A/N: Angeblich wurden die Hashischiyin so genannt, weil sie ein Zeug zu sich zu nehmen pflegten, welches ihnen einen sauberen Trip verpasste und ihnen wurde suggeriert, sie befänden sich bereits Paradies. Nicht von ungefähr kommt heute der Name Hasch oder Haschisch. Wenn ihr mich fragt, halte ich allerdings die oben erwähnte Geschichte für Blödsinn – wer politische Morde begehen wollte/sollte, musste bei klarem Verstand sein.
ll: wieso bist du verwirrt, wenn du doch genau richtig vermutest? Das Blut des Winzwolfes braucht er, um den Geist Voldemorts an sich zu binden, da Wolfsblut einige Eigenschaften hat, die normales „Menschenblut" nicht besitzt. Hm… ich fürchte, du als Muggel wirst dieses Buch nirgends finden, aber ich leg mal ein gutes Wort bei Sev für dich ein… vielleicht gibt's ja sogar ein Autogramm…
sveti: mal ehrlich, jeder würde auf Refs/Sevs Hintern starren… das liegt in der Natur der Sache… :D Du hast Recht, ein Malfoy mit Voldemorts Kräften wäre schrecklich. Riddle hatte wenigstens noch eine Art persönlichen Mut, der ihn immer wieder auch die direkte Konfrontation mit Harry suchen ließ, aber Malfoy… ist einfach Abschaum. Feige, hinterhältig, bösartig…
lufa: ich hoffe, deine Fragen werden hier geklärt… wenn nicht, werde ich im nächsten chap ein kleines A/N anfügen… Erkennen? Na ja… sie kennt ihn ja so gut wie es nur irgendwie geht… Dolores ist ein Miststück und ich werde dich nicht abhalten, ihr etwas anzutun…
ViperSn: Assassinen waren ursprünglich eine geheime Sekte, die im Mittelalter des Orients meistens politische Morde begangen. Heutzutage ist es der umgangssprachliche Begriff für einen Auftragsmörder. Ich hoffe, du schickst mir keinen, weil ich so kurze chaps schreibe und nur jeden zweiten Tag update…
vinkona: gern geschehen, kleiner Waschbär! Lernpausen sind immer gut, oder? :D Das ist ja das tolle an Blaise – der ist so wenig beschrieben, dass man alles aus ihm machen kann…
Majin Micha: …lach… Das glaubst du doch nicht im Ernst, dass Sev sich ihr offenbart… obwohl er das ja im Prinzip schon dauernd getan hat – mehr Hinweise ohne seinen Namen zu nennen kann er schon nicht mehr geben… wenn man es genau betrachtet sind Malfoy und Teddy verwandt, wenn auch nicht blutsverwandt… aber über seine Frau ist Malfoy der Großonkel Teddys, wenn ich es jetzt richtig ausklamüsiert habe…
Boomshaker41: lol… Das mit den Hashischiyin kommt in jedem gut sortierten Weltverschwörungsbericht vor, da brauch ich mich gar nicht erst mit Herrn Brown verabreden… lol… ich glaube, so ein Cyber-Baileys passt zu jeder Jahreszeit…
Leoka: Hermione kriegt zwar einiges mit, jedoch nicht das, worauf hier alle zu warten scheinen… aber sie hat andere Ideen, die weiterhelfen… :D
greeneyedsnake: immer langsam mit den alten Pferden, so schnell bin ich nicht… lacht und greift nach ihrer Gehhilfe… Ich bin schließlich nicht mehr die Jüngste und kann deshalb nicht so schnell updaten, dass ihr alles auf einmal lesen könnt… herzlichen Dank für dein Lob!
diedoetlinger: ein Lieblingszitat von meinem persönlichen Lieblingsphilosophen… das passt dann ja, oder? ;D
Schanin: gern geschehen! Schnell wieder updaten? Ich fürchte, ihr seid einfach zu ungeduldig und würdet auch noch quengeln, wenn ich stündlich updaten würde, oder? :D
Metadin: der Showdown lässt noch ein wenig auf sich warten, die drei müssen jetzt erst einmal feststellen, was überhaupt vor sich geht… aber danach geht's los, versprochen!
