5.25 - Have yourself a merry little Christmas
Have yourself a merry little Christmas.
Let
your heart be light,
From now on our troubles
Will be out of sight. Have
yourself a merry little Christmas,
Make the
Yule-tide gay,
From now on our troubles
Will
be miles away. Here we are as in olden days,
Happy golden days of yore,
Faithful
friends who are dear to us
Gather near to us once
more. Through the years
We
all will be together
If the Fates allow,
Hang
a shining star
On the highest bough,
And
have yourself
A merry little Christmas
now.
Die Geschichte des Weihnachtsfest
beinhaltet nicht nur ein gemütliches beisammen sein. Im
Gegenteil. Im 17. Jahrhundert wurde es sogar abgelehnt, es zu feiern.
Heute stellt sich mehr die Frage, ob der eigentliche Gedanke noch
gewürdigt wird oder mehr die Kaufhäuser sagen, was zu einem
traditionellen Fest dazu gehört. Denn ein Fest, dass in Zwängen
ausartet (Derek kitzelt Meredith so lange, bis sie endlich
wach wird. Geschockt sieht sie, dass es noch früh am Morgen ist)
oder nur noch mit Arbeit verbunden ist (Mark schleppt
einen Umzugskarton durch das Wohnzimmer und fällt fast über
Cristina, die am Boden kniet und etwas wegräumt) hat
nichts mehr mit der ursprünglichen Bedeutung zu tun. Oft sind es
dann aber außergewöhnliche Ereignisse, die uns wieder
daran erinnern, warum Weihnachten ein fröhliches Fest sein kann
(Alex und Izzie, die Jonathan auf dem Arm trägt,
betreten das Krankenhaus).
Merediths/Dereks Haus
Meredith saß noch mit halb geschlossenen Augen vor einem für ihren Geschmack viel zu großen Baum. Allerdings wusste sie schon von Alex, dass Izzie bei ihnen einen noch viel größeren ausgesucht hatte und er auch in diesem Jahr wieder reichlich beschmückt war. So gesehen hatte sie mit Derek durchaus mehr Glück, der sich sichtlich zurückgehalten hatte. Abgesehen von der Tatsache, dass er sie um kurz vor 6 an ihrem freien Tag aus dem Bett gezerrt hatte. Mit einem kindlich strahlenden Grinsen stellte Derek ihr ein Geschenk hin.
„Für mich? Das wäre doch nicht nötig gewesen, Hase." Sie klatschte in ihre Hände und hüpfte auf und ab.
„Okay, du magst es nicht so früh geweckt zu werden. Aber lass bitte diese Spitznamen." Derek sah seufzend zu ihr hinüber und starrte das Geschenk an, das er Meredith hingestellt hatte. Da sie ihn jetzt schuldbewusst anblickte, grinste er sie schief an. „Mausi."
Mit den Augen rollend, aber einem Lächeln auf den Lippen löste sie das Geschenkband und riss das Papier hinunter. Das Lächeln erstarb sofort und wurde durch ein blankes Entsetzen abgelöst. „Ein Toaster? Du schenkst mir an unserem ersten Weihnachtsfest als Ehepaar einen Toaster?"
„Ja." Derek strahlte über das ganze Gesicht. „Er ist sehr leicht zu bedienen und außerdem gibt es lustiges Zubehör." Er tippte auf die Verpackung. „Damit kann man die Toastscheiben aufwerten. Ein Smilie Gesicht oder eine Kaffeetasse. Toll nicht?"
„Derek, ich weiß nicht, ob ich ihn dir an den Kopf knallen soll oder dich gleich einliefern lasse." Sie hielt ihm die Verpackung vor die Nase. „Es ist ein Toaster, Derek. Ein Toaster."
„Ich halte fest, dass du nicht nur ungern so früh aufstehst, sondern auch nicht dankbar für tolle Geschenke bist." Er ignorierte ihre gehobene Augenbraue und griff hinter sich, um ein weiteres Päckchen hervor zu ziehen. „Trotzdem bekommst du noch dein anderes Geschenk." Freudig strahlend hielt er es hin, stand dann aber sofort vom Boden auf.
„Hast du Angst, dass ich dir das wirklich an den Kopf werfe?" Sie beobachtete wie er um sie herum ging.
„Mach es schon mal auf. Ich hab etwas in der Küche, wonach ich sehen sollte." Er deutete mit dem Finger auf das Geschenk, was noch immer in Merediths Händen lag.
„Hast du das Waffeleisen vergessen einzupacken?" Sie grinste ihn schief an. Als Derek verschwunden war begutachtete sie kurz die Form des Geschenkes und empfand es als sicher, es doch zu öffnen. Kaum hatte sie das Papier entfernt, beschleunigte sich ihr Atem, da sie darin ein viel zu teures Collier vermutete. Vorsichtig lugte sie hinein, doch kaum sah sie was drin war, weiteten sich ihre Augen. „Ein Hundehalsband? Derek, was soll das?"
„Ließ die Widmung." Derek war wieder im Wohnzimmer angekommen, hielt aber einen gehörigen Abstand zu Meredith.
„Doc 2.0. Derek, was soll das?" Sie drehte sich um und sah wie Derek mit einem kleinen Welpen auf dem Arm auf sie zukam.
„Wir suchen uns definitiv einen neuen Tierart und ich bestehe nicht auf Doc 2.0." Erklärte er leise als er ihr den Welpen in die Arme legte und sich wieder neben sie setzte.
Kaum spürte Meredith das weiche Fell, entspannte sie sich merklich und sah Derek fragend an. „Aber du hast doch gesagt, dass es dir zu viel Arbeit sei."
„Dein Gesichtsausdruck von eben ist mir die Arbeit wert." Er küsste sie sanft auf die Lippen. Gerade als er den Kuss vertiefen wollte, spürte er eine kleine Zunge auf seiner Wange und löste sich deswegen wieder von Meredith. Er hob in Richtung des Welpen den Zeigefinger. „Oh nein, wenn Herrchen Frauchen küsst, dann hast du Sendepause."
„Dann hat er ja nie was zu melden." Merkte Meredith grinsend an. Da sie sich mit dem Hund beschäftigte, konnte sie nicht sehen wie Derek erneut hinter sich griff. Erst als er ihr ein drittes Päckchen vor die Nase hielt, nahm sie ihn wieder richtig war. „Derek das ist zu viel. Wir haben ein Geschenk gesagt."
„Und das ist mein Geschenk. Du glaubst doch nicht, dass der Toaster ernst gemeint war. Und der kleine hier soll eigentlich ja auch unser Hund sein." Er wedelte mit dem Geschenk so lange vor ihr herum, bis Meredith ihm den Welpen auf den Schoß setzte und dann das Päckchen aus der Hand nahm. Während er den Welpen hinter den Ohren kraulte, beobachtete er wie sich Merediths Gesicht von freudig erregt zu total schockiert wandelte. Bevor sie ausholen konnte, um ihm eine zu verpassen hielt er ihr den Welpen vor die Nase, so dass sie sich schnell wieder beruhigte. „Bevor du anfängst, dass es zu teuer ist. Es hat dir gefallen als wir daran vorbei sind und es macht mir Freude, es dir zu schenken."
Meredith betrachtete sich das teure Collier in ihrer Hand und sah dann zu Derek hinüber, der sie breit angrinste. Sie beugte sich zu ihm hinüber und küsste ihn sanft, wurde dann aber von einer feuchten Zunge unterbrochen, die eindeutig nicht Derek gehörte. „Wenn Frauchen Herrchen küsst, dann hast du Sendepause." Sie mimte Dereks Bewegung nach als sie den Welpen ansah, wandte aber kurz darauf ihren Blick wieder auf Derek. „Danke, für die Geschenke. Ich hoffe, dass dir meines auch gefällt." Sie beugte sich zur Seite, um sein Geschenk hervorziehen zu können.
„Bestimmt." Er setzte den Welpen vor sich ab und nahm dann mit einem Grinsen ihr Geschenk entgegen. Kaum hatte er die Schachtel geöffnet, verschwand sein Grinsen wieder. „Meredith."
„Was? Dir hat die Uhr gefallen und es macht mir Freude, dir so etwas zu schenken." Sie küsste ihn auf die Wange während er sich die Uhr über das Handgelenk streifte. Da er abgelenkt war, stand sie auf und nahm ein weiteres Päckchen hervor, was sie ihm dann auch schnell hinhielt. „Weil du ein braver Junge warst, gibt es sogar noch etwas." Um ihre Nervosität zu überspielen, schnappte sie sich den Welpen, der gerade das Geschenkpapier mit seinen Zähnen testete. Sie biss sich auf die Unterlippe, während Derek neugierig das Geschenk öffnete und dann augenblicklich erstarrte. Da er keinen Ton, geschweige denn eine Regung von sich gab, räusperte sie sich hörbar. „Gefällt es dir?"
„Meredith." Er räusperte sich, um den Kloß im Hals zu beseitigen, was ihm aber nur schwer gelang. „Ist das nur noch mal eine Erinnerung oder ist es…" Tief durchatmend sah er zu Meredith hinüber, die jetzt den Welpen wieder auf den Boden setzte und näher an Derek heranrückte. „Meredith bist du?"
„Ich hoffe, du bist mir nicht böse, denn ich weiß es schon eine Weile. Aber ich dachte, dass es ein schönes Weihnachtsgeschenk sei." Als sie sah, dass Dereks Hände zitterten, nahm sie ihm die Schachtel mit einem Paar Babyschuhen aus der Hand. Sie nahm danach seine Hände in ihre und drückte sie leicht.
„Wie weit bist du schon?" Dereks Stimme kam nur noch einem Flüstern gleich als eine Träne seine Wange hinunterlief.
„7. Woche." Antwortete sie mit erstickter Stimme und das nächste was sie spürte, waren Dereks Arme um ihren Körper. „Kann ich davon ausgehen, dass ich deinen Geschmack getroffen habe, was Geschenke angeht?"
Derek löste die Umarmung wieder, um ihr in die Augen sehen zu können. Mit seinem Daumen wischte er sanft eine Träne von ihrer Wange, dann nahm er ihr Gesicht zärtlich in seine Hände und küsste sie. Auch als er neben sich ein dezentes Bellen hörte, vertiefte er den Kuss dieses Mal und die beiden ließen erst voneinander, als sie wieder zu Atmen kommen mussten. Mit einem Lächeln auf den Lippen legte er eine Hand auf ihren Bauch. „Du wirst dich nächstes Jahr anstrengen müssen, um das Geschenk zu übertreffen." Er seufzte glücklich auf und legte seine Stirn auf ihre. „Ich liebe dich, Meredith."
Sie legte ihre Hand auf seine, die noch immer auf ihrem Bauch ruhte. „Ich dich auch."
Kardio-Abteilung
Mit angestrengtem Gesicht starrte Alex auf den Monitor, während Dr. Valdez mit dem Ultraschallkopf über Jonathan's nackten Brustkorb fuhr und gleichzeitig versuchte, eindeutige Bilder zu bekommen, während er das zappelnde Baby festhielt.
Izzie nahm den Schnuller und steckte ihn ihrem Sohn in den Mund. „Schsch ... ist ja gleich vorbei", redete sie beruhigend auf ihn ein, während sie mit der anderen Hand über sein Köpfchen strich. Sowohl der Schnuller als auch Izzie's Streicheln zeigten Wirkung. Jonathan wurde ruhiger und ließ die Untersuchung brav über sich ergehen.
Dr. Valdez nickte zufrieden. Er wies auf eine Stelle im Monitorbild. „Sehen sie!" wandte er sich Alex zu. „Hier kann man den Ductus arteriosus gut erkennen." Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. "Und so wie es aussieht, beginnt er sich langsam zu schließen. Die Medikamente haben gut angeschlagen."
Eine Zentnerlast fiel von Alex' Schultern. „Heißt das, er braucht keine Operation?" fragte er noch mal vorsichtig nach.
Dr. Valdez nickte lächelnd. „Genau das heißt es."
Izzie konnte nicht anders. Die Anspannung und die Sorge um ihr Baby, die sie über Wochen begleitet hatte, entlud sich in einem befreienden Tränenausbruch.
Beunruhigt sah Alex zu ihr hinüber, während Dr. Valdez irritiert die Stirn runzelte. „Nun, ich dachte, das wäre eine Nachricht zum Freuen und keine zum Weinen", sagte er.
Alex war aufgestanden und hatte sich hinter Izzie gestellt, die mit zitternden Händen dabei war, Jonathan wieder anzuziehen. „Alles okay?" raunte er ihr zu.
Izzie nickte, während sie sich die Tränen von der Wange wischte. Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass es nicht nur wegen Jonathan war, weshalb ihr gerade die Nerven durchgegangen waren. Es gab noch etwas anderes, dass sie seit einigen Wochen beschäftigte: Die Frage, ob sie wieder schwanger war. Tatsächlich hatte sie nach Jonathan's Geburt ihre monatliche Blutung nur einmal bekommen und nun wartete sie bereits seit Wochen vergeblich darauf. An sich keine Besonderheit, denn normalerweise konnte es Monate dauern, bis sich der gewohnte Zyklus wieder eingespielt hatte. Doch Izzie machte sich trotzdem Sorgen, denn die „Kondom-Panne" lag ihr schwer im Magen. So schwer, dass sie seitdem nicht mehr mit Alex hatte schlafen können, ohne ständig die Befürchtung zu haben, schwanger zu werden. Wobei es auch keinen Unterschied mehr machte, wenn sie bereits schwanger war. Gedanken, die sie seit Wochen quälten und beschäftigten. Heute war nun der Tag, wo sie es genau wissen wollte. Zu diesem Zweck hatte sie sich verschiedene Schwangerschaftstests in der Krankenhausapotheke besorgt, die sie auf der Damentoilette machen wollte. Sie musste nur noch einen Grund finden, Alex eine Weile loszuwerden. Und sie fand ihn, als Jonathan den Schnuller ausspuckte und zu weinen anfing.
„Er hat Hunger!" Geradezu erleichtert sprang Izzie auf, während sie das Baby an sich drückte. „Ich werde mir einen Platz suchen, wo ich ihn in Ruhe stillen kann", sagte sie hastig und ging zur Tür.
„Wir sind jetzt sowieso fertig hier", warf Dr. Valdez ein. „Ich lasse sie jetzt alleine, damit sie ihren Sohn in Ruhe stillen können."
„Nein, schon gut." Izzie lächelte nervös, während sie versuchte, Alex' kritischen Blick zu ignorieren. „Machen sie sich keine Mühe. Ich finde schon ein anderes Plätzchen." Sie griff nach der Wickeltasche und schob sich den Riemen über die Schulter.
„Izzie?" Alex verstellte ihr den Weg und sah sie leicht befremdlich an. „Soll ich vielleicht mitkommen?"
