Ist nur kurz, aber dafür war die Pause nicht so lange ;o)
Ein großer Fehler
Am Nachmittag überredete Harry alle zu einer großen Schneeballschlacht und so ging der Tag mit viel lachen zu Ende. Harry fiel müde ins Bett, mit dem Gedanken, dass es das schönste Weihnachtsfest war, das er je erlebt hatte.
Ooooo
Am nächsten Tag jedoch war es im Schloss sehr ruhig. Penny war in der Bibliothek, Draco in seinem Gemeinschaftsraum, Severus bei Salma und Harry allein in seinem Zimmer. Da kam Harry eine Idee.
Wenig später schlich sich Harry unbemerkt mit seinem Besen in die Große Halle. Er sah zur Decke hinauf und war wirklich gespannt, was ihn dort oben erwarten würde. Mit einem kräftigen Sprung war er in der Luft. Er flog in den projizierten blauen Himmel und stieg höher und höher. Es war eigenartig und Harry fragte sich, wann er die Decke erreichen würde.
Als er davon überzeugt war schon weit genug oben zu sein. Änderte Harry die Richtung und flog nun seitlich, in der Hoffnung irgendwann die Wand zu erreichen. Als er hinunter blickte schmunzelte er. Die vier Haustische und die Stühle sahen aus, wie für Zwerge.
„Harry!" dieses plötzliche Wort aus unmittelbarerer Nähe hätte Harry vor Schreck vom Besen fallen lassen.
„Veilchen! Bist du verrückt? Du hättest mich umbringen können! Was tust du überhaupt hier?"
Violetta saß hinter Harry auf dem Besen und grinste breit. „Das selbe könnte ich dich fragen!" sagte Violetta. „Was machst du hier?"
„Das fragst ausgerechnet du? Was denkst du denn was ich hier mache?" fragte Harry, als ob das doch klar sein sollte. „Ich dachte, vielleicht, ist die Projektion der Hallendecke mit dem Abbild der Wirklichkeit gemeint."
„Na ja, die Idee ist nicht schlecht, aber ich bezweifle, dass du hier was finden wirst" sagte Violette.
„Wieso?" wollte Harry wissen.
„Weil die Decke nicht mehr als eine Glaskuppel ist und mit einem Schutzschild ausgestattet ist, der Alarm auslöst, sobald man ihn durchbricht."
Beinahe wäre Harry erneut vom Besen gefallen. „Alarm?" fragte er mit ungutem Gefühl im Bauch.
„Ja, das war der Grund warum ich gekommen bin. Ich wollte sehen, was passiert ist!"
‚Oh Mist' fluchte Harry leise und wollte in einen steilen Landeanflug gehen. ‚Vielleicht, kann ich noch schnell weg' hoffte er. Doch obwohl die Wolken durch die er flog an ihm vorbei schossen, er kam dem Boden kein Stückchen näher.
„Du musst warten, bis jemand den Schutzschild aufhebt" sagte Violetta, als sie Harrys Vorhaben bemerkte.
„Was?" fragte Harry panisch. Er würde also darauf warten müssen, dass man ihn auf frischer Tat ertappte?
Es dauerte auch nicht lange, da kamen Severus und Dumbledore mit gezückten Zauberstäben in die Halle gestürzt. Für einen kurzen Moment waren die Beiden erleichtert, dass es nur Harry war. Aber kurz darauf funkelte Severus gefährlich, „Harry. Runter. Sofort!"
Dumbledore hob den Zauberstab und hob den Schutzschild mit samt der Projektion auf. Nun sah Harry, dass er nur knapp unter der Glaskuppel war. Als der Griff des Schutzschildes nachließ, fiel Harry ein kurzes Stück in die Tiefe, ehe er seinen Besen wieder unter Kontrolle hatte und in einen sanften Sinkflug überging.
Jeden Meter, den er sich dem Boden näherte, wurde ihm bewusst, was für ein Fehler seine Aktion war. Er hatte versprochen bis zur Ordensversammlung nichts mehr in Sachen Gryffindorkammer zu unternehmen und jetzt hatte er es doch gemacht. Severus würde nicht erfreut sein.
Aber Severus war nicht Harrys einzige Problem. Da war noch ein ziemlich enttäuschter Schuldirektor. Sein Blick ließ Harry innerlich ein paar Zentimeter schrumpfen.
Doch dann sah Dumbledore zu Violetta. „Miss Turner. Haben Sie nichts Besseres zu tun, als Schüler ins Verderben zu drängen?"
Severus warf in diesem Moment Dumbledore einen Blick zu, als hätte der Schulleiter plötzlich den Verstand verloren. Es war ihm unbegreiflich, dass hier noch jemand außer Harry im Raum sein sollte. Harry hätte gelacht, wenn seine Situation nicht so ernst wäre.
„Es war nicht meine Idee!" verteidigte sich Violetta.
„Nein, aber Sie setzen diesen Jungen Flausen in den Kopf, die nicht gut für ihn sind" sprach Dumbledore weiter, „Ich möchte, dass Sie ihn in Ruhe lassen!"
„Wie du meinst Distel!" und mit diesen Worten verschwand Violetta mit einem leisen Plop.
Dann wand sich Dumbledore wieder an Harry. „Ich dachte, ich hätte mich klar ausgedrückt, als ich dir verboten habe, nach der Kammer zu suchen. Du hast mich schwer enttäuscht Harry. Wenn ich dich noch einmal dabei erwische, wird es unangenehme Konsequenzen haben!"
