Sehnsüchte und andere Schwierigkeiten        by S.E.

HINWEIS:      dark

Diclaimer:         siehe Kap 1

Rating:             R wegen sex aber nicht explizit

Timeline:          1050 III   Ort: Eryn Lasgalen oder wie die garstigen

                         Menschen sagen Düsterwald; der Krieg der Spinnen ist da

Paring:             Callendil/ Elladan                  

                        Haldir/Alagos

Danke an alle Reviewer und ein dickes Bussi

Erstmal sorry an alle…aber es musste sein. Ich habe Alagos nicht gerne geopfert….mein Herz blutet noch immer und nicht nur ich werde noch lang daran zu knabbern haben

LION: Ich denke, die Zeit wird's bringen ob Haldir wieder jemanden findet…schau mer mal so in knapp 2000 Jahren vielleicht

SENI: Ich weiß du wirst den Kindern beistehen, jetzt in der schweren Zeit, hilf ihnen wie du es schon so lange machst..

YEDRA: Ich keine Spinnen mögen? Wie kommst du darauf?? Es sind nun mal Spinnen, die in Düsterwals hausen..wenns Schlangen gewesen wären…ne lassen wir das lieber

EIRIEN: Es wird noch schlimmer..versprochen pfeif

Nun Tempos raus und los:

Kapitel 26

Leere

Callendil hörte Haldir's Schrei. Noch nie hatte sie solch ein Ton aus dem Munde ihres Bruders gehört. Sie riss sich von Elladan los und rannte quer über das Schlachtfeld.

Die Kampfhandlungen waren bereits so gut wie vorbei. Vereinzelt wurden noch Spinnen getötet. Doch Callendil kam unbehelligt zu ihrem Bruder und dessen Gemahl.

„Haldir!" flüsterte sie und kniete sich hin. Sie sah die leblosen Augen Alagos und begann zu zittern. Sie nahm vorsichtig Alagos' Hand und strich sanft darüber. Er war das erste Mal, seit jenem verfluchten Morgen im Garten von Thranduil's Palast.

Haldir achtete nicht auf seine Schwester er starrte nur auf Alagos und hielt ihn in seinen Armen. Callendil wischte sich ihre Tränen aus dem Gesicht. Es war völlig sinnlos, da ständig neue folgten. „Ich wollte das nicht, ich wollte das nicht!" jammerte sie. „Das war nicht deine Schuld Liebste, du hast doch die Spinnen nicht ins Lager geholt!" sagte Elladan hinter ihr. Er legte seine Hand auf ihre Schulter, doch die Elbin stieß ihn weg. „Du hast doch keine Ahnung!"

Ohne etwas zu sagen, saßen sie an diesem Ort und rührten sich nicht.

Ihren Bruder so zu sehen brach Callendil fast das Herz. „Haldir?" Sie strich über seine Hand, die Alagos Fest im Griff hatte. Er wollte niemals loslassen.

„Wir müssen fort! Der nächste Angriff kann jederzeit beginnen!" Elladan versuchte die Geschwister in die Realität zurückzuholen. Doch Haldir reagierte nicht. Er starrte nur geradeaus. „Wir müssen beide hier wegschaffen. Die Verwundeten sind schon längst unterwegs zu den Höhlen!" Elladan hatte nun die letzte halbe Stunde bei den Galadhrim gestanden und darauf geachtet, dass sie nicht gestört wurden. Doch nun wurde es Zeit.

Er legte seine Hand erneut auf Callendil's Schulter und sie nickte.

„Haldir, bitte wir müssen aufbrechen. Wir werden Alagos mitnehmen!" Callendil sah ihren Bruder verzweifelt an. Jetzt reagierte Haldir das erste Mal. Er sah auf und drückte Alagos noch etwas fester an sich. „Nein!" „Du kannst nicht hier bleiben!" 

In Haldir's Augen spiegelte sich Entschlossenheit ab. „Ich werde ihn hier bestatten, hier wo wir getrennt wurden!"

Ohne auf eine Reaktion  zu warten legte er seinen toten Gemahl, völlig behutsam auf den Boden. Dann stand er auf und begann Holz zu sammeln und aufzuschichten.  Elladan und Callendil halfen ihm wortlos.

Schließlich legten sie Alagos Körper auf den Holzstapel und Haldir stellte sich mit einer Fackel davor. „Mögen die Valar deine Seele beschützten und dein Herz bewahren, bis wir einander wieder sehen. Auch wenn du mich dazu gezwungen hast mein Herz zurückzunehmen werde ich dich ewig lieben."

Während Haldir den Holzstapel anzündete standen Callendil und Elladan etwas abseits. Elladan hielt Callendil in seinen Armen. Die Elbin ließ ihren Tränen erneut freien lauf.

