Okay, nun, lest schön und ich verstecke mich!
Teil II
Kapitel 25: Der Zorn eines Saiyajins
Während die Z-Kämpfer völlig mit dem Kampf gegen Buu beschäftigt waren, saßen ihre menschlichen Freunde, Videl, die nach den schrecklichen Taten von Goku und Vegeta darauf bestanden hatte, mit ihnen zu kommen, einbegriffen, in Bulmas großem Copter auf dem Weg zu Dendes Palast. Sie wollten, nein, mussten die Dragonballs benutzen um alle, die von den beiden Saiyajins getötet worden waren, wieder ins Diesseits zurückzuholen. Sie hatten Glück, dass sie die sieben magischen Kugeln nicht noch suchen mussten, da Dende sie im Palast aufbewahrte, seit sie vor sieben Jahren benutzt worden waren um den Kaioushin und Kibito wiederzubeleben.
Doch obwohl die Aussicht darauf, diese Leute zurückzuholen, ziemlich gut war, war Bulma am Boden zerstört. Sie saß in ihrem Sitz, das Gesicht in ihren Händen begraben, während Yamchu den Copter flog. Genauso wie ihre anderen Freunde konnte sie nicht fassen, was Vegeta und Goku getan hatten. Und noch wichtiger, warum sie es getan hatten. Sie konnte sich ihr Verhalten nicht erklären. Genauso wie keiner der anderen. Die Stimmung in dem Copter war ziemlich bedrückend und niemand wagte es, etwas zu sagen, aus Angst, dass seine oder ihre Worte jemanden aufregen konnten.
Zur gleichen Zeit waren auch Krillin und Piccolo auf dem Weg zum Palast. Sie hatten keine Explosion gefühlt, die Buu getötet haben könnte, obwohl sie auch Vegetas und Jennys Kis nicht mehr spüren konnten. Sie waren sich sicher, dass irgendetwas dort hinten geschehen sein musste, sodass Vegeta es nicht mehr geschafft hatte, seinen Angriff auszuführen, der schließlich ihn und hoffentlich auch Buu getötet hätte. Aufgrund dessen und der Tatsache, dass sie noch Buus Ki hinter sich fühlen konnten, beeilten sie sich, in der stillen Hoffnung, dass Buu sie im Palast nicht finden konnte.
Keiner von ihnen sprach während des Flugs. Krillin wurde langsam müde, als er versuchte, mit Piccolo mitzuhalten, doch er wusste, dass sie so schnell wie möglich den Palast erreichen mussten. Weder er noch Piccolo sagte etwas, doch sie wussten beide, dass Buu zu ihnen aufholte. Irgendwie hatte Krillin das Gefühl, als ob Buu sie verarschte. Er war sich ziemlich sicher, dass das Monster keine Probleme damit haben würde, sie inzwischen einzuholen und trotzdem war er noch etwas hinter ihnen. Vielleicht sollten sie doch nicht zum Palast gehen, dachte Krillin. Aber das war jetzt zu spät, da sie ihn schon in der Ferne sehen konnten.
Mit ihrem Ziel vor ihnen beschleunigten die zwei Krieger noch einmal, wobei Krillin jetzt an dem letzten Rest seiner Energie festhielt, den er noch übrig hatte. Ein Lächeln erhellte sein Gesicht, als er den gelben Copter auf dem riesigen Hof des Palastes landen sah. Zumindest waren ihre Freunde okay. Buu war noch immer hinter ihnen und vielleicht, wenn sie schnell genug waren, würde er sie nicht finden. Sie brauchten etwas Zeit, um einen Plan zu erstellen. Sie wussten noch immer nicht, was mit Goku passiert war, doch Gohan, Vegeta und Jenny waren tot. Mit zwei der drei stärksten Krieger im Universum tot und einem vermisst, waren ihre Chancen Buu zu besiegen praktisch nicht vorhanden.
