A/N: Und hier ist das nächste Kapitel! Hier ist wieder mal ein Teil des Buches übernommen worden. Ich hoffe es gefällt euch und ihr lasst mir wieder so liebe Kommentare da (Ich werd schon süchtig danach ;-) )
Und im übernächsten Kapitel kommt dann auch wieder ein Gegenwartsabschnitt und ein kleiner Zeitsprung.
Kapitel 26:
Cedric war nicht sehr erfreut darüber, dass Skyla die ganze nächste Woche jeden Abend zu Snape musste und Fred ihr Gesellschaft leisten würde. Sie beichtete es ihm, als er aus Hogsmeade wieder kam. Er war ziemlich enttäuscht und auch sauer, weil sich Skyla nicht beeilt hatte, wie sie es eigentlich versprochen hatte. Aber das war ihr egal. Sie hatte ihren Spaß und das wollte sie sich nicht von Cedric und seiner Eifersucht schlecht reden lassen. Die legte sich erst, als er erfuhr, dass Fred und Skyla nicht das gleiche machen mussten.
Snape ließ Skyla jeden Abend irgendwelche Akten ordnen, die er von den einzelnen Lehrern besorgt hatte. Fred dagegen musste in der Eulerei den Dreck wegmachen. Er verfluchte Snape bei jeder Gelegenheit.
Und so vergingen die ersten Novembertage wie im Fluge. Das Wetter wurde immer kälter, regnerischer und stürmischer. Es machte den Anschein, als versuche der Wind das Schloss in seine Einzelteile zu zerlegen, so stark stürmte es.
In diese Zeit fiel auch das erste Quidditchspiel der Saison. Eigentlich sollte Gryffindor gegen Slytherin spielen, allerdings musste Slytherin aufgrund ihres wehleidigen Suchers Draco Malfoy passen und Hufflepuff musste an ihrer Stelle kämpfen. Diese Partie war immer besonders brisant, jedenfalls wenn man Fred, George, Lee, Skyla und Emily fragte, spielten doch ihre beiden Häuser gegeneinander. Hinzu kam dann auch noch, dass Cedric neuer Kapitän und Sucher im Hufflepuffteam war. Am Morgen des Spiels war es – wenn es überhaupt noch ging – stürmischer als in den Tagen davor. Es gewitterte und regnete ziemlich stark.
Cedric war ziemlich ruhig beim Frühstück und Skyla hielt ihm die Hand. Er aß nicht viel, versuchte aber sein Team dazuzubringen.
„Du musst auch etwas essen, Cedric.", meinte Skyla und machte ihm ein Toast. Widerwillig biss er hinein. Sie hatte auch kein gutes Gefühl, das Wetter machte ihr am meisten Sorgen. Sie hatte sich die letzten Tage oft gefragt, warum sie das Spiel nicht einfach absagten, aber dafür war der Sport wohl zu bedeutend.
Einige Minuten später verließen die beiden Teams die Große Halle und gingen hinunter zum Quidditchfeld. Emily und Skyla sahen sich skeptisch an. Emily war genauso besorgt, was das Wetter anbelangte. Sie hatten sich einen sehr großen Schirm besorgt, unter dem sie sich etwas trocken halten konnten. Allerdings wurde er von dem Sturm durch die Luft gewirbelt und sie konnten ihn nicht gerade halten, deshalb wurden auch sie ziemlich nass.
Sie saßen recht hoch auf den Rängen, konnten aber nicht wirklich etwas erkennen. Der starke Regen und die Schirme, die die Schüler auf den Rängen unter ihnen aufspannten, verschleierten und versperrten ihnen die Sicht, jedenfalls solange wie sie noch unten auf dem Feld standen.
Leise nahmen sie einen Pfiff war und einige rote und gelbe Gestalten jagten in die Luft. Der laute Sturm und das ständige Donnergrollen überdeckten fast alle Geräusche. Sie konnten Lee, der wie immer den Kommentator machte, genauso wenig hören wie Madam Hooch, wenn sie pfiff und das Spiel leitete.
Die beiden Teams standen auf dem Feld und hatten sich eine kurze Auszeit genommen. Es stand zur Zeit fünfzig zu null für Gryffindor. Angelina hatte viermal getroffen und Katie einmal.
