AN: So, Leute, sorry, dass ich gestern nicht updaten konnte, mir ist der größte Alptraum eines jeden Schreibers passiert, ich habe beim Überarbeiten Mist gebaut und die letzten drei Kapitel gelöscht. Ich darf mich also wieder hinsetzen und das Ganze noch mal aufschreiben. Ich beeile mich, aber ich schaffe das jetzt nicht, jeden Tag zu updaten. Der einzige Vorteil ist, dass wir eh fast am Ende sind… grummel…
Noch mal schnell für eigene Dummheit an den Ohren zieht – au! – okay, tief Luft holen und stolz verkünden: das heutige chap ist irrlicht cgn gewidmet!
bengisu: warte, warte nur ein Weilchen… (attack sehr frech grinst!)
Mrs. Spookiness: ich sage nur, so ein Tag, der kann ganz schön langsam vergehen…
LMA23: Hope, ich habe gerade noch mal in dein Profil geschaut – oh, Mann, jetzt fühle ich mich wirklich alt… du bist ja noch ein Kind gegen mich, verdammt, verdammt, verdammt… (okay, habe ich dir trotzdem schon mal gesagt, wie wahnsinnig sexy du bist:D)… also, was Tonks, Remus und Minerva antreibt, ist eigentlich nicht die Angst um ihre Kohle… eher, sagen wir mal, dieselbe Lust, die uns beide immer zu spitzen Kommentaren treibt, verstehst du? Nur ein bisschen Stänkerei, ich meine, sieht ja ein Blinder mit dem Krückstock, dass die beiden nicht mehr viel länger warten werden… übrigens hat Albus gerade sehr liebenswürdig abgelehnt, deine Aktien zu verwalten, aber er bietet dir als Trost ein Zitronenbonbon an…bist du eigentlich mit Trelawney verwandt? Die Kuss-Lobby steht im Regen… Hope, ich liebe dich, ganz ehrlich, jedenfalls rein akademisch…
irrlicht cgn: wie man sieht, so richtig durchschauen tun das Ganze nur wir alte Deppen und kleine Kinder…
Majin Micha: ich zitiere jetzt mal LMA23 – die Kuss-Fraktion wird im Regen stehen (muahaha!) – als Trost Riesenkanne Butterbier rüberschieb!
Sepsis: Teddy ist auch mein bester Kumpel…
Nightskystar: die anderen Professoren… stänkern nur ein bisschen, in der Hoffnung, dass unsere beiden Dickköpfe es dann endlich einmal checken… was die Moderatoren angeht, ich hoffe, ich konnte dich zufrieden stellen…
Potioness: uh, schon wieder die Kuss-Fraktion – bleibt weg von mir (mit Gryffindors Schwert fuchtel) – ich fürchte, auch du wirst noch einmal im Regen stehen…:D
puschelcat: aha, noch eine kleine Löwin… schön, dass die die Story gefällt, und du auch ein Leser von meiner Nemesis/Muse watch bist…
Cornelius67: auf die Folter spannen? Ich? Unschuldige große Knut-der-kleine-Eisbär-Augen mach…
Gnomy: wow, noch jemand neu in meinem kranken Universum… :D… dafür bekommst du auch von Dobby einen Schokoladenkuchen – du magst doch bestimmt Schokoladenkuchen, oder?
Laila-Feder: verdammt, verdammt, verdammt… hast du in der AN gelesen, was mir passiert ist? Jetzt kann ich leider nicht mehr jeden Tag updaten, und vielleicht hast du jetzt mehr Zeit, dich auf die Nebensächlichkeiten wie Schule oder Schlafen oder Leben zu konzentrieren… sorry… ;D
JackyFCR: ziemlich lustige Ideen, und nachdem mir der Mist mit dem Löschen passiert ist, kann ich es vielleicht noch einbauen, wenn es passt… mal sehen, was mein Plotbunny sagt… au, hat mich gerade in den Finger gebissen…
Cynestra: Danke für dein liebes Lob, aber mir wäre es fast lieber, wenn du nicht gar so lange liest (zwecks Studium und so)… ich meine, die Story läuft die ja nicht fort (so wie mir geschehen…)
Lady Black: Arithmantik – Beschäftigung mit Zahlen und ihrer Bedeutung in Alchemie und Magie… genauer wird das bei Lady Ro auch nicht erklärt, hat aber viel mit Logik zu tun…:D… ich verspreche dir, ich höre nicht einfach auf, und wir bringen das alle gemeinsam zu dem Ende, das wir haben wollen – hörst du die Kuss-Lobby grölen:D…
26. Kapitel
Hermione wachte am Weihnachtsmorgen auf und war glücklich. Es war das erste Mal in den letzten Jahren gewesen, dass sie keinen Alptraum in dieser speziellen Nacht gehabt hatte. Vielleicht lag Boba Schewadnaze ja doch nicht so falsch, wenn er mit einem freundschaftlichen Spiel und anschließenden Weihnachtsball abschließen und neu beginnen wollte.
Ihr Glücksgefühl verließ sie jedoch recht schnell, als sie einen Blick aus dem Fenster warf. Es stürmte und regnete aus allen Wolken, und es sah aus, als würde jeden Moment Noah mit seiner Arche vorbeischwimmen. Quidditch? Bei dem Wetter?
