24. Winter
„Thinking of winter,
your name is the splinter inside me.
And I remember the truth,
a warm December with you."
Joshua Radin
Sie kam in den Turm, und erwartungsvoll hatte sich sein Blick gehoben. Die Feder war in seinen Händen gesunken. Aber sie schüttelte entschuldigend den Kopf.
„Tut mir leid. Snape sagt, er hat das Buch nicht. Diese Literatur existiert nicht mehr in Hogwarts", wiederholte sie, was Snape ihr gesagt hatte. Draco verdrehte die Augen.
„Er lügt", entschied er wütend und schüttelte den Kopf. Sie kam näher, nachdem sie ihre Tasche und ihren Umhang abgelegt hatte.
„Es ist egal. Wir haben keine Möglichkeit, anderweitig an dieses Buch zu kommen." Es tat ihr so leid, dass sie nicht hatte helfen können. Draco hatte ihr von diesem Traum erzählt, von dem er dachte, dass es eine Vision gewesen sei. Und sie hatte ihm bestätigt, tatsächlich mit Helena Ravenclaw gesprochen zu haben.
Es wäre eine perfekte Lösung dieses Rätsels gewesen – was auch immer in dem Buch gestanden hätte. Und er hatte ihr erzählt, dass er mit Harry gesprochen hatte. Allein. Ohne Gewalt, ohne Beleidigungen. Vielleicht ging es Bergauf? Vielleicht schaffte Draco, einen Draht zu Harry aufzubauen, wie er es geschafft hatte, eine Verbindung zu ihr zu haben. Er hatte sich erhoben. Erst jetzt fiel ihr auf, dass sich sein Blick geändert hatte. Die Anspannung löste sich langsam, und minimal schlug ihr Herz schneller.
„Wie… wie läuft es mit Harry?", wollte sie wissen, wollte verhindern, dass… alles zu schnell physisch wurde. Seit einer Woche war es jetzt so. Sie traf sich hier jeden Tag. Sie lernten, mehr oder weniger. Gestern konnte sich mit Sicherheit und Scham behaupten, dass sie nicht wirklich gelernt hatten. Und sie hatte das Gefühl, als erzähle er ihr nie wirklich alles, was passierte.
„Ich… bemühe mich", erwiderte er fast rechtfertigend.
„Ich weiß!", räumte sie eilig ein, denn sie wusste, er musste es nicht tun. Und sie war dankbar, dass er sich überhaupt einsetzte. „Du kannst… mir alles sagen, ok?", ergänzte sie zögerlich. „Auch wenn es schwer ist, überhaupt mit Harry zu reden. Egal was", wiederholte sie, und sein Blick sagte ihr, dass er nicht darüber reden wollte. Und er sagte ihr noch weit mehr als das.
„Draco", mahnte sie atemlos, als er den Abstand geschlossen hatte.
„Ja?", wollte er rau wissen, nachdem er seine Finger schon mit ihren verschränkt hatte. Wie er sie ansah, schickte jedes Mal eine Portion Schwäche in ihre Knie. Sie hatte es niemandem erzählt. Nicht einmal Ginny. Und er schien es auch für sich zu behalten. Und es funktionierte, hatte sie festgestellt. Es war, als hätte Snape ihnen höchstpersönlich eine neutrale Zone geschaffen, ein privates Zimmer gestellt. Es war… viel zu verlockend. Und viel zu… einfach, war ihr mit Schrecken aufgefallen. Hier, alleine mit ihm? Ihr kamen nicht einmal Zweifel, ob es vielleicht eine schlechte Idee sein könnte. Hier im Turm war es das absolut Richtige.
„Wie… wie geht es deiner… Familie?", wich sie seiner eindeutigen Körpersprache aus, um wenigstens fünf Minuten lang so tun zu können, als Gewinne ihr Verstand über ihren Körper.
Und er hatte an Mut gewonnen, hatte sie festgestellt. Beinahe eindeutig gereizt sah er sie an. Sie wusste, er sprach weder gerne über irgendwelche Fortschritte, die er vielleicht mit Harry machte oder über das grauenhafte Schicksal seines Vaters. Die Bruchstücke, die er ihr erzählt hatte, ließen sie darauf schließen, dass Lucius Askaban zunächst nicht verlassen würde. Es musste schwer für ihn sein, und sie befürchtete, sie war seine Ablenkung, sein mentaler Ausweg aus dem grauen Alltag. Und sie wünschte fast, es würde sie mehr schockieren, aber… er war etwas Ähnliches für sie. Und es fühlte sich zu gut an.
Er handelte aus Eigeninitiative, wartete nicht mehr auf ihren Blick, der ihm gestattete, näher zu kommen, sie zu berühren. Mittlerweile tat er es einfach. Und er senkte seine Lippen fasziniert auf ihren Hals, und sie schauderte unter ihm.
„Draco", flüsterte sie wieder, unfähig, sich zu bewegen, und mit sanfter Gewalt, lehnte sie ihre Hände gegen seine Brust. „Wenn ich den Aufsatz für Flitwick heute nicht endlich beende, bekomme ich-" Aber es schien ihm egal zu sein, was sie bekam, denn sein Lippen verschlossen konsequent ihren Mund. Viel zu leicht, fand seine Zunge den Weg, und seine Hände griffen fest in ihre Hüften, zogen sie an seine Mitte, und hinter ihrem Bauchnabel zog es, als sie seine harte Erektion an ihrem Schenkel spürte.
