Kapitel 24 - Careless Whispers

Kapitel 24 - Careless Whispers

Ginnys Augen weiteten sich, als sie in das wütende Gesicht von Draco Malfoy starrte.

Sie stotterte zusammenhangslos, als sich seine Hand um ihren Hals zusammenzog. "Lass… gaaah!" Sie klammerte sich an sein Handgelenk, als ihr Gesicht immer röter wurde.

Dracos Hand handelte aus eigenem Willen. Er könnte diese Schlampe fertig machen. Ihren wertlosen, blutsveräterischen Arsch erledigen. Sie hatte es getan, er wusste es. Es war über ihr gesamtes, hässliches, sommersprossiges Gesicht geschrieben. Draco wusste bis in die Zehennägel, dass Ginny Weasley Harry wieder diese Drogen gegeben hatte. Er wusste nur nicht, warum sie solch etwas Dummes getan hatte.

Aber sie war ja auch eine Weasley.

Er drückte ihr die Kehle zu und genoss ihr Röcheln und ihren Kampf gegen seine Hand. Ihre Tasche war neben ihr auf den Boden gefallen und der Inhalt fiel heraus.

".foy! Stopp!"

Eine entfernte Stimme drang in sein Bewusstsein und er bemerkte, dass ein Zauberstab in sein Gesicht gedrückt wurde. Er drehte den Kopf zur Seite und sah Granger, welche ihn wütend anknurrte.

"Du tötest sie! Hör auf!"

Draco wandte sich zu Ginny, deren Gesicht nun einen seltsamen Blauton annahm. Er grinste sie an und festigte seinen Griff. Ginny trat wild um sich und röchelte schrecklich. Hermine drückte ihren Stab tiefer in Dracos Hals.

"Malfoy!!"

"Fick dich, Granger!" Doch er ließ sie los. Ginny sackte zu Boden und hustete heiser. Sie setzte sich auf, hatte sie Hände auf ihren Hals gelegt und keuchte.

"-cking Bas-tard!"

Draco lächelte spöttisch und trat von den beiden Gryffindors zurück. Hermine sah Ginny besorgt an.

"Ginny? Alles in Ordnung?"

Ginny sah zu ihr auf und ihre Augen verengten sich zu Schlitzen. "Du hast Malfoy in Gryffindor rein gelassen! Wie konntest du?"

Hermine verdrehte die Augen. Ich bin mir sehr sicher, dass Malfoy schon unzählige Male hier war. Nicht, dass ich das gutheiße." Sie blickte Draco finster an, welcher lässig mit den Schultern zuckte. "Wir brauchen Antworten und Malfoy hatte ein ziemlich verlockendes Argument, dass Harry ihm zuhören würde."

Ginny richtete sie schwankend auf. "Klar, sicher würde Harry ihm zuhören, wenn man sieht wozu Malfoy fähig ist!"

"Ich habe ungewöhnliche Talente, Weasley. Ihr Gryffindors scheint die einzigen Deppen zu sein, welche versuchen das zu ignorieren, was einfach offensichtlich ist."

Ginny schnaubte. "Tu nicht so unschuldig, Malfoy! Du weißt, was ich meine. Du hast ihn verdorben und drogenabhängig gemacht!"

Draco schüttelte den Kopf. "Oh, bitte. Du kennst Harry offenbar nicht so gut, wie du glaubst. Er war schon verdorben, bevor ich die Szene betreten habe. Er hat eine Narbe, um es zu beweisen."

Hermine verengte ihre Augen und bellte, "Was soll das heißen? Harry ist nicht böse! Er war ein Baby, als es passiert ist!"

Draco höhnte, "Und du nennst dich selbst die klügste Hexe hier? Ich rede nicht über diese Narbe, du Idiot. Ich meine die andere, die der Werwolf ihm verpasst hat. Sie hat ihn verändert."

Hermine blinzelte und öffnete den Mund, doch Ginny kam ihr zuvor,

"Du bist ein Lügner, Malfoy! Alles was aus deinem Mund kommt ist Blödsinn! Verschwinde hier! Lass Harry in Ruhe!"

Draco war bereit zu antworten, doch dann begann Harry zu murmeln. Draco wandte sich schnell um und sah, dass Harry versuchte sich aufzusetzen. Draco ging auf das Bett zu und lehnte sich über ihn.

"Harry, ich bin es. Geht es dir gut?"

Harrys unfokussierter Blick versuchte Dracos Gesicht zu erfassen.

"Draco? Was machst du hier?" Er sah Hermine an und dann Ginny. Beide Mädchen hasteten auf ihn zu.

"Harry, du warst high.", sagte Hermine. "Du warst total weggetreten. Erinnerst du dich daran, was passiert war?"

Harry starrte sie verwirrt an.

"Ich war high? Wie? Ich habe nicht… Ich schwöre, ich habe nichts eingeworfen. Ich habe Snapes Trank genommen!"

Dann sah er zu Ginny.

"Du warst hier. In meinem Zimmer. Du sagtest, du hättest mich mit Draco gesehen. Und dann… Ich weiß nicht. Ich kann mich danach an nichts mehr erinnern."

Draco wirbelte herum. "Ich wusste, dass du es warst! Du hast es getan! Ich sollte dich verdamm noch mal auf der Stelle töten!"

Ginny Gesichts wurde blass und sie wich vor Draco zurück, den Zauberstab ziehend.

"Ich habe nichts getan. Ich habe nich-"

"Woher hat er dann die Drogen, Weasley? Er hat Snapes Trank eingenommen! Er wollte, dass es ihm besser geht. Er würde nicht einfach wieder Drogen nehmen und high werden!"

"Ich weiß es nicht, Malfoy! Vielleicht war es Justin! Justin wusste davon und er hatte Drogen in seiner Hand!"

Draco verdrehte die Augen. "Dieses Schlammblut? Meinst du das ernst? Das würde er nicht wagen!"

Hermines Zauberstab richtete sich auf Draco. "Nenn ihn nicht so!"

Draco schnaubte als Antwort. "Was auch immer, Granger. Können wir uns nun auf das eigentliche Problem konzentrieren?" Er nickte zu Ginny. "Welches wäre, dass deine Hauskameradin versucht, Harrys Abhängigkeit aufrecht zu erhalten."

"Nein! Ich war es nicht! Ich würde Harry nicht verletzen! Ich liebe ihn! Es war Justin! Justin hatte die Drogen! Er will Harry für sich selbst! Er interessiert sich nicht für Harrys Gesundheit! Er will ihn nur haben und ihn von dir fernhalten, Malfoy!", schrie Ginny. Sie hob ihren Zauberstab auf Malfoy.

Draco zog seinen eignen aus seiner Robe und Hermine seufzte. Die beiden wandten sich zu ihr.

"Malfoy, es ergibt Sinn, dass es Justin war. Er hat schlechte Dinge über dich gesagt. Er scheint dich wirklich zu hassen."

Malfoy zuckte mit den Schultern. "Klar, wer nicht? Und was will dieser Trottel mir antun?"

"Nun, Ginny hat in einem Recht. Er hatte ein paar Drogen. Ich habe ihn damit gesehen. Er sollte sie zu Professor McGonagall bringen, aber er behauptet sich nicht daran erinnern zu können, ob er sie ihr gegeben hat oder nicht. Und dann ist Harry plötzlich high."

Ginny nickte und sah dann Harry an. Dieser starrte sie mit anschuldigendem Blick an. Sie ging schnell zu ihm hinüber und ergriff seine Hand. Sie küsste ihn sanft und er versuchte sich vor ihr zurückzuziehen, doch sie ließ ihn nicht los.

"Harry, ich habe es nicht getan. Ich will dich nicht verletzen, du weißt das. Bitte, ich möchte nur unsere Beziehung zurück und dass es dir besser geht."

Draco sah sie genervt an. "Ich denke, er will, dass du seine Hand loslässt, Weasley. Sein mörderischer Blick lässt das deutlich erkennen."

"Halt die Fresse, Malfoy! Du hast nicht geleugnet, dass du einen Zauber auf Harry gelegt hast! Lass uns in Ruhe! Verschwinde hier und verkrieche dich in dein Erdloch!"

"Er soll nicht gehen, Ginny! Geh du einfach, okay? Ich will, dass du mich alleine lässt."

Ginny wirbelte herum und starrte ihn an. "Was? Er soll bleiben und ich gehen? Nein! Ich werde dich nicht mit ihm alleine lassen, Harry! Du kannst nicht klar denken!"

