Zuerst muss ich folgendes anmerken: Mindestens eine Figur und Örtlichkeit/Bar sind von Lady_of_the_dungeons inspiriert bzw. komplett geliehen. Wie gesagt, Kerkermond Evolution müsst ihr einfach lesen! Danke Lady! Und an das Fiction-FBI: ich habe sie gefragt, ich durfte leihen! Gebe auch alles unversehrt zurück...naja vielleicht kriegen die Möbel in der Bar paar Kratzer ab...aber nix, was man nicht mit einem Reparo! richten könnte lol
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Zur Erinnerung:
„Haben Sie genug für heute oder kommen Sie mit?", richtet Antonin nun sein Wort an den Experten. Sehr nett, bin wirklich überrascht, wie schnell er sich um Frieden bemüht.
„Mit? Wohin?", fragt Trasher misstrauisch.
„Mit in eine Gegend, in der es von düsteren, magischen Geschöpfen und leider auch von allerhand Unrat nur so wimmelt. Aber ich dachte schon, dass Ihnen der Mumm dazu fehlt."
Dolohow lässt den schier vor Wut schäumenden Muggel stehen und deutet Neville, Draco und mir, ihm hinaus zu folgen.
Als ich im Flur meinen Mantel überziehe, stößt Trasher zu uns.
Der verschlagene Slytherin muss sich fast ein überhebliches Grinsen verkneifen, ich sehe den Indianer offen lächelnd an.
„Als ob ausgerechnet ich mir eine Begegnung mit ähnlich faszinierenden Geschöpfen wie Ihnen entgehen lassen würde", erklärt er nonchalant und schlüpft ebenfalls in seine Drachenhaut.
Fragt sich ob er das auch denken würde, wenn er heute auch nur geahnt hätte, in welch prekäre Situation ihn dieser Ausflug in die dunkelsten Gefilde der magischen Gesellschaft bringen wird.
Spätestens Dolohows Slytheringrinsen hätte mich misstrauisch werden lassen müssen...
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Neville lässt gerade Dolohows Arm los, als ich mit Trasher in einen Hinterhof appariere, was den bärigen Kerl immer noch ein wenig erbleichen lässt. Draco taucht gleich darauf neben mir auf und wir lassen uns von Antonin kurz über die Örtlichkeiten aufklären.
Irgendwie stinkt es hier durchdringend nach Pisse.
Dolohow sieht sich mit angespanntem Gesicht um, bevor er erklärt.
„Das große Tor links. Dahinter befindet sich eine...Bar. Ihr solltet eure Hemden vollständig schließen und auch die Drachenledermäntel. Am besten gehen Longbottom und...Mister Trasher zwischen uns dreien. Zauberstäbe aktionsbereit in der Hand tragen!"
„Wenn es so gefährlich ist, sollten die beiden vielleicht besser nicht mit, so ganz ohne Zauberstab", meint Draco und sowohl Neville als auch Trasher schütteln energisch ihre Köpfe. Ebenso Dolohow.
„Drei gut ausgebildete Duellanten sollten ausreichend Schutz bieten, Draco", bestimmt er und geht ein Stückchen voraus.
Trasher sieht sich neugierig um. Etwas weiter hinten im Halbschatten fegt ein dürrer alter Mann den Gehweg vor seiner Tür, auf dem jede Menge Scherben und auch ein paar eingetrocknete Blutflecken zu erkennen sind.
Nettes Pflaster hier.
„Dort drüben ist Borgin & Burke´s Laden, hier links die Rückseite einer Apotheke, die Lord Snape früher oft aufsuchte", hilft Antonin mir mich zu orientieren. Alles klar.
Trasher versucht einen Blick in die Schaufenster des Ladens zu werfen, dessen schwarzmagische Gesinnung meilenweit zu erkennen ist.
Wir drei lassen unsere Stäbe in der Hand, stecken sie aber so in die Ärmel, dass man sie nicht sofort sieht.
„Der Fluch Argentum magica versilbert den Stab, Herrin", flüstert Antonin mir zu.