Sie seufzte und fuhr Krummbein durch das dichte Fell. Als ob irgendein Wetter jemals ein Quidditchspiel verhindert hätte. Hermione beeilte sich mit ihrer Morgentoilette und machte sich dann auf den Weg zur Großen Halle.
Waren jemals zu Weihnachten so viele Schüler in der Schule gewesen? Sie konnte sich nicht erinnern, aber natürlich war das Spiel der Lehrer von Durmstrang gegen die Professoren von Hogwarts ein Anreiz, der fast genauso groß war wie ein Trimagisches Turnier.
Am Lehrertisch standen einige Fremde bei Albus Dumbledore und Minerva McGonagall. Allerdings waren nicht alle so fremd. Ein breitschultriger, schwarzhaariger Zauberer drehte sich herum, als Hermione herantrat.
„Her-mi-o-nee!", rief Victor Krum mit einem breiten Lächeln.
„Victor!" Sie flog ihm in die Arme und er wirbelte sie einmal herum. „Das ist aber sehr hinterhältig von euch, ausgerechnet dich mitzubringen!", sagte Hermione atemlos, als er sie wieder herunterließ.
„Ah – aberrr warrrum? Ich bin schließlich Lehrrerr auf Durmstrang." Er rollte die „R" besonders stark, weil er wusste, dass sich Hermione darüber amüsierte. Dann reckte er sich stolz und machte vor ihr eine formvollendete Verbeugung. „Victor Krum – zu Ihren Diensten, seit zwei Jahren Trainer der Durmstrangschen Quidditchmannschaft und Fluglehrer!"
„Wirklich? Und was macht die Bulgarische Nationalmannschaft?"
Er grinste. „Blüht und gedeiht, und ich bin dieses Jahr zum Spieler des Jahres gewählt worden."
„Gratulation!", schnarrte eine kalte Stimme hinter ihnen. Victor und Hermione, die den Rest der anwesenden Professoren völlig vergessen hatten, drehten sich herum. „Krum!" Severus nickte dem Bulgarischen Sucher zu.
„Snape!" Victor erwiderte den Gruß genauso kurz angebunden.
Albus legte strahlend seine Arme um die beiden Männer. „Da haben wir ja die Sucher unserer Mannschaften. Wenn ich kurz unsere anderen Gäste vorstellen darf." Er wies auf einen kleinen, agilen Mann zu seiner Rechten. „Mein Freund Boba Schewadnaze, der Schulleiter von Durmstrang."
Die flinken Augen Schewadnazes wanderten flink zwischen Victor, Severus und Hermione hin und her, dann verbeugte er sich und zog Hermiones Hand an seine Lippen. „Sie müssen Professor Granger sein", murmelte er mit tiefer Stimme und völlig akzentfrei. „Victor hat von Ihnen sehr viel erzählt, natürlich nur das Beste. Doch ich gestehe, die Wirklichkeit übertrifft seine Erzählungen bei weitem!"
„Danke, sehr erfreut, Sir!", antwortete Hermione errötend. Auch die anderen Mitglieder des Quidditchteams von Durmstrang wurden ihr vorgestellt, dann setzten sie sich zum Frühstücken. Sie wurde direkt neben Victor platziert, während Severus von sich aus den am weitest entferntesten Platz wählte.
Der dunkle Mann warf einen Blick zur Decke. Das Wetter hatte sich keinen Deut gebessert, eher war der stürmische Regen noch schlimmer geworden. Glänzende Aussichten für ein freundschaftliches Spiel, dachte er und schnaubte lautlos. Sie würden gnadenlos untergehen. Die Hälfte der Bulgarischen Professoren hatte zumindest semiprofessionell Quidditch gespielt, und sie hatten mit Victor Krum auch noch den besten Flieger der Welt.
Er schob sein kaum angerührtes Frühstück fort und verschwand aus der Großen Halle, um sich umzuziehen und vorzubereiten. Als er seine Schützer anschnallte, betrachtete er das Armband, das ihm Hermione vor vier Jahren geschenkt hatte. Sanft strich er darüber. Obwohl das Dunkle Mal seit Voldemorts Sturz nicht mehr gebrannt hatte, trug er es immer.
Es war von ihr – und er verbarg es auch nicht, wenn er keine Roben oder Umhänge trug. Heute würde es sichtbar sein, denn die drachenledernen Ellenbogenschoner reichten nicht bis zu seinem Unterarm, und ein Umhang würde ihn beim Fliegen nur behindern.
Er nahm den Besen und fuhr über das aufgeraute Holz. Er hatte seinen Besen noch nie poliert, in seinen Augen war das ein kostenaufwendiger Schwachsinn, der einen Stiel nur rutschig und den Besen somit schwerer kontrollierbar machte.
Severus straffte sich, dann verließ er sein Quartier, um zum Quidditchfeld zu gehen, wo er auf seine Mannschaft treffen sollte. Trotz des prasselnden Regens und des eisigen Windes waren eine Menge Schüler auf dem Weg zu den Tribünen. Über die Sturmböen war bereits Musik zu hören, offenbar war Hogwarts Orchester bereits wieder dabei, die Ohren seiner Zuhörer zu strapazieren.
Er war der Erste im Mannschaftsraum, doch er brauchte nicht lange warten. „Severus!", sagte eine bereits jetzt tropfnasse Hermione. Sie sah aus wie eine Katze, die in den See gefallen war, doch wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte sie sich auch in einen Sack kleiden und mit Ruß beschmieren können, und für ihn wäre sie noch immer die eine Frau.
