An Jenny: Lass stecken, ich bin nicht eingeschnappt oder so. Schick mir das Bild mal, dann gucke ich, was ich mache. Darf aber nicht mehr größer als 8KB sein.
Machst du Witz?, ich hasse Peter!

An inlaka: So, geht weiter, ist aber das letzte Chap.

An Romi: Hat auch gedauert, bis ich für jeden eine Verkleidung hatte.

An °Ich°: Der Name hat irgendwie nicht mehr gepasst, fand ich.

The End of this chapter

Candy gähnte und rieb sich die Augen. Gestern Abend war es spät geworden und sie mussten früh raus, um den Hogwartsexpress nicht zu verpassen. Das letzte Mal, dass sie mit ihm fahren würden. Ihre Zeit in Hogwarts war vorbei. Candy warf einen Blick auf das Bett neben sich. Leer und bereits fein säuberlich gemacht. Ihre Augen wanderten weiter zu der Kommode von Lily und ihr, die zum Schmink- und Frisiertisch umfunktioniert worden war. Lilys Sachen waren bereits verschwunden, die Koffer standen auf dem Boden neben dem Bett. Gestern hatte Lily nicht gepackt, was hieß, dass sie da sein musste. Seit sie am Vortag mit James nach draußen verschwunden war, hatte keiner mehr die zwei gesehen. Candy suchte nun das Zimmer nach einem Lebenszeichen ihrer besten Freundin und fand sie auch.

Lily saß auf der Fensterbank, halb verdeckt von einem Vorhang und starrte völlig weltvergessen aus dem Fenster. ‚Lily' und ‚weltvergessen' sind zwar Wörter, die man besser nicht in einem Satz erwähnt, aber jetzt stimmte es. „Lil?", fragte Candy die Rothaarige leise, trat hinter sie und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Lily fuhr erschrocken herum. „Was?", fragte sie, vollkommen verwirrt. Candy musste lachen, Lily sah man nicht oft verwirrt oder sprachlos. „Hab mich nur gefragt, wo du gestern noch warst", grinste sie, „oder soll ich sagen ‚ihr'?" „Klappe McDouglas", fauchte ihr Freundin, dann stahl sich aber wieder ein verträumtes Lächeln über ihr Gesicht.

„Ich muss den Anderen Bescheid sagen…", murmelte Candy deutlich hörbar. Lily warf ihr nur einen fragenden Blick zu und sie fuhr fort: „Naja, irgendwer – oder IRGENDWAS – hat von dir Besitz ergriffen. Das da ist nicht meine Freundin Lily Evans!" Lily lachte und schien langsam wieder auf die Erde zurückzukommen. „Doch, ich bin es. Es ist nur…", sie streckte ihre rechte Hand aus, an der James Ring funkelte, „DA!" Candy riss die Augen auf, griff nach der Hand ihrer besten Freundin und drehte den Ring hin und her. „Ist das… ist das, was ich glaube, was es ist?", fragte sie ungläubig und Lily nickte lächelnd: „James hat mich gestern gefragt, ob ich ihn heiraten will…" „…und du hast ‚ja' gesagt!", vervollständigte die Jüngere, „oh, ich freue mich ja so für dich. Für euch. Ihr passt perfekt zusammen, wirklich. Ich glaube, ihr habt eine wunderbare Zukunft vor euch." „Naja, wenn ich Bertha glauben schenken darf, dann sterben wir früh, von Voldemorts Hand umgebracht, und hinterlassen einen Sohn, der der Einzige ist, der die Zaubererwelt vor diesem Wahnsinnigen retten kann", bemerkte Lily grinsend. Beide lachten.

Später, als sie im Hogwartsexpress saßen – Lily wieder auf James Schoß – hielt Candy es dann für angebracht, den Anderen von der Verlobung zu erzählen. „Hey Leute", verkündete sie, „ich glaube Lil und James müssen euch was sagen." „Candy, bitte nicht. Nicht jetzt, nicht hier, nicht so… nicht!", bettelte Lily, doch es war zu spät. Sirius und Remus grinsten beide wissend, anscheinend hatte James sie vorher eingeweiht. Peter schien mal wieder gar nichts zu kapieren und auf den Gesichtern von Emmy und Bertha lag freudiges Interesse.

