Tamtatam! Endlich das nächste Kapitel. Es tut mir echt leid, dass ich die letzten 2 Wochen nichts reingestellt habe, aber ich war auf Mallorca. Hab die letzten Tage damit verbracht, wie eine Wilde zu schreiben, damit ihr nicht mehr so lange warten müsst. Viel Spaß jetzt also!

Als mein Kopf auf den harten Parkettboden krachte, wurde mir kurz schwarz vor Augen. Ich spürte, wie Blut aus einer Verletzung an meiner Stirn regelrecht hervorsprudelte, doch bevor ich irgendetwas tun konnte, hob mich jemand auf und schleuderte mich dann kraftvoll gegen eine Wand. Diese brach unter meinem Gewicht und der ungeheuren Stärke meines Gegners zusammen, doch trotzdem war der Aufprall mehr als schmerzhaft.

Etwas in meinem Rücken knackte und ein stechender Schmerz raste meine Wirbelsäule hoch. Stimmen schallten durch meinen Kopf, und ich konnte einen verschwommenen Schleier sehen, der sich blitzschnell auf mich zubewegte und dabei geschickt einigen Leuten auswich.

Meine Sicht wurde innerhalb weniger Millisekunden immer verschwommener, doch bevor ich ganz ohnmächtig wurde, verspürte ich ein mir altbekanntes Gefühl von Stärke. Gerade noch rechtzeitig dachte ich daran, meine Augen Golden aussehen zu lassen, bevor die Verwandlung abgeschlossen war. Meine Schmerzen verschwanden, tausende von neuen Gerüchen umströmten meine Nase, und als ich die Augen öffnete, analysierte ich in kürzester Zeit die Lage.

Carlisle, Esme und zwei mir unbekannte Vampire standen wie versteinert da und beobachteten, was passierte. Carlisle und Esme sahen sehr besorgt aus, doch als sie sahen, wie ich meine Vampirform annahm, trat zumindest bei Carlisle ein erleichterter Ausdruck auf das Gesicht.

Eine blonde Schönheit stand neben einem riesigen, furchteinflößenden Vampir, der ein blödes Grinsen auf seinem Gesicht trug, welches man ihm gerne mit einem harten Schlag vom Gesicht wischen würde. Als er meine vielen Kriegsnarben sah, verschwand sein Grinsen, er ging in eine Angriffsposition und schob die Barbie hinter sich.

Das alles passierte im Hintergrund, der Großteil meines Geistes konzentrierte sich auf die schwarzhaarige Vampirin, die mit einem mörderischen Gesichtsausdruck auf mich zugestürmt kam.

„Alice, hör auf! Tu ihr nicht weh!" rief Esme verzweifelt und trat einige Schritte vor, doch Carlisle hielt sie zurück. „Ich glaube nicht, dass du sie aufhalten kannst" flüsterte er ihr zu.

Meine instinktgesteuerte Seite kam hervor und ich hockte mich angriffsbereit hin. Wie lange schon hatte ich keinen guten Kampf mehr gehabt!

Das kleine, zierliche Mädchen sprang auf mich zu, doch ich wich ihr geschickt aus. Keine Gedanken oder Pläne durchkreuzten meinen Kopf, ich musste auf die möglichen Gaben dieses Vampirs aufpassen.

Unser Tanz begann. Meine Gegnerin war immer sichtlich irritiert, wenn ich ihr einen Schlag oder Tritt verpasste, daraus schloss ich, dass sie die Hellseherin war und meine Aktionen nicht vorhersehen konnte. Trotzdem war sie gut, und so spielte ich ein wenig mit ihr. Immer wieder versuchten die anderen uns zu fassen, doch wir wichen immer aus. Carlisle sprach auf mich ein, doch ich ignorierte ihn.

Draußen hörte ich ein Auto, zwei Autotüren öffneten und schlossen sich. Ich musste mich beeilen, vielleicht würde einer der Vampire meiner Gegnerin helfen. Blitzschnell überwältigte ich die kleine Schwarzhaarige und setzte mich auf ihren Rücken, machte mich bereit, ihren Kopf abzureißen.