Sie konnte die Besorgnis aus seiner Stimme heraushören. Aber das war nicht der Zeitpunkt, Gemeinsamkeiten auszutauschen. Sie wollte diesen Test alleine machen. Und wenn er positiv sein sollte, wollte sie den Zeitpunkt selber bestimmen, um es ihm zu sagen. Im umgekehrten Fall brauchte sie vielleicht gar nichts zu sagen. „Es geht mir gut", sagte sie ruhig. „Wir treffen uns nachher in der Cafeteria, einverstanden?" Als sie sah, wie er den Mund öffnete, um noch etwas zu sagen, presste sie schnell ihre Lippen darauf. Sie ignorierte seinen verblüfften Gesichtsausdruck, nickte Dr. Valdez noch einmal dankbar zu und verließ dann eilig den Behandlungsraum.
Im Krankenhaus
Meredith setzte sich hinter den Tresen der Schwesternstation. Etwas nervös kraulte sie den Welpen, der schläfrig auf ihrem Schoß Platz genommen hatte. Sie sah immer wieder auf, da sie unter keinen Umständen erneut von Bailey mit einem Hund erwischt werden wollte. Zumindest könnte sie es Derek in die Schuhe schieben, der ins Krankenhaus gerufen worden war. Gerade als sie die unangenehmen Gedanken wieder verdrängt hatte, hörte sie genau die Stimme, die ihr die Haare zu Berge stehen ließ. Schnell setzte sie den Welpen auf den Boden.
„Was machen sie denn hier?" Bailey legte eine Krankenakte vor sich hin und sah neugierig zu Meredith hinüber, die sie nervös anlächelte.
„Derek wurde rein gerufen und ich begleite ihn nur." Antwortete Meredith etwas gequält, weil sie dem Welpen den Fuß vor die Nase halten musste, damit er nicht um den Tresen tapste.
Bailey bemerkte, dass Meredith sich unwohl fühlte und sah sie stirnrunzelnd an. „Ist alles bei ihnen in Ordnung? Sie waren in den letzten Tagen schon so blass und heute…" Sie hörte ein leises winseln und ihre Falten auf der Stirn wurden noch tiefer. „Was war das?"
„Was?" Meredith rang sich ein unschuldiges Gesicht ab. „Mein Stuhl quietscht wohl etwas."
„Ihr Stuhl." Bailey legte jetzt ihre Akte zur Seite und sah zu einer Krankenschwester hinüber, die grinsend auf etwas hinter dem Tresen deutete. „Was ist da?"
„Nichts. Da ist nichts." Meredith schüttelte den Kopf. Noch immer versuchte sie den Welpen hinter dem Tresen zu halten, doch da er ihre Bemühungen mit dem Fuß als Spiel verstand, bellte er auf während er um den Fuß umher sprang. Meredith zuckte zusammen.
„War das ein Bellen?" Bailey kam jetzt interessiert herum und sah Meredith erbost an. „Sagen sie mir, dass das nicht schon wieder ein Hund ist."
„Das ist nicht schon wieder ein Hund, aber ich kann es erklären." Meredith nahm den Welpen wieder auf den Schoß.
„Da bin ich aber gespannt." Bailey stemmte ihre Hände in die Seite.
Meredith sah zu Bailey hoch und nahm kurz Luft. Dann schloss sie wieder den Mund und kraulte nervös hinter dem Ohr des Welpen, der freudig bellend mit dem Schwanz wedelte. Für einen Moment war sie dadurch abgelenkt, erst als Bailey sich räusperte, sah sie wieder auf. „Oh, die Erklärung. Das war so. Er ist neu bei uns." Sie deutete lächelnd auf den Welpen. „Derek hat ihn mir geschenkt. Eigentlich uns, aber irgendwie auch wieder mir, weil ich wieder einen Hund wollte. Es ist ein Australian Shepherd." Erklärte Meredith voller Stolz.
„Dr. Shepherd, ich werde hier nicht jünger. Was macht der Hund hier." Ungeduldig rollte Bailey mit den Augen.
„Richtig, der Hund. Also da ich Derek begleiten wollte, hätten wir ihn allein lassen müssen." Seufzend strich Meredith ihm über das Fell. Allein der Gedanke, ihn allein lassen zu sollen erschien ihr als absurd, weswegen sie wieder begann den Welpen zu kraulen. Erneut musste Bailey auf sich aufmerksam machen, was Meredith dieses Mal aufschreckte. „Wir konnten ihn doch nicht allein lassen. Er ist noch viel zu klein."
„Weswegen es auch eher unverantwortlich ist, dass sie sich einen Hund anschaffen." Bailey schüttelte darüber fassungslos den Kopf.
„Wer hat einen Hund?" Chief Webber war unbemerkt dazu gekommen und sah von Bailey zu Meredith, die erneut zusammenzuckte, woraufhin er ebenfalls um den Tresen kam. „Das ist ein Hund."
„Ein Australian Shepherd." Meredith hielt den Welpen dem Chief entgegen, der aber einen Schritt zurücktrat und mit den Händen abwinkte.
„Es ist ein Welpe. Der wird sie schon nicht zerreißen." Bailey verdrehte die Augen als sie dem Hund sachte den Kopf tätschelte. „Allerdings birgt das erneut die Frage, wie sie die Zeit für dessen Erziehung aufbringen wollen."
Meredith setzte den Welpen wieder auf ihren Schoß und überlegte für einen Augenblick, ob sie die Nachricht ohne Derek an ihrer Seite verkünden sollte. Da sie sowohl die Augen von Bailey als auch die des Chief auf sich spürte, atmete sie noch einmal tief durch. „Das wird wohl bald kein Problem mehr sein, da ich kürzer treten muss."
„Aha, und weswegen müssen sie kürzer treten?" Fragte der Chief stirnrunzelnd nach.
„Oh nein, jetzt sagen sie nicht, dass sie." Baileys Augen hatten sich leicht geweitet. Sie musterte Meredith genau, auch wenn sie sich sicher war, dass man noch nichts verräterisches entdecken konnte.
Webber sah zu Bailey. „Was ist sie?" Sein Blick wanderte danach zu Meredith, die nervös unter sich sah. „Was sind sie?"
„Das heißt, dass sie sich vernünftig verhalten und sich an die Anweisungen halten?" Bailey hob eine Augenbraue, nachdem Meredith zaghaft nickte. „Hoffentlich, ich mache das nicht noch ein zweites Mal mit. Ich werde aber Derek auf sie ansetzen, da ich mir sicher bin, dass er den Verlauf aufmerksamer verfolgen wird."
„Welcher Verlauf?" Meldete sich Webber wieder und sah mit einem verdutzten Gesichtsausdruck zu Bailey, die erneut den Kopf schüttelte. „Können sie mir jetzt bitte sagen, was hier los ist?"
„Ich bin schwanger." Meredith sah verlegen zu Webber, der sie überrascht ansah.
„Oh, ich… gratuliere." Webber nickte ihr jetzt lächelnd zu.
„Ich gratuliere ihnen natürlich auch. Allerdings werde ich jetzt auch ein Auge auf sie haben." Bailey hob warnend den Zeigefinger. „Ich wünsche ihnen noch einen schönen Feiertag." Sie sah noch einmal zu Webber, dann nahm sie ihre Krankenakte wieder in die Hand und verschwand den Gang hinunter.
„Ich muss auch wieder weiter. Sagen sie Derek, dass ich mich für sie beide freue." Webber legte lächelnd eine Hand auf Merediths Schulter und drückte sie leicht.
„Danke, ich werde es ihm sagen." Sie erwiderte das Lächeln, zumal sie erleichtert war, die Nachricht auch endlich an ihren Vorgesetzten weiter gegeben zu haben. Nachdem Webber nicht mehr zu sehen war, seufzte sie leise, da sie bereits die Augen der Krankenschwestern auf sich spürte. Bevor sie ausgefragt werden konnte, nahm sie den Welpen hoch und eilte zu den nächsten Aufzügen.
Im Krankenhaus – Flur
Die Tasche über der einen Schulter balancierend, das Baby im anderen Arm, ging Izzie den Flur entlang, der zu den Damentoiletten führte. Sie hoffte, dass Alex ihr nicht folgen würde, denn es wäre nicht einfach, ihm zu erklären, wieso sie ihren Sohn auf der Toilette stillen wollte. Sie ließ einen hörbaren Seufzer hören, als Jonathan begann, herumzuquengeln.
„Ist ja schon gut. Wir sind gleich da." Ungeduldig stopfte sie ihm den Schnuller zurück in den Mund, während sie ihren Schritt beschleunigte. Sie hatte die Toilettenräume fast erreicht, als sie sah, wie Meredith um die Ecke gebogen kam. „Meredith!" Izzie ging auf sie zu und stoppte kurz vor ihr ab. „Dich schickt der Himmel!"
Meredith zuckte zusammen als sie Izzies Stimme hörte. Sie war so in Gedanken gewesen, dass sie nicht mitbekommen hatte, wo sie überhaupt hingegangen war. Überrascht, in welchem Teil des Krankenhauses sie sich überhaupt befand, sah sie zu Izzie auf. „Gott, hast du mich erschreckt. Was macht ihr beide überhaupt hier?" Ihr Blick fiel auf Jonathan. „Ist alles in Ordnung mit ihm?" Der Welpe in ihren Armen jaulte leise auf, so dass sie erneut zusammenzuckte, da sie nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte. Hinter seinem Ohr kraulend versuchte sie ihn wieder ruhig zu bekommen.
„Wir waren bei Dr. Valdez zur Nachkontrolle. Sieht so aus, als ob wir noch mal um eine Operation drumherum gekommen wären", spulte Izzie ab. Sie drehte sich nervös um, ob Alex ihr auch nicht gefolgt war. „Lass uns kurz in die Toilette gehen. Ich muss dort sowieso noch was erledigen."
„Das ist ja großartig. Ich freue mich wirklich, dass er keine Operation braucht." Meredith strahlte Izzie an. „Hast du irgendwas? Du siehst irgendwie aus, als ob Gespenster siehst. Aber ich müsste auch mal austreten."
Izzie ignorierte Merediths Frage, sondern schob sie in den Toilettenraum und sah sich um. „Gott sei dank! Es ist niemand hier." Sie ließ die Wickeltasche auf den Boden gleiten und zerrte mit einer Hand eine Decke hervor, die sie auf dem Boden ausbreitete. Vorsichtig legte sie Jonathan darauf ab und wühlte dann wieder in ihrer Tasche herum. „Wo sind die blöden Dinger?" murmelte sie dabei.
Meredith beobachtete Izzie genau, nachdem sie den Welpen auf den Boden abgesetzt hatte. „Was ist denn mit dir los?"
„Ich muss mich beeilen." Hektisch wühlte sie weiter in der Tasche herum. Sie verdrehte genervt die Augen, als Jonathan anfing zu weinen. „Bitte Meredith, tu was, damit er aufhört damit! Ich habe keine Lust, dass sich gleich die ganze Etage auf dem Klo versammelt, um zu schauen, wer da weint." Sie fand endlich die Schwangerschaftstests und hielt sie triumphierend in die Luft. „Da sind sie ja!"
Merediths Augen weiteten sich. Sie wusste nicht, ob sie mehr geschockt war, weil Izzie ihr Jonathan anvertraute oder weil sie mehrere Schwangerschaftstests in den Händen hielt. „Izzie, bist du etwa schon wieder schwanger?" Stieß sie schließlich hervor. Sie nahm Jonathan in die Arme, der aufgrund ihres Aufschreis noch lauter weinte.
„Ja ... nein ... keine Ahnung ... das will ich ja gerade herausfinden." Izzie seufzte tief. „Alex und ich hatten eine kleine Verhütungspanne." Sie sah Meredith überraschten Gesichtsausdruck und fuhr schnell fort. „Du glaubst ja wohl nicht wirklich, dass wir freiwillig wieder ein Baby gemacht haben!" Sie erhob sich und wandte sich zur Klozelle. „Okay, du hältst hier Wache, und wenn Alex rein kommt, dann sagst du einfach mir wäre schlecht geworden." Sie schob den Riegel zurück und betrat die Klozelle.
Noch immer etwas geschockt, dass Izzie wieder schwanger sein könnte, schüttelte sie dann lachend den Kopf. „Derek hat mir einen Wachhund geschenkt. Ich werde ihn auf Alex hetzen, sollte er hier rein kommen." Zu ihrer Erleichterung hatte sich Jonathan in ihren Armen etwas beruhigt. Seufzend sah sie auf ihn hinunter. „Wie kommt Alex damit klar, dass du wieder schwanger sein könntest? Oh, sag es nicht. Er weiß noch nichts von seinem Glück."
Izzie schob den Riegel wieder zurück und trat aus der Klozelle. „Er sieht mich schon seit Tagen mit diesem fragenden Blick an „Bist du's oder bist du's nicht" ..." Sie gestikulierte mit den Armen und rollte dabei die Augen. „Du weißt schon, welchen Blick ich meine. Ich denke, er macht sich genauso viel Gedanken darüber, aber wir reden nicht darüber." Sie stöhnte leise. „Ich will jetzt noch kein weiteres Baby, Meredith. Was soll ich denn tun, wenn ich wirklich wieder schwanger bin?"
„Warte erst einmal das Ergebnis ab, bevor du dir Horrorszenarien ausmalst." Meredith sah mitfühlend zu Izzie hinüber. „Aber ich kann mir vorstellen, dass Alex alles andere als begeistert ist. Immerhin war er schon bei Jonathan nicht gleich auf Wolke 7. Derek ist da…" Sie stoppte, da sie nicht schon wieder ohne Derek ihre Schwangerschaft verkünden wollte. Zumal sie sich vorstellen konnte, dass Izzie derzeit eine negative Nachricht lieber wäre. „Du wirst es schon nicht sein, Izzie."
„Okay, und woher weiß ich das?" Sie drehte skeptisch einen der Tests in ihrer Hand. „Ich meine, woher weiß ich, dass sie funktionieren und es nicht nur „negativ" anzeigt, weil der Test versagt hat und ich in Wirklichkeit doch schwanger bin?" Sie sah Meredith verwirrten Gesichtsausdruck. „Kannst du mir folgen?"
Meredith biss sich nervös auf die Unterlippe. „Die Dinger sind praktisch immer korrekt." Sie schloss kurz die Augen und als sie sie wieder öffnete, hatte sie eine Entscheidung getroffen. „Und ich kann es dir sogar beweisen. Gib mir einen her oder willst du alle benutzen, um zu zeigen, dass du nicht schwanger bist?"
„Nein." Izzie sah Meredith mit gerunzelter Stirn an und händigte ihr dann einen Test aus. „Nur zu. Aber wieso glaubst du, dass es beweisen könnte, dass der Test funktioniert?" Sie kratzte sich nachdenklich am Kopf.
„Ich hab meine Wege." Meredith händigte Izzie wieder Jonathan aus und verschwand dann, um den Test zu machen. Bevor sie Izzie wieder unter die Augen treten konnte, versuchte sie ihr glückliches Grinsen vom Gesicht zu wischen, da sie nicht allein dadurch schon ihr Geheimnis verraten wollte. Als sie wieder zu Izzie zurückging, seufzte sie dramatisch auf. „Dann heißt es jetzt warten."
„Ja ... warten wir." Izzie sah Meredith prüfend von der Seite an. Sie verstand immer noch nicht, was ein negatives Testergebnis beweisen sollte.