Plötzlich verschwand Buus Ki hinter ihnen. Piccolo und Krillin warfen sich einen verwirrten Blick zu, doch ihre Frage, wo Buu hin verschwunden war, wurde beantwortet, als sie ihn plötzlich vor sich erblickten. Das ist es also, dachte Krillin, als sie jäh vor dem Monster zum Stehen kamen. Ein fettes pinkes Wesen wird alles zerstören, wofür wir all die Jahre gekämpft haben.
„Da seid ihr", sagte Buu mit einem weiten Lächeln. „Ich hab euch gesucht!"
„Krillin, nimm die Kinder." Piccolo schob die Kinder unsanft in seine Arme und wandte sich dann Buu zu. „Bring sie zum Palast und sorge dafür, dass sie in Sicherheit sind. Sie könnten unsere einzige Hoffnung sein, Buu zu besiegen."
„Was hast du vor?", fragte Krillin, obwohl er sich ziemlich sicher war, die Antwort bereits zu kennen.
Piccolo lächelte grimmig. „Ich werde versuchen ihn lange genug aufzuhalten, damit ihr euch verstecken könnt, und um ehrlich zu sein, mag ich es nicht, mich vor einer Herausforderung zu verstecken, obwohl ich mir sicher bin, dass das ein Kampf ist, den ich verlieren werde."
Der ehemalige Mönch seufzte. „Okay... Viel Glück, Piccolo und… bis später." Er erhöhte sein Ki noch einmal und flog schnell in die Richtung des Palastes los, von Buu unbeachtet. Erst dann sah er die Ironie in dem, was er gerade gesagt hatte. Bis später. Wann war später? Im Jenseits, nachdem Buu sie alle getötet hatte, oder eher, wenn Piccolo irgendwie eine Möglichkeit gefunden hatte, das Monster zu besiegen und er sie alle in Dendes Palast traf?
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Der Namekianer stellte sich Buu, während er genau wusste, dass das der letzte Kampf sein würde, in dem er je teilnahm – zumindest in der Welt der Lebenden. Und doch verspürte er keine Angst. Er wusste, was ihn im Jenseits erwartete. Er war schon einmal tot gewesen und ihm war der Zutritt zum Planeten des Kaious bewilligt worden. Der Kami-Teil in ihm erhöhte nur seine Chance diese Ehre noch einmal zu erlangen erheblich. Doch selbst wenn er zur Hölle fahren sollte, würde er bereit sein. Piccolo hoffte jedoch, dass er nicht zur Hölle fahren würde, sondern das Jenseits mit den Menschen, die er als Freunde betrachtete, verbringen durfte, besonders mit Gohan.
Doch erst einmal hatte er den Job Buu lange genug zurückzuhalten, damit die anderen sich verstecken konnten. Er formte einen gelben Ki-Ball in seiner Handfläche und warf ihn auf das Monster, bevor er verschwand und direkt hinter ihm wieder auftauchte. Unglücklicherweise hatte dieser Angriff nichts weiter erreicht, als dass er Buu noch weiter entnervte und das erste, was Piccolo spürte, als er wieder erschien, war ein stechender und brennender Schmerz in seiner Brust. Er schaute herunter, als Buu seine Hand, die mit lilafarbenem Blut – Piccolos Blut - überzogen war, wieder zurückzog.
„Du gehst mir auf die Nerven", sagte Buu bloß und streckte seine blutige Hand aus. „Sag tschüß!" Ein weißer Strahl schoss aus der Handfläche und verwandelte den Namekianer zu Staub.
Nein, noch nicht, waren Piccolos letzte Gedanken.
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Krillin fühlte, wie Piccolos Ki verblasste, in dem Moment, als er vor den anderen, die gerade aus dem Copter stiegen, landete. Er war vollständig außer Atem und die anderen blickten ihn und die Kinder fragend an. Keiner von ihnen, nicht einmal die, die Ki spüren konnten, hatten die riesige Energie von Buu bemerkt, so sehr waren sie nach dem Angriff beim Turnier in ihren eigenen Gedanken vertieft gewesen.
„Versteckt euch! Es ist...", schaffte Krillin es nur zu keuchen, als er plötzlich erstarrte und sich umdrehte.
„Buu!", rief das schweinchenrosafarbene Monster, das nun ebenfalls beim Palast erschienen war, fröhlich. Er grinste sie strahlend mit einem boshaften Funkeln in seinen Augen an.