Genüsslich drehte ich ihren Kopf und heftete meinen Blick auf ihren Hals, wo jetzt kleine Risse entstanden. Ich hörte, wie zwei weitere Vampire den Raum betraten, gerade als die anderen sich in Bewegung setzten, um mich aufzuhalten.

Ein wutentbranntes Grollen ließ mich kurz innehalten. „Alice!" rief eine Stimme, die sogar für einen Vampir außerordentlich schön klang.

Jemand riss mich von Alice, so hieß die Kleine anscheinend, weg und schleuderte mich mit ungeheurer Kraft gegen die Glasfront. Die Fenster zerbarsten und Glassplitter flogen durch den ganzen Raum.

Nun wurde ich richtig wütend. Ein roter Schleier legte sich über meine Augen und erstickte jeden vernünftigen Gedanken.

Wer wagte es, mich von meinem Opfer zu trennen? Ein animalisches Knurren entfuhr meinen Lippen, doch bevor ich aufspringen und meiner Wut freien Lauf lassen konnte, legte sich eine harte Hand um meine Kehle und hob mich hoch. Ich wollte mich wehren, doch mein Körper versteifte sich, als ich ein glückliches Kribbeln in meinem Bauch spürte. Liebe und Zuneigung durchfuhren mich, und ich versuchte mit fest verschlossenen Augen diese Gefühle loszuwerden. Ich hatte jetzt keine Zeit für Gefühlsausbrüche, wie seltsam sie auch waren.

Die immer stärker werdenden Elektroschocks die sich von meinem Hals aus ausbreiteten ignorierend öffnete ich meine scharfen Augen um meinen neuen Gegner zu analysieren.

Als erstes fielen mir die vielen Bissspuren auf, die die nackten Arme des Mannes bedeckten. Sie schrien geradezu „Gefahr! Gefahr!" , fast automatisch versteifte sich mein Körper noch mehr. Meine Füße baumelten einige Zentimeter über dem Boden und die Hand an meinem Hals fasste stärker zu, verschloss meine Luftröhre komplett. Wie gut, dass ich nicht atmen musste.

Ich machte mich gerade bereit, meinen Gegner abzulenken und ihn dann zu überwältigen, als mein Blick auf das Gesicht des jungen Vampirs fiel.

Seine Augen waren schwarz und schienen zu glühen, ein leises Knurren entfuhr seinen ausgewogenen, vollen Lippen.

Seine wilden, dunkelgoldenen Locken fielen ihm in die Stirn, seine weißen Zähne blitzten im Schein des trüben Lichts, welches durch die nun zerbrochenen Fenster hineinfiel.

Hunderte von Narben überzogen sein gesamtes Gesicht, seinen Hals und den Teil seiner Arme, der aus dem schwarzen T-Shirt, welches er trug, hervorschaute.

Es war Jasper, unverkennbar. Meine Arme, die ich gerade gehoben hatte um anzugreifen, fielen schlaff an meine Seiten. Seine schwarzen Augen sahen hart in meine goldenen und hypnotisierten mich.

Ich habe ihn endlich gefunden! Oh Jazz... Sofort als dieser Gedanke meinen Kopf durchquerte, konnte ich über die Schulter von Jasper sehen, wie der Blick des letzten Vampirs zu mir schnellte.

Er war etwas kleiner als die anderen und sah sehr jungenhaft aus, seine fast schon bronzefarbenen Haare standen wild und verwuschelt von seinem Kopf ab. Gedankenleser! , schoss es mir durch den Kopf und die dunkelgoldenen Augen des Jungen verengten sich zu Schlitzen.

Jasper hatte nichts bemerkt und hob mich mit einer Hand weiter über seinen Kopf. Ich genoss das Gefühl seiner weichen Haut auf meinem Hals und entspannte meine Haltung komplett.

Jasper war ein Teil der Cullen´s geworden, diesem vegetarischen Zirkel. Er hatte es geschafft, auf Tierblut umzusteigen, ich war so stolz auf ihn.

Das Lächeln, welches in diesem Moment auf mein Gesicht trat, war das erste ehrliche seit hunderten von Jahren.

Jasper schien es anzustacheln, denn ein tiefes Grollen tönte aus seiner Brust und seine Augen verengten sich.

