Disclaimer: Die TV Serie CSI NY gehört den Produzenten Bruckheimer / Zuiker!
Zum Kapitel:
Es gibt ein Familientreffen im Wohnzimmer ...
Samstag Abend gegen 19.37 Uhr nach dem Essen sass David auf dem beigen Sofa und hatte den Fernseher eingeschaltet. Er hatte sich ein dickes Kissen in den Rücken gedrängt und die Schuhe auf dem Sofatisch abgelegt. Die eine Hand lag mit der schwarzen Fernbedienung auf seinem Oberschenkel, die andere hatte er hinter seinen Kopf gelegt. Seine Augen starrten auf den Bildschirm. In der Küche konnte er Geschirr klappern hören. Mac und sein Dad räumten die Spülmaschine ein, beseitigten die Reste vom übrigggebliebenen Gulasch, dem Möhrengemüse und den Kartoffeln. Es war nicht viel. Das leckere Essen, was Mac heute gekocht hatte, war bei den Jungs sehr gut angekommen. Und auch David hatte einen vollen Bauch und konnte sich so gut wie nicht mehr bewegen.
Er war etwas nervös. Stephen hatte vorhin beim Essen für viertel vor Acht ein kleines Familienmeeting im Wohnzimmer anberaumt. Natürlich konnte das nur Ärger bedeuten. Doch für wen? Eigentlich hatte sich der Junge nichts vorzuwerfen! Das Wochenende war bis jetzt ziemlich ruhig abgelaufen. Kein Polizist, kein Sanitäter oder sonst wer hatte vor der Haustür gestanden und Stephen oder Mac wegen eines Zwischenfalls, der einen ihrer Söhne betraf, genervt. David hatte keine Ahnung um was es genau gehen konnte, doch er würde es heraus finden.
Kurz warf er einen Blick auf seine Armbanduhr. In wenigen Minuten würde sich das Geheimnis ja lüften! Aus dem ersten Obergeschoß des Hauses drang leise Rockmusik über den Flur und hinunter. Alex hockte mit Jason in seinem Zimmer und sie machten zusammen Hausaufgaben. David hatte seine für Montag bereits fertig. Ja, im Moment lief es mit der Schule ganz gut und sein Dad hatte keinen Grund an die Decke zu gehen.
David grinste leicht, als er mit der Fernbedienung auf das TV-Gerät zielte und dann den Sender wechselte. Außerdem war seine Mum bereits gestern wieder gefahren! David war froh, dass es Susan bei einem Minibesuch belassen hatte und sich hier nicht für ganze zwei Wochen oder noch länger aufgedrängt hatte. Schon war er mit seinen Gedanken wieder bei Mittwoch Abend. Der Abend, an dem sich Alex und er fast bis aufs Blut gezofft und dann auch geschlagen hatten. Wegen Susan! Dass das Ganze dann in der Notaufnahme des Forest-Hills-Hospital bei Stephen geendet hatte, war irgendwie klar gewesen. Alex war das Mutterkind! Er war der Sohn des Vaters! Natürlich liebte Alex seinen Dad auch über Alles und würde Alles für ihn tun, doch wenn Susan hier war, dann hing der ältere Connors Sohn meist mit ihr rum und David fühlte sich dann immer etwas bei Seite geschoben oder weggedrängt! Aber er hasste Susan ja eh ...
Mit dem eigentlichen Grund ihres Besuches waren weder Susan, noch Mac oder sein Dad herausgerückt, was David aber nicht für wichtig hielt! Vielleicht würde sein Vater es ihm irgendwann sagen - vielleicht aber auch nicht!
Vorsichtig rutschte er auf dem dicken Stoff des Sofas etwas weiter nach vorne und zischte dann laut auf, als sich das Pochen in seinem Hintern wieder bemerkbar machte. David schluckte. Ja, es tat immer noch weh und es würde vielleicht noch eine ganze Weile weh tun. Sein Dad hatte am Donnerstag mehr als deutlich gemacht, was er von dem kleinen Kampf unter Geschwistern und noch dazu von dem rauhen Umgangston, den David bei seiner Ex-Frau angeschlagen hatte, gehalten hatte. Nachdem Stephen an dem Tag mit ihm durchgewesen war, hatte David heulend in seinem Bett gelegen und sich geschworen, dass er niemals wieder so auf seinen Bruder los gehen würde. Wie lang er das beibehalten konnte, wusste der 15-Jährige nicht. Doch er würde es versuchen.
