Vielen Dank für die netten Reviews. Marylein ich bin schon sehr froh noch weiter unter den Lebenden weilen zu dürfen. ;-) Hallo Boomshaker41, oh wahnsinn Computerviren sind echt sch..., braucht niemand und will auch niemand! Schön das du wieder da bist und weiter mitliest.

lg Gaby

25 Du lebst

Draco folgte dem Lärm nach oben. Es war für ihn sehr merkwürdig sich im eigenen Zuhause zu befinden und sich doch so fremd zu fühlen. War er wirklich schon so lange fort gewesen? Luna und er wohnten in einem kleinen Haus. Unten hatte er sich seinen Traum von einem eigenen Laden erfüllt. Er erschuf nicht nur Zauberstäbe, sondern verkaufte sie auch selbst. Das war sein Leben. Hier hatte er seine Kindheit verbracht und es war eine gute Zeit, eine schöne Zeit gewesen, aber das war die Vergangenheit. Seine Zukunft war woanders, dass sah er hier zwischen den düsteren Wänden klar und deutlich. Diese Gedanken durchströmten ihn, als er nach oben lief. Am Ende der Stufen tobte scheinbar ein schwerer Kampf und egal wer gegen Voldemort kämpfte er würde ihm beistehen. Das unheimliche Zischen der seltsamen und grauenerregenden Kreaturen war zu hören, vermischt mit den diversen Flüchen, die sich Voldemort mit seinen Feinden zurief. Es bekümmerte ihn, Hermione und den toten Professor Snape zurück zu lassen, aber er hatte keine andere Wahl. Voldemort durfte es nicht noch einmal gelingen zu entkommen. Er stieg Stufe für Stufe empor dem Lärm entgegen, dabei umklammerte er Snapes Zauberstab fest mit seiner Hand. Unentwegt murmelte er den Zauberspruch, den ihm Hermione genannt hatte vor sich her. Sectumsempra, Sectumsempra….

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Ginny kam direkt vor dem Tor zu Malfoy Manor an und traf dort auf Dumbledore und Remus. Stirnrunzelnd musterte sie die beiden. „Professor Dumbledore, Remus…..was macht ihr hier?" rief sie fragend aus. „Wir versuchen schon seit scheinbar einer Ewigkeit hineinzukommen. Dieser Verrückte hat uns magisch ausgesperrt!" brachte Remus zornig hervor. Es machte ihn völlig fertig, das er wusste irgendwo dort drinnen war Tonks, vielleicht sogar in Gefahr und er konnte nicht zu ihr. Dumbledore murmelte unterdessen ohne Unterlass Zauberspruch um Zauberspruch auf das Tor und sobald einer seine Wirkung zeigte, gab das Tor beinahe sichtbar ein Stück nach. „Ich muss unbedingt da rein, Harry braucht das! Ich habe es entziffert. Mit diesem Spruch nehmen wir ihm seine Unverwundbarkeit und dann können wir ihn endlich töten!" rief sie aufgeregt aus und hielt dabei die Rolle Pergament fest in der Faust. Leichte Panik flackerte in Ginnys Augen auf. Wenn selbst Dumbledore Schwierigkeiten hatte ins Innere zu kommen, wer sollte es dann schaffen? Ihr Geliebter war da drinnen und auch andere Menschen, die ihr sehr nahe standen. Mühsam unterdrückte sie die Panik in sich. Sie nutzte keinem, wenn sie jetzt hysterisch wurde.