ChiChi stand draußen vor dem Zimmer, in dem die Kaious und nun auch der große Kaioushin und sein Diener Kibito waren. Der Dai Kaiou hatte sie direkt nachdem sie mit Goku gesprochen hatte, hinausgeschickt, daher hatte sie keine Ahnung, was danach geschehen war. Zuerst hatte sie nicht gewusst, ob sie über diese Behandlung wütend oder besorgt sein sollte. Doch als irgendwann später - sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren – der Kaioushin und Kibito, beide wieder mit einem Heiligenschein über ihren Köpfen, an ihr vorbei und in das Zimmer gingen, gewann die Sorge. Der ernste Ausdruck auf dem Gesicht des Kaioushins, als er sie kurz angeschaut hatte, verhieß nichts Gutes.
Es verging wieder etwas Zeit und plötzlich wurde die Tür geöffnet. Sie schaute auf und, als sie sah, dass es Kaiousama war, stand mit einem erwartungsvollen Ausdruck auf ihrem Gesicht auf. Trotz all der Sorgen hoffte sie, er würde gute Nachrichten verbreiten, wurde jedoch schwer enttäuscht, als sie sein geschocktes und unglaublich blasses Gesicht sah. Bevor sie überhaupt ein Wort von den tausend Fragen, die ihr durch den Kopf schossen, sagen konnte, begann Kaiousama in fast unzusammenhängenden Sätzen zu sprechen.
„Tot... sie alle... Vegeta, Gohan, Piccolo... die Kinder, die anderen… Dende… Der Palast… zerstört… ganz und gar…" Er wischte sich den Schweiß von seiner Stirn und atmete einmal tief durch. „Und jetzt, ohne jemanden, der ihn kontrolliert, ist Buu losgezogen und tötet wahllos Menschen..."
ChiChi wurde bleich und zwang sich, stehen zu bleiben, obwohl sie sich, nachdem sie das gehört hatte, lieber hinsetzen wollte. „Was ist mit... Goku?" Ihre Stimme war kaum lauter als ein Flüstern und sie zitterte.
„Vegeta hat ihn bewusstlos geschlagen, bevor er sich Buu gestellt hat. Goku ist noch immer bewusstlos und wenn er nicht bald aufwacht, ist die Erde und wahrscheinlich das ganze Universum, dem Untergang geweiht. Er ist unsere letzte Hoffnung."
Irgendwo in einem Wald, begann der arg mitgenommene und blutige Körper von Son Gohan langsam zu verblassen. Die kleinen Tiere, die neugierig an ihm geschnüffelt hatten, zogen sich bei diesem merkwürdigen Ereignis, das sie nicht kannten und nicht verstehen konnten, zurück. Als der Körper ganz verschwunden war, näherten sie sich wieder vorsichtig der Stelle, wo er gelegen hatte und schnüffelte wieder. Doch da sie nichts Außergewöhnliches riechen konnten, außer vielleicht Blut, verließen sie diesen Ort schnell.
Kurz darauf erschien ein wacher aber toter Gohan in der Abfertigungsstation für Seelen. Zuerst schaute er sich bewundernd um und fragte sich, wo er war und warum sein Körper nicht mehr schmerzte und seine Wunden geheilt waren, bis seine Augen auf einem Schild über einem riesigen Tisch, an dem ein ebenso riesiger Mann saß, ruhten, das ihm mitteilte, wo er war. Gohan runzelte die Stirn. Also war er wirklich tot, aber immerhin durfte er seinen Körper behalten.
Er ließ seine Augen wieder durch die Halle wandern und sein Blick landete schließlich auf der unglaublich langen Schlange weißer flauschiger Wolken – Seelen – die sogar aus der Eingangshalle hinaus ging. Diese Seelen warteten darauf, von Enma Daiou gerichtet zu werden und es schien so, als ob die Schlange mit jeder Minute länger und länger wurde. Gohan fragte sich, ob diese toten Leute alle von der Erde kamen und, wenn ja, was da unten vor sich ging.