Völlig verrückt, dachte er, als ihm diese Gedanken durch den Kopf schossen. Sein Mundwinkel kräuselte sich minimal. „Wir haben optimales Wetter, wie es scheint", sagte er und betrachtete sie von oben bis unten. Hermione in Quidditchsachen war noch immer ein ungewohnter Anblick – nicht, dass er sich beschweren würde. Leder stand ihr definitiv…
Seine Gedanken, die bereits wieder abschweifen wollten, wurden unterbrochen, als die anderen Mitglieder der Mannschaft eintrafen. „Scheußliches Wetter!", polterte de Longier entrüstet, während sich Remus wie ein nasser Hund schüttelte. Poppys Mund war ganz schmal geworden, Stella war blass und Rolanda sah besorgt Severus an.
„Das wird problematisch, Severus", sagte sie. „Die Hälfte unserer Mannschaft wird Schwierigkeiten haben, sich überhaupt auf dem Besen zu halten, geschweige denn, irgendwie von Nutzen zu sein."
Der Tränkemeister zuckte mit den Achseln. „Dann muss eben die andere Hälfte mehr arbeiten", sagte er knapp.
Löwin!
Hm? Sie schrak hoch.
Rolanda hat Recht. Es wird sehr schwierig da oben, deshalb hör zu: mir ist egal, wie viele Quaffel du durch lässt, die Hauptsache ist, dass du sicher auf deinem Besen sitzt. Wir sind 50 Fuß über dem Boden, und ich will nicht, dass du runter fällst, nur wegen einem blöden Spiel.
Aber…
Nichts aber. Ich bin der Kapitän, und du wirst ausnahmsweise auf mich hören…
Nur gegen einen Gefallen!
Severus unterdrückte ein Stöhnen, während er die letzten Vorbereitungen seiner Kollegen beobachtete. Schon wieder eine Erpressung, Löwin?
Wann hätte ich dich jemals erpresst? Er konnte spüren, dass sie lächelte, doch er sah sie nicht an. Außerdem, willst du jetzt wirklich noch diskutieren? Wir müssen jeden Moment raus…
Du bist so slytherin, Löwin. Okay, wenn du versprichst, dich nur sicher zu bewegen, bekommst du deinen Gefallen…
Versprochen! Die Antwort erfolgte so schnell, dass Severus nun doch hoch schaute – und direkt in ihre Augen. Sie waren mit einer Wärme auf ihn gerichtet, dass ihm die Luft weg blieb.
Das Signal zum Verlassen der Kabine ertönte. Severus sah sie alle der Reihe nach an. „Okay, wir gehen jetzt raus. Aber damit eines klar ist. Niemand von euch wird heute den Helden spielen, okay? Es ist gefährlich, die Winde da oben sind unberechenbar. Seht einfach zu, dass ihr auf eurem Besen bleibt, der Rest ergibt sich schon von selbst.
Und wenn wir Glück haben, wird Krum in fünf Minuten den Schnatz gefangen haben, und wir können uns dem angenehmeren Teil des heutigen Tages widmen. Alles klar?"
Poppy grinste. „Soll das heißen, du freust dich auf den Weihnachtsball heute Abend?"
Severus schob sie in Richtung Tür. „Aber nur, wenn du versprichst, den letzten Tanz für mich zu reservieren, Schöne der Nacht!"
Mit Ausnahme de Longiers lachten alle. Sie wussten, dass die Medihexe nie tanzte, genauso wie der Tränkemeister.
Und dann traten sie hinaus, und der Wind fuhr ihnen durch die Haare, zerrte an ihrer Kleidung und den Besen, und die schräg einfallenden Regentropfen peitschten sie und ließen ihre Haut brennen.
„Hallo, hallo, hallo!", ertönte eine magisch verstärkte Stimme, und Severus stöhnte innerlich. Er würde auf der Stelle seinen Besen fressen, wenn das nicht der nervtötende beste Freund der Weasley-Zwillinge war, Lee Jordan. „Willkommen zum ersten Freundschaftsspiel unserer heißverehrten Lehrer und Mitarbeiter Hogwarts gegen die Professoren aus Durmstrang!"
Lautes Johlen aus den Rängen folgte, und durch die Regenschleier konnte Severus erkennen, dass sie trotz des Wetters vollbesetzt waren. Kunststück, die da oben konnten es sich mit Wärme- und Regenabwehrzaubern ziemlich bequem machen, während ihnen bereits jetzt das Wasser in die Kragen lief.
„Okay, sehen wir mal, ja! Da sind sie, die Hogwartianer! Ladys und Gentlemen, auf sie mit Gebrüll! Ich sage nur Pomfrey, Sinistra, Hooch, de Longier, Lupin, Snape und – hört, hört, Überraschung! – die netteste Know-it-all der Weltgeschichte, Graaaaaaanger!"
„Mister Jordan!"
„Oh, ´tschuldigung, Professor McGonagall!"
„Und hier haben wir unsere Durmstrangschen Freunde: Belik, Vukadin, Jakubowitsch, Gagarin, Ribelsky, Semjonowitsch und – Kruuuuuuuuuuuuumm!"
Die Ränge explodierten regelrecht. Natürlich hielten die Schüler zu ihren Professoren, aber Victor Krum war ein Spieler von Weltformat, Sucher bei der Bulgarischen Nationalmannschaft und allgemein der Held der meisten Quidditchfans.