Draco knurrte, "Um Gottes Willen, Weasley! Er sagte, du sollst dich verpissen. Wie dämlich kann man sein? Er will dich jetzt nicht hier haben!"

Ginnys Gesicht brannte vor Zornesröte. "Du willst doch nur eine weitere Chance bekommen, seinen Schwanz wieder zu lutschen, nicht wahr Malfoy? Wie wird dein Daddy es aufnehmen, dass du es dir von Schwänzen besorgen lässt?"

Hermine keuchte auf und schlug die Hand vor den Mund. "Ginny!"

Draco knurrte erneut. "Oh, das reicht! Sie gehört mir!" Ein Blitz aus rotem Licht schoss aus seinem Zauberstab auf Ginny zu. Hermine schubste sie grob aus dem Weg und Ginny flog durch den Raum, stieß gegen ihre Tasche und fiel auf die Knie.

Hermine schrie auf und Harry griff Dracos Arm, um ihn zurückzuzerren.

"Was zum Teufel tust du? Nicht! Du machst es nur schlimmer, Draco!"

Draco knurrte wütend. "Dann tu etwas, Harry! Sieh dich doch an, du kannst kaum aufrecht stehen! Sie hat dir das angetan!"

Harry wollte gerade antworten, als Hermine sprach. "Warum ist Harrys Umhang in deiner Tasche, Ginny?"

Harry sah auf den Boden und erblickte den seidigen Stoff. Sein Kopf schnellte hoch und er starrte Ginny an. "Du hast den Umhang meines Vaters gestohlen?"

Ginny kam wieder auf die Beine. "Ich habe ihn nicht gestohlen, Harry. Ich habe ihn… mir ausgeborgt."

"Das ist Schwachsinn! Du hast meinen Umhang gestohlen!" Harry versuchte aufzustehen, doch er hatte nicht viel Erfolg. Draco nahm seine Hand um ihm zu helfen.. Er schwankte und Draco hielt ihn fest.

"Ich kann nicht glauben, dass du an meine Sachen gegangen bist, Ginny! Warum hast du mich nicht gefragt? Was hast du sonst noch genommen?"

Ginnys Unterlippe zitterte und sie knete nervös ihre Hände. Oh… dass war nicht vorgesehen gewesen. Harry schien fuchsteufelswild zu sein.

"Harry, es tut mir soo Leid. Ich wollte dich nicht nerven und ich habe ihn einfach gesehen und wollte ihn ausprobieren. Ich wusste nicht mal, dass du solch einen Umhang hast. Bitte… es tut mir Leid." Sie ging nervös auf ihn zu, ihre Hände vor sich ausgestreckt. "Bitte, sei nicht sauer." Tränen liefen Ginnys Gesicht hinab und Harrys Wut löste sich auf. Er konnte noch nie gut mit Tränen umgehen.

Draco hatte dieses Problem jedoch nicht.

"Ist das dein Feuerblitz?"

Er ließ Harrys Arm los und schritt zur Tasche hinüber. Er streckte die Hand aus, um sie aufzuheben, doch Ginny kam ihn zuvor.

"Das ist meine! Fass meine Sachen nicht an!"

"Das ist Harrys Feuerblitz! Du bist eine verdammte Diebin!"

"Verpiss dich, Malfoy!"

Hermine mischte sich ein. "Accio Ginnys Tasche!" Die Tasche flog den Beiden aus den Händen und in Hermines.

Ginny rannte auf sie zu, als Hermine in die Tasche klickte. Sie sah die Tüte mit den Pillen und ihr Gesicht verzog sich.

"Ginny, ich kann es nicht glau-"

"AAAARRGGHHHHHH!"

Hermine, Ginny und Draco wirbelten herum, um Harry anzustarren, welcher sich plötzlich vor Schmerz krümmte. Er stolperte vorwärts und fiel beinahe kopfüber auf den harten Boden, doch Draco war rechtzeitig zu ihm hinüber geeilt und fing ihn auf.

"Harry?"

Die Badtür wurde aufgestoßen und Ron stürmte in den Raum, Neville auf seinen Fersen. Sie blieben abrupt stehen, als sie Draco sahen.

Ron war der Erste, der reagierte. "Was um Teufel machst du hier, Malfoy? Was ist hier los?" Er zog seinen Zauberstab und richtete ihn auf Draco. "Geh von ihm weg, Malfoy!"

Ginny schrie, "Malfoy verletzt ihn, Ron! Tu etwas!"

Ron brauchte keinen weiteren Antrieb. Er rannte los, griff Dracos Arm und zog ihn von Harry weg. Harry fiel mit einem Klatschen zu Boden und stöhnte. Draco stieß Ron von sich, welcher gegen den Schreibtisch fiel. Pergamentrollen fielen herunter und Tintenfässer kippten über und verbreiteten schwarze Flecken auf dem Tisch.

"Du dämliches Arschloch! Ich helfe ihm, du Idiot!"

Ron hörte ihm nicht zu und schoss einen roten Lichtblitz auf Malfoy ab, welcher auswich. Der Zauber knallte gegen das Himmelbett und das Holz splitterte. Es sank ein Stück ab.

"RON! NEIN!" Hermine rannte vorwärts und stolperte über die Tasche, die sie fallen gelassen hatte. Sie landete hart ihm den Boden, ihre Hände brannten von dem Schmerz des Aufpralls.

Malfoy wirbelte herum und schickte einen Zauber auf den Rotschopf. Er verfehlte ihn um wenige Zentimeter und Ron brüllte, "Du Penner!"

Neville sprang aus dem Weg, als das rote Licht über seinem Kopf hinweg schoss und hielt sich and er Wand fest. Er richtete sich auf und schrie, "EXPELLIARMUS!"

Rons, Dracos, Ginnys und Hermines Zauberstäbe flogen ihren Besitzern aus den Händen und in Nevilles ausgestreckte. Ron und Draco schrieen zornig auf.

Draco erreichte Neville zuerst und schubste ihn grob. "Gib mir meinen Zauberstab!"

Neville war beinahe so groß wie Draco und wich nicht von der Stelle. "NEIN! Nicht bevor ihr alle damit aufhört! Was zum Teufel geht hier vor sich?"

Draco griff Nevilles Hand, aber Ron war in diesem Moment bei ihnen angekommen. Er zog Draco zurück und schlug diesen ins Gesicht. Draco taumelte, Blut strömte aus seiner Lippe. Er spuckte Blut auf den Boden und verengte seine Augen.

Er langte vor und schlug Ron auf die Nase. Ron heulte auf und legte seine Hand über das schmerzende Organ, Blut lief an seinen Fingern hinab. Er verzog das Gesicht und zog seine Hand weg. Sein Blut tropfte auf den Teppich.

"Ich werde dich töten, Malfoy!"

Die zwei Teenager gingen aufeinander los und das Chaos brach aus.

Neville wurde zu Boden geschlagen, durch das folgende Gewirr aus fliegenden Fäusten, tretenden Beinen und beißenden Zähnen. Alle Zauberstäbe flogen durch die Luft und rollten auf dem Boden davon. Hermine schaffte es auf die Beine zu kommen, nur um von Rons Ellenbogen am Hinterkopf getroffen zu werden. Sie schrie vor Schmerz aus und fiel mit dem Kopf auf den nun zerbrochenen Tisch. Ihr Körper wurde schlaff.

Ginny starrte Hermines bewusstlose Gestalt an, war jedoch von Harry abgelenkt, welcher sich auf dem Boden krümmte. Sie rannte zu ihm und kniete sich hin.

"Harry! Harry! Was ist los? Oh, Merlin! Was passiert hier?"

Harry war schweißgebadet und er biss vor Schmerz die Zähne zusammen. "Ginny… fuckk!! Oh, mach, dass es aufhört! Es fühlt sich an, als ob ich verbrenne!" Er keuchte schmerzvoll auf und zuckte, Ginny dabei fast schlagend.

Ginny fuhr mit der Hand über seine schwitzige Stirn. Erschrocken zog sie sie zurück, er verbrannte! Sie konnte beinahe den Dampf sehen, der aus seinen Poren trat. Was ging hier vor? Sie lehnte sich näher zu ihm, um ihm etwas zuzuflüstern, was bei dem ganzen Aufruhr im Raum jedoch nicht unbedingt notwendig war. Niemand hätte sie hören können.

"Harry? Ist es der Entzug? Brauchst du mehr Drogen? Ich kann dir helfen! Lass mich dir nur helfen! Bitte!"