Da er der einzige war, der einen Körper besaß, ging er ohne Probleme an der langen Seelenschlange vorbei, wobei er die vielen wütenden Rufe und böse Blicke – wenn Wolken überhaupt böse schauen konnten – die er erhielt, ignorierte. Er musste wissen, was los war und er hoffte, dass die Person, die ihm diese Frage beantworten konnte, dort vorne saß. Als er endlich vor dem Schreibtisch angekommen war, war er überrascht, wie groß Enma Daiou wirklich war. Er hatte bisher nur Geschichten über ihn gehört, doch nun, da er vor ihm stand, fühlte er sich irgendwie eingeschüchtert, obwohl es für ihn einen Grund dafür gab. Gohan war kräftemäßig noch immer viel stärker als er.
Enma Daiou schaute zu ihm herunter und bevor er etwas sagten konnte, wies er ihn mit einem Handwink, um ihm die Richtung zu zeigen, an, in das Hinterzimmer zu gehen. Gohan murmelte ein „Dankeschön" und ging zu der Tür im hinteren Abschnitt der Halle.
Gohan bemerkte, wie sich verschieden Köpfe erhoben, als er die Tür öffnete, und er war geschockt, als er sah, wer alles da war – seine Familie und seine Freunde. Plötzlich spürte er einen starken Griff um sein Bein. Als er hinunterschaute, sah er ein mit Tränen gefülltes Paar schwarzer Augen, die von seinem Bein nach oben schauten. „Goten...", sagte er und hob seinen kleinen Bruder auf. Er warf einen weiteren Blick in die Runde und bemerkte erst dann, dass einige fehlten. Seine Eltern, Jenny, Vegeta... Seine Augen blieben auf einer weiteren Person ruhen und er wusste nicht, ob er glücklich oder bestürzt sein sollte, sie zu sehen. Videl schaute ihn mit feuchten Augen an und Gohan ging auf sie zu. Ohne ein Wort zu sagen, stand sie auf und wickelte ihre Arme um seinen Oberkörper und begrub ihr Gesicht in seinem Gi. Er legte einfach nur seinen freien Arm um sie, während er seine anderen Freunde mit fragendem Blick anschaute. „Wo sind die anderen? Mom, Dad, Jenny... Vegeta? Sind sie auch… tot?"
„Deine Mom ist in Sicherheit", informierte Dende ihn. „Sie ist auf dem Planeten des Dai Kaiou, zusammen mit dem Kaioushin und Kibito. Und was die anderen angeht... Goku ist noch auf der Erde, aber bewusstlos. Allerdings wissen wir nicht, was mit Jenny und Vegeta passiert ist."
„Wie meint ihr das, ihr wisst das nicht?" Gohans Stimme zitterte, obwohl er nicht wusste, ob es vor Wut oder Verzweiflung war.
Piccolo trat aus der Ecke, in der er gestanden hatte, hervor und legte eine beruhigende Hand auf die Schulter seines Schülers. „Wir haben gespürt, wie ihre Kis auf der Erde verschwunden sind, doch sie sind noch nicht hier. Enma Daiou hat momentan so viel zu tun, dass er uns nicht sagen konnte, ob sie schon durch sind oder nicht..."
„Es tut mir Leid, Gohan...", fügte Dende hinzu.
Der Teenager schluckte die Tränen, die sich in seinen Augen sammelten, herunter und bat: „Erzählt mir, was passiert ist. Ich will alles wissen..."
Sand wirbelte in der Wüste auf. Meilenweit war kein lebendes Wesen zu sehen, außer einem. Son Goku lag noch immer auf dem staubigen Boden, wo Vegeta ihn zurückgelassen hatte. Seine Finger zuckten und ein Stöhnen entkam seinen Lippen, als er sich umdrehte und seine Augen öffnete. Er hatte erwartet, in die Sonne zu blicken, war jedoch überrascht, als er sah, dass sie schon ein ganzes Stück am Horizont gewandert war. Er unterdrückte ein weiteres Stöhnen, als er auf die Beine kam, und rieb an dem Wunden Punkt in seinem Nacken, wo Vegeta ihn getroffen hatte. Nur wenige Meter von sich entfernt erblickte er den kleinen Beutel mit den Senzus. Er hob ihn auf und war erfreut noch eine Bohne zu finden. Als er sie schnell in seinem Mund schob, genoss er das Gefühl, dass seine Wunden heilten und die Schmerzen in seinem Körper verschwanden.