„Wann brechen sie das Spiel endlich ab?", fragte Emily laut und sah ängstlich zum Himmel. Das Gewitter wurde immer schlimmer. Die Blitze schlugen nun fast im Minutentakt ein, dicht gefolgt von einem lauten Donnerknall.
„Ich glaube dein Wunsch ist vergebens. Die Lehrer sehen nicht so aus, als ob sie das Spiel vorzeitig unterbrechen wollen.", meinte Skyla enttäuscht. Das Spiel wurde wieder aufgenommen und die Spieler stiegen in die Luft auf.
Das Spiel war noch keine fünf Minuten wieder im Gang, als zwei Spieler, ein gelber und ein roter, in die Mitte des Spielfeldes flogen: Cedric und Harry, die beiden Sucher. Sie mussten also den Schnatz entdeckt haben, was Skyla ziemlich überraschte, denn sie konnte ja nicht mal die einzelnen Spieler ausmachen.
In diesem Moment wurde es unheimlich still. Der Sturm hatte aufgehört zu heulen, war aber immer noch genauso stark wie zuvor. Außerdem wurde es noch kälter und Skyla bekam ein sehr seltsamen Gefühl in der Brust. Sofort war ihr klar, was passierte und als sie die dunklen Gestalten auf dem Feld unten sah, wurde ihre Vermutung bestätigt: Dementoren waren in das Stadion gekommen. Sie bekam Angst und klammerte sich an Emily, sie wollte nicht noch einmal das Bild ihres Vaters vor Augen haben. Emily reagierte sofort und nahm sie ihn den Arm. „Versuch die Augen auf zu lassen." Skyla befolgte ihren Rat und starrte auf das Feld, als sie gerade sah, wie eine rote Gestalt vom Besen fiel und fast fünfzehn Meter auf den Boden zustürzte. Erschrocken stand Skyla auf und blickte gebannt auf die Person. Es schien Harry zu sein. Einen verrückten Moment lang hatte sie geglaubt, Fred oder George wären gestürzt, aber sie sah jetzt, wie die beiden unter Harry flogen und versuchten ihn aufzufangen. Nur verschwommen nahm sie den Pfiff von Madam Hooch wahr, denn Cedric hatte seine Hand triumphierend in der Luft. Anscheinend hatte er den Schnatz gefangen. Wow, sie hatten gewonnen... Das war noch nie vorgekommen, seit sie in Hogwarts waren.
Plötzlich sah sie ein silbriges Wesen auf das Feld zufliegen und die Dementoren rückten wieder ab. Sofort war das beklemmende Gefühl fast vollständig verflogen und die Lautstärke wurde wieder voll aufgedreht. Die Zwillinge hatten Harry vorsichtig aufgefangen. Dumbledore, der das Wesen erschaffen hatte, lief auf das Feld und zauberte eine Trage hervor, auf die Harry gelegt wurde. Dann brachten sie ihn hoch ins Schloss. Cedric redete auf Madam Hooch ein, doch sie schüttelte nur den Kopf. Was er wohl von ihr wollte?
Emily nahm Skyla bei der Hand und gemeinsam liefen sie hinunter auf das Feld. Dort kam Cedric und das restliche Hufflepuffteam auf sie zu.
„Geht's dir gut?", fragte er besorgt. Sie nickte.
„Was wolltest du von Madam Hooch?", fragte Emily und sah sich um. Dort vorne war Lee. Sie stellte sich auf Zehenspitzen und winkte.
„Ich wollte, dass sie meinen Fang für ungültig erklärt und das Spiel wiederholt wird. Ich hab nicht rechtzeitig gesehen, dass Harry vom Besen gefallen ist, sonst hätte ich den Schnatz nicht gefangen.", meinte er mehr zu Skyla, die ihm zuhörte, als zu Emily, die ihn gefragt hatte, aber aufgeregt auf und ab sprang. Sie hatte erreicht, was sie wollte und Lee kam auf sie zu.
„Wo sind die anderen hin?"
„Vermutlich im Krankenflügel.", antwortete Emily ihrem Freund. Er drehte sich auf dem Absatz um und lief aus dem Stadion. Emily war ihm auf den Fersen und Skyla folgte ihrer besten Freundin, ebenso wie Cedric. So schnell sie konnten rannten sie hoch ins Schloss. Vor dem Krankenflügel warteten Fred, George, Ron, Hermine und das restliche Gryffindorquidditchteam.
