„Ähm okay, ist er schon da?" fragte Sam.

„Ist er und das schon seit über einer Stunde, die Telefone laufen heiß. Abmarsch und zwar sofort!"
„Wir kommen ja schon", grummelten sie und folgten der aufgebrachten Lehrerin. Ihre Freunde sahen ihnen noch kurz nach, bevor jeder zu seiner Klasse ging.

Im Sekretariat wurden sie sofort durchgewunken. Als sie die Türe von Mr. Pamers öffneten, sah ihnen der schon recht verzweifelt entgegen. „Jungs, schön dass ihr da seid, setzt euch bitte", rief er gezwungen freundlich.

„Also, ich wurde gestern Abend von einem aufgebrachten Elternvertreter davon abgehalten zu Bett zu gehen und heute morgen gleich wieder von einem anderen aufgeweckt, der eine sofortige Erklärung von mir wollte, warum ich Inzest an meiner Schule dulde."

Bei jedem Wort wurden die Jungs kleiner auf ihren Sesseln. „Hättet ihr die ganze Sache nicht etwas langsamer angehen können", fragte der Direktor jetzt und schaute sie sehr gestresst an. „Ja und wie bitte? Es hätte ja schon gereicht wenn es einer gesehen hätte, dann wüssten es halt spätestens heute alle. Egal wie wir es gemacht hätten, es hätte sowieso Ärger gegeben", entgegnete Sam gleich.

„Wir wollen uns nicht mehr verstecken. Hätte uns jemand überrascht und es so rausgefunden, wäre alles außer Kontrolle gelaufen. So hatten wir die Situation in der Hand, naja, fast", meinte Dean.

Mr. Pamers nickte. „Gut ich weiß, es gibt keine gute Möglichkeit so etwas zu verbreiten. Ich werde morgen eine Elternkonferenz einberufen, ohne geht es nicht. Ich möchte keine Schülerversammlung machen, da sonst noch mehr Staub aufgewirbelt wird. Euren Eltern sag ich Bescheid, ihr zwei könnt, müsst aber nicht dabei sein."

Sam und Dean nickten, „Wir überlegen es uns und sprechen zu Hause darüber", meinte der Jüngere. „Gut, geht jetzt in eure Klassen und versucht die nächsten Tage irgendwie heil zu überstehen. Ich versuch es auch." Der Direktor lächelte leicht und damit waren sie entlassen.

An der Türe drehte sich Dean noch einmal um, „Danke Mr. Pamers, wir haben es uns echt nicht so ausgesucht, aber wir stehen dazu und sind uns ganz sicher."
„Das will ich doch hoffen, sonst wär die ganze Aufregung umsonst."

Sam ging raus und Dean folgte ihm. Da im Vorzimmer gerade niemand war, nahmen sie sich schnell in den Arm und küssten sich liebevoll. „Wir schaffen das, ja?" fragte Sam. Dean nickte, „Klar, wir zwei schaffen das. Ich liebe dich."

„Gut, ich dich nämlich auch", grinste Sam schon deutlich beruhigter. Sie gingen in ihre Klassen und da die Lehrer Bescheid wussten, bekamen sie auch keinen Ärger. Damit war der Spießrutenlauf für die beiden eröffnet. Mindestens einer ihrer Freunde war ständig in der Nähe und half wenn nötig.

Viele ihrer Mitschüler waren so fair und sprachen sie direkt an, so dass sie sich und die Situation erklären konnten. Andere hatten sie vom ersten Moment an verurteilt und ließen sich auch nicht mehr umstimmen. Dean machte die Reaktion seiner Sportkameraden Sorgen. Er wusste von ihrer homophoben Einstellung seit Sams Outing.

Die ganze Zeit wartete er auf irgendeine Reaktion, ließ sie nicht aus den Augen aber es passierte einfach nichts. Bei der Elternkonferenz konnten alle Fragen beantwortet und alle beruhigt werden. Sam und Dean hielten sich, nach dem Rat ihrer Eltern, davon fern.

Ganz langsam waren sie nicht mehr so interessant und alles ging wieder zum Alltag über.

Dean stand nach dem Training mal wieder in der Umkleide und kramte in seiner Sporttasche. Dieses Mistding von Shirt musste sich aber auch immer vor ihm verstecken. Castiel beobachtete ihn amüsiert und ging zu ihm rüber.

„HA, da ist es ja!", freute sich Dean und zog sich endlich an.
„Hey", machte der Schwarzhaarige auf sich aufmerksam.
„Oh, hey Cas."
„Sag mal, kommen Sam und du am Freitag mit ins Neon? Wir könnten mal wieder alle zusammen hingehen. Jo ist auch dabei."