Er erinnerte sich dunkel an den Kampf gegen Vegeta, ChiChis Geschrei und dann nur Dunkelheit. Sie hatten gegen Buu kämpfen wollen und Vegeta hatte ihn bewusstlos geschlagen. Plötzlich bemerkte er etwas anderes, eine weitere Veränderung in seinem Körper. Die Wut, die er verspürt hatte, während er besessen gewesen war, war verschwunden, genauso wie das Verlangen, alle bezahlen zu lassen. Stattdessen stieg die Schuld von dem, was er getan hatte, auf, doch er schob sie beiseite. Er würde sich später damit auseinandersetzen müssen. Nun musste er sich erst einmal auf die momentane Situation auf der Erde konzentrieren. Es schien so, als ob Babidi tot war. Doch was war mit Buu? War Vegeta erfolgreich gewesen?
Er weitete sein Ki aus und suchte nach irgendwelchen Energiespuren. Er fand schnell Buus, was ihn zutiefst Sorgen bereitete, da er nicht ein Ki von seinen Freunden finden konnte und auch fühlte, wie eine große Menge Energien verschwand. Vielleicht verstecken sich seine Freunde und er kannte nur einen Ort, wohin sie in solch einer Krise gehen würden. Dendes Palast. Sein Ki flammte um ihn herum auf und er flog los.
Son Goku schaffte es zu dem Ort, wo der Palast immer in der Luft geschwebt und allen Gravitationsgesetzen getrotzt hatte, in Rekordzeit. Doch als er sah, dass anstatt von Dendes gewaltigem Palast nur noch Trümmer, lose Steine und Stücke von den Pflanzen und Bäumen, die einst den Palast geschmückt hatten, dort herumflogen, hielt er abrupt inne. Seine Augen weiteten sich in schockierter Erkenntnis. Seine schlimmsten Befürchtungen waren wahr geworden. Während er bewusstlos gewesen war, hatte Buu es irgendwie geschafft, nicht nur Vegeta, Gohan und die anderen Kämpfer, die bei ihnen gewesen waren, zu töten, sondern auch den Palast gefunden und alle, die dort versteckt gewesen waren, getötet hatte.
Er spürte über die große Anzahl der verschwindenden Kis irgendwo im Süden hinaus auch, dass die von Babidi und Darbura verschwunden waren. Das bedeute, dass Buu frei war, ohne jemanden, der ihn kontrollierte, und er genoss diese neugewonnene Freiheit indem er jedes Lebewesen auf der Erde tötete. Goku konnte nicht sagen, wie viele Leben schon verloren waren, doch er wusste, dass es so nicht weitergehen konnte. Buu musste aufgehalten werden, bevor er sich zu anderen Planeten aufmachte, die das gleiche Schicksal erleiden würden wie die Erde. Da Dende tot war, waren die Dragonballs nichts weiter als Steinkugeln, ohne Nutzen. Die, die schon tot waren, waren verloren. Es gab keine Möglichkeit, sie zurückzubringen.
Er fühlte die Rückkehr der Wut und des Zorns, obwohl das nicht die gleichen Gefühle waren, wie unter Babidis Kontrolle. Dieses Mal überkam ihn auch ein weiteres Gefühl. Verzweiflung. Seine Familie und Freunde, die ihm so nahe waren wie seine Familie, waren tot, getötet von diesem Monster, und er war außerstande gewesen, etwas zu unternehmen. Und nun verloren viele andere Menschen, Unschuldige, ihre Leben. Er konnte die Furcht, das Grausen und den Horror in ihren Kis spüren und diese Emotionen ließen die Wut in ihm nur weiterwachsen. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er die Bewohner der Erde im Stich gelassen, weil er egoistisch gewesen war. Hass flammte in ihm auf, Hass auf sich selbst, aber auch auf Buu. Den verbundenen Effekt all dieser Emotionen nutzend, stieg sein Ki zu Höhen auf, die es noch nie zuvor erreicht hatte und mit lautem Gebrüll verwandelte Goku sich.