Meredith verkniff sich verzweifelt ein Grinsen, da sie Izzies fragenden Blick auf sich spürte. „Wir haben noch keinen Namen für den Hund. Dereks provisorischer Vorschlag Doc 2.0 geht überhaupt nicht. Wer nennt einen Hund denn Doc 2.0?" Sie sah mit todernster Miene zu Izzie hinüber. „Ich will irgendetwas mit B haben."
„B?" Izzie war nun vollkommen verwirrt. Was hatte denn ein Schwangerschaftstest mit einem Hund zu tun. „Wie viel Minuten dauert es noch?" fragte sie ungeduldig. „Alex denkt bestimmt, ich bin beim Stillen eingeschlafen."
Meredith sah auf ihre Armbanduhr. „Deiner müsste eigentlich soweit sein. Bei mir dauert es noch 2 Minuten." Sie beobachtete den Welpen für eine Weile, der neugierig an der Wand schnüffelte. Da er aber weiter auf seinen kleinen Pfoten umher tapste, wandte sie sich wieder an Izzie. „Und was sagt dein Test?"
Izzie hielt den Test in die Luft und beäugte ihn misstrauisch. „Negativ!"
„Jetzt ist die Zeit der Freude angesagt." Meredith sah auf ihren Teststreifen hinab, der sich bereits vor der abgelaufenen Zeit positiv verfärbt hatte. Bevor Izzie es bemerkte, drehte sie ihn, damit man nicht auf das Ergebnis sehen konnte. „Du bist nicht schwanger und diese Tests funktionieren praktisch immer." Lächelnd hielt sie jetzt ihren Teststreifen vor Izzie's Nase.
Izzie's Augen weiteten sich vor Überraschung. „Du bist schwanger, Meredith!" rief sie aus. Sie begann albern zu kichern. „Du bist schwanger?" fragte sie dann noch einmal nach, weil sie es nicht glauben konnte. „Du ... du hast es schon vorher gewusst, oder?"
„Ich weiß es schon seit knapp 2 Wochen." Meredith warf Izzie einen entschuldigenden Blick zu. „Als ich es bestätigt bekommen habe, wollte ich Derek damit zu Weihnachten überraschen und habe es deswegen geheim gehalten." Sie atmete erleichtert auf und legte eine Hand auf ihren Bauch. „Aber jetzt weiß er es und ich kann es endlich allen sagen."
„Das ist toll!" Izzie ging auf Meredith zu und umarmte sie überschwänglich. „Ich freue mich so für dich! Und Jonathan bekommt dann einen Spielkameraden." Sie hob ihren Sohn von der Decke auf und schaukelte ihn hin und her. „Hey Jonathan! In ein paar Monaten bekommst du einen neuen Freund."
„Oder Freundin." Meredith sah auf ihren Bauch hinunter. „Eher Freundin. So viele Frauen wie in seiner Familie herum rennen." Sie lächelte in Gedanken versunken und wurde erst wieder in die Realität zurück gerissen, als sie ein leises plätschern hörte. „Oh nein, sag, dass das nicht wahr ist." Sie lief zu dem ominösen Geräusch hin und fand ihren Hund an der Ecke mit hochgehobenem Bein wieder. „Muss ich jetzt mit ihm schimpfen, Izzie? Immerhin hat er nicht in die Wohnung gemacht, sondern in ein öffentliches Gebäude und dann auch noch auf der Toilette. Nur gegen die Wand, statt in die Schüssel." Mit gerümpfter Nase wartete sie darauf bis der Welpe seine Blase vollständig entleert hatte und dann weiter tapste.
Izzie lachte. „Er führt sich ja gut in die Familie ein." Sie drückte Meredith Jonathan in den Arm und zog einige Papiertücher aus dem Wandhalter und wischte das Malheur weg. „Du musst dich jetzt schonen", meinte sie grinsend, als Meredith dagegen protestieren wollte. Sie schaute auf die Uhr. „Oh nein, Alex hat bestimmt schon ein Suchkommando nach mir losgeschickt." Sie wies auf Meredith's Schwangerschaftstest. „Kannst du ihn mir mal ausborgen?" Sie grinste breit. „Ich möchte jemandem ein besonderes Weihnachtsgeschenk machen."
„Kannst du ein Bild von seinem Gesicht machen, wenn du ihn zeigst?" Meredith händigte den Schwangerschaftstest aus und sah dann zu Jonathan. „Und du verrätst nicht, dass das meiner war."
„Natürlich nicht." Izzie verzog schmunzelnd das Gesicht. „Das wird ein Spaß. Mal sehen, ob ich vorher heimlich eine Kamera installieren kann." Sie stopfte die Sachen plus die Schwangerschaftstests in die Wickeltasche zurück und nahm Jonathan dann Meredith aus dem Arm. „Komm mein Süßer! Wir wollen deinen Daddy nicht zu lange warten lassen." Sie lächelte Meredith noch einmal zu, bevor sie endgültig die Damentoilette verließ. „Ach ja, habe ich ganz vergessen ... Herzlichen Glückwunsch und ... frohe Weihnachten!"
„Danke und dir auch frohe Weinachten." Meredith lächelte Izzie an. Sie schnappte sich den Welpen, der ihr freudig über die Wange leckte und folgte Izzie aus der Damentoilette hinaus. Sie ging den Gang hinunter in Richtung Lobby, wo sie auf Derek warten wollte.
Im Krankenhaus
Callie sah mit großem Erstauen auf die Röntgenbilder ihres Patienten. Sie glaubte nicht daran, dass Weihnachten ein ruhiges Fest war, denn die gebrochen Arme und Beine sprachen für sie Bände. Vermutlich lag es aber auch daran, dass sie nicht wirklich etwas dafür übrig hatte, sich freiwillig in Gefahr zu begeben, nur um eine Lichterkette auf dem Dach des Hauses anzubringen. Als sich 2 Arme um sie schlangen, formten sich ihre Lippen zu einem Lächeln und es erstarb auch nicht als der Techniker der Röntgenabteilung zu ihnen hinüber sah.
„Autsch, das sieht schmerzhaft aus." Sergio küsste sie sanft auf die Wange.
„Laut dem Geräuschpegel, wenn ich das Bein untersuche, ist es tatsächlich schmerzhaft." Bestätigte sie mit dem Kopf nickend. Auch als er sie näher an sich zog, konnte es ihre Begeisterung in seinen Armen zu sein nicht mindern, denn der Techniker hatte sich längst wieder seinen Aufgaben gewidmet und schien sich nicht im geringsten dafür zu interessieren, dass sie einen neunen Freund hatte.
„Männlich oder weiblich?" Er legte seinen Kopf auf ihrer Schulter ab und betrachtete sich das Röntgenbild genauer.
„Männlich. Was sonst? Es ist Weihnachten und die Leute drehen durch mit den viel zu großen Tannenbäumen und Lichterketten." Sie schüttelte den Kopf als sie das Bild in die Krankenakte klemmte.
„Musst du das operieren?" Er drückte sie noch einmal kurz an sich bevor sie los ließ und um sie herum ging. Seufzend ließ er sich auf einen Stuhl fallen.
„Leider." Bestätigte sie traurig seine Vermutung. „Aus unserem Mittagessen wird dann wohl nichts, denn die OPs sind derzeit belegt."
„Macht nichts." Er strich sich durch die Haare. „Ich wollte eh was für uns kommen lassen, da ich an Weihnachten nicht unbedingt Krankenhausfutter zu mir nehmen will."
„Spendabel." Das Lächeln, was sie schon seit ein paar Tagen nicht mehr so richtig loswurde, machte sich wieder auf ihrem Gesicht breit. „Das ist nur eine Routinesache. Sobald ich weiß, wann ich rein kann, sage ich dir bescheid, damit du bestellen kannst."
„Hört sich gut an." Als sein Magen zu grummeln begann, lachten beide auf. „Das leider nicht. Ich konnte nichts frühstücken. Begleitest du mich in die Cafeteria? Ich esse ungern allein. Auch wenn es nur ein Brötchen ist." Er sah sie mit gespielt traurigen Augen an, die ihr Herz erweichen sollten, doch Callie musste umso lauter lachen. „Gemein und das an Weihnachten."
„Das Fest der Liebe. Ich weiß." Sie strich ihm sanft durch die Haare. „Wenn du warten kannst bis ich meinem Patienten das Weihnachtsfest vollkommen ruiniert habe, dann gehe ich gerne mit."
„So lange werde ich es wohl noch überleben." Er zwinkerte ihr zu als er wieder von seinem Stuhl aufstand und zur Tür hinging, die er für sie offen hielt. „Da scheint noch jemand ein vermasseltes Weihnachten zu haben." Mit gerunzelter Stirn deutete er auf Derek, der mit großen Schritten den Gang hinunter ging und somit auf sie zukam. „Hey, du hast doch frei."
„Hab ich auch." Antwortete Derek etwas außer Atem. „Ich sollte mir nur etwas ansehen. Gehe jetzt aber wieder."
„Die Freuden, wenn man sich einen guten Ruf aufgebaut hat." Sergio rollte mit den Augen, während er einen Arm um Callie legte.
„Allerdings." Derek sah nur kurz auf Sergios Hand, die inzwischen auf Callies Hüfte zum Liegen gekommen war. „Ich muss euch beide aber leider alleine lassen, denn meine schwangere Frau wartet auf mich." Grinsend wartete er darauf, dass Sergio's Gesicht sich ebenfalls aufhellte.
„Gratuliere. Nette Weihnachtsüberraschung." Sergio reichte Derek die Hand. „Ich freue mich für euch beide."
„Ja, herzlichen Glückwunsch." Callie reichte Derek ebenfalls die Hand, die er nur zu gerne schüttelte. „Und richte es Meredith auch aus. Sie übernimmt immerhin den wichtigeren Job."
„Mache ich." Derek ging um die beiden herum, drehte sich dann aber noch einmal zu ihnen herum. „Euch frohe Weihnachten." Dann beschleunigte er wieder seine Schritte.
„Gutes Timing, wenn man in diesen Tagen feststellt, ein Kind zu erwarten." Sergio drückte Callie näher an sich heran, die Derek traurig hinterher gesehen hatte. „Ist was?"
„Mmh?" Sie sah überrascht zu Sergio, der sie fragend ansah. „Ach nichts. Es hat mich nur daran erinnert, dass ich damals mit George versucht habe und…" Sie brach kurz ab, da sie eigentlich ihre gescheiterte Ehe hinter sich lassen wollte. „Eigentlich bin ich jetzt froh, dass wir keines bekommen haben. Aber… nichts."
„Nur weil es mit deinem Ex nicht geklappt hat, muss es ja nicht heißen, dass du kinderlos bleiben wirst." Er zwinkerte ihr zu und drückte sie erneut an sich, bis sich auf ihrem Gesicht wieder das Lächeln zeigte.
„Das stimmt. Das muss es nicht heißen." Sie lehnte sich an ihn als er sie zu dem Zimmer ihres Patienten begleitete. Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck ging sie in das Zimmer hinein, da sie wusste, dass jemand auf sie wartete, wenn sie mit ihrer Arbeit fertig war.
Bereitschaftsraum
Izzie betrat den freien Bereitschaftsraum und legte den schlafenden Jonathan auf dem Bett ab, bevor sie ihren Pager bediente. Mit einem verschmitzten Grinsen zog sie Meredith's Schwangerschaftstest hervor und platzierte ihn neben sich. Jetzt hieß es nur noch warten. Sie zuckte erschrocken zusammen, als die Tür nach wenigen Minuten aufflog und Alex im Türrahmen erschien.
„Bist du okay? Geht es Jonathan gut?" Er war völlig außer Atem, als er auf das Bett zustürzte und vor seinem schlafenden Sohn auf die Knie ging. „Hast du eine Ahnung, wo ich dich überall gesucht habe?" stieß er vorwurfsvoll hervor.
Izzie's schlechtes Gewissen schlug, als sie sah, wie aufgewühlt er war. Natürlich hatte er sich Sorgen gemacht und er war zu recht sauer auf sie. Ihr Verhalten war auch mehr als eigenartig gewesen, als sie so plötzlich mit dem Baby verschwunden war und erst nach einer Stunde wieder auftauchte. Sie hoffte, dass er den Test noch nicht gesehen hatte. Der Zeitpunkt, ihm eins auszuwischen, war denkbar ungünstig, wo er sowieso schon so fertig war.
„Alex ... ich ..." Izzie's Stimme versagte, als sie seinen starren Blick auf etwas gerichtet sah, dass hinter ihr lag.
„Was ist das?" Er wies auf den Schwangerschaftstest.
„Nichts." Izzie grinste schief und versuchte den Test weiter nach hinten zu schieben.
Alex griff hinter sie und zog den Test hervor. Um seine Mundwinkel zuckte es. „Ist das der Grund, wieso du vorhin so heimlich verschwunden bist?" Er tippte auf das Ergebnisfenster. „Hast du geglaubt, ich würde dich wieder verlassen, wenn ich herausfinde, dass du schwanger bist? Hast du es deshalb vor mir geheim halten wollen, weil du Angst hattest, wie ich reagiere?" Er schüttelte den Kopf. „Ich habe diesen Fehler einmal begangen, und ich habe dafür bitter bezahlen müssen." Er fuhr sich seufzend mit den Fingern durchs Haar. „Kannst du dir vorstellen, wie oft ich mir die Frage gestellt habe, ob es meine Schuld war, dass du solche Probleme in der Schwangerschaft hattest!" Sein Gesicht nahm einen gequälten Ausdruck an. „Gerade die ersten Wochen, die so entscheidend sind, war ich nicht für euch beide da. Aber nun ..." Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, und er legte seine Hand auf Izzie's Bauch ..." ... Nun wird alles anders. Ich werde für dich und das Baby da sein. Ich werde mich nicht mehr aus der Verantwortung stehlen, wie ich es damals bei Jonathan getan habe."
Izzie war wie versteinert, als Alex seine Hand auf ihren Bauch legte. In ihrem Kopf herrschte das totale Chaos. Er wollte das Baby. Er freute sich sogar darauf. Doch es würde kein Baby geben. Sie schloss die Augen und spürte, wie heiße Tränen die Wangen hinunter liefen. Seine Beichte hatte etwas tief in ihr berührt, und sie fühlte sich einfach nur mies und schäbig, dass sie versucht hatte, ihn so gemein hereinzulegen.
„Iz?" Er schob sie ein Stück von sich weg und sah sie stirnrunzelnd an. „Du brauchst keine Angst mehr zu haben. Ich freue mich auf das Baby, wirklich! Ich habe mir die ganze Zeit vorgestellt, wie es sein würde, wenn du es mir erzählst. Und ich denke, dass es vielleicht gar nicht so schlecht ist, wenn die beiden keinen so großen Altersunterschied zueinander haben."
Izzie hob den Kopf und sah ihn mit tränenverschleiertem Blick an. „Alex ... ich ... bin ... nicht ..." Sie stoppte mitten im Satz. „Das ist Meredith's Test", sagte sie dann leise.
