Hallo Leute, sorry, dass es wieder etwas länger gedauert hat, aber mich hat ne dicke fette Erkältung erwischt und darunter leidet meine Kreativität doch ein wenig +schnief+

Reni: Das ist ihm sehr bewusst geworden und er wird in Zukunft die Dinge auch etwas klarer sehen können.

Eisphönix: Danke +g+ Für Sev wird das ne ziemlich neue Erfahrung werden, er hatte ja noch nie wirkliche Freunde.

Sooo für alle, die geglaubt haben, dass Sev jetzt das Schlimmste überstanden hat ... leider noch nicht. Aber es dauert nicht mehr lange (höchstens drei Kapis oder so), dann gehts bergauf. Versprochen.

Viel Spaß beim Lesen und GLG angeltears-and-deviljoy

25. Depressionen

Noch ein wenig benommen sahen sich die drei Gryffindor um. Sie standen wieder in Snapes Schlafzimmer. Dieser lag zwar immer noch in seinem Bett, aber seine Augen waren nun nicht mehr leer und ausdruckslos. Mit einer fahrigen Bewegung strich er sich über das Gesicht und rappelte sich vorsichtig auf.

Tepes saß neben Snape auf einem Stuhl und lächelte seine Schüler kurz zu. Dann half er dem Zaubertränkemeister in eine sitzende Position und reichte ihm anschließend noch ein Glas Wasser. Nachdem sich Tepes versichert hatte, dass es Snape so weit gut ging, wandte er sich an Harry: „Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie und vor allem Severus großes Glück gehabt haben. Ich hoffe, dass war Ihnen eine Lehre."

Harry nickte beschämt, bevor er sich unsicher zu Snape auf das Bett setzte. Reumütig suchte er den Blick seines Lehrers, aber der starrte nur völlig in Gedanken den letzten Rest Wasser in seinem Glas an. Schließlich fasste sich der Gryffindor ein Herz und meinte: „Severus, ich möchte mich bei dir entschuldigen. Obwohl der Entzug wichtig war, hätte ich nicht so unüberlegt handeln und stattdessen lieber um professionelle Hilfe bitten sollen. Durch meine Arroganz hab ich alles nur noch schlimmer gemacht und du warst derjenige der darunter leiden musste. Bitte akzeptiere meine Entschuldigung … und meinetwegen kannst du mir auch ein paar Flüche auf den Hals hetzen. Ich würde das voll und ganz verstehen."
Ohne aufzublicken, antwortete Snape: „Ich bin Euer Sklave, Meister. Ihr könnt mit mir tun und lassen, was immer Ihr wollt … und wie Ihr schon sagtet, der Entzug war notwendig."

Harry glaubte im ersten Moment sich verhört zu haben. Unsicher schaute er zu Tepes, der allerdings nur die Stirn runzelte und Snape besorgt musterte. Nach einer Weile erklärte er ernst: „In einigen Fällen traten nach einem solchen Entzug depressive Stimmungen bei den Patienten auf, besonders wenn der Prozess schnell von Statten gehen musste. Ich fürchte, dass das hier nun auch der Fall ist. Sie werden jetzt ein wachsames Auge auf Severus haben müssen, Mr. Potter. Von antidepressiven Tränken würde ich erstmal abraten, da sein Körper nun sehr empfindlich auf solche Manipulationen reagiert."

Verwundert musterte Harry seinen Lehrer: „Sie wissen so ziemlich alles, oder?" Tepes lächelte leicht und zeigte auf ein Buch: „Ich habe ein fotografisches Gedächtnis, falls Sie sich erinnern. Außerdem war ich noch mal kurz in Bibliothek und habe mir die entsprechende Literatur besorgt. Ich bin davon ausgegangen, dass Sie ein paar Stunden brauchen werden, um zurück zu kehren und wollte die Zeit sinnvoll nutzen."

Bei diesen Worten meldete sich Harrys schlechtes Gewissen wieder. ER hätte sich auch vorher informieren können und sich nicht einfach nur auf Hermines Aussagen verlassen sollen. So langsam aber sicher fragte sich der Gryffindor, warum er nur so unüberlegt gehandelt hatte. Plötzlich viel ihm etwas ein: „Wie lange waren wir denn eigentlich weg?" Tepes schaute kurz auf die Uhr: „Wir haben mit dem Ritual so gegen 15:30 Uhr begonnen, also ungefähr vier Stunden."

Diesmal war es Ron der antwortete: „Vier Stunden?!? Wir haben DAS ALLES in nur vier Stunden erlebt?" Harry und Hermine sahen nicht minder überrascht aus und Tepes konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: „Haben Sie noch nie davon gehört, dass Gedanken selbst schneller als der Wind sind, Mr. Weasley? Außerdem wissen wir sehr wenig über den menschlichen Verstand, auch wenn wir uns aufgrund diverser Zauber das Gegenteil einbilden."
Das erinnerte Harry wieder an die Vereinbarung, die er mit seinen Freunden getroffen hatte. Erneut wandte er sich an Snape, der immer noch mit gesenkten Kopf sein Glas betrachtete: „Severus, bevor wir … in deinen Geist gegangen sind, haben mir Ron und Hermine versprochen, dass sie mit niemanden darüber reden, was sie gesehen haben. Sie haben auch zugestimmt, dass du uns mit einem Gedächtniszauber belegen kannst, wenn dir das lieber ist." Wie in Zeitlupe schaute Snape auf. Seine Augen suchten für einen kurzen Moment den Blick der drei Gryffindor. Schließlich schüttelte er nur leicht den Kopf: „Es ist egal. Ich kann es jedoch verstehen, wenn Ihr Euch lieber nicht daran erinnern wollt, Meister." Harry wusste nicht so wirklich, was er darauf antworten sollte, deshalb sagte er nur: „Überleg es dir einfach."
Bevor das Schweigen zu unangenehm wurde, schaltete sich Tepes wieder ein: „Der Direktor hat für heute um 20:00 Uhr eine Versammlung aller Lehrer einberufen. Es geht um den neuen Zaubertränkelehrer … ein gewisser Horace Slughorn. Sie müssten ihn kennen, Severus, er war Ihr Vorgänger und müsste Sie ebenfalls unterrichtet haben. Außerdem muss noch ein neuer Hauslehrer für Slytherin bestimmt werden."