„Wie geht's ihm?", rief Skyla, als sie in den Gang bogen und ihn hinunter zu den anderen liefen.
„Keine Ahnung. Madam Pomfrey und Professor Dumbledore sind noch nicht wieder herausgekommen.", erwiderte George.
„Wie geht es euch?", fragte Fred und gab Skyla ein Stück Schokolade. „Hier! Nimm, die hat Madam Pomfrey uns gegeben."
„Uns geht es gut.", meinte Cedric und stellte sich hinter sie, während sie die Schokolade aß. Sie nickte. „Tut mir leid wegen des Spiels. Ich hab versucht, das Spiel annullieren zu lassen, aber Madam Hooch meinte, es sei gültig. Tut mir wirklich leid."
Oliver Wood, der Kapitän von Fred und George, sah Cedric an und ging unruhig auf und ab. Alicia, die bei ihnen im Jahrgang war, ging auf ihn zu und versuchte ihn zu beruhigen. „Du solltest duschen gehen. Das beruhigt dich!", redete sie auf ihn ein.
„Hoffentlich ist ihm nichts passiert!" Hermine stand neben Ron und schluchzte. Er legte unbeholfen seinen Arm um sie.
„Er wird schon wieder! Du wirst sehen. Er ist aus härterem Holz geschnitzt als die meisten."
„Es sah schrecklich aus.", meinte Lee und Emily stimmte ihm zu. „Zum Glück seid ihr da gewesen." Er sah die Zwillinge an.
„Nur leider haben wir das Spiel verloren.", meinte Angelina.
„Das sollte doch wohl jetzt euer geringstes Problem sein.", meinte Skyla kopfschüttelnd. Wie konnte sie jetzt an Quidditch denken? Einer ihrer Spieler war gerade mehrere Meter tief auf den Boden gestürzt, warum musste sie jetzt vom Spiel reden?
„Natürlich, dass du das sagst! Ihr habt ja auch gewonnen." Angelina war aufgebracht. Ihre Augen wurden ganz schmal und ihr Gesicht verzerrte sich. Warum musste sich Angelina jetzt so aufregen? Wo sie sich doch besser Gedanken um Harry machen sollte?
„Bist du von allen guten Geistern verlassen? Ist es dir egal, dass Harry vielleicht schwer verletzt ist und im Krankenflügel liegt?"
„Natürlich ist mir das nicht egal! Aber du brauchst dich nicht so aufzuführen! Was interessiert es dich, wenn jemand aus Gryffindor im Krankenflügel liegt, den du kaum kennst?"
Jetzt ging sie zu weit! Was fiel ihr ein? Sie wollte Angelina gerade zurecht weisen, als ihr jemand ins Wort fiel. Und es war nicht der, den sie erwartet hätte.
„Spinnst du? Das kann doch nicht dein Ernst sein, oder? Skyla hat das Recht sich genauso Sorgen zu machen, wie du, auch wenn sie nicht in unserem Haus ist." Fred funkelte sie wütend an. Angelina sah ihn überrascht und auch ein bisschen verängstigt an. Sie hatte ihn wohl noch nie richtig wütend erlebt.
„Du verteidigst sie auch noch? Das hätte ich mir ja denken können! Dir ist eine Hufflepuff wichtiger als Gryffindor!" Sie stürmte davon.
„WIE BITTE?", rief er und wollte ihr hinterher laufen, doch Skyla legte ihre Hand auf seinen Arm.
„Lass sie, Freddie! Sie muss jetzt erst mal für sich sein, glaub mir.", meinte sie und sah ihr nach. Fred blickte auf ihre Hand auf seinem Arm und schaute sie dann an. Sie nahm ihre Hand wieder weg.
„Was ist denn mit der los?", murmelte er dann kopfschüttelnd.
„Kannst du dir das nicht denken?", meinte George über beide Ohren grinsend. In diesem Moment ging die Tür zum Krankenflügel auf und Professor Dumbledore kam heraus. Sofort liefen die Schüler auf ihn zu und bestürmten ihn mit Fragen zu Harrys Gesundheitszustand. Er konnte sie alle beruhigen, denn Harry war wohlauf und schlief noch.
