Miep ^^ So, also es ist nach wie vor nicht so, wie ich es wollte, aber wenn ich es jetzt nicht online stelle, dann wohl nie mehr. Irgendwie glaub ich, war es irgendwo ein Glück, dass ich bei BtF täglich die Chapters ohne richtig zu überlegen geupdated habe. Denn ich glaub, hätte ich da ein wenig nachgegrübelt und rum überlegt, ob es so gut ist, ich weiß nicht, ob es dann überhaupt über die ersten paar Kapitel raus gegangen wäre. Vll. sollte ich das bei CoX jetzt auch ein wenig zurückdrehen und weniger zweifeln?
Ich hab am Montag meine erste Klausur und daher wird das nächste Kapitel wohl frühestens am Montag Abend kommen. Schreiben werde ich schon noch, stets so zwischen den Pausen beim Lernen, aber das ganze dann zu überarbeiten, Logikfehler und Rechtschreibfehler ausbessern, dann kann dann frühestens nach der Klausur erfolgen. Und ich muss diese Klausur einfach gut hinkriegen =/ Das ist so ein persönliches Ding. Eine laaaaaaaaaaaaaaaange Geschichte. Hat nichts mit der FF zu tun, also würde es euch nur langweilen ^^ Drückt mir trotzdem irgendwie die Däumchen.
Ah und noch so als kleine Info. Das Kapitel hätte eigentlich länger werden sollen, aber ich glaub, ich hätte wieder bei 20 Blätter mit nem Cliffhänger aufgehört und daher hab ich das auf 14 verkürzt ohne Cliffhänger, möchte aber anmerken, dass der letzte Absatz nur da war, um das Kapitel nicht mit nem Cliffhänger enden zu lassen. Und bevor ich nun etwas falsches sage ^^ Viel Spaß!
Review:
Mannequin: Heyho =), hm... drei viertel des Chapters gingen ohne Probleme zu schreiben, mochte auch jede Szene. Mit dem Ende hatte ich dann plötzlich Probleme. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr genau daran erinnern, ob ich diese Probleme auch schon bei BtF und BH hatte, zumal da eigentlich auch viele solcher Kampfszenen dabei war, aber in CoX hab ich das irgendwie. Also das ganze mit Shanoba fand ich irgendwie merkwürdig. Deswegen hab ich glaub ich auch Probleme das ganze die zwei Szenen mit James und Voldemort zu schreiben, wovon eines eigentlich Teil des neuen Kapitels sein sollte, aber mir fehlten irgendwie die richtigen Worte, um die Szene nieder zu schreiben. Ich hab das ganze mit Shanoba einige Male wieder geändert, bis ich einigermaßen damit zufrieden war. (Und auch, weil ich schon mindestens wöchentlich ein Kapitel updaten wollte und ich bin so ein halberter Zahlen- und Gewohnheitsfreak. ^^ )
Vielleicht findest du ja dieses Kapitel merkwürdig, denn hier hatte ich noch mehr Probleme Einiges niederzuschreiben. Daher sind es auch nur 14 Seiten, aber wie erwähnt, eine Schlüsselszene fehlt eigentlich. Hoffe, das nimmt vom Sinn nicht zu viel weg.
Ah, in dem Fall: Herzlichen Glückwunsch =) Bachelor geschafft! Brauchen die bei euch auch so lange zum korrigieren wie hier manche Profs? Meine Note kam glaub ich ein halbes Jahr später =.=". Hm... wie ist es denn so mit den Jobaussichten? Gut oder schlecht? Bei mir hätte ich mit meinem Bachelor schon Probleme gehabt, nen guten Job zu finden. Daher mach ich eben noch den Master.
Jaaaaah, ich hatte auch meinen Spaß die Szene auf dem Baum zu schreiben +g+ Ich liebe die drei einfach. In meinen Augen sind die drei unzertrennlich. In den Büchern erkennt man zwar, dass Sirius und James sehr eng befreundet waren, aber Lilli und Sirius waren bis zum Band 7 etwas blass. Erst mit Band 7 und Lilli's Brief sah man dann, dass die beiden auch sehr eng gewesen waren. Für mich sind Sirius und Lilli zu diesem Zeitpunkt in meiner FF jedoch bereits genau so eng befreundet wie Sirius und James.
Sirius wird's noch viel schwerer mit Anna haben +g+ Aber das macht Sirius auch so liebenswert ^^
+g+ Ja, das man das Ende der FF schon kennt, nimmt ein wenig die Spannung raus wer stirbt und wer nicht XD Bzw. ne Lilli und James FF mit einem toten James macht auch keinen Sinn und ihn nur als Geist da zu lassen wäre auch merkwürdig. DAS wäre wirklich merkwürdig Öö
Ich glaub, die Einzige, die Anna im Moment wirklich eine Stütze ist, ist Maria. Auch wenn Anna Dumbledore mittlerweile vertraut und sich ihm anvertraut, Maria ist diejenige, die zur Zeit den Zugang zu ihr findet. Das gehört aber alles eher in das Anna-Chapter später. Dazu muss ich unter anderem auch noch Black Heart durchlesen. Nicht, dass ich mich in CoX mit irgendetwas widerspreche.
Danke fürs liebe Review =)
Chapter 26 – Having faith I
Es war nicht so, dass sie mit einem Plan aufkam sobald man einen Knopf bei ihr drückte oder dass ihr sofort für alles eine Lösung einfiel, wenn man sie nur ansah und darum ersuchte. Manchmal machte sie sich tage-, wochen- oder gar monatelang Gedanken über eine Situation, bevor sie einen Vorschlag hatte, der für sie einigermaßen zufrieden zu sein schien. Auch wenn es auf ihre Freunde so aussah, als ob sie ihre Pläne, Vorschläge oder Handlungen aus dem Bauch heraus traf, in Wirklichkeit hatte Anna sich über vieles bereits vorher Gedanken gemacht. Sie hatte in Hogwarts begonnen sich über total unsinnige Situationen Gedanken zu machen, die James passieren könnte, nachdem sie ihm mit dem dunklen Mal half, weil sie Nachts schlaflos im Bett lag und Sorgen über weitere Geschehnisse über sie herein gebrochen waren. Irgendwann fand sie sich ständig in dieser Lage. Sie begann sich alle möglichen Szenarien im Bezug auf die anderen Jungs und Melissa zu überlegen und wie man am besten handeln konnte, um nichts bereuen zu müssen. So war es auch dieses Mal wieder ein Vorschlag, der nicht vom Himmel herab flog, sondern bereits vorher überlegt und durchdacht war. Sie musste nur irgendwie die Lücken füllen oder hoffen und beten, dass es keine schwerwiegenden Folgen nach sich zog, wenn sie bestimmte Tatsachen nicht beachteten.
„Wie fühlst du dich?" fragte Anna James, nachdem sie von der Bibliothek im oberen Stockwerk eine halbe Stunde später wieder zu ihm ins Wohnzimmer hinab kam.
„Wie von nem schwarzen Dolch in die Brust gestochen," antwortete er sarkastisch, schmunzelte jedoch erschöpft zu ihr rüber, während er nach wie vor mit dem Dolch in der Brust auf der Couch lag.
Lilli saß besorgt neben ihm und war auch nicht von seiner Seite gewichen. Auf der anderen Couch lag Remus mit geschlossenen Augen, Diana saß neben ihn und hatte sich um ihn gekümmert. Peter, Sirius und Maria waren sofort zurück ins Wohnzimmer geschritten als sie Anna runterkommen sahen und standen nun nervös und erwartungsvoll um sie herum.
„Okay... halte noch etwas durch," sagte sie mit sanftem Ausdruck, wenn ihr die Anspannung auch durchaus anzusehen war und wandte sich danach an alle Anwesenden. „Okay, egal was ihr ab jetzt an sagt und auch was ich ab jetzt an sage, seid euch bewusst, Remus bekommt alles mit."
Die Freunde waren sprachlos und genau so schockiert hatten sie teilweise einander, teilweise die Freundin angesehen. Diana schluckte hart. Hatte sie doch gehofft, dass dies bei Menschen anders wäre als bei einer Phowlyris.
„Hat er... ich mein..." begann sie bedrückt, woraufhin Anna sofort frustriert nickte.
„Leider ja."
„Hat er was?" hackte Sirius misstrauisch nach.
