Ich tat mein bestes, um meinen Ehemann nicht zu ärgern, aber es gelang mir nicht immer. Auf die Ausritte verzichtete ich – schließlich hatte ich ja auch noch so etwas wie zumindest ein bißchen Vernunft im Leib und ich wollte unser Kind nicht gefährden. Fitzwilliam war während der nächsten Monate ganz wundervoll. Er hielt sein Versprechen und ging viel mit mir spazieren, bei Wind und Wetter, außer natürlich bei extremen Schneestürmen. Aber er sorgte auch dafür, daß ich mich im Haus wohlfühlte indem er einfach zwischendurch festlegte, daß wir einen Tag komplett im Bett verbrachten oder er veranstaltete ein Picknick für uns in der kleinen Galerie und ließ dafür jede Menge Kissen und Decken dort hinschleppen und ähnliche Späße mehr.
Und er ertrug klaglos meine Marotten, die die Schwangerschaft so mit sich brachten. Von meinen regulären „Alltags-Marotten" einmal ganz abgesehen! Süßer, so geduldiger Fitzwilliam... Eigentlich verlief die Schwangerschaft sehr angenehm für mich. Ich fühlte mich wohl, mir war selten übel und ich konnte allen meinen häuslichen Pflichten nachkommen. Zumindest eine Zeitlang, denn mein Körperumfang nahm ziemlich schnell und ziemlich erschreckend zu, so daß ich schon nach wenigen Monaten Angst hatte, ich würde demnächst platzen, wenn das so weiterging. Der Doktor hatte damals schon die vage Vermutung, daß ich Zwillinge trug.
Über die langen, eisigen Wintermonate kuschelten wir uns regelrecht ein auf Sandhurst Manor und ich erinnere mich gerne an diese ruhige Zeit zurück. Die Ruhe vor dem Sturm, sozusagen. Es war von Beginn an unser Liebesnest, auch wenn ich für solcherlei Dinge amouröser Art bald zu umfangreich wurde, aber egal. Wir wußten uns durchaus zu beschäftigen, oha!
Nein, diese Zeit während unserer Ehe war sehr harmonisch – von kleineren Unstimmigkeiten wie der Sache mit dem Ausreiten einmal abgesehen, aber ich besserte mich ja und zügelte mein oftmals etwas wildes Temperament. So gut ich konnte jedenfalls.
Der Winter überkam Derbyshire in diesem Jahr mit all seiner Macht. Schon früh im Dezember begann es zu schneien und der Schnee blieb uns bis weit in den Februar erhalten, was auch für diesen Teil des Landes eher ungewöhnlich ist. Die Sonne ließ sich nur selten blicken und die Temperaturen bewegten sich dauerhaft um den Gefrierpunkt. Wir machten das beste daraus. Natürlich verzichteten wir nicht auf unsere Spaziergänge, doch wir hielten sie entsprechend kurz und freuten uns immer wie kleine Kinder auf die heiße Schokolade, die uns im Anschluß vor einem gemütlichen Kaminfeuer erwartete.
Fitzwilliam mußte natürlich seinen Pflichten weiterhin nachkommen und konnte mich nicht vierundzwanzig Stunden am Tag umsorgen. Sandhurst Manor war ein eher kleines Anwesen, wir hatten nicht viele Pächter, doch die wenigen Familien kamen gut zurecht und gaben uns kaum Grund zur Sorge. Sandhurst Manor wirtschaftete vorbildlich und vorausschauend. Nicht nur die Ställe und Zäune waren überprüft und repariert, auch Vorräte waren rechtzeitig eingelagert, Obst und Gemüse eingelegt, die wichtigsten Dinge, die wir nicht herstellen konnten, eingekauft worden.
Alle Bediensteten von Sandhurst Manor und auch die Frauen und größeren Kinder der Pächter waren im Herbst damit beschäftigt, warme Decken und Kleidung herzustellen und auszubessern, Wolle zu spinnen, Kräuter zu trocknen und vieles andere mehr. Fleisch wurde gepökelt und geräuchert und vor allem mußte sichergestellt sein, daß genügend Brennstoff vorhanden sein würde über die kalten Monate. Ich half soweit es mir möglich war mit, wenn auch unter Fitzwilliams wachsamem Blick. Wir stellten sicher, daß alle für einen harten Winter gewappnet sein würden, und der Winter in diesem Jahr wurde wahrhaftig hart.
