Titel: …and then rain starts falling…

Autor: KimRay

Kategorie: action/adventure

Unterkategorie: Drama

Inhalt: Der Krieg ist vorbei. Harry ist Auror und Todesserjäger und sein nächstes Ziel heißt Draco Malfoy.

Und wie immer: SLASH

DISCLAIMER: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich den jeweiligen Eigentümern. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir.

ACHTUNG: KEIN BETA!!

Kapitel 25

Akte geschlossen

Es war kein großes Problem, die Akte Malfoy in England lückenlos zu schließen und der Grund dafür war zum allgemeinen Schock aller Beteiligten die Tatsache, dass Harry schon in der zweiten Nacht im italienischen Zaubereiministerium – mit Salvatore Bianchis Erlaubnis und unter absoluter Geheimhaltung – einen Memoriam-Zauber durchgeführt hatte.

Was er dabei gefunden hatte, war problemlos in einem Denkarium zu sammeln, für die Auroren zu sichten und zu deuten gewesen. Das Ergebnis ließ keine Fragen offen.

Draco Malfoy war 100 unschuldig. Das einzige, was er sich jemals zu schulden kommen lassen hatte, war die Idiotie sich von Voldemort das Dunkle Mal in die Haut brennen zu lassen. Alles andere hatte sich mit Lucius Malfoys barbarischen Plan, sich den perfekten Sohn zu erschaffen für Draco erledigt. Er selbst wusste natürlich nicht, was Voldemort getan hatte. Er wusste nur, dass es ihn noch einmal gab und das Lucius ihm seine Magie geraubt hatte, um sie dieser Kopie, die später alle diese Verbrechen begangen hatte, zu übertragen. Danach hatte Lucius ihn zum Teufel gejagt und zweifellos gehofft, dass er sterben würde.

Das war nicht geschehen, doch das konnte man Draco natürlich nicht zum Vorwurf machen. Er war unschuldig und wurde vollkommen rehabilitiert, etwas, was seine Mutter, die seit Jahren unter den Repressalien der Verbrechen ihres Mannes und ihres falschen Sohnes zu leiden hatte mit begeisterter Erleichterung Kund tat.

Sie hatten diese Erinnerungen auf alles Makel gecheckt und keine gefunden. Im Gegenteil hatten sie noch eine weitere Entdeckung gemacht, die Harry selbst entgangen war. Er weiterer ungeklärter Fall löste sich dank Dracos Erinnerungen in Wohlgefallen auf, denn es hatte ganz den Anschein, als sei die seit Jahren wie vom Erdboden verschluckte Bellatrix Lestrange im Rahmen des düsteren Experiments, das den falschen Draco erschaffen hatte, Voldemort zum Opfer gefallen.

Es war nicht ganz klar, was er mit ihr gemacht hatte, aber aus einer der Erinnerung ließ sich klar schließen, dass Lucius und Voldemort Bellatrix für etwas geopfert hatten und sie nicht überlebt hatte.

‚Akte geschlossen' war alles, was Angelina Johnson am Ende aller Anhörungen und Materialsichtungen sagen konnte und für viele war der Krieg erst in diesem Moment wirklich vorbei.

Harry hatte diesen Zustand schon seit einer Weile hinter sich. Für ihn war es vorbei gewesen, als er in Italien zu sich gekommen war und Mione ihm gesagt hatte, dass Dracos Double und sein Vater im Kampf getötet worden waren, doch all das machte seine Entscheidung, die Auroren zu verlassen umso leichter und das war es, was er gleich nach der letzten Anhörung und Dracos Freispruch Angelina mitteilte.

Es wunderte ihn nicht, dass sie nicht die geringste Überraschung zeigte.

Bei Hermione hatte er nicht dieselbe Hoffnung, als sie an diesem Abend gemeinsam ihr Büro verließen.

„Es ist ein komisches Gefühl, nicht wahr?"

Harry war in der Tür noch einmal stehen geblieben und starrte nun auf seinen leeren Schreibtisch, während Hermione, neben ihm, ihn nicht aus den Augen ließ. Auf die dunklen, zerkratzen Oberfläche seines Tisches fand sich nichts mehr von Bedeutung. Keine Akten, keine Zeitungen, keine Pergamente, nichts als ein Tintenfass mit einer Ministeriumsfeder, eine kleine Ablage, die genauso leer war wie der Schreibtisch selbst und drei unbeschriebene Pergamentrollen. Es gab nicht wirklich etwas persönliches, das direkt auf Harry hinwies in diesem Raum. Sie hatten ihren letzten Fall abgeschlossen und alles, was dazu gehörte weggeräumt und es hatte fast den Anschein, als seien ihre Persönlichkeiten damit genauso verschwunden.

Es machte Harry nur noch deutlicher klar, dass seine Entscheidung richtig war. Das hier war nicht mehr er. Er wandte sich Hermione zu und legte ihr den Arm um die Schulter.

„Lass uns was Essen gehen. Ich muss dir etwas sagen." Hermione folgte ihm widerstandslos und etwas irritiert durch die verlassenen Gänge des Ministeriums. Er hatte ihre Frage nicht beantwortet, obwohl er mit Sicherheit genau so empfand.

