A/N: Ein weiteres Kapitel ist geschafft.. danke für die Reviews, über die ich mich immer wieder freue! An NickTessFan: dein Eintrag hat mich echt aufgemuntert! Danke! :)

Disclaimer und Link zum Original von mtnwmgirl sind im ersten Kapitel zu finden!


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26 Große Mädchen weinen nicht

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"And I'm going to miss you like a child misses a blanket, but I've got to get a move on with my life. It's time to be a big girl now, and big girls don't cry." – Fergie

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Hermine betrat ihre Wohnung nach einem weiteren Abend mit Violet und Edward. Sie hatte Glück, dass ihre Kollegen so großartig waren. Sie hatte es sogar geschafft, dass sie die Bedeutung der Gleichstellung aller magischen Kreaturen verstanden. Hermine nutzte ihre Berühmtheit um diese Themen im Vordergrund der Ministeriumsdiskussionen zu halten. Shacklebolt stand hinter ihr, obwohl seine Aufmerksamkeit auch von anderen Seiten gefordert wurde.

Ausnahmsweise war sie im Leben mal auf sich selbst angewiesen und es fühlte sich gut an. Sie lebte allein in einer kleinen Londoner Wohnung. Obwohl es sie ein wenig Anstrengung gekostet hatte, sich daran zu gewöhnen allein zu leben, anstatt ein Zimmer in einem Schloss voller Freunde zu haben, fand sie, dass sie den Frieden und die Ruhe genoss. Trotz ihrer tiefen Liebe zu Harry und Ron, war sie froh als eigene Person angesehen zu werden und nicht nur als Teil des Goldenen Trios.

Sie konnte kaum glauben, dass es beinahe ein Jahr her war seit Harry und Ron wieder aufgewacht waren. Sie waren Monate im Aurortraining gewesen, nicht erlaubt irgendjemanden zu kontaktieren. Severus war ähnlich still gewesen, seit er wieder zur Schule zurückgekehrt war. Hermine war in der Tat an einem Punkt angelangt, an dem sie anfing zu glauben, dass das ganze romantische Fiasko überdramatisch gewesen war.

Ron war in seiner Ausbildung und liebte es. Severus unterrichtete; ob er glücklich darüber war, war eine andere Sache. Und Hermine bekam endlich ein Gefühl dafür, was es hieß allein und unabhängig zu sein. Es war wundervoll. Es gab Zeiten in denen sie vermisste mit Ron Späße zu machen oder akademische Journale mit Severus zu diskutieren, aber alles in allem war sie überraschend zufrieden mit ihrer Arbeit und der Zeit, die sie mit Violet und Edward verbrachte. Bisweilen fühlte sie sich wie eine vollkommen andere Person.

Hermine bückte sich um den maunzenden Krummbein auf den Arm zu nehmen. Sie ging in die Küche, um ihm sein Abendessen zu geben und kam am Stapel Briefe auf ihrem Schreibtisch vorbei. Der Buchverkauf hatte so langsam abgenommen, aber sie bekam Korrespondenz über den Nagini-Artikel, der im Monat zuvor veröffentlicht wurde. Ohne Zweifel hörte Severus von all seinen Kollegen. Sie sollte ihm schreiben. Er war ziemlich erdrückt von seinen Klassen, zumindest hatte sie sich das eingeredet nachdem sie monatelang nichts von ihm gehört hatte. Er hatte ihr eine Kopie des Artikels geschickt, aber das war ja wohl kaum dasselbe.

Wenn Hermine Zeit hatte darüber nachzudenken, fand sie Severus verwirrend. Sie hatten den Sommer über so viel Spaß gehabt. Sie hatte ihn sogar dazu gebracht einen Tag mit ihr im Lake District wandern zu gehen, anstatt in seinem Labor in Spinner's End zu bleiben. Sie hatte beinahe angefangen zu glauben, dass er vielleicht noch immer Interesse an ihr hatte. Es war nichts wirklich passiert, aber sie hatte angefangen sein Haus als ein Zuhause weg von Zuhause zu sehen. Sein jüngstes Schweigen verwirrte sie. Es waren so viele Monate vergangen und er hatte gesagt, dass er nicht ewig warten würde. Vielleicht hatte er nur höflich sein wollen… nein, das war es auch nicht. Sie vermutete dass sein Schweigen darin begründet war, dass er sie nur noch als eine Freundin ansah, weil er nicht wollte, dass sie sich mehr daraus machte als es war.