Unser erstes gemeinsames Weihnachtsfest verbrachten wir ganz alleine auf Sandhurst Manor und es war einfach wundervoll. Draußen fiel der Schnee in sanften Flocken, drinnen im weihnachtlich geschmückten Haus machten wir es uns mit heißer Schokolade und Unmengen an Mandelplätzchen vor dem Kamin gemütlich. Wir lasen, kuschelten, dösten, liebten uns, erzählten uns Geschichten und genossen die ruhige Zeit miteinander. Fitzwilliam hatte gemeinsam mit Mrs. Sherwood den Speiseplan für die Feiertage entworfen und überraschte mich mit allen meinen Lieblingsspeisen. Es war eine sehr besinnliche und friedliche Zeit und ich wünschte mir, es würde immer so sein.
Aber natürlich kamen auch wieder andere Zeiten und auch der Geburtstermin rückte unaufhaltsam näher. In der ersten Woche des neuen Jahres war es dann auch bereits vorbei mit der Ruhe. Fitzwilliam hatte sich eines Morgens in sein Arbeitszimmer zurückgezogen, während ich mir hinter Mrs. Sherwoods Rücken einige Mandelplätzchen in der Küche stiebitzt hatte und dann in Ruhe einen Brief an Jane schreiben wollte. Ich kam nicht sonderlich schnell voran mit meiner Korrespondenz, zu sehr war ich von eigenen Gedanken abgelenkt und so verbrachte ich mehr Zeit damit, den Schneeflocken beim Herunterfallen zuzuschauen und meinen Gedanken nachzuhängen als mit Schreiben.
Meine müßigen Gedanken lösten sich in dem Moment in Luft auf, als ich Pferdehufe und das Nahen einer Kutsche hörte. Nanu, dachte ich, wer verirrte sich um diese Jahreszeit freiwillig hierher? Außer den Darcys fiel mir niemand ein, denn die hatten es am nächsten zu uns. Aber sie hatten doch keinen Grund, uns zu besuchen. Außerdem waren sie in London, glaubte ich. Zu meinem allergrößten Erstaunen entstiegen der Kutsche wenige Minuten später drei Personen, die auf den ersten Blick so gar nichts miteinander zu tun hatten: Georgiana Darcy, Colonel Fitzwilliam und Caroline Bingley.
Ich hätte nicht verwunderter sein können, wenn der König höchstpersönlich ausgestiegen wäre. Was um alles in der Welt machten die drei in einer Kutsche? Georgiana war mir natürlich höchstwillkommen, aber Caroline? Und der schreckliche Colonel? Ich wußte, die Darcys und die Fitzwilliams hatten Weihnachten in London verbracht, also daß Colonel Fitzwilliam seine Cousine nach Pemberley eskortierte erschien mir vernünftig. Ich wußte nicht, ob die Darcys noch in der Stadt weilten. Aber wie paßte Caroline in diese illustre Reisegesellschaft? Vergessen war mein Brief an Jane, ich mußte unsere Gäste begrüßen gehen. Als ich mich mühsam in die Halle schleppte, hörte ich bereits Stimmen. Fitzwilliam war über die Ankunft der drei offenbar auch schon benachrichtigt worden.
Georgie entdeckte mich als erste und flog regelrecht auf mich zu. „Lizzy!" rief sie erfreut und schon hing sie an meinem Hals. „Wie geht es dir, liebe Schwester? Was macht mein Neffe?" Sie lachte und warf einen neugierigen Blick auf meinen umfangreichen Bauch. „Strampelt er schon kräftig? Und kümmert sich mein Bruder auch ordentlich um dich?" Ich grinste und konnte sie beruhigen, sowohl was das Strampeln als auch die gute Pflege seitens Fitzwilliam anging. Ich nahm ihre Hand und legte sie auf meinen Bauch. „Hier. Spürst du, wie er strampelt?" fragte ich, als das kleine Wesen in mir gerade wieder wach geworden war und sich bemerkbar machte.
