass' auf dich auf, amicula."
„Wenn ich zurückkomme, bist du wieder ganz du selbst, Felix." Gina lächelte. „Du wirst schon sehen. Ti amo."
oOoOoOo
„Blut ist ein ganz besondrer Saft."
Faust I, Vers 1740: Mephistopheles
Felix
Als ich Carlisles Büro betrat, stand auf seinem Schreibtisch einer der Behälter, die in Krankenhausserien für den Transport von Organen verwendet wurden.
Schon durch die Wand der Kühlbox und die Plastikbeutel hindurch konnte ich riechen, wie schal und abgestanden das Blut war. Nicht frisch. Kalt. Tot.
Der Geruch ekelte mich und ich versuchte mir vorzusagen, dass es notwendig war, dass ich das Zeug trank. Ich wollte bei Gina bleiben. Ich hatte keine andere Wahl. Ich musste es trinken.
Ich setzte mich auf einen der Stühle vor dem Schreibtisch und sah zu, wie Carlisle den ersten Plastikbeutel aus der Box nahm.
Ich fühle mich seltsam distanziert. Ich hatte nicht den Wunsch, ihm die Blutkonserve aus der Hand zu reißen, wie ich es mit lebendiger Beute getan hätte. Hätte er mir einen Menschen hingehalten, hätte ich darum bis zum Äußersten gekämpft.
Carlisle erkundigte sich, ob ich eine Tasse wollte. Ich zuckte mit den Schultern.
Schon eine ziemliche Weile her, dass ich Geschirr benutzt hatte.
„Soll ich es für dich wärmen?"
„Ich glaube nicht, dass es einen Unterschied macht. Es riecht abscheulich."
Dennoch stand bald darauf eine weiße Porzellantasse vor mir, gefüllt mir Blut, frisch aus der Mikrowelle.
Ich erkannte den Geruch von menschlichem Blut, aber es hatte nichts Verlockendes an sich. Wie der Geruch, der am Tag nach einer ausgiebigen Mahlzeit in der Großen Halle von Volterra in der Luft hing. Verdorben.
Meine Kehle brannte, aber sie brannte nur, weil ich schon seit Tagen in Flammen stand.
Von draußen hörte ich Nessies Schritte auf dem Teppich, dann klopfte sie kurz an der Tür und streckte ihren Kopf herein. „Darf ich reinkommen?", fragte sie mich. „Ich würde gerne wissen, ob es dir hilft."
Ich war einen Moment lang so erleichtert, dass Nessie meinen ersten Schluck hinauszögerte, dass ich sagte: „Komm rein. Es war ja deine Idee."
Carlisle runzelte kurz die Stirn, doch er äußerte sich nicht.
Und Edward hätte seiner Tochter mit Sicherheit verboten, hierher zu kommen, wenn er meinetwegen Bedenken gehabt hätte. Falls er glaubte, dass mich der Blutgeruch angriffslustig werden ließ.
Nicht dieses Blut, diese stinkende, abscheuliche Brühe –
Ich zögerte, den Becher zu ergreifen. Ich war hungrig, ja, aber es widerstrebte meiner Natur genau so sehr, totes Blut zu mir zu nehmen. Es musste lebendig sein, um das Brennen in meiner Kehle zu lindern.
Als ich die Tasse endlich hielt, war ich noch immer unschlüssig. Das Blut – es hatte die Farbe von Blut, meine Augen erkannten die einzelnen Blutkörperchen, es bewegte sich so träge wie Blut es tat, viel dicker als Wasser…
Ich tue es für Gina, für Gina, für Gina! sagte ich mir.
Und dann: Augen zu und durch.
Ich setzte die Tasse an die Lippen und sog einen Schluck ein. Es war widerlich und kalt auf meiner Zunge, hatte schon wieder an Temperatur verloren, aber ich schluckte trotzdem. Für einen Moment dachte ich, es würde wohl doch nicht so schlimm werden, wie ich befürchtet hatte.
Mein Hals brannte noch immer. Es fühlte sich nicht an, als würde der eine Schluck helfen. Ich würde mehr trinken müssen.
