22.4 Party?
Hermine, Ron, Remus Lupin sowie Molly Weasley waren die Ersten, die im Gewölbe eintrafen. Mad Eye und Arthur Weasley waren im Ministerium geblieben, um die Anreise zu sichern. Sie hatten es so eingerichtet, dass ein angrenzendes Zimmer als Garderobe genutzt werden konnte und so die Gäste direkt zur Party gelangten.
Im Gewölbe wurden derweil die letzen Handgriffe erledigt. Während Molly das Büfett inspizierte und Remus den Ankunftsbereich kontrollierte, kümmerten sich Ron und Hermine um den Deckenzauber. Sie hatten lange überlegt, was am besten geeignet war, waren sich aber nicht einig geworden. Das war auch der Grund gewesen, weshalb sie schon gestern noch einmal hierher wollten.
Jetzt hatten sie sich für eine Höhlendecke entschieden, von der leuchtende Kristalle herunter ragten und silbrige Nebelschwaden wie Wolken dazwischen schwebten.
„Ich bin mal gespannt, wie Harry es findet", sagte Ron und betrachtete das Werk.
„Ich hoffe, dass Harry überhaupt erst einmal kommt.", antwortete Hermine. „Er war ziemlich enttäuscht, dass Ginny in Frankreich bleibt und auch Filipulla nichts gesagt hat."
„Ich dachte Tonks wollte dafür sorgen, dass Filipulla kommt."
„Sie hat nur gesagt, dass sie selbst kommen würde und noch einmal mit ihrer Freundin sprechen will, und wir können nur abwarten. Außerdem wie wollen wir Harry etwas sagen, wenn er mal wieder verschwunden ist."
Molly hatte zwischenzeitlich ihre Inspektion ebenfalls beendet und kam jetzt zu den Beiden herüber.
„Also ich muss schon sagen, so etwas hätte ich George und Fred gar nicht zugetraut, die Decke sieht phantastisch aus. Das Büfett ist auch vortrefflich und auch meine Gerichte aus der Küche sind mit dabei. Ich habe keine Ahnung, wie Harry das gemacht hat, wollte er nicht gleich nachkommen?"
„Eigentlich schon aber es würde mich nicht wundern, wenn er nicht kommt.", erklärte Hermine.
Molly schüttelte den Kopf: „Verstehe einer diesen Jungen", dann wandte sie sich an ihren Sohn: „Ron, sei doch bitte so lieb und sieh noch einmal nach Harry, es kann doch nicht sein, dass der Gastgeber nicht auf seiner eigenen Feier erscheint. Dabei hat er sich doch in den letzten Tagen so darauf gefreut und sich so eine Mühe gegeben hat."
Ron hatte zwar nicht viel Lust, machte sich aber auf den Weg. Im Ministerium traf er auf eine Gruppe junger Leute, die in französischer Sprache aufgeregt diskutierten. Arthur Weasley versuchte mit einigen Brocken Französisch etwas Ruhe in das Chaos zu bringen, doch bei seinem Versuch zu erklären, wo die Gäste ihre Sachen ablegen sollten und wie die weitere Reise vonstatten gehen sollte, scheiterte er. Schließlich bekam er Unterstützung in Form von Franzuar Dellacour und langsam kehrte Ruhe ein. Ron begrüßte die Dellacours, und erklärte seinem Vater, dass er nochmals nach Harry sehen wollte und kehrte dann zum Grimmauldplatz zurück.
Als Ron im Grimmauldplatz eintraf, herrschte ringsum Ruhe. „Harry, bist du oben?", rief Ron, bekam jedoch keine Antwort. Er lief nach oben, doch das Zimmer war immernoch leer. Auch in den anderen Zimmern war niemand. Frustriert kehrte er noch einmal in das Zimmer der Jungs zurück. Überraschender Weise traf er dort auf Sniff. Trotz seiner Abneigung nährte Ron sich der kleinen Schlange und fragte, ob sie nicht wusste, wo Harry sein könnte. Sniff hörte zu und zischte eine Antwort, die Ron jedoch nicht verstand.
„Ich kann nicht verstehen, was du da zischst aber wenn du weißt wo Harry ist, dann sag ihm bitte, dass wir auf ihn warten. Er hat doch gesagt, er würde nachkommen."
Wieder zischte Sniff und war im nächsten Moment auch schon verschwunden.