David grinste plötzlich und dachte dann an das tolle Haus, was sie gestern besichtigt hatten. Hoffentlich hatte sein Dad mit seiner schlechten Laune nicht alles vermasselt! Oh ja, er war ziemlich mies drauf gewesen an dem Tag! Warum? Vielleicht war er immer noch sauer wegen der Schlägerei?
David zog ein wenig an dem schwarzen Kapuzenpullover herum und starrte weiter gebannt auf den Bildschirm vor sich. Nur wenige Minuten später hörte er die Küchentür, die geöffnet wurde und dann leise Schritte. Schnell ein Kontrollblick auf die Armbanduhr! Ja, es war genau viertel vor Acht! Zeit das kleine Geheimnis zu lüften oder aber demjenigen, der Mist gebaut hatte, viel Glück zu wünschen ...
Stephen kam um die Ecke. Er trug schwarze Hosen, Schuhe und ein gleichfarbiges Hemd. Kurz warf er einen Blick in das Wohnzimmer und räusperte sich dann leise, als er sah, dass sein Sohn die Schuhe auf dem kleinen Sofatisch abgelegt hatte. David sah ihn schnell an und wusste sofort was er wollte. Schnell hob er die Schuhe von der Kante und setzte sie auf den Boden des Wohnzimmers zurück. Stephen nickte kurz und dann kam Mac in sein Blickfeld. Auch der Cop trug Schwarz. Er hielt eine Flasche Bier in einer Hand, nahm einen Schluck und legte dann eine Hand über Stephens Schulter. Sie sahen sich kurz in die Augen. Mac lächelte verliebt und Stephen drückte ihm einen Kuss auf den Mund. David wandte sich wieder dem Fernsehprogramm zu.
Dann wurde er von Stephen unterbrochen. "Dave? Holst du mal deinen Bruder und Jason bitte?"
Leise seufzte der Teenager, ohne dass sein Vater das mitbekam und drehte dann wieder seinen Kopf in Richtung Schiebetür und Treppe. "ALEX! JASON! RUNTERKOMMEN!"
Etwas geschockt starrten Mac und Stephen ihn an. Der Arzt stemmte die Händen in die Hüften. "Vielen Dank, David," fauchte er wütend. "Ich denke, sie haben es gehört!"
Er sah wieder Mac an, der versuchte ein Grinsen zu vermeiden und schnell noch einen Schluck von seinem Fosters nahm. Dann musste Mac doch lachen und erntete einen bösen Blick von seinem warf wieder David einen Blick zu, der das Fernsehgerät ausgeschaltet hatte.
"Das nächste Mal, David, geh bitte nach oben und brüll hier nicht rum, okay?"
"Klar, Dad!"
Jason und Alex kamen die Treppe hinuntergestürzt. Alex ging an seinem Dad vorbei, die drei Holzstufen hinunter ins Wohnzimmer und ließ sich neben David auf das Sofa fallen. Leise zischte er auf, als sein auch noch wunder Hintern Kontakt mit dem Sofastoff machte und rückte dann etwas herum, um eine möglichst angenehme Sitzposition zu finden. Er sah David an und hob eine Augenbraue.
"Na tut's noch weh, Bruder?"
"Was glaubst du denn," sagte David und fuhr sich mit einer Hand durch die blonden Haare. David warf die Fernbedienung auf das andere Sofa gegenüber und dann gesellte sich auch der Sohn des Detectives zu der kleinen Gruppe. Jason trug einen roten Pullover, schwarze Jeans und dunkele Socken. Müde, doch grinsend ließ er sich auf das Sofa neben Alex fallen und grinste die Brüder an. Er hob eine Augenbraue und verschränkte die Arme vor der Brust.
"Also? Wer von euch hat Mist gebaut, Leute?"
David und Alex sahen ihn erstaunt an. Alex beugte sich zu ihm und flüsterte leise. "Wieso soll es denn einer von uns gewesen sein, Jay? Was ist mit dir?"
"Was soll mit mir sein?!"
Alex lächelte leicht. Dann warf er einen kurzen und prüfenden Blick in die Lobby wo sein Vater mit Mac stand und sie leise redeten. Wieder ein Blick auf Jason. "Ich meine, wenn Dave oder ich Scheisse gebaut hätten, dann hätte Dad dich und Mac sofort nach Hause geschickt, oder nicht? Ich frag mich, warum du immer noch hier bist?"
