Ich bin absolut nicht zufrieden mit diesem Kapitel, aber ich stelle es dennoch erst einmal online. Möglicherweise schreibe ich es aber noch um, ggf. sogar neu.


26. Kapitel: Ein gemeinsamer Weg ohne Ziel

Nach drei Tagen Bettruhe wurde Padme ungeduldig und hibbelig. Sie mochte es nicht, unnütz im Bett zu liegen und die wenigen Aufgaben, die sie von hier aus erledigen konnte, befriedigten sie nicht. Zwar waren Hebamme und Mediker vollends zufrieden mit ihr, doch hoben sie die strikte Bettruhe nicht auf. Kein Risiko.

Das sah sie ein, schließlich wollte sie ihr Kind nicht verlieren. Ein Wunschkind, wenngleich dieses früher entstanden war, als dass sie hätten konkrete Pläne machen können. In Wunschkind ihres Verlobten, der jahrelang diesen Wunsch beiseite geschoben hatte, bis er fast schon wieder zu alt war, und ihr Wunschkind, die sich oftmals fast noch selbst als Kind fühlte.

Die Veränderungen ihres Körpers, die mit diesem Stadium der Schwangerschaft einhergingen, missfielen ihr sehr. Die Übelkeit am morgen war oftmals immens und schwächte sie, der Busen begann anzuschwellen und langsam zu wachsen. Ein ganz neues Körpergefühl!

Außerdem wurde sie so etwas von gefühlsdusselig,…zumindest in ihren Augen. Manchmal wollte sie einfach nur weinen, aus keinem ersichtlichen Grund, kurze Zeit später war sie einfach nur glücklich und fröhlich und wollte die ganze Galaxis umarmen.

Palpatine gab sich redliche Mühe, ihr die notwendige Bettruhe zu versüßen und so angenehm wie möglich zu gestalten. Neulich hatte er sie persönlich in den Salon getragen, als sich Besuch für sie angekündigt hatte. Da Mon Mothma ja bereits wusste, dass Padme in anderen Umständen ihr Leben fristete, gab es nichts zu verstecken. Und Padme war froh, eine Freundin und Kollegin an ihrer Seite zu haben und sei es nur für ein paar Stunden. Eine willkommene Abwechslung.

Ihr Verlobter war ungewöhnlich kräftig, obgleich schmal von Statur und anscheinend sehr fragil, doch seine Muskeln waren stark und seine Kondition leicht zu unterschätzen. Er war wohl auch etwas eitel, was seine körperliche Kondition und sein Aussehen anging, aber er stellte es nicht offen zur Schau. Er achtete penibel auf seine Kleidung, stimmte sie dem Anlass entsprechend ab.

Wenn erst einmal ein Säugling anwesend war, würde die Penibilität gelegentlich etwas leiden, denn, und da war sich Padme sicher, das Baby würde keinerlei Scheu haben, auf die Roben seines Vater zu sabbern oder zu erbrechen.

Mit einem Baby ticken die Uhren anders, hat meine Mutter immer gesagt, und Sola hat ihr da schon Recht gegeben. Demnächst werde auch ich ihr zustimmen.

Anakin Skywalker war am letzten Abend zu ihnen zu Besuch gekommen. Auch er schien sich gefreut zu haben, die Möglichkeit zu bekommen, Naboo wieder zu sehen. Palpatine erklärte ihm die Umorganisation der Pläne, von der Hochzeit auf Coruscant, zu der sie ihn und Meister Kenobi als enge Freunde einluden. Es würde eine kurze private Zeremonie werden, im Kreise der Familie und wenigen Freunden. Anakin hatte versprochen, mit seinem Meister herzukommen.

Er erkundigte sich auch nach Padmes Gesundheit. Er wusste von ihrem Zustand, gratulierte ihnen zum Nachwuchs.