Ron, Hermine und das ganze Quidditchteam, mit Ausnahme von Wood, der duschen war, gingen in den Krankenflügel. Emily, Lee, Skyla und Cedric gingen beruhigt in ihre Gemeinschaftsräume, um sich die nassen Klamotten auszuziehen und wieder warm werden zu können. Sie redeten noch einige Zeit über das Spiel, auch die anderen Schüler von Hufflepuff diskutierten heftig. Warum waren die Dementoren auf das Spielfeld gekommen? Und warum war Harry Potter, der berühmte Harry Potter, der als kleiner Junge Lord Voldemort gestürzte hatte, so anfällig auf die Dementoren?
Doch Skyla hatte andere Gedanken. Sie wusste ja, dass es Harry gut ging und sie dachte über Angelina nach. Anscheinend hatte sie Recht damit gehabt, dass die Gryffindor sich für Fred interessierte. Endlich zeigte jemand mal großes Interesse an ihm. Was hieß hier endlich? Skyla wusste, dass Fred ein begehrter Junge war. Oft hatte sie schon Mädchen auf den Toiletten über ihn reden und schwärmen hören. Sie hatte es ihm nie erzählt, aber sie glaubte, dass Fred wusste, welche Wirkung er auf die Schülerinnen hatte. Würde er sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit ihnen flirten? Allerdings schien er nie ernsthaftes Interesse an einer von ihnen zu haben. Das verstand sie nicht. Es waren viele gutaussehende Mädchen dabei gewesen. Angelina, zum Beispiel... War sie für Fred mehr als nur eine seiner vielen Flirts? In gewisser Weise ja. Sie war in seinem Haus, sie war in seinem Team, aber war sie noch mehr? Wäre es nicht schön, wenn sie mehr für ihn wäre? Ja. Aber warum freute sie sich dann nicht?
„Skyla?"
„Ja?" Sie blickte zu Cedric, der neben ihr saß und sie angesprochen hatte. Jetzt merkte sie, dass die Hufflepuffs sich nicht mehr über Harry und die Dementoren unterhielten, sondern feierten, dass sie das Spiel gegen Gryffindor gewonnen hatten.
„Hast du mir zugehört?" Sie konnte seinen tadelnden Unterton hören.
„Entschuldige bitte, was hast du gesagt?"
„Wo bist du mit deinen Gedanken?", fragte er misstrauisch.
„Bei dem Spiel." Sie lächelte leise. „Und den Dementoren." Das Lächeln verschwand wieder, als sie sich daran erinnerte. Es war fast so wie im Zug gewesen. „Was hast du jetzt gesagt?"
„Ich hab gefragt, ob du mit mir hinunter zum Essen kommst?"
„Ja, gerne." Ihr war gar nicht aufgefallen, dass sie hungrig war, aber jetzt wo Cedric von Essen sprach, meldete sich ihr Magen. Gemeinsam mit Emily gingen sie hinunter. Viele Schüler folgten ihnen. Das Essen tat ihnen wirklich gut. Der Tag war ziemlich aufreibend und vor allem nass gewesen. Es gab heiße Suppe, damit alle Schüler wieder aufgewärmt wurden und sich nicht so schnell erkälteten. Sie war sehr lecker. Und Skyla fühlte sich fast wie neugeboren, als sie zwei große Teller und noch eine Portion Pudding aß.
„Jetzt fühl ich mich wieder gut.", meinte Cedric und Skyla lachte leise.
„Ja, ich auch. War eine gute Idee mit dem Essen." Sie gab ihm einen Kuss.
„Wollen wir wieder zurück?", fragte er sie.
„Ja, sofort. Ich will nur noch mal eben mit Fred und George reden und fragen, ob Harry wieder wach ist."
„Na, gut. Ich geh schon mal vor.", meinte er und sie standen auf. Cedric ging aus der Halle und Skyla und Emily zum Gryffindortisch, wo Lee, George, Fred, Angelina, Oliver, Alicia und Katie saßen und diskutierten.
„Hey, ihr beiden!", sagte Lee. Er machte Platz für Emily, die sich neben ihn setzte und ihm einen Kuss gab. Skyla stand hinter George, der jetzt neben Emily und Fred saß.