Sie machte sich Vorwürfe, sie hätte Frieden schließen müssen mit Alagos. Es war so unendlich lange her, lang genug um zu Vergeben. Aber nun war es zu spät. Alagos war tot und ihr Bruder würde es nicht überleben. Er würde schwinden und er würde sich nicht helfen lassen.

Drei Tage später kamen sie in Thranduil's Palast an. Seni nahm Callendil ihn ihre Arme und schenkte ihr Trost. Haldir bestand darauf allein in Alagos Unterkunft zu gehen. Er wollte keine Seele sehen und schloss die Türe hinter sich.

Callendil stand noch davor und wollte des Königs Gefährtin nicht folgen. „Seni, ich kann ihn doch jetzt nicht alleine lassen!" „Kleines du musst es tun. Dies ist eine schwere Zeit für Haldir, ich weiß. Aber er muss jetzt Abschied nehmen. Sieh in einer Stunde nach ihm!"

„EINE STUNDE? Bis dahin kann er tot sein!"

„Nein, du traust deinem Bruder derartiges zu? Du hast ein schlechtes Gewissen! Warum?"

 Seni führte Callendil in ihr Zimmer, dass nur wenige Türen weiter lag. Das störte sie früher sehr, sie wollte Alagos nicht so nahe sein. Doch seit Elladan bei ihr war dachte sie nicht einmal mehr an ihren Schwager.

Callendil setzte sich auf ihr Bett und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. „Ich habe nicht mehr mit ihm gesprochen!"

„Mit wem?"

„Alagos, ich habe ihm noch schon so lange verziehen und jetzt, jetzt ist er tot und ich .. ich hab es nicht getan!"

Seni nahm die Elbin in ihre Arme. „Sch…Kleines. Du konntest noch nicht wissen, was geschehen würde. Die Valar wissen, dass du ihm vergeben hast und sie werden es ihm sagen, da bin ich mir sicher!"

„Meinst du?"

„Ja!"

Elladan stand sprachlos an der Tür, er kam sich so überflüssig vor und verstand nicht wirklich was zwischen den Frauen vor sich ging. Er wusste nicht, was geschehen war. Er wusste nur, dass etwas geschehen war, mit Alagos und  seiner Callendil, die jetzt da saß wie ein Häuflein Elend.

„Ich werde nach Legolas sehen!" sagte der Noldo und Seni nickte. „Er ist bei dem Oberst!" Elladan nickte und verließ lautlos das Zimmer. Callendil hatte es gar nicht bemerkt.

„Komm du solltest aus der Rüstung raus und baden!" Callendil nickte und ließ sich beim ausziehen helfen.

Nur in der Untertunika bekleidet führte Seni die Galadhrim in das Badezimmer einige Türen weiter. Callendil hatte ein Kleid in der Hand um es später überzuziehen.

Das Wasser war bereits in die Wanne gelassen. Callendil ließ sich in das Wasser gleiten und schloss die Augen. Seni nahm eine Phiole mit duftendem Badeöl, das zur Entspannung dienen sollte und gab es in das Badewasser.

Callendil war froh darüber alleine im Bad zu sein. Sie hätte den Raum jetzt nicht mit fremden teilen wollen.

Plötzlich wurde die Türe aufgerissen und eine Wache kam herein. Er entschuldigte sich zuerst höflich, als er Callendil in der Wanne sah, verbeugte sich dann schließlich vor Seni. „Verzeiht Herrin, Prinz Legolas schickt nach ihnen. Er will ihre Erlaubnis mit dem nächsten Trupp Soldaten ausreiten zu dürfen seine Schwestern sind ziemlich erbost."

Seni sah Callendil entsetzt an. „Dieser Junge, was fällt ihm ein, der König hat es doch bereits verboten! Ich werde die Mädchen holen und dem Jungen eine paar hinter die Löffel geben." „Er ist erwachsen, Seni!" sagte Callendil müde.

„Er ist nicht alt genug für den Krieg!" stellte die ältere Elbin fest.

„Ist man je alt genug für den Krieg und den Tod?"

Seni atmete tief durch. „Sicher nicht! Kann ich dich einige Zeit alleine lassen? Ich komm bald wieder!"

„Ja geh nur. Ich werde etwas entspannen und mich waschen!"

Callendil war sofort eingeschlafen, die Anstrengung war doch enorm gewesen. Nicht einmal gewaschen hatte sie sich. Nur die Zöpfe hatte sie gewohnheitsmäßig geöffnet.

Ein Krach ließ sie aufschrecken. Sofort wurden ihre Augen wieder klar und sie versuchte sich zu orientieren. Sie lag in der Wanne. Dann wieder ein lautes Scheppern. Woher kam es?

Es kam von links. „Haldir!" rief sie und stand sofort auf.