Anschließend, sie war zu müde gewesen und zu erschöpft, und bereits vollends mental auf die Ankunft ihrer Eltern in ein paar Tagen gewesen, hatte Palpatine sie zurück ins Schlafzimmer getragen, damit sie zu Bett gehen konnte. Er war dann noch mit Anakin im Garten spazieren gegangen. Ziemlich lange. Mittlerweile hatte Anakin wohl dem ältlichen Mann vergeben, dass sich jener angeblich an seinen Engel rangemacht hatte.

Nun, wenn ich bedenke, dass Anakin zugegen war, im Erdgeschoß geschlafen hat, während wir oben in seinem Bett das erste Mal miteinander geschlafen haben. Das könnte auch die Nacht gewesen sein, in der wir den Grundstein für unsere Familie gelegt haben,…

Wir waren so achtlos in jenen Nächten, so naiv, haben irgendwie nie auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass wir ein Kind zeugen könnten. Es war eher, als wäre von Anfang an klar, dass wir ein Kind wollten, und doch waren wir zuerst erschrocken, als wir von unserer baldigen Elternschaft erfuhren.

Alles geschieht so schnell, so rasch, doch ist es wunderschön. Ich liebe ihn so sehr.

Gut, er ist alt, aber gut in Schuss, und er wirkt jünger, wenn er zuhause ist, wenn wir unter uns sind, und ihn die Bürde seines Amtes nicht belastet. Unser Baby wird fast schon wieder einen jungen Papa aus ihm machen. Ich sehe es schon bildlich vor mir, wie er mit unserem Sohn oder unserer Tochter im nächsten Jahr auf dem Rand des Sandkastens im Garten sitzt und mit ihm oder ihr spielt und auf den Wegen herumtollt.

In der Tat standen mehrere Veränderungen an, auch in ihren Räumlichkeiten. Der Garten würde gesichert und umgestaltet werden; das zu beaufsichtigen würde zu ihren Aufgaben zählen, wenn sie in den letzten sechs Wochen vor der Niederkunft von ihren Aufgaben als Senatorin vorübergehend entbunden würde, und zuhause war. Dann musste noch ein Kinderzimmer eingerichtet werden, aber das würden sie beide gemeinsam in Angriff nehmen.

Morgen würden endlich ihre Eltern auf Coruscant eintreffen, mit ihrem Kleid im Gepäck. Cos ließ gerade ein Gästezimmer herrichten. Einen Tag später würden sie dann endlich zu Mann und Frau, ganz offiziell.

Sie hörte Schritte auf dem Korridor, die sich langsam dem Schlafzimmer näherten. Cos schien zu Bett kommen zu wollen, endlich. Es war schon sehr spät, nach Mitternacht. Sie wusste, dass Cos sich häufig mit Schlaflosigkeit herumplagte, aber sie wusste nicht, welche Ursachen dies hatte. Wahrscheinlich wusste er es nicht einmal.

Die Tür öffnete sich und er trat ein, sichtlich erschöpft, aber er lächelte sie an, wie er sie hellwach im Bett sitzen war, den Oberkörper gestützt durch einige Kissen im Rücken.

„Das Gästezimmer ist hergerichtet, Liebes. Jetzt müssen deine Eltern nur noch eintreffen."

„Sie wollten sich morgen früh nochmals melden, ob das Schiff pünktlich sein wird", antwortete Padme und erwiderte sein lächeln, „Und dann darf ich auch endlich wieder aufstehen."

„Wenn der Mediker morgen früh sein Einverständnis gibt", er ließ sich auf der Bettkante nieder und beugte sich zu ihr hinunter, um sie zärtlich auf den Mund zu küssen. Padme antwortete ihm.

„Darauf freue ich mich immer den ganzen Tag", gestand er ihr, nachdem er sich von ihren Lippen gelöst hatte.

„Worauf?", sie grinste.