„Der Unausstehliche…"
„Mister Jordan!"
„Verzeihung, Professor McGonagall, ich wollte sagen, der Unparteiische ist extra für dieses Ereignis heute morgen mit dem Besen eingeflogen – Percy „Ich bin Wichtig" Weaaaaaasley!"
„Mister Jordan!"
„Ja, Professor?" Lee Jordan war die reine Unschuld. „Und da ist er auch schon, der Pfiff ertönt und los – bei Merlins Eiern, was war das?"
„Mister Jordan!!"
„Habt ihr das gesehen?" Seine Stimme überschlug sich fast. „Snape, die alte Fledermaus…"
„Mister Jordan!"
„´tschuldigung, Professor! Wollte sagen, unser allseits beliebter Tränkemeister, Professor Severus Snape – einarmig, du meine Güte, ein lässiger Hund!"
„Mister Jordan!"
„Ähm – ja! Und die Bulgarische Mannschaft ist bereits im Besitz des Quaffels, Vukadin wirft auf Jakubowitsch, der gibt ab an Ribelsky – Tor! 10 Punkte für Durmstrang… was machen denn eigentlich Hooch und Lupin, halten die ein Kaffeekränzchen?"
„Mister Jordan, wenn Sie nicht in der Lage sind…"
„´tschuldigung, Professor McGonagall! Halloooo! Professor Lupin, aufwachen! Das Spiel hat bereits begonnen, und Sie sollten als Treiber Ihren Torwart unterstützen!"
„Mister Jordan!"
„Oh! Böses Foul! Gagarin hat den Klatscher in Richtung Granger geschlagen, und unser Bücherwurm konnte nur mit Mühe ausweichen – dieses Schwein! Das ist verboten!"
„Mister Jordan, mäßigen Sie sich!"
„´tschuldigung! Ich meine, kann ja mal passieren, dass man so aus Versehen in die völlig andere Richtung schlägt, vielleicht ist Norden und Süden in Durmstrang einfach woanders!"
„Mister Jordan!" McGonagalls Stimme klang bereits etwas gereizt, und das Spiel hatte soeben erst begonnen.
„Okay, wo waren wir? Percy, die Flasche…"
„Mister Jordan!"
„Ähm, der Unparteiische hat völlig unparteiisch darauf verzichtet, Hogwarts den ihm zustehenden Strafstoß zu geben, und Ribelsky hat gleich darauf zum zweiten Mal verwandelt. Kurzer Zwischenstand: Durmstrang 20 Punkte, Hogwarts 0."
Victor Krum setzte plötzlich zum Sturzflug an, Severus Snape startete hinterher, drehte jedoch sofort wieder ab. „Was ist denn da los?", fragte Lee erstaunt.
„Man nennt es den Wronsky-Bluff, eine Spezialität von Victor Krum, die den anderen Sucher verführen soll, in den Sturzflug zu gehen und abzustürzen. Offensichtlich hat Professor Snape den Trick durchschaut!", erklärte plötzlich eine bekannte Stimme.
Lee Jordan sah hoch und strahlte. „Mädels, Zeit und Gelegenheit zum Kreischen. Mister Harry Potter gibt sich die Ehre als Co-Kommentator! Falls es jemand noch nicht mitbekommen hat, Mister Potter ist ein bekannter Kriegsheld."
„Mister Jordan, bleiben Sie beim Thema!"
„Ja, und wie wir alle sehen können, hat Hermione gerade Tor Nummer drei und vier kassiert – ist allerdings auch kein Wunder bei dem Regen, der momentan herrscht, und den völlig nutzlosen Treibern, die sie eigentlich unterstützen sollten…"
„Mister Jordan!"
„Äh, schon gut, immerhin kann wenigstens Snape – also, ich meine natürlich Professor Snape, fliegen, und Mädels, aufgepasst, er macht dabei sogar eine recht gute Figur! Wir haben natürlich alle gewusst, dass Fledermäuse fliegen können, aber…"
„Mister Jordan!"
„Oh, natürlich, das Spiel. Hurra! Hermione hat einen Quaffel gehalten, und dieser ist im Besitz Hogwarts. Was macht denn Professor Sinistra damit? Merlin, der Quaffel ist doch keine Sonne? Warum lässt sie ihn denn fallen, ist er heiß, oder was?"
„Mister Jordan!"
„Ja, ´tschuldigung! Vukadin erhöht den Punktestand für Durmstrang auf sage und schreibe fünfzig Punkte – de Longier, machen Sie da oben Flugübungen oder spielen Sie?"
„Mister Jordan…"
„Ja, ja, schon gut. Etwas ganz Neues bahnt sich an, Durmstrang hat den Quaffel, Jakubowitsch schießt – Tor! Oh, oh, Hermione, das sah gar nicht gut aus, tu uns den Gefallen und stürz nicht ab… puh, sie scheint wieder sicher zu sitzen. Aber hallo!"
Harry übernahm. „Offensichtlich hat Professor Snape den Schnatz gesehen, alle Achtung, der Mann kann fliegen! Krum folgt ihm, holt auf, beide strecken die Arme aus – ah! Ärgerlich! Der Schnatz ist fort!"