Während dieser Ankündigung beobachtete er Snape genau, aber erst bei der Erwähnung seines Hauses blickte dieser auf. Das erste Mal seit seiner Rückkehr konnte man Interesse in den dunklen Augen sehen. Mit leiser Stimme fragte er: „Haben Sie vor länger als nur dieses Jahr in Hogwarts zu bleiben, Sir?" Tepes Blick wurde intensiver und dann nickte er kurz: „Ich hatte es ursprünglich nicht vor. Aber das Unterrichten macht mir mehr Spaß, als ich dachte und Hogwarts hat seinen ganz eigenen Charme."

Snape nahm diese Aussage mit Erleichterung auf: „Ich würde Sie bitten, sich um das Amt des Hauslehrers zu bewerben, Sir. Horace Slughorn ist ein fähiger Lehrer, aber er hat sein eigenes … Auswahlverfahren, welchem Schüler er wie viel … Aufmerksamkeit schenkt. Einige der Slytherins würden bei ihm untergehen. Es ist sicher nicht ratsam, dem dunklen Lord noch mehr junge Anhänger in die Hände zu spielen." Er hatte es zwar nicht ausgesprochen, aber man konnte regelrecht spüren, dass er damals einer dieser Schüler gewesen war.

Tepes lächelte seinen ehemaligen Kollegen an: „Ich freue mich, dass Sie mir Ihr Haus anvertrauen wollen. Ich werde es Dumbledore vorschlagen und wenn er zustimmt, gut auf Ihre Schüler aufpassen, Severus." Er wollte gerade gehen, da wandte er sich noch mal an Harry: „Bevor ich es vergesse, vorhin kam eine Pergamentrolle durch den Kamin. Sie liegt auf dem Tisch im Wohnzimmer." Dann nickte Tepes jedem kurz zu und verschwand zu der Lehrerversammlung.
Harry sah unsicher zu seinen Freunden, aber die fühlten sich genauso unwohl wie er. Snape starrte immer noch gedankenverloren auf das Glas. Schließlich reagierte Hermine als erstes und holte die Pergamentrolle aus dem Wohnzimmer. Sie reichte sie an Harry weiter und murmelte: „Dein Name steht drauf." Verwundert entrollte sie der Gryffindor und spürte einen Anflug von Ärger. „Dumbledore schreibt mir, wo deine neuen Räume sind. Ich soll dafür sorgen, dass du bis übermorgen aus dem Kerker ausgezogen bist, da dann der neue Lehrer diese Wohnung benötigt. Er hat gleich an mich geschrieben, da er mich als deinen Meister nicht übergehen wollte und wenn die Räume nicht zu meiner Zufriedenheit sind, lässt sich bestimmt eine Lösung finden.", erklärte er Snape.

Dieser nickte nur und sagte mit gesenktem Blick: „Da Ihr durch meinen … Status auch mein Besitz an Euch ging, Meister, solltet Ihr alles durchsehen und entscheiden, was für Euch von Wert ist." Harry fühlte, wie er bei diesen Worten rot anlief. Sein Ärger wich dem Schamgefühl und so murmelte er nur verlegen: „Am besten wir nehmen den Umzug morgen in Angriff. Dobby kann uns bestimmt auch helfen." Hier mischten sich nun auch seine Freunde ein: „Wir helfen auch. Dann geht es umso schneller."

Dankbar lächelte er die beiden an: „Danke ihr beiden. Es ist wohl am besten, wenn ihr jetzt in den Turm zurück geht. Ich bleibe die Nacht über hier, falls irgendetwas passiert." Ron schaute zwar ein wenig verständnislos, ließ sich aber ohne große Gegenwehr von Hermine, die nur wissend genickt hatte, nach draußen ziehen.

Als Harry mit Snape alleine war, atmete er tief durch. Am liebsten wäre er den beiden Gryffindor gefolgt, aber er rief sich ins Gedächtnis, dass er seinen Lehrer in dieser momentanen Stimmung nicht alleine lassen durfte. Besorgt beobachtete er ihn eine Weile, dann nahm er ihm das Glas aus der Hand. „Möchtest du noch etwas essen oder trinken, Severus?", wollte er wissen. Snape schüttelte nur mit dem Kopf: „Wenn Ihr gestattet, würde ich einfach nur schlafen, Meister. Wenn Ihr hier bleiben wollt, werde ich das Sofa nehmen … sofern Ihr es erlaubt." Er war gerade dabei aufzustehen, als er von Harry sanft zurück in die Kissen gedrückt wurde. „Du wirst im Bett schlafen. Ich mag zwar ein ziemlich übler Meister sein, aber so miserabel bin ich doch noch nicht. Ich schlafe auf dem Sofa und wenn du mich brauchst, weil du Alpträume hast oder so, dann weckst du mich, okay?" Wortlos nickte Snape und ließ sich von Harry zudecken. Er bekam noch mit wie sich die Tür leise hinter dem Gryffindor schloss, als er auch schon eingeschlafen war.