Ich setzte das Porzellan wieder an die Lippen, füllte meinen Mund, schüttelte mich vor Ekel, als das kalte Blut meine Kehle hinab rann.
Noch ein Schluck. Trink noch einen.
Los, Felix, du kannst das…
Dann begann sich mein Körper dagegen zu wehren.
Ich schaffte es gerade noch, den Becher auf dem Schreibtisch abzustellen, ehe mich der plötzlich einsetzende Brechreiz schüttelte. Ich würgte, ich fühlte, wie sich mein Magen zusammenkrampfte, meine Hände tasteten nach meinem Hals, mein Körper krümmte sich in den Konvulsionen.
Ich wollte fluchen, doch konnte es nicht.
„Versuche, ruhig zu atmen.", hörte ich Carlisles Stimme.
Ich war nicht in der Lage zu atmen, wusste nicht wie. Obwohl mir bewusst war, dass ich den Sauerstoff ja gar nicht brauchte, empfand ich dennoch Beklemmung. Als sei ich in meinem eigenen Körper gefangen. Mein Körper, der sich gegen das wehrte, was ich mit ihm anstellte.
Eine warme Hand auf meinem Rücken, kleine streichelnde Bewegungen. Nessie.
„Vergiss das Atmen. Denk' an etwas anderes, etwas Schönes."
Gina.
Ich wollte daran denken, dass Gina mich hielt, nicht Nessie, dass es ihre Hand auf meinem Rücken sei, dass sie diejenige war, die leise „Ssssch, ssssch, alles ist okay." wisperte.
Halt mich fest, Gina, bleib bei mir –
Doch als die nächsten Krämpfe einsetzten, als ich fühlte, wie das Blut und das Gift aus meinem Magen meine Speiseröhre hinauf krochen, war jeder Gedanke an Gina weggewischt.
Würde Carlisle sehr wütend sein, wenn ich auf seinen Teppich kotzte?
Ich schämte mich ob meiner Schwäche, weil Carlisle und Nessie sehen konnten, wie erbärmlich ich war, nicht in der Lage, meine Körperreaktionen zu steuern. Ich empfand es als umso demütigender, da ich seit Jahrhunderten keine Schwäche und kein Gebrechen mehr gekannt hatte.
Es sei denn, wenn Jane mich gefoltert hatte, dann…
Manchmal gelang es mir dann, den Schmerz durchzustehen, indem ich mich an der Realität festklammerte, an Boden, auf dem zuckend und schreiend lag… Vielleicht half mir das ja auch jetzt.
Ich spürte, dass meine Füße noch immer auf dem Boden standen und mein Hintern noch immer auf einem Stuhl saß. Ich konzentrierte mich auf den Druck von Nessies Hand auf meinem Rücken. Ich stellte mir vor, wie ich Nessies Hand sah, die langsam auf und ab strich.
Die Krämpfe ließen ein wenig nach. Sie hatte sogar Recht; es war weniger schlimm, wenn ich nicht zu atmen versuchte, wenn ich meine Lunge und meine Kehle nicht anstrengte.
„Geht's wieder?", fragte sie nach einer Weile.
Ich nickte.
Nessie ließ mich los und lehnte sich mir gegenüber an den Schreibtisch. Sie betrachtete die blutgefüllte Tasse, und plötzlich streckte sie den Finger aus, streift ein wenig Blut vom Rand der Tasse.
Carlisle rief: „Nessie, nicht!"
Aber Nessie hatte den Finger schon mit der Zungenspitze abgeleckt.
Carlisles ganzer Körper wirkte wie eine erstarrte Salzsäule.
Dann zuckte Nessie mit den Schultern. „Hm. Es ist wirklich nicht gut." Ihr Blick ging zu ihrem entsetzten Großvater.
„Oh Himmel, Grandpa!", schnaubte sie. „Ich habe doch auch als Baby Menschenblut getrunken und bin nicht süchtig danach! Und ich habe ständig Jake gebissen und will ihm trotzdem nicht an die Gurgel!"
Carlisle öffnete den Mund, als wolle er etwas sagen, brachte aber kein Wort über die Lippen.