„Wie geht es Harry?", fragte sie und sah die Runde fragend an. Sofort rutschten Fred und George auseinander. „Rück mal ein Stück.", sagte Fred zu Angelina, die gar nicht begeistert war, aber nichts sagte. Skyla setzte sich zwischen die Zwillinge.
„Danke euch!", meinte sie.
„Kein Problem, für dich tun wir doch alles.", grinste Fred.
Sie sah ihn frech grinsend an. „Wirklich? Das muss ich mir merken."
„Fast alles!", schränkte George sofort ein und alle lachten.
„Aber eine Frage beantwortet ihr mir doch, oder?"
„Alle!"
„Fast alle!", wiederholte George und wieder lachten sie.
„Was willst du wissen?", fragte Fred ernst und die anderen hörten auf zu lachen.
„Wie es Harry geht."
„Gut, er ist wieder aufgewacht. Es war ein kleiner Schock für ihn, dass wir verloren haben.", fügte er traurig hinzu. „Aber schlimmer war noch, dass sein Besen hinüber ist."
„Sein Besen ist kaputt? Was ist passiert?"
„Er ist gegen die Peitschende Weide geflogen.", meinte Alicia, die ihr gegenüber saß.
„Autsch."
„Das kannst du laut sagen.", meinte Lee und griff sich an die Schulter. Die fünf wussten, was die Peitschende Weide mit einem anstellen konnte, wenn man sie nicht in Ruhe ließ. In ihrem ersten Schuljahr, einige Woche nachdem sie die Karte des Rumtreibers gefunden hatten, hatten sie versucht an ihr vorbei zu kommen, weil sie der Eingang zu einem Geheimgang sein sollte, doch sie hatten es nie geschafft ihn zu betreten. Der Baum hatte ihnen einige Schläge verpasst. Lee hatte sie fast die Schulter zerschmettert. Seit dem hatten sie es nicht mehr versucht.
„Und was ist jetzt? Kriegt er einen neuen Besen?", fragte sie.
„Wäre besser für ihn. Auf einem alten Schulbesen, ist er als Sucher nicht zu gebrauchen, egal wie gut er fliegen kann. Die Schulbesen sind einfach zu schlecht.", meinte Oliver.
„Macht dir darüber mal keine Sorgen. Er wird sich sicher einen neuen kaufen.", meinte Angelina beschwichtigend. „Er soll erstmal wieder ordentlich auf die Beine kommen."
„Ja, du hast Recht. So ein Sturz ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.", meinte Fred.
„Weißt du, Freddie, ich hab echt einen Moment gedacht, dass du oder George es wären, die da abstürzen.", sagte Skyla leise.
„Och, Himmelchen, du weißt doch, dass wir gute Flieger sind. Wir fallen nicht so schnell vom Besen.", beruhigte sie Fred mit einem fast schon hämischen Grinsen im Gesicht. Jetzt hatte er sie erwischt. Dieser Mistkerl! Eigentlich hasste sie es, wenn jemand sie „Himmelchen" nannte. Ihre Mutter machte das auch manchmal. Ihre Mutter war die einzige, die das durfte, sie und Fred, aber auch nur, wenn sie gut drauf war. Skyla wusste auch, warum er das getan hatte.
„Ja, schon, aber Harry ist auch ein ziemlich guter Flieger, Freddie. Und du hast ja gesehen, dass er auch vom Besen fallen kann."
„Aber Freddie ist ein kräftigerer Mensch als Harry, der fällt nicht so leicht vom Besen.", meinte Angelina und blickte Fred erwartungsvoll an. Anscheinend wollte sie, dass er ihr zustimmte.
„Nenn mich nie wieder Freddie, wenn du nicht einen qualvollen Tod sterben willst! Hast du verstanden?" Er funkelte sie wütend an. Sie starrte ihn überrascht und ein bisschen verängstigt an. Doch sie fing sich schnell wieder.
„Aber sie hat dich auch gerade so genannt.", protestierte sie und zeigte auf Skyla. „Und du bist nicht ausgeflippt!"
„Skyla ist auch die einzige, die das darf!", meinte er sauer. Skyla fühlte sich ganz unwohl.