Jaha, ich weiß schon... Gehört wohl zur Todesser Grundausbildung, sich gegen Werwölfe wehren zu können. Was angesichts Voldemorts animalischen Söldnern leicht zu verstehen ist...
Wir passieren die Apparationsgrenze, überqueren in Dolohows vorgeschlagener Formation den zugemüllten Hof und betreten die schummrige Bar.
Durch die vorherrschende Dunkelheit zunächst fast blind stolpere ich über etwas weiches und finde mich bäuchlings auf einer runden Sitzecke wieder, auf der gerade Geld verdient wird. Einer der beiden Männer hat eher geschlitzte Pupillen als runde und lässt mich erschrocken zurück zucken.
Sein Freier gibt sich seinem Höhepunkt hin, wirft ein paar lächerliche Sickel auf die Lederpolster und verschwindet durch den Hinterausgang, sich schnell den Nadelstreifenumhang überwerfend.
„Da selbst das Ministerium keine Wölfe anstellt, verkaufen sich viele hier sehr billig. Das Angebot ist einfach zu groß", erklärt Dolohow, der mir nun wieder auf hilft und ich sehe mich entsetzt um. Das Ambiente erinnert an einen schmierigen Puff. Wenigstens sind überall kleine Körbchen mit Präservativen aufgestellt, anscheinend fürchtet man(n) doch eine Ansteckung obwohl DAS ohne Biss keine Gefahr darstellt.
Als sich meine Augen endlich an das düstere Licht gewöhnt haben, erkenne ich noch zwei Stricher, die sich gemeinsam um einen sehr reich aussehenden Herrn kümmern.
Neville hat längst rote Ohren bekommen, auch Trasher weiß nicht so recht, wo er hin sehen soll. Hier riecht es so penetrant nach Sex und billigem Whisky, dass ich dankbar bin, nicht über verschärfte Sinne, wie die meisten Anwesenden zu verfügen.
„Dort, auf dem Tresen."
Ich folge Dolohows Blick und mir steigt das Blut in die Wangen. Meinen Begleitern wohl eher ein paar Etagen tiefer, denn auf dem Tresen, natürlich hervorragend sichtbar für alle Gäste, sitzt mit weit gespreizten Beinen eine überaus sehnige Grazie. Ihr Rock ist soweit hoch gerutscht, dass der junge Mann zwischen ihren Schenkeln sie ungehindert lecken kann, was er mit ungehemmter Begeisterung tut. Die Frau stützt sich mit den Armen hinter dem Tresen auf der Arbeitsplatte ab, ihr Rücken ist soweit durch gebogen, dass mir meine Bandscheiben bei diesem Anblick weh tun.
In dieser Position können wir wegen ihres nach hinten gelegten Kopfes ihr Gesicht nicht erkennen, aber ihr genervtes Gestöhne und die Art, wie sie ihren Körper unter der Zunge ihres Liebhabers windet, lässt auch so erhebliche Zweifel an ihrer Befriedigung aufkommen.
Als wir angeführt von Antonin näher treten, erkenne ich, dass die dunklen Streifen auf ihren Armen und Beinen keineswegs modischen Ursprungs sind.
Sieht eher aus, wie Tattoos...
„Die besten kommen immer wieder zurück. Hallo Antonin, mein Hübscher", sagt sie mit rauchiger, unglaublich sanfter Stimme und nein...es sind keine Tattoos...
Sie entblößt bei ihrem lüsternen Lächeln ein paar beachtliche Reißzähne, verpasst ihrem Gönner einen Fußtritt, der ihn winselnd an eins der abgewetzten Sofas knallen lässt und kriecht auf dem Tresen...äh katzenartig auf den angesprochenen Todesser zu.
Trasher holt deutlich hörbar Luft, als sie unter einem der in die Decke eingelassenen Scheinwerfern durch kommt, der ihren Kopf anstrahlt.
Ihre untere Gesichtshälfte ist - abgesehen von den Reißzähnen - menschlichen Ursprungs, oberhalb der Nase allerdings offenbaren ein seidiges, gestreiftes Fell und schräg stehende, leuchtend grüne Augen eindeutig ihr wahres Wesen.