Harry stöhnte vor Qual, seine Gesichtszüge zuckten schmerzend und ließen ihn beinahe unmenschlich aussehen. Er griff Ginnys Hand und drückte se so stark, dass ihre Knochen knackten. Sie schrie vor Schmerz auf.

"B-Bitte, Ginny. Bitteeee… mach, dass es aufhört. Ohhhhhh…!"

Tränen liefen aus Harrys Augen und er keuchte schluchzend.

Ginny wartete nicht länger. Sie griff ihre Tasche und zog sie zu sich herüber. Dann nahm sie das Tütchen mit den Pillen heraus und schüttete sie auf ihre Hand Sie hielt Harrys Kopf fest, aber er zuckte und wandte sich so sehr, dass sie ihn nicht stillhalten konnte. Sie sprang auf ihn und nagelte ihn mit ihrem gesamten Körpergewicht auf dem Boden fest.

Aus dem Augenwinkel sah sie Malfoy und Ron, welche sich immer noch prügelten. Neville versuchte Hermine zu helfen, die eine eklige Beule am Hinterkopf hatte. Sie setzte sich auf und Neville fand einen Zauberstab, um sie zu heilen. Es schien ihrer zu sein.

Ein lauter Schrei von Harry und sein wildes Krümmen zog ihre Aufmerksamkeit auf ihn zurück. Sie drückte ihn so fest sie konnte hinunter, um ihn still zu halten und drückte die Pillen gegen seine Lippen, um seinen Mund zu öffnen.

Er keuchte hörbar auf, als ein weiterer Schmerzanfall durch seinen Körper fuhr und die Pillen rutschten seine Kehle hinab. Ginny hatte keine Ahnung wie viele sie benutzt hatte, betet jedoch, dass es genug waren, um ihm zu helfen und zu wenige, um ihn zu töten.

Harrys Augen waren so fest verschlossen, dass Ginny hätte schwören können, dass seine Wimpern abknicken würden. Harrys Zähne knirschten und Ginny hoffte, dass er die Pillen geschluckt hatte.

Ein lautes Krachen brachte sie dazu aufzuschauen und Harry zuckte wild. Ginny flog von ihm hinunter und landete auf dem Fußboden. Die restlichen Pillen flogen in alle Richtungen davon. Hermine war endlich wieder auf den Beinen und hatte Ron und Draco versteinert. Ron war dadurch in Harrys Vitrine gefallen und der Ungarische Hornschwanz Miniaturdrache blies Feuer in Rons Haar, es dadurch versengend.

Hermine hatte Ginnys Zauberstab fest in der Hand und versuchte ihren Atem zu beruhigen. Dann erinnerte sie sch an Harry und wandte sich schnell zu diesem und Ginny um. Harry lag komplett regungslos auf dem Boden aufgestreckt.

Hermine rannte auf sie zu und kniete sich neben Harry. "Harry? Harry!" Sie rüttelte ihn grob, doch er blieb reglos. Sie sah zu Ginny. "Was ist passiert, Ginny? Hat er irgendetwas gesagt?"

Ginny biss sich auf die Unterlippe, dann jammerte sie, "Hermine. I-Ich wollte ihn nicht verletzen! Ich wollte ihm nur helfen. Er wollte diese Pillen so sehr und Justin war ein Arschloch und Harry brauchte sie! Ich wollte nur, dass er mich wieder liebt, Hermine! Weißt du nicht, wie sich das anfühlt? Ich würde alle tun, um ihn zurückzubekommen!" Sie brach in heftiges Schluchzen aus.

Neville stand hinter den beiden Mädchen. Er hockte sich hin und tätschelte dem verstörten Mädchen unbeholfen auf die Schulter. Ginny drehte sich zu ihm und weinte sich an seiner Robe aus. Neville sah über ihre Schulter und zog die Augenbrauen hoch, als ob er Hermine fragen wollte, 'Was jetzt?'.

"Wir müssen ihn zum Krankenflügel bringen. Er braucht Hilfe."

Die Tür zu Harrys Raum sprang auf und Professor McGonagall marschierte herein, halb Gryffindor hinter sich.

"Meine Güte! Was ist hier los? Ich konnte die Schreie bis zur Fetten Dame hören!" Minerva blickte sich im Raum um und starrte das Chaos an. Ihre Augen landeten auf Malfoy, welcher versteinert unter dem zerbrochenen Tisch lag.

"Ist das Mr Malfoy? Was tut er hier?"

Neville antwortete, "Nun, Professor, das ist eine lange Geschichte." Er sah zu Hermine. "Eigentlich weiß ich gar nicht, wie diese Geschichte geht." Er lächelte Minerva verlegen an, welche ihn finster anblickte.

"Jemand erzählt mir sofort, was hier passiert ist!" Sie richtete ihren Zauberstab auf Ron und Draco. Die Beiden regten sich langsam. Ron rieb sich den Hinterkopf und stöhnte laut auf.

"Bloody Hell, Hermine! Du hättest mich nicht versteinern müssen. Es hätte gerecht, wenn du diesen Schwachkopf, Malfoy, verhext hättest."

"Halt deine Fresse, Weasley! Du kannst von Glück reden, dass deine Freundin dir den Arsch gerettet hat!"

Ron wirbelte zu Malfoy herum und sprang auf die Beine. Er stürzte sofort kopfüber auf Malfoy zu.

Und sie bildeten erneut eine verhedderte Menge aus Armen und Beinen.

"DAS REICHT!"

Minerva marschierte hinüber zu den zwei Jungen und zog Ron an dessen Robe zurück. Sie griff Draco Arm und zog diesen ebenso weg.

"Draco Malfoy, ich bin entsetzt über Ihr Benehmen! Sie sind Schulsprecher. Warum oder wie Sie in den Gryffindor Turm gelangt sind, muss ich noch verstehen, aber seien Sie sicher, dass Professor Snape davon hören wird. Kehren Sie sofort in Ihren Gemeinschaftsraum zurück. Ich werde bald mit Ihnen und mit Professor Snape sprechen. Gehen Sie!" Sie deutete auf die Tür.

Draco lächelte sie spöttisch an. "Ich brauche meinen Zauberstab zurück. Ihre Gryffindorks haben ihn gestohlen. Und dann meine Person angegriffen. Ich verlange Gerechtigkeit."

Minerva verdrehte die Augen. "Ersparen Sie mir die Theatralik, Malfoy! Gehen Sie einfach. Und waschen Sie sich."

Draco schnaubte und Neville ging auf ihn zu, um ihm seinen Zauberstab zurückzugeben. Draco griff ihn ihm aus der Hand.

"Nächstes Mal werde ich deine Ei-"

"Mister Malfoy!"

"Schön, ich gehe." Seine Augen ruhten auf Harry. "Was ist mit Harry?"

Minerva sah Harry auf dem Boden liegen. Sie erblasste merklich und eilte auf ihn zu.

"Warum ist Potter bewusstlos? Was ist passiert?", verlangte sie zu wissen. Sie zog ihren Zauberstab und begann ihn nach Verletzungen zu untersuchen. "Miss Granger?"

"Ich weiß es nicht, Professor. Er war heute Morgen high und dann hat er begonnen vor Schmerz zu Schreien. Es sind die Entzugserscheinungen, oder?"

Minerva ließ ihren Stab sinken. Sie hatte einen entsetzen Ausdruck auf dem Gesicht.

"Benachrichtigen Sie sofort Madam Pomfrey. Sagen Sie ihr, dass wir Mr Potter sofort zu ihr bringen werden."

Ginny sprach nun. "Was ist los mit ihm, Professor?"

"Tun Sie einfach was ich gesagt habe!"

Ginny schrumpfte aufgrund der Ermahnung zusammen. Sie stand auf und stieß gegen Hermine, welche sich ebenfalls aufrichtete. Hermine warf ihr einen kalten Blick zu, sagte jedoch nichts. Ginny starrte trotzig zurück, ihr tränenreiches, verzweifeltes Geständnis beinahe vergessend.

Hermine lief aus Harrys Zimmer und drängelte sich durch die neugierige Schülermasse. Colin und Dennis schienen kurz davor ihre Kleidung zu zerreißen, als sie Harry ausgestreckt auf dem Boden liegen sahen.

"Er ist okay, oder? Er… hat nicht versucht wieder jemanden zu töten, nicht wahr?" Colins Augen waren glänzten und er schien den Tränen nahe. "Sie bringen ihn nicht nach Askaban, oder?"

"Ich weiß nicht, was los ist, Colin. Aber wir finden es besser heraus."

Hermine eilte aus dem Raum.

