Hinweise des Autors: Der Epilog ist ganz aus der Sicht von Darcy. ^^Weil Lizzy das erste Kapitel für sich hatte und er auch sonst manchmal zu kurz kam.


Epilog

Darcy blieb lächelnd in der Türe stehen. Eine einzelne Kerze stand auf dem Tisch und tauchte ihr Gesicht in ein warmes Licht. Er hatte gewusst, dass er sie in der Bibliothek finden würde; sie wartete immer auf ihn wenn er zurück kehrte, wie spät es auch war.

Elizabeth's Kopf war leicht zur Seite geneigt und das Buch lag auf ihrem Schoss. Er setzte sich neben sie und nahm es ihr behutsam aus der Hand um es auf den Tisch zu legen.

Sie setzte sich augenblicklich auf und blickte ihn blinzelnd an; ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus, als sie ihn erkannte.

„Du bist spät", ihre Worte klangen vorwurfsvoll und doch war davon in ihrem Blick nichts zu sehen. „Ich weiss", er küsste sie und zog sie dann in eine liebevolle Umarmung. Er war nur zwei Wochen in London gewesen und doch erschien es ihm, als hätte er sie eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen.

„Wie war es in der Stadt?", fragte sie ihn leise, den Kopf an seine Brust gelegt. „Langweilig, wie immer. Bevor ich es vergesse…", er griff in seine Brusttasche und zog einen Brief hervor, „Ich bin auf dem Nachhauseweg bei Charles und deiner Schwester vorbeigekommen." Er reichte ihr den Bogen. „Sie laden uns für nächste Woche zu sich ein, ich kann es dir eigentlich auch selbst sagen, vor allem um zu verhindern, dass du gleich hinter Jane's Worten verschwindest." Sie lachte und legte den Brief neben das Buch: „Ich denke das kann bis morgen warten, sag mir nur wie es meinen bezaubernden Nichten geht?" Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich gelöst hatte: „Bestens", er lächelte, „ich glaube die Jüngere kommt ganz nach ihrer Tante. Wie geht es Edward? Schläft er bereits?"- „Natürlich schläft er, hast du gesehen wie spät es ist." Sie nahm seine Hand: „Ich fürchte er war ein wenig enttäuscht darüber, dass er seinen Vater an diesem Abend nicht mehr sehen konnte."

Darcy lächelte, als Lizzy's Worte in einem Gähnen unter gingen: „Ich werde mich gleich morgen früh bei ihm entschuldigen und ich denke wir sollten jetzt langsam nach oben gehen." Er stand auf und reichte ihr seine Hand, die sie sogleich auch ergriff.

Sie blies die Kerze auf dem Tisch aus und ihr Blick ruhte einen Moment lang auf dem Brief, doch dann drehte sie sich zu ihm um und sah ihn an: „Ich fürchte zum Lesen werde ich heute Abend nicht mehr kommen." Ein spitzbübisches Funkeln lag in ihren Augen und er hob ihre Hand lachend an seine Lippen um sie küssen.

Es war ein warmer sonniger Tag und Darcy genoss das Gefühl einfach mal nichts zu tun. Er hatte sich dazu entschieden sich einen Tag von all seinen Geschäften frei zu nehmen und sich ganz Elizabeth und seinem Sohn zu widmen. Das war er ihnen schuldig, nachdem er sie gerade zum ungünstigsten Zeitpunkt für zwei Wochen allein gelassen hatte.

Drei Wochen war es nämlich auch her, dass Georgiana geheiratet und Pemberley verlassen hatte.

Mit Elizabeth an seinem Arm lief er durch den weitläufigen Park. „Lauf nicht zu weit weg, bleib immer in sichtweite", rief Lizzy Edward hinterher, als dieser voraus rannte, einer Amsel entgegen, die erschrocken aufflog.