„Er stirbt und es ist kein schönes Gefühl, mehr als ob du schreien möchtest, um das auszudrücken, aber nicht kannst, denn dein Körper ist tot. Er hat höchstens 7 Stunden bevor die Lähmung seinen Körper und seinen Geist umbringt und das ist eine sehr großzügige Schätzung," antwortete Anna leise, ihre Augen waren gefühlvoll und funkelten niedergeschlagen. Unterlagen James und Remus in diesem Moment körperlicher Qual, so war dies bei der Freundin im psychischen Sinne gewesen. Sie hatte keine körperlichen Schäden, aber die Last auf ihr war erdrückend und drohte sie Stück für Stück aufzufressen. Sie riss sich zusammen, denn es half niemanden etwas in Mitleid zu versinken.
„Kann ich nicht versuchen ihn zu befreien?" fragte Diana besorgt.
„Kurz gesagt: Nein. Du bist Shanoba's Macht bei weitem unterlegen." Sie sparte sich weitere Ausführungen, zumal ihnen dieses Mal wirklich die Zeit davon lief. „Der Einzige hier, der Remus befreien könnte, wäre der Träger."
„Sag mir was ich tun soll und ich tu's sofort," sagte James augenblicklich und war dabei sich wieder aufzurichten als sie ihm mit der Hand sofort gestikulierte sich nicht weiter zu bewegen und er somit wieder zurücksank.
„Hier ist genau das Problem. Der Dolch, der in deiner Brust steckt, ist gefährlich. Jeden anderen von uns hätte der Dolch sofort beim Einstich getötet. Ich schätze der einzige Grund, warum du noch lebst ist, Gryffindor's Macht, die dich beschützt."
„Ich versteh das nicht," sagte Lilli deprimiert. „Wozu habe ich die Magie von Hufflepuff und Rawenclaw, wenn ich James damit nicht beschützen kann, so wie es geplant war? Das ist nun schon das zweite Mal, dass ich absolut gar nichts tun konnte. Was habe ich falsch gemacht?"
„Nichts," antwortete die Freundin ehrlich. Sie hatte jedoch nicht den Mut die Wahrheit auszusprechen. Auch das sollte ein vier Augen Gespräch mit James sein, denn sie noch zu führen hatten, sobald diese Sache vorbei war.
„Eigentlich war der Stein von White Sea dazu gedacht, um Shanoba einzusperren. Nun werde ich ihn dazu benutzen, um dein Leben zu retten," fuhr sie an ihren besten Freund gewandt fort, der jedoch skeptisch die Stirn runzelte. „Die Steine haben eine große Magie und ich glaube, dass sie das schaffen können. Allerdings brauche ich dazu etwas aus Iargrove und nachdem die Frauen, die den Teil dieser Gegend bewachen zu dem ich hin muss, beim letzten Mal schon nicht sehr freundlich gesinnt waren -"
Sirius prustete.
„Nette Umschreibung für den Versuch jemanden zu killen."
„-Brauch ich Hilfe, um alles zu besorgen," fuhr sie den Freund ignorierend fort. „Maria, Sirius, Lilli. Ihr müsstet mitkommen. Ich glaub, dann haben wir zumindest eine Chance das rechtzeitig zu schaffen. Diana, Peter, ihr bleibt hier und passt auf die beiden Jungs auf."
„Moment, Ayenterro und Wormtail? Was ist wenn hier jemand einfällt? Die beiden sind kaum stark genug, um einen Todesser zu vertreiben, ganz zu schweigen von dieser Polis."
„Die Phowlyris wird nicht zurückkommen," antwortete Anna Sirius, dem offensichtlich mehr stank, dass Ayenterro auf seinen besten Freund aufpassen sollte, statt dass sie vielleicht nicht stark genug wäre, ihn zu verteidigen. „Sie hat was sie wollte und es gibt hier nichts mehr für sie zu holen. Außerdem glaube ich, dass sie gerade damit beschäftigt ist die Königin zu -"
Sie brach ab und versuchte einen treffendem Ausdruck zu finden, der nicht unnötig belastender für Diana war. „- besiegen."
„Ich bin Schuld," sagte Diana traurig. „Wäre ich nicht hier hergekommen..."
Die junge Phowlyris sprach nicht weiter, sondern behielt ihre Gedanken und Schuldgefühle für sich. Stattdessen starrte sie den Boden an und ignorierte die Tatsache, dass nun alle Blicke auf sie gerichtet waren.
„Keine Sorge, Diana," versuchte Anna sie aufzumuntern. „Als Phowlyris kann diese Lähmung viel länger unbeschadet überstehen und sobald wir James und Remus geholfen haben, kümmern wir uns um deine Mutter. Versprochen."
Tatsächlich blickte sie nun hoffnungsvoll auf und Anna konnte spüren, wie die Traurigkeit im Herzen des Mädchens kleiner wurde. Lag ihnen allen wirklich so viel an ihrem Wort? Anna war verwundert, dass ihr Satz in Diana eine solch starke Veränderung hervorrufen konnte. Vielleicht wurde ihr erst in diesem Moment wirklich bewusst, was ihre Freunde tatsächlich in ihr Sachen, aber genau so fragte sie sich, ob sie dem eigentlich gewachsen war, was sie von ihr erwarteten.
„Was ist mit Voldemort und seinen Todessern?" fragte Sirius, um das Thema wieder auf den Punkt zu bringen. Vielleicht wollte er aber auch möglichst vom Thema Diana Ayenterro helfen wegkommen, was durchaus auch eine Möglichkeit war. Er reagierte nach wie vor empfindlich auf das Mädchen.
„Voldemort und Todesser kommen hier nicht rein aufgrund der starken Schutzzauber. Also Diana, Peter, eure einzige Aufgabe ist es, James davon abzuhalten irgendeinen Schwachsinn zu fabrizieren."
„Wie bitte?" protestierte der Verletzte und hätte sich auch fast empört aufgerichtet, wenn seine Frau ihn nicht davon abgehalten hätte.
„James, du und Sirius, ihr seid seit Jahren Meister im Dummheiten anstellen. Gäbe es eine Weltmeisterschaft darin, ihr beide wärt ständig die Gewinner und das mit sehr weitem Abstand auf den Dritten platzierten, was dank euch beiden Remus sein könnte. Ich brauche Diana und Peter hier, um dich in jedem Fall davon abzuhalten, deiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen und deinen Ballonkopf durchzusetzen!"
„Ballonkopf?" schoss es beleidigt aus ihm heraus.
„Halt dich einfach zurück und tu nichts dummes."
„Was zu tun zum Beispiel?"
Anna blickte nun frustriert zu Remus rüber, der mit geschlossenen Augen da lag.
„Remus aus der Lähmung mit Gryffindor's Macht zu befreien zum Beispiel. Ich weiß, du willst ihm helfen. Wir alle wollen ihm helfen, aber du darfst deine Magie nicht einsetzen," antwortete sie mit fester Stimme und hatte ihn eindringlich angesehen. „Es wird dich sonst auf der Stelle töten, bevor wir überhaupt die Chance haben, dir zu helfen. Und auch wenn es hart klingt... und es Remus gegenüber unfair ist aber wir wussten alle, als wir uns für den Orden gemeldet hatten, wofür wir hier kämpfen. Fakt ist, dass du Gryffindor's Macht hast und damit ist es offensichtlich wessen Leben der Orden dringender braucht."
James lachte zynisch auf.
„Ehrlich jetzt? Das ist doch wohl krank!"
„Der Krieg ist krank," sagte sie laut und bestimmend. James wollte etwas erwidern bis er an ihrem Ausdruck bemerkte, dass dies das Letzte war, was er tun sollte. So lange wie sie sich schon kannten, genau so wussten sie wann sie den anderen Ernst zu nehmen hatten.
„Das ist kein Spiel. Menschen sterben. Caradoc Dearborn ist höchstwahrscheinlich tot, Benjy Fenwick ist bereits tot und er wird höchstwahrscheinlich leider nicht der Letzte sein. Ob du es willst oder nicht, wenn es soweit ist, dann ist das Einzige was zwischen Voldemort und seiner Schreckensherrschaft steht, Gryffindor's Magie und damit du."
Sie schluckte hart und schüttelte frustriert den Kopf.
„Versprich mir, nichts zu tun, sondern zu warten, okay? Versprich, dass du deine Magie nicht einsetzen wirst, um seine Lähmung zu befreien!"