-

Pansy stand vor Professor Snapes Räumlichkeiten. Sie wusste, dass er bald herauskommen würde, um zeitig zu frühstücken. Er vermied so viele Schüler wie möglich an den Wochenende, außer er brummte ihnen Strafarbeiten auf. Er genoss das immens.

Sie atmete tief durch und setzte einen hysterischen Gesichtsausdruck auf. Dann ging sie auf die Tür zu und klopfte laut. Nervös wartete Pansy und wiederholte still die Worte die sie für diesen Moment geübt hatte.

Severus öffnete die Tür mit dem Ausdruck eines Vollstreckers. Er erstarrte, als er Pansy sah, welche heftig atmete. Er öffnete den Mund um sie über sein Missvergnügen ihres Auftauchens zu informieren, doch Pansy kam ihn zuvor.

"Oh, Professor Snape! Ich weiß nicht, was ich tun soll! Ich denke… ich denke… ich bekomme vielleicht… ein Baby!"

Severus blinzelte. Und blinzelte nochmals. "Und Sie erzählen mir das, weil…?"

"Ich brauche Ihre Hilfe, Professor. Bitte!" Sie lehnte sich dramatisch gegen ihn, was ihn dazu brachte, augenblicklich zurückzuweichen.

"Miss Parkinson! Sie müssen darüber mit Madam Pomfrey sprechen. Ich bin sicherlich nicht derjenige, der sich mit diesem… Problem befassen sollte."

"Oh, nein! Ich kann nicht! Diese Kuh von einer Krankenschwester! Die ganze Schule würde es erfahren! Ich möchte mit meiner Mutter reden, bitte. Ich muss mit ihr nur schnell über den Kamin sprechen, Professor. Sie wird es mir sofort sagen können."

Pansy zog eine Phiole aus ihrer Tasche, deren Inhalt verdächtig nach Urin aussah.

"Sie möchten meinen Kamin benutzen?"

"Ja, für einen winzigen Moment. Ich verspreche, es dauert nicht lange, Professor. Ich muss es unbedingt wissen. Wenn ich schwanger mit Dracos Kind sein würde, dann würde dieser wieder zu sich kommen müssen und es gäbe keine… Ablenkungen mehr. Und wir könnten… wieder richtig zusammen sein."

Sie lächelte innerlich, während sie Severus' Reaktion beobachtete. Sie wusste, dass sie einen Nerv getroffen hatte, als sich die Augen des Zaubertränkemeisters kurz aufhellten, doch einen Moment später wieder eisig wurden.

"Nur für einen Moment, Professor. Ich werde niemanden sagen, dass sie mich gelassen haben. Ohnehin würde mir niemand glauben, wenn ich es täte."

Severus schritt zurück und ließ Pansy in den Raum. Er deutete wortlos auf den Kamin.

"Ich werde dann gehen. Schließen Sie die Tür hinter sich. Ich werde wissen, falls Sie durch den Kamin reisen. Ich schlage vor, Sie finden nicht heraus, woher ich das wissen werde. Nur dass Sie es wissen, Sie werden viel mehr Sorgen haben, als nur eine Teenager Schwangerschaft."

"Vielen Dank, Professor. Wenn es ein Junge wird, benenne ich ihn nach Ihnen."

Severus blickte sie finster an und schwebte mit einer schwungvollen Bewegung hinaus. Die Tür knallte hinter ihm zu.

Pansy eilte auf den Kamin zu und steckte ihre Hand in die Schale neben dem Flohpulver. Sie warf es hinein und sah sich verstohlen um.

"Narzissa Malfoy, Malfoy Manor."

Sie wartete einige Momente ungeduldig und dann erschien ein blonder Kopf in den Flammen.

"Ja?"

"Mrs Malfoy. Ich bin es, Pansy. Ich muss mit dir reden."

"Ja, was gibt es Pansy?"

"Es ist Draco. Er nimmt wieder Drogen. Du musst ihn in eine Entzugsklinik bringen."

-

Draco stürmte in den Slytherin Gemeinschaftsraum. Obwohl es Sonntagvormittag war, hielten sich kaum Schüler im Gemeinschaftsraum auf und Draco war glücklich darüber. Der Anblick von ihm, mit dem Gesicht und Shirt voller Blut und mit seinen abstehenden Haaren, hätte sie zu Tode erschreckt.

Als er in seinem Zimmer war, zog er seine Kleidung aus und warf sie mit wachsender Wut auf den Boden.

"Fucking Wiesel! Alle beide! Das ist nicht vorbei, noch lange nicht! Sie denken, sie können tun, was immer sie wollen? Und die Wieselschlampe! Klaut Harrys Sachen und gibt ihm Drogen! Was zum Teufel denkt sie sich dabei? Ist sie verrückt?"

Er stürmte in sein Bad und knallte die Tür so stark zu, dass der Raum erbebte. Er sah immer noch den unbeweglichen Harry auf dem Boden liegen. Er wusste nicht, was passiert war. Dieser dämliche Weasley hatte ihn mit diesem dummen Kampf abgelenkt. Harry brauchte ihn und er hatte sich wie ein gewöhnlicher Muggle geprügelt. Was ist das mit Gryffindors und ihren Prügeleien?

McGonagall war bekloppt, wenn sie dachte, dass er einfach herumsitzen und warte würde, bis sie ihn bei Severus anschwärzte. Er wusste, dass Severus ihn dafür töten würde bei Harry in Gryffindor gewesen zu sein. Aber wenigstens war er nicht allein dort gewesen und Severus konnte sie nicht beschuldigen Sex gehabt zu haben. Aber er freute sich nicht über das, was sein Pate dazu zu sagen hatte.

Nachdem er geduscht war, trat Draco heraus und stellte sich vor den Spiegel. Er begutachtete seine Zähne, um sicher zu gehen, dass dieser Trampel keinen von ihnen abgebrochen hatte. Er richtete seinen Zauberstab auf sich und heilte jede sichtbare Verletzung. Dann nahm er seine Zahnbürste und putzte das Blut weg, das noch an seinen Zähnen klebte.

Er ging zurück in sein Schlafzimmer und zog sich saubere Kleidung an. Ihm begann schwindelig zu werden, als er sein Shirt überzog, doch er dachte sich nichts dabei. Er schätzte, er wäre nur hungrig. Wann hatte er das letzte Mal etwas gegessen?

Draco beugte sich vor, um seine Hose anzuziehen und der Raum begann sich zu drehen. Er versuchte seinen Blick zu fokussieren und sein Gleichgewicht wieder zu finden, doch er hatte Schwierigkeiten seine Füße zu bewegen. Er bemerkte, dass seine Hände zitterten, doch er konnte es nicht stoppen.

"Was zum…?"

Ein scharfer Schmerz durchfuhr seinen Kopf. Er schrie auf und fasste sich mit den Händen an den Kopf. Es fühlte sich an wie der Cruciatus Fluch. Er stolperte vorwärts und sah, dass die Wände zu schmelzen begannen. Sie sahen aus wie lange Klumpen aus schwarzer Schmiere.

Draco brüllte vor Angst und der Boden sackte ab. Er schwankte und zwang sich auf die Tür zuzugehen. Ein weiterer Schmerzstich durchfuhr ihn und Draco schrie qualvoll auf.

"MERLIN! FUCK!"

Er fiel vor und traf mit dem Kopf gegen die Kante des Frisiertischs. Blut lief aus der Wunde und besudelte sein sauberes Shirt nochmals.

Er lag stöhnend auf dem Boden, benommen und verwirrt. Ihm war schwindelig und schlecht, war jedoch entschlossen aufzustehen. Was war los mit ihm? Das fühlte sich nicht so an wie sonst, als er mit Harry high wurde. Das war falsch und komplett beängstigend.

Er zog sich auf die Hände und Knie und bemerkte, wie sein Blut auf den Teppich tropfte. Der Anblick des Blutes drehte ihm den Magen um, denn in der nächsten Sekunde übergab er sich.

Draco hatte schon immer einen schwachen Magen gehabt. Er trank nicht mal viel, da sein Magen nicht viel vertrag. Er übergab sich auch, wenn er aufgeregt war. Das war sicherlich der Fall.

Draco fühlte sein Herz viel zu schnell rasen. Etwas war definitiv nicht richtig und er musste Hilfe bekommen. Er kroch so gut er konnte zu seiner Zimmertür, zog sich daran hoch und schaffte es die Tür zu öffnen. Seine Hose war durchweicht von dem Erbrochenen durch das er gerade gekrochen war, doch es war ihm scheißegal.