Sie hatte ihn nicht gefragt, wie viel Erfahrung er schon hatte. Denn sie besaß keine Erfahrung, die weiter ging als unschuldige Küsse. Und unschuldig war das, was sie und Draco taten schon längst nicht mehr, dachte sie mit klopfendem Herzen. Und zwar hatte sie schon davon geträumt, seine Hose auszuziehen, ihn vielleicht… anzufassen, aber getan hatte sie es noch nicht. Sie wusste nicht, ob sie es konnte. Oder, ob sie es überhaupt sollte! Aber er wagte sich mittlerweile weiter. Seine Hände begannen wieder einmal zu wandern, und er schien es nicht einmal zu merken, denn es wirkte immer, als handele er impulsiv.
Seine linke Hand ruhte auf ihrem Po, übte sanften Druck aus, so dass sie seine pochende Länge deutlicher spüren konnte. Ihre wurde jedes Mal heiß, wenn sie daran dachte.
Seine rechte Hand jedoch war höher geglitten, unter den Saum ihres Gryffindor-Pullunders, unter ihre weiße Bluse. Sie wanderte über ihren Bauch, strich über ihre Haut, bis sie zu ihrem BH kam. Hermine atmete flacher, ließ ihn noch immer gewähren, und seine Küsse waren toxisch und fordernd, und sie verfiel ihnen jedes Mal. Und sie konnte kaum erwarten, dass er sie berührte. Diese ganzen Eindrücke erlebte sie mit ihm. Mit ihm machte sie diese verbotene Erfahrung. Es machte alles umso aufregender. Auch wenn es falsch sein mochte.
Und fast überraschend plötzlich beendete er den Kuss, löste sich von ihren Lippen und seine Hand fiel zurück an seine Seite. „Und?", fragte er fast lauernd, den Kopf gesenkt, so dass er sie unter seinen Wimpern ansah. Die grauen Augen so bestechend klar und entschlossen. „Möchtest du den Aufsatz schreiben?", beendete er seine Frage rau, und fairerweise musste sie zugeben, dass sie gerade wirklich nicht mehr an Flitwicks Hausaufgabe denken wollte.
Und manchmal befiel sie eine eigenartige Verzweiflung. Manchmal, wenn sie einander so nahe waren. Sehr weit hinten in ihren Gedanken erinnerte sie sich manchmal daran, wie absolut falsch es war, Draco Malfoy zu…? Mögen? Ihn zu küssen? Davon zu träumen, ihn zu auszuziehen? Und war es, weil er ein Slytherin war? Weil sie sich etwas Besseres wähnte, als er? Hielt sie ihn noch immer für unterlegen, ungeeignet und dumm?
Und fühlte sie sich zu ihm hingezogen, weil er gut aussah? Besser als die meisten Jungen hier? Besser als Ron oder Harry? Aber diese Rechnung konnte ihr Gehirn nicht durchgehen lassen. Auf einer physischen Ebene fühlte sie sich hingezogen. Auf der intellektuellen Ebene… musste sie eigentlich klüger sein als das. Und immer – wirklich jedes Mal – wenn sich auch nur der Ansatz von Zweifeln in ihrem Kopf formte, hoben sich seine Mundwinkel.
Nur leicht, kaum zu bemerken, wenn man ihn nicht kannte. Merlin, sie konnte von sich behaupten, dass sie ihn kannte. Hermine kannte Draco Malfoy. Hermine nannte ihn Draco. Und wieder klopfte ihr Herz in diesem albernen Takt, wann immer sein Blick auf sie fiel. Und dieses Herzklopfen konnte sie mit der Logik der gesamten Welt nicht erklären.
Und was sie irritierte war nicht einmal sein Blick. Dieser ungewohnte Blick aus den Augen eines Jungen, der ihr – ohne jeden Subtext – verriet, dass dieser Junge echtes Interesse an ihr hatte. Nein, was sie irritierte war, dass er es fertig brachte, ihre Gedanken zu lesen. Vielleicht las er nur ihre Zweifel, aber trotzdem! Wie schaffte er das? Sie war arrogant genug, zu glauben, ihre Gedanken wären an sich schon einzigartig, eben weil sie sehr klug war. Die klügste Hexe hier. Arroganz war natürlich nicht unfehlbar, aber dass ausgerechnet Malfoy in der Lage war, hinter ihre Stirn zu blicken, machte sie ehrlich nervös.
„Na?", wollte er fast sanft wissen, und es beunruhigte sie, wie sehr sie sich an seine Gesten gewöhnte. Unwillkürlich musste sie an die unzähligen Märchen denken, die ihre Mutter ihr vorgelesen hatte. An all die Prinzessinnen, die sich um nichts anderes zu sorgen hatten, als ihre Haare und darum, einen geeigneten Prinzen zu finden. Und sie lernten den Prinzen nicht vorher kennen. Er tauchte auf seinem weißen Pferd auf und nahm sie letztendlich mit auf sein Schloss, um für immer mit ihnen zusammen zu leben – ohne dass vorher auch nur ein tiefschürfendes Gespräch geführt worden war!
Hermine kannte Dracos Lieblingsfarbe nicht – sie tippte allerdings auf Grün, aus offensichtlichen Gründen. Sie wusste nicht viel über ihn. Nichts Persönliches. Sie kannte seine Gedanken nicht oder sein Lieblingsbuch – oder ob er überhaupt las, außerhalb dieses Turms.