James nickte schwermütig als er bemerkte, dass sich das Verhalten seiner besten Freundin verändert hatte. Lag es daran, dass Sirius ihn darauf angesprochen hatte? So wie sie sprach, zeigte es James, in welcher Situation sie sich nun wirklich befanden und es brachte einen anderen Schmerz über ihn, der weitaus schlimmer als die klaffende Wunde mit dem Dolch in seiner Brust war. War er hier wirklich dabei einen seiner besten Freunde auf so grausame Weise zu verlieren, weil sein eigenes Leben für den Krieg bedeutender war?
Anna hatte Peter und Diana auf die Seite gezogen, um ihnen noch mal klar zu machen, dass sie James auf keinem Fall aus den Augen lassen durften und um jeden Preis daran hindern sollten, Remus zu helfen. Sie hatte ihnen sogar erlaubt jedes Mittel von Zaubern über einem schlechten Gewissen einreden bis hin zum k.o. prügeln gegeben.Während sie ihnen weiterhin Anweisungen und Hinweise gab, verabschiedeten sich die anderen von James.
„Sieht so aus als ob ich mal wieder als einziger Marauder auf Abenteuerjagd gehe," witzelte Sirius trocken, nachdem Maria sich von ihrem Sohn verabschiedet hatte und schon mal in den Flur schritt. Sein bester Freund hatte dazu grinsend das Gesicht verzogen.
„Yeah, pass mir auf alle drei Frauen auf, okay, Kumpel? Du weißt schon, dass du die drei wichtigsten Frauen in meinem Leben bei dir haben wirst?"
Es wurde James in diesem Moment erneut bewusst, dass auch sie sich in Gefahr begaben. Natürlich war mit jeder Mission und jedem Abenteuer die Möglichkeit anwesend, dass etwas passierte, doch angesichts der Tatsache was das Schicksal mit ihnen in der letzten Zeit trieb und die Gruppe in eine Gegend zurückkehrte, aus der sie gerade erst mit Biegen und Brechen entkommen waren, explodierte diese Angst in ihm in diesem Augenblick.
„Und du hältst gefälligst so lange durch, verstanden?" Der Freund hielt James seine Faust hin, gegen welche er mit seiner eigenen Faust stieß als Schlagabtausch. Sirius zeigte es nicht, aber es erschrak ihn wie schwach der Schlag gekommen war.
„Das gilt auch für dich, Moony!" sagte der Marauder und wandte sich an den anderen Freund. „Und keine Wiederworte, verstanden?!" Nichts. „So ist's brav."
Ein Grinsen war sowohl ihm als auch James über das Gesicht gekrochen, während Lilli lediglich den Kopf schüttelte.
'Solche Kinder' dachte sie ein wenig amüsiert. Sirius ließ die beiden alleine und trat zu Maria in den Gang hinaus. Lilli wandte sich indes an ihren Mann, ihre Hand hielt nach wie vor seine, ihr Ausdruck jedoch war voll von Angst und Sorge. Er mochte es nicht, sie so zu sehen. Es zerrte an seinem Herzen, ihr Lachen und Strahlen war schöner.
„Ich habe Angst," flüsterte sie leise und war nahe zu ihm hinabgesunken, damit diese gesprochenen Worte auch wirklich nur zwischen ihnen beiden blieb. „Es fühlt sich an, als ob ich an einer Schlucht stehe und drohe hinabzufallen. Ich kann nicht atmen, noch einen klaren Gedanken fassen. Es ist eine Achterbahn. Auf einen glücklichen Moment folgt sofort wieder diese grausame Angst. James, ich kann nicht ohne dich leben. Also bitte... bitte hör auf Anna und tu nichts Unüberlegtes. Ich brauche dich."
„Ich versprech's," flüsterte er zurück. Langsam war er mit seiner anderen Hand an ihre Wange gefahren als sie zu einem zärtlichen Kuss zu ihm hinabfuhr. Ihre Lippen waren weich, wie auch jede ihrer Berührungen. Der Duft nach Karamell und zarten Rosen hüllten seine Sinne ein. Lilli... Sie trieb ihm jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht.
Damit hatte auch sie sich schließlich von ihm weggedrückt und war zu den anderen in den Flur geschritten. Das nächste was man hörte war das Zischen des Feuers im Kamin und dann war einer nach dem anderen abgereist.
„HEY?!" rief James ihnen hinterher als er seine Augen wieder öffnete, doch alle vier waren bereits weg. Diana und Peter standen da und blickten ihn verwirrt an.
„Der beste Freund liegt im Sterben und sie haut einfach ab," kommentierte er zynisch und verzog den Mundwinkel. „Da möchte man meinen sie verabschiedet sich wenigstens, weil es das letzte Mal sein könnte, dass man sich sieht, aber neiiiiiiiiin. Eiskalt, diese Hexe!"
Schmollend warf er einen weiteren Blick an die beiden, die weder ihren Ausdruck geändert hatten noch sonst einen Kommentar dazu abgaben. Selbst Remus gab ihm mehr obwohl er nur schwieg. In dem Moment wurde ihm bewusst, dass es nicht halb so lustig war mit den beiden abzuhängen, wie mit jedem seiner anderen Freunde. Ihm schoss durch den Kopf, dass Anna ihn vielleicht damit noch mehr quälen wollte, indem sie ihn mit Langeweile strafte?
Die 4 schritten auf die Steinstatuen zu, blieben jedoch kurz davor stehen, da Anna stehen geblieben war. Ihr Ausdruck sah mehr als nur pessimistisch und beunruhigt aus.
„Angst?" fragte Sirius schließlich. Auch Maria und Lilli hatten die Freundin nun angesehen, doch Anna schüttelte den Kopf.
„Behält einer von uns bitte die Zeit im Auge? Ich muss die Zeit wissen."
„Ich mach's," sagte Lilli verstehend, wohl wissend, dass Anna hier auf James und Remus ansprach. Es war nicht so, dass sie auf etwas Spezielles warteten, dennoch schien es, als ob Anna nicht wirklich vom Fleck wich und stattdessen abwesend und starr vor Schreck etwas Bestimmtes anfixierte.
„An?" fragte Sirius erneut und spielte mit dem Gedanken mit seinem Finger an ihrer Schulter herumzubohren, um zu prüfen, ob sie noch bei ihnen war, unterließ es jedoch und schritt stattdessen direkt vor ihr hin, so dass ihr keine andere Wahl blieb als ihn anzusehen. Ihr Blick war unerwartet überrascht, als ob sie tatsächlich vergessen hätte, wo sie sich eigentlich befanden.
„Alles okay?"
„Ja," sagte sie mit nickendem Kopf, ihre Augen sahen jedoch weiterhin abwesend aus. „Ja...Natürlich... Ja... alles super." Es gab noch immer keine Bewegung nach vorne von derjenigen, die sie eigentlich führen sollte.
„Und wir bleiben hier stehen, weil-?" fragte nun Lilli verständnislos und sah ihre Freundin neugierig an.
„Mir gerade der Mumm fehlt mich vom Fleck zu bewegen...," war die leicht konfuse Antwort. „Aber wenn mir einer von euch nen Schubs gibt oder mich rein schiebt... Dann könnt's funktionieren."
Sirius lachte bellend und nahm sie wie eine Braut auf seine Arme, um sie mit sich rein zu tragen.
„Wenn's nur das ist," kommentierte er amüsiert.
„Sirius!" rief Anna überrascht als er sie mit sich nach vorne trug.
„Du sagtest doch, wir hätten keine Zeit. Ich hab Prongs auch schon mal auf dem Rücken durch die halbe Gegend getragen, da bist du nichts im Vergleich zu dem schweren Kloß!"
Maria hatte Lilli ein wenig hinter die beiden gezogen, so dass sie miteinander unter sich reden konnten.
„Lilli, hast du eine Minute?"
„Ja, natürlich."
„Ich mache mir Sorgen um dich. Du siehst so erschöpft aus, Liebes."
„Ich fühl mich ehrlich gesagt auch nicht gut," gestand sie traurig. Maria gegenüber traute sich Lilli es zuzugeben und auszusprechen. Als sie ihre Ausbildung zur Aurorin unter Michael Potter begann, hatte der Zauberer ihr klar gemacht, wie wichtig Ehrlichkeit und Vertrauen zwischen Mentor und Schüler war. Sie dürfe niemals Furcht davor haben, sich demjenigen mitzuteilen, der sie leiten solle. Und in der Tat hatte auch Maria sie wie so oft vorher schon verständnisvoll und Mut machend angesehen.