Kleine: nur Dummheiten hat er zu Papier, Verzeihung, Pergament gebracht, das kann ich dir versichern… ohne ihn wäre einiges vielleicht anders gelaufen… Hermione ist sicherlich mit Blindheit geschlagen – ist doch schließlich die große Nebenwirkung von Liebe, oder? :D
Lynya77: grrrrrrrrrrr… du bist mir doch eigentlich sooooooo sympathisch, wieso quälst du mich dann mit diesem… diesem… würg, ächz… AR? Mir ist egal, ob er ein toller alter Schauspieler ist, er ist nicht (!!!) Severus… seufz… na ja… also… Blaise, ja? Den mag ich mittlerweile auch, allerdings erst, seit ich beschlossen habe, dass er bei mir mitspielen darf…:D (Und ich habe auch beschlossen, ihn demnächst noch öfter mitspielen zu lassen…) …lach… nicht nur Sev interessiert sich für Mittelalter und Kreuzzüge… winkt mit dem Schwert zu Silvia rüber… Cliff? Wo denn?!
Nik: lol… im Ernst? Also, einen Kerl, der mich ständig Süße nennt, könnte ich nicht so richtig ernst nehmen. Ich würde mich dauernd fragen, ob er alle Frauen so nennt, um sich keine Namen merken zu müssen… hey, was beschwerst du dich? Deine Masterarbeit ist doch schon längst erledigt, oder?
Ich widme dieses chap vinkona, dem rudeleigenen Waschbär!
SSHGSSHG
Ein Mensch ist immer das Opfer seiner Wahrheiten. Albert Camus
26. Kapitel
Er hatte so eine dumpfe Ahnung gehabt, natürlich hatte er das. Es gab nur wenige Tränke, für die man Blut benötigte, und fast alle davon waren lange Zeit vergessen gewesen, vergraben in den Trümmern der Geschichte. Doch ein junger, exzentrischer, hochmütiger, angehender Tränkemeister hatte vor über zwanzig Jahren wieder einige ausgegraben, sich durch Berge und Berge alter, halb zerfallener Pergamente und Bücher gewühlt, sich mit altgriechischen, arabischen, russischen und chinesischen Übersetzungen geärgert, die Nächte um die Ohren geschlagen, gegrübelt und experimentiert.
Er wurde der jüngste Tränkemeister seit mehreren Jahrhunderten und seine Meisterarbeit erregte in den Fachkreisen außergewöhnliche Aufmerksamkeit. In seiner Überheblichkeit hatte sich Severus allen anderen überlegen gefühlt, hatte sich in dem kurzen Ruhm und der Anerkennung gesonnt… bis mehrere Wochen später seine Jugendliebe von demjenigen Mann ermordet wurde, dem er Treue geschworen hatte, von demselben Mann, der Jahre später einen seiner wiedergefundenen Tränke brauen ließ, um in seiner ursprünglichen Gestalt wieder auferstehen zu können. Er mochte es seinen Horkruxen zu verdanken haben, dass er überhaupt wieder zurückkehren konnte, aber dass er das auch noch in seiner eigenen körperlichen Gestalt konnte, war der zweifelhafte Verdienst Severus'.
Und sie, die kleine, unerträgliche Know-it-all hatte ganz offensichtlich diese Veröffentlichung gelesen, wie sie errötend bestätigte. Es hätte ihn nun wirklich nicht verwundern brauchen. Natürlich war das Werk nicht für die Allgemeinheit zugänglich, aber Granger hatte eine Tränkeausbildung und außerdem hatte sie schon immer Wissen in sich aufgesaugt wie ein ausgetrockneter Schwamm einen Wasserguss. Sie hockte sich vor ihn hin und sah ihn mit diesen warmen, braunen Augen an.