‚Klasse', dachte Ron, jetzt rede ich schon mit Schlangen. Dann verließ er das Zimmer und machte sich auf den Rückweg ins Gewölbe.
*** Gewölbe des Grimmauldplatz 12 ***
Als Ron zurück im Gewölbe war, waren bereits eine Menge Gäste eingetroffen, von denen ein Großteil noch immer argwöhnisch die eigentümliche Umgebung musterten. Eine laut lachende Gruppe hatte sich am Büffet versammelt, wo sich die Leute über etwas amüsierten. Schließlich entdeckte Ron auch Hermine und ging zu ihr:
„Ich habe Harry nicht finden können." Hermine nickte und schaute ihn betrübt an. „Nur Harrys Schlange habe ich angetroffen und sie gebeten nach Harry zu sehen und ihm auszurichten, dass wir auf ihn warten. Sie ist auch direkt im Anschluss verschwunden aber keine Ahnung, ob sie mich verstanden hat."
„Hoffen wir mal, dass Harry hier noch auftaucht, sonst wären eine Menge Leute ziemlich enttäuscht. Fleur und Bill haben mich bestimmt schon dreimal gefragt, wann Harry endlich kommt und wie toll sie seine Idee fänden." Dann deutete sie zum Vorraum, wo der magische Bogen stand, „sieh mal, Tonks ist gekommen!", doch dann fügte sie enttäuscht hinzu, „aber es sieht so aus, als wäre sie allein."
Ron und Hermine gingen Tonks entgegen, um vielleicht noch etwas zu erfahren.
„Hallo ihr Beiden, eine nette Party habt ihr da organisiert.", begrüßte die junge Aurorin die Zwei.
„Hallo Tonks"; begrüßte sie Hermine, „wir hatten gehofft, du würdest Fili mitbringen."
„Ich hab sie nochmal gefragt, aber sie hatte keine Lust."
„Das ist wirklich schlecht.", entgegnete Hermine enttäuscht.
„Wieso denn das und wo ist eigentlich Harry?", fragte Tonks irritiert.
„Wir glauben er hat auch keine Lust", brummte Ron.
„Aber nachdem er sich so auf diese Party gefreut hat?", wunderte sich Tonks. „Das wird schon, kommt ich rede mit ihm, in welcher Ecke hat er sich versteckt?"
„Du verstehst das falsch, Tonks!", unterbrach Hermine sie, „Harry ist noch garnicht hier."
„Und im Grimmauldplatz habe ich ihn auch nicht finden können", ergänzte Ron.
„Oh", machte Tonks und starrte die Beiden an, „ich wusste nicht, dass es so ernst ist."
„Na was glaubst du, warum ich heute Mittag noch bei dir war!", beschwerte sich Hermine und rollte dabei mit den Augen.
„Und nun?", fragte Tonks ein wenig kleinlaut, „was wollt ihr tun."
„Könntest du nicht versuchen Filipulla noch umzustimmen?", schlug Hermine vor.
„Warum glaubt ihr, dass es etwas ändern würde?"
„Harry hat mir erzählt, dass er sich so auf die Feier freut, weil er die Gelegenheit nutzen wollte, um einige Probleme zu bereinigen. Wir glauben diese Probleme könnten Filipulla und Ginny sein. Ginny kommt ganz sicher nicht, deshalb hab ich dich ja gebeten mit Filipulla zu reden.
Tonks dachte einen Augenblick nach, sie hatte tatsächlich nicht geahnt, wieviel es Harry bedeuten könnte.
„Also schön ihr zwei, ich versuche Fili zu überreden. Wenn ich es mir recht überlege, macht auch sie seit eurer Auseinandersetzung einen niedergeschlagenen Eindruck. Aber ihr müsst euch etwas einfallen lassen, wie ihr Harry hierher bekommt."
Ron und Hermine stimmten freudig zu und so machte Tonks kehrt und ging zurück zum Bogen.
„Willst du etwa schon wieder gehen?", fragte Remus enttäuscht.
„Ich komme so schnell wie möglich zurück, muss aber zunächst noch versuchen ein paar Beziehungen zurecht zu rücken.", antwortete sie, zwinkerte Remus zu und verschwand durch den Bogen.
Verwirrt blickte dieser hinter der jungen Frau her und schüttelte den Kopf. „Versteh einer die Frauen!"