In dem Korridor lehnte er sich an die Wand und hielt sich krampfhaft daran fest, als ob sein Leben davon abhinge.

Der Boden verschwand immer wieder und seltsame Dinge erschienen in seinem Kopf.

Seltsame, schreckliche Dinge.

Draco kämpfte sich hinaus in den Gemeinschaftsraum. Seine Robe war befleckt mit Erbrochenem und dem Blut von seiner Kopfwunde.

Bitte lass irgendjemanden da sein…

Er wandte sich zur Tür und hörte, dass jemand den Gemeinschaftsraum betrat. Merlin sei Dank.

Mein Verstand muss mich einen Streich spielen. Ist das… meine Mutter?

"Mutter…", krächzte er.

Ein lauter Schrei fuhr durch seine Ohren und Draco fiel zu Boden.

-

Harry erwachte, als er Dracos laute Stimme hörte. "Ich verlange, dass Sie es mich nehmen lassen!"

Harrys Kopf wirbelte herum und er sah sich um. Er war im Krankenflügel. Schon wieder.

Er versuchte sich aufzusetzen und bemerkte, dass er kein Shirt anhatte. Ein Stück Pergament schwebte über seinem Kopf und seltsame Schreibereien erschienen auf dem Papier. Er seufzte. Was war passiert, dass er schon wieder hier gelandet war?

Draco schrie wieder, "Wo ist Professor Snape? Kommt er zurück oder nicht?"

Eine murmelnde Stimme antwortete, doch Harry konnte nicht sehen zu wem sie gehörte. Vielleicht Madam Pomfrey. Warum war Draco ihm Krankenflügel?

Er stieg aus dem Bett und ging auf Draco zu.

"Draco?", sagte Harry und knallte gegen eine unsichtbare Wand. Er fiel zurück und hielt sich die Nase.

"Bloody Hell! Was zum Teufel ist das?"

Draco setzte sich auf, seine Augen waren auf Harry fixiert. "Harry, es ist okay. Komm nicht näher. Du bist hinter einem Schutzschirm."

Harry streckte die Hand aus und fühlte die magische Barriere unter seinen Finger vibrieren.

"Was bin ich hier? Warum bist du hier?"

Draco stand auf, ging auf die Barriere zu und schaute vorsichtig zum Eingang.

"Pass auf, Harry. Ich habe eine Überdosis Drogen in meinem Körper. Zumindest sagen Pomfrey und Snape das. Ich habe keine Drogen genommen! Ich weiß nicht von was sie schwafeln. Aber merk dir meine Worte, Weasley steckt dahinter. Sie und Pansy!"

Harrys Augen weiteten sich. "Ginny! Sie hat mir das angetan, oder? Sie war letzte Nacht in meinem Zimmer. Sie hat mich verhext, glaube ich. Aber ich erinnere mich nicht, was danach passiert ist. Der Tag war wirklich seltsam." Er sah zu Draco. "Du kamst in meinen Raum. Du und Hermine! Ich erinnere mich daran. Ginny! Sie hat meinem Umhang genommen und dann habe ich den schlimmsten Schmerz erlebt, den man sich vorstellen kann. Und ab da an, erinnere ich mich an gar nichts mehr."

Draco nickte. "Weasley hat dir letzte Nacht Drogen gegeben, Harry. Ich weiß, dass sie es war. Sie versuchte diesem Hufflepuff, Justin, die Schuld zu geben. Aber der hat nicht den Mut dazu. Sie hatte deine Sachen geklaut, aber sie sagte nie warum."

Harry sah sich um, fühlte nach dem Schutzschild. "Warum bin ich hier hinter? Was ist passiert?"

Draco zuckte mit den Schultern. "Ich weiß es nicht genau. Du warst hier, als ich gekommen bin. Die Lehrer sind jedoch alle frustriert deswegen. McGonagall sah aus, als hätte sie ihre eigene Unterhose geschluckt." Er sah zurück zur Tür und dann wieder zu Harry. "Ich werde sie mich hier nicht wegbringen lassen. Meine Mutter ist hier."

Harry sah ihn daraufhin ernst an. "Warum ist sie hier? Was meinst du mit 'wegbringen'?"

"Ich hatte keine Möglichkeit es dir letzte Nacht zu sagen. Aber Pansy hat ihr erzählt, dass ich Drogen nehme. Sie hat mir gedroht, mich in eine Entzugsklinik zu stecken. Doch dann hat Pansy diese ganze Heiratsfarce vorgeschlagen, um mich an sie gebunden zu halten. Mutter hat zugestimmt, sagte aber, dass wenn ich wieder Drogen nehme, sie mich von der Schule nehmen wird. Ich weiß, dass es kein Zufall ist. Weasley hat uns letzte Nacht gesehen und jetzt hab ich eine Überdosis von Drogen, die ich nicht einmal berührt habe! Ich kann nicht glauben, dass Pansy so dämlich ist. Sie weiß, dass ich sie hier nach töten werde."

"Also hat Ginny mir auch Drogen gegeben? Wofür? Ich werde nicht zum Entzug geschickt, oder? Niemand ist genug um mich besorgt, um mich dorthin zu bringen."

"Wer weiß, was sich diese Schlampe dabei denkt! Oh, sie kann von mir noch was erwarten! Sie und ihr dämlicher Wichser von einem Bruder!"

Stimmen kamen vom Korridor und Draco formte stumm mit den Lippen, 'Ich liebe dich', bevor er zurück in sein Bett hastete.

Harry hob die Hand an die Barriere, als ob er Draco berühren wollte. Dann ging er zurück zu seinem Bett und lauschte.

Severus betrat den Krankenflügel mit Narzissa auf seinen Fersen.

"Ich will, dass er sofort entlassen wird, Severus. Ich verstehe nicht, warum du mich hinhältst. Ich weiß, was ich gesehen habe!"

Severus schien genervt, wandte sich jedoch zu ihr um. "Ja, Narzissa. Wir beide sahen Draco sich auf dem Boden windend in einer würdelosen Weise. Aber Dracos Beharren auf seine Unschuld sind sehr… faszinierend. Ebenso wir dein plötzliches Auftauchen im Schloss mit vertraulichem Wissen über den Drogenmissbrauch deines Sohnes."

Narzissa hob ihren Kopf an und fixierte Severus mit einem überheblichen Blick. "Es ist mir sicherlich erlaubt, meinen Sohn zu sehen, wenn ich es wünsche, Severus! Und verzeihe mir, wenn ich den Worten meines siebzehnjährigen Sohnes nicht vertraue, dass er keine Drogen mehr nehmen würde! Er ist offensichtlich von negativen Leuten hier beeinflusst und ich will, dass er sofort entlassen wird!"

"Ich werde nirgendwohin gehen, Mutter! Ich habe nichts getan! Wird man mir den Trank geben, oder nicht?"

Harry sah zu, wie Severus eine Phiole aus seiner Robe zog. Draco streckte die Hand danach aus, doch Narzissa griff sie aus Severus' Hand. Beide blickten sie finster an.

"Gib sie mir, Mutter! Ich werde beweisen, dass ich nicht lüge! Ich habe keine Drogen genommen! Es ist mir egal, was der Drogentest ergeben hat! Wenn sie in meinem Körper sind, dann hat sie mir jemand eingeflösst. Es war entweder Pansy oder Weasley!"

Narzissa runzelte die Stirn. "Warum würde eine Weasley dir Drogen geben, Draco? Das ist lächerlich. Sie können sich so etwas nicht einmal leisten!"

"Weil sie…" Draco verstummte plötzlich. Narzissa und Severus sahen ihn neugierig an.

"Weil sie, was, Draco?", fragte Severus.

Draco konnte nicht zugeben, dass er ihn Harrys Zimmer gewesen war. Nicht, wenn seine Mutter hier war. Er schätzte, dass Severus es von McGonagall schon erfahren hatte, aber glücklicherweise hatte der Mann es ihr noch nicht erzählt.

"Vergesst es. Ich weiß, dass es Pansy war! Lass mich das Veritaserum nehmen! Ich beweise, dass ich nichts davon wusste."

Severus sah zu Narzissa, welche die Phiole fest in der Hand hielt. Sie schien einen innerlichen Konflikt auszutragen. Doch dann übergab sie den Trank an Draco.

