Kapitel 24: We wish you a merry christmas …

Mit langsamen Schritten kam Lily elegant die Treppen herunter. Ihr schwarzes Kleid, mit leichten, grünen Effekten, lag eng an ihrem Oberkörper an und weitete sich ab ihrer Hüfte. Ihre Haare waren zu einer modernen Hochsteckfrisur hinauf gesteckt worden.

Jeder wandte sich zu ihr um und konnte sehen, dass ihr Gesicht nur so strahlte. Ihre Augen strahlten geradezu eine Wärme aus. Ihre Lippen waren zu einem leichten Lächeln geformt.

James hatte ihr zuvor gesagt, dass er noch etwas regeln müsste und sie deshalb erst vor der großen Halle empfing. Er selbst trug einen dunkelblauen Festumhang.

Es wirkte ungewohnt, wie er so elegant und förmlich dastand. Beinahe konnte man denken, er wäre ein Musterschüler und könnte keiner Fliege was zu leide tun, doch der Eindruck konnte täuschen.

Als Lily schließlich die letzten Treppen herunterkam, ging ihr James entgegen und deutete einen leichten Diener an, nahm ihre Hand, hauchte einen Kuss darauf und bot ihr schließlich ihren Arm und führte sie den neugierigen und zugleich verwirrten Blicken der Schüler vorbei in die große Halle.

Was war denn hier los? Wenn es ein Scherz war dann kein guter. Lily Evans und James Potter gingen normal miteinander um und Lily war auch noch angetan von ihm? Irgendetwas stimmte hier nicht. Einige eifersüchtige Schülerinnen vermuteten sogar, dass er einen Liebestrank für sie gebraut hatte, ansonsten wäre diese Geste nicht möglich.

Plötzlich öffneten sich die Tore zur große Halle und anstatt das sie eine Eiswelt betraten, befanden sie sich mit im Sommer. Palmen waren an der Seite aufgestellt, in der Mitte, wo die Tanzfläche war, war durch einen Zauber etwas Meer hervorgezaubert worden, in dem man aber nicht untergehen konnte, da es nur eine Illusion war.

Die Tische und die Sessel waren wie am Strand und in der Tischplatte steckte ein Schirm. Dort, wo sich eigentlich eine Eisskulptur befinden sollte, war eine Sandburg, die Hogwarts ähnelte. Gleich neben der Sandburg befand sich eine Cocktailbar, an der zahlreiche bunte Getränke standen.

Neugierig blickten sich die Schüler umher, denn mit einem sommerlichen Weihnachtsball hatten sie nicht gerechnet. Vor allem, da es ja geheißen hatte, dass es ein Eispalast werden sollte. Die Idee hingegen fanden sie mehr als einfallsreich.

Lily und James grinsten auf Grund der Gesichter der Schüler.

Sirius kam weniger begeistert auf seinen Freund zu, hinter ihm hastete eine wütende Carmen nach.

„Wie kannst du es wagen Black?", zischte sie.

Sirius reagierte nicht darauf, sondern sagte einfach: „Siehst du James, so geht das schon die ganze Zeit."

„Wer soll denn sonst diesen Ball ruiniert haben, außer euch vier Tunichtguten?", fragte sie bissig.

Lily und James warfen sich einen raschen Blick zu und begannen zu lachen.

Verwirrt sahen Carmen und Sirius zwischen hin und her.

„Sollen wir es ihnen sagen?", fragte Lily immer noch lachend.

„Wenn du willst", meinte James und zuckte mit den Schultern.

Beide sahen zu ihren Freunden, grinsten diese an, sagten aber kein Wort. Einige Augenblicke verstrichen, bis Sirius ein Licht aufging und sein Gesicht sich verfinsterte.

„James", sagte theatralisch. „Wie konntest du mir das nur antun?"

Verwirrt sahen die Mädchen zu den Jungen.

„Hintergehst mich einfach", schniefte Sirius gespielt. „Du hättest mir wenigstens was sagen können, dann hätte ich mitgemacht." Dann hielt er inne und sah zu Lily. „Dir hätte ich das am Wenigsten zugetraut."

„Stille Wasser sind tief", antwortete James grinsend und genau dann riss auch Carmen schockiert die Augen auf.

Sie versuchte etwas zu sagen, doch sie imitierte einen Fisch am Trockenen. Zum Glück ertönte genau in diesem Moment Dumbledores Stimme. Binnen Sekunden war es in der riesigen Halle still.

Dumbledore lächelte sie alle an und seine Augen, hinter den Brillen, glitzerten vor vergnügt. „Ja, es ist wieder soweit. Wer hätte gedacht, dass nach den Vorkommnissen in den letzten Wochen noch so ein Ball zustande kommen würde? Zwar wurde die Dekoration und das Motto ein wenig verändert" Sein Blick wanderte zu Lily und James, die ihn unschuldig ansahen. „Aber dennoch ist diese Dekoration gut gelungen. Bei den Verantwortlichen möchte ich mich bedanken.

Für euer leibliches Wohl ist auch gesorgt. Bei den Tischen, von euch aus rechts gesehen, beim Podium, findet ihr alles, was euer Herz begehrt. Ich hoffe nur, dass ihr nur soviel essen werdet, wie ihr vertragt und nicht, bis ihr platzt. Es wäre auch kein schöner Anblick, also belassen wir es einfach!"

Verhaltenes Lachen war zu hören.

„Musik kann sich bei den Instrumenten gewünscht werden, die euch heute Abend durch den Ball begleiten werden. Ihr werdet euch sicher fragen, wieso wir keine Band haben, aber Instrumente werden nicht müde, obwohl … ach was soll's. Ich will euch nicht noch länger abhalten und wünsche euch einen angenehmen Abend."