„Ich habe es dir ja schon gesagt, er war genial", erklärte sie ernsthaft und drehte sich zu Blaise um, der erstickt hustete. „Zwischenmenschlich ließ er zu wünschen übrig, zumindest tat er immer so, aber er war ein genialer Wissenschaftler."
Severus versuchte, über Hermiones Kopf hinweg Blaise einen drohenden Blick zuzuwerfen, doch es fiel ihm schwer, sich zu konzentrieren. Die kleine Löwin war ihm viel zu nah, ihr Gesicht viel zu blass, die Ringe unter ihren Augen viel zu dunkel. Er wollte nicht nach ihrer Hand greifen, wollte nicht ihre Haare berühren, wollte sich nicht zu ihr hingezogen fühlen. Er ballte die Fäuste und durchdrang den Nebel in seinem Gehirn.
„Werwölfe…", begann er, brach ab und räusperte sich, als ihm auffiel, dass er nicht nur in seinen typischen Dozententon zu fallen drohte sondern auch beinahe den irischen Akzent vergessen hätte.
„Werwölfe", setzte er von Neuem an, „waren von jeher für skrupellose Tränkebrauer interessant." Er starrte ohne zu blinzeln zu Blaise, denn wenn er den Blick abwandte, würde ihn Hermiones Nähe wieder ablenken.
„Warum? Sie sind bis auf das eine Mal im Moment völlig normale Menschen", unterbrach der Unsägliche, dessen Blick ständig zwischen ihm und Granger hin- und herwanderte.
„Nicht ganz", sagte Hermione, bevor Severus den Mund öffnen konnte. „Tatsächlich kann ein Werwolf nur seine Gestalt ändern, weil sich sein Blut von dem eines normalen magischen Menschen unterscheidet. Zum einen stellt die Natur damit sicher, dass lediglich magische Menschen überhaupt zu Werwölfen mutieren können – Muggel sterben entweder an Tollwut oder werden von ihrer Medizin gerettet. Zum anderen ändert sich der Magiequell des Betroffenen."
„Süße, ich bin ein einfacher Bauer in einem komplizierten Schachspiel, und wir haben nicht ewig Zeit. Erklär es mit wenigen Worten!", stöhnte Blaise auf.
„Du warst in Fortgeschrittene Tränkekunde, also jammere nicht herum!", herrschte ihn die Löwin an. Severus konnte sie nur unter gesenkten Lidern anstarren. Sie war großartig, wenn sie diesen Kasernenhofton aufsetzte, wusste sie das?
Es wurde Zeit, dass er sich aus ihren Fängen befreite. „Was sie sagen möchte, ist folgendes: Das Blut eines „echten" Werwolfs hat eine andere Zusammensetzung als das unsere. Es reagiert auf gewisse Stimulationen wie zum Beispiel Vollmond, und in Verbindung mit Silber richtet es unwiederbringlichen Schaden an, meistens für den Werwolf selbst. Zu gewissen Zeiten wurden deshalb Werwölfe nur ihres Blutes wegen gejagt, weil man mit ihrem Blut Tränke herstellen konnte, welche die sichersten Schutzbanne für große Schätze darstellten."
„Aber warum braucht dann Malfoy das Blut eines Mischlings? Ich kenne den kleinen Lupin nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass er ein völlig normaler Mensch ist", warf Blaise ein.
„Teddy ist völlig normal, wenn du damit meinst, dass er sich nie in einen Werwolf verwandeln wird, vorausgesetzt, er wird nicht einmal von einem gebissen", bestätigte Hermione. „Aber trotzdem ist sein Blut ein wenig anders als deines oder meines, denn ein Teil von ihm reagiert in der Tat anders als es bei uns der Fall sein wird. Wenn sein Blut für einen Trank benutzt werden soll, bedeutet das, dass etwas verschmolzen werden soll… in der Regel ein zerstörter menschlicher Körper oder Geist. Aber da wir annehmen, dass Malfoy nicht plant, Voldemort zurückzuholen…" Ihre Stirn krauste sich und Severus hielt sich im letzten Moment davon ab, sie dort zu berühren und ihre Falten zu glätten.