Wie so oft war es spät abends und sie gehörten zu den letzten die ihren Arbeitsplatz verließen. Sie hinterfragte Harrys kurzfristige aufgekommene Pläne nicht. Schon seit er wieder in London war, war ihr aufgefallen, dass es die ganze Zeit regnete und er viel zu ruhig war. Die Sache in Rom hatte ihn viel mehr mitgenommen, als er zeigen wollte und im Grunde bestätigte er mit seinem verhalten nur, was Colin ihr gegenüber im Vertrauen schon an Vermutungen geäußert hatte: Die Sache zwischen Malfoy und Harry hatte ein anderes Niveau als alles andere, was sie nach dem Krieg je erlebt hatten. Sie zog es jedoch vor, vorerst zu Schweigen. Eine Ahnung sagte ihr, dass es eh das sein würde, worüber er sprechen wollte.

Wenig später saßen sie an einem abseits gelegenen Tisch bei ihrem Lieblings-Muggel-Chinesen und warteten auf ihr Essen. Es war bezeichnend, dass Harry die ganze Zeit in die Dunkelheit und den Regen hinaus starrte.

„Worüber wolltest du reden, Harry?" irgendwann war auch Hermiones Geduld am Ende. Es dauerte eine Ewigkeit, bevor Harry auf ihre Frage reagierte.

„Ich hab den Dienst quittiert, Mione!" Die Antwort war leise, aber nicht miss zu verstehen und Harry sah sie noch immer nicht an. Damit hatte sie nicht gerechnet. Im ersten Moment wollte sie ihn fragen, ob er den Verstand verloren hatte, doch dann überlegte sie es sich anders, lehnte sich sprachlos in ihrem Stuhl zurück ohne ihn aus den Augen zu lassen.

Er war blass, schmaler als gewohnt und es war nicht zu übersehen ,dass er sich diesen Schritt ganz genau überlegt hatte. Wieso auch nicht, Mione? Wieso sollte er nicht den Dienst quittieren? Frag dich mal, seit wie vielen Jahren er jetzt im Krieg ist?

26 Jahre.

Seit 26 Jahren war Harry im Krieg. Sein Leben lang. Er hatte alles verloren. Seine Eltern, seine Kindheit, seinen Paten, seine Unschuld, seinen besten Freund.

„Ich denke, wenn irgendjemand das Recht hat zu sagen, jetzt ist Schluss, dann bist du das!" Mione sah ihn bei diesen Worten voll an und es entging ihr nicht, dass er offenbar mit einer anderen Reaktion ihrerseits gerechnet hatte. Mione war Vollblut-Auror und sie wusste, dass sie es ihr Leben lang bleiben würde. Das Schicksal hatte sie dazu gemacht. „Schau mich nocht so überrascht an, Harry. Glaubst du nur wirklich ich wusste nicht, dass du diese Rolle in diesem verdammten Krieg niemals haben wolltest? Es ist nur logisch, dass du jetzt, wo er auch für uns endlich vorbei ist ein neues Leben anfangen willst. Ich hoffe nur, du erwartest nicht, dass das so einfach wird?" Sie konnte sich nicht helfen, das nachzusetzen. Sie hatten beinahe die Hälfte ihres Lebens im Krieg verbracht. Es würde nicht leicht werden, sich neue Ziele zu suchen.

Das Lächeln, was sich jedoch bei ihren Worten auf Harry Gesicht breit machte, entschädigte sie für jeden schock, alle Zweifel und das winzige Körnchen Bedauern, dass sie verspürte, weil ihr gemeinsamer Weg zu Ende war.

„mione, du hast keine Vorstellung, wie sehr ich mich danach sehne endlich frei zu sein. Frei von Pflichten und frei von dem, was wir uns vorgenommen hatten. Es ist mir egal, wie viele Stolpersteine ich finde, Hauptsache sie haben nichts mehr mit der Vergangenheit zu tun."

„Ähm…dann hätte ich eigentlich nur noch eine Frage?" Was Colin ihr erzählt hatte ließ ihr keine Ruhe und wenn Harry neu anfing, dann sollte er wirklich neu anfangen.

„Welche?" Er war überraschend entspannt, doch Mione erwartete nicht, dass dieser zustand lange anhielt.

„Harry, bitte nimm mir das jetzt nicht krumm…aber…was ist zwischen dir und Malfoy?" Hermione Hätte über einen Avada Kedavra nicht überraschter sein könne, als über das leise Lachen, dass sie von ihm zu hören bekam.

„Wenn es jemand fertig bringt, den springenden Punkt zu treffen, dann bist du es oder, Mione?" Sie ruckte nur mit den Schultern.

„Ich bin bloß froh, dass du mir hier nicht ausrastest."

„Wenn ich ehrlich bin, hoffe ich, dass DU nicht ausrastest, wenn ich dir jetzt gleich eine Wahrheit sage, die ich noch nie jemandem anvertraut habe."

„Ich weiß nicht, ob mich noch viel Schocken kann, Harry." Harry sah sie an und war sich sicher, dass er problemlos etwas in dieser Kategorie finden würde, doch darum ging es nicht. Es ging darum, einen Schlussstrich zu ziehen, und wenn er jemandem die Wahrheit über sein größtes Geheimnis anvertrauen wollte, dann war es die beste Freundin, die er in dieser Welt hatte.

„Draco Malfoy und ich waren in unseren letzten sechs Monaten in Hogwarts ein Liebespaar, Hermione!" und Hermione stellte fest, dass sie sich getäuscht hatte. Es gab noch dinge, die sie schocken konnten. Dieses Geständnis, dass alle Fragen, die sie jemals über Harry gehabt hatte klärte, tat es.

tbc

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