Als sie bei Antonin, der sich an das Holz des Tresens angelehnt hat, angekommen ist, geht sie vor ihm in die Hocke, so, dass ihre bemerkenswert glatte Scham direkt vor seinem Gesicht positioniert ist.
„Stell dich nicht so an, du wärst heute erst der vierte", schnurrt sie und umfasst mit beiden Händen seinen Kopf, den sie in ihren Schoß drückt.
Antonin stößt sie angewidert nach hinten, sie lässt sich fallen und landet nach einem perfekten Salto auf ihren hochhackigen Stillettos.
Sie krächzt ein heiseres, kehliges Lachen und schenkt uns allen Wodka pur ein.
Ihre Katzenaugen bleiben für einen Sekundenbruchteil an Trashers Narbe hängen, dann kniet sie sich neben die Zapfhähne auf die Arbeitsplatte und beugt sich, ihren Hintern dekorativ in die Luft gestreckt, zu uns nach vorne. Fehlt nur noch der nervös wedelnde Schwanz...
„Setzt euch und seid meine Gäste", lädt sie uns mit einem Lächeln, dass wohl freundlich sein soll, ein und wir nehmen auf den wackligen Barhockern Platz.
Ihr Liebhaber schleicht sich hinter die Bar und versucht sein Gesicht nun zwischen ihren Pobacken zu vergraben, sie faucht laut auf und schlägt mit plötzlich ausgefahrenen Raubtierkrallen nach ihm. Er flüchtet mit einem vierspurigen Kratzer quer übers Gesicht und sowohl Trasher als auch ich beobachten fasziniert, wie sich ihre Krallen wieder in schlanke, menschliche Finger verwandeln.
Wundere mich was Dolohows Frage bezüglich des Mondstandes sollte, die kommt mir auch ohne Verwandlung schon animalisch genug vor...
„Seit wann verkehrt ein Todesser offen mit einer Aurorin, einem Aristokratenknaben, einem Hobbygärtner und einem … Büffel?", fragt sie mit einem verführerischen Blick auf den bulligen, sehr männlichen Muggel, der scheinbar ihre überbeanspruchten Hormone in Wallung bringt und ich verschlucke mich an meinem eh schon scharfen Schnaps.
„Woher kennen Sie mich?", frage ich hustend, denn ich bin sicher, dass ich mich an eine Begegnung mit dieser Person erinnern würde.
„Das ist Felina, Herrin. Sie kennt so ziemlich jeden, Dank ihrer...weitreichenden Kontakte."
Bei der Bezeichnung Herrin ruckt ihr Blick zurück von Trasher zu mir und sie sagt das, was ich am wenigsten hören wollte.
„DU hast dir Snape geangelt? Ich beneide dich!"
Herrgott rennt hier irgendwo eine Amazone rum, an der Sev noch nicht dran war??!! Heiße Eifersucht durchströmt meinen Körper.
„Nein nein, kleine … Lady. Unsere Beziehung war rein geschäftlicher Natur...leider sind nicht alle Herren meinem Charme erlegen", erklärt sie mit einem beinahe traurigen Seufzen. Kann sie nur erneut verwundert anstarren.
„Werkatzen sind Empathen, Tonks. Sie kann die Gefühle anderer wahrnehmen", erklärt unser Experte und schmachtet die Schönheit, die nun über den Tresen direkt auf seinen Schoß springt, ungeniert an. Draco schreit entsetzt auf und zieht seinen Kopf ein, als fürchte er, sie würde jeden Moment explodieren.
Sie krallt sich mit ihren nicht mehr ganz so menschlich aussehenden Fingern in das Leder Trashers Schultern und umschlingt ihn mit ihren beneidenswert muskulösen Beinen.
„Ich dachte Silber ist ebenso tödlich für Werkatzen wie für Werwölfe?", fragt Draco. Keine gute Idee, diese beiden Wesen über einen Kamm zu scheren, was Felinas bedrohliches Fauchen deutlich zeigt.