„Bleibt nur noch die Schlussfolgerung, dass Malfoy selbst einen Teil des Ichs von Voldemort aufzunehmen gedenkt", sagte er scharf.
„Er wird den Trank trinken müssen", flüsterte Hermione und sah ihn an.
„Er wird es müssen", bestätigte Severus. „Er wird ihn trinken und all die Macht des Dunklen Lords übernehmen, die durch den letzten Horkrux übriggeblieben ist – es sei denn, wir zerstören ihn vorher."
„Oder verhindern zumindest, dass der Trank gebraut wird", murmelte Hermione. Es entnervte Severus, dass sie nicht eine Sekunde ihren Blick von seinem Gesicht wandte. Noch mehr entnervte es ihn, als sie die Hand ausstreckte und den Anhänger des Lederbandes nahm und betrachtete. Es war ein krallenartiger Gegenstand von der Größe ihres kleinen Fingers, der in einer Lederhülle steckte. Unwirsch knurrend riss ihn Severus aus ihren Händen. Sie sollte ihn nicht so verletzt anschauen, verdammt noch mal!
Es war Blaise, der sie auseinander fahren ließ. „Heiliger Merlin, wo hat dieser Bastard den letzten Horkrux verborgen?", fluchte er.
„Wahrscheinlich direkt vor unserer Nase", knurrte Severus.
Hermione ließ sich neben ihn an die Wand plumpsen, recht unelegant, doch offensichtlich tief in Gedanken.
„Ich kenne diesen Gesichtsausdruck", sagte Blaise und sah die kleine Löwin an. „Du hast eine Idee, Süße, oder?"
Severus spürte ihre Wärme neben sich und wollte wegrutschen, doch sie hielt ihn fest. „Die Geschichte der Insel Inishbofin… kennst du sie, Ref?"
Seine Augenbraue wanderte ohne sein Zutun nach oben. „Was, bei Merlin…"
„Fluch nicht, das ist unanständig", murmelte sie. „Kennst du sie, ja oder nein?"
„Du meinst wegen der verrückten, alten Hexe, die dort drüben rumspukt?"
„Geht es um Neacht?", warf Blaise ein.
„Genau um sie geht es. Sie hat mir etwas Seltsames erzählt, als ich sie getroffen habe. Nicht nur von den Todessern… sie hat mir auch eine Geschichte erzählt. Damals habe ich mir noch keine Gedanken darum gemacht, aber jetzt… Es geht um die Kuh, die sie versteinert hat. Eine Kuh, so erzählte sie, hat sie geärgert, und sie hat sie versteinert und auf dem tiefsten Meeresboden versenkt."
Severus beugte sich interessiert vor. „Und das ist jetzt so wichtig, weil…", insistierte er. Ihre Hand spielte wieder abwesend mit dem Anhänger an seiner Kette, doch dieses Mal reagierte er nicht barsch.
„Harry hat mir geschrieben, sie sei im Ministerium als Schwätzerin bekannt, deshalb habe ich nicht weiter darüber nachgedacht. Aber sie erzählte mir von einem jungen Mann, der sie vor fünfzig oder sechzig Jahren besucht hat… ein junger, netter Mann mit einem hübschen Gesicht und schwarzen Haaren… klingelt da etwas bei euch?"
Die kleine Löwin hatte schon immer die irritierende Angewohnheit gehabt, Muggelphrasen zu benutzen, aber Severus störte sich nicht daran und hielt ihre Hand fest, um sie daran zu hindern, die Lederhülle von dem krallenartigen Gegenstand zu ziehen. „Und dieser Mann… was hat er getan?" Seine Stimme klang selbst in seinen Ohren gepresst.