Jubelrufe und lauter Applaus waren nun zu hören. Dann stürmten auch schon die ersten Paare auf die Tanzfläche, andere wiederum, darunter auch Sirius, stürmten das Buffet.

Sein Kopf schoss von links nach rechts. Es schien wirklich eine anstrengende Arbeit zu sein sich das richtige Essen auszuwählen. Aber wenn man Sirius lange kannte, wusste man, dass er beinahe alles aß und wirklich nicht wählerisch war.

Lily und James hingegen hatten entschlossen es sich auf der Tanzfläche gemütlich zu machen und tanzten gerade zu einem langsamen, sehr romantischen Lied. Beide sahen sich dabei tief in die Augen. Sie bemerkten nicht einmal, dass um sie herum einige Paare mit dem Tanzen aufgehört hatte und sie neugierig musterten und das was gerade passierte nicht zu realisieren schienen.

Dumbledore lächelte wissend, während McGonagall nur ein wenig ungläubig blickte, schließlich dann aber auch lächelte.

„Darf ich Sie zu einem Tanz auffordern, Minerva?", fragte Dumbledore.

„Es wäre mir ein Vergnügen."

Er führte sie auf die Tanzfläche und tanzte einen langsamen Walzer. Nicht wenige Schüler staunten, als sie ihre Professoren tanzen sahen.

Die Zeit schritt unaufhaltsam voran und um ein wenig Privatsphäre zu genießen und den neugierigen Augen der Schüler- und Lehrerschaft zu entgehen, beschlossen Lily und James auf den Ländereien einen kleinen Spaziergang zu machen. James legte einen Wärmezauber um sie, damit sie nicht erfroren.

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Sie gingen bis zum See und blickten über diesen hinweg. Seinen Arm um sie geschlungen, standen sie da. Lily hatten ihren Kopf an seine Schulter gelehnt und atmete in tiefen Atemzügen.

Beide hatten ein zufriedenes Lächeln auf ihren Gesichtern.

„Seht ihr? Weihnachten ist gar nicht so schlimm", kam es plötzlich von jemandem, der hinter ihnen stand.

Die gesamte Ballgesellschaft schien auf dem Weg nach draußen zu sein.

„Sagt nicht, dass ihr das Feuerwerk vergessen habt, dass heute stattfinden soll", meinte Remus besorgt.

„Aber Feuerwerke sind doch nur zu Silvester", fügte Lily hinzu.

„Dumbledore findet das wohl nicht", meinte Sirius und grinste vor sich hin, was auch James dazu veranlasste zu grinsen.

„Was habt ihr wieder gemacht?", kam es von Carmen, die die Hände vor ihrer Brust verschränkt hatte.

„Nur das, was Dumbledore von uns verlangt hat", antworteten die Marauder unison.

Über ihnen begann ein Lichterspektakel der Extraklasse. Drachen, Einhörner und andere magische Tiere waren neben normalen Muggelraketen zu sehen. Man hörte überall „Oh!"s und „Ah!"s.

Die letzte Rakete schoss empor und erleuchtete Hogwarts in gleißend, weißem Licht. Eine ihnen allzu bekannte Melodie begann zu spielen und sie stimmten gesanglich mit ein.

Stille Nacht, heilige Nacht,

alles schläft, einsam wacht,

nur das traute hoch heilige Paar,

holder Knabe mit lockigem Haar,

Schlaf in himmlischer Ruh',

Schlaf in himmlischer Ruh'.

Stille Nacht, heilige Nacht,

Gottes Sohn, oh wie lacht,

lieb aus deinem göttlichen Mund,

da uns schlägt die rettende Stund'.

Christ der Retter ist da,

Christ der Retter ist da!

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We wish you a merry Christmas,

We wish you a merry Christmas,

We wish you a merry Christmas,

And a happy new year.

I wish you a merry Christmas,

I wish you a merry Christmas,

I wish you a merry Christmas,

And a happy new year.

Ich möchte euch für eure diesjährige Treue und Teilnahme an meiner Adventskalender-FF recht herzlich bedanken. Ich hoffe, dass ihr, wenn es noch Interesse gibt, nächstes Jahr wieder dabei seit und vielleicht der ein oder andere mir treu bleibt. Manchmal war ich mit meinen Kapitel nicht zu frieden. Ich weiß, manchmal bin ich wirklich selbstkritisch, aber so bin ich eben. Mir hat es wirklich Spaß gemacht diese FF zu schreiben, nur bei manchen Kapiteln war ich mir nicht sicher, ob ich die überhaupt online stellen darf, weil ich so unglücklich damit war. Von einigen Kapiteln gab es sogar mehrere Variationen und die waren noch schlimmer! Ich möchte mich an dieser Stelle auch entschuldigen, dass ich euch manchmal etwas verworrene Kapitel zugemutet habe, aber vom Ablauf her, wäre es dann wohl kaum mehr möglich gewesen. Ihr habt vielleicht die FF vom letzten Jahr in Erinnerung und ja, die Messlatte vom letzten Jahr war für mich selbst hoch, aber ich wollte keinen Abklatsch machen und einfach etwas anderes mit einbringen. Ich hoffe daher auch, dass mir das in gewisser Weise auch gelungen ist. Und ja, ich widerspreche mir schon wieder, ich weiß, aber wer wäre ich denn, wenn ich nicht so wäre wie ich bin, nicht? Und bevor es noch schlimmer wird, was ich hier schreibe, höre ich lieber auf und wünsche euch an schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch (aber rutscht nicht zu weit!) – auf das wir uns im neuen Jahr frisch und munter wieder sehen und lesen werden!