Georgie hielt still und ein ehrfürchtiges Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Oh, und wie er zappelt! Er tritt ganz schön um sich, was? Wie du das bloß aushältst!" „Oh, er wird immer ganz ruhig, wenn sein Papa in der Nähe ist," sagte ich und zwinkerte Fitzwilliam, der mir ein liebevolles Lächeln schenkte, amüsiert zu. Während Georgiana noch das kleine Wunder bestaunte, das da in mir heranwuchs, gab Caroline ein abfälliges Schnauben von sich. „Also wirklich, Eliza! Wie kannst du dich bloß so schamlos in der Öffentlichkeit präsentieren! Uns deinen...deinen Zustand so vorzuführen!" Ich funkelte sie an, doch bevor ich etwas sagen konnte, nahm Colonel Fitzwilliam das Wort.
„Ts ts ts, Miss Bingley!" tadelte er spöttisch. „Mrs. Darcy befindet sich in gesegneten Umständen, wir sollten uns über diese Tatsache freuen, nicht wahr?" Er zwinkerte ihr vertraulich zu. „Wenn sie mich doch endlich erhören würden, Verehrteste! Wie gerne sähe ich sie im gleichen Zustand!" Carolines Augen schleuderten Blitze in des Colonels Richtung, ich starrte ihn mit offenem Mund an und Fitzwilliam und Georgiana verdrehten in geschwisterlicher Einigkeit etwas gequält die Augen. Wie dreist von ihm, dachte ich pikiert und erinnerte mich verlegen daran, daß ich ihn einmal durchaus anziehend gefunden hatte. Ich fragte mich, ob er Caroline bloß neckte oder tatsächlich ernsthafte Absichten hegte. Sie war – vom finanziellen Standpunkt aus gesehen – keine schlechte Partie, aber welcher Mann würde sich freiwillig mit ihr einlassen? Andererseits – hatte Caroline es verdient, an einen solchen Schlawiner zu geraten?
Der Colonel wandte sich zu mir um und lächelte freundlich. „Meine liebe Mrs. Darcy, wir haben uns lange nicht mehr gesehen, nicht wahr?" Galant hauchte er mir einen Kuß über die Hand. „Ich hoffe, ich finde sie bei guter Gesundheit vor? Aber mein Cousin wird schon dafür Sorge tragen, nicht wahr, Darce?" Fitzwilliam würdigte ihn keiner Antwort, was den Colonel überhaupt nicht zu stören schien. Er lächelte mich entwaffnend an. „Entschuldigen sie unser etwas überfallartiges Erscheinen, Madam. Ich habe die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, diese beiden reizenden Damen nach Pemberley zu eskortieren und meine Cousine hätte es mir nie verziehen, wenn wir nicht vorher einen Stopp in Sandhurst Manor eingelegt hätten. Ich hoffe, wir kommen nicht ungelegen."
Was hätte ich sagen sollen? Natürlich konnten wir sie nicht vor die Tür setzen, so sehr es mich reizte, den Colonel und Caroline weiter nach Pemberley zuschicken und nur Georgie hierzubehalten. Aber das ging natürlich nicht. Selbst ich getraute mich das nicht. Vermutlich blieben sie sowieso nur für eine Nacht. „Seien sie uns willkommen, Colonel Fitzwilliam," murmelte ich daher. „Mrs. Sherwood wird ihnen allen Zimmer zurechtmachen lassen." Fitzwilliam nickte, er hatte die Haushälterin bereits beauftragt und auch das Gepäck war schon herbeigeschafft worden.