** Gästezimmer im Ministerium**
Tonks fand Fili grübelnd auf dem Bett sitzend. Überrascht schaute die junge Frau auf:
„Nanu, was willst du denn schon wieder hier, ich denke du bist auf der Party."
„Mir wurde erklärt, dass es Jemanden gibt, der plötzlich überhaupt keine Lust mehr auf die Party hat und es eventuell ein Gegenmittel geben könnte. Und wie ich sehe, gibt es da noch jemand Anderen, der dringend eine Aufmunterung bräuchte."
„Kannst du bitte aufhören in Rätseln zu sprechen, dafür habe ich heute keine Muse."
„Du bist ganz schön schwer von Begriff. Hermine hat mir erzählt, dass Harry wahrscheinlich nicht zur Party geht, weil zwei seiner besten Freunde nicht kommen."
„Und du denkst ich gehe zu dieser Feier, bloß um vor Harry's Freunden dumm dazustehen."
„Ich dachte eigentlich ehre, weil es dir und Harry vielleicht Freude machen würde. Du hast seit dem Zwischenfall mit keinem der Freunde geredet. Genaugenommen hatte auch Ron keine Gelegenheit, sich bei dir zu entschuldigen."
Fili schien einen Augenblick mit sich zu ringen. „Und du denkst wirklich, Harry würde sich freuen."
„Wenn wir es schaffen, ihn zur Party zu bringen, bin ich davon überzeugt."
„Aber ich habe Garnichts passendes zum Anziehen hier."
„Du willst mir doch nicht erzählen, du hast keine passenden Sachen."
Fili druckste ein wenig herum, „ich hätte schon, aber die sind im Haus meiner Eltern."
„Wir könnten schnell dorthin gehen und du suchst dir etwas aus."
Fili wollte zwar nur ungern so unangemeldet bei ihren Eltern vorbeischauen aber Tonks ließ nicht locker und so nutzten sie einen der Kamine in der Eingangshalle für die Reise in das Haus der Tesla's.
*** Anwesen der Familie Tesla ***
Die Familie Tesla wohnte in einem schönen großen Haus außerhalb Londons aber es wirkte ziemlich verlassen. Verwundert schaute Tonks sich um.
„Ich denke sie sind mal wieder im Ausland", erklärte Fili und deutete auf die abgedeckten Möbel. Dann führte sie Tonks eine Treppe nach oben in ein großes, prachtvoll eingerichtetes Zimmer. Tonks staunte nicht schlecht, als sie das Zimmer betraten:
„Du hast mir nie erzählt, dass ihr so wohlhabend seid."
„Weil ich das auch nicht will, ich will nicht immer als wohlhabendes Töchterchen angesehen werden. Komm lass uns die Sachen suchen und dann verschwinden wir von hier."
Tonks kam aus dem Staunen aber gar nicht mehr heraus. Als Fili den Kleiderschrank öffnete hing dort eine Auswahl, die einem Modegeschäft alle Ehre gemacht hätte.
„Meine Eltern haben mir von ihren Reisen ständig irgendwelche Sachen mitgebracht." Dann schaute sie abschätzend Tonks an. „Du kannst dir gern etwas aussuchen." Tonks errötete, doch dann veranstalteten die beiden jungen Frauen eine regelrechte Modenschau, bis sie endlich die passenden Sachen gefunden hatten. Abschätzend standen sie vor dem riesigen Spiegel und betrachteten ihre Auswahl.
„Ich bin gespannt, ob Remus bemerkt das ich mich umgezogen habe", murmelte Tonks leise. Als sie aber das schelmische Lächeln in Filis Gesicht sah errötete sie.
„Er müsste blind sein, wenn er den Unterschied nicht sieht. Mit dem Outfit bist du der Star des Abends!"
„Nun übertreib nicht, ich denke du könntest heute sogar eine Fleur ausstechen."
Zufrieden kicherten die beiden jungen Frauen und machten sich dann auf den Weg zur Party.
*** Grimmauldplatz ***
Nachdem Ron mit ihr gesprochen hatte, glitt die kleine Schlange durch die Räume auf der Suche nach Harry und traf im Ballsaal auf Sir Francis. Dummerweise konnte Sniff den Hausgeist nicht nach Harry fragen, doch Sir Francis war nicht dumm. Es war ungewöhnlich genug, dass die Schlange so gezielt auf ihn zukam.
„Kann es sein, dass du auf der Suche nach Harry bist?", fragte er daher und bekam ein Zischen als Antwort."