Sofort bekam Jason Taylor große Augen und öffnete überrascht den Mund. Das klang leider sehr ... plausibel!
Verdammt ...
Fieberhaft überlegte Jason, was er angestellt haben könnte. Ging es vielleicht darum, dass er bei der Hausbesichtigung Ärger gemacht hatte? Oder wollten sein Vater und Stephen noch mal die Regeln etwas auffrischen, damit es keinen Streit oder gar eine Prügelei geben würde, wenn sie umzogen? Hatte sich der Makler vielleicht gemeldet und ihnen abgesagt? Oder zugesagt? Vielleicht hatten Stephen und sein Dad auch eine neue Anzeige gelesen und einen weiteren Besichtigungstermin geplant?
Langsam wurde Jason etwas mulmig zu Mute. Seine Handflächen wurden feucht, als sich Stephen und Mac immer noch nicht voneinander lösten und zu ihnen hinüber kamen. Jason versuchte irgend etwas zu hören, doch sie flüsterten so leise und so undeutlich, dass er nichts verstehen konnte. Mac nahm wieder einen Schluck Bier, dann war die Flasche leer. Stephen nahm sie ihm ab und schlenderte dann wieder in Richtung Küche, während Mac ihm kurz hinter her sah und dann die drei Stufen nahm, die ins Wohnzimmer führten.
Taylor ging zu dem anderen Sofa und setzte sich seufzend. Kurz rückte er etwas nach vorn, legte die Ellbogen auf die Knie und drückte die Fingerspitzen aneinander. Plötzlich kam Stephen zurück. Er sprang schnell die Stufen hinunter und nahm rechts neben Mac Platz. Skeptisch sah er seinen Verlobten an, öffnete den Mund und schloss ihn dann wieder. Mac grinste leicht, doch dann ergriff Alex das Wort.
"Eh okay, was ist los," begann er vorsichtig und sah zwischen Mac und seinem Dad hin und her. "Hat einer von uns Mist gebaut, Dad?"
"I-ich war es nicht," sagte David plötzlich energisch und zeigte schnell mit dem Finger auf seine Brust. "Ich hab noch genug vom letzten Mal!"
Jason kicherte leise und bekam sofort böse Blicke zugeworfen. David starrte seinen fast Stiefbruder wütend an. "Das ist nicht witzig, Mann! Ich muss immer noch auf dem Bauch schlafen!"
"Doch," gab Jason zurück und grinste immer noch. "Es ist witzig!"
Das Grinsen verging ihm, als er von einem dicken Kissen mitten ins Gesicht getroffen wurde, was von der gegenüberliegenden Caoch kam. Das beige Kissen fiel vor ihm zwischen den Tisch und das Sofa und blieb liegen. Jason sah seinen Dad an, der das Kissen geworfen hatte. Mac zog eine Augenbraue nach oben. "Hörst du bitte auf damit? David hat Recht! Das ist nicht witzig und nur weil du, Jason, es im Moment ganz gut hinbekommst meiner Hand auszuweichen, heisst das noch lange nicht, dass du hier eine dicke Lippe riskieren kannst! ... Aber vielleicht müssen wir zwei noch mal unsere Benimmregeln etwas ... festigen! Ist das so?"
Sofort öffnete sein Sohn den Mund und schüttelte wehemennt den Kopf. "Nein, Sir. Es tut mir leid!"
Mac nickte zustimmend. "Gut, dann ..." Er warf einen Blick auf Stephen. "Willst du oder soll ich?"
Ja, gute Frage, Mac ... Stephen atmete tief durch. "Ich mach das schon, Schatz!"
"Ist was passiert," fragte Alex plötzlich aufgeregt und beugte sich ein Stück nach vorne. "Ist jemand im Krankenhaus oder tot? ... Hat sich Brian gemeldet? Was ist mit ihm, Dad?!"
Sofort mischte David sich auch ein, ohne eine Antwort seines Vaters abzuwarten. "Ihr sagt doch nicht die Hochzeit ab, oder?! Oh Dad, bitte nicht!" Sofort suchten seine Augen Mac. "Was hast du gemacht, Mac?!"
"Er hat gar nichts gemacht," fauchte jetzt Jason sauer.
"Ahhh," machte Stephen laut, ließ sich Augen rollend zur Seite kippen und auf den freien Platz neben ihm fallen. Jetzt war er genervt!