„Wir sind doch nicht lykantroph, du reinblütiger Dummkopf! Sonst wäre es mir wohl kaum möglich, außerhalb des Vollmondes meine Gestalt zu wechseln!", ereifert sich die Katzendame. „Es genügt nicht Vertreter minderwertiger Rassen zu beißen, um solch bemerkenswerte Wesen hervor zu bringen, wie ihr hier vor euch seht. Wir werden geboren, so wie jedes andere, reinrassige Leben auch. Entstanden durch Beischlaf und Geburt. Außerdem rate ich dir, hier nicht so laut über Silber zu sprechen!", fügt sie hinzu, da sich ein paar lumpige Gestalten neugierig und angespannt nach uns umsehen.
„Ich wusste das!", beteuert Trasher schnell und zieht seinen Mantel auseinander, um sie Kontakt mit seinem schwarzen, silberdurchwirkten Hemd haben zu lassen.
Sie presst sich sofort eng an ihn und drückt sein Gesicht an ihren Busen, lässt zusätzlich ihr Becken kreisen.
„Können wir zuerst über Geschäftliches reden, bevor du ihn besteigst?", fragt Dolohow und hebt die zierliche Person an der Taille von Trashers Schoß runter, der es nicht ganz so schnell schafft, gewisse Bereiche mit seinem Mantel zu bedecken.
Felina wehrt sich nicht im geringsten gegen Antonins rüde Behandlung, er stellt sie hinter der Bar ab und lässt eine Ladung kaltes Wasser aus dem Hahn über ihren sichtbar erhitzten Körper laufen.
Dies hat allerdings nicht den gewünschten abkühlenden Effekt, denn nun starren alle drei, Draco, Neville und Trasher auf die steil aufgerichteten, dunklen Brustwarzen der durchtrieben lächelnden Katze. Dank des völlig durchnässten, weißen Tops mehr betont als bedeckt, ist sie sich ihrer Reize natürlich voll bewusst und genießt die fast am Boden hängenden Zungen der Männer vor ihr.
„Hmchrm."
Alle zucken zusammen und sehen sich verlegen nach mir um.
„Können wir dich kurz unter sechs Augen sprechen, irgendwo?", frage ich und Felinas Hüften wackeln anmutig voraus.
„Du passt auf sie auf, verstanden?", kommandiere ich Draco, der als einziger seinen Zauberstab hat und nun träumerisch nickt. Ich verpasse ihm eine leichte Ohrfeige, denn sein Blick hängt am knapp bekleideten Katzenarsch.
„Ja, schon gut, es wird schon nichts passieren", mault er und schenkt Neville und Trasher einen verächtlichen Blick, als würde ich ohne deren Anwesenheit gestatten, dass er weiterhin die Bardame angafft.
Dolohow und ich folgen Felina durch eine verborgene Spiegeltür in ein erstaunlich modern eingerichtetes Büro.
Links neben einem riesigen Aktenschrank hockt ein junger Mann auf der Fensterbank, sein Teint ähnlich goldbraun wie Felinas, die gleichen leicht schräg stehenden, normal braunen Augen und das rabenschwarze Haar lassen mongolischen Einschlag vermuten. Er scheint durch und durch Mensch zu sein und nickt uns beim Betreten des Büros freundlich zu, beugt sich aber sofort wieder über seine im Schoß liegenden Akten.
„Das ist Abaqa, mein Bruder. Du kannst offen sprechen, er versteht eure Sprache noch nicht richtig", stellt Felina vor und lässt ihr Fell verschwinden. Bis auf die Streifen im Gesicht, auf dem nun völlig haarlosen Kopf und entlang ihres Körpers erinnert bald nichts mehr an Katze, spätestens als sie eine verwaschene Jeansjacke angezogen hat, könnte man vergessen, dass sie eine männerverschlingende Nymphomanin ist.
Ich sehe mich in ihrem Büro um, das einen ganz und gar seriösen Eindruck vermittelt, sogar ein PC mit Flachbildschirm steht auf ihrem Schreibtisch.
„Was braucht ihr?", fragt sie und kaut auf einem Bleistift rum, wobei sie ab und zu ihre rau aussehende Zunge hervor blitzen lässt, was unsere drei Musketiere draußen bestimmt nervös machen würde... Nicht so Dolohow, der etwas misstrauisch ihren Bruder betrachtet.
„Hast du Mantikorschnurrhaare? Drachenherzfaser? Einhornmark?"