Er sah sie ungläubig an. „Meredith ist schwanger?" rief er erstaunt aus.
Izzie nickte.
„Und du bist ..." Er zögerte kurz, bevor er den Satz beendete. " ... es nicht?"
Izzie schüttelte schnell den Kopf. „Nein, ich bin nicht schwanger." Sie sah seinen enttäuschten Gesichtsausdruck. „Es tut mir leid, Alex!"
„Oh ... gut, dann ..." Er räusperte sich, um sich nicht anmerken zu lassen, wie enttäuscht er über die Nachricht war. „Dann eben nicht." Er beugte sich über seinen schlafenden Sohn und küsste ihn zärtlich auf die Wange. „Ich bleibe noch eine Weile hier", wandte er sich danach Izzie zu. „Ich habe Dr. Evans versprochen, dass ich ihr noch bei einer OP assistieren werde, bevor ich Feierabend mache." Er richtete sich auf. „Du kannst ja schon mal mit Jonathan nach Hause fahren und mit den Vorbereitungen für unsere Feier beginnen." Er zögerte einen Moment, bevor er auch Izzie einen Kuss gab. „Wir sehen uns dann später."
Izzie spürte, wie die Tränen erneut zu fließen begannen, als er den Raum verlassen hatte. Sie rollte sich neben ihrem Sohn zusammen und nahm ihn vorsichtig in den Arm. Jonathan's gleichmäßiger Atem machte sich schläfrig, und es dauerte nicht lange, bis auch Izzie eingeschlafen war.
Dereks Auto
Meredith sah starr aus dem Fenster. Nervös tippte sie mit ihren Fingern gegen die Scheibe. Als sie vom Rücksitz ein leises winseln hörte, schloss sie die Augen.
„Er fühlt sich da hinten nicht wohl, Derek." Sie hatte die Augen wieder geöffnet und sah ihn mit einem traurigen Blick an.
„So lange wir nichts besseres haben, muss er da durch." Derek sah weiterhin auf die Straße, auch wenn er spürte, dass Meredith ihn jetzt verärgert ansah.
„Es ist viel zu klein für ihn. Hättest du nicht eine noch kleinere Transportbox finden können?" Sie verschränkte die Arme vor der Brust, nur um erneut zusammenzuzucken als sie erneut ein Winseln hörte.
„Es ist nicht die Transportbox, sondern eher die Tatsache, dass du ihn nicht auf deinem Schoß sitzen hast." Versuchte Derek das Verhalten des Welpen zu erklären, doch er konnte aus seinen Augenwinkeln erkennen, dass Meredith ihn noch immer verärgert ansah. „Meredith, dort hinten ist es sicherer für ihn."
„Auf meinem Schoß wäre er auch sicher." Konterte Meredith als sie sich herausfordernd zu ihm drehte.
„Bequem, aber nicht sicher." Widersprach Derek kopfschüttelnd.
„Wir fahren ja noch nicht einmal schnell, was soll schon passieren?" Meredith riskierte einen Blick nach hinten, wandte sich aber schnell wieder ab, weil das winseln zu viel für sie war.
„Du bist schwanger." Derek deutete kurz auf ihren Bauch, sah dann aber wieder auf die Straße.
„Was hat das damit zu tun, dass du meinen Hund in eine Zigarettenschachtel einsperrst?" Sie warf ihm jetzt einen bösen Blick zu, nachdem aus dem winseln ein wimmern geworden war.
Derek ignorierte Merediths Blick und schwieg die weitere Fahrt, zumal Meredith ohnehin lieber mit dem Hund zu reden schien. Als sie auf der Fähre angekommen waren, sprang Meredith aus dem Auto heraus und eilte sofort zum Rücksitz, um den jetzt freudig bellenden Hund in die Arme zu nehmen.
„Wir bringen dein böses Herrchen noch dazu, dass du nicht mehr so beengt mit uns fahren musst. Notfalls sperr ich ihn mal in so eine kleine Kiste ein." Sie drückte den Hund fest an sich, der ihr daraufhin freudig über die Wange leckte und folgte Derek dann auf ein oberes Deck.
„Ich werde auch weiterhin so fahren." Derek lehnte sich gegen die Reling und sah zu Meredith hinüber. „Du bist schwanger. Ich werde jetzt nicht mehr wie ein Wilder durch die Straßen fahren und irgendetwas riskieren."
Meredith zog Derek zu sich und küsste ihn sanft auf die Lippen. „Ich weiß, aber ich kann sein Winseln nicht ertragen."
„Ich auch nicht, aber mir ist auch seine Sicherheit wichtig. Wenn etwas passieren sollte, dann wäre er auf deinem Schoß nicht sicher." Er kraulte den Welpen hinter den Ohren, der daraufhin freudig mit dem Schwanz wedelte.
Seufzend nickte Meredith ihm zu. Sie lehnte sich gegen seine Brust und genoss für einen Moment die Wärme, die von seinem Körper ausging. „Wir brauchen immer noch einen Namen für ihn."
„Gib ihn mir mal." Derek nahm den Welpen hoch und betrachtete sich ihn genau. „Barney."
„Du willst unseren Hund nach einem lila Dinosaurier benennen?" Meredith schüttelte energisch den Kopf.
„Wer sagt denn, dass ich ihn nach diesem Ding benennen will? Es könnte ja auch Barney Geröllheimer sein." Er zwinkerte ihr zu als sie erneut den Kopf schüttelte.
„Du willst unseren Hund nach einem Höhlenmenschen benennen. Das ist nicht dein ernst." Sie hob misstrauisch die Augenbraue als Derek sie breit angrinste.
„Was denn? Die hatten doch immer solche Flecken auf ihrer Kleidung und er hat auch Flecken." Er hielt ihr den Welpen wieder hin. „Außerdem mochte ich Betty's Oberweite."
„Klasse. Wir erzählen dann unserem Kind eines Tages, dass unser Familienhund wegen deiner Faszination für üppige Oberweiten nach einem Höhlenmenschen benannt ist." Um sich zu beruhigen, streichelte sie den Welpen, der herzhaft gähnte.
„Betty ist eine Zeichentrickfigur, Meredith. Kein Grund zur Eifersucht." Er strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. „Außerdem bestehe ich nicht auf Barney."
„Gut, denn ich werde ihn auch nicht so taufen." Sie verdrehte die Augen. Als sie feststellte, dass der Welpe in ihren Armen eingeschlafen war, lehnte sie sich erneut an Dereks Brust, der ihr sanft über den Rücken strich. „Ich freue mich schon, wenn wir einen Namen für unser Baby aussuchen. Und sie wird auf keinen Fall Betty heißen."
Derek musste daraufhin lachen, zog Meredith aber näher an sich. „Keine Angst. Den Namen verbinde ich mit üppigen Oberweiten und ich will nicht, dass meine Tochter so heißt und irgendein Kerl glaubt, dass da ein Zusammenhang besteht." Er küsste Meredith sanft die Schläfe. „Also was fällt dir für ein Name ein?"
Meredith zuckte mit den Schultern. Für einen Augenblick ließ sie ihren Blick über das Fell gleiten, dann sah sie zu Derek auf. „Bones. Fängt mit B an und hat etwas mit der Medizin zu tun."
„Bist du dir da sicher?" Derek sah von dem Welpen zu Meredith, die mit dem Kopf nickte. „Also gut, dann taufen wir dich zuhause auf den Namen Bones." Er tätschelte den Welpen den Kopf.
„Dir ist schon klar, dass du bei der Namensgebung nichts zu sagen haben wirst?" Meredith biss sich auf die Unterlippe, um sich das Lachen zu verkneifen als Derek sie verdutzt ansah. „Barney, Derek. Ich bitte dich. Nachher willst du unseren Sohn noch so nennen. Und sollte es ein Mädchen werden, dann wohl Wilma."
„Das sind geschichtsträchtige Namen, Meredith. Habe etwas Respekt vor den Feuersteins." Entgegnete er in einem ernsten Tonfall. Als Meredith laut zu lachen anfing, musste auch er schmunzeln während er sie sich genauer betrachtete. „Aber um dich zu beruhigen. Ich bin auch eher für grazilere Namen, sofern es nicht so etwas merkwürdig altmodisches wie Rose ist."
„Gut zu wissen, dass du nicht so etwas wie Rose wählen würdest. Aber wir haben ja auch noch ein wenig Zeit, bis wir uns entscheiden müssen." Sie kuschelte sich näher an ihn heran, als der Wind auffrischte.
„Die haben wir. Auch wenn ich es jetzt schon nicht mehr erwarten kann." Er legte seine Arme um sie und genoss mit ihr die restliche Fahrt auf der Fähre.
Marks Wohnung
Cristina stand im Wohnzimmer und packte Magazine in eine Umzugskiste. Als sie die letzten Exemplare verstaut hatte, nahm sie sich eine Ansammlung von Sportzeitungen vor, die ebenfalls in eine Kiste geschmissen wurden. Seufzend richtete sie sich auf und betrachtete sich das nun leere Regal vor sich. Ein lautes rumpeln und ein noch lauteres Fluchen ließ sie sich umdrehen.
„Überall stehen Kisten." Mark kam aus dem Schlafzimmer gehumpelt. Er setzte sich auf die Couch und massierte sich den schmerzenden Zeh, der seiner Meinung nach bereits geschwollen war.
„Das bringt ein Umzug so mit sich, Mark." Sie zuckte mit den Schultern. Ihr Blick fiel auf Marks Zeh, der eine andere Färbung angenommen hatte als die übrigen Zehen. „Hast du die Kisten jetzt etwa verschoben?"
Mark blickte mit großen Augen zu ihr auf. „Ja, Cristina. Ich schiebe 40 Kilo Kisten mit meinem großen Zeh durch das Haus.
„Sei nicht so überdramatisch, Mark." Cristina sah von ihm weg und richtete ihre Aufmerksamkeit einer kleinen Kiste neben der Couch. „Ah die habe ich gesucht."
„Was machst du da hinten eigentlich?" Fragte Mark neugierig nach, da Cristina die kleine Kiste vor das Regal geschoben hatte, welches sie eben erst ausgeräumt hatte.
„Wonach sieht es denn aus? Ist das ein Umzug? Ich packe also." Kopfschüttelnd ging sie wieder an Mark vorbei ins Schlafzimmer.
„Ernsthaft, Cristina." Mark beugte sich über die Lehne, um einen Blick auf Cristina erhaschen zu können, doch er verlor die Balance und richtete sich deswegen wieder auf. Als er ein Rascheln hörte, versuchte er erneut einen Blick ins Schlafzimmer zu riskieren, doch da er sich nicht noch eine Gehirnerschütterung zuziehen wollte, beließ er es bei den Vermutungen.
„Wo hast du eigentlich die Kiste mit den Kleidern?" Cristinas Stimme klang gedämpft, als ob sie mit dem Kopf in einer Kiste stecken würde. Da Mark keine Lust hatte, seine Stimme zu ruinieren, machte er sich humpelnd auf den Weg ins Schlafzimmer.
„Ich habe keine Ahnung, wo du das hingestellt hast." Kopfschüttelnd ließ er sich auf einen Stuhl nieder. „Als ich vor ein paar Minuten hier drinnen war, da kam es mir noch wie ein bewohnbares Zimmer vor. Was hast du getan?"
„Ich suche in dem von dir gemachten Chaos nach meinem Kleid, was ich für heute ausgesucht hatte." Cristina war noch immer mit dem Kopf in einer Kiste. Da sie aber nicht fündig wurde, richtete sie sich wieder auf und sah zu Mark hinüber.
„Cristina, du kannst jedes Kleid anziehen. Du wirst gut darin aussehen." Er lächelte sie an und ging zum Kleiderschrank hinüber, in dem bereits ein paar Kleider eingeräumt waren.
„Ich weiß, dass ich in allem gut aussehe." Sie schüttelte den Kopf als sie ihn dabei beobachtete wie er ihre Kleider hochhielt. „Das was ich suche, habe ich erst gekauft und deswegen will ich es anziehen." Frustriert stützte sie sich auf die Ellbogen auf.
„Ich verstehe. Aber wenn du auf die Uhr siehst, dann wirst du feststellen, dass es schon spät ist. Hättest du die Kisten besser geordnet, dann wüssten wir wo dieses Kleid ist." Mark legte die Kleider aufs Bett und ging zurück ins Wohnzimmer.
Cristina sah ihm kurz nach. „Und ich dachte, dass er kein Freak ist, wenn es ums aufräumen geht." Vor sich hin murmelnd stand sie vom Boden auf und schob ein paar Kisten zusammen. Sie hörte ihn ihren Namen schreien und verdrehte genervt die Augen. „Was?"
„Wo sind meine Magazine?" Mark war wieder ins Schlafzimmer gestürmt und gestikulierte wild in Richtung Wohnzimmer. „Wo hast du die hingeschafft?"
„In eine Kiste verstaut. Warum fragst du?" Cristina wandte sich von den Kisten ab und sah in ein hochrotes Gesicht, was zu Mark gehörte. „Du machst jetzt bitte keine ‚ich bin Mark Sloan' rede. Denn ich bin in der Sekunde aus dem Haus und du siehst mich nie wieder." Sie stemmte ihre Fäuste in die Seite und funkelte Mark wütend an.
„Eine Mark Sloan Rede? Was soll das sein?" Er sah sie verdutzt an, schüttelte dann aber den Kopf. „Ich will es gar nicht wissen. Nur, wo meine Magazine sind. Vor allem die Sportzeitungen. Welche Kiste und warum hast du sie überhaupt weggeräumt?"
„Weil ich Platz für meine brauche." Stellte Cristina mit gehobener Augenbraue fest.
„Okay, aber könntest du das nächste Mal bitte vorher mit mir absprechen, wenn du meine Sachen anfängst zu verschlampen?" Er sah sie eindringlich an.
„Ich habe sie nicht verschlampt." Cristina ging an ihm vorbei und deutete im Wohnzimmer auf eine Kiste. „Da habe ich sie reingelegt."
Mark ging auf die Kiste zu und seufzte frustriert auf. „Ich habe dein Kleid gefunden, Cristina." Er zog es aus der Kiste heraus und hielt es Cristina hin, die es gleich in Empfang nehmen wollte, doch Mark ließ es nicht los. „Nein, ich lege es weg und wenn du dich nachher umziehen willst, dann gebe ich es dir. Und jetzt wüsste ich gerne wo meine Magazine sind."
„In einer der Kisten hier im Wohnzimmer." Sie zuckte mit den Schultern und deutete dann auf die verschiedenen Kisten, die in dem Zimmer verstreut herum lagen. „Und bevor du dich beschwerst. Du hast mich gefragt, ob ich bei dir einziehen will."
„Schon gut. Ich werde sie wieder finden." Er schüttelte grinsend den Kopf, während er das Kleid sorgfältig an einen Haken hing. Danach ging er zu ihr herüber und nahm ihre Hände in seine. „Und ich bin froh, dass du endlich bei mir einziehst. Chaos gehört zu einem Umzug dazu."
