Bellas Sicht:

Träge öffnete ich meine Augen. Meine Lider fühlten sich schwer an und ich wurde sofort von der Helligkeit geblendet, sodass ich meine Augen wieder schloss.

Was war nur passiert?
Ich konnte mich nicht daran erinnern, eingeschlafen zu sein. Ich wusste noch, dass Edward und ich unsere Sachen gepackt hatten und mit dem Rest der Familie abreisen wollten, doch dann war da nichts mehr. Als hätte ich einen Filmriss.

Dennoch hatte ich das Gefühl, dass mir etwas sehr Wichtiges entfallen war.

Doch was?

Ich fühlte mich noch sehr erschöpft und wollte mich strecken, als mich plötzlich ein heftiger Schmerz durchzuckte.

Mit einem Schlag fiel mir alles wieder ein. Jacob, wie er sich auf Edward stürzte, wie ich meinen Ehemann schützen wollte, wie sich Jacobs Krallen in meinen Rücken bohrten.

Edward? Wo war Edward? Was war passiert?

Mein Herz raste und ich begann zu hyperventilieren. Wo war mein Edward?

Ohne es zu wollen kam mir ein Kreischen über die Lippen.

Wo war er? Ging es ihm gut? War er verletzt?

Ich hörte wie eine Tür aufgerissen wurde und schon wurde ich von starken Armen umschlossen. Ich musste nicht aufschauen, um zu wissen, wer diese Person war. Ich würde sie immer wiedererkennen. Langsam klang meine Panik ab und tiefe Erleichterung durchströmte mich.

Ich spürte wie Edward mir einen Kuss auf die Stirn gab und blickte in seine Augen, die mich besorgt musterten.

"Was ist los? Geht es dir gut? Warum hast du geschrien?", fragte er und erinnerte mich dabei stark an Alice.

Langsam hob ich meinen Arm und strich ihm über die Wange. Diese Geste fiel mir nicht leicht, wo mein Rücken doch schmerzte und mein Arm zitterte wie Espenlaub. Edward merkte dies natürlich, nahm daraufhin meine Hand in seine und drückte einen Kuss auf meinen Handrücken.

Ich konnte es nicht verhindern zu weinen, als die gesamte Anspannung von mir abfiel. Er lebte. Ihm war nichts passiert.

Edward sah ziemlich geschockt aus, da er natürlich nicht wusste, warum ich in Tränen ausgebrochen war. Sofort setzte er sich zu mir und schloss mich in die Arme. Ich weinte einfach nur, während er beruhigend auf mich einredete und über meinen Rücken streichelte.

"Es geht dir gut.", brachte ich mit zitternder Stimme über meine Lippen, als ich mich wieder etwas beruhigt hatte.

"Ja", flüsterte er,"Mir ist nichts passiert. Aber wie geht es dir?"

"Ganz gut.", sagte ich knapp und begann seinen Hals zu küssen.

"Ganz gut?", fragte er belustigt und auch ich wusste, dass man mit meiner Aussage nicht sonderlich viel anfangen konnte. Doch das würde ich ihm sicherlich nicht sofort auf die Nase binden.

"Hmmmm.", machte ich bestätigend. Dann herrschte erstmal ein angenehmes Schweigen, wobei ich nicht damit aufhörte seinen Hals zu liebkosen. Er seufzte wohlig und zog mich näher zu ihm heran. Er legte seine Hand unter mein Kinn und zwang mich damit ihn anzusehen. Wir blickten einander tief in die Augen und küssten einander zärtlich.

"Was ist passiert?", fragte ich leicht atemlos, als er sich widerwillig von mir gelöst hatte, und vergrub mein Gesicht an seiner Brust, während ich auf seine Antwort wartete.

Er holte tief Luft und erwiderte ausweichend:"Was willst du denn genau wissen?"

Ich merkte anhand seines Tonfalls wie schwer es ihm fiel an das Vorgefallene zu denken, geschweige denn darüber zu reden. Obwohl es mir Leid tat ihn dazu zu zwingen, musste ich es dennoch wissen.

Was war mit Jacob passiert? Hatten sie ihn umgebracht?

Die Vorstellung war schrecklich für mich, aber trotz allem hatten sich meine Gefühle zu ihm verändert. Ich konnte ihn nicht mehr als meinen besten Freund ansehen, nach dem, was er alles angerichtet hatte. Er gönnte mir noch nicht einmal mein Glück. Ich verstand natürlich, dass ihm das alles nicht leichtfiel und er unter meiner Entscheidung litt, aber das alles änderte nichts daran. Wenn er mich wirklich so sehr liebte, wie er die gesamte Zeit behauptet hatte, dann hätte er nicht versucht mir mein Glück, meinen Edward zu nehmen, nein.

Auch ich holte nun tief Luft und fragte dann:"Was habt ihr mit ihm gemacht?"

Edward schien die Angst, die aus meinen Worten sprach, zu bemerken, denn er erwiderte schnell:"Keine Sorge. Er lebt noch.", und fuhr nach einer kurzen Pause, in der er über seine Worte nachgedacht hatte, fort,"Nachdem er...dich...verletzt hatte, habe ich es nicht über mich gebracht auch nur einmal deine Seite zu verlassen. Du weißt gar nicht, was ich für eine Angst um dich hatte. Obwohl ich gewusst hatte, dass es ihm leid tat, konnte ich ihm nicht vergeben. Doch zum Glück kam meine Familie, bevor ich mich doch dafür entschieden hatte, dich doch kurz allein zu lassen und ihn..ihn umzubringen. Carlisle hat dich untersucht und festgestellt, dass du zum Glück nicht schwer verletzt warst. Ich wollte diesen Hu...Jacob dafür, was er dir angetan hat, bezahlen lassen, doch Carlisle hat mich glücklicherweise aufgehalten. Das Rudel kam und wir haben schließlich ausgehandelt, dass wie keinen Krieg beginnen würden und wir dafür die Erlaubnis bekämen dich zu verwandeln. Ich weiß nicht, was sie letztendlich mit ihm gemacht haben, doch Sam meinte, dass er sich um eine gerechte Strafe für ihn kümmern würde."

