Kathi: Neue Storys sind schon in Arbeit, nur ich komme im Moment nicht so viel zum Schreiben. Bin froh, wenn ich zwischendurch mal eine MS auf die Reihe bekomme. Aber keine Angst, ich werde unserem Tränkemeister nicht untreu. ;)


zu dieser Szene: Nichts bleibt gänzlich unbemerkt. Aber kaum jemand interpretiert die Geschehnisse richtig.


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- Während Hermine sich in Severus' Arme legt (Kapitel 21).


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Er hatte geheult und gefleht, gekotzt und gebettelt. Er hatte sich gewunden und geschrien, geflucht und gedroht. Doch nichts hatte seinen Vater dazu gebracht, diesen elenden Fluch aufzuheben. Genauso wie seine Mutter war auch er dazu verdammt gewesen, diese Strafe durchzustehen und sie wie ein echter Todesser hinzunehmen: mit Anstand und Würde.

Aber Draco fand nicht viel Würde in dem Zittern und Zucken und erst recht nicht in dem widerlichen Geschmack halb verdauten Essens, das sein rebellierender Magen unablässig ausstieß. Um ehrlich zu sein war er sich niemals zuvor so würdelos vorgekommen.

Deswegen war er auch alleine. Sein Vater war gegangen, nachdem er ihm gesagt hatte, dass er ihm nicht helfen würde. Seine Mutter kämpfte mit den Nachwirkungen des Cruciatus, dessen Rechtfertigung Draco erst erfuhr, nachdem Lucius sich vergewissert hatte, dass er wirklich nichts davon gewusst hatte. Und die Hauselfen schickte er jedes Mal wieder weg. Sie konnten ihm sowieso nicht helfen.

Immer wieder sah er den leuchtend blauen Punkt unter seiner Haut, der mit dem Blutstrom durch seinen gesamten Körper wanderte. Und jedes Mal wünschte er sich mehr, den Gegenfluch zu kennen. Irgendwann war er sogar bereit, auf gut Glück Gegenflüche auszuprobieren. Doch das machte es meistens nur noch schlimmer.

Erst weit nach Mitternacht wurde es plötzlich besser. Es fühlte sich an, als hätten sich warme Hände auf seine eigenen gelegt. Und von dort aus breitete die Hitze sich über seinen gesamten Körper aus. Als würde ihn jemand in den Arm nehmen und ihm etwas von seiner eigenen Körperwärme geben.

Draco seufzte und lachte kehlig auf. Selten zuvor hatte sich etwas so gut angefühlt. Und niemals zuvor hatte er etwas so sehr gebraucht, dass er glaubte, sterben zu müssen, wenn es jemals aufhörte. Nicht einmal Sex war so verflucht gut!

Denn das Gefühl der Erregung war nie so tief gegangen wie die Wärme, die aus dem Nichts in seinen Körper sickerte.

Erschöpft sank er in sein Bett zurück und starrte mit halb geschlossenen Augen in die Dunkelheit. Die Kälte schwand langsam, als hätte jemand ein Ventil geöffnet. Mit jedem Herzschlag presste sie sich durch seine Poren – es dauerte lange, bis ihm bewusst wurde, dass er tatsächlich zu schwitzen begonnen hatte.

Gerade als er am Einschlafen war, öffnete sich die Tür zu seinem Zimmer und eine schlanke Gestalt kam herein. Narcissa durchquerte den Raum mit federleichten Schritten und setzte sich zu ihm. Ihre Finger zitterten noch, als sie nach seiner Hand griff und den sonderbaren Zauber beendete.

„Wie geht es dir, Draco?", flüsterte sie mit schwacher Stimme. Ihre andere Hand hielt eine Decke fest, die sie sich um die Schultern geschlungen hatte.

„Bestens", nuschelte er und drehte sich mit Mühe auf die Seite. „Es hat endlich aufgehört."

Sie strich ihm sanft die Haare aus der Stirn. „Ich wusste, dass Severus einen Weg finden würde..."

Um darauf zu antworten, fehlte ihm die Kraft.