"Schön, dann nehme ihn. Aber ich werde nicht meine Meinung darüber ändern, dass ich dich von der Schule nehmen werde. Diese Schule hat offensichtlich allen Sinn von Anstand und angemessener Überwachung der Schüler verloren, wenn Drogen hier genauso frei erhältlich sind wie Kürbissaft. Ich werde Hauselfen herordern, um deine Sachen zu packen, Draco. Das ist dein letzter Tag in Hogwarts."

"NEIN! Mutter, bitte tu das nicht!"

Doch Narzissa marschierte mit erhobenem Kopf aus dem Raum.

"Ich werde nicht zulassen, dass sie dich mitnimmt."

Severus und Draco wirbelten herum und starrten den jungen Mann an, welcher mit freiem Oberkörper vor ihnen stand. Beide Männer unterdrückten ein befriedigtes Aufseufzen bei dem deliziösen Anblick.

Dann trat Severus einen Schritt vor. "Mister Potter, gehen Sie zurück in ihr Bett. Das betrifft Sie nicht."

Harry sah Severus an und begann zu lachen. Es ließ Dracos Nackenhaare zu Berge stehen. Er starrte Harry an und wusste, dass diese Situation nicht gut war. Überhaupt nicht gut.

"Glaub nicht, du kannst ihn mir wegnehmen oder mich hier drin behalten."

Severus rief, "Poppy! Wann bekommen wir Unterstützung von St Mungo?"

Madam Pomfrey kam aus ihrem Büro geeilt. Ihre Augen weiteten sich, als sie sah, dass Harry aufgestanden war. Sie hastete auf ihn zu.

"Mister Potter, bitte. Gehen Sie zurück ins Bett. Ich musste das Schild wirken, um sie selbst und andere Schüler zu schützen. Wir wollen doch nicht, dass jemand verletzt wird, nicht?"

Harry legte den Kopf schief, wie ein Vogel, der nach einem Wurm lauscht. Er blickte Madam Pomfrey an.

"Warum nimmt sie Draco mit? Er hat nichts falsch gemacht."

Poppy biss sich auf die Unterlippe und sah zu Severus. "Ich weiß davon nichts, Mister Potter. Aber Sie müsse sich wirklich hinlegen, okay?"

"SIE NIMMT IHN NICHT MIT!"

Harry streckte die Hand aus und berührte die Barriere. Sie begann stark zu vibrieren und zu erzittern. Jeder konnte die Magie wirbeln und schimmern sehen. Poppy starrte ihn mit offenem Mund an. Er entfernte die Schutzschirme. Vom ganzen Schloss!

Der Boden bebte gewaltig, so sehr, dass Severus beinahe vorn über und auf Draco gefallen wäre, welcher panisch aus dem Bett sprang. Ein großes Stück von der Decke fiel hinunter und traf Madam Pomfrey fast auf den Kopf.

Das Schloss stöhnte aus Protest und die Wände zitterten schrecklich. Etliche Portraits im Krankenflügel schrieen auf, als sie von der Wand fielen und die Rahmen splitterten.

Die Tür flog auf und Minerva rannte herein, gefolgt von Remus, welcher schrecklich aussah, und Hermine. Sie alle versuchten auf den Beiden zu bleiben, als Harry das gesamte Schloss zum Beben brachte.

Durch das ganze Schloss halten Schreie, als die Schüler nach Schutz suchten. Portraits, Rüstungen und Steinbrocken der Schlossdecke fielen hinunter. Selbst der Kerker bebte und das Wasser des Schwarzen Sees schwappte gegen die Mauern. Die Slytherins waren verängstigt und eine Massenflucht aus dem Gemeinschaftsraum begann.

Über den Krawall schrie Poppy, "Wir müssen ihn beruhigen! Worüber regt er sich so auf?"

Severus deutete auf Draco. "Er denkt, dass Draco die Schule verlässt."

Minerva, welche es geschafft hatte zu ihnen hinüber zu kommen, zog Draco am Arm. "Nun, steh nicht einfach nur da, Junge! Geh rüber und tu etwas!" Sie schubste ihn in Harrys Richtung. Remus war geschockt von Minervas Handlung. Es bewies, wie entnervt die normalerweise stoische Hexe wirklich war.

Draco kämpfte sich seinen Weg zu Harry, welcher bei Dracos Anblick grinste.

"Harry! Hör auf! Was tust du? Du wirst uns alle umbringen! Ich geh nirgendwohin, du Schwachkopf! Ich habe es dir doch vor einer Minute gesagt! Vertraust du mir immer noch nicht?"

Harry richtete den Kopf auf, doch das Schloss bebte noch gewaltiger als vorher. "Warum sollte ich dir nicht vertrauen, Draco? Hast du irgendetwas gemacht?"

Draco runzelte verwirrt die Stirn. Harry schien nicht einmal zu wissen, was vor sich ging. Er redete, als würden sie über ein Zaubertrankrezept diskutieren.

"Harry, hör auf das Schloss zu erschüttern! Lass dir Schutzschirme los oder was immer du tust!"

Harry sah in Dracos Augen und Draco versuchte zu Lächeln. Innerlich war er schrecklich verwirrt und frustriert. Er hatte keine Ahnung was mit Harry jetzt los war. Waren sie den Dämon nicht losgeworden? Jetzt war er ganz verrückt geworden.

Harry lächelte zurück und lies die Hände sinken. "Kann ich jetzt hier hinter hervorkommen?", fragte er eifrig.

"Ähm… ich weiß nicht, Harry. Aber kannst du aufhören, dass Schloss zum Beben zu bringen?"

Harry zuckte mit den Schultern und das Beben hörte von selbst auf. Etliches lautes Krachen war zu hören und mehr als genug Schreie halten durch die Schule. Es klang, nach einem Massenaufruhr.

Hermine ging zaghaft auf Harry zu. "Harry, ich bin es, Hermine."

Harry warf ihr einen irritierten Blick zu. "Ich weiß wer du bist, Hermine. Ich kenne dich seit sieben Jahren. Warum sieht mich jeder an, als wäre ich wahnsinnig oder so?"

Severus, Remus und Minerva gingen zögernd vor, jeder von ihnen hatte den Zauberstab gezogen.

Harry runzelte die Stirn. "Was tut ihr?"

Remus sprach zuerst. "Harry, erinnerst du dich an das, was wir dir über die Blutvergiftung gesagt haben? Nun, wir denken, dass die Auswirkungen jetzt langsam beginnen. Der Schmerz, den du erfahren hast, war nicht von den Entzugserscheinungen. Deine Freunde dachten, dass es das wäre, aber so ist es nicht. Wir halten dich zu deinem Schutz so lange hinter der Barriere, bis wir herausgefunden haben, was wir tun sollen. Wir haben keine moderne Heilungsmethode dafür gefunden."

"Warum muss ich beschützt werden?"

"Mister Potter, dieses Leiden ist Jahrhunderte alt. Wir kennen die exakten Auswirkungen nicht. Alles was wir wissen ist, dass wir Sie beschützen wollen im Fall, dass Sie sich nicht gut fühlen.", antwortete Professor McGonagall.

Harry lachte wieder. "Nicht gut fühlen? Ich fühl mich die ganze Zeit nicht gut! Woher soll ich den Unterschied wissen?"

Hermine sprach. "Ähm… Hogwarts zu erschüttern, bis es fast auseinander fällt ist ein guter Gradmesser, Harry."

Harry errötete. "Oh… das. Tut mir Leid. Ich schätze, ich wusste nicht, was ich tat."

Draco und Hermine starrten ihn mit offenen Mündern an.

In der Zwischenzeit hatte Remus Severus zur Seite gezogen.

"Was ist, Lupin? Wir sind mitten in einer Krise, mit Potter im Mittelpunkt, wie immer."

Lupin ignorierte seine abfällige Bemerkung. "Wir haben ein größeres Problem. Nicos ist entkommen."

Severus starrte ihn an und stöhnte dann auf.

-

Narzissa hatte es endlich zurück zu Severus' Räumlichkeiten geschafft. Das Beben des Schlosses war mehr als verstörend gewesen. Sie konnte sich nicht daran erinnern, dass das zu ihrer Schulzeit einmal passiert war. Hogwarts ging wirklich vor die Muggles. Sie würde sichergehen, dass Draco die Schule vor dem Morgengrauen verlassen würde.

Sie hatte seine Tür erreicht, als sie realisierte, dass sie nicht wusste, wie sie durch seine Schutzschirme kommen sollte. Natürlich war der Mann zweifelsfrei paranoid. Ihr geringes Wissen über Schutzmagie war nicht genug, um durchzukommen. Sie sollte es eigentlich besser wissen. Lucius kümmerte sich gleichsam hingebungsvoll um… Privatsphäre.