„Ich nehme das mal als ein Ja an und ich habe Harry vor kurzem in Richtung Turmzimmer gehen sehen."
*** Zurück auf dem Anwesen der Familie Tesla ***
Die beiden jungen Frauen betrachteten sich vor Verlassen des Zimmers zufrieden im Spiegel, der neben dem Schrank hing.
„Irgendetwas fehlt noch", sagte Tonks und betrachtete ihre Freundin abschätzend. „Hast du eigentlich keinen Schmuck, ein schmale Kette würde gut dazu passen."
Fili verzog den Mund doch dann ging sie zu einem Schrank und holte ein kleines, kunstvoll gearbeitetes Kästchen hervor. Der Inhalt gab Tonks einen neuen Grund zum Staunen. „Warum trägst du so etwas nie? Da sind doch wunderschöne Stücke dabei."
„Ich bin so selten weg und außerdem ist das ganze Zeug hier gut aufgehoben. Such du etwas Passendes aus!"
Tonks fiel es nicht schwer, etwas Passendes auszuwählen. Sie zog eine zierlich gearbeitet Weißgoldkette aus dem Kästchen. Im Zentrum waren feinste Goldfäden zu einem feinen Muster verwoben welches mit winzigen Edelsteinen besetzt war, die wie Tautropfen an einem Spinnennetz funkelten.
Nachdem Fili die Kette angelegt hatte, nickte Tonks anerkennend, „Das ist besser, jetzt können wir gehen."
Filipulla betrachtete noch immer ihr Spiegelbild, während sie mit dem Finger über das kunstvolle Muster der Kette streifte.
„Ist etwas nicht in Ordnung?", fragte Tonks.
„Es ist seltsam", antwortete ihre die Freundin leise. „Du hast das einzige Schmuckstück gewählt, das nicht von einer der Reisen meiner Eltern stammt. Als ich noch ein kleines Mädchen war, besuchte uns regelmäßig ein unheimlicher alter Zauberer. Ich habe immer versucht mich vor ihm zu verstecken. Einmal, ich glaube es war das letzte Mal, das ich ihn gesehen habe, blieb er bis lange in die Nacht bei uns. Draußen tobte ein furchtbares Unwetter und ich hatte Angst zu schlafen, so dass ich noch bei uns im Wohnzimmer bleiben durfte. Ich weiß nicht mehr wieso, aber plötzlich ergab es sich, dass ich allein mit dem Alten im Zimmer war.
Als hätte er auf diese Gelegenheit gewartet, kam er zu mir an den Kamin und griff meinen Arm. Vor Schreck wagte ich kaum zu atmen, doch er griff in seine Tasche und zog etwas hervor. ‚Keine Angst meine Kleine', flüsterte er, ‚ich möchte dir etwas schenken, weil ich glaube, dass du etwas ganz Besonderes bist. Erzähle keinem davon und eines Tages wirst du es bestimmt richtig nutzen können.'
Es war genau diese Kette und als im nächsten Moment meine Eltern zurück ins Zimmer kamen, strich er mir übers Haar und sagte zu meinen Eltern, dass aus mir bestimmt mal eine großartige Hexe werden würde. Ich muss gestehen, das hatte ich total vergessen."
„Und was ist so besonders daran?", fragte Tonks.
„Ich habe keine Ahnung und wenn ich sie mir so ansehe, scheint in der Mitte noch etwas zu fehlen."
„Dennoch, sie sieht aus wie für den heutigen Abend gemacht, ich schlage vor, du trägst sie."
Filipulla zuckte mit den Schultern und so machten sich die beiden Freundinnen auf den Weg zurück ins Ministerium.
*** Gewölbe des Grimmauldplatz 12 ***
Es waren inzwischen die meisten Gäste eingetroffen während Ron und Hermine noch immer auf Harry warteten. Eine laut lachendende Gruppe, die an der Tafel des Büffets stand, erregte jedoch ihre Aufmerksamkeit.
„Was ist denn dort los?", fragte Ron und ging gefolgt von Hermine auf die Gruppe zu. Als sie endlich einen Blick auf die Tafel erhaschten, mussten auch sie beide lachen. Anlass für den ganzen Trubel waren die beiden Phönixe, die sowohl die Aufmerksamkeit wie auch das reichliche Obstangebot genossen. Unter den Gästen gab es niemanden, der so etwas je gesehen hatte und so war es nicht verwunderlich, das bald alle Gäste um die Tafel versammelt waren.