„Hast du eine Stabmacherlizenz? Einen Meister in Zaubertränke? Bist du Alchemist oder Heiler?", fragt sie zurück und funkelt Dolohow aus ihren grünen Augen an.
„Es ist wichtig."
„Das ist es immer, Antonin. Du weißt, dass der Verkauf von Kernen an Zivilisten hart bestraft wird", antwortet sie übertrieben gesetzestreu.
Antonin sieht nachdenklich durch den riesigen Einwegspiegel hinüber zu unseren drei Begleitern.
„Ich überlasse dir den Büffel."
„Hey!", schalte ich mich ein und Felina lacht wieder dieses kehlige Lachen, das sich, je näher sie Dolohow kommt, in vibrierendes Schnurren verwandelt.
Sie streckt ihre Zunge heraus und leckt genüsslich über Antonins linke Wange.
„Den kann ich jederzeit haben, der würde sofort explodieren, wenn ich das mit ihm machen würde. Biete mir etwas besseres an. Etwas, dass ich noch nicht hatte. Dich zum Beispiel."
„Hallo? Keiner meiner Leute wird sich in diesem Drecksschuppen prostituieren!", merke ich an und sie steuert nun auf mich zu.
Sie fährt mit einer sehr scharfen Kralle über meinen Unterkiefer und sieht ein bisschen überrascht aus, als meine Haare rot werden.
„Du kannst ihr Haar als Kern verwenden, pack noch das der Wölfin dazu und du hast schon zwei Zauberstäbe, zumindest an Vollmond", sagt sie lachend und ich starre auf die gerade eintretende Bellatrix Lestrange.
(A/N: DAS wäre ne gute Stelle fürn Cliff gewesen, oder *muhahaha*)
*****
„Felina? Schwing deine stinkende Katzenmöse raus, miez miez!!", brüllt Bella und klopft mit quietschenden Nägeln auf den Holztresen. Sie erkennt natürlich ihren über alle Maße verblüfften Neffen, der sich nicht rührt, beim grauenerweckenden Anblick seiner Tante.
Sie sieht mittlerweile ähnlich wölfisch aus, wie ihr Erschaffer Greyback, ihr Haupthaar wird an mehreren Stellen von ihrem schwarzen Fell durchbrochen, ihr verbliebenes Auge ist blutig unterlaufen und besitzt, sofern möglich, einen noch irreren Ausdruck.
An ihrer linken Hand fehlt der Ringfinger, die übrigen Nägel sind eigenartig verhornt und unappetitlich grau, nach unten gebogen und teilweise abgesplittert. Entweder gefällt ihr das Werwolfdasein mittlerweile so gut, dass sie sich nicht mehr richtig zurück verwandelt, oder die misslungene Apparation in verwandelter Form mit Sev hat mehr Schaden hinterlassen, als mir bei unserem letzten Zusammentreffen in Malfoy Manor aufgefallen ist.
„Verzeih, Liebster. Kundschaft", schnappt Felina und verwandelt sich wieder in ihre Halbkatzengestalt. Diesmal allerdings mit deutlich ausgeprägterem Raubtiergebiss und scharfen Krallen. Praktisch, wenn man sein körpereigenes Waffenarsenal den Gegebenheiten anpassen kann.
Bella legt kumpelhaft ihren Arm um Dracos Schultern, der wohl beschlossen hat, sie einfach zu ignorieren, ab und zu aber verstohlen in den Spiegel schaut.
„Dein Vater würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, mit was für Pack du dich abgibst, Draco", zischt sie ihn an und lacht urplötzlich laut gackernd.
„Ups, er ist ja gar nicht gestorben...haha... der war gut..."
Sie wischt sich etwas Hirnwasser, das an ihrer Wange unter der Prothese durch läuft ab und hält Ausschau nach der Wirtin.
„FELINA!"
Besagte Bardame nähert sich ihr mit nervös in alle Richtungen zuckenden Ohren, Dolohow geht ganz nah an den Spiegel um jedes gesprochene Wort verstehen zu können.