Sein goldenes Haar wuchs bis zu seinen Kniekehlen und seine Augenbrauen über den nun mit schwarzen Pupillen gefüllten grünen Augen verschwanden. Die Muskeln wuchsen ein wenig, die goldene Aura um seinen Körper wurde heller und die blauen Blitze vervielfachten sich. Während Son Goku zwei Finger an seine Stirn hob, konzentrierte er sich auf Buu, was nicht so schwer war, und verschwand. Er würde das Monster bezahlen lassen und wenn das das letzte war, was er tat.
Goku erschien etwa zwanzig Meter hinter Buu, gerade als der Dämon eine ganze Stadt ihn Kekse verwandelt hatte und sie alle in seinen Mund fliegen ließ. Er war sich sicher, dass Buu seine Ankunft bemerkt hatte, und dass das Monster in diesem Wissen so frech mit dem, was er tat, weitermachte, schürte seinen Zorn nur noch mehr. Er streckte seine Hand aus und jagte einen blauen Ki-Ball durch Buus Bauch, was zumindest seine Aufmerksamkeit erlangte. Das Loch schloss sich natürlich sofort wieder, doch das störte Goku nicht. Das war nichts gewesen. Buu würde nie wissen, wie ihm geschehen war, nachdem er mit ihm fertig war.
„Du bist also Buu", sagte Goku mit einer tödlichen Ruhe in seiner Stimme. „Ich muss zugeben, dass wir dich unterschätzt hatten, wir alle, und schau, was uns das eingebracht hat. Ich werde diesen Fehler kein zweites Mal begehen. Du hast Leute getötet, die mir sehr nahe standen, und das war dein Fehler."
Buu schaute ihn mit einem ahnungslosen Blick an und neigte seinen Kopf zur Seite, während er den Fremden vor sich neugierig betrachtete. Er fing an weit zu grinsen, als er einen neuen Kampf und mehr Essen kommen sah. Dieser hier würde so leicht sein wie die letzten. „Du kannst Buu nicht töten. Buu ist unschlagbar!"
„Wirklich?" Der Saiyajin grinste wissend. „Dann machst du einen noch größeren Fehler." Er ballte seine Fäuste, beschwor noch einmal all die Wut, Verzweiflung und Zorn herauf, und sein Ki stieg mit einer riesigen Schockwelle noch höher. Es gab keine weitere Veränderung in seinem Aussehen, doch alle, die Goku kannten, würden sofort bemerken, dass die allgegenwärtige Güte in seinen Augen verschwunden und der sorglose Ausdruck auf seinem Gesicht durch unerbittliche Entschlossenheit ersetzt worden war. „Du wirst jetzt sterben."
Das Monster grinste noch immer, da er die wahre Bedrohung, die dieser Krieger nun stellte, nicht kannte. Er wusste nicht, dass es im ganzen Universum nur eines gab, das wesentlich gefährlicher war als ein wütender Saiyajin – und dass das ein Saiyajin war, der absolut stinksauer war und geradezu vor Rage tobte
Und er wusste nicht, dass er es nun mit einem zu tun hatte.
Der Kampf war vorüber, bevor er überhaupt richtig begonnen hatte. Buu wusste nicht, wie ihm geschah, als Son Goku urplötzlich den ersten Angriff startete. Goku attackierte ohne Pause mit voller Kraft, als er alles gab. Buu versuchte sich zu verteidigen und selbst einen Treffer zu landen, doch der Saiyajin wich seinen kläglichen Versuchen ohne Probleme aus und brach genauso ohne Mühe durch seine Verteidigung. Der Schaden an Buu war enorm. Durch den unablässigen Angriff hatte er keine Zeit sich zu regenerieren. Wenn Buus Verstand dazu fähig gewesen wäre, irgendwelche komplizierteren oder tieferen Gedanken zu bilden, hätte er sich gefragt, wie dieser Erdling die Kraft und Motivation fand, etwas zu erreichen, was noch niemand zuvor erreicht hatte, doch stattdessen wurde er gleichzeitig nur noch wütender und verwirrter. Er war als ein unverwundbares Wesen kreiert worden und es gab einfach keinen, der stärker war als er. Und doch konnte er diesen Kampf nicht gewinnen.