„Naja…", begann James, brach dann aber ab, als Lily den Anderen wortlos ihre beringte Hand hinhielt. Emmy jubelte sofort los, fiel Lily um den Hals und kreischte durchs ganze Abteil, wie sehr sie sich freue und wie zauberhaft doch alles wäre, was Candy dazu veranlasste genervt die Augen zu verdrehen. Bertha lächelte, umarmte Lily und wünschte beiden viel Glück. Remus schloss sich an und Sirius kommentierte es nur mit einem ‚hast dich also doch noch getraut, Prongs'. Peter war der Einzige, der, mal wieder, nichts verstand: „Ein Ring. Wieso flippt ihr alle so aus? Ist der wertvoll?" Alle starrten ihn an, Sirius stöhnte entnervt auf und es war Lily, dich sich erbarmte: „Er ist wertvoll, zumindest für mich. Das ist ein Verlobungsring. James und ich werden heiraten." Obwohl er jetzt verstand, machte Peter kein intelligenteres Gesicht als vorher. War er wahrscheinlich nicht zu in der Lage.

„Irgendwie gruselig", stellte Candy irgendwann fest. „Was ist gruselig, Bonbon? Biste auf nem Horrortrip? Hab dir doch gesagt, du sollst mit dem LSD vorsichtig sein, sonst geb ich dir nichts mehr", zog Sirius sie auf. Candy streckte ihm die Zunge raus, fuhr aber fort: „Naja, ich meine, wie wir alle älter werden…" Hier wurde sie wieder von Sirius unterbrochen: „Das ist der Lauf des Lebens." „Könntest du vielleicht mal deine Klappe halten? Danke", fuhr Lily in entnervt an und Sirius gehorchte. „Es ist nur so… so komisch. Wir werden nie wieder als Schüler nach Hogwarts zurückkehren. Lily und James heiraten sogar und wir werden jetzt praktisch alle ins kalte Wasser geschmissen, nach dem Motto: ‚Guckt mal, wie ihr klarkommt.'"

„Hast schon irgendwie Recht… was wollt ihr eigentlich jetzt machen? Berufsmäßig und mit Wohnung und so?", fragte Emmy und sah aufmerksam in die Runde. „Ich will nach wie vor Auror werden und erstmal in unsere nette Wohnung zurück. Godric's Hollow ertrage ich einfach nicht…noch nicht", antwortete James. Sirius schloss sich an: „Jep, ganz meine Meinung. Stimme vollkommen zu." „Ich möchte Heilerin im St. Mungos werden", verkündete Lily und Candy erklärte: „Ich dachte an einen Job im Ministerium. Vielleicht in der ‚Abteilung für magische Zusammenarbeit' oder wie das da heißt. Wohnen werde ich erstmal weiterhin bei meinen Eltern" „Ich würde ganz gerne Lehrerin für Zauberkunst werden. Wenn das geht, dann hätte ich ja in Hogwarts ein Zimmer.", erzählte Bertha. Emmy warf ein: „Ich fange erstmal bei Madame Malkins an und von da baue ich mir eine Karriere als Modedesignerin auf. Meine Eltern bezahlen mir ein Apartment in der Winkelgasse. Ihr wisst schon, die über den Geschäften." Nun sahen alle auf Peter uns Remus. Peter quiekte: „Ich weiß noch nicht. Ich bleibe auch bei meinen Eltern und was ich werden will, überlege ich mir nicht." Remus wurde rot und murmelte: „Mal sehen. Vielleicht hat Dumbledore einen Job für mich. Im Orden oder so. Wohnen? Wird mir irgendwo ein Zimmer nehmen… In der Nokturngasse gibt's recht Billige…"