„Angelina...", sagte sie unsicher.
„WAS?", fauchte die Angesprochene zurück.
„Hey! Rede nicht so mit ihr!" Fred wurde immer wütender, doch Skyla legte ihre Hand beschwichtigend auf seinen Arm.
„Lass gut sein, Fred." Skyla schluckte den Kloß im Hals runter und wandte sich wieder Angelina zu. „Ich darf ihn auch nur so nennen, weil er 'Himmelchen' zu mir sagen darf. Einen anderen Grund hat das nicht. Ich mag es genauso wenig, wenn man mich 'Himmelchen' nennt, wie Fred 'Freddie'."
„Sie hat Recht, Angelina.", meinte Emily. „Fred und Skyla ticken jedes Mal so aus, wenn Lee, George oder ich sie so nennen. Aber wenn sie es zueinander sagen, dann kontern sie nur mit dem jeweils anderen Ausspruch und, dann lassen sie es meistens, sich so anzusprechen."
„Stimmt das?" Angelina sah Fred fragend an und er nickte.
„So, ich geh mal wieder. Cedric wartet." Skyla stand auf. „Du bleibst noch hier?", fragte sie Emily und grinste. Sie nickte ebenfalls grinsend. „Okay, dann bis später oder morgen." Sie ging aus der Halle.
Gerade als sie sich hinunter in den Gang zum Gemeinschaftsraum der Hufflepuffs begeben wollte, wurde sie aufgehalten. Jemand hielt sie fest.
„Fred?" Sie sah ihn irritiert an.
„Ich wollte mich noch mal für Angelina entschuldigen. Ich weiß nicht, was in sie gefahren ist. Früher hat sie dich doch auch nicht so angegriffen." Fred schüttelte den Kopf.
„Ich weiß es aber.", antwortete sie und grinste ihn an.
„Warum denn?", fragte er verwirrt.
Sie lachte leise. „Also manchmal bist du wirklich schwer von Begriff, Freddie!" Sie betonte den Spitznamen und sah ihn belustigt an, weil er seine Stirn in Falten legte und sie etwas bedrohlich ansah. Sie wusste, dass er es nicht ernst meinte.
„Wie meinst du das, Himmelchen?" Er betonte ihren Namen genauso wie sie.
„Ist das nicht logisch? Sie steht auf dich."
„Du meinst...?" Er starrte sie ungläubig an.
„Ja. Sie ist in dich verliebt." Fred lehnte sich an die Wand und blickte sie noch ungläubiger an, als vorher. „Was ist mit dir?"
„Was soll mit mir sein?"
„Na, bist du auch an ihr interessiert?"
„An wen?"
„Fred? Hörst du mir überhaupt zu?" Sie stellte sich direkt vor ihn.
„Ja, warum?"
„Weil ich nicht das Gefühl hab. Bist du in Angelina verliebt, oder nicht?"
„Nein. Sie sieht gut aus, keine Frage, aber ich mag es nicht, wenn sie dich so angreift. Früher war sie viel netter.", antwortete er ernst.
„Das ist echt lieb von dir, dass du dich so für mich einsetzt. Aber ich glaube, wenn du es ihr sagst, dass du es nicht magst, dann hört sie sicher damit auf. Sag ihr, dass du nichts von mir willst, und dass wir nur gute Freunde sind, dann wird sie aufhören, da bin ich mir sicher. Cedric hat das auch gemacht."
„Cedric?"
„Ja, er war wohl der Ansicht, dass zwischen uns beiden was laufen würde, und ich hab ihm klar und deutlich zu verstehen geben, dass du wie ein Bruder für mich bist."
„Ein Bruder...?", murmelte er.
„Ja, genau. Du wirst sehen, Angelina beruhigt sich, wenn du ihr das auch sagst." Sie klopfte ihm auf die Schulter und ging dann hinunter zu ihrem Gemeinschaftsraum.
„Da bist du ja endlich.", meinte Cedric, als sie wenige Minuten später im Gemeinschaftsraum ankam. Er saß vor dem Kamin und wärmte sich noch weiter auf. Der heutige Tag und vor allem das heutige Wetter hat ihm wohl ziemlich zugesetzt.