Es hatte sie als Kind abgestoßen, wie bereitwillig die Prinzessinnen mitgingen. Wie sie sich selbst aufgaben, nur um einen Prinzen zu heiraten. Hermine hatte nie verstanden, was daran ein Märchen sein sollte? War es nicht eher ein Märchen, wenn man sich in seinen besten Freund verliebte und ihn dann heiratete? War das nicht besser?
Aber bei Malfoy… - es stellte sich eine andere Art der Gewohnheit ein, als die, die Hermine von Harry und Ron kannte. Sie konnte behaupten, sie hatte sich wohl gefühlt, wenn sie in der Mitte der Couch saß und Ron und Harry sich ungefragt neben sie gesetzt hatten. Wenn sie Hermine in die Mitte nahmen, wohin sie gingen. Dass sie sich nicht schämen musste, lieber ein Buch zu lesen, anstatt Interesse vorzuheucheln, wenn beide über Quidditch sprachen. Diese Art von Gewohnheit. Sie entstand durch eine Form der Intimität.
Bei Malfoy war es anders. Anders als das. Sie fühlte sich unwohl, wann immer er sie beobachtete. Aber… nicht unbedingt auf eine schlechte Art und Weise. Wann immer Harry und Ron sie angesehen hatten, hatte sie sich nie gefragt, ob es daran lag, dass sie sie vielleicht attraktiv fanden, oder auch nicht. Sie stellte ihre Person nie in Frage, bei Harry oder Ron. Aber bei ihm! Sie war sich plötzlich allem bewusst, fragte sich, wie ihre Hose saß, sie machte sich Gedanken darüber, ob sie ihm gefiel.
War es so einfach? Begegnete sie Malfoy auf einer sexuellen Ebene, wobei so etwas in Bezug auf Harry und Ron lächerlich wäre? Empfand sie Malfoy als geeigneten Partner? Und nicht Harry oder Ron?
Und woran lag das?! Woran?
Und fast wollte sie Malfoy fragen. Genau diese Frage. Warum widerte es sie nicht an, ihn zu küssen? Warum fühlte es sich so… richtig an, das zu tun? Ergänzten sie sich körperlich, wo sie es geistig nicht konnten? Stimmte das? Gab es das überhaupt? Hermine hatte davon gehört, in der Theorie. Dass sich Menschen anziehend fanden, die eigentlich ein unwahrscheinliches Paar abgaben.
Und war es nicht seltsam? Man konnte sich gewöhnen. An die ungewöhnlichsten Umstände. Sie hatte sich an Malfoy gewöhnt. Sie konnte nicht sagen, dass sie sich wohl fühlte – so dass sie ihre Schuhe ausziehen und die Füße hochlegen wollte, um das nächste Buch anzufangen, während sie nebeneinander saßen und die Stille angenehm war. Nicht mit sexueller Spannung geladen. Nein, sie fühlte sich nicht auf diese Weise wohl. Nein, ihr war schlecht vor Aufregung, jedes Mal, wenn sie ihn sah. Ihr Herz hämmerte, ihre Handflächen wurden feucht. Ihre Gedanken waren unzusammenhängend, es kribbelte in ihrem Bauch, und es stoppte nicht, wenn er sie küsste.
Nein. All diese Gefühle verstärkten sich dann nur.
„Was?", formte sich das Wort fast angriffslustig in ihrem Mund, kam aber leise über ihre Lippen, denn sein Blick durchleuchtete sie immer noch.
„Dein Blick", erwiderte er schlicht. „Du überlegst, mich zu verfluchen, nicht wahr?", erkundigte er sich betont gleichmütig, aber sie spürte, die Spannung zwischen sich und ihm knisterte noch immer, und er war garantiert nicht so selbstsicher, wie er gerade tat. „Oder mich auszuziehen", erriet er ihre Gedanken mit einem beinahe geflüsterten Halbsatz, und sie schluckte schwer. Ihr Herz schlug ihr wieder bis zum Hals. Das Gefühl, wenn er sie ärgerte….
„Du… bist ein Arsch", entkam es ihr tonlos, aber bevor sich seine Augen amüsiert weiten konnten, griffen ihre Hände beinahe entschlossen nach seinem Gesicht, und sie zog ihn näher, bis sie den Abstand zu seinen vollen Lippen überwinden konnte, bis sie ihn verlangend küssen konnte, und stöhnend krallten sich seine Finger in ihre Seiten, in den Stoff ihres Pullunders, und er riss sie praktisch wieder an sich.
Er drängte sie gegen die Tischkante, und sein Verlangen schickte ein erneutes Schwächegefühl durch ihre Beine. Sie spürte seine Arme plötzlich um sich, dann gab der Boden nach, war verschwunden! Er hatte sie hochgehoben, ohne den Kuss zu unterbrechen, und dann kippte die Welt. Sie spürte die Tischplatte unter sich, und kurz entwich die Luft ihren Lungen, auch wenn es ein sanfter Aufprall gewesen war. Sie lag auf dem Rücken, Flitwicks Aufsatz knisternd unter sich, und er war über ihr, halb zwischen ihren Beinen, mit einem Knie auf dem Tisch. Er beugte sich wieder über sie, die Augen mittlerweile dunkel vor Hunger, und seine hellen Strähnen hingen ihm ins Gesicht.