„Auf einen Kuss von dir. Er macht Lust auf mehr", eindeutig zweideutige Aussage, doch Padme erwiderte seinen Blick. Auch sie hatte ein großes Verlangen nach ihm, und in den letzten Tagen hatten sie sich zurückhalten müssen, wegen der akuten Fehlgeburtgefahr. Doch die war gebannt und stand etwaigen nächtlichen Aktivitäten nicht mehr im Weg; der Mediker hatte ihnen nur geraten, vorsichtig zu sein und keinen extremen Neigungen nachzugehen, an denen sie sowieso kein Interesse hatten.

„Du willst tatsächlich noch vor der Ehe sündigen, hm?", ihr Grinsen hatte etwas Schelmisches.

„Liebes, so oft wie wir schon vorehelich aktiv gewesen sind…", er hatte einen amüsieren Gesichtsausdruck auf den Lippen. Er mochte es, von ihr mit Worten herausgefordert und aufgefordert zu werden. Spielerisch.

„…da kommt es auf ein Weiteres mal nicht an, nicht wahr?", beendete sie seinen Satz flüsternd und machte sich bereits an seinen Gewändern zu schaffen. Sie hatte beobachten können, dass er nach ihren Liebesspielen stets eingeschlafen war und durchgeschlafen hatte bis zum nächsten morgen. Entspannung würde ihnen beide gut tun. Auch hatte sie es vermisst, mit ihm zu schlafen, aber das Wohl ihres Kindes hatte Vorrang vor den sexuellen Bedürfnissen der Eltern.

Mit einem Kuss zog sie ihn zu sich ins Bett und schälte ihn aus seinen formalen Gewändern, während er ganz vorsichtig ihr Nachthemd bis zur Hüfte hochschob. Zwei Minuten später meldete sich lautstark sein Comlink.


„Wie spät ist es?", murmelte sie in seine nackte Schulter. Sein Weckalarm hatte sie beide aus dem Tiefschlaf gerissen, nachdem sie nur wenige Stunden Schlaf hatten finden können.

„Sonnenaufgang, mein Schatz", antwortete er müde, seine Hand streichelte ihre Taille, die, zumindest nach Padmes Angaben, bereits zu schwinden schien. Er hatte noch nichts davon bemerkt, würde es aber sicher bald.

„Aufstehen?"

„Ich befürchte es. Aber, Liebes, heute kommen deine Eltern, dass sollte dir eigentlich genügend Elan geben, um aus dem Bett aufzuspringen und dich dem Tag mehr als freudig zu stellen."

„Uh,…und was ist mit dir? Deine Schwiegereltern werden nachher eintreffen, und sie werden etwas bleiben. Du heiratest ihre Jüngste, die bereits ein Kind von dir trägt."

„Ach, solange du mich nicht mit ihnen allein lässt", er grinste über das ganze Gesicht und küsste ihr braunes Haar. Es war so weich und roch so gut.

Er wollte nicht aufstehen. Hier so mit ihr zu liegen, sie in seinen Armen zu halten, war etwas, was Sidious zu dulden und zu lieben gelernt hatte. Keine Affäre, sondern Liebe.

Liebe…

Ich bin verliebt.

Ja, Meister Plagueis, lacht nur!

Ihr kennt dieses Gefühl doch aus eigener Erfahrung, nicht wahr? Ihr wart verheiratet, hattet selbst einen Sohn. Wir sind keine Jedi, Meister, wir verurteilen keine Bindungen zu anderen Wesen, wie sie es tun.

Warum also sollte ich mich nicht in der Liebe einer Frau, wohlgemerkt einer Jahrzehnte jüngere, wunderschönen Frau, die zugleich noch eine ambitionierte und talentierte Politikerin ist, aalen?