„Es ist alles viel in der letzten Zeit, aber ich bin mir sicher, dass auch wieder hellere Zeiten kommen werden. Du musst auch auf dich selber aufpassen."
Die junge Hexe hatte verwirrt aufgesehen.
„Ich liebe meinen Sohn und um sein Leben zu schützen, würde ich nicht mit der Wimper zucken und meines geben. Aber ich bin seine Mutter. Damit will ich dir verständlich machen, dass es in Ordnung ist und auch so sein sollte, dass du auch mal auf dich selbst Acht gibst, statt alles für James liegen und stehen zu lassen. Damit tust du weder ihm, noch dir selbst einen Gefallen. Ich bin mir sicher, dass er es auch lieber sehen würde, wenn du mehr Acht auf dich gibst, als auf ihn."
Lilli lächelte leicht, wenn auch etwas trauriges in ihrem Ausdruck lag.
„Ich kann nur nicht anders," flüsterte sie leise. Ihre Stimme klang nicht nur zerbrechlich sondern auch deprimiert. „Sein Leben ist nämlich auch das Wichtigste in meinem Leben."
Maria kam nicht umhin ihre Schülerin sanft anzulächeln und verstehend zu nicken.
„Potter Männer sind wirklich eine Herausforderung für Frauen," sagte die ältere Hexe leicht amüsiert. „Einmal in sie verliebt geht es nicht mehr ohne. Ich bin froh, dass er dich hat, Lilli." fügte Maria hinzu, bevor sie schließlich Sirius und Anna eingeholt hatten. Er hatte sie mittlerweile wieder runter gelassen, so dass die vier nebeneinander hergehen konnten.
Diana und Peter waren nicht von James' und Remus' Seite gewichen und die ganze Zeit über im Wohnzimmer sitzen geblieben.
„Ich sterbe hier echt noch vor Langeweile!" grummelte James nach einer Weile. „Müssten die nicht mal bald wieder zurückkommen?"
Diana und Peter warfen sich verwirrte Blicke zu.
„Die sind doch schon seit ner halben Ewigkeit weg."
Ihr Schweigen brachte ihn halb zum kochen.
„Es darf gesprochen werden!" donnerte er mit verengten Augen.
„Sie sind erst seit 45 Minuten weg," antwortete Ayenterro leise, woraufhin er genervt die Augen rollte und grummelte.
„Okay, warum geht ihr zwei dann nicht schlafen oder so?"
„Wir bleiben lieber, Prongs," sagte Peter genau so leise wie Ayenterro. „Magst du nicht etwas schlafen und dich ausruhen?"
„Ich kann nicht pennen, wenn ich beobachtet werde!"
„Wir ähm könnten uns hinter dich setzen, so dass du uns nicht siehst?" schlug Ayenterro abmildernd vor, woraufhin er die Stirn runzelte.
„Warum um Himmels Willen müsst ihr hier bleiben?"
Keine Antwort war die wohl aussagekräftigste Antwort, die es hätte geben können in diesem Moment.
„Was hat euch Anna befohlen?" fragte er zynisch. Wieder kam schweigen dicht gefolgt von peinlichem Blickaustausch der beiden. „Wormtail?!" James kannte seinen kleinen Freund gut genug, um zu wissen, dass er bei einem Blick von ihm sofort einbrechen würde und so war es auch.
„Anna hat uns gedroht uns persönlich tagelang qualvolle Flüche der dunklen Künste auf den Hals zu hetzen, wenn wir es wagen auch nur die Augen von dir zu nehmen."
Diana blickte bei Peter's Ausführungen ein wenig merkwürdig und fast hatte sie nun Ähnlichkeit mit Remus, wenn er versuchte eine Sache netter zu umschreiben. Das tat sie nun auch.
„Sie hat uns nicht gedroht," sagte Diana leise nachdenklich. „Sie hat uns darüber informiert..."
„Sie hat damit bestimmt nicht gemeint, dass ihr direkt hier sitzen und mich anstarren sollt."
„Sie sagte: Ihr habt gefälligst nicht von seiner Seite zu weichen, sondern starrt ihn an, damit er keine Dummheiten begeht."
„Wormtail!" brüllte James nun mächtig genervt auf. „Das war ein Scherz von ihr."
„Sie sagte: Das ist kein Scherz."
James schlug nun ungläubig seine Hände vor seine Augen.
„Sie meinte außerdem, dass wir alles einsetzen können was nötig ist, um dich an die Couch zu fesseln," kam sehr kleinlaut von Diana, was ihn dazu brachte wütend aufzuschnauben. Hätte die Bewegung mit dem Bauch nicht so geschmerzt, er hätte noch mit den Fäusten und Füßen getreten. Das würde er seiner besten Freundin noch heimzahlen.
„Okay, Wormtail, wenn du nicht sofort die Fliege machst, damit ich meine Ruhe habe, hals ich dir gleich nen furchtbaren Fluch auf deinen kleinen Arsch!"
Peter sah aus als ob er wirklich mit dem Gedanken spielte rauszurennen und zu gehorchen, doch irgendwas in seinem Ausdruck verriet, dass seine Unentschlossenheit am Ende doch nen anderen Entschluss nahm.
„Sorry Prongs. In hab gerade mehr Schiss vor Anna."
„Toll," grummelte James missmutig. „Können wir nicht wenigstens etwas spielen?"
Die beiden sahen absolut verloren aus. Er wusste nicht warum, aber langsam fragte er sich, womit er das verdient hatte. War er mit dem Dolch, der seinen Körper traktierte, nicht schon genug gestraft?
Er lehnte seinen Kopf zurück aufs Kissen und begann die Decke anzustarren. Mit den Blicken von Diana und Peter auf sich spürte er schließlich die Müdigkeit über sich hereinbrechen. Er war so erschöpft, dass er seine Augen schloss. Sollten sie ihn doch beobachten, wenn sie das tatsächlich durchhielten und mit ihrer Zeit nichts besseres zu tun hatten. Je länger er sich auf seine schweren Atemzüge konzentrierte und den stechenden Schmerz ignorierte, desto müder wurde er bis er schließlich in seinen Träumen versank.
Der Vollmond war vorüber und der Glanz des Mondes klang langsam ab. Es war ein frischer Abend. Der 18jährige Remus lag auf seinem Bett im Jungen Schlafsaal und starrte die Decke über sich an.
„Moony?" fragte James, der gerade das Zimmer betreten hatte. Der Freund blieb leise, ob er ihn nun ignorierte oder tatsächlich in Gedanken vertieft war, kümmerte ihn in dem Moment nicht. Es war der Abend nach Vollmond und nachdem das unfassbare geschehen war. Snape hatte herausgefunden, dass sein Freund ein Werwolf war und sein anderer bester Freund, Sirius, war dafür verantwortlich gewesen. Seit gestern früh hatte er seine Freunde mehr oder weniger ignoriert und war unnahbar gewesen. Er war nicht an ihnen explodiert oder hatte dem besten Freund etwas an den Kopf geschmissen und es war diese Reaktion, die James am meisten Sorgen bereitete. Aggression gehörte nicht zu den Charaktereigenschaften, die er jemals an den Tag legte, egal was passierte. Sein stoischer Zustand war jedoch nicht mehr normal, wenn auch nachvollziehbar nach den Geschehnissen.
„Moony, komm schon," wagte er es erneut und hatte sich zu seinem Freund auf das Himmelbett gesetzt. Es kam nach wie vor keine Reaktion zurück.
„Okay, dann red ich und du hörst einfach nur zu."
Es kamen keine Wiederworte, woraufhin James leicht verzweifelt die rechte Augenbraue hochzog.
„Padfoot geht's echt mies deswegen. Er weiß, dass er ein total bescheuerten Fehler gemacht hat. Willst du ihm echt für immer böse sein? Wenn es um Anna geht, sind wir glaub ich alle ein wenig empfindlich und reizbar. Klar, hätte das keiner von uns fassen können, dass es tatsächlich mehr zwischen den beiden ist, aber er steht echt auf sie. Er hat den Kopf verloren und was beschissenes gemacht. Er ist trotzdem dein Freund und würde alles tun, um die Luft zwischen euch wieder zu klären."
„Du checkst es einfach nicht, oder?" platzte es plötzlich aus Remus hervor, der sich mit einem Mal aufgerichtet hatte. Die beiden Jungs starrten sich nun auf gleicher Höhe an. Ein aufgebrachter, enttäuschter Blick war gegen einen verwirrten und überraschten Freund gerichtet.