Sie schnappte sich das Kleid und zog es schnell an. Ohne sich abzutrocknen rannte sie aus dem Baderaum und zu Alagos Zimmer Callendil versuchte die Türe zu öffnen, doch etwas blockierte sie. Mit einiger Kraftanstrengung gelang es ihr die Türe zu öffnen.

Es war ein Stuhl und ein kleiner Tisch der hinter der Tür lagen. Vielmehr was davon noch übrig war. Das Zimmer war ein einziges Trümmerfeld.

Fast alle Möbel waren umgekippt und teilweise zu Bruch gegangen. Scherben lagen auf dem Boden und die Wandbehänge waren heruntergerissen.

Callendil fand Haldir in einer Ecke kauernd. Er hielt einen Weinpokal in der Hand und starrte darauf.

Vorsichtig arbeitete sich Callendil durch das Zimmer, immer Bedacht nicht auf eine Scherbe zu treten, mit ihren nassen, nackten Füßen. Schließlich stand sie vor ihrem Bruder.

Er sah zu ihr auf. „Wir wollten auf  seine Rückkehr in den Goldenen Wald anstoßen, hiermit!" Haldir hob den Pokal hoch. „Jetzt ist er tot. Ich werde alleine zurückreisen!"

Callendil rannen erneut die Tränen übers Gesicht.

„Warum haben wir nur diese Verdammte Tür geöffnet!" mit Wucht schmiss er den Pokal an die gegenüberliegende Wand. Er zerbarst in tausend Scherben.

Callendil zuckte zusammen.

Haldir begann zu weinen. „Ich kann nicht alleine…"

Callendil kniete sich vor ihren Bruder und nahm ihn in die Arme.

Das hatten sie schon hunderte von Jahren nicht mehr gemacht. „Schhhhh. Du wirst niemals alleine sein! Ich bin immer bei dir!"

Hemmungslos weinte der Hauptmann in den Armen seiner Schwester. Er zitterte am ganzen Leib.

Callendil streichelte seinen Rücken und drückte ihn näher an sich heran. Haldir ließ es geschehen.

Er spürte das Herz seiner Schwester schlagen, schnell und laut. Er roch ihr nasses Haar. Sie war so voller Leben. Er sah sie an mit seinen mit Tränen vernebelten Augen. Sie sah so traurig aus. Warum war sie nur traurig. Ganz sachte nahm er seine Hand und strich einige nasse Strähnen aus ihrem Gesicht.

Er kam ihr näher und näher, spürte ihren Atem. Er traf ihre Lippen und küsste sie. Ihm war nicht bewusst was er tat oder mit wem er es tat. Sein Körper verlangte danach und sie war bereit alles zu geben, für ihn. Er sollte leben!

Ohne seine Lippen von den ihren zu lassen riss er ihr das nasse Kleid herunter. Er begann sie zu streicheln ohne sie anzusehen. Er wollte nur ihre weiche Haut spüren. Er nahm sie hoch und trug sie auf das Bett, schmiss alles herunter, bis nur noch die Matratze und das Laken darauf war.

Callendil war keines Gedanken mehr fähig. Sie wollte das nicht. Sie wollte aber dass ihr Bruder lebt und wenn es ihm helfen würde, ließ sie ihn gewähren.

Haldir hatte irgendwann seine Leggings ausgezogen und war über seine Schwester gebeugt.

Er nahm sie, hart und schnell. Er wollte etwas spüren, er trieb sich an und fand schnell Erfüllung.

Er schrie all seine Verzweiflung heraus und brach über Callendil zusammen. Sie hielt ihren Bruder fest in ihnen Armen und streichelte ihn.

Die Türe war nicht geschlossen, deshalb konnte Elladan und in den Raum sehen. Er war in Callendil's Zimmer und weil er sie dort nicht fand ging er auf die Suche. Eigentlich wollte er in den Baderaum, als er die Schreie aus Haldir's Zimmer hörte.

Es ließ ihn fast das Blut gefrieren, doch was er dann sah ließ ihn sein Herz zerspringen.

Der Noldo wollte nicht sehen was er zu sehen bekam.  Er hörte seine Geliebte schreien und Haldir über sie gebeugt. Er hörte ihn schreien und über Callendil zusammenbrechen. Alles geschah in dem Moment als er in das Zimmer trat.

Er wollte den Galadhrim umbringen. Das war sein einziger Gedanke. Doch dann sah er wie Callendil ihren Bruder liebevoll streichelte. Wie sie ihn umarmte und Geborgenheit schenkte.

Er drehte sich um und wollte das Zimmer verlassen als Callendil ihn entdeckte. Doch sie sagte nichts. Sie sah Elladan an und weinte. Sie weinte, weil sie wusste, dass sie ihre große Liebe gegen das Leben ihres Bruders eingetauscht hatte.

tbc