Nach einem allerletzten, innigen Kuss, schaffte er es, aus dem Bett zu kommen und sich im Bad zu verschanzen. Es galt, heute, gleich, einen besonders guten ersten persönlichen Eindruck bei seinen Schwiegereltern zu hinterlassen. Offiziell hatte er sie bereits in Theed, im Palast, kennen gelernt, als sie ihre Tochter, damals noch Königin, besucht hatten. Sie hatten es befürwortet, dass er als enger Berater für ihre Tochter fungiert hatte und später auch als Mentor. Dass daraus weitaus mehr geworden war als eine Freundschaft auf professioneller Ebene,…

Er wählte seine Kleidung mit Bedacht aus. Formell, aber nicht zu formell. Gedeckte, nicht allzu dunkle Farben. Etwas, was ihn jünger aussehen ließ.

Im Hintergrund hörte er die Dusche im Badezimmer rauschen; Padme war also aufgestanden. Eigentlich sollte sie erst nach der Untersuchung des Medikers, allerdings konnte er ihren Wunsch nach einer erfrischenden Dusche nach der vergangenen Nacht sehr gut nachvollziehen.

Nur mit einem Badetuch bekleidet und nassen, langen Haaren, die an ihren zierlichen Rücken klebten, betrat sie das Ankleidezimmer, öffneten ihren Teil des Schrankes und starrte seufzend ihre Garderobe an.

Abschätzend stellte er sich zu ihr und hörte sich geduldig ihr tiefes Seufzen an, das davon zeugte, dass sie nicht so recht wusste, was sie anziehen sollte. Formell, leger, irgendetwas dazwischen.

„Also, ich persönlich finde, dass dir das scharlachrote Kleid sehr gut zu Gesicht steht. Es ist nicht zu formell. Und am allerwichtigsten: Es unterstreicht deine Schönheit."

„Hey, Schmeichler, spar dir deinen Charme für deine Schwiegermutter auf, ja?", sie grinste und stieß ihm spielerisch einmal kurz leicht mit dem Ellenbogen in die Seite.

„Ich heirate aber nicht meine Schwiegermutter, sondern ihre Tochter", konterte er, griff in den Schrank und entnahm den Bügel mit dem Traum von Kleid aus dunkelrotem, aber schlicht be- und gearbeitetem Brokat und hielt es ihr hin.

„Die Taille ist sehr schlank geschnitten, Cos, die könnte mir eventuell schon zu eng werden. Ich habe zugenommen, das sagt selbst die Waage, und das liegt nicht daran, dass ich eine Woche lang Bettruhe hatte. In 6 Monaten sind wir bereits zu Dritt."

Dennoch verschwand sie mit dem Gewand hinter dem Paravent, nachdem sie sich ihre Haare getrocknet hatte. Doch dann rief sie ihn fast schon stante pede zu sich, um ihm zu beweisen, dass sie Recht hatte. In der Tat konnte sie das Kleid an der Taille nicht mehr gänzlich schließen, ohne die Luft anhalten zu müssen. Sie hatte es allerdings erst vor 2 Wochen zuletzt getragen und da hatte es ihr noch locker um die Taille gesessen.

„Glaubst du mir jetzt?", fragte sie mit einem triumphierenden Lächeln, „Man wird es bald sehen!"

„Oh, mein Schatz", ein Kuss landete auf ihrer Wange, „Du machst mich zum glücklichsten Mann in der Galaxie und zudem so unendlich stolz!"

„Trotzdem brauche ich ein Kleid. Ein Passendes."

Sie kam also wieder hinter dem Paravent hervor und inspizierte ihren Kleiderschrank auf ein Neues. Auch hier würde es in den nächsten Wochen einige Veränderungen geben. Sie sprachen davon, ihr in den nächsten Tagen eine Umstandsgarderobe zu besorgen. Padme war klein und sehr zierlich. Bald würde ihr Zustand nicht mehr zu verstecken sein, geschweige denn weg zu diskutieren.