Doch Hermine hatte eine andere Idee. „Candela!", rief sie und der weiße Phönix blickte neugierig in ihre Richtung. „Wo bleibt Harry!"
„Er wollte nachkommen.", konnte Hermine hören.
„Das ist jetzt schon fast zwei Stunden her, ich befürchte er kommt nicht, wenn ihn niemand holt.", flüsterte sie.
„Und wieso sagst du mir das?", fragte der Phönix.
Hermine schmunzelte, ihr war nämlich eine Idee gekommen. „Ron hat war nochmal im Grimmauldplatz und konnte Harry nicht finden. Ihr wart die Letzten, die ihn gesehen haben. Ich könnte mir vorstellen, es wäre ein toller Spaß, wenn ihr Harry hierher holen könntet."
Der Vogel schien zu überlegen, ob er lieber weiter die Aufmerksamkeit genießen sollte oder ob es nicht ein größere Spaß wäre, Harry zu holen.
Sniff und Sir Francis fanden Harry im Turmzimmer wieder vertieft in das alte Buch.
„Deine Freunde vermissen dich!", zischte die Schlange
„Es sind schon einen Menge Gäste eingetroffen", erklärte der Hausgeist, „du als Gastgeber solltest sie nicht so lange warten lassen!"
„Ich gehe später kurz Hallo sagen"
Doch der Hausgeist war da anderer Meinung. „Harry es gehört sich aber nicht. Du hast die Leute eingeladen und deshalb solltest du auch dort sein!" Aber Harry rührte sich nicht sondern starrte trotzig in sein Buch. In diesem Moment tauchte mit einem Funkenregen Candela auf , landete auf Harrys Schulter und noch bevor irgendjemand einen Ton sagen konnte, waren Harry und der Phönix auch schon wieder verschwunden.
Verwirrt schaute der Hausgeist zu Sniff, dann schien es, als würde er nach etwas lauschen und erklärte dann zufrieden: „Da hat wohl jemand die Geduld verloren. Ich hätte doch zu gern Harrys Gesicht gesehen.
Im Gewölbe tauchte Candela mit einem sichtlich überraschten Harry wieder auf.
„Du hast uns ganzschön warten lassen!", beschwerte sich Hermine mit ernster Mine. „Zum Glück konnte wenigstens Candela dich überzeugen".
„Sehr witzig!", brummte Harry, während der angesprochene Phönix fröhlich zwitschernd zurück zum Büffet flog. Bevor aber Harry noch irgendetwas sagen konnte, war vom Saal eine Stimme zu hören „'arry, das ist aber ein Über'aschung." Damit hatte Fleur Harry schon erreicht und drängte sich an Hermine vorbei. „Ich muss dir unbedingt meine Freundinnen vorstellen."
Harry hatte wenig Lust allen möglichen Leuten vorgestellt zu werden, doch Fleur zog ihn einfach hinter sich her. Eine Gruppe junger Leute, die sich fröhlich unterhielten, war ihr Ziel.
Fleur sagt zu ihren Freunden: « Mes amies ce si c'est Harry Potter. A caus de lui on peu fété cette fête! Nous lui devons cette fête » .
Die Gruppe aus vier jungen Frauen und zwei Männern schauten Harry neugierig an.
„ C'est vraiment Harry Potter?", raunte eines der Mädchen Fleur zu. „Genau dieser, aber wir sollten so sprechen, dass Harry uns auch versteht!"
„Du hast uns nie erzählt, dass du Harry Potter so gut kennst!", beschwerte sich eine der Freundinnen.
Harry hatte zwar die ersten Sätze nicht verstanden, aber worüber die Gruppe sprach, konnte sich denken, und es gefiel ihm überhaupt nicht, dass er mal wieder das Thema war. Er überlegte, ob er einfach verschwinden sollte, als er die flötende Stimme von Candela vernahm:
„Da kannst du sehen, was dir entgangen wäre, die Leute vergöttern dich ja förmlich!"
Harry drehte sich zum Buffet, „und genau das hasse ich, aber ich werde es dir schon heimzahlen!", dachte er und ein herausforderndes Trällern zeigte, dass der Phönix ihn verstanden hatte.