„Du kannst auch mit zu uns kommen", bot Lily ihm an, doch Remus wiegelte sofort ab: „Ne. Vielleicht gehe ich auch zu meinen Eltern…" Sirius lachte ungläubig auf: „Zu wem? Zu deiner Mutter und ihrem neuen Macker, der dich sowieso verabscheut, weil du… naja, du weiß ja, was ich meine, oder zu deinem Vater und seinen ständig wechselnden Bettbekanntschaften? Sorry Kumpel, aber…" „Passt schon!", knurrte Remus. James widersprach: „Aber…" „Kein ‚aber'", schrie der Werwolf plötzlich, „ich kann sehr gut für mich selbst sorgen, trotz… trotz DEM!" Dann drehte er sich um und starrte aus dem Fenster. „Tut mir Leid, Remus, ich weiß… ich weiß, was du meinst", murmelte Lily, danach herrschte ein ungemütliches Schweigen. „Ja, sorry, Moony. Egal was du tust, dass Angebot steht", fügte James nach einigen Sekunden hinzu und Sirius nickte bekräftigend. Remus drehte sich wieder um und grinste. Etwas gezwungen zwar, aber er grinste.

Lilys Blick wanderte durch das Abteil. Sie beobachtete ihre Freunde. James und Sirius, die über ihre anstehende Aurorenausbildung sprachen, Emmy, die sich schminkte, Bertha, die irgendein Muggelbuch las (in Lilys Augen fiel es unter die Kategorie ‚Schundroman'), Remus und Candy (von Lily geschickt nebeneinander platziert), die sich angeregt über irgendwelche Zaubertränke unterhielten und Peter, der stumpfsinnig auf den Boden starrte. Alles wie immer. Und doch nicht. Sie wurden sich von nun an nicht mehr täglich sehen, die Stunden zu acht – oder auch nur zu fünft – würden gezählt sein.

Dieses Kapitel war zu Ende, ein Kapitel ihrer aller Leben, und ein neues war vor ihnen aufgeschlagen worden. Blütenrein und nur darauf wartend, gefüllt zu werden. Hogwarts lag hinter ihnen, doch was vor ihnen lag, wusste niemand. Lily erwartete für sich selbst das Leben als Heilerin, Ehefrau, Kämpferin gegen das Böse und, vielleicht, Mutter. Mehr wollte sie tatsächlich nicht. Früher hatte sie sich immer ausgemalt erste Zaubereiministerin zu werden, berühmt und erfolgreich – kurz: Kariere zu machen. Jetzt wollte sie das nicht mehr. Ihr erster Wunsch war, bei James zu sein und sie wollte anderen Menschen helfen. Dafür war der Job als Heilerin perfekt. An und für sich lag ihr Leben, ihre Zukunft, durchgeplant und verheißungsvoll vor ihr, aber Lily ahnte, dass es sich so nicht entwickeln würde.

Sie sollte Recht behalten. Tatsächlich würde sich ihr alter Traum erfüllen. Sie würde erfolgreich sein, erfolgreich auf ihre eigene Weiße und später auch Berühmtheit erlagen, berühmt mit ihrem Tod, durch ihn und darüber hinaus. Doch, wenn Lily ganz am Schluss auf ihr Leben zurück blicken würde, dann würde sie zufrieden sein. Glücklich mit den paar Monaten, die sie mit Mann und Sohn vereint sein sollte. Denn manchmal entschädigen dich einige Wochen für dein ganzes Leben. Manchmal tauchen alles Glück und alle Liebe, die du je erfahren wirst, in den Momenten auf, in denen die Hoffnung stirbt. Manchmal enden Dinge, doch mit jedem Ende, beginnt ein neuer Anfang. Genauso, wie jeder Anfang am Ende immer einen Schluss bringen wird. Der Lauf des Lebens. Doch eins ist sicher, egal was kommt: Für alles, was uns widerfährt, werden wir irgendwann entschädigt werden.

So, dass war's dann. Hier endet der zweite Teil von ‚A moment in infinity'. Der dritte wird im September begonnen und heißt ‚Es gibt kein Zurück'.

Danke an: charlie, kara, Romi, inlaka, Sailam, vamp, vero, Samatha Potter, Serpentia, valerie, Jenny, Vami, Brchen, Taetzchen, phoenixfeder, Slydawn, vali, Mandy Rosalie und °Ich°.
Eure Reviews waren wirklich hilfreich. Ich hoffe, ihr werdet mir über meine längere ‚Schreibabstinenz' nicht abtrünnig.

Und ein besonderer Dank an dich.