„Ja, es hat noch ein bisschen länger gedauert. Ich musste Fred noch ein paar Sachen erklären." Sie grinste ihn an.
„Was musstest du ihm erklären?" Er zog sie auf seinen Schoß und spielte mit ihren Haaren.
„Dass Angelina ihn ziemlich gerne mag." Sie grinste.
„Wirklich?" Skyla konnte nicht umhin, seinen erleichterten Unterton zu bemerken. „Und was ist mit ihm? Steht er auf sie?"
„Möglich. Er schien jedenfalls ziemlich überrascht zu sein, als ich es ihm sagte. Aber lass uns nicht über Fred und Angelina reden." Sie gab ihm einen Kuss und legten dann ihren Kopf an seine Schulter.
„Ja, du hast Recht."
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Am nächsten Tag blieben alle im Schloss. Das Wetter hatte sich nicht gebessert und es regnete und stürmte immer noch. Emily, Skyla und Cedric saßen im Gemeinschaftsraum und machten ihre Hausaufgaben. Es war ziemlich schwer. Professor Snape wollte einen meterlangen Aufsatz über einen seiner Zaubertränke und für Alte Runen mussten sie einen Text übersetzen.
„Ich geh noch mal eben in die Eulerei hoch. Meine Mutter hat morgen Geburtstag und ich wollte ihr ein kleines Geschenk schicken.", meinte Cedric plötzlich und sah auf die Uhr.
„Grüß sie von mir.", erwiderte Skyla und schlug eine Rune im Wörterbuch nach. Er nickte und stand auf. Er ging Richtung Schlafsaal, kam kurz darauf mit einem Päckchen wieder und verließ den Gemeinschaftsraum.
„Warum müssen die Hausaufgaben so schwer sein?", fragte Emily und seufzte schwer.
„Weil die Lehrer uns damit ärgern wollen.", meinte Skyla und seufzte ebenfalls. Die Übersetzung wollte einfach nicht fertig werden. Sie starrte in das Wörterbuch und verzweifelte fast. Keine der Runen in dem Buch passte zu der aus dem Text. „Ich frag mich nur, wie wir das alles in den Prüfungen schaffen sollen."
„Lernen, lernen, lernen. Einen anderen Weg gibt es nicht.", antwortete ihre beste Freundin betrübt.
„Das sind ja schöne Aussichten.", sagte Skyla sarkastisch. „Dann brauch ich aber ganz viel Erdbeereis oder viele Schokofrösche." Sie lachte leise.
„Da sagst du was. Ich glaub, ich hab drüben noch welche." Emily sprang auf und lief in ihren Schlafsaal. Einige Minuten später kam sie mit einer großen Schachtel Schokofrösche wieder. Sie öffnete die Schachtel und stellte sie mitten auf den Tisch. Sofort langte Skyla zu. Sie liebte Schokofrösche, aber noch lieber mochte sie eine schöne große Portion Erdbeereis.
Mit der süßen Stärkung machten sie sich erneut ans Werk und es klappte auch gleich viel besser. Skyla fand die Rune, die sie suchte und wunderte sich, dass sie sie nicht sofort gefunden hatte, denn eigentlich war es eine sehr gebräuchliche Rune. Sie brauchten noch sehr lange, um auch den restlichen Text zu übersetzen. Nach einiger Zeit verabschiedete sich Emily, sie hatte noch ein Date mit Lee und so saß Skyla alleine über den Hausaufgaben und den Schokofröschen, die ihr Emily dankenswerterweise überlassen hatte.
Plötzlich stürmte Cedric in den Gemeinschaftsraum. Er sah ziemlich wütend aus und setzte sich aufgebracht auf seinen alten Platz. „Dieser Mistkerl!"
„Was ist denn passiert?", fragte Skyla besorgt. So kannte sie ihn gar nicht.
„Nix.", meinte er nur abwehrend.
„Das glaub ich dir nicht. Irgendwas ist doch passiert." Sie ließ nicht locker.
„Ich will dich damit nicht belasten. Ich weiß doch, wie sehr du an deinen Freunden hängst.", antwortete er.
„Wie bitte? Wie meinst du das?" Sie rückte zu ihm und sah ihn durchdringend an.
„Nein, lieber nicht."
„Jetzt drucks hier nicht rum, sondern sag mir endlich was passiert ist.", sagte sie harsch.