„Ja, so schnell kann's gehen", schaltete sich Lee Jordan wieder ein. „Aber bravo, Snape, ähm, Professor Snape; eine Schande ist nur, dass der einzige Slytherin in dieser Mannschaft auch der einzige ist, der einen Plan von dem Spiel hat!"
„Mister Lee Jordan!"
„´tschuldigung, war nicht so gemeint. Aber vielleicht könnte Madam Hooch ihren Schlagstock auch einmal zum Treiben der Klatscher benutzen, anstatt ihn wie einen Dirigentenstab in der Luft zu fuchteln."
„Mister…"
„Oh, verflixt, der verdammte… ähm, wollte sagen, der unglaubliche Ribelsky schießt… Hermione hält, oh, ich könnte sie küssen, das Mädel!"
„Mister…"
„Ah, nein! Wieso lässt sich denn Madam Pomfrey den Quaffel wegnehmen?" Lee heulte vor Frustration. „Tor für Durmstrang, 70 Punkte zu Null… hey Leute, Null ist wirklich eine richtig hässliche Zahl, versteht ihr, jetzt kommt schon…"
„Achtung, verpatztes Flugmanöver von Semjonowitsch, de Longier im Besitz des Quaffels, er schießt – nein, er täuscht an, jetzt schießt er – Tor! Tor für Hogwarts, hurra!", brüllte Harry begeistert.
„Jaaaaa!", übertönte ihn Lee. „Jetzt seid ihr fällig, Hogwarts hat den Anschlusstreffer erzielt!"
„Häh? Was meinst du mit Anschlusstreffer?", fragte Harry entgeistert. „Es steht 70 zu 10 – oh nein, 80 zu 10, Vukadin hat sich zwischen Professor Lupin und Madam Hooch durchgeschlängelt und getroffen!"
Der Regen war noch heftiger geworden, und die wenig quidditcherfahrenen Professoren von Hogwarts wurden jetzt regelrecht vorgeführt. Nur Minuten später stand es 140 zu 10, und es war kein Schnatz in Sicht. Snape kreiste wie ein Adler über dem Spielfeld, immer wieder mit schnellen Reflexen seinen Besen zur Seite reißend, wenn ein Klatscher der gegnerischen Mannschaft auf ihn zuraste.
„Wow! Hogwarts hat wieder den Quaffel, Sinistra gibt ab, Pomfrey fängt ihn tatsächlich und gibt an de Longier ab – nein!" Haarscharf zischte ein zielsicher getriebener Klatscher an de Longier vorbei, irritierte ihn, und er verwarf.
„Argh! Sie werden doch wohl mal so einen kleinen Klatscher aushalten, Professor. So ein gebrochener Arm heilt unheimlich schnell wieder, aber wir hätten wenigstens 20 Punkte gehabt!"
„Mister Jordan!" Professor McGonagalls Stimme klang jetzt alles andere als entspannt.
„´tschuldigung, Professor, aber ist doch wahr! Lupin! Sie sollen den Klatscher treffen, nicht Hermione die Sicht versperren – verflixt… wieder trifft dieser Mistkerl…"
„Mister Jordan!"
„…wollte sagen, dieser Ausnahmespieler Ribelsky. Aber hey, Mione, dir machen wir keinen Vorwurf, ich glaube, Professor Lupin ist mit bulgarischem Hundefutter bestochen worden…"
„Mister Jordan, es reicht! Lassen Sie sofort Mister Potter kommentieren."
„Es ist mittlerweile schwierig, alles zu erkennen, ziemlich trübe im Moment, und damit meine ich nicht nur das Wetter, denn Vukadin hat gerade auf 170 zu 10 erhöht, während Professor Sinistra beinahe von ihrem Besen gefallen wäre, aber Merlin sei Dank, hat sie sich ja wieder gefangen, scheußlicher Sturm heute auch…"
„Da, da!", brüllte Lee Jordan dazwischen. „Krum geht in den Sturzflug, und da sehe ich auch den Schnatz, das ist diesmal kein Plumski-Manöver!"
„Es heißt Bronski-Bluff, du Ignorant, und schaut, was Snape macht. Der Kerl fällt regelrecht aus dem Himmel, er kann es schaffen, er ist vor Krum da - …."
„Was macht er denn? Er fliegt Krum in die Flugbahn, anstatt den Schnatz zu holen und nein!!! Der Schnatz ist wieder weg – verdammte Fledermaus, Sie waren sooooo nah dran!", jammerte Lee.
„Mister Jordan!"
„Stimmt doch! Sag doch mal was, Harry!"
„Ganz klar, das war beabsichtigt von Professor Snape, denn hätte er den Schnatz gefangen, wäre das Spiel beendet, Hogwarts hätte trotzdem mit 160 zu 170 verloren, und wir hätten dieselbe Situation wie beim Endspiel Bulgarien gegen Irland vor sieben Jahren!"
„Der glaubt doch wohl nicht im Ernst, das Spiel gewinnen zu können! Näher werden wir nie wieder an Durmstrang rankommen! Oh, oh, aaaaaaaaaahh, ich glaube, das tat weh!"
Auf den Rängen tobte es. Obwohl es bei den Sicht- und Witterungsverhältnissen schwer zu erkennen gewesen war, hatten doch zumindest diejenigen, die ein Omniglas besaßen, gesehen, dass Snape von einem Klatscher getroffen worden war. Er trudelte einen Moment unkontrolliert durch die Luft und versuchte noch, seinen Besen zu stabilisieren, doch es gelang ihm nur noch, den Sturz zu verlangsamen, und er schlug auf dem Boden auf.