Cristina seufzte als sie Marks Gesichtszüge studierte. „Ich bin auch froh, endlich bei dir einzuziehen." Sie drückte seine Hände und ließ dann wieder los. „Vielleicht sollten wir noch etwas wegräumen, damit es einen nicht mehr ganz so erschlägt." Mit einem Lächeln ging sie zurück ins Schlafzimmer, Mark dicht hinter ihr.
Haus der Karev's
Izzie befestigte einen weiteren Strohstern im Christbaum, während sie lächelnd registrierte, dass Jonathan fasziniert die roten Kugeln anstarrte. „In ein paar Jahren darfst du auch mithelfen", sagte sie tröstend.
„Ja, aber dafür solltest du mindestens 3 oder 4 Jahre alt sein", warf Hannah ein und grinste ihren Bruder an. „Und so lange schaust du am besten zu und lernst von mir. Ich habe nämlich schon Übung darin." Sie nahm ein silbernes Glöckchen und platzierte es im Baum.
„Kleine Angeberin." Izzie lächelte sie liebevoll an. „Ich muss schnell nach oben, mich duschen und umziehen, bevor die ersten Gäste kommen. Denkst du, dass du eine Weile auf Jonathan aufpassen kannst?"
Hannah nickte. „Klar, geh nur! Wir kommen schon zurecht." Sie hob das Baby von der Krabbeldecke und ging mit ihm im Wohnzimmer auf und ab. Erleichtert stellte Hannah nach einer Weile fest, dass Jonathan auf ihrem Arm eingeschlafen war. Vorsichtig legte sie ihn wieder auf dem Boden ab und deckte ihn zu. Sie wollte gerade nach oben gehen, um Izzie Bescheid zu sagen, dass Jonathan eingeschlafen war, als es an der Tür klingelte. Hannah zögerte einen Moment, bevor sie schließlich zur Tür ging und sie öffnete.
„Grandma!?" Mit ungläubigem Erstaunen und weit aufgerissenen Augen starrte sie dem Besucher entgegen.
„Hannah ..." Tränen schwammen in Barbara's Augen, als sie einen Schritt auf ihre Enkeltochter zuging und sie in die Arme nahm. „Du bist so groß geworden. Ich habe dich so vermisst!"
„Ich dich auch!" Hannah's Augen füllten sich ebenfalls mit Tränen, als sie die Umarmung erwiderte.
„Hannah ... Schatz, machst du bitte mal die Tür auf! Ich glaube, die ersten Gäste kommen", rief Izzie von oben ins Wohnzimmer hinunter.
Barbara befreite sich vorsichtig aus Hannah's Armen und ging ein Stück weiter ins Haus hinein. Sie nickte ihrer Enkeltochter zu, die sie plötzlich verschwörerisch angrinste und betrat das Wohnzimmer.
„Izzie!" rief Hannah die Treppe hinauf. „Kannst du mal kurz runter kommen?"
Barbara beugte sich im Wohnzimmer über den schlafenden Jonathan und strich ihm zärtlich übers Köpfchen.
„Was ist denn?" Izzie zog sich das Handtuch vom Kopf und ging mit noch feuchten Haaren nach unten. "Wieso ..." Die Worte erstarben ihr auf den Lippen, als sie eine vertraute Gestalt im Wohnzimmer entdeckte. „Mom?!" Zögernd ging sie näher auf ihre Mutter zu. Sie glaubte einfach nicht, was sie sah.
„Es ... es tut mir leid", stammelte Barbara und knetete nervös ihre Finger. „Ich musste dich einfach sehen. Ich weiß, du willst mich nicht hier haben, und ich kann dich auch verstehen. Aber ich konnte einfach nicht anders ... gerade jetzt, wo Weihnachten ist und ..." Ihre Stimme versagte und Tränen rannen plötzlich über ihre Wangen. Sie sah auf Jonathan herab. „Ich wollte ihn nur einmal sehen und ihm sagen, dass ich ... ich ihn lieb habe ... und dich auch und Hannah und..." Weiter kam sie nicht, denn Izzie war auf ihre Mutter zugegangen und hatte sie in ihre Arme geschlossen.
„Frohe Weihnachten, Mom!" Auch sie konnte ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. „Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk, das du mir jemals gemacht hast!" Sie drückte ihre Mutter fester an sich, als wollte sie sie nie mehr loslassen.
Hannah trat dazu und lächelte, als sie ihre Mutter und Großmutter engumschlungen sah. „Bleibt Grandma jetzt hier?" fragte sie neugierig.
Izzie wechselte einen kurzen Blick mit ihrer Mutter und nickte dann. „Ja, sie bleibt jetzt hier."
Barbara befreite sich vorsichtig aus Izzie's Armen. „Ich wohne derzeit noch im Hotel", erklärte sie ihrer Enkeltochter. „Aber wenn deine Mom und dein Dad es erlauben, dann werde ich mir wieder hier ein Haus suchen."
„Du erlaubst es doch, oder?" Hannah sah Izzie mit großen, flehenden Augen an.
Izzie nickte. „Natürlich. Noch einmal werde ich diesen Fehler nicht machen und die Oma gehen lassen." Sie strich Hannah über den Kopf. „Weist du, früher habe ich immer geglaubt, dass Fehler etwas schlechtes sind. Aber mittlerweile glaube ich, dass wir nur Fehler machen, damit wir lernen, es beim nächsten Mal besser zu machen." Sie lächelte ihre Mutter an und griff nach ihrer Hand. „Habe ich nicht recht?"
Barbara nickte und zwinkerte ihrer Tochter zu. „Ich werde dann mal wieder gehen und meine Sachen auspacken." Sie wandte sich Hannah zu. „Frohe Weihnachten, meine Kleine, und gib deinem kleinen Bruder auch einen Kuss von mir."
„Möchtest du nicht bleiben?" schlug Izzie vor. „Wir bekommen nachher Besuch. Alle unsere Freunde werden da sein, um das Weihnachtsfest zu feiern."
„Um Himmels Willen!" Barbara hob lachend die Arme. „Nein, ich brauche erst einmal ein wenig Zeit für mich alleine. Und morgen komme ich dann wieder vorbei." Sie wollte sich gerade zur Tür wenden, als ihr noch etwas einfiel. „Ach ja, sag Alex, dass er ziemlich hartnäckig und nervtötend sein kann." Ein Schmunzeln erschien auf ihrem Gesicht. „Aber ich rechne es ihm hoch an, dass er so hartnäckig war."
„Was hat Alex denn getan?" fragte Izzie verwirrt.
„Am besten fragst du ihn selber." Barbara gab Izzie noch einen Abschiedskuss, umarmte ihre Enkeltochter noch ein letztes Mal und öffnete dann die Tür und verließ das Haus.
„Was riecht dann da so komisch?" Hannah rümpfte die Nase und wies zur Küche.
„Oh nein ... der Braten!" Izzie rannte eilig in die Küche und öffnete die Tür zum Backofen. „Glück gehabt!" sagte sie dann erleichtert. „Sieht so aus, als ob das Weihnachtsessen doch noch stattfinden könnte." Sie stieß einen Seufzer aus, als sie Geräusche aus dem Wohnzimmer hörte. „Dein Bruder ist wach geworden."
„Ich gehe schon!" Hannah drehte sich um und rannte aus der Küche und ließ Izzie in ihrem Chaos alleine.
Ein Lächeln huschte über Izzie's Gesicht als sie wenig später ins Wohnzimmer schaute, wo Hannah gerade dem kleinen Jonathan ein silbernes Glöckchen vor die Nase hielt, das er versuchte, mit seinen kleinen Händen zu greifen. „Frohe Weihnachten!" flüsterte sie glücklich bevor sie sich umdrehte und in die Küche zurückging.
Merediths/Dereks Haus
Derek saß ungeduldig auf dem Bett und sah auf seine neue Armbanduhr. Seufzend fuhr er sich durch sein Haar. Er hatte es schon vor 10 Minuten aufgegeben nach Meredith zu rufen, die seit einiger Zeit im Badezimmer verschwunden war. Sein Blick fiel auf Bones, der neugierig um ein paar Turnschuhe schlich und daran schnupperte. Da sich im Bad nichts regte, stand Derek auf und ging zu Bones hinüber, der noch immer die Schuhe begutachtete.
„Denk nicht mal daran, Bones." Derek ging in die Hocke und kraulte den Hund hinterm Ohr. Als Bones nach einem der Schuhe schnappen wollte, zog Derek diesen weg. „Nein." Er hatte seine Stimme erhoben, um das Verbot deutlicher zu machen, doch er wusste, dass Bones noch einige Versuche starten würde bis er begriffen hatte, was er durfte und was nicht. Da er sich mit dem Welpen ablenkte, der freudig mit dem Schwanz wedelnd um Dereks Füße herum sprang, hörte er die Badezimmertür nicht.
„Da passe ich nicht rein." Meredith stand vor dem Spiegel und hielt ein Kleid hoch.
Derek drehte sich von der Stimme aufgeschreckt herum und erstarrte. Als er sich etwas gefasst hatte, sah er auf die Uhr und fluchte leise. Schließlich stand er wieder auf und richtete seinen Blick auf das Kleid. „Warum soll es nicht passen?"
„Weil ich zugenommen habe. Das sieht man doch." Sie drehte sich jetzt zu ihm um und deutete an sich herunter.
„Davon habe ich letzte Nacht nichts gespürt. Glaube mir." Derek mied Merediths Anblick, da er ohnehin befürchtete, dass sie zu spät kommen würden und sie halbnackt vor sich stehen zu sehen, erhöhte die Gefahr, dass sie sich noch mehr verspäteten. „Hast du es denn schon anprobiert?"
„Ich kann nicht. Nicht heute. Nicht an Weihnachten. Ich will nicht an Weihnachten aufgehen wie eine Weihnachtsgans und in nichts mehr rein passen." Sie drehte sich wieder zum Spiegel um.
Derek setzte sich seufzend auf das Bett. Egal was für eine Diskussion kommen würde, er war sich sicher, dass er besser dabei sitzen sollte. „Du gehst nicht wie eine Weihnachtsgans auf, Meredith. Und ich bin mir sicher, dass das Kleid noch passt." Er zuckte zusammen, da er ihr nicht andeuten wollte, dass es bald nicht mehr passen könnte… wird.
„Du kannst mich ja nicht einmal mehr richtig ansehen." Sie drehte sich zu ihm um und starrte ihn an.
„Ich sehe auf die Uhr und stelle fest, dass wir schon jetzt spät dran sind. Wenn ich dich jetzt so ansehe, dann kommen wir noch später. Würdest du dich bitte anziehen." Er hatte es irgendwie geschafft, seinen Blick vom Fußboden zu ihren Augen zu bewegen, ohne ihre weiblichen Rundungen wahrzunehmen.
„Ich würde mich liebend gerne anziehen, Derek. Aber es passt mir nichts mehr." Ihre Schultern sackten nach unten und sie betrachtete sich genau. Seufzend legte sie das Kleid zur Seite und sah wieder in den Spiegel. Sie drehte sich von einer zur anderen Seite, was Dereks Aufmerksamkeit erregte. Als sie anfing ihre Brüste zu inspizieren, sah er schnell auf den Boden und räusperte sich laut, weswegen Meredith sich zu ihm herum drehte. „Siehst du? Meine Brüste sind angeschwollen. Taste mal." Sie stellte sich vor ihn und sah ihn bittend an.
„Meredith, ich werde jetzt nicht deine Brüste betasten. Sie sehen toll aus und so wie gestern." Er schaffte es erneut seine Augen erst zu fokussieren als sie sich in einem für ihn sicheren Terrain befanden.
„Sie sind eindeutig größer." Sie verschränkte ihre Arme vor der Brust und schnaufte auf. „Okay, ich habe es mir anders überlegt. Ich will es nicht mehr. Mach es weg, damit ich wieder in meine Kleider passe."
„Unser Baby?" Fragte Derek mit gehobener Augenbraue nach. Als Meredith energisch mit dem Kopf nickte, konnte er sich ein Grinsen nicht mehr verkneifen. „Selbst wenn ich das hier und jetzt machen könnte, würde es deinen Körper nicht sofort ändern." Er sah jetzt an ihr herunter und ignorierte seine enger werdende Hose. Notfalls könnten sie Bones die Schuld in die Schuhe schieben, wenn sie zu spät kamen. Er stand vom Bett auf und ging um Meredith herum. Einen Schritt näher an sie heran tretend, legte er seine Hände auf ihren flachen Bauch. Langsam ließ er seine Hände ihren Körper hoch wandern bis er ihre Brüste erreicht hatte und sie sanft umfasste. Meredith lehnte sich gegen seine Brust und schloss die Augen.
„Und? Sind sie größer?" Fragte sie seufzend nach während Derek dies mit einem Lächeln auf den Lippen genau zu überprüfen schien.
„Dein Körper hat sich seit gestern nicht verändert." Antwortete Derek nach einer Weile. „Und wenn, dann gefällt er mir immer noch genauso gut wie gestern und ich bezweifle, dass sich das je ändern wird." Er küsste sie auf die Schulter und ließ seine Hände wieder nach unten auf ihren Bauch gleiten.
„Vielleicht sollte ich einfach das Kleid anziehen?" Meredith hatte sich zu ihm herum gedreht und die Arme um seinen Nacken geschlungen.
„Das solltest du." Er nickte ihr lächelnd zu.
„Entschuldige, dass ich ausgeflippt bin. Aber irgendwie.." Sie seufzte auf.
„Irgendwie fangen deine Hormone an von dir Besitz zu ergreifen." Beendete Derek für sie lachend den Satz. „Schon in Ordnung. Du bist für die nächsten Monate entschuldigt."
„Zumal du daran Schuld bist, dass sie sich dermaßen verändern." Sie küsste ihn auf die Nasenspitze, bevor sie sich von ihm löste. „Nimmst du während ich mich anziehe eine kalte Dusche?"
„Nein, ich denke, dass ich es auch ohne in den Griff bekomme." Er machte sich nichts daraus, dass er hinter sich ihr Lachen hörte. Ihm war es wichtiger, dass sie sich wohl fühlte. Zumal der angeknabberte Turnschuh genug dazu beitrug, sich schnell wieder bewegen zu können. Seufzend machte er sich auf die Suche nach Bones, der den zweiten Turnschuh irgendwohin verschleppt hatte.
George's/Lexie's Apartment
„Meine Güte, George! Nun steht endlich mal still!" Lexie warf ihm einen leicht genervten Blick zu und versuchte zum dritten Mal, seine Krawatte zu binden.
„'Tschuldigung!" murmelte er und versuchte sich mehr, auf die Sache zu konzentrieren.
„Mache ich dich nervös oder die Tatsache, dass wir gleich im Haus der Karev's essen werden?" fragte sie und sah ihn mit kritischem Blick an.
„Du machst mich nervös." Er grinste schief. „Wieso muss ich eigentlich dieses blöde Ding um meinen Hals tragen?" fragte er während er Lexie's Werk im Spiegel betrachtete.