Er wollte mich gerade auf den Boden schmettern, als Carlisle auf uns zutrat und eine Hand auf Jasper´s Schulter legte. „Genug, mein Sohn. Sie will dich nicht mehr angreifen, siehst du das nicht?"

Jasper sah Carlisle verwirrt an und schüttelte kurz seinen Kopf, bevor er mich musterte und dann unsanft auf den Boden fallen ließ.

Leise landete ich auf dem Holzboden und schob die Lederjacke, welche von meinen Schultern gerutscht war, wieder an die richtige Stelle. Jasper schaute misstrauisch auf mich herab und bewegte sich nicht, anscheinend war auch ihm beigebracht worden, dass man seinen Gegner nie aus den Augen lassen sollte.

Eine Bewegung im Hintergrund ließ mich meinen Kopf ruckartig drehen. Die kleine schwarzhaarige Vampirin namens Alice war aufgestanden und kam nun auf uns zu, sieben Augenpaare folgten ihr.

Erst jetzt hatte ich Zeit, sie mir etwas genauer anzusehen. Sie war wirklich sehr klein und zierlich, ihre kurzen, tintenschwarzen Haare standen wild von ihrem Kopf ab. Sie sah sehr unschuldig aus, wie eine kleine Elfe, doch ihr Verhalten vorhins zeigte mir, dass sie sehr teuflisch sein konnte.

Als sie also nun auf Jasper und mich zukam, versteifte ich mich und sah sie wütend an. Sie ging unbeirrt weiter und erreichte Jasper, der sie sofort in seine Arme zog und sie liebevoll ansah. Er hob seine Hand und fuhr die elfenbeinweiße Haut an ihrem Hals nach, anscheinend auf der Suche nach Verletzungen.

Er hatte seine Seelenverwandte gefunden. Unerträglicher Schmerz durchbohrte meine Brust. Neid und Verzweiflung brodelten in mir, Liebe kam noch dazu. Warum durfte er glücklich sein und ich nicht? Niemand konnte verstehen, wie es sich anfühlte, diese kleine Elfe in den Armen meines Mannes zu sehen.

Als er nichts Ungewöhnliches fand, drückte er ihr einen schnellen Kuss auf den Mund, hob seinen Blick und sah mich wütend aus dunkelgoldenen Augen an. Sie waren etwas heller geworden, weil er sich beruhigt hatte.

„Warum hast du meine Frau angegriffen? Wer bist du?" , verlangte er voller Ablehnung in der Stimme zu wissen.

Seine Frau. Es zu hören, machte den Fakt, dass ich ersetzt worden war, noch schmerzhafter. Ich würde nie so in seinen Armen liegen, ihn küssen. Ich hatte ihn zwar gefunden, konnte wieder ein bisschen glücklich sein, doch trotzdem würde mir immer etwas fehlen. Ich konnte ihm nicht sagen, wer ich war. Es war einfach zu... endgültig. Er würde es bemerken, wenn ich meine Geschichte erzählte.

„Mein Name ist Isabella, aber ihr alle könnt mich Bella nennen" , stellte ich mich vor und sah dabei auch die anderen Vampire an. „Und ich habe deine... Frau nicht angegriffen, sondern mich nur verteidigt." sagte ich und versank dabei in Jasper´s von dunklen Wimpern umrahmten Augen. Goldbraun... das gefiel mir besser als Rot, aber trotzdem vermisste ich seine grauen Augen.

Jasper unterbrach den Blickkontakt und wandte sich Alice zu, anscheinend glaubte er mir nicht. „Stimmt das?" fragte er mit seiner melodischen Stimme und strich ihr sanft über die Wange.

Alice senkte verschämt ihren Blick, geschah ihr Recht. „Ja, Jazzy. Ich hab sie angegriffen" gab sie zu und sah ihn mit großen, ängstlichen Augen an, nachdem sie ihren Kopf wieder gehoben hatte. Für mich wirkte diese Angst gespielt, aber wahrscheinlich war ich einfach nur eifersüchtig.

„Warum?" , mischte sich Carlisle ein. „Du kannst doch nicht einfach unseren Gast angreifen! Ich bin sehr enttäuscht von dir, Alice." sagte er ruhig, doch ich glaubte einen Hauch von Wut in seiner Stimme zu hören.