Percy Weasley pfiff und wedelte mit den Armen wie ein Idiot, dann rannte er quer über das Spielfeld zu dem Gestürzten. Ein zweimaliger Pfiff kündete von einer Auszeit.
Hermione war sofort losgeflogen, als sie Severus stürzen sah, und sie landete neben ihm, als auch Percy bei ihm anlangte. „Professor Snape, alles in Ordnung?", fragte der rothaarige Schiedsrichter.
Severus war schon wieder auf den Knien. Schwer stützte er sich auf dem Besen ab. „Kurze Teambesprechung!", ächzte er. Hermione sah hoch, als die anderen neben dem Tränkemeister landeten.
„Warum haben Sie vorhin den Schnatz nicht gefangen?", schnaufte de Longier. Er keuchte, seine Kondition war nicht die beste.
„Weil wir dann verloren hätten!", raunzte Severus.
Poppy starrte ihn an. „Wie war das mit „wenn wir Glück haben fängt Krum in fünf Minuten den Schnatz?"
„Das war, bevor Gagarin mit Absicht auf mich geschossen hatte." Severus hockte sich auf die Fersen, der Regen strömte ihm über das Gesicht und verwischte den Schmutz von seinem Sturz und das Blut aus einer Platzwunde über der Stirn.
Er sah gleichzeitig verletzlich und absolut… männlich aus. Der dünne, schwarze Pullover, den er unter dem Lederschutz trug, klebte regelrecht an seinem schlanken Körper. Hermione hätte am liebsten die Hand ausgestreckt und die schwarze, nasse Strähne, die ihm immer wieder in die Augen fiel, fort gestrichen.
„Jetzt hört mal zu. Ich bin nicht gewohnt zu verlieren, und ich will auch jetzt nicht damit anfangen. Es steht 170 zu 10, das heißt, ihr müsst nur zwei Tore schießen, dann kann ich den verdammten Schnatz fangen. Hermione, du lässt jetzt kein Tor mehr durch, vergiss, was ich vorhin gesagt habe."
Natürlich, dachte Hermione sarkastisch, nichts einfacher als das. Das hättest du mir von vornherein erklären müssen, dass die Quaffel nicht durch die Ringe dürfen. Doch sie sagte nichts. Trotz ihrer spöttischen Gedanken schmerzte sie der geschundene Anblick von Severus. Ihr Blick fiel plötzlich auf das Armband, das sie ihm geschenkt hatte, und ihr Herz flog ihm zu.
„So, Wolf, du und Rolanda, ihr bleibt jetzt hinten, egal, wo die Klatscher rumschwirren, ihr bleibt maximal zehn Meter von den Ringen entfernt und stört jeden Jäger, der da durch will. Verstanden?" Rolanda und Remus nickten zögernd.
„Und ihr! Ihr wollt Jäger sein? Warum weicht ihr den verdammten Durmstrangs aus? Haltet auf sie zu! Die machen schon Platz! Denkt dran, nur zwei Tore, das muss doch möglich sein. Belik ist sowieso schon fast eingeschlafen, weil er nichts zu tun hatte."
Severus ließ kurz den Kopf sinken und biss die Zähne zusammen, als die Kopfschmerzen zunahmen. „Und noch was. Die beiden Tore müssen innerhalb der nächsten fünf Minuten fallen, denn sonst falle ich vom Besen, und das Spiel ist vorbei."
„Hallooo! Was ist denn da unten los?", ertönte Lees Stimme, dem die Teambesprechung der Hogwartianer offensichtlich zu lange dauert. „Snape, die alte Fledermaus, lässt ein wenig die Flügel hängen, wie es scheint…"
„Mister Jordan!"
„´tschuldigung, Professor McGonagall. Ah, jetzt scheint es wieder weiter zu gehen, Snape ist wohl nicht ernsthaft verletzt, wenn er einarmig in die Luft schießen kann, der alte Angeber…"
„Mister Jordan!"
„Der zweimalige Pfiff des Schiedsrichters, und das Spiel geht weiter", übernahm Harry wieder. „Ganz klar ist die Taktik geändert worden, wie es aussieht, haben Professor Lupin und Madam Hooch die Order bekommen, sich hinten zu halten – und jawohl, es scheint aufzugehen, Ribelsky kommt nicht durch! Der Quaffel ist jetzt bei Sinistra, sie gibt weiter an Pomfrey, weiter an de Longier – und der versucht sich an einem Fernschuss, jaaaaa!"
Harry sprang auf, genau wie alle anderen auf der Tribüne. „20 zu 170! Los, Professor, holen Sie den Schnatz!" Der kleine, goldene Ball war im selben Moment nur wenige Meter von Snape entfernt aufgetaucht, zum Greifen nah, doch der Tränkemeister rührte sich nicht.
Er beobachtete, wie Krum heran geschossen kam, und im Bruchteil der Sekunde, bevor der Durmstrangsche Sucher ihn erreicht hatte, stellte er sich ihm in die Flugbahn. Für einen Moment sah es so aus, als würden die beiden Männer zusammenstoßen, doch dann riss Krum seinen Besen zur Seite.
Und der Schnatz war schon wieder verschwunden.