Nun, Ron und Harry würden bald zurück sein. Sie würden Zeit mit ihr verbringen wollen. Ginny war in Wales mit den Harpyien. Sie schien kaum in London zu leben, seit ihr Training beendet war. Oh, naja. Hermine überließ Krummbein seinem Mahl und ließ sich vor dem Kamin im Wohnzimmer nieder. Nachdem sie das Feuer mit einem Schlenker ihres Zauberstabes entfacht hatte starrte sie einfach nur in die Flammen. Es tat gut zu Hause zu sein. Es tat gut allein zu sein nach einem Tag voll Beschwerden von herrischen Hexen über ihre ‚dreisten' Hauselfen und Kobolden, die sich um ihr Erbe betrogen fühlten. Hermine war immer noch erstaunt, dass sie am Morgen bei dieser Hexe die Ruhe bewahrt hatte. Was manche Leute für Nerven hatten! Dennoch, sie wusste, dass sie etwas bewegte. Ihre Arbeit bewirkte etwas und das war es was wichtig war.

Hermine hatte gerade ihre leichte Lektüre aufgenommen – Restriktion von Kobolden im 17ten Jahrhundert – als sie jemand flohte. Es war George um zu sagen, dass die Hogwartskinder am Samstag in Hogsmeade sein würden und ob sie nicht den Aufruhr den seine neuen Spielereien anrichten würden sehen wolle? Hermine willigte ein. Nicht weil sie unbedingt wissen wollte was für neue Erfindungen George entwickelt hatte, sondern weil ihr klar war, dass der wieder eingesetzte Leiter von Slytherin vielleicht die Schüler begleiten würde.


Sie marschierte in die Küche, die Montagsausgabe des Tagespropheten unter dem Arm, und ließ die Faust auf den Küchentisch niederfahren. Sie konnte sich nicht erinnern je so wütend gewesen zu sein, wie sie es in dem Moment war. Sie würde diesen mageren Hals umdrehen—nein, sie in Vergessenheit hexen! Nein, verhexen war noch zu gut für—verdammt! Hermine goss sich einen starken Schluck ein. Sie brauchte es. Sie grabschte die Zeitung und ließ sich auf das Sofa fallen. Sicher wurden öffentliche Hinrichtungen unter besonderen Umständen noch zugelassen?

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Kriegsheldin betrügt mit ehemaligem Professor

Von Rita Kimmkorn

Miss Hermine Granger hat eine Reihe gebrochener Herzen auf ihrem Pfad hinterlassen. Zuerst Viktor Krum und Harry Potter während sie noch Schülerin war. Seit dem Ende des Krieges war sie ständig in Begleitung des Kriegshelden Ronald Weasley gesehen worden. Aber seit ihr Verlobter sich in der Aurorenausbildung befindet, hat Miss Granger ihre Angel in andere Richtungen geworfen. Am Samstag wurde sie in den Drei Besen in einer innigen Umarmung mit ihrem ehemaligen Professor Severus Snape gesichtet. Natürlich hatten die beiden letztes Jahr, als sie zusammen arbeiteten um Weasley und Potter zu heilen, genug Zeit eine enge Beziehung zu bilden. Miss Granger hat wohl bemerkt, dass sie etwas verpasst hatte, da sie in den Armen ihres Professors ziemlich glücklich aussah.

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Hermine konnte den Artikel nicht einmal zu Ende lesen. Dort, jeder Hexe und jedem Zauberer sichtbar, war ein bewegtes Foto von ihr und Severus, wie sie Händchenhaltend in einer Kabine saßen, für alle Welt wie ein verliebtes Pärchen aussehend. Hermine stieß einen frustrierten Schrei aus. Sie hätte Rita Kimmkorn zermalmen sollen, als sie die Gelegenheit dazu hatte.

Hermine nahm einen tiefen Zug ihres Getränks und seufzte geschlagen. Ihre Rage war sinnlos, denn ausnahmsweise hatte Kimmkorn mal die absolute Wahrheit geschrieben—außer, dass Händehalten natürlich nicht als innige Umarmung durchging. Sie hatte gedacht, dass Snape sich über einen Überraschungsbesuch freuen würde, wenn er als Aufsicht in Hogsmeade war. Es war genauso wahrscheinlich, dass sie den Nachmittag mit Hagrid oder einem anderen Professor verbracht hätte. Sie wäre mit dem Ergebnis genauso zufrieden gewesen, hatte sie sich eingeredet.