„Ach, vergiss es."
Remus hüpfte von seinem Bett und war im Begriff zu gehen als James ebenfalls aufsprang und ihm den Weg hinaus versperrte.
„Was versteh ich nicht?"
„Ich sagte doch, vergiss es."
Er wollte zur Seite ausweichen, um das Zimmer zu verlassen, aber James war erneut in seinen Weg getreten.
„Raus mit der Sprache, Moony? Was pisst dich so an? Lass es raus!"
Wäre es jeder andere Tag gewesen, hätte Remus es irgendwie geschafft ihm auszuweichen oder es wäre nicht mal dazu gekommen, dass er überhaupt etwas davon aussprach. Aber dies war dieser Tag gewesen und Remus war gereizt und dem Platzen nah.
„Ich bin nicht sauer auf Sirius. Ich bin sauer auf dich, James Potter!"
James wich schockiert zurück und sah ihn verblüfft an.
„Auf mich? Hey, ich hab versucht was ich konnte, um Snape davon abzuhalten -"
„Ich bin nicht deswegen sauer, okay?"
„Weswegen dann, Moony?"
Remus gab tatsächlich ein Aufschrei des Unverständnisses von sich, was keiner bei ihm jemals überhaupt gesehen hatte. Es war das erste Mal und es zeigte, dass ihn das wirklich die ganze Zeit bereits angefressen haben musste.
„Moony?" wagte er es noch mal nachzuhacken in der Hoffnung, den Freund soweit zu bringen es zu sagen ohne dabei die Freundschaft zwischen ihnen in den Boden zu stampfen.
„Sirius hat sich bei mir mindestens ein dutzend Mal entschuldigt und ich weiß, dass er wegen Anna so ausgeflippt ist. Dass Sirius ein Vollidiot sein kann, war mir immer klar, aber dass du nicht aufhören kannst dies zu verteidigen und das auch noch gut redest!"
„Gut reden? Moment mal, Moony -"
„Hörst du dich überhaupt selber reden? Du verteidigst Sirius jedes Mal! Egal, worum es geht. Er macht sich über Lilli lustig als wir zusammen waren und du verteidigst ihn. Er macht doch nur Spaß! Er versaut Anna's Arbeit in Zaubertränke und damit ihren ZAG und du verteidigst ihn weiterhin. War ja nicht so schlimm. Gibt ja noch die UTZ Prüfungen! Wormtail wird fast von nem Tiger gefressen wegen ihm, aber du verteidigst ihn. Ist ja nichts passiert, war ja ein lustiges Abenteuer! Brauchst du noch nen Tip oder checkst du's jetzt?"
„Okay, Moony, beruhig dich," bat James. So unbeherrscht und grob kannte er den sonst so ruhigen Freund gar nicht. „Du stehst wahrscheinlich noch immer unter diesem aggressiven Fluch -"
„Ich bin absolut klar bei Verstand," brüllte er und sah dabei alles andere aus als wie jemand, der klar bei Verstand war und James erwischte sich dabei, wie er einen Seitenblick Richtung Tür warf. Es schoss ihm durchaus durch den Kopf einen Fluchtversuch zu starten, um zurückzukommen, wenn die Aggression verflogen war, aber er ließ es bleiben.
„Und dich regt nun was genau auf?"
„Dass du keine Ahnung zu haben scheinst, wann er zu weit geht und wann nicht! Wenn ich oder Peter so einen Scheiß bauen, würdest du uns sofort den Kopf abreißen."
„Ich hab Padfoot auch den Kopf abgerissen!"
Ihm fiel nur einen Moment später auf, dass er das nicht getan hatte. Er rügte ihn und teilte ihm auch mit, dass es nicht okay war, aber er war nicht an ihm explodiert. Remus schüttelte frustriert den Kopf.
„Siehst du."
„Also... bist du angefressen, weil ich Padfoot verteidige?"
Sein Schweigen war Antwort genug. Remus schritt zurück und setzte sich müde auf sein Bett. James verstand allmählich die Wut seines Freundes, wenn er es auch nicht hatte kommen sehen. Lag es an Lilli, dass ihm nun vieles klarer wurde, als er vorher nicht mal im Ansatz überhaupt wahr genommen hatte?
„Moony? Du weißt doch wohl, dass ich bei jedem von euch so reagiert hätte?"
Aber es kam keine Antwort darauf, stattdessen blickte er in ungläubige und deprimierte Augen. James wagte es die paar Schritte auf ihn zuzuschreiten.
„Ich switch bei jedem von euch in den Verteidigungsmodus. Alles was ich für Padfoot tun würde, würde ich auch für dich oder Wormtail tun."
Und endlich hatte sich der Ausdruck des Freundes geändert. Er war nun nicht mehr so gereizt und frustriert wie vorher, sondern gar ein wenig verwirrt und milder. James wagte es ein wenig zu grinsen und sich neben ihm niederzulassen.
„Ihr fordert es nur nie so heraus wie, Padfoot. Komm schon, Moony. Wir sind die Marauders. Freunde für immer, egal was passiert. Richtig?"
James reichte Remus seine Faust hin in der Hoffnung, dass sein Freund das genau so sah wie er und einschlagen würde. Seine Hoffnung war nicht vergebens. Zufrieden nahm James seine Faust nach dem Einschlagen wieder hinab.
„Sorry," sagte Remus plötzlich, woraufhin James die Stirn runzelte. „Vielleicht hinkt doch noch etwas vom Zauber nach."
Der Marauder aber schmunzelte.
„Selbst wenn, ist gut so. Auch ein Remus Lupin muss mal Dampf ablassen. Im Übrigen war das keine Aufforderung jetzt irgendeinen Unsinn zu treiben, Kumpel!"
Und so schmunzelte auch Remus. James hatte vorher nie auch nur bemerkt, dass etwas in ihrer Freundschaft nicht stimmte. Er mochte all seine drei besten Freunde gleich gern und er war sich sicher, dass er für alle Drei das Gleiche bereit war zu tun. Sie waren einfach nur unterschiedliche Charaktere. Natürlich hatte er viel mehr Spaß mit Sirius und fühlte sich ihm auch viel verbundener. Eben wie Brüder, doch dies bedeutete nicht, dass seine anderen beiden Freunde ihm weniger bedeuteten oder er weniger bereit war für sie zu tun. Die Frage, wessen Partei er ergreifen würde im Falle eines Streites, stand gar nicht erst im Raum. Es gab kein Streit. Sie durften diskutieren, unterschiedliche Meinungen haben, aber sie würden sich niemals so streiten, dass man Seiten wählen müsste. Das hatten sie sich zu Beginn ihrer Freundschaft geschworen. An dem Tag an dem sie Marauder wurden. Freunde für immer und ewig, egal was passierte.
Ein kräftiges Rütteln riss James aus seinem Schlaf. Nachdem er verwirrt die Augen aufschlug, sah er direkt in die hellen, blauen Augen eines seiner besten Freunde.
„Wormtail?" fragte er irritiert.
„Ein Glück, du lebst noch," schoss es erleichtert aus dem pummeligen kleinen Kerl heraus, der nun beruhigt neben James auf dem Boden in sich zusammensank.
„Wieso sollte ich nicht leben?" fragte er misstrauisch. Ayenterro saß nach wie vor neben Remus und auch ihr Ausdruck war noch besorgter als vorher.
„Du warst so blass und hast dich nicht mehr gerührt," erklärte Peter zittrig. James schoss es durch den Kopf, dass Peter womöglich weniger besorgt war, dass sein Freund hätte tot sein können als Furcht vor dem, was Anna mit ihm sonst gemacht hätte.
„Yeah," stöhnte er, nachdem mit dem Aufwachen auch der stechende Schmerz mit jedem Atemzug zurückgekehrt war. „Könnte daran liegen, dass ich ein Dolch in mir stecken habe und im Tiefschlaf war." Der Satz war nicht nur sarkastisch ausgesprochen, sondern auch so gemeint. Er war dankbar über den Schlaf gewesen, der ihm die Wunde für eine Weile hatte vergessen lassen. Nun war alles wieder zurückgekehrt und es fühlte sich schlimmer als vorher an.
„Wie geht's Moony?" fragte er schließlich mit Seitenblick auf den Freund auf der anderen Couch.