„Ich glaube es ja nicht", hauchte Harry, natürlich völlig sinnlos, denn durch den Sonoruszauber war er ja trotzdem zu verstehen. „Snape will gewinnen!"
„Hah!", kreischte Lee. „Spinnt der jetzt völlig?"
„Mister Jordan, wagen Sie es nicht…"
„Wir hätten wenigstens ein Unentschieden rausholen können, und er vergibt, weil er glaubt, das Spiel noch gewinnen zu können?"
„Vukadin hat wieder den Quaffel, gibt weiter an Ribelsky, Ribelsky schießt zu Jakubowitsch, der gibt wieder ab - holla, werden wir jetzt nervös? Er hat den Quaffel verloren, hurra! Pomfrey schießt zu de Longier, der wirft – verflixt! Belik hält!" Harry hielt es nicht mehr auf seinem Platz, weit beugte er sich über die Tribüne, bis ihn Lee wieder zurückzog.
„Unsere schuleigene Fledermaus zischt jetzt zwischen den Durmstrangschen Jägern hin und her – ha, ha, das stört euch wohl, was? Ja, Snape macht das, was er am besten kann, Leute daran hindern, das zu tun, was ihnen am meisten Spaß macht…"
„Mister Jordan!"
„´tschuldigung, Professor McGonagall. Seht! Hurra! Lupin hat einen Klatscher getroffen, und der fliegt sogar in die richtige Richtung!"
„Uh, das war knapp!" Harrys Stimme klang ein wenig gehetzt. „Madam Pomfrey ist nicht aus Jakubowitsch Flugbahn gewichen, und ein Zusammenstoß konnte nur durch die schnellen Reflexe des Bulgaren verhindert werden!"
„Ja, ha!", schrie Lee begeistert. „Und unsere Medihexe hat auch noch den Quaffel gefangen! Jetzt aber los! Pomfrey auf Sinistra, Sinistra auf de Longier, de Longier gibt zurück und hallooo! Sinistra wirft weit, weit – und da ist Pomfrey, sie fängt und schießt aus höchstens drei Metern – jaaaaa! Tor für Gryffin- ähm, Quatsch für Hogwarts!!! Poppy, ich liebe Sie! Heiraten Sie mich noch heute, und wir kriegen mindestens sieben Kinder!"
„Mister Jordan!" McGonagalls Stimme klang höchst empört.
„´tschuldigung, wo waren wir stehen geblieben, Harry?"
„Der Spielstand lautet 30 zu 170, und wir sehen jetzt Krum sehr aufmerksam in der Nähe Snapes – natürlich ist auch ihm bewusst, dass ein glücklich gefangener Schnatz jetzt das ganze Spiel drehen könnte!"
„Die Durmstrangschen Jäger machen enorm Druck, doch sie kommen nicht an Lupin und Hooch vorbei, die mit ihren fuchtelnden Schlagstöcken einen fürchterlich entschlossenen Eindruck machen. Nehmt euch vor Lupin in Acht, Durmstrang, bald ist Vollmond!"
„Mister Jordan!"
„Oh, ähm, also: Vukadin gibt ab an Ribelsky, der wirft zu Jakubowitsch – halt nein, Lupin, Sie sollten den Klatscher treffen, nicht den Quaffel. Der Quaffel fliegt, fliegt, Hermione steigt hinterher – und sie fängt ihn, direkt Vukadin vor der Nase weg! Ha, ha! Gut gemacht, Mione!"
„Aufgepasst!", schrie Harry mit überschnappender Stimme, als plötzlich sowohl Snape als auch Krum in den Sturzflug gingen. „Der Schnatz, da ist der Schnatz!"
Severus hatte den Schnatz einen Bruchteil der Sekunde früher gesehen als Krum, doch der Bulgarische Sucher war der beste Flieger der Welt, und er holte schon auf. Beide waren sehr weit oben gewesen, und der kleine Goldene Ball schwebte kurz über dem Boden.
Severus rauschte das Blut in den Ohren, sie flogen fast senkrecht nach unten, der stürmische Wind zerrte sie fort, und der Regen hämmerte in ihre Gesichter, als wollte er ihnen die Haut abziehen.
Krum drückte seinen Besen noch ein Stück weiter vor und schob sich millimeterweise an ihm vorbei. Es war sein Spiel, er beherrschte es besser als jeder andere.
Es gab nur ein Problem. Für Krum.
Severus war kein Spieler. Er war ein Kämpfer. Er hatte sein Leben damit verbracht, zu kämpfen. Gegen den Dunklen Lord, gegen alle, die etwas gegen ihn tun wollten, gegen alle, die „seinen" Leuten etwas tun wollten.
In diesem Fall waren „seine" Leute das Team von Hogwarts, und Krum war der Gegner, der ihnen etwas tun wollte, indem er den Schnatz fing. Für Victor Krum ging es um ein Spiel. Für Severus Snape ging es um Leben und Tod.
Der dunkle Mann ließ seinen Besen los und stürzte in die Tiefe. Ein Aufschrei ging durch die Ränge, als die Schüler und Zuschauer ihn zum zweiten Mal stürzen sahen. Severus sah etwas Goldenes vor sich aufblitzen, griff danach – und prallte wieder auf den Boden. Betäubt blieb er liegen.
Erst allmählich drang das Rauschen des Regens, das Toben der Menschenmassen auf der Tribüne, das Gefühl des matschigen Bodens unter ihm zu ihm durch.