„Ich weiß nicht. Sollten wir nicht erstmal Gras über die Sache wachsen lassen?"
„Find ich nicht, ganz im Gegenteil. Zeigt euch, übertreibt es nur nicht. Wie letztens im Club. Erst als ich euch da gesehen hab, wie ihr miteinander umgeht, hab ich echt kapiert, dass ihr zusammen seid."

Überrascht sah Dean ihn an. „Hmm, meinst du?"
„Ja mein ich. Was ist los? Wir sind doch Freunde und haben immer über alles geredet, echt jetzt, du fehlst mir. Klar hast du Sam, aber verlier ich jetzt meinen besten Freund?"

Der Blonde lächelte ihn an. „Nein, ich dachte nur nicht, dass du was über Sam und mich hören willst. Ich meine, ich fühl mich im Moment wieder wie ne Jungfrau. Mann, ich bin in nen Typen verknallt. Richtig…richtig…verknallt."

Castiel lachte laut los, sie waren mittlerweile alleine und konnten sich ohne aufzupassen unterhalten. „Hast du etwa ein Problem damit? Ich nicht, naja nicht mehr nachdem ich mich an den Gedanken gewöhnt hab. Und in den Regionen bist du ja auch noch ne Jungfrau, oder gibt es da was, was wir nicht wissen?"

Schnell schüttelte Dean den Kopf, „Nein, aber lass dir das mal auf der Zunge zergehen, ich bin kurz davor mich von meinem kleinen Bruder flachlegen zu lassen."
Jetzt war der andere doch überrascht. „Ihr habt wirklich noch nicht? Ich meine ihr wohnt zusammen. Jo und ich gehen nicht mal auf dieselbe Schule und haben es keine 10 Tage ausgehalten."

„Ja wir wohnen zusammen…mit unseren Eltern."
„Wie ist das jetzt mit euch? Sind sie noch eure Eltern und ist er noch dein Bruder, oder wie?"
„Wenn ich an früher denk, ist und bleibt er mein Bruder. Wenn ich an die Zukunft denk, will ich ihn als Partner. Ich liebe ihn echt", beim letzten Satz sah er verlegen zu Boden.

„Das kannst du auch nicht mehr verstecken. Ich freu mich für euch, echt."
„Und unsere Eltern bleiben unsere Eltern. John ist der einzige Vater den ich kenn und Mum ist eben Mum. Für Sam und mich."

Cas nickte.
„Bist du mit Jo glücklich?" wechselte Dean dann das Thema. Sie hatten sich schon lange nicht mehr unterhalten und auch er hat seinen besten Freund vermisst.

Bei Jo´s Namen fing Cas sofort an zu strahlen. „Oh Mann, die Frau ist echt ne Wucht. Sie hat von allem was. Wenn sie sich stylt ist sie ne Diva, wenn sie in Jeans und dreckigen Shirt rumläuft ist sie natürlich und sie heult bei Liebesschnulzen. Zerlegt aber auch nen ganzen Motorblock und baut ihn wieder zusammen."

Jetzt lachte Dean. „Ja unsere Süße ist schon eine Marke für sich."
Sie lächelten sich an, froh keine Geheimnisse mehr voreinander zu haben. „Na los, gehen wir, sonst erwischt uns diesmal Sam", meinte Cas.

Als sie nach draußen gingen, sahen sie Sam auf der Motorhaube des Impala sitzen, Andi stand neben ihm und sie lachten laut. Dean dachte bei dem Anblick sofort an ihren Nachmittag am See und beschleunigte automatisch seine Schritte etwas.

Als sie bei ihnen waren, stellte er sich zwischen Sams lange Beine und gab ihm einen Begrüßungskuss. „Hy Baby", lächelte er ihn verliebt an.
Sam war überrascht, freute sich aber darüber. „Hey Babe, was ist?"

„Cas will wissen, ob wir am Freitag mit ins Neon gehen. Was sagst du?"
Sam zuckte mit den Schultern, „Keine Ahnung. Ich will mich nicht wieder verstecken und dort wird die halbe Schule sein."

„Eben deshalb. Zeigt euch. Macht klar, dass ihr zusammen seid und dazu steht", mischte sich jetzt wieder Castiel ein. Sam und Dean sahen sich lange an. „Okay, wir kommen mit, das war ja Sinn der ganzen Aufregung", entschied Sam.

Andi schlug Sam freundschaftlich auf die Schulter und verabschiedete sich. Auch Cas ging zu seinem Auto. „Sitz nie wieder so auf meiner Kleinen wenn wir hier sind. Willst du meine Beherrschung testen oder was?" meinte Dean mit extra tiefer Stimme, die Sam sofort eine Gänsehaut bescherte.

Sam grinste versaut, „Ich will sie nicht testen, ich will sie ausreizen Babe."
Sofort zog Dean ihn wieder zu sich und versiegelte seine Lippen mit einem leidenschaftlichen Kuss. Sams Hände wanderten hinab zu Deans Hintern und drückten dort fest zu. Beide stöhnten leise in den Kuss hinein.