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Lucius schlich die schmale Treppe, wie Hermione zuvor, hinunter. Immer wieder sah er sich dabei um, er wollte Voldemort nicht einfach in die Falle tappen. Er kannte ihn einfach schon zu lange und wusste was er konnte, aber vor allem zu was er fähig war. Er wäre schön dumm, wenn er ihn auch nur eine Sekunde unterschätzte. Voldemort war der brillanteste, der begnadetste Zauberer, den die Zauberwelt je gesehen hatte und er war abgrundtief böse. Von unten drang Kampflärm zu ihm. Dort unten tobte eine Schlacht. Vielleicht hatte er wieder einmal Glück und Voldemort war so beschäftigt, dass er ihn gar nicht kommen sah, oder noch besser er lag bereits im Sterben. Dann wäre es für ihn ein leichtes ihn zu töten. Er hatte ihn im Stich gelassen! Er hatte seine Familie in alle Winde verstreut und seinen Besitz an sich gerissen! Er hatte ihn in jeder Hinsicht verraten und gedemütigt und dafür würde er ihn töten! Er war ein Malfoy und kein Malfoy lies sich das gefallen! Entschlossen straffte er die Schultern, umklammerte Hermiones Zauberstab fester und machte sich energischen Schrittes auf den Weg nach unten.

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Es war ihm gelungen sie voneinander zu trennen. An verschiedenen Stellen waren sie in Kämpfe mit den Baharalen verstrickt und mussten sich noch nebenbei vor seinen Flüchen in Acht nehmen. Ein böses Kichern entfloh seiner Kehle. Er würde siegen! Er würde triumphieren! Zu seiner grenzenlosen Befriedigung war es ihm bereits gelungen Tonks und Neville außer Gefecht zu setzen. Er hatte sie einfach mit einem Crucio niedergestreckt. Beide wanden sich unter starken Schmerzen am Boden. Blieben nur noch dieses komische weißblonde Mädchen, deren Namen er nicht kannte und Harry Potter. Bei seinem Anblick verengten sich seine Augen zu schmalen Schlitzen. Heute würde er ihn kriegen und seine lang ersehnte Rache. Er beobachtete gerade wie sich eines seiner Kinder an ihn heranschlich, ohne von diesem gesehen zu werden.

Ja, Potter, heute ist ein guter Tag zum Sterben – für dich! schoss es ihm gehässig durch den Kopf und er lauerte darauf, dass der Baharal zuschnappte.

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Draco kam direkt hinter Voldemort die Treppe herauf. Hasserfüllt richtet er seinen Zauberstab auf ihn mit dem starken Wunsch ihn zu töten. Dieser hatte seinen Vater ermordet und seine ganze Familie auf dem Gewissen. Er hatte ihm alles genommen. Fern von seiner Heimat musste er mit einer unglücklichen Mutter lernen sein Leben zu meistern. Es gab Tage, da kannte sein Hass keine Grenzen und er schwor sich eines Tages zurück zu kommen und ihn dafür büßen zu lassen. Sein Atem ging hektisch und schon formten sich auf seinen Lippen die todbringenden Worte, er war bereit ihn zu töten. Doch plötzlich sah er was Voldemort so fesselte. Worauf er seine totenbleichen Augen gerichtet hatte. Auf Harry steuerte eines dieser Monster zu und er sah es nicht. Er wollte ihm eine Warnung zurufen, aber im selben Moment wo er den Mund öffnete, wurde ihm klar, er würde es nicht schaffen, es wäre nicht rechtzeitig genug. Draco musste sich entscheiden und so schwenkte er seinen Zauberstab und richtete ihn statt auf Voldemort, nun auf dieses hässliche Geschöpf und schrie: „Sectumsempra!" Augenblicklich fiel das Wesen zu Boden und wandte sich unter schrecklichen Schmerzen, dabei stieß es Schreie aus, bei denen sich Draco am liebsten die Ohren zugehalten hätte, so grauenvoll waren sie, ehe es starb.