Mit einem unwilligen Knurren richtete er sich halb wieder auf, und sie konnte nicht verhindern, auf ihre Unterlippe zu beißen, als er seine Haare mit dieser sexy Bewegung über seinen Kopf kämmte, um sie unordentlich zusammenzubinden, mit einem schmalen Gummi, was er um sein Handgelenk trug. Als er sich wieder zu ihr hinablehnte, fiel eine widerspenstige Strähne zurück in seine Stirn, aber sie mochte seine Haare.
Sie hatte nicht gewusst, dass längere Haare bei Männern diesen Effekt auf sie haben konnten.
Sie merkte gar nicht, dass sie lächelte, aber scheinbar schien es ihn nur wilder zu machen, und schon krachten seine Lippen wieder auf ihren Mund.
Und sie glaubte, sie verlor den Verstand, als seine Hand quälend langsam unter ihren Rock glitt, um die Innenseite ihrer Oberschenkel zu berühren, zuerst sanft, bevor sich seine Finger in den dünnen Stoff der Strumpfhose gruben, um diese ungerührt zu Zerreißen. Und sie glaubte, sie stöhnte auf, in dieser Sekunde.
Sie glaubte, dafür, dass er weitermachte, würde sie ihr Land verraten. Und es war ihr egal, ob das gut oder schlecht war.
„Noch mal", befahl er den Erstklässlern, ohne wirklich auf ihre Fortschritte zu achten. Immer wieder fiel sein Blick auf ihre bloßen Schenkel, denn die Strumpfhose war nicht mehr zu reparieren gewesen. Er gab sein Bestes, seine Erektion zu verbergen. Die Schulhosen waren weit genug, um das zuzulassen, aber sein Blick verbarg es wohl denkbar schlecht.
Ihre Wangen wurden röter, je länger er sie ansah.
Was er heute getan hatte, hatte er noch nie getan! Noch nie in seinem Leben. Für kein Mädchen. Er war wie von Sinnen gewesen, als sie unter ihm gelegen hatte, sich gegen seinen Schritt bewegt hatte, ihn geküsst hatte, als… als…-
Er wurde nur noch härter, wenn er daran dachte, dass er ihre Strumpfhose einfach zerrissen und ihre cremig weiche, heiße Haut unter seinen Finger Schauer seinen Rücken hinabgeschickt hatte. Und er hatte es nicht geplant! Bei Merlin, er plante nie irgendetwas mit ihr.
Etwas in seinem Kopf war einfach durchgebrannt, und er hatte ihren Hals geküsst, ihr Schlüsselbein, hatte ihre harten Brustwarzen durch den Stoff ihres Pullunders erraten, war ihren bekleideten Oberkörper mit seinen Lippen hinab gefahren, nur um vor ihr auf die Knie zu fallen. Er war die Reste ihrer Strumpfhose losgeworden.
Und bevor sie begriffen hatte – oder begreifen konnte – hatte er ihre Oberschenkel geküsst. Seine Zunge hatte über ihre heiße Haut geleckt, und sie hatte seinen Namen gestöhnt, ihn nicht abgehalten, auch nicht, als er ihr Höschen ihre Beine hinab gezogen hatte. Und ihr Geruch hatte ihn fast ohnmächtig werden lassen, so hart hatte seine Erektion protestiert. Sie war feucht gewesen, so verflucht feucht, und er hatte sich nicht abhalten können!
Sie ging geschäftig zwischen den Erstklässlern hindurch. Heute war es eine gerade Zahl, so dass weder er noch Granger einspringen mussten.
Ihr Blick traf seinen über die Köpfe der Erstklässler hinweg.
Wieder färbten sich ihre Wangen.
Denn heute hatte er seinen Kopf gegen ihre verflucht heiße Pussy pressen müssen, um sie zu schmecken. Merlin, war er hart. Noch immer konnte er ihren Geschmack erahnen, und noch immer hörte er ihre abgehackten Laute in seinen Ohren. Sie hatte ihr Becken praktisch vom Tisch gehoben, als sie schreiend gekommen war, während seine Zunge so tief–
–sie wandte den Blick von seinem Gesicht ab, als hätte er seine Gedanken laut geäußert, und korrigierte eine Schülerin, die den Protego noch immer falsch ausführte.
Es dauerte heute noch länger als sonst, stellte er ärgerlich fest. Oder es kam ihm nur so vor.
Er konnte kaum klar denken, hatte nicht einmal die Zeit gehabt, vor dem Kurs zu onanieren oder sich irgendwie Erleichterung zu verschaffen, denn kaum dass Granger gekommen war, war es Zeit gewesen, die Erstklässler zu foltern.
Und eigentlich wollte er gleich alles, nur nicht alleine in seinen Gemeinschaftsraum zurück. Fast war er bereit, ihr vorzuschlagen, noch mal in den Turm zu gehen. Auch wenn es spät war und die Geister kommen würden. Fast war es ihm egal. Denn er wollte sie. Jetzt. Wirklich dringend.
Und irgendwann blickte er auf die Uhr an der Wand.
„Schluss für heute. Gut gemacht", log er blind, denn es war ihm auch egal. Es war halb acht. Sie waren fertig.
Die Schüler strömten ausgelassen aus dem Klassenzimmer, und Draco glaubte, keiner von ihnen war heute besonders gut gewesen, aber weder er noch Granger schienen heute die Muße zu besitzen, aufmerksam zuzusehen und zu verbessern.
Halbherzig hexte Granger die Tische von der Wand zurück an ihren Platz. Er half ihr stumm. Sie steckte verlegen eine Strähne hinter ihr Ohr, als sie sich am Kopf der Klasse trafen.