„Es war wegen der Vision!" , platzte es aus Alice heraus. Ah, sie war also wirklich die Hellseherin. Aber von welcher Vision redete sie?

„Ich habe gesehen, wie diese... diese Frau dort meinen Jazz umarmt und küsst! Was sollte ich denn tun?" , fragte sie verzweifelt und fing an, tränenlos zu schluchzen.

Ah, nun wurde mir so einiges klar. Wenn ich Jasper so gesehen hätte, wenn er einfach durch die Tür gekommen wäre, hätte ich ihn bestimmt umarmt und geküsst. Wie gut, dass die kleine, eifersüchtige Alice mich davon abgehalten hatte.

Jasper zog die zierliche Vampirin erneut in seine Arme und strich ihr beruhigend über den Rücken. Ich konnte hören, wie er ihr leise „Ganz ruhig, Darlin´. Alles ist gut" ins Ohr flüsterte. Darlin´, so hatte er früher nur mich genannt. Eifersucht stieg in mir hoch, wie gerne wäre ich an ihrer Stelle gewesen.

Jasper strich Alice weiter über den Rücken und sah mich misstrauisch, verwirrt und fragend zugleich an. Oh, er war der Empath! Ja, das passte gut zu ihm. Ich wollte gar nicht wissen, was für ein Gefühlschaos er vorhins bei mir gespürt hatte.

Bestimmt hatte er gerade meine Eifersucht gefühlt und fragte sich nun, was ich über diese Vision wusste.

Ich sah ihn gespielt ratlos an und zuckte die Schultern. Er betrachtete mich einige Sekunden lang prüfend und schenkte seine Aufmerksamkeit dann wieder Alice, die sich mittlerweile beruhigt hatte.

Carlisle unterbrach die aufkommende Stille. „Es tut mir wirklich leid, dass du so grob begrüßt wurdest" , sagte er mit einem schuldbewussten Lächeln. „Das hier sind Rosalie," er zeigte auf die blonde Schönheit, die mir kurz zunickte, „Emmett," der große Vampir kam auf mich zugestürmt und ich wollte ihn schon angreifen, als ich bemerkte, dass er mich nur umarmen wollte.

Er umfasste mich mühelos mit seinen starken Armen und drückte mich kurz und heftig, bis er mich mit einem „Hey Bella, wollen wir mal kämpfen? Du hast ein paar echt coole Sachen drauf" wieder losließ. Carlisle fuhr fort. „Alice," die kleine Elfe sah mich entschuldigend an und drückte mich ebenfalls, obwohl mir ihre Umarmung arg gezwungen vorkam, „Jasper," mein totes Herz setzte kurz aus als Jasper mir mit ernster Miene die Hand schüttelte, bevor er mich erneut musterte und sagte: „Hübscher Anhänger".

Oh, er hatte unser Wappen bemerkt. Mein Blick wanderte zu seinem Hals, fast schon sicher das ovale Medaillon zu sehen, doch außer vielen Narben befand sich dort nichts. Umso mehr fiel mir das Lederband mit dem silbernen Wappen auf, das sein linkes Handgelenk zierte. Es war nicht das Whitlock-Wappen, auf dem Anhänger befand sich ein Löwe und kein Luchs. Verwirrt blickte ich zu den anderen und entdeckte tatsächlich bei jedem Familienmitglied ein solches Wappen. Er hatte unser Familienstück abgelegt. Er wollte nichts mehr mit seiner Vergangenheit zu tun haben. Er hatte eine neue Familie gefunden, genau wie ich es gewollt hatte. Trotzdem bereitete der Gedanke mir so starke Schmerzen, dass Jasper kurz zusammenzuckte und mich dann noch misstrauischer ansah. Ich erwiderte seinen Blick kalt und wandte mich dem letzten Vampir zu.

„Edward" stellte er sich selbst mit einer sehr melodischen Stimme vor. Er war sehr hübsch, doch ich fand ihn etwas zu... weich, jungenhaft. „Wie hast du Carlisle getroffen?"

Ich wappnete mich innerlich auf die vielen Fragen, die jetzt folgen würden, und antwortete Edward.