„Oh, Merlin, Merlin, was ist da los? Hat er den Schnatz gefangen? Krum offensichtlich nicht, denn er dreht wieder ab und steigt höher… Was ist mit Professor Snape? Percy, du Pfeife…"
„Mister Jordan!"
„´tschuldigung, wollte sagen, Percy, pfeif doch mal!"
Zwei Pfiffe ertönten und zeigten eine Auszeit an.
Wieder war Hermione die Erste bei dem dunklen Mann. „Severus?" Sie kniete neben ihm und strich ihm das Haar aus dem Gesicht. „Bist du schwer verletzt? Kannst du reden?"
Er öffnete die Augen. Wenn das sein letzter Anblick werden sollte, konnte er beruhigt sterben. Sie war klatschnass, der Regen lief ihr über den Kopf den ganzen Körper hinunter und tropfte dann auf ihn, weil sie sich besorgt über ihn gebeugt hatte. „Heulst du schon wieder meinetwegen?", sagte er.
„Wie oft soll ich es dir noch sagen – ich heule nicht deinetwegen, höchstens um dich, du Idiot!", schimpfte sie, streckte jedoch ihre Hand aus, um ihm hoch zu helfen. „Kannst du aufstehen?"
„Ich sollte es zumindest versuchen, meinst du nicht? Ist recht unbequem hier unten."
„Was machen denn Hermione und die Fledermaus, Verzeihung, Professor Snape dort? Diskutieren sie über die Verwendung der Weißknolle bei der Zubereitung von Vielsafttrank?"
„Mister Jordan!"
Severus nahm die angebotene Hand, und Hermione zog ihn mit überraschender Kraft hoch. Er schwankte, doch er fühlte sich erstaunlich leicht, als seine Knie einknickten, und sie – die tollste Frau der Welt – seinen Arm um ihre Schulter legte, um ihn zu stützen.
Und dann streckte der Tränkemeister seinen anderen Arm in die Luft, öffnete die verkrampfte Faust ein wenig und zeigte der Welt dort draußen den Goldenen Schatz, den er zwischen zwei Fingern eingeklemmt hielt. Schwach schlugen die kleinen Flügel gegen seine Hand.
„Ich glaub es nicht!" Lees Stimme schnappte über. „Snape hat tatsächlich den Schnatz gefangen!" Percy pfiff dreimal, um das Ende des Spiels zu verkünden, doch seine Pfiffe wurden von Lees hysterischen Gebrüll fast übertönt.
„Er hat ihn gefangen! Hogwarts gewinnt mit 180 zu 170 Punkten gegen Durmstrang! Snape, ich liebe Sie! Vergessen Sie Poppy, das wird doch nichts mit uns beiden, ich heirate Snape!" Ein sichtbarer Schauer ging durch den Leib des dunklen Mannes, und die Massen auf den Rängen, die sich sowieso schon in eine nahe Hysterie steigerten, brachen in befreites Gelächter aus.
„Mister Jordan, beruhigen Sie sich!"
„Hogwarts hat gewonnen, Hogwarts hat gewonnen!" Lee war aufgesprungen und umarmte Harry, der noch immer ganz fassungslos dastand, dann warf er sich Minerva McGonagall an die Brust. „Und Sie liebe ich auch, Professor! Wir haben gewonnen! Ein Hoch auf die Fledermaus!"
„Mister Jordan!" Minervas Protest klang erstickt.
Und dann war die gesamte Mannschaft bei Hermione und Snape und begrub sie unter sich in ihrem Freudentaumel. Sie knieten im Matsch, umarmten abwechselnd Hermione und Severus und brüllten ihren Sieg hinaus.
Krum landete und kam zu ihnen herüber. „Glückwunsch, Professor!", sagte er und reichte ihm die Hand. Severus schlug ein. „Aber hat Ihnen schon einmal jemand gesagt, dass Sie völlig und absolut verrückt sind? Einfach vom Besen zu springen…" Er schüttelte den Kopf. „Völlig verrückt!", wiederholte er.
Severus verzog seinen Mundwinkel ein wenig. Seine Augenbraue wanderte nach oben. „Das hat mir tatsächlich schon einmal jemand gesagt. Aber Krum, Sie müssen zugeben, ich sehe dabei verdammt gut aus!"
Hermione lachte. Verdammt, das Leben war schön. Trotz des Regens, trotz der Tatsache, dass sie bis auf die Haut durchnässt war und ihre Zähne klapperten, weil sie fror wie ein junger Hund. Trotz der Tatsache, dass dieser verrückte Bastard neben ihr wegen eines dämlichen Spiels fast sein Leben riskiert hatte.
Es war egal. Sie liebte ihn, und das Leben war schön. Hermione lachte, und dann fühlte sie die nachtschwarzen Augen auf sich gerichtet.
So, Löwin…
So, Schlange… was ist jetzt mit meinem Gefallen?
Was immer du willst…
Gib keine Versprechen, die du nicht zu halten gedenkst!
Das tue ich nicht.
Okay. Ich will, dass du mit mir heute Abend tanzt. Sie hielt den Atem an und sah ihn erwartungsvoll an.
Er blieb eine Weile stumm. Dann schob er sein Kinn – dieses attraktive, nasse, schmutzige, wieder glatt rasierte Kinn – vor und antwortete: So oft du willst…
