Wie viele ?
„Dauert das noch lange?", flüsterte Ron zu Harry hinüber, „Ich glaub ich würde lieber wieder in Gringotts einbrechen, als hier noch eine Minute zu verbringen."
Wie um seine Aussage zu unterstreichen lies er den Kopf in die Hände sinken und seufzte.
Harry musste schmunzeln, es war nicht anders als damals im Unterricht neben Ron zu sitzen.
Und wie aufs Stichwort knuffte Hermione Ron von der anderen Seite in die Schulter und fuhr dann fort emsig ihr Pergament mit Notizen zu füllen.
Für wenige Sekunden war es so, als könnte gleich die Schulglocke erklingen und sie könnten den Nachmittag am See verbringen.
Hermione würde unter einem Baum platz nehmen mit einem Buch auf den Knien, Ron würde sich auf den Rücken ins Gras werfen und plappern, und er könnte in aller Ruhe Ginny zusehen, wie sie mit ihren Freundinnen durch das hohe Gras zum Wasser hinunter rennt und noch im laufen die Schuhe auszieht.
Doch Kingsleys tiefe Stimme riss Harry aus den träumen: „Das war es soweit, nach der Tagesordung. Hat noch jemand etwas wichtiges zu besprechen?"
Ron neben ihm war schon auf dem Sprung als Harry die Hand hob.
Kingsley nickte ihm zu, und der Rest der Zauberer, die um den langen Holztisch versammelt waren, verstummte.
„Ihr wisst ich kenne mich mit manchem nicht so gut aus, ich bin bei meiner Muggelfamilie aufgewachsen."
Allgemeines nicken folgte, und Ron stieß ein missbilligendes schauben aus.
„Haben wir Zauberer ein Waisenhaus?"
Diese Frage hat Harry die letzten zwei Tage nicht losgelassen. Seit er auf der Trauerfeier für Tonks und Remus, Teddy an seine Brust gedrückt hatte, während Andromeda ihre Rede hielt.
„Nein, so etwas gibt es nicht.", sagte Percy schlicht.
„Aber Teddy bleibt doch bei seiner Großmutter.", fügte Kingsley hinzu.
„Es geht nicht um Teddy. Wie viele Menschen sind in Hogwarts gestorben?"
„Vierundreißig Todesser, Siebenundzwanzig Schüler und..."
„Wie viele Menschen sind gestorben?", fragte Harry nun mit Nachdruck in der Stimme.
„Vierundachzig", Minervas Stimme zitterte.
„Und wie viele Kinder haben jetzt keine Eltern mehr?"
Ein Raunen ging um den Tisch, Dädalus Dickel zählte an seinen Händen die Kinder ab, die ihm einfielen und gab irgendwann auf, als er nicht mehr weiter wusste.
„Es sind viele glaubt mir. Und ich weiß wie es ist als Zauberer unter Muggeln aufzuwachsen, wie es ist wenn niemand einen versteht, und man selbst kaum weiß warum man verrückte Sachen passieren lässt. Voldemort war ein Waisenkind, und ich will ihn jetzt nicht in Schutz nehmen, aber vielleicht wäre das alles nicht passiert, wenn er unter anderen Zauberern in einem guten Waisenheim aufgewachsen wäre."
„Aber wie sollten wir ein solches Projekt bezahlen?", fragte eine Hexe mittleren Alters, die soweit Harry wusste, für das Flohnetzwerk zuständig war.
„Ich bin bereit einen großen Teil zu finanzieren, und ich denke es gibt noch andere die ein solches Projekt unterstützen würden.", sagte Harry und sah wie sich ein breites lächeln auf Minervas Gesicht ausbreitete.
„Meine Eltern haben mir mehr Geld hinterlassen, als ich brauchen kann. Ich glaube es gibt dafür keinen besseren Verwendungszweck."
Nur etwas kurzes, das mir irgendwie in den Sinn kam. Ich glaube fast Harry könnte nicht anders als sich für alle Kinder einzusetzen, nicht nur für Teddy.
Und in Hogsmeade fehlt so ein kleines verrücktes Waisenhaus, eine Art Villa Kunerbunt^^
Lieben Dank für eure wunderbaren Reviews, ihr muntert mich damit immer wieder auf!
Liebste Grüßé
Die Alraune