Aber Snape war dort gewesen und er schien erfreut sie zu sehen. Sie hatten sich an einen Tisch in den Drei Besen gesetzt. Rückblickend hätte Hermine es besser wissen sollen, als so einen überfüllten Ort zu wählen.

Wie wäre es hiermit?" fragte er und zeigte auf eine kleine Kabine in der hinteren Ecke.

Perfekt!" entgegnete sie und ließ ihn voraus gehen. Nachdem sie Mittagessen und Butterbier bestellt hatten fragte er was sie nach Hogsmeade führte.

Oh, George wollte mir ein paar seiner neuen Tricks für die Schüler vorstellen, die seit heute morgen im Verkauf sind."

Irgendwas wovon ich wissen sollte?"

Oh, nichts wurde speziell für Verteidigung gegen die Dunklen Künste entwickelt. Ich glaube George hat immer noch einen gesunden… Respekt vor dir." Hermine grinste. „Und wie ist es dieses Jahr?"

Nicht so viele Dummköpfe wie letztes Jahr, aber… ich frage mich manchmal ob sie in der Lage sind irgendetwas anderes als Makeup-Tipps und Quidditschergebnisse zu behalten." Snape seufzte dramatisch.

Hermine lachte. „Nun, es gibt Tage an denen ich so über das Ministerium denke, aber ansonsten geht es erstaunlich gut momentan. Ich habe wundervolle Kollegen, Violet und Edward."

Hast sie also schon der Sache verschrieben?" grinste Snape. „Mussten sie dein Buch lesen um für dich arbeiten zu dürfen? Sind sie schon Mitglieder von .R?"

Du bist genauso schlimm wie die Jungs! Und sie sind länger dort als ich. Ich würde sie nicht zwingen mein Buch zu lesen, aber ich habe dem Büro eine kostenlose Ausgabe zu Referenzzwecken vermacht…" Hermine verstummte und wurde rot. War sie für jeden so leicht zu lesen? War es denn falsch Gerechtigkeit zu wollen?

Ich habe eine ziemlich große Anzahl an Anfragen über unseren Artikel erhalten," bot Snape an.

Ich habe auch einige bekommen. Ich habe sie für dich mitgebracht, falls ich dich hier treffen würde… also… um sie dir zu schicken. Ich war nicht sicher ob diese Vereinigungen dich auch kontaktiert hatten." Hermine griff in ihre Tasche und zog einen kleinen Stapel an Briefen heraus. „Hier sind sie. Also, Mrs. Banks sagt—"

Ich bin sehr wohl in der Lage zu lesen, Hermine." Ihr Essen kam, während er immer noch den Inhalt der Briefe überflog und sie aßen schweigend. Hermine wurde langsam unruhig; sicherlich konnte er die doch lesen nachdem sie wieder weg war. Würde er sich denn nicht lieber mit ihr unterhalten?

Du kannst sie behalten, Severus. Ich habe sie bereits beantwortet." Er nickte und steckte die Pergamente in die Tasche. Er fragte nach den Einzelheiten ihres Jobs und Hermines Geschichten brachten sie durch den Rest der Mahlzeit. Rosmerta kam vorbei und leerte den Tisch. Sie bestellten eine weitere Runde Butterbier, unwillig zu gehen. Letztendlich waren ihre Getränke auch geleert und Hermine warf einen Blick auf die Uhr. Sie sollte wirklich zurück ins Büro und diese Berichte fertigstellen. Sie würde am Montag fünf Sitzungen haben, auf die sie sich noch nicht vorbereitet hatte. Sie würde den morgigen Tag ohnehin schon im Büro verbringen müssen. „Ich sollte wirklich ins Büro zurück." Sie wollte aufstehen, aber Severus ergriff ihre Hand.

Geh nicht," flüsterte er. Hermine setzte sich wieder und starrte in seine Augen. Plötzlich waren die Nächte, die sie zusammen verbracht hatten, mit erstaunlichem Nachdruck wieder da. Severus fuhr fort ihre Hand zu halten und zeichnete bedeutungslose Muster auf ihre Handfläche. Hermine konnte sich nicht erinnern eine Berührung je so erotisch gefunden zu haben. Sie konnte kaum atmen. Als sie fortfuhr ihm in die Augen zu sehen, spürte sie etwas in ihrem Kopf, kein unangenehmes Gefühl—ihre Augen weiteten sich. Er teilte ihre Erinnerungen an jene Nächte. Sie dachte sie könnte in Ohnmacht fallen—aus Verlegenheit oder Verlangen, sie war sich nicht sicher.