Sie waren mittlerweile so gut wie alleine am Gelände und durch ein paar Bäume recht geschützt vor Blicken. Nach einer halben Ewigkeit lösten sie sich voneinander, stiegen außer Atem ein und fuhren nach Hause.

Als sie durch die Tür kamen, rief sie Mary auch gleich zu sich. „Hey Jungs, ihr seid spät. Wir warten nur noch auf euren Dad, dann können wir essen."

Frustriert stöhnten sie auf, haben doch beide gerade absolut nicht an Essen gedacht. Mary sah sie verwirrt an. Dean winkte ab, „Okay, wir sind gleich da", meinte er und zog Sam mit sich nach oben. Kaum war die Tür hinter ihnen zu, klebten sie schon wieder aneinander.

„Hast du Hunger?" fragte Dean den Jüngeren.
„Ja, aber nicht auf Essen. Können wir nicht hier bleiben?"
„Ich glaub nicht, sie würden uns holen kommen."
„Ich weiß, einen Kuss noch, sonst überleb ich das gleich nicht."

Es dauerte nicht lange und John rief von unten, „Jungs auseinander, Essen ist fertig, los!" Ohne ihn zu sehen, wussten sie, dass er breit grinste. Sie ergaben sich ihr Schicksal und trabten nach unten.

Das Essen war schnell erledigt, sie wollten nur noch eines. Nach oben, die Türe schließen und niemanden mehr sehen. Beide verzichteten auf den Kaffee und sagten auch gleich Gute Nacht, was John und Mary lachen ließ.

Kaum waren sie im Zimmer, wurde Dean an die Türe gedrückt und Sam schmiegte sich an seinen Rücken. Als Dean die Beule in Sams Hose spürte, keuchte er auf und ließ den Kopf gegen die Türe knallen.

Sam griff um ihn herum und öffnete ohne Zeit zu verlieren den Knopf der Jeans, um mit der Hand einzutauchen. Als er Deans Halbsteifen berührte, stöhnte dieser laut auf. „Nicht so laut Dean, Mum und Dad sind unten und wach", flüsterte Sam in sein Ohr und leckte dann darüber. Gleichzeitig fing er an den Schwanz in seiner Hand zu pumpen.

Der Blonde biss sich auf die Lippen, sonst hätte er geschrien vor Lust. „Ja Sam, soo gut", wimmerte er und drückte sich der Hand entgegen. Sam drücke sich noch enger an den Körper vor sich und fing an sich an ihm zu reiben.

„Warte…nicht so", stoppte Dean. Sam nahm seine Hand weg, damit er sich umdrehen konnte. Als sie sich anschauen konnten, wurde auch Sams Hose geöffnet und Deans Hand verschwand darin. „Los komm, wir beide, zusammen."

Sam nickte und machte da weiter, wo er aufgehört hatte. Jetzt konnten sie sich auch küssen, was beide sehr genossen. Es dauerte nicht lange und Dean verspannte sich. Er biss Sam auf die Unterlippe und kam in dessen Hand.

Durch den leichten Schmerz zuckte der Jüngere kurz zusammen und kam dann ebenfalls gleich zum Orgasmus. „Wow, das ging schnell", bemerkte er atemlos. Dean legte seinen Kopf nach hinten und rang nach Atem. Er nahm ihn in den Arm und zog ihn zu sich. Mit der unbefleckten Hand strich er ihm durch die Haare und küsste ihn auf den Kopf.

„Das war aber auch dringend nötig", kicherte Dean nach einer Zeit. Sam sah in grinsend an, „Ja und wie. Eine Dusche jetzt aber auch, ich klebe und du bist Schuld." „Denkst du mir geht's besser?"

Lachend zogen sie sich aus und sprangen unter die Dusche. Als sie danach im Bett lagen und mit ihren Händen spielten hatte Dean eine Idee. „Was hältst du davon, wenn wir hier ein bisschen umräumen?" Sam sah auf, „Wie meinst du das?"

„Wir schlafen doch meistens hier in meinem Zimmer. Nächstes Jahr bist du die meiste Zeit alleine hier, also könnten wir hier ein Schlaf- und bei dir drüben ein Wohnzimmer machen." Sam überlegte kurz. „Denkst du Mum und Dad sind einverstanden?"

„Wir fragen sie, aber erst morgen."
„Okay, die Idee gefällt mir."
„Ja, mir auch."

Außer das John und Mary von der Umräumidee ihrer Jungs nicht sehr begeistert waren, da es ihnen noch zu früh erschien, verlief der Rest der Woche überraschend ruhig.

Am Freitag machten sich sowohl die Jungs, als auch ihre Eltern fertig für den Abend.