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Aufgeschreckt von diesen grauenerregenden Schreien wandte sich Harry etwas bleich zu dessen Ursache um und sah nur noch wie dieses Ungeheuer tot zu Boden ging. Die klauenartigen Hände dabei immer noch nach ihm ausgestreckt. Das war knapp gewesen, sehr knapp. Hätte ihm nicht jemand das Leben gerettet, er hätte das Geschöpf erst bemerkt, wenn es bereits seine Klauen in ihn geschlagen hätte. Suchend sah er sich nach seinem Retter um und glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Draco Malfoy, der schlimmste Feind in seiner Schulzeit, hatte ihm das Leben gerettet. Anerkennung und Dankbarkeit flackerte in seinen Augen auf und noch etwas. Er kannte diesen Zauberspruch. Severus Snape hatte ihn als Schüler kreiert und niedergeschrieben. Snape hatte sozusagen seinerzeit bereits die Waffe geschaffen mit der es ihnen gelang diese merkwürdigen Geschöpfe zu bekämpfen.

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Wutentbrannt schwang Voldemort auf dem Absatz herum. Hass flammte in seinen Augen auf, als er sah wer ihm seine Rache zunichte gemacht hatte. Draco hatte ihm seinen triumphalen Moment zerstört, dafür würde dieser große Schmerzen ertragen dürfen, ehe er ihm die Gnade des Todes zuteil werden ließ, dafür würde er sorgen. „Unwürdiger!" zischte er durch seine bleichen Lippen. Es war ein Fehler gewesen sich wieder mit einem Malfoy einzulassen. „Du bist genauso unfähig wie dein Vater!" brüllte er ihn an. Zornig richtete er seinen Zauberstab auf ihn, bereit ihm einen der unverzeihlichen Flüche auf den Hals zu hetzen, er sollte mit jeder Faser in seinem Körper fühlen was der Lohn für seinen Ungehorsam und sein Einmischen war. Schon wollte er die quälenden Worte seine Lippen verlassen, als ihn plötzlich ein Fluch von der Seite traf und ihn von Draco wegschleuderte.

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Harry sah wie sich Voldemort nun Draco zuwandte um ihn für sein Einmischen zu bestrafen. Das konnte er nicht zulassen. „Expelliarmus!" schrie er in seiner Panik und hoffte das dieser Spruch bei Voldemort seine Wirkung zeigte. Wieder verblüffte es ihn welche Kraft der Zauberstab den Draco für ihn geschaffen hatte entfesseln vermochte. Den bösesten Zauberer aller Zeiten riss es buchstäblich von den Füßen und schleuderte ihn einige Meter von Draco fort. Hastig erklomm dieser die letzte Stufe und versuchte sich in einer der Nischen hinter sich im Gang zu verschanzen. Er wollte nicht länger Zielscheibe für Voldemort sein. Für seinen Geschmack hatte er bereits genug Flüche abbekommen.

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Voldemort richtete sich auf. Er hatte genug von diesen Albernheiten. Bis aufs Blut gereizt kam er auf die Beine, den Zauberstab immer noch fest in der Hand. Diesen vermochte auch dieser besondere Zauberstab von Harry ihm nicht aus den Händen reißen, dafür war er zu stark, zu mächtig. Er sah wie Draco versuchte sich vor ihm zu verbergen, aber immer noch für ihn in Schussweite war. Mit einem abartigen Grinsen im Gesicht richtete er diesen erneut auf ihn um ihn diesmal endgültig zu töten. Weder Harry, noch die blonde Frau würden ihm zur Hilfe eilen können, denn beide wurden von seinen Baharalen angegriffen und waren damit beschäftigt sich zur Wehr zu setzen. Der Kampf tobte über den ganzen Flur und auch im Speisezimmer. Harry wurde immer mehr in dieses zurück gedrängt. Es waren einfach zu viele, auch wenn er jetzt wusste wie er sie vernichten konnte. Nicht einmal, sondern immer wieder hörte er den furchtbaren Fluch, der seine Kinder zu töten vermochte. Auch dafür würde er Rache fordern, aber zuerst tötete er den letzten noch lebenden Malfoy!