„Da bist du ja endlich. Hattest noch einen drin stecken, was?", kommentiert Bella und grinst so breit, dass ich sehen kann, wo ihr Gaumen aufhört und die Prothese anfängt.
„Sag was du willst und dann verpiss dich, Trixie", faucht Felina und lässt ihre Krallen noch ein paar Zentimeter länger werden.
„Prust, komm schon, du weißt, warum ich hier bin. Los mach schon, ich habs eilig!"
Sie zieht vorsichtshalber ihren Zauberstab, denn Draco lässt seinen - ganz der Katzenbeschützer - heraus rutschen, mit einem mächtigen Satz ist Felina über ihren Tresen gesprungen und wirft Bellatrix samt Barhocker um.
„Keine Magie hier drin, du kennst die Hausordnung!", knurrt sie auf der Brust der Todesserin hockend und meine Nackenhaare stellen sich auf, als sie bedrohlich faucht. Oh man, sie hätte ohne Magie keine Chance gegen die Todesserin...
Dolohow legt seine Hand auf meinen Arm, als ich zu Hilfe eilen will.
„Nicht, wir hätten die ganze Meute gegen uns, wenn wir uns hier duellieren."
Mein Blick wandert zu den aus allen Löchern kriechenden Werwölfen, fast alle im Besitz eines Zauberstabes.
„Schon gut, schon gut, ich setze mich einfach da hin und warte. Wie die Hausherrin wünscht", ergibt sich Bellatrix und Felina lässt sie aufstehen. Felina winkt ihren wölfischen Gästen abwehrend zu, um zu verdeutlichen, dass sie alleine klar kommt.
Auch Bellas Auge verweilt kurz auf Trashers Saturnzeichen und sie nähert sich nun Neville.
„Longbottom, Longbottom... Du siehst deiner Mutter jeden Tag ähnlicher! Wirklich beeinduckend, deine Glubschaugen quellen bestimmt genauso aus deinem Kopf, wenn du dich unter meinem Crucio windest, wie ihre!", höhnt Bella,
Neville reißt Draco den weißen Stab aus der Hand und schleudert diesen Mumienfluch auf Bellatrix, die ihn jedoch mit einem leichten Schwenk ihres Stabes abwehrt.
„Na sieh einer an. Hast ein neues Spielzeug gefunden, Antonin?", fragt sie, sich suchend um blickend und Dolohow lässt meinen Arm los.
Felina zieht plötzlich ihre Krallen über Nevilles Unterarm, der schmerzerfüllt aufschreit.
„Keine Magie, das gilt auch für euch!", faucht Felina.
Neville nickt beschämt, hält dich seinen blutenden Arm und Draco nimmt ihm wütend seinen Stab wieder ab.
„Mach das nicht nochmal, Longbottom!", knurrt Draco ihn an und Bella lacht dieses irre Lachen.
„Hat Snape, der dreckige Verräter, nicht genug Gold, um jedem einen Stab zu kaufen? Schon blöd, wenn man nicht über ausreichende Ressourcen verfügt."
Sie zieht mit Seitenblick auf Draco einen kleinen Samtbeutel aus der Tasche, auf dem das Malfoyfamillienwappen eingestickt ist und wirft ihn auf den Tresen.
„Den Trahank!", fordert sie ungeduldig und Felina kehrt in ihr Büro zurück.
„Welcher Trank?", frage ich sie, doch sie winkt ab, öffnet einen in die Wand eingelassenen Safe und drückt Dolohow eine kleine Holzkiste in die Hand, eine Flasche mit schlammigem Inhalt bringt sie zu Bellatrix hinaus.
„Du gestattest doch, dass ich dein Erbe ein wenig schmälere, Dracobaby?", fragt nun Bellatrix und Draco schafft es, sie weiterhin zu ignorieren. Ich kann trotzdem an der unschönen Rotfärbung seines Gesichts den in ihm brodelnden Zorn erkennen.
„Ich muss das doppelte verlangen. Nicht gerade einfach an Wolfsbanntrank zu kommen im Moment", erklärt Felina der Wölfin, die überheblich grinsend ein paar zusätzliche Galleonen auf den Tresen wirft, bevor sie ihr Wort wieder an Draco richtet.
