Kapitel 24: Die wahre Hölle
Seufzend blickte der Axtmann aus dem kleinen Fenster des Hotelzimmers und starrte auf die kleine dunkle Seitengasse. Das Leben war nicht leicht, dass war es nie aber ein Leben mit Fiona Goode war mehr als eine Herausforderung, es war eine Bewährungsprobe. Er konnte sie nicht verstehen, war sie wirklich so starrsinnig und dickköpfig? Wie lange wollte sie dieses Katz und Maus Spiel noch spielen? Es war viele Jahre her, da nannte sie ihn einen verliebten Trottel und sie hatte Recht, er war ein verliebter Trottel.
Er schüttelte den Kopf und setzte sich auf das Bett. Wie sollte es jetzt weiter gehen? Er hatte nicht vor das ganze Jahr darauf zu warten, dass Fiona kam und ging wie sie Lust dazu hatte. Er wollte doch nichts anderes, als ein ganz normales Leben führen wie jeder andere Mensch auch. Gerade als er sich seine Schuhe anziehen wollte, hörte er das Klicken von Absätzen vor der Tür und nur wenige Sekunden später flog die Tür aus und schmetterte mit einen lauten Knall an die Wand. Im Türrahmen stand eine wutentbrannte Fiona Goode und blickte den Axtmann mit einen Blick in den Augen an, der selbst den Teufel von seinem Thron verjagt hätte. Tränen der blanken Wut liefen ihr über ihre Wangen und ihre Hände zitterten unkontrolliert.
„Du verfluchter Bastard!" zischte sie voller Hass und ging bedrohlich langsam auf den Axtmann zu. Nie zuvor hatte Fiona ihre Kräfte gegen den Axtmann eingesetzt aber heute wollte sie ihn am liebsten aus dem Fenster pusten „Sag mir, dass es nicht wahr ist!"
Völlig irritiert und auch etwas schockiert blickte er zu Fiona und sah sie fragend an „Was soll nicht wahr sein? Tut mir Leid Baby aber du musst etwas genauer werden, ich kann im Gegensatz zu euch Hexen keine Gedanken lesen."
Fionas Lippen zitterten und sie musste schlucken um ihre Kontrolle zu behalten „Der Deal! Der angebliche Deal den du mit Legba getroffen hast, damit du die Ewigkeit mit mir verbringen kannst." Mit jedem Wort würde Fiona lauter und ihre Stimme bebte mit jedem Wort mehr.
Der Axtmann schenkte Fiona einen entschuldigenden Blick und seufzte. Er wusste, dass Fiona es irgendwann herausfinden würde.
„Tut mir Leid Süße aber du bist nicht die einzige Person die voraus denkt. Ich wusste dass du mich früher oder später verraten würdest, was du im Übrigen auch getan hast. Ich wollte nur sicherstellen, dass ich auch bekomme würde, was ich haben wollte. Ich habe nicht Jahrzehnte neben deinen Bett gesessen ohne dich jemals berühren zu dürfen, um nach wenigen Wochen von dir wie eine Ratte den Schlagen zum Fraß vorgeworfen zu werden." Der Axtmann ging auf Fiona zu, die ihn ungläubig und voller Wut ansah „Sieh mich nicht so an, als wärst du hier die Betrogene. Ich kenne dich zu gut Fiona und ich liebe dich, dass tat ich immer. Aber ich weiß auch wie du sein kannst, ich weiß welch ein durchtriebenes Miststück in dir steckt und wie erbarmungslos du deine Ziele verfolgst. Ich wusste, in was für eine Frau ich mich verliebt habe und ich wollte nur meine eigenen Interessen wahren."
Fiona hörte seine Worte und spürte wie ihr Herz raste und ihr Blut zu kochen begann „Du hinterhältiges Stück Dreck. Ich bringe dich um du mieser Bastard." Schrie sie und ballte ihre Hände so stark zu Fäusten, dass ihre eigenen Fingernägel sich ihr in die Haut bohrten.
„Das wäre dann schon das dritte Mal, ich bin es langsam gewöhnt von Hexen umgebracht zu werden. Komm schon Fiona, du selbst weißt doch, dass es nichts bringt. Spätestens in einem Jahr bist du wieder bei mir oder glaubst du wirklich, du machst ihn diesen einen Jahr alles gut, was du früher getan hast? Wie viele Menschenleben gehen auf deine Rechnung? Niemand ändert sich so schnell und du schon gar nicht, dir liegt das Böse im Blut so wie mir. Du hast es damals selbst gesagt, du bist ein Miststück und das warst du schon immer. Zudem solltest du mir lieber dankbar sein." Sagte der Axtmann mit ruhiger Stimme und zündete sich eine Zigarette an.
„Dankbar? Für was soll ich dir dankbar sein? Du hast mich um meine Unsterblichkeit gebracht und nur wegen dir….nur wegen dir musste ich Jahrelang in diesen Pissloch leben." Fiona konnte sich kaum noch beherrschen und sie wollte ihn umbringen, sie wollte es so sehr aber etwas in ihr, konnte es einfach nicht.
„Was glaubst du, wo du gelandet wärst, wenn ich diesen Deal mit Papa Legba nicht getroffen hätte? Hm? Du denkst dieses… wie du es nennst Pissloch wäre die Hölle? Weißt du eigentlich was deine Hölle gewesen wäre? Ich sag es dir Baby, deine Hölle wäre gewesen jeden Tag aufs Neue einsam und allein in einen versifften und vollgepissten Krankenhausbett zu sterben, gepeinigt von Schmerzen die sich durch deinen kranken und schwachen Körper ziehen wie ein roter Faden. Dein wunderschönes Gesicht gezeichnet von deiner Krebserkrankung, dass selbst deine eigene Tochter dich nicht einmal erkennen würde. Davor habe ich dich bewahrt…..nur ich!" mit eisigen Blick sah er zu Fiona, die ihn mit großen Augen ansah.
Fiona sah in seinen Augen, dass er die Wahrheit sagte. Es war immer Fionas größte Angst gewesen, ihre Kraft, ihre Energie und ihre Schönheit zu verlieren. Hatte er sie wirklich vor diesem Schicksal bewahrt? Möglich, aber selbst wenn er es tat so hatte sie ihn nicht darum gebeten und sie würde lieber in heißen Öl gekocht werden als zuzugeben, dass sie dankbar dafür war. Und warum auch sollte sie dankbar sein? Die Kiefer-Rustikal-Hölle war auch nicht so viel besser. Sie wich einen Schritt vor ihn zurück und sah ihn abschätzend an.
„Was erwartest du jetzt? Einen Orden? Auch wenn du das getan hast, erwarte nicht dass ich dir dankbar dafür bin! Du hast es nicht für mich getan sondern nur für dich, für deine eigenen egoistischen Träume. Die Träume eines Vollidioten, der von einem Bilderbuchleben fantasiert. Für dich kann ich nur hoffen, dass du dich irrst und ich mich wirklich in diesen einen Jahr ändern kann, denn ansonsten werde ich dir dein Paradies zur Hölle machen. Und nur aus diesen Grund werde ich dich jetzt nicht in tausend Stücke zerreißen."
Fiona drehte sich um und hatte gerade das Zimmer verlassen, als sie ihn noch etwas sagen hörte, was sie einfach ignorierte aber was sich dennoch in ihren Geist einbrannte.
„Du weißt selbst, dass das nicht der Grund ist warum du mich nicht umbringst. Du kennst den wahren Grund."