Ob ihm der gute erste Eindruck gelungen war, war schwer zu sagen. Fakt jedoch war, dass er sehr herzlich begrüßt worden war. Die Naboo hielten sehr viel von Familie. Die Familie rangierte vor Karriere und Beruf. Padme hatte ihn als ihren Gefährten gewählt, der sich ebenso wie sie dem Staatsdienst verschrieben hatte. Beides unter einen Hut bringen zu können, war ein akzeptabler Kompromiss in den Augen ihrer Eltern, würde sie so doch trotzdem ihre eigene Familie gründen können.

Die Herzlichkeit hatte wahrscheinlich aber auch damit zu tun, dass sie ihnen bald ein weiteres Enkelkind schenkten,…und, eine weitere Tatsache, die es nicht zu missachten galt, weil er Padme glücklich machte. Selbst er konnte sehen, wie sehr Padme in seiner Gegenwart strahlte, so hell, fast übernatürlich.

Padmes Schwester Sola war leider nicht mitgekommen, da ihre weit fortgeschrittene Schwangerschaft dies unmöglich machte. Zumindest, so hatte Jobal erzählt, hatte der Mediker ihr davon abgeraten.

Palpatine hatte sich trotz seines recht vollen Terminkalenders den Vormittag frei genommen, um seine neue Familie in Empfang zu nehmen und nachhause zu begleiten. Von da ab würde Padme übernehmen, während er sich mit dem Senat herumschlagen musste.

Von Chance Palp, einem Raumflughafen, der nach ihm benannt worden war, wo sie die Familie in Empfang genommen haben, flogen sie auf direktem Wege nach Republica 500. Die Naberries waren von Coruscant beeindruckt. Sie hatten wie die meisten Wesen in der Galaxis schon mal Bilder und Aufnahmen des Stadtplaneten gesehen, aber hier gewesen waren sie aber noch nie. Sie hatten Padme natürlich besuchen wollen, waren aber noch nie über das Stadium der Planung herausgekommen. Bis jetzt!

Der Gleiter senkte sich auf die private Landeplattform der Wohnung des Kanzlers und die Insassen entstiegen dem Luftgefährt. Palpatine erbot sich, sie in der großen Wohnung herumzuführen, damit sie sich zurechtfanden.

Auf die Frage, wie groß die Wohnung sei, zuckte er mit den Schultern.

„Ich weiß es nicht, um genau zu sein", antwortete er schüchtern, „Mir war sie immer ein paar Nummer zu groß, aber auf Coruscant gilt es nun mal als notwendig, repräsentative Räumlichkeiten zu besitzen. Ich habe sie damals eigentlich nur genommen, weil sie einen Garten besitzt!"

„Einen Garten?", erkundigte sich Jobal überrascht.

„Ja, er ist klein, und zugegeben nicht besonders schön, aber…es ist etwas Natur zwischen all diesem Durastahl", er führte sie in den privaten Salon und öffnete die Tür, von der man über eine breite Treppe in den Garten hinab gehen konnte.

„Und dort hinten", Padme deutete auf den Pavillon, „Wird die Trauung morgen stattfinden."

Der Rundgang endete in den Gästeräumlichkeiten, die für Padmes Eltern bereitgestellt worden waren. Das Gepäck hatte man nach diversen Scanvorgängen, die der Sicherheit galten, in die Räume gebracht.

Dann musste sich Palpatine leider fürs Erste verabschieden, die Arbeit rufe. Er ließ zu, dass seine Schwiegereltern, wenngleich eher passiv denn aktiv, mitbekamen, wie er sich von Padme verabschiedete.

„Ich werde alles tun, um pünktlich zuhause zu sein, versprochen."

„Würdest du mir meine Post mitbringen?"

„Natürlich. Hast du noch etwas, das über den Senat laufen muss?"

„Nein, Cordé hat gestern Abend alles mitgenommen. Ich habe offiziell bereits Wochenende."

Er lachte leise: „Du hast gar keine Ahnung, mein Schatz, wie sehr ich dich darum beneide!"