„Ich bin ihm im Krankenhaus begegnet. Wir haben uns ein wenig unterhalten und dann hat er mich hierher eingeladen." Die Sache mit dem Mädchen und meiner Verwandlung verschwieg ich. Die anderen durften sowieso nicht erfahren, dass ich normalerweise Menschenblut trank. Schon gar nicht, wenn Jasper bei ihnen war, ich wollte ihn einfach nicht nochmal enttäuschen.

Die kleine Alice stellte die nächste Frage, während sie ungeduldig ihr Gewicht von einem Fuß auf den Anderen verlagerte. „Wieso warst du denn im Krankenhaus? Wir können doch gar nicht krank werden oder so." lachte sie mit ihrer glockenhellen Stimme. Sie war irgendwie niedlich, so aufgedreht. Hatte ich mich vorhins in ihr geirrt? Ich beschloss, nett zu ihr zu sein, aber trotzdem noch aufzupassen, was sie tat.

„Ich bin Ärztin, deshalb war ich da" antwortete ich möglichst freundlich. Die Anderen sahen ein wenig schockiert aus, beruhigten sich aber wahrscheinlich bei dem Gedanken, dass Carlisle ja auch Arzt war. Oder Jasper hatte seine Finger im Spiel, eins von den beiden.

„Bella," sprach mich Esme sanft an. Ich drehte mich um und sah in ihre goldenen Augen, die leicht geweitet schienen. „Was war das vorhins? Wie... wie ist das möglich?" ,fragte sie mit leicht zitternder Stimme. Nun sahen sie fast alle verwirrt an, niemand außer Carlisle, Esme und Alice hatte meine Verwandlung gesehen. „Von was redest du? Hat Bella irgendwas angestellt?" fragte Emmett mit seiner tiefen Stimme, die irgendwie gar nicht zu seiner kindlichen Art passte, und fing an, laut zu lachen. Er sah irgendwie niedlich aus, mit seinen leuchtenden Augen und den Grübchen.

Bittend sah ich Carlisle an, ich wollte meine Geschichte der Reihe nach erzählen, damit Jasper eine Chance hatte, zu hören wie leid es mir tat, dass ich ihn damals verlassen hatte.

„Warum setzten wir uns nicht? Ich befürchte, das hier wird ein wenig dauern." Sofort setzten sich alle in Bewegung, Carlisle wirkte wirklich wie der Chef hier. Was er sagte, wurde gemacht.

Rosalie und Emmett setzten sich auf das große Ledersofa und nutzen die kleine Pause, um ihre... Triebe auszuleben, neben ihnen nahmen Carlisle und Esme Platz. Alice machte es sich auf Jasper´s Schoß auf einem weißen Zweisitzer gemütlich, daneben setzte sich Edward. Wieder durchfuhr mich beißende Eifersucht, doch ich drängte sie zurück. Jasper durfte nichts mehr bemerken.

Zögernd setzte ich mich in einen Sessel auf der anderen Seite des schwarzen Ledersofas und blickte in die Runde. Alle starrten mehr oder weniger auffällig auf meine Narben, wobei Rosalie etwas gelangweilt aussah.

Solche Blicke war ich schon lange gewöhnt, Jasper bestimmt auch. Freute er sich in diesem Moment, dass er nicht mehr der einzige mit so zahlreichen Erinnerungen an eine dunkle Vergangenheit war, oder fragte er sich einfach nur, wo ich sie herhatte?

Ich bemerkte Edwards fragenden Blick und ordnete meine Gedanken. Nachdem ich angefangen hatte, das Alphabet immer wieder gedanklich durchzusingen, wurde Edward sichtlich verwirrt und ich war zufrieden. So konnte ich ihn also abblocken.

„Also ich weiß gar nicht richtig, wo ich anfangen soll" , versuchte ich, Zeit zu gewinnen.

„Warum fängst du nicht mit deinem menschlichen Leben an? Wo wurdest du geboren?" Carlisle ließ nicht locker, anscheinend konnte er jetzt nicht mehr warten.

Ich holte tief Luft und strich mir eine dunkelblonde Locke aus dem Gesicht. Das würde ein langer Nachmittag werden.

ES WAR ALICE! Das hättet ihr nicht erwartet, oder? Im nächsten Kapitel erzählt Bella ihre Geschichte und Jasper findet heraus, wer sie wirklich ist.