„Dein Name und dein Gold öffnet immer noch alle Türen, zu dumm, dass du das nicht zu schätzen weißt", wieder dieses irre Lachen. „Umso besser für mich und meine geflügelten Freunde." Sie zieht eine lange Goldkette aus ihrem Ausschnitt an der ein kunstvoll verziertes Amulett baumelt, drückt ihren Zauberstab darauf und dissappariert. Soviel zum Thema Apparationssperre...
Ich rase zur Barkatze und packe sie an den Schultern.
„Du unterstützt die? Hast du auch nur den Hauch einer Ahnung, wer das ist und für wen die arbeitet?"
„Eine stets bar zahlende Kundin! Mich interessiert nicht, was sie außerhalb meines Territoriums treibt!", faucht sie mich an und schüttelt meine Hände ab.
Dolohow nimmt mich wieder am Arm und wirft Felina eine magisch verkleinerte Tasche zu, die nach seinem Engorgio! ekelerregend stinkt.
Sie wirft einen Blick hinein und strahlt übers ganze Gesicht. Aha, er darf hier drin zaubern?!
„Misolhaut? Wer war der Wirt?", fragt sie, mit drohendem Blick die sich anschleichenden Werwölfe abwehrend.
„Nott", antwortet Antonin und sie leckt sich über die Lippen.
„Immer wieder gerne, Antonin und denk an meine Lieferung, hörst du? Sag ihm, er soll was gegen Räude beimischen, die Kerle hier sind alle verseucht."
Dolohow winkt uns dreien zu und wir verlassen die schummrige Bar.
*****
„Räude?", frage ich neben Antonin her rennend, der in bester Snapemanier voraus stürmt.
„Lord Snape versorgt sie schon seit Jahren mit einem Antiinfektionstrank, ohne den wäre sie schon längst an irgendeiner caniden Seuche krepiert", antwortet Dolohow und bleibt plötzlich so abrupt stehen, dass ich gegen ihn laufe.
„Kreisformation, schnell!" befiehlt er und schiebt Neville hinter sich. Draco und ich stellen uns so auf, dass Trasher und der zauberstablose Hobbygärtner in unserer Mitte stehen, Dolohow lässt seinen Zauberstab mit einer Silberschicht überziehen.
Bellatrix und noch sechs weitere Werwölfe mit auf uns gerichtete Zauberstäbe lösen sich aus dem Schatten der Müllcontainer, Dolohow murmelt was von noch sechs Meter bis zur Apparationsgrenze und mich ergreift ein kleines bisschen Panik.
Severus, JETZT wäre ein guter Zeitpunkt, um aufzutauchen!
„Antonin Dolohow, wie er leibt und lebt. Man erzählt sich, du bist jetzt einer von den Guten!", höhnt Bellatrix und ihre Meute bricht in kläffendes Gelächter aus. Einige der Männer kenne ich noch aus Greybacks Rudel, der nahezu edle Zustand ihrer Umhänge lässt vermuten, dass sie ebenfalls für den Fürsten und/oder Lucius arbeiten.
„Fickst du die alle, Bella, denn die kleine Flasche reicht kaum aus, um die alle bei Vollmond zu kontrollieren", kontert Dolohow und Bellas Grinsen wird ein bisschen schwächer.
„Ich tue, was nötig ist, genau wie du, Toni. Lutscht Longbottom etwa besser als ich?", fragt sie, während uns das Rudel einkreist.
Fünf Personen, davon zwei unbewaffnet, bzw. ohne Magie gegen sieben offensichtlich gut genährte, gesunde, zauberstabbesitzende Werwölfe, kurz vor Vollmond. Tolle Idee, hier her zu kommen...
Bella schleudert unvermittelt einen Crucio auf Neville, der halb ihn, halb Draco trifft und beide brechen laut schreiend zusammen.
Glas zersplittert, Dolohow hat die mit animalischen Reflexen gesegnete Bellatrix um Millimeter verfehlt und eine Fensterscheibe des gegenüberliegenden Hauses getroffen. Er wird von zwei Angreifern gleichzeitig um gerannt, nahezu synchron schleudert Bella einen Avada auf mich.