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Es gab nach endlich gab es nach. Dumbledore hatte es geschafft und Voldemorts Schutz- und Abwehrzauber überwunden. Sie konnten endlich durch das Tor schreiten, sobald dieses beseitigt war. Erschöpft schloss er kurz die Augen und sammelte sich. Es hatte ihn sehr viel Kraft gekostet. Remus der vor Ungeduld zu platzen schien, trat neben ihn. „Darf ich?" fragte er gezwungen höfflich und kaum nickte Albus zustimmend, richtete er seinen Zauberstab auf das Tor und rief „Disicere!" aus. Mit einem lauten Knall explodierte das Tor vor ihren Augen und gab ihnen so endlich den Weg frei. Dumbledore blickte Remus erstaunt an, doch dieser beachtete ihn gar nicht, sondern stürmte bereits ins Innere. Er hatte nur ein Ziel vor Augen, er musste Tonks finden.

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Lucius erreichte ohne jemandem zu begegnen das Erdgeschoss. Der Lärm vor ihm zog ihn an. Der Lärm wies ihm den Weg. Dort vorne war bestimmt Voldemort. Verächtlich kräuselte sich sein Mund. Dort konnte er ihn sich schnappen. Endlich würde er seine Rache bekommen! Schnell lief er weiter. Er wollte auf keinen Fall zu spät kommen, nicht das ein anderer schneller war und ihm, die ihm zustehende Rache nahm indem er ihm zuvor kam und Voldemort umbrachte. Denn das stand ganz alleine ihm zu! Doch sobald er um die letzte Ecke bog, war dieser Gedanke wie fortgewischt. Vor ihm stand mit dem Rücken zu ihm sein Sohn! Sein Sohn war hier! „Draco!" kam es lautlos über seine Lippen. Er streckte seine Hand nach ihm aus. Tränen sammelten sich in seinen Augen. So viele Jahre hatte er ihn nicht gesehen. Sein geliebter Sohn! Plötzlich nahm er eine Bewegung hinter Draco wahr. Voldemort! Dieser erhob sich gerade und zielte mit seinem Zauberstab auf seinen Sohn! Er würde ihn töten! Nein! Er musste etwas tun! Er konnte nicht zulassen, dass dieser ihm das liebste nahm. Er konnte nicht zulassen das Draco vor seinen Augen starb. Schnell sprang er nach vorne und stellte sich vor ihn. Dieser würde seinem Sohn kein Leid zufügen und wenn er selbst dafür sterben musste. Was war sein Leben im Vergleich zu seinem Sohn? Nichts! Keinen Moment zu spät schob er sich vor ihn, denn Voldemort rief bereits die todbringenden Worte aus. Das letzte was Lucius in seinem Leben hörte war die Stimme seines Sohnes. „Vater!"

Unter Tränen bettete sie seinen Kopf auf ihrem Schoss. Immer wieder strich sie ihm fahrig über sein geliebtes Gesicht. Warum war er hier? Als sie ihn zum letzten Mal sah, war er weit fort und in Sicherheit. „ Du Narr! Du dummer Narr! Warum nur bist du hierher gekommen?" wisperte sie voller Trauer. Sie wippte monoton mit dem Oberkörper vor und zurück. Der Schmerz war kaum noch zu ertragen. Sie drohte für immer in Trauer zu versinken. Wann war ihre Liebe zu ihm nur so gewachsen? „Oh bitte." Hauchte sie. „Komm zurück!" „Komm zurück zu mir!" Sie barg ihren Kopf an seinem Hals und weinte hemmungslos. Alles um sie erschien ihr weit weg, ohne jede Bedeutung.. „Ich liebe dich so sehr." Flüsterte sie. Vorsichtig hob sie den Kopf und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Ein letztes Mal, einmal nur noch. Sie beugte sich zaghaft herab. Wieder nahmen ihr die Tränen die Sicht. Sanft drückte sie ihre bebenden Lippen auf seinen Mund. Seine Lippen fühlten sich kalt und leblos unter ihren an. Doch plötzlich fühlte sie Wärme wo doch keine mehr sein konnte und dann… Und dann begann er den Kuss zu erwidern. Sein Atem vermischte sich mit ihrem. Aufkeuchend wich sie zurück und sah herab auf ihn. Ein Wunder war geschehen. „Du lebst!"