Sie gaben sich einen sanften Kuss; er bat sie flüsternd darum, sich nicht zuviel zuzumuten und sich zu schonen und sie versprach es ihm nickend. Nach einem letzten Kuss trennten sich ihre Wege. Er musste sich der Politik stellen, dem Rudel wilder Tiere, die alles und jeden liebend gern zerfleischten. Sie aber hatte ihre Eltern zu beschäftigen, die ebenso darauf aus waren, wirklich alles erfahren zu wollen. Über ihr gemeinsames Privatleben, ihre geplante Zukunft.

Sie zeigte ihnen den Raum, der in wenigen Wochen zum Kinderzimmer ausgebaut werden sollte, da er einen Durchgang zu ihrem Schlafzimmer besaß. Sie berichtete ihnen, dass sie bereits zugenommen habe, und nun hoffe, in ihr geschneidertes Hochzeitskleid zu passen.

Im Gästezimmer, unter Aufsicht ihrer Mutter, ihr Vater informierte sich gerade über das Comsystem über die Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt auf Coruscant besichtigen sollte, warf sie einen ersten Blick auf ihr Kleid. Es war schneeweiß, auf Taille geschnitten und mit feiner Spitze überzogen. Ihr Kopfschmuck war ebenso aus zarter Spitze gearbeitet. Ihre Mutter ermutigte sie, das Kleid anzuprobieren, damit es notfalls von einem hiesigen Designer ändern lassen könne. Doch als sie es anzog, passte es.

„Ein paar Tage später, und ich würde nicht mehr hinein passen", seufzte sie, aber mit einem Lächeln auf den Lippen.

„Hast du Solas Bauch gesehen?", kam es von ihrer Mutter, ebenso mit einem breiten Lächeln und als sie nickte, fügte sie hinzu, „Dann kannst du dir ja so ungefähr ausmalen, wie du in drei oder vier Monaten aussehen wirst."

„Ich werde demnächst eine neue Garderobe brauchen, dessen bin ich mir vollends bewusst."

„Dein Schwager ist stolz bis über beide Ohren über den Zustand deiner Schwester, aber das war dein Vater bei meinen Schwangerschaften auch immer. Und dein Mann wird es bald auch sein, dann, wenn alle Welt deinen Zustand sehen kann."

„Oh, stolz ist er schon jetzt. Er hat nicht mehr damit gerechnet, überhaupt noch Vater zu werden."

Ihre Mutter erkundigte sich, so unter Frau zu Frau, ob sie eine Frage stellen dürfte. Wenn Padme nicht antworten wolle, brauche sie es auch nicht, aber Padme nickte nur.

„War dieses Kind geplant, oder…nun, ein Unfall?"

Padme überlegte nicht lange: „Wie waren überrascht, als wir erfuhren, dass es sofort geklappt hat; unerwarteterweise. Wir wollten irgendwie von Anfang an ein Kind. Als wir zusammengekommen sind, wusste ich aus unseren vorherigen Unterhaltungen, dass er sich immer eine Familie gewünscht hatte, und er wusste von mir, dass ich auch bald meine eigene Familie gründen wollte."

„Also habt ihr es einfach geschehen lassen."

„Wir lieben uns; wir haben der Natur einfach ihren Lauf gelassen."

„Weißt du, wann es gezeugt wurde?"

„Aber nicht lachen, ja? Wahrscheinlich in unserer ersten Nacht."

„Früher sagte man in diesen Fällen, dass das Paar füreinander geschaffen sei", ihre Mutter nahm sie in den Arm, „Ich wünsche euch beiden, Cos und dir, von Herzen alles Gute! Auch im Namen deines Vaters."