Mit diesen Worten drehte sich Dumbledore um und ging.
Harry sah ihm grimmig nach. So gerne hätte er mit ihm geschrieen. Ihn gefragt, wieso Dumbledore so überzeugt war, dass es gefährlich war, aber dann fiel sein Blick auf Severus und jeder Gedanke erstarrte.
„Besen!" sagte Severus und streckte fordernd seine Hand aus.
„Es tut mir Leid Sev. Ich wollte nicht –"
„Es ist mir egal was, du wolltest, oder nicht. Gib mir den Besen, Harry!"
Harry gab seinen Besen her, aber nicht ohne Protest, „Was ist so schlimm daran, wenn in der großen Halle ein bisschen fliege? Da ist überhaupt nichts Gefährliches dabei!"
„Mal davon abgesehen, dass du den Alarm ausgelöst hast und Dumbledore und mir den größten Schreck unseres Lebens verpasst hast!"
„Ich wusste nicht, dass die Decke Alarmgeschützt ist. Ich wollte nur wissen, was hinter der Projektion ist."
„Und warum?"
Harry ließ den Kopf hängen.
„Was hättest du wohl getan, wenn du tatsächlich so was wie einen Geheimgang gefunden hättest? Hättest du jemanden informiert, oder wärst du blindlings hinein gegangen?"
Harry zuckte zusammen. Er wäre wohl einfach rein gegangen.
„Außerdem dachte ich, wir wären uns einig, dass wir über Weihnachten die Sache ruhen lassen. Es ist bereits der Termin zu nächste Ordenssitzung festgelegt."
„Ich weiß, es tut mir Leid. Aber auf die Idee hinter der Deckenprojektion zu suchen kam ich erst vor zwei Tagen. Ich war… neugierig!"
„Deine Neugierde, wird dir eines Tages das Leben kosten! Du solltest endlich mal an die Folgen denken, die dein Handeln haben könnte! Und dafür werde ich dir genug Gelegenheit geben. Du hast Stubenarrest für mindestens eine Woche!"
„Stubenarrest?" fragte Harry unsicher, während Bilder von einem dunklen engen Kasten vor sein geistiges Auge blitzen.
„Ja. Du geht auf dein Zimmer und bleibst dort!"
Harry wollte noch etwas erwidern, aber Severus Blick lies den Jungen verstummen. Mit hängendem Kopf trottete er hinter Severus her, bis er sein Zimmer in Severus Privaträumen erreicht hatte.
„Ich hole dich zum Essen ab!" waren Severus letzen Worte, ehe die Zimmertür zuging.
Frustriert und von der Welt missverstanden, warf sich Harry auf sein Bett. Der Gedanke, eine Woche ans Zimmer gebunden zu sein war unerträglich. Mit einem Mal kam es ihm vor, wieder bei den Dursleys zu sein. Vereinzelte Tränen kamen ihm hoch. Jetzt würde er Penny nicht mehr wieder sehen, ehe sie wieder nach Amerika flog. Dabei wollte er das Mädchen doch überreden, in Hogwarts zu bleiben.
Solche und ähnliche Gedanken stürzten auf Harry ein. Als Severus ins Zimmer kam um Harry für das Mittagessen abzuholen, fand er den Jungen zu einem kleinen Ball eingerollt auf dem Bett wieder.
„Harry?" fragte er verunsichert.
„Geh weg!" kam eine verheulte Stimme als Antwort.
Doch Severus dachte gar nicht daran. Er kam auf das Bett zu und setzte sich zu Harry, „Was ist los?" fragte er mit ungewohnt sanfter Stimme.
„Es ist so unfair!" schluchzte Harry.
„Was ist unfair?"
„Es ist Weihnachten!"
„Ich weiß, aber das ist kein Grund, sich über Verbote hinweg zu setzten!"
„Ich wollte doch mit Penny Zeit verbringen, wo sie nur so kurz da ist."
„Du kannst ja Penny beim Essen fragen, ob sie dir Gesellschaft leisten will! Nur weil du Stubenarrest hast, heißt das nicht, dass du die ganze Zeit alleine sein musst."
„Ich will aber keinen Stubenarrest haben" schniefte Harry kleinlaut. „Das erinnert mich an die Dursleys!"
„Harry, du hast einen Fehler gemacht und das sind nun die Konsequenzen. Finde dich damit ab! Und wenn es dir hilft, dann lass einfach die Türe offen!"
„Das geht?" fragte Harry unsicher.
„Deine Strafe soll bezwecken, dass du verstehst, dass ich dich in Sicherheit wissen will und nicht, dass du weggesperrt wirst. Ich könnte es mir nicht verzeihen, wenn dir etwas passiert."
Harry setzte sich langsam auf und flüsterte, „Ich hab dich lieb!"
„Ich dich auch Harry," antwortete Severus und drückte den Jungen sanft an sich.
„Es tut mir wirklich Leid. Ich hätte mehr nachdenken sollen. Aber mir war so…"
Harry stoppte mitten im Satz.
„Dir war so…?" fragte Severus jedoch mit ernster Stimme nach.
„…langweilig," nuschelte Harry.
„Verstehe. Dann werde ich dich wohl oder übel für die nächste Woche beschäftigt halten. Damit du nicht auf mehr dumme Ideen kommst."
Harry Mund klappte auf, doch Severus ließ ihn nicht zu Wort kommen. „Komm jetzt. Sonst ist für uns Nichts mehr übrig!"