Der Arzt schlug die Hände vor dem Gesicht zusammen und stöhnte hinein, während Mac auf ihn herab sah und grinste. Er streckte seine rechte Hand aus, legte sie auf Stephens Hemd und kraulte ihn leicht. Die Kinder sahen sich untereinander verstört an.
Mac beugte sich jetzt zu Stephen hinunter und warf noch mal einen Blick auf die Jungs, bevor er grinste und Stephen ins Ohr flüsterte. "Komm schon. Das war eine bereichtigte Frage finde ich, Häschen ..."
Stephen grummelte erst, dann lachte er in seine Hände hinein und erhob sich dann wieder. Mac rückte zurück, strich Stephen sanft durch die kurzen und dunkelen Haare und küsste ihn auf die Wange. Dann sah er die Jungs auf dem Sofa an, die immer noch nicht genau wussten, was ihre Väter mit ihnen besprechen wollten. Mac lächelte.
"Nein, wir trennen uns nicht und die Hochzeit findet wie geplant statt, Jungs!"
Connors ergriff das Wort, als er sich beruhigt hatte.
"Nein, Mac hat nichts gemacht und es ist auch niemand gestorben, Alex!" Dann überlegte er kurz und sah zu Mac. "Wie es meinem Neffen, Brian geht, weiss ich allerdings im Moment nicht ..."
Taylor schlug ihm auf den Oberschenkel, so dass Stephen schnaubte und sofort den Mund hielt.
Der Detective sah in die kleine Runde, die er seine Familie nannte. "Würdet ihr so nett sein und ihn mal ausreden lassen, sonst sitzen wir nämlich noch bis Mitternacht hier und ich würde gleich gerne mit meinem Verlobten hier im Wohnzimmer sitzen und fernsehn. Okay?"
Nicken.
Mac seufzte. "Gut!" Dann wandte er sich an Stephen. "Sie haben das Wort, Dr. Connors!"
Stephen seufzte und rieb sich kurz durch die Haare. "Okay, ehm ... wir ... es geht um das Haus. Um dieses Haus hier und ... Mac und ich sind übereingekommen, dass wir ... nicht umziehen werden!"
Stille. Ungläubige und überraschte Blicke! Die Brüder sahen sich verwrrt an. Sie würden also nicht umziehen sondern hier bleiben! Gut ... aber was war dann mit Jason? Alex konnte nicht anders, als ihn anzusehen. Jason spürte den Blick und starrte zurück. Dann wurde ihm schlagartig klar, was das bedeutete. Kein Umzug! Kein Zimmer im Keller! Keine Freiheiten! Keine bessere Lebensqualität, wenn man es mal ganz krass formulierte! ...
Als Jason so darüber nachdachte, wurde er etwas wütend. Was dachte sich sein Dad nur dabei? Oder war das Stephens Schuld? Immerhin hatte er sich bei der Hausbesichtigung ziemlich daneben benommen oder? Warum zum Teufel wollten sie nicht mehr umziehen und hier bleiben?!
"Eh, aber Dad," kommentierte jetzt Jason die Situation und die Entscheidung die sein Vater mit Stephen getroffen hatte. Dabei etwas leiser zu sein, kam ihm gar nicht in den Sinn. "WAS SOLL DAS?! Ich meine wir haben uns schon drauf eingestellt diesen Umzug nach der Hochezeit zu machen UND IHR WOLLT PLÖTZLICH NICHT MEHR? DAS IST DOCH BULLSH-!"
Jetzt hob Mac warnend einen Finger. "HE!" Sofort schloss Jason den Mund, doch seine Wut blieb. Macs Stimme war einigermaßen ruhig. "Sei froh, dass du dieses Wort jetzt nicht ausgesprochen hast, Freundchen. Sonst wären wir zwei jetzt auf dem Weg ins Badezimmer!"
Genervt betrachtete Jason seinen Vater, doch hielt nicht den Mund. "Wieso? Ich meine ..."
Mac sah ihn warnend an. "Jason!"
Jetzt mischte sich Stephen wieder ein und sah seinen Verlobten von der Seite aus an. "Schätzchen? Lass mich das kurz klären." Er wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Sohn des Cops zu, während Taylor sich seufzend in die Kissen drückte. "Jason, ich weiss, dass du dich sehr auf ein größeres Zimmer oder sogar einen Keller gefreut hast. Aber ich hänge sehr an diesem Haus. Ich hab hier die Jungs großgezogen und mit meinem großen Bruder sehr viel Spass gehabt!"