Gott sei Dank werde ich von Trasher gerettet, der mich einfach umrempelt.
Der Fluch zerschlägt die Bartür, was Bellatrix ein spöttisches „Ups!" entfahren lässt.
Chaos entsteht, nahezu alle anwesenden Werwölfe knurren, heulen, fletschen ihre mächtigen Wolfsgebisse.
Ich beschwöre einen stabilen Protego um uns herum, der sich aufrappelnde Draco schleudert ununterbrochen Todesflüche auf seine Tante. Bellatrix durchbricht mühelos meine Schutzzauber, in Gedanken verfluche ich meinen Gatten für ihre hervorragende Ausbildung.
Der todessehnsüchtige Muggel versucht mit gezielten Faustschlägen die nun angreifenden Wolfsmänner, die wohl lieber mit Körperkraft statt Magie kämpfen, in Schach zu halten.
Irgendwo muss ein Nest sein, immer mehr, zum Teil geifernde Kerle greifen uns an, hinzu kommen einige furchteinflößende Gestalten aus der Bar, die wohl denken, wir wollten sie – also die Werwölfe allgemein- angreifen.
Bald schon liegen nicht wenige sich vor Schmerzen krümmend mit einer ordentlichen Silbervergiftung am Boden, wir alle haben unsere Mäntel abgeworfen, da im Moment die Bedrohung durch die Wölfe größer ist, als die durch Flüche.
Trasher fliegt, von einem der Werwölfe geworfen an eine Hauswand und bleibt mit gebrochenem Arm liegen. Die Wolfsmänner stürzen sich Kamikaze- mäßig auf uns, ignorieren die schweren Verletzungen, die unsere Hemden bei ihren Kameraden hinterlassen.
Draco schreit auf, als ein Todesfluch ihn knapp verfehlt, neben ihm in einem Müllcontainer einschlägt und er von mehreren Aluminiumsplittern getroffen wird.
Mein Arm brennt. Die Luft vibriert. Es wird dunkel. Endlich!
Wieder einmal kann ich Sev zuerst spüren, bevor er sich hinter mir materialisiert.
Einige der Werwölfe, die ihn noch von früher kennen, disapparieren Bellas Kommandogebrüll zum Trotz.
All unsere Gegner gehen in Deckung, einzig Bellatrix bleibt mit einem überheblichen Grinsen vor uns stehen.
Sie steckt ein Lied summend ihren Stab ein und geht auf uns zu.
Sev lässt Trasher zu sich rutschen, Draco und Dolohow, beide aus mehreren Wunden blutend, gesellen sich zu uns und Neville stellt sich immer noch krampfig zuckend neben mich.
„Wie süß der neue Lord sich um seine Schäfchen sorgt, taucht sofort auf, als sie Aua Aua haben", schnarrt Bellatrix und tritt direkt vor Severus.
„Verschwinde!"
Sevs Stimme vibriert genau wie seine schwarze Aura, kann ihm deutlich ansehen, dass er die verunstaltete Hexe nur zu gerne an ihrem dürren Hals packen und erwürgen würde.
„Hach, so unerträglich zornig mag ich dich am liebsten, Snape. So unbeherrscht, brodelnd... Ganz der Dunkle Lord! Ich sehe in deinen schwarzen Augen, was du gerne mit mir machen würdest, Schniefi. Merlin, du bebst ja vor Zorn!"
Sie streckt ihre Hand nach ihm aus, stoppt aber kurz bevor ihre Haut sein Silberhemd berührt und streicht ihm über die Wange. Sie zieht eine übertrieben traurige Schnute.
„Weißt du, niemand reißt mir einfach so den Finger ab, Snape... Da du nicht da warst, musste ich IHN für diese Schandtat bestrafen...", schmollt sie und mein Herz setzt ein paar Takte aus.
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Alles was euch bei der Werkatze unbekannt vorkommt, haben Morti und ich erfunden, es gibt nur wenig, zu dieser Story passendes Material über diese faszinierenden Wesen, also haben wir uns die schöne Felina zurecht gesponnen. Sehr schickes Foto im Pinklexikon, made by SisX-siehe Linkliste.