„Weil ich mein kleines Schwarzes aus dem Schrank geholt habe und auf unserer Einladung etwas von „Abendgarderobe erwünscht" stand", erwiderte Lexie lässig und begann ihre schulterlangen Haare zu bürsten, bis sie seidig glänzten.
„Ich wette, der Gastgeber selber läuft in T-Shirt und kurzer Hose herum", murmelte George. „Ich habe Alex noch nie im Anzug gesehen."
Lexie zog die Stirn kraus. „Ich glaube, auf der Hochzeit von Meredith und Derek trug er einen", überlegte sie.
„Ich würde viel lieber hier bleiben und das hier ..." Er beugte sich zu ihr und küsste zärtlich ihren Nacken" ... mit dir machen."
Lexie lachte leise und wich ihm aus. „Dafür haben wir auch morgen noch Zeit genug und übermorgen und überübermorgen und ..."
„Und ein ganzes Leben", warf George unvermittelt ein.
Lexie drehte sich zu ihm und sah ihn überrascht an. „Was?"
„Und ein ganzes Leben ..." George räusperte sich, während er langsam in seine Jackettasche griff. „Ich hatte das eigentlich ganz anders geplant", begann er stockend. „Bei einem schönen Abendessen mit Kerzenschein und romantischer Musik ..." Er stoppte mitten im Satz und sah Lexie tief in die Augen. „Ich weiß, der Zeitpunkt ist vielleicht nicht ideal, aber trotzdem kann ich mir jetzt keinen besseren Ort und Zeitpunkt vorstellen, als gerade hier und jetzt."
„Alles okay mit dir?" Lexie sah ihn verstört an und streckte die Hand nach ihm aus, um seine Stirn zu befühlen. "Du redest irgendwie wirres Zeug."
George nickte, während er ein kleines schwarzes Kästchen aus seiner Jackettasche zog und vor Lexie's Augen aufklappte. „Ich will nicht lange drum herum reden, weil mir lange Reden sowieso nicht liegen, also ..." Er griff nach ihrer Hand und hielt sie fest in seiner. „Lexie Grey, möchtest du meine Frau werden?"
Lexie starrte erst den Ring und dann George an. Sie brauchte eine Weile, um zu realisieren, dass er ihr gerade einen Heiratsantrag machte.
„Eigentlich kommt jetzt der Teil, wo die Braut sagt „Ich will"." Er lächelte nervös. „Aber wenn du noch Zeit brauchst ..." Er kam nicht weiter, denn Lexie hatte ihre Arme um seinen Hals geschlungen und seinen Mund mit einem leidenschaftlichen Kuss verschlossen.
„Ich werte das als ein „Ja"?" fragte George vorsichtig nach, als sie sich wieder von ihm gelöst hatte.
„Ja, ich will!" Lexie's Augen strahlten, und sie hielt ihm ihre linke Hand entgegen, damit er ihr den Verlobungsring über den Ringfinger streifen konnte. "Oh... George, er ist so wunderschön!" sagte sie schwärmerisch, während sie ihren Blick nicht von dem Ring wenden konnte.
George nahm ihre Hand in seine und sah ihr dabei tief in die Augen. „Jetzt weißt du, wieso ich vorhin so nervös war", sagte er verlegen grinsend.
Lexie lächelte. „Wie lange vorher hattest du das schon geplant?"
George zuckte mit den Schultern. „Ich trage den Ring schon eine Weile mit mir herum. Ich habe nur auf den perfekten Moment gewartet."
Sie beugte sich wieder vor und küsste ihn zärtlich. „Das war er wirklich ... der perfekte Moment!" Sie lehnte ihren Kopf gegen seine Brust. „Was denkst du, was die anderen wohl dazu sagen werden?"
„Keine Ahnung." George sah auf die Uhr. „Aber wenn wir uns jetzt nicht beeilen werden sie es nicht erfahren, weil wir dann zu spät sind."
Lexie nickte und trat einen Schritt zurück. Selig lächelnd hielt sie ihren funkelnden Verlobungsring ins Licht, bevor sie ihre Handtasche nahm, sich bei George einhakte und gemeinsam mit ihm das Apartment verließ.
Haus der Karev's
Hektisch zog Izzie das Blech mit den fertigen Muffins aus dem Ofen und stellte sie auf dem Herd ab. „Hannah!" rief sie ihrer Tochter zu. „Könntest du mir beim Dekorieren der Weihnachtsmuffins helfen?"
Hannah kam langsam in die Küche geschlendert und gähnte. „Ich habe jetzt eine Stunde auf Jonathan aufgepasst, ihn gewickelt und in den Schlaf gesungen. Ich denke, ich habe mir eine Pause verdient."
Izzie nickte seufzend. „Ja, Schatz, die hast du dir wirklich verdient. Danke." Sie schaute auf die Uhr. „Dein Vater könnte auch langsam mal nach Hause kommen", sagte sie vorwurfsvoll.
Hannah ging auf den Herd zu und stibitzte sich einen undekorierten Muffin vom Blech.
„Hey, Finger weg!" Izzie gab ihr einen Klaps. „Wenn du schon nicht helfen willst, dann beschäftige dich woanders."
„Es ist so langweilig", maulte Hannah und legte den Muffin zurück. „Okay, dann helfe ich dir eben." Sie hob den Kopf und lauschte, als sie ein Geräusch von der Tür hörte. „Das ist Alex!" Sie ließ alles stehen und liegen und rannte aus der Küche.
Leise stöhnend wandte sich Izzie wieder ihrer Arbeit zu. Seit dem Vorfall im Bereitschaftsraum hatte sie ihn nicht mehr gesehen. Und sie wusste nicht, mit welcher Laune er ihr jetzt gegenübertreten würde. Sie hoffte, dass er das Thema nicht gerade jetzt zur Sprache brachte, auch wenn sie bereits für sich eine Entscheidung darüber getroffen hatte. Doch ihre Sorgen waren unbegründet. Alex verhielt sich so normal, als wenn nichts gewesen wäre. Ein typischer Fall von Verdrängung in Izzie's Augen.
„Hey!" Er betrat die Küche und legte seine Arme von hinten um sie. „Soll ich dich ablösen, damit du dich umziehen kannst?"
Izzie wand sich aus seiner Umarmung und sah ihn empört an. „Ich bin umgezogen, falls es dir entgangen sein sollte! Ich habe nur die Schürze über das Kleid gezogen, damit es nicht verdreckt wird."
Er zuckte leicht zusammen. „Na prima, dann werde ich mich auch mal umziehen gehen", sagte er kühl und verließ eilig die Küche.
Izzie stützte sich am Herd ab und schüttelte den Kopf. Genau das hatte sie jetzt noch gebraucht, kurz bevor die Gäste kamen. Und es sollte doch ein schöner, harmonischer Abend werden. Missmutig griff sie nach dem Zuckerguss und begann, ihn über den Muffins zu verteilen. Als es an der Tür schellte sah sie hoch.
„Hannah, machst du bitte mal auf? Das sind bestimmt die ersten Gäste", rief sie nach draußen.
Hannah ging durch den Flur zur Tür.
Meredith hatte ihren Mantel eng um sich gezogen. Weniger weil sie kalt hatte, sondern mehr, weil sie sich in ihrem Kleid noch immer nicht wohl fühlte. Das Wort Presswurst geisterte ihr schon seit der Autofahrt durch den Kopf.
„Du hättest ruhig schneller fahren können. Wir sind zu spät." Meredith sah zu Derek hinüber, der sie stirnrunzelnd ansah. „Komm erst gar nicht mit dem Kleid. Ich sehe unmöglich darin aus. Sollte zu wenig Essen vorhanden sein, dann mach deinen Job und rette mich. Ich sehe aus wie eine Presswurst. Bones leckt sich schon die Finger nach mir." Sie deutete auf den Welpen, der sie neugierig beäugte während er um sie herum tapste.
„Ich lecke mir auch die Finger nach dir." Warf Derek schmunzelnd ein, beruhigte sich aber schnell wieder, da Meredith offenbar noch immer nicht in Stimmung dazu war. „Du siehst wundervoll aus, Meredith. Und Bones mag dich, deswegen will er deine Aufmerksamkeit."
„Das macht uns immer noch zu spät." Meredith drückte erneut die Türklingel. „Vermutlich haben sie schon angefangen. Fehlt nur noch die Presswurst."
Derek biss sich auf die Lippen, um nicht laut zu lachen. Als Meredith ihn wütend von der Seite betrachtete, küsste er sie schnell auf ihre Lippen. „Zum letzten Mal. Du siehst atemberaubend schön aus." Er wollte sie erneut küssen, doch in diesem Moment wurde die Tür geöffnet.
„Hi Hannah. Frohe Weihnachten." Meredith setzte ein Lächeln auf als sie Hannah ansah. „Ich hoffe wir kommen nicht zu spät. Derek ist so unglaublich langsam gefahren."
„Hi Meredith! Hi Derek!" Hannah's Kinderaugen strahlten. „Izzie ist noch in der Küche und verziert Muffins und Alex ist oben und zieht sich um." Sie öffnete die Tür weiter, damit beide eintreten konnten. „Kommt rein, aber seid leise! Jonathan liegt im Wohnzimmer in seiner Wippe und schläft." Sie rollte theatralisch mit den Augen. „Ich hätte nicht gedacht, dass Babys SO anstrengend sein können!"
Derek legte seine Hand auf Merediths Rücken. „Hi Hannah. Säuglinge haben die Angewohnheit, anstrengend zu sein, aber es wird mit der Zeit einfacher." In der Hoffnung, dass Hannah nicht noch mehr Horrorszenarien bei Meredith auslösen könnte, zog er Bones zu sich. „Darf ich dir unser neues Familienmitglied Bones vorstellen? Weil er noch so klein ist, konnten wir ihn nicht allein zuhause lassen."
„Ich muss in die Küche." Offenbarte Meredith knapp und verschwand so schnell sie konnte durch die Küchentür.
Hannah beugte sich zu Bones herab und kraulte ihn hinter dem Ohr. „Oh, ist der süß!" rief sie aus. „Ob mir Izzie und Alex wohl auch einen Hund kaufen, wenn ich sie darum bitte?"
„Ich denke mit Jonathan würde es ihnen zu viel Arbeit machen. Also würde ich meine Hoffnungen nicht zu hoch halten." Er ging neben ihr in die Hocke. „Aber wenn wir hier sind oder ihr uns besuchen kommt, kannst du natürlich immer mit ihm spielen." Sein Blick richtete sich zur Küchentür. „Sollen wir mal kontrollieren, ob sie die Muffins richtig verzieren?"
Hannah schüttelte den Kopf. „Geh du nur. Ich habe vorhin sowieso schon eine auf die Finger bekommen." Sie lachte, als Bones begann, an ihrem Schuh herumzuknabbern. „Darf ich ein wenig mit ihm spielen?" Sie sah Derek bittend an.
„Natürlich kannst du das." Derek zog Bones sanft von den Schuhen weg. „Nein." Sein Blick richtete sich wieder auf Hannah. „Wenn er an den Schuhen knabbern will, dann verbiete es ihm sofort. Er muss lernen, dass er das nicht darf. Wenn was ist, dann ruf mich einfach." Langsam richtete er sich wieder auf und ging in Richtung Küche.
Izzie sah von ihrer Arbeit des Muffin dekorierens auf, als Meredith die Küche betrat. „Hey, wie geht's dir? Ich hoffe, besser als mir."
„Ich sehe aus wie eine Presswurst und ich will keine Kinder mehr." Meredith sah von Izzie zu den Muffins. Ohne weiter zu fragen nahm sie sich einen und stopfte ihn sich in den Mund. Als sie den ersten Bissen untergeschluckt hatte, seufzte sie zufrieden auf. „Jetzt geht es mir besser." Sie erinnerte sich, nicht alleine in der Küche zu sein und sah zu Izzie hinüber. „Dir geht es nicht gut? Ich dachte, dass sich dein Problem heute Morgen gelöst hatte."
Izzie kratzte den letzten Rest Zuckerguss aus der Schüssel und verteilte ihn auf dem letzten Muffin. „Ja, das dachte ich auch. Aber nun habe ich ein neues." Sie ließ die leere Schüssel in die Spüle krachen und drehte sich dann wieder zu Meredith um. „Alex wollte das Baby!"
„Er kann das haben." Meredith deutete auf ihren Bauch. „Ist mir egal wie er es in 8 Monaten rauspresst." Sie setzte sich auf einen Stuhl. „Also ist es nach hinten losgegangen mit dem falschen Test." Seufzend stütze sie ihre Ellbogen auf den Tisch.
„Vollkommen." Izzie nickte. „Aber du hättest sehen sollen, wie süß er bei seiner Ansprache gewesen ist." Sie lächelte beim Gedanken daran. „Er meinte, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, wenn Jonathan und Baby Nr. 2 nicht so weit voneinander entfernt wären." Sie seufzte leise. „Ich glaube, dass er Recht hat. Wir sollten vielleicht wirklich nicht zu lange mit einem zweiten Baby warten." Sie sah zu Meredith hinüber. „Oder was meinst du?"
„Izzie, du willst ein 2. Baby? Du kannst meines haben. Finde einen Weg, wie wir es in deinen Uterus bekommen und wir sind gut." Meredith schlug die Hände vors Gesicht. „Ich bin jetzt schon eine Horrormutter." Seufzend sah sie wieder auf. „Entschuldige, ich weiß nicht, was heute mit mir los ist." Sie schüttelte über sich selber den Kopf. „Das musst du für dich entscheiden. Wenn es dir nicht zu viel wird mit 2 kleinen Kindern, dann ja. Mach es."
„Du fragst, was mit dir los ist?" Izzie begann breit zu grinsen. „Du bist schwanger! Aber glaub mir, du wirst diesen Zustand noch genießen. Ich habe noch keinen Mann getroffen, der einer Schwangeren etwas abschlagen kann." Sie sah hoch und ihr Grinsen wurde zu einem gezwungenen Lächeln, als sie sah, wie Derek die Küche betrat.
„Ah." Derek sah zwischen den beiden hin und her. „Ich sehe, dass meine Anwesenheit herbeigesehnt wurde." Er setzte sich neben Meredith und legte eine Hand auf ihren Oberschenkel. „Izzie, wir haben Bones dabei. Ich habe Hannah erlaubt, dass sie mit ihm spielen darf."
Meredith sah auf ihren Oberschenkel und griff nach Dereks Hand. „Ich hoffe, du überträgst nicht in allen Bereichen die Verantwortung auf andere Personen." Sie sah wie Derek den Mund öffnete, da er ihr antworten wollte, doch die Türklingel unterbrach ihn. „Ich mache auf." Meredith sprang vom Stuhl auf und eilte zur Haustür. Nur wenige Augenblicke später kam sie zusammen mit Cristina und Mark wieder zurück.
„Mark, meine Rettung." Derek begrüßte seinen Freund mit einer langen Umarmung.
„Sollen wir sie alleine lassen?" Cristina deutete mit einem Kopfnicken zu den beiden Männern. „Was ist denn überhaupt mit ihm?"