Plötzlich hörte die Offensive auf und Goku zog sich ein paar Meter zurück, bevor er seine Hände an eine Seite seines Körpers legte und Energie sammelte. Es wuchs schnell ein blauer Ki-Ball in seinen Handflächen heran und die Energie darin knisterte. Als Son Goku die meiste seiner Energie in das Kamehameha gesteckt hatte, ließ er es auf einen nichts ahnenden Buu los. Die Augen des Monsters weiteten sich bloß, als der Strahl aufprallte und ein unheimlicher Schrei füllte den Himmel, als er zu Staub zerfiel. Goku trieb das Kamehameha weiter und weiter an, und hörte erst auf, als er sich sicher war, dass nichts, nicht einmal das kleinste Staubpartikel, Dampfmolekül oder Atom, aus dem Buu sich wieder regenerieren könnte, übrig war.
Schwer atmend ließ Son Goku den Strahl schließlich abklingen. Ein kleines Lächeln, das seine Augen nicht ganz erreichte, erhellte sein Gesicht ein wenig. Es war vorbei. Endlich und endgültig vorbei. Er hatte es geschafft. Buu war Geschichte. Als er der Energie erlaubte, ihn zu verlassen, schrumpfte sein Haar wieder zur normalen Länge zurück, die Augenbrauen kamen zurück und seine Augen und Haare erlangten wieder ihre normale schwarze Farbe, und Goku ließ sich langsam zu Boden sinken und setzte sich auf einen kleinen Felsbrocken.
Er senkte seinen Kopf. Buu war tot, doch zu was für einen Preis?
Son Goku saß dort eine ganze Weile, bis ein langer Schatten über ihm erschien. Er schaute mit müden Augen auf und in das Gesicht einer ernst dreinblickenden Uranai Baba und die Hexe hätte schwören können, dass der Krieger nun viel älter aussah als noch an diesem Morgen. „Es ist Zeit, zurückzugehen, Goku", sagte sie bloß. „Deine Familie und deine Freunde warten."
Ende Teil II
Ach ja, noch schnell, wie jedes Mal, wenn ein Teil zu Ende ist, eine kleine Vorschau auf den nächsten...
Sie hielt vor der Tür an und langte nach dem Türgriff, zögerte jedoch. Sollte sie das wirklich tun? Bulma und Gohan hatten ihr immer gesagt, dass es keine gute Idee sein würde, doch sie waren fort und niemand sonst war übrig... Und sie war so allein... und hatte Angst. Sie biss auf ihre Unterlippe, drückte den Griff hinunter und öffnete leise die Tür.
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Er starrte mit deutlichem Verlangen in seinen Augen auf sie herunter, während sie an der Maschine arbeitete. Sie war nicht wie andere Mädchen von anderen Rassen, denen er begegnet war. Diese hier war etwas Besonderes. Sie war sorglos und ernst zugleich. Und obwohl sie nur ein einfaches menschliches Mädchen war, trug sie ein Selbstvertrauen und die Art von jemandem, der schon viel in seinem Leben erlebt hat, mit sich. Da war etwas an ihr und er wollte nichts sehnlicher als das Mysterium, das sie war, zu erforschen.
Sie wischte sich etwas Schweiß von der Stirn, wobei sie einen Schmiereklecks auf ihrer weichen Haut hinterließ. Als sie sich umdrehte um einen Schluck Wasser aus der Flasche hinter sich zu nehmen, sah sie ihn und winkte. Er erwiderte ihr Lächeln und wollte auch gerade seine Hand heben, um zurückzuwinken, als er sich selbst dabei erwischte und seine Hand schnell wieder senkte. Sie lachte bloß und schüttelte ihren Kopf, bevor sie sich wieder ihrer Arbeit widmete.