Caroline wußte nicht, ob sie mir oder dem unglaublichen Colonel bösere Blicke zuwerfen sollte. Sie hatte bisher kein Wort mit mir gewechselt und war sichtlich angefressen. Man sah ihr an, daß sie nicht freiwillig hierher gekommen war. Fitzwilliam war leider auf dem Heiratsmarkt nicht mehr zu haben – sie hatte keinen Grund, hier zu sein. Wir hatten noch nie ein gutes Verhältnis zueinander gehabt und die Anwesenheit des Colones störte sie aus welchen Gründen auch immer ganz gewaltig. Ich konnte es kaum erwarten, Georgies Version zu hören. Ich war sehr gespannt darauf zu erfahren, was sich zwischen den beiden ereignet hatte und hoffte, Georgie würde mehr darüber wissen! Colonel Fitzwilliam machte eine weitere anzügliche Bemerkung bezüglich der Gästezimmer – er hoffe, so sagte er, daß sie nicht allzuweit voneinander getrennt untergebracht sein würden – was die Mordlust in Carolines Augen nur noch vergrößerte. Es schien mir sehr amüsant zu werden mit den beiden!
Ich erkundigte mich bei Caroline nach dem Befinden meiner Schwester Jane und ihrem Gatten – auch Jane müßte bald ihr Kind bekommen, fiel mir ein – doch erhielt ich nur einsilbige Antworten von meiner Schwägerin. Ich vermutete, wenn etwas gravierendes vorgefallen wäre, hätte sie mich – hoffentlich – davon in Kenntnis gesetzt und würde es mir nicht böswillig verschweigen. Um noch eins draufzusetzen und Caroline ein wenig mehr zu ärgern, ging ich zu Fitzwilliam und nahm seinen Arm. „Würdest du mich auf mein Zimmer begleiten, Fitzwilliam, ich möchte mich für einen Augenblick hinlegen." Sofort machte sich Besorgnis in seinen Augen breit. Ich hatte mich bisher noch nie freiwillig hingelegt und mir war die Schwangerschaft soweit gut bekommen. Demonstrativ strich ich über meinen Bauch. „Fühlst du dich nicht wohl, Liebes?" fragte Fitzwilliam fast ängstlich und legte fürsorglich einen Arm um mich. „Nein, nein, es ist alles in Ordnung," beruhigte ich ihn und grinste innerlich über Carolines wütenden Gesichtsausdruck. Sie nahm unsere Ehe sehr schlecht auf und ich wußte, sie haßte mich dafür, daß ich Fitzwilliam geheiratet hatte und daß er sich so liebevoll um mich kümmerte – vor ihren Augen. „Nur ein paar Minuten Ruhe." „Natürlich," sagte er, wir entschuldigten uns und er führte mich langsam die Treppe hoch in mein Schlafzimmer.
Aufseufzend ließ ich mich auf dem Bett nieder und zog Fitzwilliam mit mir auf die Kissen. „Was um alles in der Welt wollen diese Leute hier, Darling?" murmelte ich und kuschelte mich an ihn. Er lachte und küßte mich auf die Stirn. „Keine Angst, sie bleiben nicht lange. Richard bringt sie weiter nach Pemberley und Georgie wollte uns unbedingt sehen." „Georgie ist mir selbstverständlich jederzeit herzlich willkommen. Aber was zum Teufel hat Caroline hier verloren?" Fitzwilliam zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Aber ich finde, daß mein Cousin sich sehr merkwürdig ihr gegenüber verhält." Also hatte er es auch festgestellt. „Man könnte glatt meinen, er mache ihr den Hof!" sagte ich nachdenklich und dann spürte ich Fitzwilliams Lippen auf meinen. „Laß uns nicht von Caroline und Richard sprechen," murmelte er und seine warmen Hände verschafften sich routiniert Zugang zum Oberteil meines Kleides.
Oh, Austausch von Zärtlichkeiten am hellichten Tag – eine meiner Lieblingsbeschäftigungen! Ich hatte ursprünglich nicht erwartet, überhaupt etwas von meinem Ehemann heute vor dem Abendessen zu sehen, aber natürlich beklagte ich mich nicht und seufzte wohlig unter den Liebkosungen seiner erfahrenen, so sanften Finger. Ich glaube, ich hätte nichts dagegen einzuwenden gehabt, für den Rest meines Lebens mit ihm hier in diesem Raum eingesperrt zu sein – nur wir beide. Wer hätte das zu Beginn unserer Bekanntschaft gedacht...