Die Erlösung kam in Form von Bill. Nachdem auch er Harry begrüßt hatte und dann zu seiner zukünftigen Frau ging, nutzte Harry die Gelegenheit sich ein wenig zurückzuziehen. Er griff sich ein Glas Bowle vom Buffet und ging langsam auf einen der Seitengänge zu. Die kleinen Seitenkammern waren den Gästen bisher wohl noch nicht aufgefallen. Harry zog sich die Kapuze seines grauen Umhangs und setzte sich auf eine der bequemen Bänke. Gedankenversunken beobachtete er die gut gelaunten Gäste doch auf ihn wirkte sie nicht ansteckende.
Er wurde erst aus seinen Gedanken gerissen als Ron und Hermine vor dem kleinen Tisch standen.
„Harry James Potter, du kannst die Kapuze abnehmen, wir wissen das du es bist!", sagte Hermine und ohne auf eine Antwort zu warten, zog sie ihm die Kapuze einfach vom Kopf. „Wie kann man nur so stur sein!"
„Ich habe einfach keinen Spaß an der Sache.", verteidigte sich Harry.
„Harry, du vergisst, dass du hier auch noch andere Freunde hast. Neville und Luna sind gerade angekommen, wir wollten sie gerade begrüßen gehen."
„Meine Schwester ist manchmal eine blöde Ziege!", versuchte es Ron, doch Harrys böser Blick brachte ihn zum Schweigen.
„Tonks ist wohl auch nicht gekommen", sagte Harry, nachdem er sich umgeschaut hatte.
„Oh doch, " unterbrach ihn Hermine, „sie war schon hier, ist aber nochmal kurz weg um etwas zu erledigen."
Harrys Mine hellte sich etwas auf und Hermine griff seine Hand und zog ihn in Richtung Vorraum, wo Luna und Neville gerade in eine Diskussion über den Torbogen vertieft waren, wobei Luna gerade erklärte, dass ein entfernter Verwandter mit Hilfe eines solchen Bogens in fremde Welten gereist wäre.
„Hallo!", begrüßten Hermine, Ron und Harry die Freunde, was die Diskussion der Beiden zunächst unterbrach.
„Worüber habt ihr so intensiv diskutiert?", fragte Ron ohne auf das warnende Kopfschütteln Nevilles zu achten. Sofort nahm Luna ihre Diskussion über Reismöglichkeiten wieder auf. Nur mühsam gelang es schließlich Harry und Hermine Luna in das nächste Gewölbe zu dirigieren, was allerdings nur dazu führte, dass sie sofort ein neues Thema begann.
„Warum habt ihr nicht gesagt, dass wir im Kellergewölbe von ‚Dragonstone' feiern! Hier gibt es noch immer sehr seltene Drachenwürmer, da würde ich zu gern einige sammeln"
Die Anderen schauten sich an und wussten nicht ob sie lachen oder sich die Haare raufen sollten. Besonders Harry behagte die Vorstellung, dass Luna zwischen den Füßen der anderen Gäste entlang kriechen könnte, überhaupt nicht. Er versicherte Luna, dass es sich die Gewölbe ganz sich nicht in Dragonstone befinden würden, wo auch immer das liegen würde.
Doch so einfach ließ sich Luna nicht überzeugen und machte tatsächlich Anstalten auf die Suche nach den Würmern zu gehen. Hermine hatte schließlich die rettende Idee. Sie zog Luna kurzer Hand in Richtung Buffet hinter sich her, in der Hoffnung, dass die Phönixe für genügend Ablenkung sorgen würden. Ron und Neville folgten den Beiden, während Harry sein Blick über die anderen Gäste schweifen lies. Dann ging er langsam wieder in Richtung der kleinen Seitenkammer.
update September 2010
Das Erscheinen von Tonks und Filipulla erregte ziemliches Aufsehen und rief unterschiedliche Reaktionen hervor. Tonks hatte ein dunkelblaues Abendkleid mit silbernen Ornamenten gewählt während Filipulla ein schwarzes, schulterfreies Kleid mit goldenen Ornamenten und winzigen blauen Edelsteinen trug.
Die beiden jungen Angestellten, die als Aufsicht für Nachzügler im Ministerium geblieben waren, starrten den Beiden nur hinterher und fragten nicht einmal was sie wollten.
Remus war der Nächste, der sie mit offenem Mund anstarrte. Für einen Augenblick errötete Tonks leicht, doch dann sagte sie nur:
„so da sind wir wieder, ist Harry inzwischen aufgetaucht?"