„Schlecht," antwortete Diana beunruhigt. Sie hatte mit einer Hand seine gehalten und mit der anderen immer wieder mal seine Wange oder seine Stirn angefasst, um die Temperatur zu überprüfen. „ Er ist eiskalt und sein Herz schlägt immer langsamer... Ich... Ich kann es kaum noch fühlen.. Wenn Anna nicht bald kommt -" Aber Diana brach von sich aus ab und blieb stumm. Den Satz zu Ende zu sprechen war zu schrecklich gewesen. James seufzte deprimiert.
„Wie lang hab ich geschlafen?"
„4 Stunden," antwortete sie.
„Die Zeit rennt," bemerkte James müde. „Die sollten sich echt mal beeilen."
Finster beobachtete er den Zustand seines Freundes und unweigerlich schoss ihm durch den Kopf, dass er nicht zulassen würde, dass sein Freund starb, wenn er es verhindern konnte. Es war ohnehin schon grausam zu wissen, dass er das langsame Absterben seines Körpers bei vollem Bewusstsein tatenlos miterleben musste. Waren seine eigenen Schmerzen dann überhaupt im Ansatz vergleichbar mit dem, was Remus gerade durchmachen musste?
James schloss erschöpft seine Augen. War dies etwa auch von der Magie beabsichtigt? Sollte dies auch einen Grund haben zu geschehen? Er würde wahrscheinlich ohnehin nicht sterben, denn Anna würde rechtzeitig kommen, um ihm zu helfen, aber was war mit seinem besten Freund? Musste er am Ende wirklich auch noch den Tod eines seiner besten Freunde in Kauf nehmen? Alles was die Magie tat hatte seinen Grund, aber das bedeutete nicht, dass James nicht dennoch alles tun könnte, um die Umstände zu ändern. Er hatte keine Kontrolle über Gryffindor's Magie, aber Anna sagte, dass dies keine Rolle spielen würde. Das bedeutete, dass sie seine Magie dennoch benutzen könnte und wenn Anna das benutzen könnte, dann vielleicht auch... James öffnete seine Augen wieder. Er stützte sich auf seinen Ellenbogen und blickte die junge Phowlyrisprinzessin an.
„Ayenterro, weißt du, wie man jemanden aus dieser Lähmung befreit?" fragte er vorsichtig. Sie schien noch nicht zu wissen, worauf er hinaus wollte, denn Diana wirkte sehr verloren und durcheinander als sie ihm antwortete.
„Ähm... Ja... doch..."
„Hast du es schon mal gemacht?"
„Ähm... Ja... Meine Mum wollte, dass ich es lerne."
„Hast du denjenigen stets alleine aus der Starre befreit?"
„Ähm... Nein, ab und zu waren wir auch zu mehreren. Weil meine Kraft alleine sonst nicht gereicht hätte. Ich bin nicht so stark, James."
„Warst du diejenige, die denjenigen dann befreit hat?"
„Ähm... Ja, ich musste es doch lernen?"
„Also weißt du, wie du die Magie von jemanden anderem dazu verwendest, um eine Starre zu beenden – Und fang die Antwort mal nicht mit ähm an!"
Diana sah verdutzt zurück und schien angestrengt nach einem anderen Wort zu suchen woraufhin er ungläubig die Augen rollte.
„Also du weißt, wie das funktioniert?"
„Ja, aber du wirst keine weiteren Phowlyris hier herein bekommen. Sie wagen sich nicht in diese Ebene ohne ihre Königin. Außerdem müsstest du mit ihnen erst ein Band erzeugen und das ist beinahe unmöglich für Zauberer und Hexen. Peter hier, ohne ihm zu nahe zu treten, wäre bestimmt nicht dazu in der Lage. Dass Anna es geschafft hatte grenzt beinahe an ein Wunder. Davor konnte es nur Dumbledore -"
„Ja ja, Anna ist stark, hab's begriffen," wehrte er sofort ab. „Ich hatte auch nicht vor weitere Phowlyris hier zum Kaffee trinken einzuladen. Du könntest aber meine Magie mit deiner vereinen, um Moony zu helfen?!"
Ayenterro war verwirrt zurückgezuckt, doch an ihrem zögern erkannte er, dass diese Idee durchaus im Bereich des Möglichen war.
„James," sagte sie unfassbar. „Anna sagte -"
„Sie sagte, ich solle es nicht alleine wagen und du sollst es nicht alleine wagen. Von uns zusammen war nie die Rede."
„Ich glaube, das war impliziert."
„Quatsch!" winkte er ab. „Moony macht's vielleicht nicht mehr lang. Willst du riskieren, dass er bleibende Schäden davon trägt? Oder gar abkratzt? Ich jedenfalls nicht!"
„Prongs, du darfst das nicht tun," sagte Peter plötzlich.
James grummelte, denn sein Freund hatte seinen beinahe erfolgreichen Versuch Ayenterro zum Handeln zu bewegen mit seinen Worten ausgebremst. Es war offensichtlich, dass er damit auch nicht aufhören würde, zumal es klar war, dass der kleine Zauberer offenbar höllische Angst vor dem Wutanfall einer bestimmten mächtigen Hexe hatte. James blieb keine andere Wahl als zu handeln. Erst Recht als sein kleiner Freund weiter auf sie beide einredete und er war alles andere als stolz was er bereit war zu tun, um einen anderen Freund entgegen dem Versprechen seiner besten Freundin zu helfen. Aber James hatte sein ganzes Leben damit gelebt, Versprechen und Regeln ein wenig zu biegen.
„Wir sollten abwarten, bis die anderen zurückkommen. Sie werden es bestimmt schaff -"
„Scheiße! Argh!"
Seine Hand wanderte zum Dolch an seinem Bauch und er begann sich vor Schmerzen zu krümmen. Die beiden waren augenblicklich panisch zu ihm hingesprungen.
„Wormtail!" keuchte er mit schmerzverzerrtem Gesicht, während sein Körper unkontrolliert zitterte und zuckte.
„Schnell! Du musst nach Iargrove und die anderen holen."
„W-wa-was?" stotterte er verängstigt, woraufhin James mit einer blutverschmierten Hand nach ihm streckte.
„Wormtail, bitte... Ich schaff es sonst nicht... Sie müssen... Arg... schneller... machen..."
„Okay," sagte Peter sofort entschlossen und war aufgesprungen.
„Halt durch, Prongs, ja? Bitte."
Peter lief eilig zum Kamin, warf das Flohpulver hinein und war kurz danach verschwunden. Diana kniete nach wie vor verwirrt an seiner Seite, ihre Hand machte unruhige Bewegungen in der Luft, weil sie absolut keine Ahnung hatte, was sie nun tun sollte.
„Kann ich – ähm... James, was kann ich tun?"
Er atmete tief ein und richtete sich ohne Probleme auf der Couch auf. Sein Körper war ruhig und auch der gequälte Ausdruck war aus seinem Gesicht verschwunden. Die junge Phowlyris zuckte überrascht zurück.
„Nett, dass du fragst," sagte er munter, woraufhin Diana nun die Stirn runzelte.
„Du hast das gespielt?" fragte sie ungläubig, als dieser verschmitzt zu grinsen begann.
„Yep, jetzt sind wir das schlechte Gewissen erst mal los. Ich will, dass du meine Macht dazu benutzt, um gemeinsam mit deiner Macht Moony zu helfen."
Noch war in ihrem Gesicht eindeutige Zweifel zu erkennen, aber auch ein starker innerer Kampf. Natürlich wollte sie den Menschen helfen und schützen, den sie über alles liebte, aber da war diese andere Sache, die sie davon abhielt es sofort auszuführen. Diana war sich bewusst, dass sie Lilli schon mal zwei Mal im Stich gelassen hatte und als Freundin das Letzte war. Wie konnte sie ihr das ein drittes Mal antun? Wer gab ihr das Recht das Leben des Menschen, der Lilli am meisten bedeutete, in Gefahr zu bringen, um das Leben des Menschen zu retten, der ihr, Diana, am wichtigsten war?
„Ayenterro, ich hab Gryffindor's Magie. Anna sagte, dass sie stark genug wäre, um Remus zu helfen."
„Und auch, dass du sie brauchst, um dich vor dem Gift des Dolches zu schüt - Remus!"
Diana war eilig zu ihm zurückgestürzt, um seine Verfassung zu überprüfen, aber ihr tief besorgter Ausdruck war genug, um zu wissen, dass sich sein Zustand rapide verschlechterte. „Nein, nein, nein, bitte, du musst durchhalten."