Er grinste etwas und hoffte, dass Jason das verstehen würde.
David und Alex sahen sich an. David ergriff das Wort und beugte sich jetzt auch ein Stück nach vorn. "Ist schon in Ordnung, Dad! Dann ziehen wir halt nicht um. Ich mag mein Zimmer!"
Stephen sah ihn traurig an und Jason brüllte wieder los. "DAS IST MIR DOCH EGAL, OB DU DEIN ZIMMER MAGST, DAVID! DU-"
Mac sah seinen Sohn finster an, doch blieb ruhig. "Jason! Brüll bitte nicht rum. Hör auf!"
Stephen seufzte leise. Dass seine Entscheidung noch Theater geben würde, hatte er gewusst. Jasons Blick galt dem Arzt, der ihm alles versaut hatte. Seine Pläne. Sein Leben.
"DAS IST ALLES DEINE SCHULD, STEPHEN!"
Sofort war Mac auf den Beinen. Wütend trat er an Stephen vorbei, der bei dem lauten Ausbruch seines beinahe Stiefsohnes nicht mit der Wimper gezuckt hatte. Mac ging um den kleinen Tisch herum, griff nach unten, packte Jason am Kragen des Pullovers und zog ihn in einer Bewegung hoch. Das nächste, was der Junge spürte, war die starke Hand seines Vaters im Gesicht. Es gab ein lautes Klatschen als die Haut auf Haut traf. Der Kopf des Jungen wurde ein Stück nach rechts gerissen. Jason schniefte und schluckte nervös. Seine Wange wurde rot und tat ziemlich weh. Er begann leicht zu zittern, doch widerstand dem Drang sich an die brennende Stelle zu fassen. Seine Augen suchten seinen Dad, der dicht vor ihm stand und seine Hand wieder herunter nahm. Die Stimme seines Vaters war streng.
"Ich sagte, du sollst hier nicht rumschreien! Wir zwei fahren jetzt nach Hause und da gehen wir noch mal die Benimmregeln durch, die auch hier gelten, mein Sohn! Aber vorher ..." Er sah kurz zurück auf Stephen, der sauer auf dem Sofa sass. Mac fuhr fort. "Wirst du dich bei ihm entschuldigen. Hast du mich verstanden?"
Jason konnte seinen Herzschlag spüren, der lauter wurde. Doch vielleicht war das auch nur Einbildung, weil er gerade richtig in der Kacke sass.
Vorsichtig sah er an Mac vorbei und auf Stephen. "Es tut mir leid!"
Das Ganze war ganz und gar nicht ernst gemeint, das hatten alle in dem Raum gehört. Mac gab dem Pullover noch mal einen Ruck. "Okay, wenn du es so haben willst? Dann kriegst du es!"
Die Connors Brüder sagten nichts, sondern hockten stumm auf ihren Plätzen. Mac bugsierte seinen rebellischen Sohn ein Stück von dem Sofatisch weg und drehte sich dann noch zu Stephen um. Mac warf ihm einen entschuldigenden Blick zu, beugte sich herunter und drückte ihm seine Lippen auf den Mund. Dann erhob er sich wieder und gab Jason einen kräftigen Stoß in Richtung Lobby.
"Jacke und Schuhe!"
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, stürmte Jason die Stufen hinauf und rannte nach oben, um seine Jacke zu holen, die er in Alex' Zimmer auf dem Bett liegen gelassen hatte. Mac starrte ihm etwas fassungslos hinter her, dann drehte er sich zu Stephen um und beugte sich zu ihm hinunter. Sanft nahm er seinen Kopf zwischen die Handflächen und sah ihm tief in die grünen Augen.
"Es tut mir leid, Schätzchen ... Ich ... ich werde ihm das erklären. Keine Sorge."
Stephens Augen waren sanft. Taylor küsste ihn auf die Lippen. "Es tut mir leid, wirklich ..."
"Ja, ist schon okay," sagte der Arzt unsicher und puhlte sich einen weißen Fussel von der Schulter. Natürlich war es nicht okay, aber das sagte er Mac nicht! Wieder küsste Mac ihn und dieser Kuss war noch länger und intensiver, als der davor.
Der Cop löste sich wieder von ihm. "Ich komme wieder! ... Bs nachher!"