„Ok", begann sie, und sah überall hin, nur nicht in sein Gesicht. Sein Atem ging flacher, als sie keine Anstalten machte, zu gehen. Er würde sterben, würde sie jetzt gehen.
„Ok", wiederholte er lahm, und endlich hob sich ihr Blick.
„Wegen… wegen vorhin", sagte sie schließlich, die Wangen wieder herrlich rot. „Das war…- danke", schloss sie stockend. Sein Mund öffnete sich knapp.
„Ich-äh. Du musst dich nicht bedanken", erwiderte er zögernd. „Ich… habe es gerne gemacht und… würde es gerne wieder tun." Mit großen Augen sah sie ihn an. Er könnte sie küssen für diesen beschämten Blick.
Er sah sie schlucken.
„Oh… ok?" Jetzt lächelte sie verlegen. Wow. Sie waren so unfähig. Er würde sie fragen.
„Willst… willst du gehen?"
Sie sah ihn fragend an.
„Was? Wohin?" Sie missverstand ihn. Natürlich. Er drückte sich aus, wie ein Troll.
„Nein, ich meine… willst du zurück in den Gryffindorturm?", machte er es deutlicher. Kurz trat ein anderer Ausdruck in ihre Augen. Es war dieser verbotene Blick, diese sachte Vorsicht, die sie zu überkommen schien, wann immer sie sich außerhalb des Turmes sahen.
„Wo… sollte ich sonst hin?", stellte sie ihm die offensichtliche Gegenfrage, und er sah sich ratlos um. Sein Blick fiel auf die Trainingsmatratzen, die sich hinter dem Pult stapelten.
„Wir… könnten hier bleiben?" Und erst als er es sagte, hörte er, wie versaut es klang. Ihr Blick folgte seinem, blieb an den Matratzen hängen, und die Röte in ihren Wangen vertiefte sich.
„Hier?", wiederholte sie leise. „Ich meine-"
„-nicht, um-", begann er sofort, aber ihr Blick traf ihn überraschend entschlossen.
„-ok", unterbrach sie ihn nur.
„Ok?", wiederholte er langsam, und noch eine kurze Weile standen sie unschlüssig voreinander. Dann machte er einen Schritt auf sie zu, und es kam ihm vor, als würde es heißer werden. Er machte noch einen Schritt, und dann kam sie ihm entgegen. Ihre Lippen hatten sich leicht geteilt, und er wusste sich nicht zu beherrschen. Er konnte kaum noch richtig denken, und seine Hände schlangen sich um ihren Nacken, und sie kam ihm nur zu dringend entgegen.
Wieder küsste er sie, und es war ein unbeschreibliches Gefühl.
Und es waren ihre Hände, die sich zu seinem Kragen hoben, die Knöpfe blind öffneten, und ohne weiter nachzudenken, half er ihr, bis sein Hemd offen hing. Geistesgegenwärtig zog er den Zauberstab, ließ die Tür zuschnappen und er löschte das Licht.
Der Vollmond spendete genügend surreales Licht, so dass er sie genau erkennen konnte. Aber ihm fiel auf, dass draußen, vor dem höher gelegenen Fenster, dichte Flocken fielen. Es hatte begonnen zu schneien. Ihre milchige Haut wirkte noch zarter im Mondlicht, und ohne länger zu zögern, griff er nach dem Saum ihres Pullunders, zog ihn über ihren Kopf, und sie schien nichts dagegen zu haben.
Nein, sie stieß ihn sogar Richtung Matratzen, während ihre Finger nun zaghaft ihre eigene Bluse aufknöpften.
„Granger-", begann er rau, aber sie schüttelte den Kopf.
„-halt die Klappe, Malfoy", unterbrach sie ihn scharf, und dann verschloss sie seinen, vor Überraschung offen stehenden, Mund. Wow! Er spürte ihre heiße Haut unter seinen kühlen Händen, und automatisch fand er ihre Brüste. Er berührte sie durch den BH, und seine Erektion protestierte gegen seine Hose.
Sie löste sich von ihm, um sich auf die kalten Matratzen zu legen. Auffordernd sah sie zu ihm auf. „Draco?", entkam es unsicher ihren Lippen. Wie versteinert hatte er dagestanden. Passierte das wirklich? Sein Herz schlug schnell.
„Ja", erwiderte er, ohne sich zu bewegen.
„Komm zu mir", flüsterte sie und streckte die Hand nach ihm aus. Er fiel praktisch auf die Knie, um ihren Worten nachzukommen. Wieder lag er über ihr, und ihr Körper bog sich in köstlicher Langsamkeit seinem entgegen, und ihr Bein legte sich um seine Hüfte. Er küsste sie innig und verzweifelt, denn er konnte nicht glauben, dass das wirklich passierte. Manchmal glaubte er, wisse sie gar nicht wirklich, was sie tat. Sie küsste ihn vielleicht zurück, weil er passabel küssen konnte, oder weil sie Ablenkung suchte.
Aber manchmal, da… glaubte er, sie wolle ihn wirklich! Es war so seltsam. Es hatte alles so… unwahrscheinlich schlecht begonnen, mit einer katastrophalen Ausgangslage.
Und es hatte sich dahin entwickelt, dass er von ihr träumte, und diese Träume allen anderen Träumen vorzog.