Sie würde nicht zum verdammten Krankenflügel zurückgehen. Wirklich! Warum lag die Krankenstation in einem Turm? Das ergab überhaupt keinen Sinn. Sie hatte zuviel Würde, um das zu tun. Vielleicht sollte sie nach Slytherin gehen, Dracos Zimmer finden und die Sachen selbst packen. Sie war überraschend gut in solchen Zaubern. Ebenso wie ihre Schwester Andromeda. Bella konnte ums Verrecken nichts einpacken.

Sie schritt auf den Slytherin Gemeinschaftsraum zu und würde beinahe von einer Herde verängstigter Schüler umgerannt. Das Grün und Silber war nur ein verschwommener Schleier, doch sie war beschämt, die feige Flucht von Dracos Hauskameraden zu sehen. Sie erkannte die zwei riesigen Gestalten von Crabbe und Goyle überall. Genauso wie deren einfältige Väter.

Sie wagte sich näher an den Gemeinschaftsraum und hörte eine gekannte Stimme.

"Merlin! Das Schloss fällt auseinander und du kommst trotzdem hier runter! Du bist genauso verrückt, wie er!"

Narzissa fragte sich mit wem Pansy redete und wollte gerade ihre Anwesenheit bekannt geben, als sie eine weitere weibliche Stimme hörte.

"Ich bin verrückt? Du hast versucht deinen eigenen Verlobten zu töten! Ich habe dir gesagt, dass du ihm nicht soviel geben sollst!"

"Hab ich auch nicht! Ich hab ihm nur drei gegeben! Du hättest mir sagen sollen wie heftig die Wirkung ist! Du hättest Narzissas Gesicht sehen sollen, als sie in den Gemeinschaftsraum kam und Draco sich auf dem Boden krümmte, wie in eine rollige Schlampe. Snape sah aus, als hätte er Körperflüssigkeiten mit Dumbledore ausgetauscht! Merlin, Weasley! Ich hätte dir niemals zuhören dürfen!"

"Hey! Ich hab dir nicht gesagt, dass du Malfoy vergiften sollst! Ich habe dir nur die Wahrheit über ihn und Harry erzählt. Du musstest das wissen. Er wollte dich nicht heiraten, Pansy! Als Professor Lupin nach Gryffindor gekommen ist, sagte er sie wären ineinander verliebt! Es klang, als würden zusammen durchbrennen oder so! Ich musste das stoppen! Du bist die Einzige, die das versteht."

Pansy schnaubte, nickte jedoch. "Ja, ich weiß Weasley. Ich… wünschte nur, dass würde alles nicht passieren! Draco wird mich töten, wenn seine Mutter mich nicht vorher umbringt. Ich habe jedem in Slytherin erzählt, dass Granger ihn vergiftet hat. Du weiß, sie kam heute in unseren Gemeinschaftsraum, als ob er ihr gehörte! Aber wollte Narzissa nicht anlügen, aber ich musste ihn von hier wegkriegen, weg von Potter! Ich wusste nicht, was ich sonst tun sollte! Ich verliere ihn, Ginny. Ich weiß, dass du das verstehst. Ich würde sterben, wenn ich Draco ganz verliere, aber so wird es kommen!"

Ginny berührte das Mädchen vorsichtig am Arm. Pansy zuckte leicht, aber wich nicht zurück.

"Pansy, es wird schwer werden, aber du musst um ihn kämpfen, genauso wie ich um Harry kämpfe. Hermine denkt schon, dass ich Abschaum bin, aber es ist mir egal. Sie liebt meinen Bruder nicht auf dieselbe Weise wie ich Harry liebe. Ihr war es egal, als sie verlassen wurde. Aber mir ist es nicht egal! Es war als ob ein Teil von mir gestorben wäre, als er mit mir Schluss gemacht hat. Da war nichts mehr… nachdem er gegangen ist. Ich kann ohne ihn nicht leben."

Pansy sah Ginny an. "Pass auf, Weasley. Ich wollte nichts sagen, aber dir werde es ich erzählen. Du musst dich in Acht nehmen und wegen Snape aufpassen."

"Snape? Warum?"

"Er steht auf Potter, Ginny. Ich habe… ihn mit Potter gesehen. Letzte Nacht, als Potter in seinem Büro war. Snape hat… ihn berührt. Ihn geküsst. Potter war jedoch verhext. Er wusste nicht, was los war oder er würde diese Dinge nicht zugelassen haben."

Ginnys Kiefer klappte herunter. "Was? Ich kann das nicht glauben! Snape hasst Harry! Du musst dich irren!"

Pansy zuckte mit den Schultern. "Ich weiß, was ich gesehen habe. Ich wollte dich nur warnen. Du kannst dich nicht gegen Snape stellen und gewinnen. Selbst wenn du es Dumbledore erzählen würdest, würde Snape dich wahrscheinlich einfach mit einem Vergessenszauber belegen oder schlimmeres. Komm ihm nicht in die Quere, er ist ein Todesser. Jeder weiß das. Und er will Harry."

Ginny schluckte den riesigen Kloß hinunter, der sich in ihrem Hals gebildet hat. "Was soll ich nur tun, Pansy? Du hast Recht, ich kann nicht gegen Snape kämpfen! Er kennt wahrscheinlich mehr Magie als Dumbledore. Ich würde als Toast enden!"

"Aber ich werde es nicht."

Beide Mädchen wirbelten herum, als sie die neue Stimme hörten. Pansy machte sich fast in die Hosen beim Anblick von Narzissa.

"Mrs Malfoy…"

Narzissa erhob ihre Hand. "Überlasst Severus mir."

-

Remus hastete zum Gryffindor Turm. Draco und Hermine hatten beide eine interessante Gesichte zu erzählen gehabt, über eine gewisse junge Rothaarige, dir Drogen in ihrer Tasche hatte. Wie Ginny Weasley an die Drogen gekommen war, interessierte Remus brennend.

Er kam an der Fetten Dame an und sah, dass diese nur noch an den Türscharnieren hing. Sie kreischte schrecklich über ihre missliche Lage, doch Remus war es im Moment egal. Er betrat den Gemeinschaftsraum, welcher gefüllt mit aufgeregten Gesprächen der Schüler. Der Ort war ein einziges Durcheinander. Portraits und Möbel lagen überall im Raum herum.

Er sah sich um und erblickte Ron, welcher in einer hitzigen Debatte mit Dean, Neville und Seamus steckte.

Remus ging hinüber zu den jungen Männern. "Ron, wo ist deine Schwester?"

Ron sah nicht im Raum um. "Keine Ahnung. Sie war noch hier, bevor alles drunter und drüber ging. Was war das überhaupt?"

Die anderen drei sahen ihn abwartend an und Remus seufzte. "Es war Harry."

Deans Gesichtsausdruck wurde kalt. "Er hat das getan? Das ganze Schloss erschüttert? Ich habe euch gesagt, er ist gefährlich! Er hat versucht mich zu töten!"

Neville schien verängstigt und Ron starrte geschockt. "Harry war das? Wie hat er das gemacht? Was ist los mit ihm? Ich dachte wir waren… Sie wissen schon… das Ding losgeworden…"

Remus zog Ron von den anderen weg. "Tut mir Leid, Jungs." Sagte er in ihre enttäuschten Gesichter. Er brachte Ron hinaus in den Korridor.

"Schau, Ron. Ich muss wissen, wo Ginny ist. Ich muss mit ihr reden. Weißt du wo sie sein könnte?"

"Ich weiß es nicht, Remus. Ich meine, sie hat heute Morgen gefragt, wo du bist. Sie wollte wissen, wo du dich verwandelst und was nicht alles."

Remus erblasste. "Was hast du ihr gesagt?!"

"Ich sagte ihr, dass du es in deinem Büro tust oder vielleicht auch in der Heulenden Hütte. Aber ich habe sie seitdem gesehen, also ist sie nicht in Gefahr vor dir, richtig?"

Remus legte eine Hand auf Rons Schulter. "Danke, Ron. Du warst sehr hilfreich. Wenn du Ginny siehst, behalt sie bei dir. Ich muss sofort mit ihr reden."

"Remus? Steckt sie in Schwierigkeiten? Hat das etwas mit Harry zu tun?"