„Du kannst ihn spüren?" fragte James vorsichtig und hievte sich sehr vorsichtig von seiner Couch auf, um langsam zu seinem Freund hinzuhumpeln. Er machte nur langsame Bewegungen, da neues Blut aus seiner Wunde geflossen war, als er sich bewegte. Sarkastisch begann er sich zu fragen, wie viel Blut er eigentlich überhaupt noch besaß, dass es nach wie vor aus ihm herausquillen konnte.
„Ich habe zu Remus ein Band aufgebaut, daher ja. Ich spüre es und er hat Schmerzen." Diana's Stimme war zerbrechlich und panisch. Fast klang es so als ob sie ihre Worte nur noch seufzte oder gar dem Weinen nah war. „Er stirbt..."
„Okay, jetzt mal Klartext!" sagte James ungeduldig, nachdem ihm ihre Worte in seiner Entscheidung noch bestärkten. „Ich werde nicht sterben, Ayenterro. Ich kenn die Truppe und sie werden immer einen Weg finden, damit ich nicht doch noch den Löffel abgebe. Aber für Moony könnte dann bereits alles zu spät sein. Du und Ich sind die Einzigen, die etwas dagegen tun können also steigst du nun ein oder nicht? Ich tu's sonst alleine, nur dann kratz ich wahrscheinlich zu Hundert Prozent ab! Deine Entscheidung."
Diana biss sich auf die Lippen, aber James war bereits bei ihnen angekommen und hatte sich nun neben Remus auf den Boden niedergelassen. Wieder quoll das Blut bei seinem Atemzug aus der Wunde heraus. Sie blickte verzweifelt zum Kamin in der Hoffnung, dass die anderen in diesem Moment herein schreiten würden, doch das taten sie nicht und die Zeit schritt gefährlich schnell voran. Sie hielt das Zerren an ihrem Herzen nicht mehr aus und ließ sich schließlich neben James auf dem Boden nieder. Widerwillig fuhr sie mit ihrer rechten Hand zu ihm aus und nickte verängstigt.
„Danke," sagte er mit einem kurzen Lächeln und legte seine Hand auf ihre. Diana legte ihre andere Hand auf Remus' Stirn. Nicht, dass er eine Vorwarnung erwartet hätte, nett wäre es jedoch trotzdem gewesen. James spürte das Ziehen in seinem ganzen Körper und es war kein schönes Gefühl, mehr als ob jemand versuchte ihn im Kreis um sich selbst zu drehen und zwar so lange bis ihm schlecht wurde. Sein Kopf begann zu pochen und ein grauenhafter Drang sich sofort zu Erbrechen keimte auf. Ayenterro war vollständig vertieft in ihrem Heilungsversuch. Er war sich nicht sicher, wie lang er das noch aushalten konnte ohne die Kontrolle über seinen Körper zu verlieren. Es war heiß, zu heiß. Er kochte innerlich vor Hitze. Schwankte er gerade oder wackelten nur die Wände um ihn herum?
„OW!" stieß Anna übernatürlich laut aus. Sie saß auf einem größeren Felsen während Sirius einen Dreiecksverband um ihren linken Arm wickelte.
„Sorry," sagte er sofort mit gequältem Gesicht, bevor er nach getaner Arbeit zurück wich. „Ich tu mein bestes aber Wunden von drei Frauen zu versorgen, ist glaub ich nicht mein Ding."
„Wem sagst du das," kommentierte Lilli trocken, die mit Maria daneben stand. Sirius hatte Lilli's rechten Oberarm ebenfalls bandagiert sowie Maria's linkes Bein und man konnte sehen, dass dies stümperhaft schräg passiert war. „Wieso haben diese Sirenen oder Furien oder was immer das auch für Wesen waren nur uns angegriffen?"
„Keine Ahnung, Lil," spuckte Anna sarkastisch. „Schein ich vergessen haben zu fragen, bevor mir ihre Anführerin ihre Krallen ins Fleisch gerammt hat! Und übrigens -" Damit wandte sie sich genau so Feuer speiend zurück an ihren Freund. „In Zukunft will ich nie wieder mehr ein schlechtes Wort über meine Heilkünste von euch hören, denn falls du es noch nicht mitgekriegt hast, Sirius, deine sind um ein vielfaches grottenschlechter als meine!"
Sirius wagte es nicht seiner Freundin zu widersprechen, so geladen wie sie war, stattdessen grinste er heiter.
„Fertig!"
„Toll," sagte sie mit schmerzverzerrtem Gesicht.
„Anna, wir müssen uns beeilen. Du sagtest, Remus hätte nur 7 Stunden Zeit. Davon sind bereits fast 6 vergangen und wir müssen den Trank noch zubereiten," teilte Lilli ihr besorgt mit.
Die Freundin blickte sich ein wenig suchend um.
„Ja, wir sind nur leider noch nicht fertig. Ich brauch noch ne Wurzel einer Thylos Pflanze."
„Wir haben noch eine zu Hause," sagte Maria Potter plötzlich.
„Wirklich?"
„Ja, Liebes. Sie ist zwar schon etwas alt, aber das dürfte nicht viel ausmachen? Michael hatte sie damals besorgt."
„Lilli?" fragte Anna. Schließlich war die Freundin viel besser in Zaubertrank Mischen gewesen.
„Ja, das müsste gehen."
„Gut, das erspart uns einiges an Zeit. Lasst uns geh – Peter?"
Der kleine Marauder war ihnen von weitem entgegen gelaufen und blieb hechelnd vor ihnen stehend.
„Was tust du hier? Du solltest auf James aufpassen."
„Er -" hechel „hat" hechel „gekrampft" hechel „und ich" hechel „solle euch" hechel „schnell zurück" hechel „rufen" Noch mehr hecheln.
Anna hatte misstrauisch die Augenbraue verzogen, jedoch den anderen zugenickt als Zeichen, dass sie sofort aufbrechen sollten. Sie hatten auch noch den ganzen Weg zurück und die Zeit war auch so schon knapp genug gewesen.
James wusste gar nicht mehr wann ihm das letzte Mal so übel zumute war wie in dem Moment. Diesen Zustand gepaart mit dem Feuer, das der Dolch durch seinen Körper schickte, schien ihn langsam in die Bewusstlosigkeit zu treiben.
„Gleich," hörte er Ayenterro's Stimme, aber sie klang viel zu weit weg. War er dabei das Bewusstsein zu verlieren? Alles drehte sich um ihn herum, sein Kopf fühlte sich schwer und schwindelig an. „Kannst du noch?"
„Klar," stieß er ohne groß zu überlegen aus, was nicht der Wahrheit entsprach. Er konnte schon vor 5 Minuten nicht mehr wirklich. Das Atmen fiel ihm mit jeder Sekunde schwerer und ein Seitenblick auf seine andere Hand verriet ihm, dass er zu zittern begann. Schnell stieß er die Hand zu einer Faust zusammen, um seinen Körper wieder unter Kontrolle zu bekommen. James wandte seinen Blick zurück zu Remus und stellte mit einem schwachen Lächeln fest, dass er seine Farbe im Gesicht zurück gewann und mit seinen Augenlidern zu zwinkern begann. Er kam wieder zu Bewusstsein. Sie hatten es geschafft. Er würde leben.
Remus erlangte nun die komplette Kontrolle über seinen Körper zurück und das erste was er tat, war Diana's Hand von seiner Stirn herunter zu ziehen und sich selbst aufzurichten. Für einen Moment sah er ihr tief in die braunen Augen, die ihn Freudestrahlend und erleichternd angesehen hatten. Nur eine Sekunde später sprang er jedoch erschrocken vom Sofa auf und an ihr vorbei auf dem Boden, denn direkt hinter ihr war James in diesem Moment zusammen geklappt und zu Boden gesunken.
Remus brüllte seinen Namen als sich die Augen des Freundes nach hinten bewegten. Es hatte den Mund geöffnet, um etwas zu sagen, aber ihm war kein Wort entfahren. James hörte weder seine Stimme, noch spürte er seinen Körper mehr.
„Prongs!" schrie Remus aufs Neue, das Gesicht war von Panik und Schreck gezeichnet.
„Wieso? Wieso hast du das getan? Wieso?!"
James schluckte als das Gesicht des Freundes verschwamm und er langsam aber sicher in die Bewusstlosigkeit abdriftete. Er spürte das Gift durch seine Venen fließen und die Hitze schien alles in ihm zu verbrennen.