Es hatte sich dahin entwickelt, dass er sie brauchte. Und er konnte nicht einmal sagen, warum. Sie fühlte sich an wie… ein Ort, an den er gerne ging. Sie fühlte sich an wie ein perfekter Tag, ohne Sorgen, vielleicht am Meer, die Brise in den Haaren und das Salz auf der Haut. Granger war… das, was er brauchte, um nicht verrückt zu werden.
Seine Hand fuhr ihren schlanken Oberkörper hinab, und dann spürte er den Druck ihrer Hände gegen seine bloße Brust. Überrascht hob er den Kopf, beendete den Kuss.
Ihre Lippen waren herrlich geschwollen.
„Draco", flüsterte sie zitternd, und er runzelte die Stirn, weil er nicht verstand, warum sie plötzlich besorgt aussah. „Hast… hast du das schon mal gemacht?", wisperte sie, und er verzog den Mund. Oh. Das. Und sehr kurz nickte er schließlich. Er hoffte, sie verstand es nicht als schroff. Tatsächlich wirkte sie milde überrascht. Er ergründete es nicht. „Mit Pan-?"
„-nicht mit Pansy", unterbrach er sie direkt, mit gerunzelter Stirn. „Ich hatte noch nie Interesse an Pansy! Wieso denkst du-"
„-ok", räumte sie scheinbar beschämt ein. Er ergründete es doch. Zuerst dachte sie, er wäre unerfahren – was er war, keine Frage! – aber dann glaubte sie, er und Pansy hätten…? Es war so absurd, dass er wieder den Kopf schütteln musste. Er stemmte seinen Oberkörper in die Höhe. Ihr Blick hob sich.
„Granger, wir müssen hier überhaupt nichts-" Aber sie unterbrach ihn.
„-ich habe keine Erfahrung in… diesen Dingen", unterbrach sie ihn tatsächlich beschämt. Und sein Mund öffnete sich schließlich. „Und ich dachte, du… vielleicht auch nicht, aber… nach heute Nachmittag, da…" Sie schüttelte leicht den Kopf, und er musste sie unterbrechen.
„Habe ich nicht", sagte er schnell. „Ich… das heute…- so etwas habe ich noch nie getan, Granger!", flüsterte er fast. „Und garantiert nicht mit Pansy", ergänzte er mit erhobener Augenbraue. Sie verdrehte die Augen.
„Schon gut. Ich dachte nur, du und Pansy wärt… versprochen oder sonst was", rechtfertigte sie sich unter ihm. Und fast war es süß, wenn es nicht so absurd wäre. Und fast musste er prusten vor Lachen. Allerdings ließ er sich neben sie auf die Matratze fallen, und während das fremde Geräusch seine Lungen erschütterte konnte er sich gleichzeitig nicht mehr daran erinnern, wann er das letzte Mal gelacht hatte.
Granger hatte sich beleidigt aufgesetzt, suchte bereits nach ihrer Bluse, aber sofort griff er nach ihrem Handgelenk.
„Granger", murmelte er kopfschüttelnd, während das Grinsen in seinen Mundwinkeln fast schon schmerzte.
„Was?", fuhr sie ihn verärgert an, aber sein Lächeln schien sie ein wenig zu erweichen.
„Reinblüter werden einander nicht versprochen", klärte er sie eine Spur überheblich auf. Beleidigt versuchte sie sich von ihm loszumachen.
„Malfoy, halt einfach deine-" Aber er zog an ihrem Unterarm, und sie fiel praktisch gegen seine Lippen, die er wirkungsvoll verschloss. Seine Hand legte sich um ihren Nacken, und fast hörte er sie seufzen, als er sie näher an sich zog, um den Kuss anschließend zu beenden.
Sein Atem ging gepresster. „Ich hatte Sex, um es zu machen", erklärte er kurz angebunden. „Das ist alles", ergänzte er rau. „Aber ich…" Es fiel ihm schwer. „Mit dir", fuhr er leiser fort. Und sie schien atemlos auf seine Worte zu warten. „Ich… will dich nicht enttäuschen", entfuhr es ihm, fast eine Spur hilflos.
Sein Blick fiel plötzlich, als etwas seine Kehle zuschnürte, und jedes heitere Gefühl, jedes Bedürfnis, zu lächeln, war verschwunden.
Denn…er würde sie enttäuschen. Auf ganzer Linie, ging ihm auf.
Und sie missverstand.
„Draco", flüsterte sie, und ihre Hand hob sich zu seiner Wange. Es war ungewohnt. Es war eine intime Berührung. All das… was sie heute Nachmittag getan hatten stand immer im krassen Gegensatz zu Intimitäten, die vielleicht Freunde austauschten.
„Du enttäuschst mich nicht", sprach sie Worte, die sie selber nicht verstand. Und nun sah sie sich in der Pflicht, ihn zu bestätigen, stellte er mit Schrecken fest, als sie näher kam, ihn küsste, das Hemd seine Arme hinab zog. Siedend heiß fiel ihm voller Schuld das Mal wieder ein, das er trug. Wieder machte er sich von ihr los, aber sie deutete seine Bewegungen erneut als eine emotionale Unzulänglichkeit. Sie ließ von ihm ab, um ihn ernsthaft anzusehen. Fast wünschte er, sie würde es nicht tun.
„Draco", schien sie ihn beruhigen zu wollen. „Bitte, ich… ich will dich auch nicht enttäuschen", flüsterte sie jetzt, und sein Mund öffnete sich verzweifelt, denn sie würde alles, aber sie würde ihn niemals enttäuschen können! Mit gar nichts!