Unser intimes Zusammensein ließ sich leider nicht allzu lange fortsetzen. Schon bald hörten wir Stimmen auf den Fluren und bedauernd machten wir uns voneinander los. Fitzwilliam hielt mich zurück, als ich nach unten gehen wollte und schüttelte seufzend den Kopf. „Liebes, so willst du sicher nicht unseren Gästen gegenübertreten, oder?" Ich warf einen Blick in den Spiegel und wurde rot. Wahrscheinlich sah man mir ziemlich genau an, was ich gerade getan hatte! Meine Haare waren zerzaust, mein zerknittertes Kleid in äußerst gewagtem Zustand – dem Colonel hätte dieser Anblick vermutlich nur zu gut gefallen! Aber nein, das war alleine für Fitzwilliams Augen bestimmt.
„Glaubst du wirklich, dein Cousin hat ernste Absichten mit Caroline?" fragte ich, während ich meine Haare ordentlich aufsteckte und versuchte, mein Kleid glattzuziehen. Fitzwilliam lag immer noch faul auf dem Bett und beobachtete mich dabei. „Mag schon sein. Richard muß eine Frau mit Vermögen heiraten und von diesem Standpunkt her käme sie durchaus in Frage. Die Bingleys sind eine respektable Familie, es wäre keine schlechte Verbindung." Ich nickte zögernd. „Aber..." wie sollte ich es sagen? Ich faßte mir ein Herz. Mit Fitzwilliam konnte ich über alles sprechen. „Glaubst du, es wäre auch eine... eine glückliche Beziehung?" „Du meinst, ob es eine Liebesheirat werden könnte?" Er war aufgestanden und trat nun hinter mich, seine Hände legten sich auf meinen Bauch. Ich nickte.
„Hm. Nun ja, schwer zu sagen. Manchmal braucht es eine Zeit, bis sich Liebe entwickelt," sagte er. Fitzwilliam vergrub sein Gesicht in meinen mühsam hochgesteckten Locken und platzierte kleine, federleichte Küsse auf meinen Nacken. Mir wurde schon wieder ganz warm. Ich versuchte mich zu konzentrieren, aber seine Nähe lenkte mich sehr ab – wie immer. Ich mochte Caroline nicht wirklich gerne leiden, aber eine Verbindung mit dem schurkischen Colonel... „Aber... aber Fitzwilliam, dein Cousin ist ein... nun ja, ein ziemlicher... ein..." „Ein was, Liebes?" murmelte er und seine Hände wanderten weiter nach oben.
„Schürzenjäger," flüsterte ich und stöhnte leise auf, als ich seine Hände auf meinen Brüsten fühlte. Ich hörte Fitzwilliam leise Auflachen dicht an meinem Ohr. „Und wie kommst du zu dieser Feststellung?" wollte er wissen und sehr zu meiner Enttäuschung ließ er von mir ab, um mich amüsiert anzuschauen. Ich dachte kurz nach, dann erzählte ich ihm von dem Gespräch, daß ich damals im Garten zwischen ihm und seinem Cousin belauscht hatte. Eine steile, ärgerliche Falte erschien auf Fitzwilliams Stirn, als ich fertig war.
„Nun ja, ich weiß nicht, ob sich viel an seinen „Gewohnheiten" geändert hat," sagte er schließlich und schüttelte den Kopf. „Liebes, ich hätte ihn eigenhändig umgebracht, wenn er dir damals zu nahe gekommen wäre." „Glücklicherweise war ich keine gute Partie für ihn," stellte ich amüsiert fest, doch über Fitzwilliams Augen legte sich ein Schatten. „So etwas darfst du niemals sagen, Elizabeth. Niemals, verstehst du? Richard hätte sich glücklich schätzen können, wenn er dein Herz erobert hätte." Ein selbstzufriedenes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus und er zog mich an sich, so gut das mit meinem dicken Bauch ging. „Aber das konnte ich ja glücklicherweise verhindern, nicht wahr?"
Wir versanken in einem erst sehr liebenvollen, dann eher leidenschaftlichen Kuß und fuhren auseinander, als es plötzlich an der Tür klopfte und Georgiana, ohne auf ein „Herein" zu warten, ins Zimmer platzte.