Er betrachtete sie von der Seite her und lächelte; er bewunderte ihre Schönheit noch immer so sehr, wie am Tag ihrer Hochzeit. Sie drehte sich zu ihm um und ihre Blicke trafen sich. Ihre Augen hatte ihn von Anfang an bezaubert und daran hatte sich bis zu diesem Tag nichts geändert. Sie waren wie ein Spiegel zu Elizabeths Seele und offenbarten ihm was in ihr vorging. Jetzt las er darin nur aufrichtiges Glück, doch das war nicht immer so. Ein Lächeln umspielte seine Lippen bei diesem Gedanken. Dieselben Augen hatten ihn auch schon zornig funkelnd angesehen. Er liebte seine Frau über alles, doch das hatte nicht verhindern können, dass sie sich mehr als nur einmal leidenschaftlich gestritten hatten. Elizabeth hatte ihren eigenen Kopf und war nicht dazu bereit einfach nachzugeben, genauso wenig wie er. Niemals allerdings hatte etwas länger als einen Tag zwischen ihnen gestanden, sie hatte sich jeweils umgehend versöhnt.

„An was denkst du, William?", ihre Stimme riss ihn aus seinen Gedanken zurück in die Gegenwart. Er lächelte: „An dich, oder eigentlich an uns. Nächsten Monat sind wir fünf Jahre verheiratet", er blieb stehen und küsste sie. Sie strich mit ihrer Hand über seine Brust und sah ihn an: „Sind es wirklich erst fünf Jahre? Mir kommt es manchmal vor, als würde ich schon mein ganzes Leben mit dir verbringen." Sie lächelte ihn an, doch dann legte sich für einen Moment ein Schatten von Traurigkeit über ihre Augen. „Es war nicht immer leicht, doch ich habe nie an deiner Liebe gezweifelt, du hast immer zu mir gehalten." Er zog sie an sich und hielt sie dicht an seine Brust gedrückt. Er wusste sehr gut wovon sie sprach. In den ersten zwei Jahren ihrer Ehe hatten viele es ihr nicht leicht gemacht, eingeschlossen sie sich selbst.

Es hatte seine Zeit gedauert bis sie von der Londoner Gesellschaft und auch von einigen seiner Verwandten mit dem Respekt behandelt wurde, der ihr als seine Frau gebührte. Seufzend dachte er an den Tiefpunkt zurück, an Ostern in Rosings*, in ihrem zweiten Jahr als Ehepaar. Nur widerwillig hatte er eingewilligt der überraschenden Einladung Lady Catherine's zu folgen und er hätte besser auf sein Gefühl gehört. Seine Tante hatte Elizabeth nur Vorwürfe gemacht…entschlossen schob Darcy diese Gedanken zur Seite, das alles war Vergangenheit. „Daran wird sich auch nie etwas ändern, was immer auch geschehen mag.", flüsterte er ihr zu und bekräftigte seine Worte durch einen Kuss.

Als sie sich voneinander lösten suchte er in ihren Augen nach der Traurigkeit von vorhin, doch zu seiner Erleichterung war davon nichts mehr zu finden.

Er sah sich nach seinem Sohn um und entdeckte den Jungen nicht weit von ihnen; er sass er auf einem Stein. Er lächelte und liess Lizzy nach einem letzten Blick los, Edward war der einzige Grund der ihn dazu brachte sich von seiner Frau zu lösen.

Er trat zu ihm und hob ihn hoch: „Bist du müde." Der Kleine nickte nur und schmiegte sich an seine Schulter. Elizabeth war ihm gefolgt und strich ihrem Erstgeborenen nun sanft über die dunklen Haare: „Du solltest auch nicht immer davon rennen", flüsterte sie leicht tadelnd. Darcy lächelte: „Er scheint ganz das Temperament seiner Mutter geerbt zu haben." Ihre Antwort bestand nur aus einem Lachen.