„Du hast wirklich Jakes Blut getrunken?" Ich schüttelte mich und für Momente war ich von meinem Brechreiz abgelenkt.
„Nicht wirklich getrunken." Nessie zuckte mit den Schultern. „Ich habe ihn eben gebissen, weil ich es als Baby nicht besser wusste."
„Warum hat es dir nicht geschadet? Es heißt, Werwolfblut würde Vampire töten." Das hatte man uns immer erzählt, doch ich hatte nie miterlebt, wie ein Vampir von einem Werwolf getrunken hatte, geschweige denn, daran verendet war.
„Jake ist Gestaltwandler, kein Werwolf!" Es klang, als würde Nessie es als persönliche Beleidigung sehen, dass ich ihren Freund einen Werwolf genannt hatte. „Vielleicht deshalb.", fuhr sie fort. „Vielleicht auch, weil ich zur Hälfte Mensch bin. Das ist wohl auch der Grund, warum ich Menschblut nicht mag. Ich meine, wer trinkt schon sein eigenes Blut?"
Ich lachte verlegen.
Ja, wer, abgesehen von Vampiren…
Nessie errötete, als sie den ganzen Sinn ihrer Worte erfasste.
Während ich gelacht hatte, war mir ein Atemzug gelungen. Eine Weile konzentrierte ich mich darauf, einfach nur regelmäßig zu atmen. Ich hatte die wenigen Schlucke Blut bei mir behalten. Was bedeutete, dass ich es auch beim zweiten Versuch schaffen würde.
Ich muss es schaffen.
„Soll ich es nochmals aufwärmen?", bot Carlisle an, als ich den Becher wieder in die Hand nahm.
Ich schüttelte den Kopf. „Es schmeckt wärmer auch nicht wie es sollte."
Die nächste halbe Stunde verbrachte ich mit Trinken, Würgen, Trinken, Würgen.
Die ganze Zeit über lag Nessies kleine, warme Hand auf meiner Schulter.
Als Carlisle fragte, ob ich noch einen Blutbeutel wollte, schüttelte ich den Kopf. Er begann, die Sachen von seinem Schreibtisch zu räumen.
„Lass' dir so viel Zeit, wie du brauchst, Felix." Carlisle schien instinktiv zu begreifen, dass es mir peinlich war, mich so schwach zu zeigen. Mit dem Blutköfferchen verließ er sein Büro mit dem Hinweis, er gehe zu Esme.
Nessie blieb noch bei mir, setzte sich jetzt aber auf den Stuhl mir gegenüber, den sie näher schob.
Ich fühlte mich so elend, dass ich nicht glaubte, das Blut bei mir behalten zu können, wenn ich jetzt gleich aufstand. Die Magenkrämpfe dauerten noch an.
„War doch gar nicht so schlimm, oder?" Sie lächelte, wollte mich aufmuntern.
Ich zog es vor, lieber nicht den Mund zu öffnen, nickte nur. Eine genickte Lüge. Es wäre unhöflich, ihr auf die Schuhe zu kotzen, nachdem sie mir so lange Mut gemacht hatte.
Zum ersten Mal ahnte ich, dass es genau diese Fürsorge, das Für-einander-da-sein war, das die Cullens nicht zu einem Clan, sondern zu einer Familie zusammenschweißte.
Der Gedanke, dass ich selbst so etwas haben hätte können, statt 1800 Jahre lang ein Sklave der Volturi gewesen zu sein, ließ Wut in mir aufkochen.
Plötzlich wusste ich, dass ich mir nicht erlauben konnte, so ein Schlappschwanz zu sein. Das tote Blut zu trinken war meine einzige Chance. Ich musste stark sein, wenn die Volturi kamen, stark sein, um Gina zu verteidigen. Ich musste es schaffen. Musste.
„Danke, dass du geblieben bist.", sagte ich zu Nessie und bildete mir dabei ein, meine Stimme zittere nicht, obwohl mir noch immer hundeelend war.
o0o o0o o0o
Das nächste Kapitel taucht ab in Felix' dunkle menschliche Vergangenheit. Stay tuned!
PS: Some feedback would be nice.