„Nichts." Warf Meredith sofort ein. „Es ist nichts. Mit Izzie ist auch nichts. Also im Prinzip ist nichts.. mit ihm oder einem anderem hier." Sie nestelte nervös an ihrem Kleid herum. „Wir haben wieder einen Hund." Brachte sie atemlos hervor, auch wenn sie sich sicher war, dass sie Cristinas Misstrauen nur weiter geschürt hatte.
„Hallo Cristina!" Izzie lächelte. „Schön, dass ihr beiden kommen konntet. Vielleicht geht ihr schon mal ins Wohnzimmer. Ich schaue mal oben nach, was Alex macht."
Izzie fand Alex im Badezimmer, als er gerade dabei war, sich eine Krawatte zu binden. „Lass mich das machen." Sie ging auf ihn zu, griff die beiden Enden der Krawatte und zog ihn nach einem kurzen Zögern näher zu sich heran.
„Was willst du von mir?" Er zog schmunzelnd die Augenbraue nach oben.
„Entschuldigung sagen." Izzie wickelte sich die Enden der Krawatte straffer um die Finger und zog ihn damit so nahe zu sich heran, dass sich ihre Lippen berührten.
„Wir sollten uns öfter streiten", murmelte Alex und begann, den Kuss zu vertiefen.
Hannah's Stimme ließ sie auseinander fahren.
„Lexie und George sind da!" rief sie von unten.
Seufzend löste sich Izzie aus Alex' Armen. „Ich wünschte, es wäre schon Mitternacht und unsere Gäste würden langsam gehen."
Alex lachte leise. „Ein paar Stunden müssen wir noch durchhalten. Aber dann .." Er zog sie wieder zu sich und gab ihr noch einen Kuss, bevor er sie dann wieder freigab. „Lass uns gehen. Sonst fragen sich unsere Gäste noch, was wir so lange hier oben machen."
Izzie nickte. Sie griff nach Alex' Hand, und gemeinsam gingen sie wieder zu den anderen nach unten.
„Schläft Jonathan nicht im Wohnzimmer?" Cristina hob fragend eine Augenbraue, nachdem Izzie die Küche verlassen hatte. „Nur damit das klar ist. Ich werde auch wenn Weihnachten ist nicht eine auf Nanny machen und Windeln wechseln."
„Ich bin mir sicher, dass wir das nicht machen müssen." Mark sah noch immer mit einem verdutzten Gesichtsausdruck auf Derek, der aber nur mit dem Kopf schüttelte.
„Lasst uns im Wohnzimmer auf Lexie und George warten." Derek hatte den panischen Ausdruck bei Meredith bemerkt und hielt die Tür offen. Als Cristina und Mark aus der Küche waren, hielt er Meredith fest. „Alles in Ordnung?"
„Ich habe es Cristina noch nicht gesagt." Meredith legte eine Hand auf ihren Bauch. „Sie ist meine Person, aber weiß noch nicht, dass ich schwanger bin. Vermutlich wird sie mir die Freundschaft kündigen, weil sie es so spät erfährt."
Derek legte seinen Arm um Merediths Schulter. „Sie wird dir schon nicht den Kopf abreißen. Notfalls haben wir doch jetzt einen Wachhund." Meredith lehnte sich an ihn als sie gemeinsam die Küche in Richtung Wohnzimmer verließen. Als es unterwegs dorthin erneut klingelte, löste sie sich von ihm und öffnete die Tür.
„Hi Meredith!" Lexie lächelte ihre Halbschwester an. „Wo sind den Alex und Izzie?" Sie sah sich suchend um.
„Frohe Weihnachten, Meredith!" George beugte sich zu Meredith und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Sind wir zu spät?"
„Frohe Weihnachten, George." Meredith sah zur Treppe. „Izzie und Alex müssten gleich wieder runter kommen. Ihr seid nicht zu spät. Wir wollten gerade ins Wohnzimmer und auf die beiden warten." Sie hatte sich schon zur Hälfte umgedreht, als ihr bei Lexie etwas auffiel, was neu war. Mit weit aufgerissen Augen deutete sie auf Lexie's Hand. „Ist das das, was ich denke, dass es ist oder ist es nur etwas harmloses, nichts bedeutendes, wenngleich auch ein großes etwas?" Sie nahm tief Luft. „Ihr seid doch nicht etwa verlobt?"
George lächelte verlegen und senkte den Kopf, während Lexie Meredith stolz ihre linke Hand entgegenstreckte. „Doch, wir haben uns verlobt." Sie lachte glücklich. „Gerade vor einer halben Stunde."
„Wow." Meredith ging auf Lexie zu und nahm sie in den Arm. „Ich freue mich für euch." Sie löste sich wieder, um sich den Ring näher betrachten zu können.
Derek kam auf George zu. „Herzlichen Glückwunsch." Er reichte ihm die Hand.
Izzie und Alex kamen die Treppe herunter und sahen verwirrt zwischen den Anwesenden hin und her. „Herzlichen Glückwunsch? Wer hat denn Geburtstag?" fragten beide wie aus einem Mund.
„Keiner." Meredith nahm Lexie's Hand und hielt sie Izzie hin. „Aber ich werde meine Halbschwester umbringen, wenn sie innerhalb der nächsten 8 Monate heiraten will, weil ich schon bald in nichts mehr reinpasse. Oder dann wie eine Presswurst aussehen werde." Bei dem letzten Satz warf sie Derek einen wütenden Blick zu.
Izzie sah überrascht zu George hinüber. „Ihr seid verlobt?"
Er nickte lächelnd. „Das ist eine Überraschung, was?"
„In der Tat." Izzie wollte gerade dazu ansetzen und noch mehr sagen, als sie spürte, wie Alex sie leicht in die Seite kniff.
„Herzlichen Glückwunsch euch beiden!" Er rang sich ein Lächeln ab, während er Izzie zu Lexie hinüber schob.
„Ja ... Herzlichen Glückwunsch!"
„Danke!" Lexie strahlte. „Mit allem habe ich gerechnet, aber nicht damit." Sie sah sich um. „Wo ist denn das Baby?"
Izzie zeigte auf eine Stelle hinter dem Weihnachtsbaum. „Er liegt in der Babywippe und schläft. Aber ich werde ihn jetzt nach oben bringen, damit wir mehr Ruhe haben." Sie hob die Wippe vorsichtig hoch und trug sie aus dem Wohnzimmer.
„Okay, wie sieht es mit einem Begrüßungsschluck aus?" wandte sich Alex an die Gäste.
„Ich dachte schon, dass wir hier allein und ohne Drinks gelassen werden." Cristina war aufgesprungen. Misstrauisch sah sie zu Lexie und George, beließ es aber bei Blicken, da sie noch immer versuchte heraus zu bekommen, warum Meredith so merkwürdig in der Küche reagiert hatte.
„Das wäre nicht schlecht, Karev." Auch Mark war jetzt aufgestanden.
„Auch wenn es nicht gesellschaftsfähig ist. Aber für mich nur etwas ohne Alkohol. Immerhin muss ich noch fahren." Derek hatte Meredith wieder einen Arm um die Schulter gelegt.
„Für mich auch ohne Alkohol, Alex." Murmelte Meredith unsicher, da sie Cristinas Blick auf sich spürte.
„Jetzt weiß ich, dass etwas nicht stimmt." Cristina musterte Meredith aufmerksam und ließ ihren Blick mehrfach an Merediths Körper entlang gleiten. „Du willst keinen Alkohol? Du bist doch nicht etwa?" Geschockt starrte sie zu Meredith hinüber.
Alex tauschte einen kurzen Blick mit Meredith, bevor er für sie antwortete. „Das scheint ja heute der Abend der Überraschungen zu sein", grinste er. „Also wenn einer die Symptome richtig deuten kann, dann bin ich es wohl." Er zwinkerte Derek zu. „Dann kann man euch demnächst ja wohl auch nachts antreffen."
„Sieht so aus." Derek drückte Meredith fester an sich. „Vielleicht solltest du die Gläser herschaffen, damit wir endlich anstoßen können."
Mark kam grinsend auf Derek zu. „Endlich hast du den Status des schwarzen Schafes abgelegt und steuerst etwas zum Familienerhalt bei." Er klopfte Derek auf die Schulter und gab anschließend Meredith einen Kuss auf die Wange. „Und um es gleich zu sagen. Sein Erstgeborenes gehört mir." Da Meredith ihn mit großen Augen ansah, begann er zu lachen. „Patenonkel. Das steht schon seit Jahren fest." Er ging auf Alex zu. „Na los, Karev. Her mit den Getränken."
Alex holte Flaschen und Gläser und verteilte sie in der Runde. „Gut, dann stoßen wir an auf ..." Er stoppte kurz. „Auf eine zukünftige Hochzeit und eine baldige Geburt!"
Izzie kam mit Hannah die Treppe herunter und ging ins Wohnzimmer. Neugierig schaute sie in die Runde. „Habe ich was verpasst?"
Cristina hob ihr Glas und deutete auf Meredith. „Nur, wenn du noch nicht gewusst hast, dass Meredith schwanger ist."
Meredith sah kurz in Cristinas Richtung. Da sie aber von ihr ignoriert wurde, blickte sie wieder zu Alex und Izzie. „Vielleicht sollten wir darauf anstoßen, dass wir alle hier zusammen gekommen sind und es uns allen gut geht."
Izzie nickte. „Und das verdanken wir Meredith und Derek. Denn ohne sie hätten wir dieses Haus nicht und würden irgendwo in einem 2-Zimmer-Apartment wohnen." Sie sah kurz zu George hinüber, der seinen Arm um Lexie's Taille gelegt hatte. „Was ja an sich auch nicht schlecht ist", fügte sie schnell hinzu.
„Wann gibt es denn endlich was zu essen?" mischte sich Hannah ein. „Ich habe einen Bärenhunger."
„Darf ich mich der Frage der jungen Dame anschließen? Mein Magen könnte auch etwas vertragen." Mark sah fragend zu Izzie hinüber. „Und Mommy da hinten isst bestimmt für 3, so wie ich die Shepherd Gene kenne."
„Izzie lächelte nervös. „Ich schau mal, was der Braten macht. Ich hatte ihn vorhin nur noch einmal zum Warmmachen in den Ofen geschoben. Fertig war er eigentlich schon." Sie wandte sich an Meredith. „Könntest du mir helfen?"
Alex machte eine Geste, dass die anderen ihm folgen sollten. „Dann lasst uns doch schon mal ins Esszimmer gehen. Ich bin sicher, dass das Essen gleich fertig ist."
Meredith sah Mark geschockt an als sie Izzie in die Küche folgte. „Oh Gott, was ist wenn ich wirklich Zwillinge bekomme. Willst du eines haben?" Sie sah mit noch immer weit aufgerissenen Augen auf ihren Bauch hinunter. „Mark hat doch bestimmt nur einen Scherz gemacht, oder?" Sie sah zu Izzie hinüber. „Ich kann nicht 2 von denen in mir wachsen lassen." Aufgebracht wedelte sie mit den Armen und deutete dann auf den Braten.
Izzie lachte. „Im Falle, dass es wirklich Zwillinge sind nehme ich dir gerne eins ab." Sie zog den Backofen auf und schaute auf den Braten. „Sieht gut aus." Sie wandte sich wieder Meredith zu. „Aber im umgekehrten Fall gilt das dann genauso. Sollte ich jemals Zwillinge, Drillinge oder was weiß ich was erwarten, dann möchte ich, dass du mir die Hälfte davon abnimmst. Einverstanden?"
„Wie willst du denn Drillinge teilen?" Meredith sah Izzie mit ernster Miene an, bis sie verstanden hatte und darüber schmunzelte. „Derek würde wohl ohnehin was dagegen haben, wenn ich eines hergebe. Allerdings sollte ich bei meiner nächsten Untersuchung meinen Gynäkologen mal auf den Zahn fühlen." Sie betrachtete sich den Braten. „Der sieht richtig gut aus. Hoffentlich lasse ich den anderen etwas übrig. Was kann ich denn schon rüber tragen?"
„Die Preiselbeersauce und die Kartoffeln sind fertig. Ich bringe dann den Braten. Und zum Nachtisch gibt's Kürbiskuchen." Izzie wies auf die Muffins. „Und die gibt es dann um Mitternacht, wenn Alex und ich an alle die Geschenke verteilt haben."
„Wenn wir mit dem Essen fertig sind, werde ich definitiv das Gefühl haben, mit Zwillingen schwanger zu sein. Und nennen werde ich sie Baby und Braten. Beides fängt mit B an." Meredith nahm die Schüsseln, um sie ins Esszimmer zu tragen, wo sie schon von den anderen erwartet wurden.
Izzie folgte ihr kurze Zeit später mit dem Braten. Sie stellte ihn in der Mitte des Tisches ab und setzte sich zu den anderen. Lächelnd schaute sie in die Runde. „Möchte vielleicht jemand eine kleine Ansprache halten?" Sie sah zu Meredith hinüber. „Als ehemalige Besitzerin dieses Haus gebührt dir wohl die Ehre."
Meredith biss sich nervös auf die Unterlippe, als sie die Augen aller auf sich spürte. Erst als sie Dereks Hand auf ihrem Oberschenkel bemerkte, nahm sie tief Luft. „Eigentlich bin ich ja keine große Rednerin." Sie räusperte sich verlegen. „Es ist schön, dass wir alle hier zusammen sitzen können. Wir sind alle gesund oder wie Jonathan auf dem Weg dahin." Mit einem verlegenen Lächeln sah sie zu Alex und Izzie. „So wie es aussieht, wachsen wir alle noch näher zusammen. Immerhin werde ich bald mit George verwandt sein." Sie zwinkerte zu Lexie hinüber. „Und nach Jonathan bekommen wir bald wieder Zuwachs in unserer Familie." Erneut räusperte sie sich. „Da ich schwanger bin, darf ich jetzt kitschig werden, aber ich bin einfach froh, eine so große Familie zu haben." Sie sah in die Runde und hob dann ihr Glas. „Frohe Weihnachten."
Izzie wischte sich eine Träne aus dem Auge. „Dem kann ich eigentlich nichts mehr hinzufügen." Sie griff ebenfalls zu ihrem Weinglas. „Dann sage ich jetzt nur noch ... guten Appetit und Frohe Weihnachten!"
Alex/Izzie Schlafzimmer
Es war bereits weit nach Mitternacht, als Alex schließlich das gemeinsame Schlafzimmer betrat. Mit einem entschuldigenden Lächeln begann er sich auszuziehen, während er Izzie betrachtete, die im Bett lag, den Arm um ihren schlafenden Sohn gelegt.
„Es tut mir leid, dass ich euch keine große Hilfe war", sagte sie leise. „Aber er war so unruhig und hat die ganze Zeit nur geschrieen."
„Schon gut. Meredith, Cristina, Mark und Derek haben mir noch ein wenig beim Aufräumen geholfen. Sie sind jetzt auch gegangen. Den Rest erledige ich morgen."
„Und Hannah?" Izzie richtete sich vorsichtig auf und hoffte, dass Jonathan von der Bewegung nicht aufwachen würde.