„James!" Er hörte Lilli's Stimme und sie holte ihn für einen winzigen Moment in die Realität zurück. Er sah das bildhübsche Leuchten ihrer smaragdgrünen Augen klar und deutlich und es trieb ihm ein schwaches Lächeln ins Gesicht.
„Lil," hauchte er fast tonlos, bevor ihr Anblick vor seinen Augen erneut verschwamm und er nicht wusste, ob er nun das Bewusstsein verloren hatte oder ob er sich nur tief in seinen Gedanken befand. Er sah Bilder vor seinem geistigen Auge vorbei ziehen. Bedeutende Bilder: Lilli, die ihn bat sie zu heiraten. Sirius, der ihn in eine brüderliche Umarmung zog. Sein Vater, der ihn als Kind so liebevoll und fest auf seine Arme nahm und väterlich drückte. Seine Mutter, die ihn stets warmherzig und stark angestrahlt hatte. Seine Schwester, die vor seinem Bett saß und sich um ihn sorgte. Remus, Peter und Anna, seine Freunde, mit denen er stets viel Spaß hatte und lachen konnte. Er sah unbedeutende Bilder, die ihm dennoch gefielen: Melissa, die lachte und ihm zuwinkte. Sein Großvater, der im Zaubereiministerium an ihm mit einem Augenzwinkern vorbei ging. Den Tag in Hogsmeade, an dem sie sich alle für ein Gruppenfoto im Schnee aufstellten und herum blödelten. 'Sie werden schon einen Weg finden, so wie sie es immer tun' dachte James, bevor alles komplett schwarz wurde und die Bilder durch eine Dunkelheit ersetzt wurden.
„Was ist passiert?" rief Anna besorgt.
Diana und Remus starrten einander sprachlos an, doch das war genug damit Anna den Kopf schüttelte. Es brauchte keine Erklärung. Remus war wieder wach und James lag im Sterben. Jeder wusste auch so, dass sich einer mal wieder nicht an das gehalten hatte, was er tun sollte.
„Sirius, hiev ihn zurück auf die Couch. Lilli? Komm mit. Wir müssen schneller machen. Maria, James wird höllisches Fieber bekommen."
„Ich kümmere mich darum," sagte sie verstehend auch ohne das die junge Hexe mehr gesprochen hatte.
Anna drückte sich schließlich von James wieder auf und rannte schnellen Schrittes aus dem Wohnzimmer raus.
„Wohin -?" fragte Sirus verwirrt während er und Remus James zurück auf eine Couch trugen.
„Wohin wohl," antwortete Lilli bevor er die Frage zu Ende stellen konnte und sie gleichfalls draußen war.
„Den Trank mischen," beendete Maria ihren Satz und hatte sich zu ihrem Sohn auf die Couch gesetzt, um seinen Zustand zu überprüfen. Sie nahm ihren Zauberstab heraus und sprach einige Heilzauber aus, um seinen Zustand zu stabilisieren.
Den größten Teil des Mischens hatte Anna Lilli überlassen, zumal sie mit dem verletzten linken Arm ohnehin kaum etwas hätte tun können. Immer wieder hatte Anna unruhig auf die Uhr gesehen, während Lilli versuchte ruhig zu bleiben und sich nicht hetzen zu lassen.
„Anna," sagte sie schließlich traurig. „Als ich vorhin fragte, was ich falsch machen würde, weil meine Magie James einfach nicht schützt, hast du geantwortet: Nichts."
„...Ja..." antwortete diese skeptisch. Die dunklen Augen waren sichtlich verwirrt.
„Das heißt, du weißt warum es nicht funktioniert, nicht wahr?"
„Lil..." sagte Anna nun sanft, ihr Ausdruck hatte sich jedoch geändert. Er war nun zuversichtlicher und gefühlvoller. „Keine Sorge. Ich arbeite daran."
„Wenn du sagst, dass ich nichts falsch gemacht habe. Dann liegt es an James?"
Mittlerweile verstand die junge Hexe, warum ihr Urgroßvater manchmal Dinge erzählte und manchmal nicht. Die Wahrheit konnte verletzend sein und unausgesprochen konnten sie niemanden belasten. Anna spielte mit dem Gedanken Lilli die Wahrheit zu erzählen, aber es hätte ihr nichts als Kummer gebracht. In dem Punkt war sie sich sicher. Somit lächelte sie sanft zurück.
„Zauber sind nicht so leicht, wie man sie gerne hätte. Vertrau mir einfach, okay? Wir biegen das wieder hin... und alles wird wieder gut..."
Lilli nickte mit einem kleine Lächeln zurück. Es war ein Zeichen, dass sie ihr vertrauen würde, weil sie ihrer Freundin schon seit einiger Zeit in jeder Hinsicht uneingeschränkt vertraute.
Die beiden kehrten wenig später zurück zu allen anderen ins Wohnzimmer. Lilli war mit der Phiole zu James und Maria an die Couch geschritten, wo seine Mutter ihm den Mund öffnete, so dass Lilli die Flüssigkeit in seine Kehle runter gießen konnte.
„Bitte schluck, bitte schluck," flehte sie beunruhigt. Sie waren dabei sehr vorsichtig gewesen, doch er hustete stets einen Teil wieder hinaus und Lilli war sich nicht sicher, ob das reichte, was er getrunken hatte. Es half nichts, denn die Phiole war nun leer und sie hatten nichts mehr vom Trank übrig. Verzweifelt sah sie zurück zu Anna, die ihr jedoch Mut machend zunickte und ein Tuch in die Hand drückte.
„Bereit?" fragte sie vorsichtig. Diesmal nickte Lilli, wenn auch tief besorgt, doch Anna zögerte nicht ihre Hand um den Griff des Dolches zu schließen und ihn mit einem Mal aus dem Körper des Freundes herauszuziehen. Im selben Moment hatte Lilli das Tuch fest auf die Wunde gedrückt, welches sich aber bereits im nächsten Augenblick mit seinem Blut vollgesogen. Maria reichte ihr ein neues Tuch um die Blutung zu stillen.
„Und was jetzt?" fragte Sirius unruhig.
„Warten," antwortete Anna wahrheitsgemäß, wenn auch frustriert. „Er wird Fieber bekommen, aber... er wird's schon packen... Hoff ich."
Die letzten beiden Wörter hatte sie sehr leise gesprochen, wohl in dem Wissen, dass es nicht gut war sie überhaupt ausgesprochen zu haben. „Remus, Diana, ich will von euch nun genau wissen, was passiert ist und wehe ihr lässt etwas aus."
Die beiden hatten es nicht mal gewagt Blicke auszutauschen, so autoritär hatte Anna sie angesehen. Sie waren in den Flur geschritten, wo Diana ihr alles erzählte, zumal Remus absolut nichts für das konnte, was passiert war.
Maria und Lilli hatten sich währenddessen abwechselnd stets um James gekümmert, um sein Fieber zu senken oder die Heilung der Wunde zu sicher zu stellen. Sirius war irgendwann mit Kaffee zurück ins Wohnzimmer gekommen und hatte allen einen hingezaubert. Anna dagegen hatte er ihn mit seinen eigenen Händen gereicht. Sie nahm ihn mit einem sanften Lächeln an, bevor er sich neben ihr niedersetzte und sie ihren Kopf an seine Schulter lehnte. Sirius legte seine Hände um die Schulter seiner Freundin und strich ein paar Mal wärmend rüber. Sie hatten kein weiteres Wort von sich gegeben, sondern darauf gewartet, dass James das Bewusstsein wieder erlangen würde. Es würde eine harte Nacht werden.
Die Sonne ging langsam auf und läutete den nächsten Tag ein. James atmete einmal heftig ein, als ob er vorher noch nie geatmet hätte und richtete sich mit einem Ruck auf.
„Ein Glück, James."
Lilli war ihm sofort um den Hals gefallen und hatte ihn fest umarmt. Er brauchte eine Minute, um sich zu fangen. Er saß nach wie vor auf der Couch, sein Bauch schmerzte auch noch, aber das Atmen wurde nicht mehr durch etwas behindert, wie zuvor noch. Er fuhr mit seiner Hand an den Rücken seiner Frau und drückte sie erleichtert an sich. Er sah im Hintergrund seine Mutter und seine Freunde, die offenbar bei ihm geblieben waren. Sah so aus als ob er wiedermal haarscharf entkommen war.