„Gran-" Aber sie ließ ihn nicht mal sprechen.
„-das heute… war… da aufregendste, was mir jemals passiert ist", informierte sie ihn mit roten Wangen, die er sogar im Licht des Mondes ausmachen konnte. „Du… zwingst mich auch zu nichts, ich… will dich spüren, Draco", eröffnete sie ihm kleinlaut, und sein Mund schloss sich erst mal. Ihr Atem ging unregelmäßiger. „Wenn… du mich willst?"
Fragte sie das? Fragte sie ihn das?! Wenn er es ihr nicht schmerzhaft deutlich gemacht hatte, dass er sie wollte, dann… - seine Erektion erwachte unter ihrem auffordernden Blick wieder, und das schlechte Gefühl verbannte er zurück in die dunkle Ecke seines Bewusstseins, denn… er konnte jetzt gerade nicht.
Sanft schüttelte er den Kopf, fast nachsichtig. „Ich will dich immer", sprach er leere Worte, die ganz und gar seiner Erektion geschuldet waren, aber es war wohl in Ordnung, denn sie zog ihn wieder an sich, und er küsste sie hungriger als zuvor.
Und er war viel zu aufgeregt, als er mehr schlecht als recht seine Hose loswurde.
Er nahm an, er stellte sich ungeschickt an und brauchte ewig, um ihren Rock auszuziehen. Aber sie nahm es nicht übel. Sie war genauso nervös. Sie berührte ihn nirgends, und fast war er froh und dankbar dafür. Denn, egal, was sie getan hätte, er wäre bestimmt gekommen.
Er wusste nicht, ob er sich wirklich jemals vorgestellt hatte, mit Granger zu schlafen – bestimmt unbewusst andauernd – aber er wusste jetzt, dass er sich wünschte, erfahrener zu sein.
„Alles ok?", murmelte er zwischen zwei Küssen gegen ihre Lippen, aber sie schien keine Angst zu haben. Sie schien nur vollkommen ungeduldig unter ihm zu liegen, während er sich nicht einmal traute, ihren BH auszuziehen. Verdammt, er war so ein Idiot!
Und dann war es peinlicherweise auch noch Granger, die sein Vorspiel unterbrach, indem sie einfach seine Shorts tiefer zog. Seine Erektion war frei, und er spürte, wie sie unter ihm ihren Slip auszog. Merlin, dieses Mädchen raubte ihm den Verstand!
„Granger-" Aber sie zog seinen Kopf näher und küsste ihn, während sie ihre Beine weit für ihn spreizte. Und wie einen Geistesblitz durchzuckte es ihn. Er begegnete ihrem Kuss, aber er musste ihn beenden, bevor er sich selbst vergaß. Fast beleidigt sah sie zu ihm auf.
„Verhütung", murmelte er unwirsch und griff sich seinen Zauberstab vom Boden.
„Oh", entkam es ihr tatsächlich ertappt. Für eine Sekunde wollte er schlagfertig sein. Er wollte sie necken, dass ausgerechnet die klügste Hexe so etwas vergaß, aber er verzichtete. Erstens glaubte er, er würde die Worte sowieso nicht mehr zusammenhängend über die Lippen bringen, und zweitens lag ein nacktes Mädchen unter ihm, das wollte, dass er – Draco Malfoy – mit ihr schlief!
Es war keine wirkliche Abwägung, die er traf. Nicht wirklich. Er schaffte den Zauber erst beim zweiten Anlauf, aber Merlin, es war erst das zweite Mal, dass er es tun musste! Er war nervös.
Und dann… war es soweit. Sie atmete unter ihm schneller. Er sah sie an, als er sich unbeholfen positionierte. Alles, was er wusste, war, wo er rein musste.
Da endete alles an Romantik für ihn. Und es tat ihm leid.
„Ok", flüsterte er, ohne zu wissen, warum. Wen munterte er auf? Sich oder sie? Sie nickte zur Bestätigung. Er war zu konzentriert, um sie zu küssen oder sich abzulenken. Er spürte, dass er es richtig machte, denn als er langsam nach vorne drang, teilte sich ihr Eingang für ihn. Die Hitze war überwältigend. Aber schlimmer war die Enge.
Er atmete beherrschter. Merlin, Malfoy! Ihr Blick verband sich mit seinem. Ihre Lippen hatten sich geteilt. Langsam drang er tiefer ein, und nein – er hatte es sich anders vorgestellt, dachte er unwillkürlich.
Sie sollte nicht steif unter ihm liegen. Er sollte sich nicht wie ein Idiot anstellen.
Und garantiert sollte ihre Motivation nicht daher rühren, dass sie dachte, er hätte Angst, sie sexuell zu enttäuschen, wenn er von etwas ganz anderem sprach.
Aber er würde es nicht richten können. Selbst wenn er ihr die Wahrheit sagte – es würde ihn nicht erlösen. Sie würde ihm nicht verzeihen. Und bevor er alles bereute, was auch immer tun würde, zwang er sich – zumindest dieses Mal – ein Mann zu sein. Er senkte langsam den Kopf, bewegte seinen Schwanz nicht weiter, und wartete, bis ihre Lippen seine trafen.