„Schläft auch." Alex zog sich den Pyjama über und schlüpfte ebenfalls ins Bett. Er rutschte auf Jonathan's Kopfhöhe und strich vorsichtig über seinen dunklen Haarflaum und griff dann nach seiner kleinen Hand und hielt sie fest.
Ein kaum wahrnehmbares Lächeln huschte über Izzie's Lippen, während sie Vater und Sohn betrachtete. Sie erinnerte sich an ihr erstes Treffen mit Alex, damals als sie beide noch Assistenzärzte im ersten Jahr gewesen waren. Er war von sich überzeugt, eingebildet und großspurig gewesen. Ein unverbesserlicher Zyniker, der sich über alles und jeden lustig gemacht und den kaum einer wirklich gemocht hatte. Auch sie anfangs nicht. Doch sie hatte schnell erkannt, dass soviel mehr hinter der Fassade steckte, die er den anderen gezeigt hatte. Nach dem Auf und Ab in ihrer Beziehung, den Trennungen und Vorwürfen, war sie froh, eine neue Chance vom Schicksal erhalten zu haben. Nichts erinnerte heute mehr an den Alex aus alten Tagen. Er war durch und durch ein Familienmensch geworden. Etwas, dass Izzie vor zwei Jahren noch nicht für möglich gehalten hätte. Aber Wunder geschehen anscheinend immer wieder, und oftmals blühen sie im verborgenen. Sie riss sich von dem Anblick los und beugte sich über die beiden. „Denkst du nicht, dass wir ihn jetzt besser in sein Bettchen legen sollten?" sagte sie leise zu Alex.
Er nickte und setzte sich auf, nahm den schlafenden Säugling und brachte ihn zu seinem Bettchen hinüber.
„Du bist mir noch eine Antwort schuldig", begann Izzie zögernd.
„Auf welche Frage denn?" Alex beugte sich noch einmal zu Jonathan herab und gab ihm einen Kuss auf die Stirn, bevor er wieder zurück ins Bett kletterte.
„Meine Mutter hat behauptet, dass du nicht ganz unschuldig daran wärst, dass sie wieder hier ist."
"Barbara ist wieder hier?" fragte er erstaunt.
Izzie nickte. "Würdest du mir bitte erklären, was du damit zu tun hast!"
Alex lächelte nervös. „Was hat sie dir denn erzählt?"
„Nichts." Izzie hob die Arme und ließ sie gleich darauf wieder fallen. „Das ist es ja gerade. Sie meinte, ich sollte dich fragen."
Alex streckte sich im Bett aus und verschränkte beide Arm im Nacken, während er gegen die Decke starrte. „Du warst damals so fertig, als sie ging", begann er stockend. „Ich dachte, ich helfe dir, wenn ich sie ausfindig mache und zurückbringe. Aber das war gar nicht so einfach. Ihre Spur hatte sich irgendwo in Mexiko verloren. Also bat ich einen Privatdetektiv um Hilfe."
„Waaas?" Izzie sah ihn entsetzt an. „Du hast meine Mutter wie einen Schwerverbrecher suchen lassen?"
„Nun, was sollte ich sonst tun?" Er sah sie verlegen an. „Es tut mir leid, wenn ich damit eine magische Grenze überschritten habe. Ich wollte sie auf keinen Fall zu etwas drängen, wozu sie selber noch nicht bereit ist." Er räusperte sich. "Ich werde mich bei Barbara noch einmal dafür entschuldigen", versprach er.
„Wer sagt, dass sie noch nicht dazu bereit ist?" fragte Izzie leicht schmunzelnd.
„Du hast es gerade gesagt." Alex zog irritiert die Augenbrauen hoch. „Oder etwa nicht?"
Izzie rückte näher an ihn heran und schob sein Pyjamaoberteil nach oben. „Apropos bereit sein ..." Sie beugte sich über ihn und verteilte zarte Küsse auf seinem Oberkörper.
Alex hielt reflexartig die Luft an, als Izzie's Lippen ihren Weg nach weiter unten fortsetzten. „Halt ... Stopp!" Er setzte sich ruckartig auf und schob sie von sich. „Das ist keine gute Möglichkeit der Empfängnisverhütung", brachte er mit heiserer Stimme hervor.
„Wer sagt, dass ich das will?" Sie schob ihn zurück in die Liegeposition und lächelte verschmitzt.
„Du willst ein Baby?" stieß er völlig perplex hervor. „Aber du hast doch gesagt, dass du..."
Izzie legte schnell einen Finger auf seine Lippen, so dass er nicht weiterreden konnte. „Ich hatte heute viel Zeit, darüber nachzudenken, was es bedeuten würde, noch ein Baby im Haus zu haben."
„Und du bist dir wirklich sicher?" Er sah sie mit skeptischem Blick an. „Ich meine, denk an die Probleme, die du in der Schwangerschaft hattest, die Sorgen, die Ängste, die Geburt ..."
Izzie rollte mit den Augen. „Wenn alle diese negative Einstellung hätten, wäre die Menschheit wohl schon längst ausgestorben."
„Und du hast dir das wirklich gut überlegt?" Er war immer noch nicht überzeugt.
„Ich würde dich wohl kaum zum ungeschützten Sex auffordern, wenn ich es mir nicht gut überlegt hätte", sagte Izzie ungeduldig.
„Das leuchtet sogar mir ein." Er nickte grinsend, während er seinen Arm um Izzie's Taille legte und sie nach unten zog.
„Mach das Licht aus!" raunte sie ihm zu, während sie begann, seinen Nacken zu küssen.
Alex tastete nach dem Lichtschalter der Nachttischlampe und senkte dann seinen Mund auf ihren.
Izzie erwiderte den Kuss und schlang ihre Arme um seinen Hals, als sie aus der Zimmerecke ein leises Quäken vernahm. Für einen Moment unterbrachen beide ihre Aktion und lauschten dem Geräusch. „Vielleicht schläft er wieder ein, wenn wir uns ruhig verhalten", flüsterte sie Alex zu.
„Ja ..." Er verlagerte sein Gewicht leicht, damit Izzie bequemer liegen konnte.
Beide verharrten danach weiter in ihrer Abwarteposition. Doch Baby Jonathan dachte gar nicht daran, zu schlafen. Er begann vor sich hin zu brabbeln und quietschende Geräusche von sich zu geben.
„Ich glaube, unser Sohn will keine Geschwister mehr", meinte Alex seufzend.
„Ja, das glaube ich auch." Izzie ließ frustriert ihren Kopf gegen Alex' Brust sinken. „Vielleicht versuchen wir es später noch mal, wenn er eingeschlafen ist."
„Ja ..." Alex gähnte. „Oder morgen früh ..."
„Oder übermorgen ..." Izzie schlang ihren Arm um seine Hüfte. „Oder überübermorgen ..." Sie begann ebenfalls zu gähnen.
„Da fängt meine Nachtschicht an." Alex legte seinen Arm um Izzie's Taille und schloss die Augen. „Aber vielleicht die Woche darauf ..."
Izzie nickte mit ebenfalls schon geschlossenen Augen. „Gute Idee ... nächste Woche ..." murmelte sie schon halb am Schlafen.
Keiner der beiden bekam mehr mit, dass Jonathan ebenfalls müde geworden war und kurz nachdem seine Eltern eingeschlafen waren, auch in einen tiefen Schlummer fiel.
Alex/Izzie Haus
Meredith saß müde auf der Schaukel vor dem Haus und streckte die Füße von sich. Nur mühsam konnte sie ein Gähnen unterdrücken.
„Das ist bescheuert." Cristina schlug die Hände vors Gesicht und schüttelte mit dem Kopf.
Meredith sah mitfühlend zu Cristina hinüber, die vor der Schaukel stand und auf die Straße starrte. „Lass die beiden doch."
„Es ist mitten in der Nacht." Stellte Cristina fest und setzte sich dann neben Meredith auf die Schaukel. „Kann er das überhaupt?"
„Siehst du doch." Meredith deutete auf Derek. „Zumindest kann er es aufschrauben. Nur ob er es wieder zusammen bekommt weiß ich nicht. Wie steht es mit Mark?"
„Keine Ahnung." Seufzte Cristina während sie mit den Schultern zuckte. „Keine Ahnung, ob Chirurgen auch gute Automechaniker sind."
Meredith fing leicht an zu zittern, als ein kalter Windhauch über sie wehte und zog ihren Mantel enger um sich. „Wenn sie noch länger brauchen, dann frage ich Izzie, ob wir hier schlafen können."
„Das wird mir zu laut. Jonathan schreit bestimmt die ganze Nacht." Cristina schüttelte den Kopf. Als sie Merediths fragenden Blick spürte, senkte sie ihren kopf ab und zuckte mit den Schultern.
Meredith seufzte auf, sah aber von Cristina weg auf die Straße. Sie beobachtete wie Mark Derek etwas hinhielt und dieser dann wieder abtauchte, um etwas zu entfernen. Vielleicht baute er es auch schon wieder zusammen, sie hatte keine Ahnung und es interessierte sie auch nicht wirklich. Als einige lange Momente der Stille vorüber waren, nahm sie tief Luft und drehte sich wieder zu Cristina um. „Was stört dich an meiner Schwangerschaft?"
„Nichts." Erneut zuckte Cristina mit den Schultern, ohne dabei Merediths anzusehen.
„Das glaube ich dir nicht." Meredith veränderte ihre Sitzposition, so dass sie Cristina besser ansehen konnte. „Also was ist es?"
„Du hast mir nichts gesagt. Du bist schwanger und ich erfahre es als letzte." Cristina hatte sich aufgerichtet und starrte Meredith an. „So ziemlich jeder weiß es und ich bekomme es mit, weil du Alkohol ablehnst."
„Was hätte ich denn machen sollen?" Meredith hob fragend die Arme in die Luft. „Derek sollte der erste sein und es ging hektisch her. Wann hätte ich es dir denn sagen sollen?"
„Keine Ahnung. Vielleicht mich anrufen? Ist ja nicht so, dass du mir schon mitten in der Nacht erzählt hast, ein Kerl würde bei dir im Bett liegen." Cristina sah sie jetzt eindringlich an, nur um dann tief Luft zu holen. „Es wäre einfach nur nett gewesen, wenn ich es nicht als letzte hätte erfahren müssen."
„Es tut mir leid, dass es so gekommen ist. Aber es ging nicht anders. Derek sollte der erste sein, dem ich es sage und danach ist es einfach so herausgerutscht." Meredith sah traurig zu Boden.
Cristina betrachtete sich eine Weile Mark und Derek, die noch immer an dem Auto schraubten, dann wandte sie sich wieder Meredith zu. „Geht es dir gut? Ich meine wie sieht es mit Morgenübelkeit aus oder andere Beschwerden?"
Meredith hob ihren Kopf wieder an. „Noch habe ich keine Übelkeit und ich hoffe das bleibt so." Sie sah an sich herunter. „Vermutlich gehe ich bald auf wie ein Hefekuchen."
„Mir ist aufgefallen, dass dein Kleid zu eng sitzt." Bestätigte Cristina mit einem Kopfnicken. „Vielleicht solltest du jetzt schon mal anfangen, die bequemere Kleidung zu kaufen, bevor es zu spät ist."
„Dir ist also aufgefallen, dass ich zugenommen habe?" Meredith sah sie neugierig an.
„Ich habe dich schon mal in dem Kleid gesehen und da war es eindeutig nicht so eng." Mit dem Zeigefinger deutete Cristina auf Merediths Oberweite. „Derek ist wohl begeistert darüber."
„Er hat es geleugnet." Meredith sah kopfschüttelnd zu Derek hinüber, der Mark Anweisungen gab. „Was aber auch daran lag, dass wir spät dran waren und ich mich anziehen sollte."
„Zu viele Informationen, Meredith." Cristina rümpfte die Nase. „Muss ich dir von der Schaukel helfen oder geht das noch alleine?" Sie war aufgestanden und hielt Meredith die Hand hin.
„Eigentlich geht es noch, Danke." Meredith nahm die Hand und ließ sich von Cristina hochziehen. „Bei uns ist alles in Ordnung?"
Cristina nickte ihr zu. „Ja, natürlich. Wenn Derek dich mit seiner Fürsorge in den Wahnsinn treiben sollte und Mark mir auf die Nerven geht, dann fliegen wir einfach weg."
„Gute Idee." Meredith schlang die Arme um ihren Körper, der heftiger anfing zu zittern. „Vor allem dahin, wo es warm ist." Die beiden gingen zu Mark und Derek, die sie lächelnd empfingen. „Hast du die Glühbirne auswechseln können?"
„Ja, wir haben es geschafft." Derek zog seinen Mantel aus und hing ihn Meredith um die Schulter. „Sicherheit geht jetzt vor."
„Die Bahamas rufen, Meredith." Cristina zwinkerte Meredith zu, die zu lachen begann. „Können wir dann fahren?" Sie drehte sich zu Mark um, der ihr zunickte.
„Frohe Weihnachten noch einmal." Meredith lächelte die beiden an, während sie durch Dereks Umarmung langsam gewärmt wurde. Sie sahen den beiden kurz nach, dann öffnete Derek ihr die Autotür. Bevor Meredith einstieg, sah sie Derek in die Augen und küsste ihn dann sanft auf die Lippen. „Endlich nach Hause."
Hat man den Kommerz hinter sich gelassen und lässt sich stattdessen von denen anstecken, die noch immer mit einer unschuldig kindlichen Freude Weihnachten feiern können, dann entdeckt man an den Festtagen mehr gute als schlechte Sachen. Es fällt einem dann auf, dass es um die Familie geht (Lexie und George stolpern küssend in ihre Wohnung. George kickt mit dem Fuß die Tür zu), die man sich selber definieren kann (Cristina räumt einige Kisten zur Seite, so dass das Schlafzimmer wieder wie eines aussieht. Mark kommt mit einem Geschenk herein, was er ihr übergibt). Lässt man sich auf eine besinnliche Stimmung ein und reflektiert seine Probleme, dann stellt man gerade in einer ruhigen Minute fest, dass sie oft einfach nur größer gemacht werden, als sie es eigentlich sind. Statt diese weiter auszuleben, eignen sich die Weihnachtstage dafür, sich wieder mehr auf die Familie zu besinnen und man stellt schnell fest, dass die meisten Probleme gerade mit Hilfe von Menschen die man liebt, leichter zu lösen sind als alleine (Alex und Izzie schlafen eng umschlungen und einem zufriedenen Gesichtsausdruck im Bett). Nicht umsonst ist Weihnachten ein Familienfest. Man kommt zusammen, um es gemeinsam zu feiern. Und wenn man sich der Stimmung von Weihnachten hingibt, dann wird selbst aus dem größten Weihnachtsmuffel ein Freund des Festes. Denn man kann es am Ende nicht leugnen, dass es immer noch ein Fest der Liebe ist (Derek und Meredith liegen im Bett, er fährt mit seinem Zeigefinger kleine Kreise um ihren Bauch, während sie ihm durch die Haare fährt. Ihre Blicke treffen sich und sie lächeln sich an.
----- The End ----