Dann gab es ein lautes Knallen und ein Slytherin Viertklässler rannte zum Tisch herüber. Severus entwirrte subtil ihre Hände, als er zuhörte wie Johnny Wright nur ein paar Tische entfernt gestürzt war. Er nickte zum Abschied zu Hermine und ging um nach seinen Schützlingen zu sehen. Das Kind musste in den Krankenflügel und Severus war sofort mit Johnny nach Hogwarts zurück gekehrt.

Jetzt realisierte Hermine, dass das Knallen nicht Johnnys Sturz gewesen war. Es war Rita gewesen, wie sie das Bild aufnahm. Was würde sie nur zu Severus sagen—zu allen um genau zu sein? Er würde die Zeitung gesehen haben. Es gab nichts zu tun, als die Presse mal wieder abzuwarten, aber vielleicht sollte sie vorbeischauen und sie könnten zumindest darüber reden. Das erschien eine vernünftige Lösung. Aber ihr Besuch in Hogwarts würde es aussehen lassen, als würde es Ritas Gerüchte bestätigen. Was für ein Dilemma!

Dann hörte sie ein Klopfen an der Tür. Perfekt! Er war vorbei gekommen. Sie rannte zur Tür. „Ich hatte gehofft, dass du vorbei kommst," sagte sie, als sie die Tür öffnete.

„Woher wusstest du denn, dass ich wieder da bin?" fragte Ron. Er zog die sprachlose Hermine in eine feste Umarmung. Sie hatte gedacht, dass die Jungs erst in einigen Wochen zurückkehren würden.

„Wo ist Harry?" fragte sie und Ron wurde rot.

„Äh.. ämmm… sieht so aus als hätte er Ginny etwas Zeit allein versprochen, wenn er zurück kehrt."

„Und er konnte nicht vorher kurz hier vorbei schauen?" Hermine tat so als wäre sie beleidigt.

„Ah, lass es sein." Ron sank aufs Sofa. „Ey! Was ist das denn?" Seine Augen überflogen den Artikel. „Verdammt! Diese Frau hat es wirklich auf dich abgesehen, Hermine! Erst Viktor, dann Harry, dann sind wir verlobt und dann Snape! Mann, was glaubt sie denn was für eine Sünderin du bist? Also haben du und Snape zusammen gearbeitet. Ihr seid Freunde. Alle wissen das! Hat sie noch nie gehört, dass Hexen auch männliche Freunde haben können?"

Hermine stöhnte und leerte ihr Glas. „Schätze nicht." Sie brachte all ihren Mut auf. Jetzt war die perfekte Gelegenheit, ihm zu sagen was passiert war. Aber bevor sie anfangen konnte, hüllte er sie in eine feste Umarmung.

„Gut, dass ich heute Nacht hier bleibe. Ich würde nicht wollen, dass du damit allein zurecht kommen musst."

„Du machst was?" Hermine war empört.

„Ich wollte es nicht so ausdrücken! Aber als ich gesagt habe, dass… wegen Harry und Ginny, ich dachte du würdest es verstehen."

„Die brauchen doch nicht das ganze verdammte Haus dafür!" wand sich Hermine. Sie hatte nicht laut werden wollen.

Rons Ohren wurden rot. „Nun, es ist nur… ich bin ihr Bruder, also… es ist einfach unangenehm. Ich kann auch nicht in den Fuchsbau. Mum würde es wissen und das wäre eine Katastrophe. Und George und seine Freundin haben auch… Pläne. Bitte, Hermine? Dein Sofa sieht schrecklich gemütlich aus nach dem ganzen Zelten die letzten Monate."

Hermine seufzte. So viel zu es ihm sagen. Sie wäre ein Idiot es alles zu erklären, wenn er die Nacht hier verbringen musste. „Ich hol dir eine Decke und ein Kissen."

Wenn Ron enttäuscht war, dass sie ihn nicht gefragt hatte bei ihr im Bett zu schlafen, versteckte er es gut. Aber als sie den Raum verließ nahm er die Zeitung auf, um das Bild genauer anzusehen. Er seufzte. „Wann wirst du mir endlich die Wahrheit sagen?" flüsterte er.

Er war zu eingenommen von der Zeitung um zu sehen, wie ein Paar dunkler Augen im Kamin erschienen, sich runzelten und dann genauso schnell wieder verschwanden.

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A/N: Ich hoffe es hat euch gefallen! Leider nähern wir uns schon dem Ende der Geschichte.. es gibt nur noch 5 weitere Kapitel!