„Er tauchte zur steinernen Kuh", sagte Hermione leise.
„Verdammt!", zischte Blaise.
„Und wisst ihr, wie Neacht mit vollem Namen heißt?"
Severus und Blaise wechselten einen Blick und schüttelten dann die Köpfe. „Sag jetzt bitte nicht, dass sie Gaunt oder so mit Nachnamen heißt", stöhnte Blaise.
„Nein, tut sie nicht. Darf ich mir deinen Zauberstab ausborgen, Ref?" Severus gab seinen Zauberstab nie freiwillig her, niemals. Doch jetzt zog er ihn kommentarlos aus dem Gürtel und drückte ihn ihr in die ausgestreckte Hand. Hermione schrieb zwei Worte in die Luft.
Neacht Sleibhin.
„Das ist Gälisch, und da wir alle in Hogwarts gelernt haben, beherrschen wir ein bisschen Gälisch zumindest soweit, um zu wissen, wie man es ausspricht, oder? Wir wissen außerdem, dass viele gälische Namen im Lauf der Zeit dem Englischen angepasst werden. Also, ich finde, Neachts Name schreit nur so nach einer bekannten Verbindung."
„Nyacht Slayveen", murmelte Severus vor sich hin. „Oder Slayhyn. Oder…" Er schloss die Augen.
„Oder Nyacht Slytherin, eine Ahnin von Salzar Slytherin", ergänzte Hermione fest. „Neacht heißt übrigens rein…"
Blaise sprang auf. „Warum, beim Hippogreif, hast du irgendeinen Mist studiert und bist nicht bei uns? Mit dir hätten wir den verdammten Horkrux schon viel früher gefunden. Ich meine, ich gehe doch jetzt recht in der Annahme, dass du der Ansicht bist, dass Voldemort den letzten Horkrux, den wir suchen, aus dieser vermaledeiten steinernen Kuh gemacht hat, weil er der Meinung war, Neacht sei eine Verwandte von Slytherin? Er war doch der junge Mann, von dem die alte Vettel sprach?"
„Davon gehe ich aus, ja. Und ich habe keinen Mist studiert!", fauchte die Löwin neben Severus. Sie zuckte kurz zusammen, als sie sich abrupte bewegte, biss sich jedoch auf die Lippen, ohne zu stöhnen. Sie war eindeutig wieder da. Verschwunden war die ewige Heulsuse, hier, genau neben ihm saß die Kämpferin, die mit ihrem Verstand und ihrem Mut dem Jungen-der-mehr-Glück-als-alles-andere-hatte mehr als einmal aus der Patsche geholfen hatte. Das Herz schlug ihm bis zum Hals und er wandte seine Augen von ihr ab, nur um dem interessierten und verblüfften Blick Zabinis zu begegnen. Er zog drohend eine Augenbraue hoch. Slytherinsche Kommunikation funktionierte schon immer mit minimalem Einsatz.
„Außerdem habe ich ja nicht mal gewusst, dass noch ein Horkrux existierte und Harry hat mir die ganze Zeit weisgemacht, dass…" Hermione kniff die Augen zusammen. „Ihr habt ihm gesagt, er solle mich nach London einladen, richtig? Ihr habt ihm aufgetragen, mir zu erzählen, Neacht wäre eine Schwätzerin?" Offensichtlich wurde ihr erst jetzt bewusst, dass sie noch immer mit dem Anhänger Severus' spielte und er somit noch immer ihre Hand festhielt. Sie funkelte ihn an, als hätte er mit ihrer Kette gespielt.
„Wir wussten, dass du dich sonst wieder in diverse Gefahren bringen würdest, weil du einfach überall deine Nase reinstecken musst", knurrte Severus und ließ sie los. „Wir hielten es für sicherer, dich aus besagter Gefahrenzone zu entfernen, aber Miss England musste ja stur darauf bestehen, weiterhin hier die Gegend unsicher zu machen. Hör also auf, uns vorzuwerfen, wir wären Schuld an der Misere!"