„Also gut, wenn du meinst. Ich sag dir aber gleich, dass du nicht sehr erfreut sein wirst." Er nahm seufzend ihre Hand. „Ich war auf dem Weg zurück hierher und bin durch den Korridor im zweiten Stock gegangen, als ich plötzlich auf Fred Weasley traf. Er stand dort und hat scheinbar auf jemanden gewartet. Ich ging an ihm vorbei, als er mich auf einmal ansprach. 'Na, Diggory, so ganz allein unterwegs? Wo hast du denn deine kleine Freundin gelassen?'" Skyla starrte ihn ungläubig an. Das würde Fred niemals sagen! Oder? „Ich hab ihm gesagt, dass ihn das gar nichts angeht. Und dann fing er an mich anzupöbeln. Er hielt mir seinen Zauberstab unter die Nase und sagte mir, ich solle dich in Ruhe lassen. Ich sei nicht der richtige für dich und sollte meine dreckigen Finger von dir lassen. Ich hab ihm gesagt, dass das nicht seine Entscheidung, sondern deine sei, und dann meinte er, dass du blind vor Liebe seist, und nicht sehen würdest, dass ich nicht gut genug für dich bin. Es tut mir so leid, am liebsten hätte ich dir das gar nicht erzählt."
„WAS?!" Sie konnte nicht glauben, was sie da hörte. Wie konnte Fred nur so etwas sagen? Wie konnte er ihr nur so etwas antun? Er hatte ihr doch gesagt, dass er damit zu Recht kam, wenn sie mit Cedric zusammen war. Hatte er sie angelogen? „Das glaub ich nicht.", murmelte sie. Er hatte sie noch nie angelogen. Warum sollte er gerade jetzt damit anfangen?
„Aber wenn ich es dir doch sage! Wenn nicht plötzlich jemand vorbei gekommen wäre, dann hätte er mich sicher noch verflucht. Er hat nämlich noch gesagt, dass ich beim nächsten Mal nicht mehr so glimpflich davon kommen würde."
Sie schüttelte den Kopf. Das konnte und durfte nicht wahr sein. Warum bei Merlins Unterhose hatte Fred das getan? Klar, er mochte Cedric nicht, aber er hatte ihr doch gesagt, dass es ihm wichtig war, dass sie, Skyla, glücklich war. Sollte das etwa wirklich gelogen gewesen sein? Sie wurde wütend. Sie musste mit Fred reden. Sie stand auf.
„Wo willst du hin?", fragte Cedric.
„Ich will mit Fred reden. Ich will wissen, was in ihn gefahren ist, dass er dich plötzlich so angegriffen hat."
„Bist du dir sicher, dass du dir das antun willst?", fragte Cedric besorgt. „Ich meine, es wird sicher kein angenehmes Gespräch, weil ich könnte mir vorstellen, dass er das Treffen ganz anders darstellen wird."
„Keine Sorge, ich weiß ja die Wahrheit, du hast sie mir ja gesagt." Sie gab ihm einen Kuss und ging aus dem Gemeinschaftsraum. Wütend dachte sie nach. Wo war Fred jetzt? In der Großen Halle? Sie blickte auf die Uhr. Nein, für das Abendessen war es noch zu früh. In der Bibliothek? Mit Sicherheit nicht. Bevor Fred die Bibliothek betrat, musste erst ein Wunder geschehen. Im Gemeinschaftsraum? Das war noch am wahrscheinlichsten. Hätte sie doch bloß die Karte, dann wüsste sie, wo sie suchen musste. Plötzlich fiel ihr das Nuntius-Pergament ein. Sie kramte in ihrer Tasche und hatte es schnell gefunden. Jetzt brauchte sie nur noch eine Feder. Im nächsten Klassenzimmer wurde sie fündig. Mit vor Wut zitternder Hand schrieb sie ihm eine Nachricht.
EMPFÄNGER: Fred Weasley
NACHRICHT: Wir müssen reden! JETZT! Ich warte im Zauberkunstklassenzimmer! Skyla
Sie ging die drei Stockwerke zum Klassenzimmer von Professor Flitwick hoch. Wie erwartet war der Raum leer und sie setzte sich auf das Pult und wartete.