Ich konnte den Schmerz in seinerm Gesicht sehen, als er mir dies erzählte. Mir wurde mit einem Schlag klar, wie sehr er gelitten haben musste. Sofort schloss ich ihn in meine Arme.

Ich war zwar froh, dass Jacob höchstwahrscheinlich noch lebte, aber dennoch konnte ich nicht anders als Wut ihm gegenüber zu empfinden. Ich konnte nicht verstehen, was in ihn gefahren war. Als ich länger darüber nachgedacht hatte, fasste ich einen Entschluss. Ich würde diesen Jacob vergessen, der mir Schmerz zufügen wollte, indem er mir meine große Liebe nahm. Er war nicht der richtige Jacob, nein. Ich würde ihn als meinen besten Freund in Erinnerung behalten, der mir geholfen und Halt gegeben hatte. Als den Jacob, der mir wie meine persönliche Sonne vorgekommen war. Denn diese Person war er in Wirklichkeit.

"Woran denkst du?", riss mich Edwards Stimme aus meinen Grübeleien.

Statt einer Antwort gab ich ihm einfach einen leidenschaftlichen Kuss. Ich schien ihn damit überrumpelt zu haben, denn es dauerte ein wenig, bis er meinen Kuss erwiderte. Ich umschlang ihn noch fester, während Edward mein Gesicht in seine Hände nahm und sich noch mehr an mich schmiegte. Keiner von uns wollte sich von dem Anderen lösen. Es gab nur noch uns beide. Ich erschrak ein wenig, als ich seine Zunge sanft an meinen Lippen spürte. Ein glücklicher Seufzer entfuhr mir. Atemlos lösten wir uns dann schließlich voneinander.

"Ich liebe dich.", flüsterte Edward, wobei er seine Stirn an meine legte.

"Ich liebe dich auch.", erwiderte ich.

Ich versank in Edwards wunderschönen goldenen Augen. Wie mochte er wohl mit grünen ausgesehen haben? Hatte er vielleicht irgendwo ein Foto von sich wie er als Mensch ausgesehen hatte? Doch selbst dann könnte ich seine Augenfarbe nicht betrachten, da es damals lediglich schwarz-weiß Fotographien gegeben hatte.

"Atmen, Bella.", hörte ich Edward mit liebevoller Stimme sagen. Natürlich wurde ich rot und kicherte verlegen.

Mir war die Situation sehr unangenehm, deshalb fragte ich, um abzulenken:"Wann brechen wir dann eigentlich auf?"

Diemal war es Edward, der kicherte. "Meine, Bella. Was mache ich bloß mit dir?", meinte er liebevoll,"Sieh dich doch mal um, Liebste."

Ich kam seiner Aufforderung nach und meine Hautfarbe wurde noch um ein vielfaches dunkler, als ich bemerte, dass ich mich nicht in unserem Zimmer in Forks befand. Das konnte nur heißen, dass wir schon längst angekommen waren. Wahrscheinlich war mein Zustand wirklich stabil genug gewesen, dass wir Forks bereits verlassen konnten. Ich empfand leichte Wehmut, als ich daran dachte, nicht mehr in der Stadt zu sein, in der ich Edward, die Liebe meines Daseins, kennengelernt hatte. Doch was mich noch viel trauriger machte, war, dass mein Vater nicht hier war. Aber dieses Gefühl wurde etwas schwächer, als ich mich daran erinnerte, dass ich ihn bald wiedersehen würde. Genauso wie meine Mutter.

Ich spürte Edwards besorgten Blick auf mir ruhen, doch als ich ihm ein strahlendes Lächeln schenkte, verschwand dieser Ausdruck sofort wieder und er erwiderte es.

"Möchtest du es wirklich noch immer?", fragte mich Edward mit ernster, aber dennoch liebevollen und glücklichen Stimme. Mir war bewusst, dass er von meiner Verwandlung sprach.

"Ja.", erwiderte ich nur und nickte dabei noch bestätigend. Er sollte sehen, dass es für mich keine Zweifel an meine Entscheidung gab, dass ich mir vollkommen sicher war.

Ich war mehr als überrascht, als er erwiderte:"Das ist schön."

Doch dann breitete sich erneut ein strahlendes Lächeln auf meinem Gesicht aus. "Das ist es.", bestätigte ich überglücklich.

"Jetzt gleich?", fragte er.

"Ja.", hauchte ich ohne genauer darüber nachzudenken. Doch das war auch nicht nötig, denn mein Entschluss würde sich nicht ändern.

Er gab mir noch einmal einen zärtlichen, liebevollen Kuss und sagte dann:"Ich liebe dich. Für immer."

"Ich werde dich auch immer lieben.", erwiderte ich.

Keinen Moment später spürte ich bereits seine scharfen Zähne an meinem Hals. Als er mich biss, war mir vollkommen bewusst, dass dies der Anfang unserer gemeinsamen Zukunft war.

-Ende-

Hallo, Leute! Wir sind am Ende dieser FF angekommen. Ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen.

Ich möchte mich bei all meinen Lesern bedanken, dass ihr meine Geschichte verfolgt habt.

Ein riesengroßes Dankeschön auch an alle die, die meine Geschichte favorisiert und mir Reviews geschrieben haben.

Vielen, vielen, vielen Dank an euch alle.

Bitte reviewt!

Eure VampireQueen