„Jetzt bin ich jedenfalls mittendrin!" Sie blitzte ihn entschieden an. „Und ich bin dabei, egal, was ihr vorhabt!" Blaise prustete leise und fand sich dafür am Ende ihres Todesblickes wieder. „Ich habe lange Zeit verschwendet. Das ist vorbei. Was auch immer ihr beide zu tun gedenkt, ich mache mit!"
„Was glaubst du denn, was wir jetzt tun?", murmelte Severus.
„Zur Kuh tauchen und sie zerstören, obwohl ich nicht genau weiß wie", erklärte sie prompt. „Weiß jemand von euch, wie man ein Dämonsfeuer heraufbeschwört? Gryffindors Schwert werdet ihr nicht hier haben, oder?"
Blaise warf den Kopf in den Nacken und lachte. „Granger, du bist unbezahlbar! Ich habe mich soeben verliebt, möchtest du mich nicht heiraten und meine Kinder aufziehen?"
„Wow!" Die kleine Löwin lächelte verschmitzt. „Das ist schon der zweite Heiratsantrag in zwei Tagen, ich mache mich langsam!"
In Severus stieg unvermittelt Ärger hoch. „Ich weiß, wie man ein Dämonsfeuer beschwört, aber das wird unnötig sein." Er nahm den Anhänger ab und entfernte die Lederkappe. „Engorgio!", knurrte er. Die „Kralle" begann zu wachsen, bis vor den Augen der jungen Frau ein vertrauter Gegenstand lag.
„Das ist ein Basiliskenzahn!", rief sie und streckte ihre Hand aus. Er packte sie auf halbem Wege.
„Nicht anrühren!", zischte er. „Er trieft nur so vor Gift. Dein Freund Potter hatte mehr Glück als Verstand, dass er sich damals nicht infiziert hatte."
Sie betrachtete ihn nachdenklich, zog aber ihre Hand nicht zurück. „Na, schön, gehen wir tauchen, ja?"
„Du gehst nirgends hin. Ich tauche, Zabini wird meine Rückendeckung sein und du bleibst hier und siehst zu, dass du dich auskurierst."
„Wie soll Blaise deine Rückendeckung sein, Ref? Einer muss doch draußen bei den Klippen aufpassen, dass oberhalb der Wasseroberfläche nichts passiert. Und du brauchst einen Partner, der mit dir taucht und dir da den Rücken frei hält. Und ich habe Taucherfahrung, weil ich im Roten Meer meinen Tauchschein gemacht habe."
Severus spürte, wie sich seine Kiefermuskeln anspannten. Sie hatte nicht unrecht, es war besser, diese Sache zu dritt durchzuführen, aber er wollte sie nicht mitnehmen, wollte sie nicht noch mehr in Gefahr bringen als sie es schon gewesen war. Er konnte den Gedanken nicht ertragen, dass ihr etwas passieren konnte, nachdem sie gerade so dem Tod entronnen war. Sie schien zu spüren, woran er dachte. „Bist du schon jemals getaucht, Blaise?", fragte sie, ohne ihn aus den Augen zu lassen.
Der Unsägliche seufzte tief. „Ich komme aus einer Reinblüterfamilie, ist das Erklärung genug?"
Die kleine Gryffindor lächelte, als hätte sie von der Sahne genascht. „Alles klar, Ref. Du musst mich nehmen, du hast gar keine andere Wahl."
„Ich kann jederzeit Verstärkung anfordern", wehrte er ab.
„Das kostet alles sinnlos Zeit, Zeit, die wir kaum noch haben dürften. Jetzt gib deinem Herzen einen Stoß und sag ja, okay?"
Was sollte er machen? Er wusste, es war falsch, aber er tat es. Er gab seinem Herzen nicht nur einen Stoß, sondern einen regelrechten Tritt, damit es endlich aufhörte, sich zu beschweren. Nützen tat es nichts.