Er war am frühen Morgen schon des Schlafzimmers und Ankleidezimmers verwiesen worden, da diese traditionell als Räume der Braut bezeichnet wurden, da er, als Bräutigam, seine Braut vor der Trauung nicht sehen durfte. Schon gar nicht in ihrem Kleid. Also hatte er die Gunst der Stunde genutzt und sich etwas seinem Schwiegervater angenähert und ihn eingeladen, von ihm durch den Senat geführt zu werden. Ruwee Naberrie lehrte an der Universität von Theed, von ihm hatte Padme ihr politisches Interesse geerbt. Daher sagte er auch sofort zu, schließlich wurde man in der Regel nicht persönlich vom Obersten Kanzler höchstpersönlich herumgeführt.

Palpatine hatte sich das gesamte Wochenende freigeschaufelt, keine Termine, Arbeit allerdings war vorhanden. Er wollte die Zeit bis zur Trauung am frühen Nachmittag etwas der vielen liegen gebliebenen Aufgaben erledigen. Sollte er sich jedoch sehr gut mit seinem Schwiegervater verstehen, auf privater Ebene, dann hätte er allerdings auch nichts dagegen, Akten „Akten" sein zu lassen und stattdessen den braven Schwiegersohn zu spielen, welcher in der Tat etwas aufgeregt war.

Ich heirate heute schließlich zum allerersten Mal! Und ich werde Vater.

In seinem Büro aber, wurde allein schon der Ansatz von Arbeit getilgt. Sein gesamter Stab war anwesend, um ihn bis zum Beginn der Trauung zu beschäftigen. Sein engster Berater und bester Freund Sate Pestage hatte dies arrangiert und organisiert; und Ruwee hatte natürlich davon gewusst. Alles war abgesprochen, nichts zufällig.

Sie wollten ihm helfen, sein Junggesellendasein angemessen zu beenden. Es gab Champagner, trotz des morgens, von dem er jedoch nur kurz nippte. Die Nervosität, die ihn quälte, und gegen die er nichts unternehmen konnte, wuchs von Minute zu Minute.

Lord Sidious fragte sich, wie ihn so etwas aus der Fassung bringen konnte. Er heiratete, er wurde nicht von Jedi angegriffen oder enttarnt!

In den angrenzenden Räumlichkeiten, die er gelegentlich zum Übernachten nutzte, wenn es sehr spät würde, konnte er sich umziehen. Hier gab es ein kleines Schlafzimmer, in dem auch Padme bereits genächtigt hatte, einen begehbaren Kleiderschrank und ein kleines Bad. Er zog sich allein hierher zurück, um sich zu besinnen, etwas seinen Gedanken nachzuhängen und sich Gedanken über die Zukunft zu machen.

Es war sehr seltsam. Normalerweise zeigte ihm die Dunkle Seite durch Visionen, was die Zukunft mit sich brachte. Diese Episode hier, die Beziehung und Liebe zu Padme, und auch die Heirat und das Kind, waren in keiner Vision aufgetaucht. Noch vor vier Monaten hätte er, wenn man ihm gesagt hätte, dass er heiraten und Vater würde, noch dazu mit wem, laut gelacht und alles weit von sich gewiesen.

In weniger als zwei Stunden würde für ihn ein neuer Lebensabschnitt beginnen. Für Padme ebenso.


In der Tat sieht sie aus wie ein Engel! Ein ätherisches Wesen…

Ein schwangerer Engel!

Ihr Vater hatte sie zu ihm geleitet und ihm ihre Hand zur Ehe gegeben. Ganz nach Tradition. Ein Geistlicher von Naboo, der ebenso als Standesbeamter fungierte, sprach die entscheidenden Worte, mit denen sie den Bund zur Ehe schlossen. Sie unterschrieben ebenso die rechtliche Heiratsurkunde, die legal zur Eheschließung beitrug. Palpatine und sie tauschten die Ringe, der Geistliche stellte sie den Gästen und der Familie als Kanzler Palpatine und Lady Palpatine-Naberrie Amidala vor.

„Ihr dürft Eure Braut nun küssen, Eure Exzellenz!"

Es ist soweit!