Sie drehte um und machten sich auf den Weg zurück ins Haus. „Hat Georgiana dir in meiner Abwesenheit geschrieben?", fragte er sie nach einigen Schritten. „Nein", Elizabeth drehte sich lächelnd zu ihm um, „Ich denke sie hat im Moment ganz andere Dinge im Kopf, als uns zu schreiben." - „Ja, vielleicht", murmelte er und entlockte seiner Frau dadurch erneut ein Lachen. „Wir haben uns doch immer eine Liebeshochzeit für Georgiana gewünscht, du solltest dich lieber darüber freuen. Jedenfalls kann deiner Schwester niemand einen Vorwurf machen, weil sie aus Liebe geheiratet hat, nicht beim Sohn eines Grafen." Sie sah in von der Seite her an und ihr Lächeln verriet ihm, dass sie ihn gleich wieder aufziehen würde: „Selbst Lady Catherine ist mit ihrer Hochzeit überaus zufrieden; Georgiana scheint besser gewählt zu haben als du." Er erwiderte ihr Lächeln: „Ich fürchte in diesem einen Punkt muss ich dir widersprechen; ich hätte nicht besser wählen können." Edward schien an seiner Schulter eingeschlafen zu sein, der Tag im Freien war anscheinend zu viel für ihn gewesen. Er lächelte bei diesem Anblick, wandte sich dann aber wieder Lizzy zu. „Ich wage zudem zu bezweifeln, dass es dir lieber gewesen wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte." Sie lachte und zwang ihn zum stehenbleiben, indem sie ihn am Arm zurück hielt. Sie legte ihre Arme um seinen Nacken und küsste ihn. „Vor Edward?", fragte er lächelnd und auch ein wenig atemlos, nachdem sie sich voneinander lösten. Lizzy blickte auf ihren Sohn, der zwischen ihnen friedlich in den Armen seines Vaters lag; die Augen geschlossen. „Er schläft", flüsterte sie leise, „und zudem darf unser Sohn ruhig sehen, wie sehr sich seine Eltern lieben."

Sie blickte ihn aus ihren tiefbraunen Augen an und für einen kurzen Moment schien die Welt um ihn herum still zu stehen. Er hatte es kaum für möglich gehalten und doch schien seine Liebe für Elizabeth noch immer zu wachsen, mit jedem Tag den er mit ihr verbrachte. Sein Blick wanderte von ihr zu Edward und er wünschte sich für seinen Sohn, dass er irgendwann einmal das Selbe Glück erleben würde wie sein Vater. Verheirat zu sein mit der einen Frau, die er über alles liebte und die diese Gefühle erwiderte.

Darcy lächelte, es gab keine Zweifel daran, er musste der glücklichste Mensch auf der Welt sein.


So, das war der Epilog; ein wenig kurz, aber er hatte ja auch nur die Aufgabe euch einen Ausblick zu geben, wie es mit den beiden so weiterläuft. ^^
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beende ich damit diese Geschichte. Meine allererste Fanfiction und auch allgemein, den ersten längeren Text, den ich jemals zu Ende geschrieben habe.

Das verdanke ich vor allem auch allen Lesern und Review-Schreibern, die mich dazu angetrieben haben weiterzuschreiben, wenn ich einmal ins Stocken zu geraten drohte.
Dafür nochmals herzlichen Dank.
Besonderer Dank gilt an dieser Stelle auch meiner Schwester, die nicht nur meine kritischste Leserin war, sondern mir teils auch mit Rat zur Seite stand.

Und natürlich muss ich mich auch noch bei Josh Groban und Lifehouse bedanken^^, deren Lieder mich beim Schreiben stets begleitet haben und für die richtige Atmosphäre sorgten.

Auch wenn die Geschichte nun zu Ende ist, hoffe ich natürlich weiterhin auf Kommentare und in der Gefahr, dass ich mich wiederhole; sie dürfen ruhig auch kritisch sein. Noch immer ist es mein Ziel mich zu verbessern, auch falls ich in Zukunft wieder mal etwas schreibe. ;)

PS: Ich weiss, die Geschichte sollte noch einmal überarbeit werden, sicherlich haben sich einige Fehler eingeschlichen und die ersten, zu kurz geratenen Kapitel könnten ausführlicher sein. Doch ich denke das muss jetzt erst einmal warten. Ich werde das ganze Ruhe lassen und dann in zwei, drei Monaten noch einmal darüber gehen; aber jetzt brauche ich erst mal etwas Abstand davon.

PPS: *Ich spiele mit dem Gedanken dieses Ostern in Rosings als Ficlet auszuschreiben, mal sehen ob ich wirklich Zeit und Lust dazu finde. ^^