„Ähm ... wie? Wo ist Harry aufgetaucht?"
„Ich wollte wissen, ob Harry inzwischen hier ist", erklärte Tonks geduldig, währen Filipulla sich kaum noch das Lachen verkneifen konnte.
„Ach so, ja ich glaube Hermine hat das irgendwie hinbekommen. Aber äh - du hast dich umgezogen? Ist etwas passiert?"
„Gefällt es dir etwa nicht?", fragte sie scheinbar enttäuscht.
„Nein – ähm – ich meine Ja, du siehst wundervoll aus!"
Diesmal errötete Tonks doch ein wenig länger und wirkte plötzlich ziemlich verlegen.
„Wir suchen erst mal nach Harry, bis dann!" Sie zog Fili hinter sich her in den Saal, wo diese, kaum das sie das Vorzimmer verlassen hatten losprustete. „Ob er bemerkt, dass ich mich umgezogen habe – der arme Mann wird an nichts anderes mehr denken können!"
„Hör auf! Sieh lieber zu, dass du Harry irgendwo entdeckst!", entgegnete Tonks und schob ihr Freundin weiter.
Als die Beiden das Gewölbe betraten musste ein Muggel wohl unweigerlich an den Auftritt von Aschenputtel auf dem Ball denken.
Viele der Gäste unterbrachen ihre Gespräche und starrten die Beiden an. Einige von ihnen begannen zu tuscheln und schließlich merkten auch die Gäste am Buffet, dass etwas passiert war und schauten zum Eingang.
„Na endlich!", stieß Hermine hervor und ging den beiden jungen Frauen entgegen. Ron hatte sich den meisten anderen Gästen angeschlossen und starrte gebannt zum Eingang.
„Hey Ron, wer ist das?", fragte schließlich Neville.
„Ähh – Tonks kennst du ja und die andere Frau ist Filipulla, eine Freundin von Harry."
„Wow – die sehen beide ja Klasse aus!"
„Die stellen sogar meine zukünftige Schwägerin in den Schatten.", grinste Ron.
Inzwischen war Hermine bei Fili und Tonks angekommen.
„Hallo, schön das ihr Beide gekommen seid!", begrüßte sie die Ankömmlinge. „Ihr ward wohl vorher noch bei Harrods?", lachte sie.
Tonks schaute verwirrte auf Hermine doch Fili schmunzelte und klärte dann ihre Freundin auf.
„Also Tonks, irgendwann muss ich wirklich mal mit dir zu Harrods gehen. Es gibt auch noch andere Geschäfte als in der Winkelgasse. Harrods ist in Muggel-London das bekannteste Kaufhaus."
Die drei jungen Frauen gingen in Richtung Buffet als Tonks sich suchend umblickte und dann Hermine fragte, wieso Harry nirgendwo zu sehen sei. Remus hatte ihnen doch gesagt, dass er wohl hier wäre.
Hermine ließ den Blick über die Gäste schweifen als sich ihre Mine verdüsterte.
„Dieser Dickkopf – er ist sowas von stur!"
Fili und Tonks blickten verwundert zu Hermine.
„Naja ich habe ihn ein wenig überrumpelt und ihn gewisser Maßen hierher geholt. Als wir Neville und Luna begrüßten hatte er sich in eine der Seitennischen verdrückt. Bestimmt ist er wieder dort. Kommt mit, ich bring euch hin." Hermine ging zielstrebig auf eine der Seitennischen zu und blieb vor dem Eingang stehen.
„Vielleicht habt ihr ja mehr Erfolg, ich wünsche euch viel Glück. Wenn in der Kammer ein Unbekannter mit Kapuze sitzt, zieht sie ihm einfach vom Kopf!" Damit drehte sie sich um und ging zurück zum Buffet.
*** wenige Minuten vorher ***
Als Luna einen Blick auf einen der Phönixe erhascht hatte, waren die Drachenwürmer und alles andere vergessen. Sie schob sich durch die um das Buffet versammelte Menge während die Freunde langsam folgten. Harry war stehen geblieben und hatte die Gelegenheit genutzt sich wieder in die abgeschiedene Nische zurückzuziehen.
Für einen Moment hatte er seine schlechte Laune bei Seite geschoben aber die gute Laune seiner Freunde wirkte nicht ansteckend. Stattdessen grübelte Harry wieder über die Freund, die fehlten.