Wartete, bis sie sich auf den Kuss einließ. Wartete, dass ihre Zunge seiner begegnete, wartete, bis sie sich in diesem Spiel verlor, und mutig – mutiger als er war – ließ er seine zitternde Hand zwischen ihre Körper wandern, und berührte ihren Venushügel, um tiefer zu gleiten. Sachte tasteten seine Finger nach ihrer Klitoris, und er wusste, er stellte sich nicht zu dumm an, als sich ihr Oberkörper ihm entgegen bog. Unter seinen Lippen atmete sie hart ein, und er spürte, wie sie sich entspannt, wie sie ihn fast drängte, weiter zu machen.
Und er überwand jede Barriere mit nur einem weiteren Stoß. Er gab ihr einen kurzen Moment, während seine Finger ihr Spiel nicht unterbrachen. Und dann reagierte sie wieder, küsste ihn, und seine Gedanken kreisten darum, zumindest fünf Minuten auszuhalten.
Aber letztendlich war das eine utopische Vorstellung. Eine Wunschvorstellung.
Er schaffte es noch vier oder fünf Stöße lang, sich nicht in ihrer Wärme und Enge zu verlieren. Aber es überkam ihn in Schüben, und er glaubte, er sagte ihren Namen. Er wusste nicht, ob sie ebenfalls kam, aber ihre Arme schlangen sich um seinen Nacken, und er glaubte nicht, dass er irgendwem schon jemals so nahe gewesen war, wie ihr jetzt gerade.
Ein feuchter Film lag auf seiner Stirn. Er öffnete schwer die Augen, sah sie an, und sie tatsächlich lächelte sie. Es war ein schmales Lächeln, aber sie lächelte.
„Sorry", sagte er heiser, aber sie schüttelte nur den Kopf.
„Alles gut", versicherte sie ihm, und wieder streichelte ihre Hand sanft seine Wange. Er mochte es. Er mochte, wie sie ihn dabei ansah. Als wäre er nicht echt. Als könne sie nicht glauben, dass er Gefühle in ihr auslösen konnte. Und er hoffte, das konnte er. Vorsichtig zog er sich aus ihr zurück.
„Alles… ok?", musste er wieder fragen, aber sie nickte.
„Ja", flüsterte sie.
Er reagierte viel zu langsam, als die Tür sich öffnete. Hatte er sie gar nicht verschlossen?! Aber schon entfachte jemand das Licht, und sein Mund öffnete sich überfordert. Das helle Petroleum blendete ihn übergangslos, und Granger zuckte unter ihm zusammen.
„Draco, bist- oh, Merlin, was zur-?" Pansy blieb fassungslos stehen, als sie ihn und Granger wohl entdeckte. Draco erwachte aus seinem Schock, griff sich blind sein Hemd, und versuchte, sich und Granger zu bedecken.
„Pansy, verflucht!", blaffte er sie zusammenhanglos an, und zuerst schien Pansy nicht wirklich zu wissen, was sie tun sollte, als ihre weiten Augen Granger erkannten.
„Oh Gott", murmelte Granger unter ihm, bedeckte das knallrote Gesicht mit den Händen, und endlich drehte sich Pansy überfordert um. Aber sie ging nicht mal! So verwirrt schien sie zu sein.
„Ich… äh…?" Pansy stammelte nervöse Worte, während Draco rekordschnell seine Hose anzog und seine Arme in die Ärmel seines Hemds zwang. Granger bemühte sich ebenfalls, besonders schnell ihren Slip und ihren Rock anzuziehen, ehe sie ihre Bluse fand, und die Knöpfe alle falsch knöpfte.
„Pansy, wie wäre es, wenn du draußen wartest?", schaffte er zu knurren, und erschrocken setzte sich Pansy tatsächlich in Bewegung. Die Tür fiel ins Schloss, und es war der schlimmstmöglichste Ausgang dieser Nacht! Nein, dachte er dumpf. Wäre Snape gekommen – das wäre der schlimmste Ausgang! Merlin, aber das hier war nur um weniges besser.
„Ich- es tut mir so leid!", entfuhr es ihm. Ausgerechnet Pansy! Ausgerechnet! Granger hatte ihm sein erste Mal mit Pansy unterstellt, und ausgerechnet Pansy kam jetzt hierher?!
Es musste sein Pech sein, nahm er an.
„Ich… werde gehen", informierte sie ihn, griff sich hastig ihre Tasche, und wild hingen ihr einige Locken aus dem Zopf.
„Grang– Hermine, warte", rief er und holte sie ein. Er umfasste ihr Handgelenk, und sie wandte sich um. Er konnte in ihren Augen lesen, wie dringend sie gehen wollte, schnell weg, alles vergessen, was passiert war. Er hatte ihren Vornamen gesagt. Und es klang… richtig.
„Ich… mach es wieder gut", versprach er ihr blind.
„Draco-", begann sie, wehrte sich leicht in seinem Griff.
„-morgen", beharrte er und fing ihren Blick. Er sah, wie sie eine Entscheidung traf, wie sie abwog, wie sie –
-sich auf die Zehenspitzen stellte und einen schnellen Kuss auf seine Lippen drückte. Fast lächelte sie wieder.
„Gute Nacht", verabschiedete sie sich leise von ihm, und er ließ ihr Handgelenk los. Sie verschwand, und als sie die Tür öffnete erkannte er, dass Pansy noch immer fassungslos auf dem Flur wartete. Wie vom Donner gerührt starrte sie Hermine nach, die, immer noch mit einem leisen Lächeln auf den Lippen, den Flur hinab verschwand.