Remus nickte traurig. "Ginny steckt nicht in Schwierigkeiten, aber sie könnte es sehr schwer für uns gemacht haben, um Harry zu helfen. Wir müssen wirklich einen Weg finden, ihm zu helfen. Er ist sehr krank, Ron. Wir haben euch nicht alles erzählt. Es waren nicht nur der Dämon oder die Drogen, die ihn beeinflussten, es ist die Blutvergiftung, die er hat. Sie manifestiert sich jetzt. Seine Magie wird vollkommen außer Kontrolle geraten. Er kann sich nicht daran erinnern, was er tut. Er könnte vielleicht versuchen sich selbst oder andere Menschen zu verletzen. Er ist ziemlich gefährlich, aber es ist nicht seine Schuld."

Ron runzelte die Stirn. "Und wie passt Ginny da rein?"

"Ginny hat vielleicht die einzige Möglichkeiten einer Heilung entkommen lassen."

-

Severus betrat erleichtert seine Räumlichkeiten. Dieser Tag schien wieder ein Tag voller Schrecken zu werden. Dracos Überdosis und jetzt verwandelte sich mit Potter in einen jungendlichen Dunklen Lord, den man nicht kontrollieren konnte. Und darüber hinaus schlich Narzissa irgendwo im Schloss herum, bereit seinen Kopf abzuhacken wegen Draco. Streicht das… sie schlich durch seine Tür, da er sie noch nicht geschlossen hatte.

"Severus."

"Bitte, Narzissa. Nicht jetzt. Draco hat die Wahrheit gesprochen. Er wusste nicht, dass er Drogen genommen hatte. Jemand hat ihm welche eingeflösst."

Narzissa nickte. "Ja, ich weiß."

Severus blinzelte. "Du weißt es? Also hast du es arrangiert? Wozu?"

Narzissa schlenderte hinüber zur Couch und setzte sich. "Du bietest mir nicht einmal einen Drink an, Severus? Ich bemerkte, dass dafür keine Zeit war, als ich heute früh hier angekommen bin. Ich schätze es war eine Überraschung, dass ich hier war, als du vom Frühstück zurückkamst."

Severus zog eine Augenbraue hoch, ging jedoch zu seinem Schrank hinüber, in dem er Brandy aufbewahrte. Er goss ihr ein Glas ein und reichte es ihr. Sie lächelte leicht, nahm es und roch daran.

"Guter Sorte, Lucius' Einfluss?"

"Was willst du Narzissa?

"Ah… lass mich überlegen. Ich will wissen, warum du mir nicht von Draco und… Potter erzählt hast."

Severus stellte langsam die Flasche wieder zurück. "Was meinst du?"

Narzissa nahm einen Schluck. "Warum hast du mir nicht gesagt, dass mein Sohn etwas mit Harry Potter hatte?"

"Warum denkst du, dass ich es dir nicht erzählt habe? Harry Potter? Du wärst in Panik geraten und wahrscheinlich zum Dunklen Lord mit dieser Information gerannt, welche uns allesamt töten könnte."

Narzissa keifte, "Glaubst du ich wäre so dumm, Severus? Ich habe die Dinge sehr gut in der Hand seit Lucius weg ist! Ich habe es geschafft mich und meinen Sohn am Leben zu erhalten, vielen Dank."

"Bisher! Aber so wie es jetzt ist, wird Draco bei Sonnenaufgang tot sein, wenn Potter seinen Wahnsinn weiterführt. Er hat das ganze Schloss zum Beben gebracht. Was glaubst du, wirst du erreichen, wenn du Draco von der Schule nimmst? Dachtest du wirklich er würde mit dir gehen?"

Narzissa verengte die Augen. "Er ist mein Sohn! Und ja, er wird gehen, wenn ich es ihm befehle! Und ja, ich nehme ihn von der Schule."

"Draco wird dich dafür hassen, Narzissa. Willst du das wirklich?"

"Draco wird dich auch hassen, Severus. Wenn er herausfindet, was du tust."

Severus ließ sein Glas sinken. "Was?"

Narzissa stand auf. "Du weißt genau, worüber ich rede, Severus. Deine kleine Besessenheit von einem gewissen schwarzhaarigen Gryffindor."

Severus bewegte sich so schnell, das er das Glas fallen ließ. Es zerschellte an den kalten Kacheln. Er griff Narzissa fest am Arm.

"Ich weiß nicht, wo du all diese Information herhast, aber ich rate dir, es zu beenden… jetzt."

Narzissa lächelte ihn eiskalt an. "Severus, sind wir nicht ein wenig gereizt? Ich habe kein Interesse Draco diese… Neuigkeit zu unterbreiten."

"Was willst du dann?"

"Ich will nur, dass mein Sohn glücklich ist. Und… du auch."

Severus runzelte die Stirn und Narzissa entzog sich Severus' Griff. "Oh… Severus, Severus. Was du brauchst ich die Berührung von einer Frau."

Der Zaubertrankmeister antwortete höhnisch. "Ich bin wohl kaum interessiert an-"

Narzissa lachte sanft und hielt ihre Hand vor ihre Lippen. "Natürlich nicht, Severus. Du glaubst ich bin für blöd, nicht wahr? Ich bin seit zwanzig Jahren Lucius Malfoys bessere Hälfte. Ich meinte, dass du meine Hilfe brauchst."

Er zog eine Augenbraue hoch.

"Du willst Potter, Severus. Leugne es nicht. Aber lass mich raten, er hasst dich. Du… belegst ihn mit einem Verwirrzauber, wenn ihr allein sein. Oder vielleicht der Imperius? Dann musst du daraufhin sein Gedächtnis verändern, denn er ist, trotz allem, ein Schüler?

"Ich-"

"Shhhh… Severus. Es ist okay. Ich kenne dich seit Jahren. Ich weiß von deinen Vorlieben, schon immer. Ich habe Potter eine Weile nicht mehr gesehen, aber ich hörte, er sei ein gutaussehender Junge. So wie Sirius es war."

Severus versuchte vor Narzissa zurückzuweichen, doch sie klammerte sich nun an ihn wie eine Teufelsschlinge.

"Du kannst ihn haben, Severus. Ich kann dafür sorgen. Deshalb sind wir Hexen und Zauberer. Wir können das Unmögliche möglich machen."

"Ich will das nicht. Ich will nicht, dass jemand mit mir zusammen ist wegen einen Zauber oder einem Trank.", sagte Severus wütend.

"Du musst irgendwo beginnen, Severus. Lass mich dir helfen. Eine Frau kennt die Wege des Herzen besser." Sie streichelte mit der hand zärtlich über seinen Arm. "Du willst ihn, oder nicht? Lass mich dir einfach helfen."

Severus senkte seinen Kopf. Das Herz raste aufgrund dieser Möglichkeit. Kannte Narzissa einen Weg um Potter seins werden zu lassen? Er hatte Angst davor zu hoffen. Könnte Potter ihn eines Tages wirklich mögen?

Narzissa lächelte ihn an. "Haben wir eine Abmachung, Severus?"

Severus sah zu ihr auf. "Was willst du von mir?"

"Nichts. Dafür sind alte Freunde doch da."

"Du tust das nicht, aus purer Herzenswärme, Narzissa. Du hast keines."

"Ich bin nicht Bella, Severus. Ich habe ein Herz, aber es gehört meinem Sohn. Ich werde ihn beschützen, ob er das will oder nicht. Harry Potter? Ich habe die Verzweiflung auf dem Gesicht meines Sohnes gesehen, als ich ihm drohte ihn von der Schule zu nehmen. Ich sehe sie in Pansy und in dem Weasley Mädchen. Und ich sehe sie jetzt in dir. Harry Potter wird uns alle zerstören, Severus. Ich will, dass Draco so weit wie möglich von ihm entfernt ist, wenn das passiert. Ich will, dass Draco in Sicherheit ist und du willst, dass Potter dein williger Lover wird. Es ist für beide Seiten ein Gewinn, Severus. Haben wir einen Deal?"

"Ja."

"Ich werde es dir nicht noch einmal sagen, Severus. Harry ist nicht der Richtige für dich."

Beide Slytherins drehten sich zu der Stimme um. Remus stand im Türrahmen.

Narzissa lächelte, "Nun, ich werde euch Jungs alleine lassen." Sie wandte sich um, warf Flohpulver in den Kamin und verschwand mit einem 'Malfoy Manor'.

Severus blickte zu Remus und lächelte spöttisch.

Remus sah ihn an, seine Hände hatten sich zu Fäusten geballt und pure Wut ging von ihm aus.

"Ich nehme mir, was mir gehört, Severus."

Severus sah ihn die eiskalten, bernsteinfarbenen Augen und Angst bebte durch ihn.