"Ja, bis nachher," gab Stephen zurück und Mac löste seine Hände von seinem Gesicht.
Taylor drehte sich um, als er hastige Schritte hörte und dann seinen Sohn sah, der in Jacke auf der Treppe hockte und sich die Schnürsenkel zu band. Mac schüttelte wieder den Kopf, nickte dann den Jungs von Stephen zu und schlenderte die Stufen hinauf in die Lobby. Dort griff er nach seinem schwarzen Mantel, schlüpfte hinein, als Jason sich die Schuhe gebunden hatte und packte ihn dann am Kragen der Jacke.
"Los raus jetzt," befahl Mac wütend, sah noch mal kurz ins Wohnzimmer und lächelte seinem Verlobten zu. "Bis gleich ..."
Schnaufend ließ sich Stephen in den Kissen nieder, schwang dann seine Beine nach oben und legte sich auf den Rücken. Schnell rutschte er ein Stück hinunter, damit er mit den Schuhen nicht auf den Stoff des Sofas kam und zog sich ein Kissen unter den Kopf. Die Haustür fiel zu.
Stephen atmete tief durch und überlegte. Jason hatte das Ernst gemeint, das wusste der Arzt. Doch was konnte er tun? Er würde ganz bestimmt nicht klein beigeben und sich von seinem zu Hause vertreiben lassen, nur weil Jason Taylor mit seinen gerade mal 17 Jahren gerne ein großes Einzelzimmer in einem nagelneuen Haus haben wollte!
Er schloss die Augen, legte die Hände flach auf seinen Bauch und schnaubte geschafft und verärgert. Dann hörte er leise Geräusche neben sich und ihm fiel ein, dass seine Jungs immer noch mit im Zimmer sassen.
"Ihr könnt auch gehen ..."
Alex hob verwirrt eine Augenbraue an. "Wohin?"
"Ist mir egal, Alex," gab er zurück und rückte ein Stück näher an die Lehne. Das Sofa war ja so bequem ...
David stand auf. Er hatte schon den halben Tag überlegt, ob er Stephen überhaupt fragen sollte, doch jetzt sah er seine Chance gekommen. "Ehm, Dad? Da ist ne Fete in der Colorado Street bei einem Kumpel ..."
Stephen drehte sein Gesicht zur Seite und sah seinen Sohn an. "Und?"
"Na ja, ich wurde gefragt ob ich dazu kommen will und ... Kann ich bitte hin, bitte Dad! Ich werd auch nichts trinken, versprochen! ... Ich putz das ganze Haus, wenn du willst?"
"Oh Gott, dieser Schleimer," kommentierte sein Bruder grinsend und verschwand dann aus dem Wohnzimmer.
Stephen grinste und schüttelte den Kopf. "Ja, dann geh wenn du willst ..."
"YES!" Der Junge sprang zu seinem Vater ans Sofa, drückte ihm einen Kuss auf die Wange und wandte sich sofort um. Schnell ging er zur Schiebetür hinüber.
"Aber, David," hielt der Arzt ihn noch einmal grinsend auf. "Zwei Bier, aber mehr nicht! Okay? Wenn du betrunken hier ankommst, gibt es den Gürtel und das nicht zu knapp! Ich freue mich gleich auf Mac und habe wirklich keine Lust ihn wieder um zu schicken, weil mein Sohn es für nötig hielt, sich gegen mich zu stellen. Es reicht wenn Jason das macht! ... Und um eins bist du wieder hier! Punkt eins! Alles klar?"
Sein Sohn grinste noch breiter. "Ja, mach ich, Dad! Danke, bis nachher!"
"Ja, bis dann," verabschiedete Stephen ihn, gähnte und drückte sich dann wieder in die weichen Kissen hinein. Er sah David nach, der in der Lobby die Schiebetür zu machte und dann hörte er nur noch wie sein Sohn sich die Schlüssel vom Sekretär fischte und nach wenigen Sekunden das Haus verließ.
Tbc ...
AN: Und hat es euch gefallen? Ich finde den Anfang total klasse wo die Jungs überlegen, ob was passiert ist und ob irgendwer Mist gebaut hat, lol ... Tja, jetzt ist Jason mal ausgerastet! Keine Sorge! Mac wird das im nächsten Kapitel in die Hand nehmen und seinen Sohn wieder zu recht stutzen :) Danke für die lieben Reviews! Eure Vanessa
